„Sie merken nicht, daß sie die Kirche zerstören“

Kardinal Müller über das Instrumentum laboris der Amazonassynode:












Kardinal Müller: „Gott steht über allem Geschaffenen“.
Kardinal Müller: „Gott steht über allem Geschaffenen“.

(Rom) „Die Amazonassynode ist ein Vorwand, um die Kirche zu verändern, und die Tatsache, daß sie in Rom stattfindet, will den Beginn einer neuen Kirche unterstreichen.“ Mit diesen Worten kritisiert Kardinal Gerhard Müller die bevorstehende Sondersynode über das Amazonas-Tiefland, dessen Agenda dunkle Schatten vorauswirft. Der ehemalige Glaubenspräfekt bestätigt die Befürchtung, daß die von Papst Franziskus für kommenden Oktober einberufene Synode eine „andere Kirche“ zum Ziel hat.

Vor Kardinal Müller hatte bereits Kardinal Walter Brandmüller ein vernichtendes Urteil über das Instrumentum laboris, das Arbeitsdokument der Amazonassynode gefällt, das Grundlage der Synode sein wird. Das Arbeitsdokument wurde von Papst Franziskus genehmigt und entspricht somit seinem Willen.

Auch andere katholische Persönlichkeiten und Medien haben die Synodenväter, deren genaue Zusammensetzung noch nicht bekannt ist, bereits aufgerufen, das Arbeitsdokument abzulehnen.

Riccardo Cascioli, der Chefredakteur der katholischen Online-Tageszeitung La Nuova Bussola Quotidiana (NBQ), veröffentlichte gestern dazu ein Interview mit Kardinal Müller.

Cascioli: Eminenz, Sie sagen: „Sie wollen die Kirche verändern“, welches sind die klare Signalen eines solchen Willens?

Kardinal Müller: Der Ansatz des Instrumentum laboris ist eine ideologische Sichtweise, die keinen direkten Zusammenhang mit dem theologischen Ansatz zur Selbstoffenbarung Gottes in Jesus Christus, dem fleischgewordenen Wort, wahrer Gott und wahrer Mensch, hat. Sie wollen die Welt retten, aber nach ihren Vorstellungen, indem sie vielleicht einige Elemente der Heiligen Schrift und der apostolischen Tradition verwenden. Nicht von ungefähr findet sich darin, obwohl von Offenbarung, Schöpfung, Sakramenten und dem Verhältnis zur Welt die Rede ist, fast kein substantieller Bezug zu den Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils, die diese Aspekte definieren. Dei Verbum, Lumen Gentium, Gaudium et Spes. Man redet nicht von der Wurzel der Menschenwürde, der Universalität des Heils, der Kirche als universales Sakrament der Rettung der Welt. Es finden sich nur profane Ideen, über die man auch diskutieren kann, aber sie haben nichts mit der Offenbarung zu tun.

Cascioli: In diesem Zusammenhang scheint mir wichtig, die Nr. 39 des Instrumentum laboris zu erwähnen, wo von einem „großen und notwendigen Bereich des Dialogs zwischen den Spiritualitäten, den Bekenntnissen und den Religionen des Amazonas“ die Rede ist, was „eine freundschaftliche Annäherung der verschiedenen Kulturen verlangt“. Und es heißt weiter: „Die nicht ehrliche Öffnung gegenüber dem Anderen sowie eine korporative Haltung, die das Heil exklusiv dem eigenen Credo vorbehält, sind destruktiv, selbst für das eigene Credo.“

Kardinal Müller: Sie behandeln unser Credo, als handle es sich dabei um unsere europäische Meinung. Das Credo ist aber die vom Heiligen Geist erleuchtete Antwort auf die Offenbarung Gottes in Jesus Christus, der in der Kirche lebt. Es gibt kein anderes Credo. Es gibt hingegen andere philosophische Überzeugungen oder mythologische Ausdrucksformen, aber niemand hat je zu sagen gewagt, daß beispielsweise die Weisheit des Platon eine Offenbarung Gottes ist. In der erschaffenen Welt manifestiert Gott nur seine Existenz, sein Sein als Bezugspunkt des Gewissens, des Naturrechts, aber es gibt keine andere Offenbarung außer die von Jesus Christus. Das Verständnis von Lógos spermatikòs (die „Samen des Wortes“), vom Zweiten Vatikanischen Konzil aufgegriffen, bedeutet nicht, daß die Offenbarung Jesu Christi in allen Kulturen unabhängig von Jesus Christus existiert, so als sei Jesus nur eines dieser Elemente der Offenbarung. Der heilige Justinus der Märtyrer lehnte alle heidnischen Mythologien ab und sagte, daß die Elemente der Wahrheit in den Philosophien Eigentum Christi sind (II Apol. 13), in dem alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis sind (Col 2,3).

Cascioli: Also stimmen Sie mit Kardinal Brandmüller überein, wenn dieser im Zusammenhang mit diesem Dokument von „Häresie“ spricht?

Kardinal Müller: Häresie? Nicht nur, es ist auch ein Mangel an theologischer Reflexion. Der Häretiker kennt die katholische Glaubenslehre und widerspricht ihr. Hier aber macht man nur eine große Verwirrung, und das Zentrum von allem ist nicht Jesus Christus, sondern sind sie selbst und ihre menschlichen Ideen zur Rettung der Welt.

Cascioli: Im Dokument wird als Modell der ganzheitlichen Ökologie die „Kosmovision“ der indigenen Völker vertreten, die eine Konzeption sei, laut der Geister und Gottheiten „mit und im Territorium mit der Natur und im Verhältnis zu dieser wirken“. Und sie wird mit dem „Mantra von Franziskus: ‚Alles ist miteinander verbunden‘“ (Nr. 25) in Zusammenhang gebracht.

Kardinal Müller: Die „Kosmovision“ ist eine pan-naturalistische oder – im modernen, europäischen Kontext – eine materialistische Konzeption, die jener des Marxismus ähnelt: Am Ende können wir tun, was wir wollen. Gott ist nicht die Natur, wie es Baruch de Spinoza (1632–1677) formulierte. Wir aber glauben an Gott, den Schöpfer des Universums. Die Schöpfung existiert für die Verherrlichung Gottes, aber sie ist auch eine Herausforderung für uns, die wir gerufen sind, mit dem heilbringenden Willen Gottes für alle Menschen zusammenzuarbeiten. Unsere Aufgabe ist es nicht, die Natur zu bewahren, so wie sie ist. Wir haben vielmehr die Verantwortung für den Fortschritt der Menschheit in der Erziehung, der sozialen Gerechtigkeit, für den Frieden zwischen den Völkern. Deshalb bauen die Katholiken Schulen und Krankenhäuser, denn auch das ist Teil der Mission der Kirche. Man kann nicht die Natur idealisieren, als wäre der Amazonas eine Art Paradies, denn die Natur ist nicht immer freundlich gegenüber dem Menschen. Im Amazonas gibt es wilde Tiere, Infektionen, Krankheiten. Und auch die dortigen Kinder und Jugendlichen haben ein Recht auf eine gute Ausbildung und den Zugang zu einer modernen Medizin. Man kann nicht nur die traditionelle Medizin idealisieren, wie es in diesem Synodendokument geschieht. Eine Sache ist es, Kopfschmerzen zu behandeln, eine andere Sache ist es aber, wenn es um ernste Krankheiten und komplizierte Operationen geht. Der Mensch hat nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, alles zu tun, die Gesundheit zu erhalten oder wiederherzustellen. Auch das Konzil wertet die moderne Wissenschaft auf, weil wir dank ihr viele Krankheiten besiegt, die Kindersterblichkeitsrate gesenkt und die Gefahren für die Mütter reduziert haben. Die moderne Technik ist ja nicht an sich des Teufels, hat aber dazu zu dienen, die vielen Probleme der menschlichen Existenz zu lösen. Die Christen haben eine Verantwortung für die Förderung des zeitlichen Allgemeinwohls (Gaudium et Spes, 34ff), ohne es aber mit dem ewigen Heil zu verwechseln.

Cascioli: Die traditionellen Kulturen und Religionen der indigenen Amazonasvölker werden aber als Modell der Harmonie mit der Natur beschrieben.

Kardinal Müller: Seit der Ursünde gibt es keine Harmonie mehr mit der Natur. Oft ist sie der Feind des Menschen, in jedem Fall aber ist sie ambivalent. Denken wir an die vier Elemente: Erde, Feuer, Wasser und Luft. Erdbeben, Brände, Überschwemmungen, Stürme sind alles Ausdrucksformen der Natur und Gefahren für den Menschen. Der Mensch seinerseits ist zum Feind seines Bruders geworden anstatt sein Freund zu sein (Ehebruch, Raub, Lüge, Mord, Krieg). „Denn wir wissen, daß die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt. Aber auch wir, obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben, seufzen in unserem Herzen und warten darauf, daß wir mit der Erlösung unseres Leibes als Söhne offenbar werden“ (Röm 8,22–23).

Cascioli: Alles wird mit dem Schlüssel einer verpflichtenden „ökologischen Umkehr“ gelesen…

Kardinal Müller: Wir müssen auf absolute Weise Begriffe wie „ökologische Umkehr“ ablehnen. Es gibt nur die Umkehr zum Herrn, und als Konsequenz gibt es auch das Wohl der Natur. Wir können nicht aus dem Ökologismus eine neue Religion machen. Da sind wir bei einem pantheistischen Verständnis, das abzulehnen ist. Der Pantheismus ist nicht nur eine Theorie über Gott, sondern auch Verachtung des Menschen. Der Gott, der mit der Natur gleichgesetzt wird, ist keine Person. Der Schöpfergott aber hat uns nach Seinem Ebenbild erschaffen. Im Gebet haben wir eine Beziehung zu Gott, der uns zuhört, der versteht, was wir brauchen, und nicht einen Mystizismus, in dem wir die persönliche Identität auflösen können. „Denn ihr habt nicht einen Geist empfangen, der euch zu Sklaven macht, so daß ihr euch immer noch fürchten müßtet, sondern ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen macht, den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater!“ (Röm 8,15).

Die im März 2018 von Papst Franziskus eingesetzte Vorsynoden-Kommission, mit den Kardinälen Hummes und Baldisseri an der Spitze.
Die im März 2018 von Papst Franziskus eingesetzte Vorsynoden-Kommission, mit den Kardinälen Hummes und Baldisseri an der Spitze.

Cascioli: Und man soll die „Mutter Erde“ achten.

Kardinal Müller: Unsere Mutter ist eine Person und nicht die Erde. Und unsere Mutter im Glauben ist Maria. Auch die Kirche ist als Mutter beschrieben, da sie Braut Jesu Christi ist. Diese Worte dürfen nicht inflationär gebraucht werden. Eine Sache ist es, Respekt für alle Elemente dieser Welt zu haben, ein ganz andere, sie zu idealisieren und zu vergöttern. Diese Gleichsetzung Gottes mit der Natur ist eine Form von Atheismus, weil Gott von der Natur unabhängig ist. Sie [die Autoren] ignorieren völlig die Schöpfung.

Cascioli: Bereits zu Beginn der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts sah der damalige Kardinal Ratzinger, daß in den Kirchen nicht mehr über die Schöpfung gepredigt wurde, und er sah die dramatischen Konsequenzen voraus.

Kardinal Müller: In der Tat entstehen alle diese Irrtümer wegen der Verwirrung zu Schöpfer und Geschöpf, wegen der Gleichsetzung Gottes mit der Natur, was unter anderem den Polytheismus hervorbringt, weil jedem Naturelement eine Gottheit zugeschrieben wird. Gott aber ist nicht Teil seines Werkes. Er ist souverän und steht über allen geschaffenen Dingen. Das ist keine Verachtung, sondern Hochachtung der Natur. Ein grundlegendes Axiom der katholischen Theologie sagt: Gratia non tollit naturam sed perficit eam (Thomas von Aquin, Summa theologiae I, q. 1 a.8). Und die Menschen sind nicht mehr Sklaven der Elemente, sie müssen nicht mehr den Gott des Feuers anbeten oder dem Feuergott Opfer bringen, um uns mit einem Element zu versöhnen, das uns angst macht. Der Mensch ist endlich frei.

Cascioli: In dieser pantheistischen Sichtweise, die sich das Instrumentum laboris zu eigen macht, ist  auch eine Kritik am Anthropozentrismus zu erkennen, den die Kirche korrigieren solle.

Kardinal Müller: Es ist eine absurde Idee, behaupten zu wollen, daß Gott nicht anthropozentrisch sei. Der Mensch ist der Mittelpunkt der Schöpfung, und Jesus ist Mensch geworden. Er ist nicht eine Pflanze geworden. Das ist eine Häresie gegen die Menschenwürde. Die Kirche muß vielmehr den Anthropozentrismus betonen. Das Leben des Menschen ist unendlich würdiger als das Leben egal welchen Tieres. Heute gibt es bereits einen Umsturz dieses Prinzips: Wenn ein Löwe in Afrika getötet wird, ist das ein weltweites Drama, wenn aber hier die Kinder im Mutterleib getötet werden, ist das in Ordnung. Auch Stalin behauptete, daß diese Zentralität der Menschenwürde zu beseitigen sei; so konnte er viele Menschen rufen, um einen Kanal zu graben und sie zum Wohl der künftigen Generationen sterben zu lassen. Dafür nützen diese Ideologien, damit einige über alle anderen herrschen können. Gott aber ist anthropozentrisch, die Menschwerdung ist anthropozentrisch. Die Ablehnung des Anthropozentrismus rührt von einem Haß her auf sich selbst und auf die anderen Menschen. Der Mensch in Christus als Sohn des Vaters ist theozentrisch, aber nie kosmozentrisch. Die Liebe zu Gott über alles und die Liebe zum Nächsten, das ist das Gravitationsfeld der menschlichen Existenz.

Cascioli: Ein anderes magisches Wort von Instrumentum laboris ist die Inkulturation, die mehrfach mit der Inkarnation in Verbindung gebracht wird.

Kardinal Müller: Die Inkarnation fast als Synonym für Inkulturation zu gebrauchen, ist die erste Mystifizierung. Die Menschwerdung ist ein einmaliges, unwiederholbares Ereignis. Es ist das Wort, das sich in Jesus Christus inkarniert. Gott hat sich nicht in der jüdischen Religion inkarniert, er hat sich nicht in Jerusalem inkarniert; Jesus Christus ist einzigartig. Das ist ein grundlegender Punkt, weil die Sakramente von der Inkarnation abhängen. Sie sind Gegenwart des fleischgewordenen Wortes. Man darf bestimmte Begriffe nicht mißbrauchen, die im Christentum von zentraler Bedeutung sind. Die Kirche drückt sich in den Symbolen der Katechese und in der sekundären Liturgie in den Formen der verschiedenen Kulturen aus. Die sakramentalen Symbole (Wort und Zeichen) aber führen die übernatürliche Gnade des gegenwärtigen Christus aus. Deshalb darf man die Liturgie nicht verachten als „ein Museumsstück oder Besitz von wenigen“ (Nr. 124). Die „Substanz der Sakramente“ ist wichtiger als die sekundären Riten und kann nicht durch die kirchliche Autorität geändert werden (Konzil von Trient, 21. Sess., 1562, DH 1728).

Cascioli: Kehren wir zur Inkulturation zurück: Aus dem Synodendokument geht hervor, daß alle Glaubensformen der indigenen Völker, ihre Riten und ihre Gebräuche anzunehmen sind. Man findet sogar einen Bezug, wie sich das frühe Christentum in die griechische Welt inkulturiert hat. Und es heißt, so wie man es damals gemacht hat, so muß man es heute mit dem Volk des Amazonas machen.

Kardinal Müller: Die katholische Kirche hat aber nie die griechischen und römischen Mythen akzeptiert. Im Gegenteil: Sie hat eine Gesellschaft abgelehnt, die mit der Sklaverei die Menschen verachtete. Sie hat die imperialistische Kultur Roms abgelehnt und die Päderastie, die für die Griechen typisch war. Die Kirche hat sich auf das Denken der griechischen Kultur bezogen, das soweit gelangt war, Elemente zu erkennen, die dem Christentum über den Verstand den Weg öffneten. Das Verhältnis zwischen geoffenbartem Glauben und menschlichem Intellekt ist die Basis unserer Beziehung zu Gott, Ursprung und Ende der ganzen Schöpfung. Aristoteles hat nicht die zehn Kategorien erfunden: Sie existieren bereits im Sein; er hat sie entdeckt. So wie es in der modernen Wissenschaft geschieht. Das betrifft nicht nur den Westen, es ist vielmehr die Entdeckung einiger Strukturen und Mechanismen, die in der Natur vorhanden sind. Dasselbe gilt für das Römische Recht, das nicht irgendein willkürliches System ist. Es ist vielmehr die Entdeckung einiger Rechtsgrundsätze, die die Römer in der Natur einer Gemeinschaft gefunden haben. Mit Sicherheit haben andere Kulturen nicht eine solche Tiefe erreicht, aber wir leben dennoch nicht in der griechischen, römischen, gotischen, langobardischen oder fränkischen Kultur. Das Christentum hat die griechische und römische Kultur völlig verändert. Bestimmte heidnische Mythen können eine pädagogische Dimension haben, die zum Christentum hinführen, aber sie sind keine Elemente, auf denen das Christentum gründet.

Cascioli: In diesem Prozeß der Inkulturation, werden durch das Instrumentum laboris auch die Sakramente neu gelesen, vor allem was die heiligen Weihen betrifft mit dem Vorwand, daß es in einem so großen Gebiet zu wenig Priester gibt.

Kardinal Müller: Und hier zeigt sich wiederum, daß der zugrundeliegende Ansatz soziologisch und nicht theologisch ist. Die Offenbarung Gottes in Christus ist in den Sakramenten gegenwärtig, und die Kirche besitzt keine Autorität, die Substanz der Sakramente zu ändern. Sie sind keine Riten, die uns gefallen, und das Priestertum ist keine soziologische Kategorie, um eine Beziehung in der Gemeinschaft herzustellen. Jedes kulturelle System hat seine Riten und seine Symbole, aber die Sakramente sind göttliche Gnadenmittel für alle Menschen zu allen Zeiten und an allen Orten. Deshalb können wir weder den Inhalt noch die Substanz ändern. Und wir können auch nicht den Ritus ändern, wenn dieser Ritus von Christus selbst konstituiert ist. Wir können die Taufe nicht mit irgendeiner Flüssigkeit vollziehen, sondern mit Naturwasser. Beim Letzten Abendmahl hat Jesus Christus nicht irgendein Getränk oder irgendeine Speise genommen. Er hat Wein von Trauben und Weizenbrot genommen. Einige sagen: Aber der Weizen wächst im Amazonas nicht, nehmen wir etwas anderes. Das ist aber nicht Inkulturation. Sie wollen nicht nur das ändern, was kirchliches Recht ist, sondern auch was göttliches Recht ist.

Cascioli: Eminenz, eine letzte Sache: Sie beziehen sich immer wieder auf „sie“, die die Kirche ändern wollen. Wer aber sind diese „sie“?

Kardinal Müller: Das hängt nicht von einer Person oder einer bestimmten Gruppe von Personen ab. Es ist ein System der Selbstbezogenheit, das gegen jedes kritische Argument immun ist. Ein Denken, das a priori andere katholische Gläubige und Theologen diskreditieren muß, indem sie moralisch als Pharisäer, Gesetzeslehrer, Hartherzige und Konservative abgestempelt werden. Man spricht voll Respekt von der Weisheit der Ahnen, verachtet aber die lange Tradition der Kirche. Die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. werden wie etwas Überholtes behandelt. Man will sich der Welt anpassen: unauflösliche Ehe, Zölibat, Priesterinnen, die apostolische Autorität, sie werden behandelt, als handle es sich um ein politisches Problem. Alles muß in der Überzeugung geändert werden, daß es dadurch zu einem neuen Frühling der Kirche, zu einem neuen Pfingsten kommt. Auch das ist eine bizarre Idee, da die Ausgießung des Heiligen Geistes ein einmaliges, eschatologisches Ereignis ist, das für immer gilt. Als würde das Beispiel der Protestanten nicht genügen, um diese Illusion zu widerlegen. Sie sehen nicht, daß sie die Kirche zerstören. Sie sind wie Blinde, die in die Grube fallen. Die Kirche hat sich gemäß den Grundsätzen der katholischen Theologie und nicht der Soziologie oder des Naturalismus und Positivismus zu entfalten, (vgl. Dei Verbum, 8-10). „Die heilige Theologie ruht auf dem geschriebenen Wort Gottes, zusammen mit der Heiligen Überlieferung, wie auf einem bleibenden Fundament“ (Dei Verbum, 24).

Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: NBQ/vatican.va/sinodoamazonico.va (Screenshots)

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16 Kommentare

  1. Dem Himmel sei Dank für dieses Interview – und katholisches.info für die deutschsprachige Übersetzung von Giuseppe Nardi. Das Interview ist schlechthin ein Dokument für den Glauben der Kirche und gegen die Zerstörung. Es gehört diesem unsäglichen „Arbeitspapier“ der vom Papst einberufenen und letztlich zu verantwortenden „Amazonassynode“ unbedingt hinzugefügt. Franziskus, handele!

    Kardinal Müllers Kritik am sog. Instrumentum laboris ist fundamental. Der ehemalige Glaubenspräfekt sagt es – explizit wie implizit – klipp und klar: Mit diesem Arbeitspapier will man das Fundament, auf dem die Kirche seit 2000 Jahren steht und weitergebaut wurde, zerschlagen und damit das ganze Gebäude zum Einsturz bringen.

    Ja, es gibt Menschen, die dies erkennen und es für „gut“ halten, die es so wollen, es fördern und daran mitarbeiten.
    Aber es gibt auch jene, die dies ebenfalls erkennen, die es hingegen für absolut schlecht und brandgefährlich halten, sich dagegen verwahren und entschieden sich dagegenstellen. An ihrer Spitze stehen die Kardinäle Brandmüller und Müller.

    Und es gibt einen biblisch mehrfach bezeugten Gegenspieler Jesu, den Versucher und Verderber, der naturgemäß schlechthin auch der Gegner der Kirche Jesu Christi ist und sie zu zerstören trachtet. Das müsste sogar der theologisch nicht gerade leuchtende Papst Franziskus wissen, der diesen Widersacher des Herrn auffallend häufig und direkt beim Namen nennt: den Teufel. Umso unverständlicher und tragischer ist es, dass er dessen unheilvolles Wirken offensichtlich nicht erkennt (oder nicht erkennen will?), gerade dann, wenn es um das Wesentlichste im Glauben der Kirche, letztlich um das Kirche-Sein überhaupt geht.

    Die Frage stellt sich daher immer deutlicher und drängender: In welcher Form, Art und Weise steht dieser Papst in Satans Abhängigkeit und ihm zu Diensten? Dieser Frage wird sich Franziskus selbst einmal stellen müssen – früher oder später. Je eher umso besser.

  2. Kardinal Müller hat vollkommen Recht. Aber nachdem die Modernisten nur hören, was ihren Ohren schmeichelt, ignorieren sie diese sachlich richtigen Argumente, die erklären, warum eine Änderung bzgl der Sakramente(inkl. Priesterweihe!) nicht möglich ist.
    Das Konzil von Trient hat dies schon festgelegt. Da hilft auch ein politischer Pseudo-Papst nicht, der mit unlauteren Mittel ins Amt kam.
    Das sind die Linken, nie sehen sie das Ganze, immer wollen sie mit dem Kopf durch die Wand und sehen diese nicht. Die heilige Schrift erfüllt sich in diesen Tag, die Apostasie ist im Begriff verwirklicht zu werden und der Mensch der Gesetzlosigkeit muss noch erscheinen.

    Welch Widerspruch sind die in der Johannes-Offenbarung angekündigte Apostasie und der Mensch der Gesetzlosigkeit, der sich sogar an die Stelle Gottes im Tempel setzt und Lästerungen ausstößt. Und dann der Ausspruch Jesu Christi, dass Petrus die Schlüssel des Himmelreiches gegeben wurden und die Tore der Hölle sie nicht überwältigen werden.

    Wie geht das zusammen?

    Für mich liegt die Antwort in Johannes-Offenbarung 12:

    Die Frau und der Drache

    Offb 12,1 Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.
    Offb 12,2 Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen.
    Offb 12,3 Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen.
    Offb 12,4 Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab. Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war.
    Offb 12,5 Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt.
    Offb 12,6 Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte; dort wird man sie mit Nahrung versorgen, zwölfhundertsechzig Tage lang.

    Man beachte, dass diese zwölfhundertsechzig Tage 3,5 Jahren der großen Drangsal entsprechen. Nahelegend ist die Deutung, dass die katholische Kirche in dieser Zeit in die Wüste geht, also im Verborgenen weiterbesteht. Darauf nähern wir uns hin, meiner Meinung nach.

  3. Hoffen wir, dass der Kardinal Müller weiter die Wahrheit verkünden wird ohne Angst vor dem Franziskus, Marx und Kasper

    • Kardinal Müller, Pell, Burke, Brandmüller, Caffarra(+) und Meisner(+), Papst Benedikt sowieso, kann man gar nicht genug Respekt zollen, dafür dass sie in Zeiten der Apostasie(als das wird die jetzige Zeit rückblickend gelten) für den wahren katholischen Glauben eingetreten sind. Ewig wird man ihrer gedenken. Ihre Ehre ist bei Gott, nicht bei den Menschen. Die Kirche des Himmels wird weiterhin bestehen, auch wenn Papst Franziskus die Kirche der Welt zu Grunde richten und zerstören wird.

      • Der falsche Prophet in der Johannes-Offenbarung genießt eine Ausnahmestellung in der Endzeit. Genauso genießt Papst Franziskus, medial groß beachtet, offensichtlich eine Ausnahmestellung unter den Päpsten, weil er alles anders macht als seine Vorgänger.

        Nun, ebenfalls berichtet die Bibel über den falschen Propheten, dass er, der Antichrist und das Tier(der Satan hat die Gestalt eines Teufels, der ein Tier ist) beim Endgericht in den Feuersee geworfen werden, wo sie gequält werden bis in Ewigkeit. Das sind Worte Gottes, die kein Mensch gültig rückgängig machen kann.

  4. Die „andere“ Kirche hat ihre Wurzel wohl doch wirklich in Vaticanum II. Alles, was jetzt geschieht, ist nur die Maske, die fallengelassen wird, während die Päpste von Paul VI. angefangen bis Benedikt XVI. einschließlich sie noch aufrechterhielten. Letzterer sie sogar noch einmal besonders traditionsfreundlich dekorierte, bis dann Franziskus kam.

    Allerdings ist all das – möglicherweise unbewusst -vorbereitet worden. Vor allem durch den extremen Papazentrismus und Papalismus der Päpste Pius IX., X. und XII. Das sehen auch die Sedisvakantisten nicht, die seit dem Konzil meinen, aus diesem Papalismus die konsequenteste Schlussfolgerung zu ziehen oder die Neo-Sedisvakantisten, die erst durch die stilistische Schärfe und Grellheit von Bergoglio aufgeschreckt werden.

    • Nein, nicht das Konzil ist der Grund für die Verwirrung, sondern der böse Wille, der einfach revoluzzen will.
      Schon lange kämpfe ich mit dem Gedanken, ob man den „Geist des Konzils“ als Ideologie klassifizieren kann? Der Wirkung nach steht das für mich fest.

      Gestern bin ich in meinem „Archiv“ (Chaos stimmt eher!) auf eine Predigt von Prälat Guido Pozzo [DT 3. 8. 2010] gestoßen, die er in Wigratzbad gehalten hatte. Diese hatte ich beiseite gelegt, um sie später sorgfältig zu lesen. Die Schlagzeile lautet: Konzil versus parakonziliare Ideologie.

      Als Schlagwort: Parakonziliare Ideologie gegen das Konzil.

      • Sie folgen offenbar noch der pia interpretatio, mit der Benedikt XVI. das II. Vatikanische Konzil zu „retten“ versucht hat. Sie erweist sich aber – wie die Hermeneutik der Reform in Kontinuität – mehr und mehr als theologischer Wunschtraum (oder Irrtum) J. Ratzingers. Hinzu kommt, dass sogar er selbst diese Hermeneutik stets nur postuliert hat, an kritischen Punkten aber nie den Nachweis geliefert hat, dass und wie sie funktioniert. Außerdem hat er nicht einmal versucht, diese Hermeneutik wirksam (!) verbindlich zu machen. Im neuen Pontifikat ist das eigentliche Schlüsselwort inzwischen Synodalität. Inhaltlich hebelt gerade diese Ratzingers Mantra Kontinuität aus.

  5. Für die Kirche des Konzils ist es längst 5 nach 12 die Zerstörung lässt sich nicht mehr aufhalten.
    Im Gegensatz zu meinen Vorpostern bin ich kein Fan von Kardinal Müller.
    Ja, er hat natürlich in allem recht was er beklagt, aber ich Frage ihn ganz ehrlich, was hat er, als er noch in Amt und würden war, gegen die furchtbaren Assisi Treffen unternommen ?
    Was hat er gemacht um die überlieferte Messe wieder gegen den NOM Greuel zu etablieren ?
    Was hat er gemacht um die FSSPX wieder einzubinden?
    Nichts, genau überhaupt nichts, er ist genauso ein Mann des Konzils wie die meisten sog. Neo Konservativen,
    Um nichts besser als Bergoglio und Co.
    Für mich sind Müllers Einlassungen viel mehr gekränkte Eitelkeit über seinen unrühmlichen Abgang als eine echte Sorge um die Kirche.
    Wenn er es ernst meinen würde sollte er sich in sein Auto setzen nach Zaitzkofen fahren und von dort aus am Neubau der untergegangenen Kirche aktiv mitwirken.
    Sorry Herr Kardinal Sie sind für mich ganz nah am Rande der Heuchelei.

    • Ich finde das ganz schwer zu beurteilen, aus welcher Motivation heraus Müller spricht. Da er nur ein Mensch ist, spielt die persönliche Kränkung sicher mit hinein, ist aber nicht maßgebend. Denn seine Person hat sich doch mit der Sache der Rechtgläubigkeit indenifiziert, was Papst Franziskus gegen den Strich ging.

      Ich finde, jetzt kann Kardinal Müller sogar noch freimütiger sagen, was er damals nur andeuten konnte.

      Vielleicht brauchte es sogar die persönliche Schmähung, damit er nun seine Worte mit dem richtigen Pfiff und der entschiedenen Würze wählt.

      Gottes Vorsehung ist da sicherlich mit im Spiel.

      Machen Sie weiter So, Herr Kardinal. Decken Sie die häretichen Tendenzen innerhalb der Kirche mutig auf.

      Uns geht es ja nicht um einseitige Polemiken, sondern um eine scharfe Betonung der Misstände, und darum gehört zu werden, um alsdann die Schiefage der Theologie von ‚Rechts‘ wegen wieder in die richtige Mitte zu lenken.

      Gerade bei Kardnal Müller hätte ein Gehen zur FSSPX auch wie Fahnenflucht und Feigheit aussehen können. Darüber hinaus lässt sich gerade durch ein Aushalten in seiner Lage ein gutes Beispiel der Demut geben.

    • Das Gefühl habe ich auch:
      Viele anklagende Worte;
      aber keine ersichtlichen Taten, das Ganze zum Besseren zu wenden.
      Die Worte alleine machen es nicht!

    • Ich glaube, sie verkennen hier Zuständigkeiten. All das, was sie aufzählen geht von Amts wegen hauptsächlich den Papst selbst etwas an. Andere äußern sich vielleicht in Interviews, aber wenn sie sich an ihre Zuständigkeit, etwa zur Glaubenskongregation halten, werden sie wenig bewirken können.
      Außerdem weiß jeder, dass Papst Franziskus sich nichts sagen lässt von vernunftbegabten Menschen.

  6. Danke! Herr Kardinal Müller.

    Warum sind es so wenige, die die
    Wahrheit aussprechen?

    Sie verschließen ihre Ohren und Augen und
    lassen uns Christen, die merken was in Rom
    falsch läuft alleine

  7. Bei dem, was sich seit dem Rücktritt von Papst Benedikt in Rom abspielt und nun mehr und mehr offenbar wird, kam mir neulich das Bild des Blitzeinschlags im Petersdom wieder in den Sinn. In diesem Zusammenhang möchte ich Lukas 10,18 nennen: „Da sagte er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel fallen.“ Wenn wir dazu noch wissen, dass der Rauch Satans im Vatikan eingezogen ist, dann wird offenbar, von wem die aktuelle Kirchenleitung leider gesteuert wird bzw. wem diese bewusst oder unbewusst dienen. Leider muss die Kirche durch diese Leidenszeit und Endzeit durch, bevor Sie in neuem Glanz erstrahlen wird.

  8. Das sollte man nun wirklich genauer analysieren. Das, was hier S. Em. Müller vorbringt ist mehr oder minder klausuliert der Vorwurf der formellen Häresie, die im IL CRAP (sic!) steckt. Ist eigentlich klar, daß sich schleichend eine Apostasie vollzogen hat, die nun auch die Frage der Offenbarung betrifft? Im Katechismus der Katholischen Kirche (hier sogar im CER MCMLXXXIII, cap. LXXVI, also im modernen Katechismus) steht explizit die Lehre der doppelten Quelle der Lehre:
    1) Die Heilige Schrift: Wenn sich die apostolischen Väter (man beachte die Kleinschreibung „apostolisch“) – also die Bischöfe ihre eigene heilige Schrift zusammenschustern lassen und als „Einheitsübersetzung“ des jeweiligen Sprachraums, bzw. der Bischofskonferenz präsentieren, die dann für die Liturgie und die Katechese im Religionsunterricht, sowie als Prüfungsgrundlage im Studium der Katholischen Theologie den Gläubigen verbindlich vorschreiben können, dann ist das eine direkte Folge den II. Vatikanums. Man beachte bitte CD 37, LG 22! Die Errichtung der Bischofskonferenzen als teil der hierarchischen Ordnung der Kirche ist eine Grundforderung der Reformen des II. Vatikanischen Konzils. Hier gehört auch die Aufgabe der Lateinischen Sprache in der Liturgie durch SC 36 iVm mit SC 54. Kein Wunder kennt heute keiner mehr die Offizielle Vulgata. Sie wird durch den ausschließlichen exegetischen Gebrauch der griechischen (non contemno!), der hebräischen (iterum non contemno!) und aramäischen (neque contemno!) Überlieferung im universitätstheologischen Bereich geradezu verdrängt und ausgelöscht. Wie kann dann noch von der Einheit in der Schrift gesprochen werden? Hier ist schon das Schisma ersichtlich, die Häresie materiell vorhanden.

    2)die Tradition: „Tradidi et quod accepi“ Als einziger Bischof hat sich S. E. Marcel Lefebrve an diese Vorgaben gehalten. Die Tradition erschloß sich im Vollzog des Allerheiligsten Altarsakraments im Heiligen Meßopfer, das zur Sühne und zum Lob, Dank und Bitte der Allerheiligsten Dreifaltigkeit dargebracht wird, in dem uns der Herr und Gott, das Menschgewordene Wort, das Jesus Christus (benedictum nomen EIUS in aeternum!) selbst ist, in der Gestalt des Eucharistischen Brotes real und dann auf ewig wie die Menschennatur des Heilandes präsent ist. Und dieses Opfer wird vom Priester, der dazu die Keuschheit und Reinheit des Leibes, da er selbst den unverheirateten Christus nicht nur repräsentiert, sondern im Vollzug der Sakramente selbst ein alter Christus ist.

    Alles das wird zur Disposition gestellt und stattdessen ein über Teilhard de Chardin hinausgehenden Pantheismus mit einer „Mutter Erde“ präsentiert wird, den man eigentlich nur aus den Mythen der Götzenkulte kennt. Das ist dann nicht nur Häresie sondern Apostasie, da hier sogar die Allerheiligste Dreifaltigkeit zur Disposition gestellt wird.

    Ich frag mich aber: Kann denn S. Em. nicht daraus die notwedigen Schlüsse ziehen und erkennen, daß tatsächlich nur noch in der Priesterbruderschaft St. Pius X. die Römisch-Katholische Kirche fortbesteht. Und sieht er denn nicht den Zusammenhang zum Widerspruch, der in den Texten des II. Vatikanischen Konzils selbst vorhanden ist? Sollte er das sehen, so müßte er dann die Konsequenz ergreifen und als Kardinalbischof tatsächlich ein Konklave einberufen, das einen wenigstens einigermaßen glaubenstreuen Papst wählt, der dann das Konzil emendiert, und alle Akte, die entweder schisma provocans, haeresim inducens oder apostasim favens sind, oder gar blasphemisch sind verurteilen und dem Anathema unterwerfen. Dann bliebe von NOL nichts mehr übrig und von der katastrophalen Ära des Pontifikats Franziskus ebenso.

    Roma, Roma converter ad Dominum deum tuum!

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