In Kroatien wurde nach mehr als einem halben Jahrhundert erstmals wieder ein Pontifikalamt im überlieferten Römischen Ritus zelebriert. Die Zeremonie fand in der Kirche St. Blasius in Zagreb statt und wurde von Erzbischof Salvatore Cordileone von San Francisco (USA) im Rahmen der internationalen Konferenz „Christus ist König“ zelebriert.
Die Veranstaltung gilt als historischer Meilenstein für die traditionsverbundene katholische Gemeinde des Landes. Die Zelebration von Erzbischof Cordileone markiert das erste Pontifikalamt im alten Ritus seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil.
Die Messe als Herz der Zivilisation
In einer vor der Heiligen Messe gehaltenen Ansprache betonte Cordileone die zentrale Bedeutung der Liturgie für Kirche und Gesellschaft. „Die Erneuerung der westlichen Zivilisation beginnt mit der Erneuerung der Messe. Sie ist das Herz und Fundament unserer Kultur“, erklärte der Erzbischof von San Francisco.
Er hob insbesondere die Rolle der Schönheit hervor: Sie wirke direkt auf das Herz des Menschen, unabhängig von rationalen Argumenten, und bereite die Seele darauf vor, die Wahrheit aufzunehmen. „Bei Schönheit hören Diskussionen auf. Sie berührt die Menschen intuitiv und bereitet den Boden für die Saat der Wahrheit“, so Msgr. Cordileone.
Tradition zieht junge Menschen an
Cordileone betonte, daß gerade junge Gläubige sich zunehmend für das liturgische, künstlerische und geistliche Erbe der Kirche interessieren. Statt neue Ausdrucksformen zu suchen, so der Erzbischof, solle die Kirche auf ihr klassisches, zeitloses „Sprachrohr“ zurückgreifen: die traditionelle Liturgie:
„Oft wird gesagt, wir müßten eine neue Sprache finden, um die Jugend zu erreichen. Wir haben diese Sprache bereits – das Alte, präziser gesagt, das klassische, zeitlose Sprachrohr.“
Die Schönheit der Liturgie habe dabei keineswegs nur ästhetischen Wert, sondern könne auch direkt zur moralischen und spirituellen Umkehr führen.
Ein historisches Signal für Kroatien
Das Pontifikalamt in Zagreb unterstreicht das wachsende Interesse an der traditionellen Liturgie in Mitteleuropa. Für viele Gläubige ist sie nicht nur eine Rückbesinnung auf jahrhundertealte Formen der Anbetung, sondern auch ein Symbol der Kontinuität und Stabilität in einer sich wandelnden Welt.
Die Zelebration erfolgte im Rahmen der Internationalen Tagung „Christus ist König“, die von der Apologetischen Vereinigung seliger Ivan Merz zum dritten Mal ausgerichtet wurde.
Text: Giuseppe Nardi
Bild: MiL
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