Das vor kurzem vorgestellte Mosaikmedaillon von Leo XIV., dem am 8. Mai gewählten Papst, ist an seinem Platz in der Patriarchalbasilika San Paolo fuori le mura in Rom angebracht worden.
Das Mosaik wurde am 14. Januar präsentiert. Es wurde vom Mosaikstudio der Dombauhütte von St. Peter angefertigt und in der Galerie über den Arkaden des rechten inneren Seitenschiffes angebracht. Anläßlich der feierlichen Vespern zum Hochfest der Bekehrung des heiligen Apostels Paulus, die Papst Leo XIV. gestern selbst um 17.30 Uhr in der Basilika leitete, wurde das Medaillon beleuchtet. Der Lichtstrahl zeigt jeweils den regierenden Papst an.
Ende einer neunmonatigen Dunkelheit
Das neue Mosaikmedaillon wurde unmittelbar neben dem Porträt seines Vorgängers Papst Franziskus angebracht, das wiederum auf jenes von Benedikt XVI. gefolgt war. So setzt sich die Reihe fort. Das Medaillon von Franziskus war während seines gesamten Pontifikats erleuchtet gewesen, bis es im Moment seines Todes am 21. April erlosch. Seitdem lag die gesamte traditionsreiche Papstgalerie im Halbdunkel – ohne das Licht, das stets den jeweils regierenden Nachfolger Petri kennzeichnet.
Eine Tradition von einzigartiger Aussagekraft
Die Papstmedaillons von San Paolo fuori le Mura gehören zu den eindrucksvollsten bildlichen Darstellungen der apostolischen Sukzession. Insgesamt zählen sie nun 267 Porträts – von Petrus bis Leo XIV. Charakteristisch ist dabei, daß allein das Bildnis des regierenden Papstes beleuchtet ist, während alle anderen im Schatten verbleiben. So wird auf einen Blick sichtbar, wer aktuell das Petrusamt innehat.
Diese Form der Darstellung ist Teil einer langen kirchlichen Bildtradition, die nicht bloß dekorativen Zwecken dient, sondern die geschichtliche und theologische Kontinuität des Papsttums veranschaulichen und die Einheit der Kirche über Zeiten und Personen hinweg sichtbar machen soll. Siehe dazu auch: Die Päpste im Bild – Systematische Papstgalerien.
Sichtbares Zeichen der Kontinuität
Die dauerhafte Beleuchtung des Medaillons des jeweils regierenden Papstes ist erst seit der Elektrifizierung der päpstlichen Basiliken Anfang des 20. Jahrhunderts möglich. Allerdings war es bereits zuvor eine jahrhundertalte Praxis, Darstellungen des regierenden Papstes zumindest zu besonders festlichen Anlässen durch Öllampen oder im liturgischen Kontext auch durch Kerzen unter den Darstellungen anderer Päpste hervorzuheben.
Das Mosaik Papst Leos XIV. ist demnach nicht nur ein weiteres Porträt in einer langen Reihe, sondern ein sichtbares Zeichen dafür, daß die Kirche über eine von Jesus Christus eingesetzte hierarchische Ordnung und ein Oberhaupt auf Erden verfügt.
Text: Giuseppe Nardi
Bild: SMM (Screenshot)
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