Neue Initiative „Pro Fide Ecclesiae“ will glaubenstreuen Katholiken eine Stimme geben


Neue Initiative will rechtgläubige Katholiken sammeln
Neue Initiative will rechtgläubige Katholiken sammeln

Mit der Grün­dung der Initia­ti­ve Pro Fide Eccle­siae ist im deut­schen Sprach­raum eine neue katho­li­sche Lai­en­be­we­gung ent­stan­den, die sich aus­drück­lich der Treue zum Lehr­amt der Kir­che ver­pflich­tet sieht. Die Grün­der ver­ste­hen ihre Ver­ei­ni­gung als Ant­wort auf eine Ent­wick­lung, die ihrer Über­zeu­gung nach den Begriff „katho­lisch“ zuneh­mend mit poli­ti­schen oder ideo­lo­gi­schen Zuschrei­bun­gen ver­sieht. Statt von „kon­ser­va­ti­ven“, „pro­gres­si­ven“ oder „anders-katho­li­schen“ Strö­mun­gen zu spre­chen, betont die Bewe­gung einen ein­fa­chen Grund­satz: Ent­we­der sei der katho­li­sche Glau­be in sei­ner gan­zen Fül­le anzu­neh­men – oder eben nicht.

Unter dem Leit­wort Veri­tas · Tra­di­tio · Unitas möch­te Pro Fide Eccle­siae nach eige­nen Anga­ben jene Gläu­bi­gen zusam­men­füh­ren, die sich weder vom Zen­tral­ko­mi­tee der deut­schen Katho­li­ken (ZdK) noch von der domi­nie­ren­den Rich­tung der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz ver­tre­ten füh­len. Die Initia­ti­ve wur­de am 12. Juli 2026 in Offen­bach am Main gegrün­det und ver­steht sich als Zusam­men­schluß katho­li­scher Lai­en und Geist­li­cher, die den Glau­ben der Kir­che in Über­ein­stim­mung mit dem Lehr­amt bewah­ren und bezeu­gen möchten.

Katholisch ohne Zusatz

Aus­gangs­punkt der Initia­ti­ve ist die Beob­ach­tung, daß Begrif­fe wie „kon­ser­va­tiv“, „pro­gres­siv“, „reform­ori­en­tiert“ oder „tra­di­tio­nell“ längst selbst­ver­ständ­lich mit dem Wort „katho­lisch“ ver­bun­den wer­den. Nach Auf­fas­sung der Grün­der führt dies jedoch in die Irre. Die katho­li­sche Iden­ti­tät las­se sich nicht nach poli­ti­schen Kate­go­rien oder Zeit­strö­mun­gen defi­nie­ren, son­dern allein durch die Über­ein­stim­mung mit dem Glau­ben der Kirche.

Maß­stab hier­für sei nicht die per­sön­li­che Mei­nung ein­zel­ner Grup­pen oder Funk­tio­nä­re, son­dern das kirch­li­che Lehr­amt, wie es ins­be­son­de­re im Kate­chis­mus der Katho­li­schen Kir­che zum Aus­druck kom­me. Die Initia­ti­ve ver­weist dar­auf, daß die Kir­che selbst über die authen­ti­sche Aus­le­gung des Glau­bens ver­fü­ge und die­ses Glau­bens­gut – das Depo­si­tum fidei – treu von Gene­ra­ti­on zu Gene­ra­ti­on weitergebe.

Aus die­ser Sicht sei­en zusätz­li­che Eti­ket­ten letzt­lich über­flüs­sig. Wer katho­lisch sei, brau­che kei­nen ideo­lo­gi­schen Zusatz. Ortho­do­xie im Glau­ben und eine ent­spre­chen­de christ­li­che Lebens­füh­rung gehör­ten untrenn­bar zusammen.

Kritik am deutschen Reformkurs

Inhalt­lich posi­tio­niert sich Pro Fide Eccle­siae deut­lich gegen den deut­schen Syn­oda­len Weg und gegen Reform­for­de­run­gen, die nach Ansicht der Initia­ti­ve im Wider­spruch zur über­lie­fer­ten Leh­re der Kir­che ste­hen. Die Grün­der kün­di­gen an, die Deut­sche Bischofs­kon­fe­renz und das ZdK künf­tig öffent­lich und dau­er­haft mit ihrer Kri­tik zu konfrontieren.

Dabei set­zen sie nach eige­nen Anga­ben sowohl auf geist­li­che Mit­tel – etwa Gebet, Anbe­tung, Wall­fahr­ten und Pro­zes­sio­nen – als auch auf gesell­schaft­li­ches Enga­ge­ment durch Ver­öf­fent­li­chun­gen, offe­ne Brie­fe und wei­te­re öffent­li­che Aktionen.

Offener Brief an Papst Leo XIV.

Zu den ersten Pro­jek­ten der Ver­ei­ni­gung gehört ein offe­ner Brief an Papst Leo XIV. Dar­in bit­tet Pro Fide Eccle­siae den Hei­li­gen Vater, der geplan­ten Syn­odal­kon­fe­renz in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land kei­ne kir­chen­recht­li­che Aner­ken­nung zu erteilen.

Die Initia­ti­ve sieht dar­in die Gefahr einer Par­la­men­ta­ri­sie­rung kirch­li­cher Ent­schei­dungs­struk­tu­ren und ver­weist auf die sakra­men­ta­le Ver­ant­wor­tung der Bischö­fe sowie auf die hier­ar­chi­sche Ver­fas­sung der Kir­che, wie sie das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil und das Kir­chen­recht beschreiben.

„Wir wollen nicht länger schweigen“

Die Grün­der beto­nen, daß sich vie­le gläu­bi­ge Katho­li­ken in Deutsch­land seit Jah­ren nicht mehr wahr­ge­nom­men fühl­ten. Wäh­rend Reform­po­si­tio­nen in Öffent­lich­keit und Medi­en gro­ße Auf­merk­sam­keit erhiel­ten, blei­be eine gro­ße Zahl von Katho­li­ken, die sich der kirch­li­chen Leh­re ver­pflich­tet wis­se, weit­ge­hend ohne Stimme.

Genau die­se Lücke möch­te Pro Fide Eccle­siae schlie­ßen. Auf ihrer Inter­net­sei­te heißt es, daß bereits kurz nach der Grün­dung zahl­rei­che Auf­nah­me­an­trä­ge ein­ge­gan­gen sei­en. Ziel sei es, aus einer klei­nen Gemein­schaft eine brei­te Bewe­gung zu for­men und den­je­ni­gen eine Platt­form zu geben, die sich zur katho­li­schen Glau­bens­über­lie­fe­rung bekennen.

Treue statt Zeitgeist

Nach Über­zeu­gung der Initia­to­ren darf sich der Inhalt des Glau­bens nicht dem jewei­li­gen Zeit­geist anpas­sen. Zwar kön­ne und müs­se die Kir­che ihre Leh­re immer wie­der neu erklä­ren und ver­tie­fen, ihr Wesens­kern blei­be jedoch unveränderlich.

Der katho­li­sche Glau­be sei uni­ver­sell – der­sel­be in Deutsch­land wie in Afri­ka oder anders­wo – und wer­de durch die apo­sto­li­sche Tra­di­ti­on sowie das Lehr­amt bewahrt.

Vor die­sem Hin­ter­grund ver­steht sich Pro Fide Eccle­siae als Ein­la­dung an alle Katho­li­ken, die bewußt an der Leh­re der Kir­che fest­hal­ten möch­ten. Die Bewe­gung erhebt den Anspruch, nicht eine wei­te­re Rich­tung inner­halb des Katho­li­zis­mus zu sein, son­dern gera­de auf das Gemein­sa­me und Ver­bind­li­che des katho­li­schen Glau­bens hinzuweisen:

„Katho­lisch ist kein Adjek­tiv unter vie­len, son­dern eine Identität.“

Zur Inter­net­sei­te der Initia­ti­ve: Pro Fide Eccle­siae.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Pro Fide Eccle­siae (Screen­shot)

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