Christian Bales Dank an Satan: Die Dämonisierung der Andersdenkenden

Golden Globe 2019

Christian Bale dankt bei der Verleihung des Golden Globe Satan.
Christian Bale dankt bei der Verleihung des Golden Globe Satan.

(New York) Chri­sti­an Bale, ein Schau­spie­ler mit bri­ti­scher und US-ame­ri­ka­ni­scher Staats­bür­ger­schaft, ver­kör­pert im Film „Vice – Der zwei­te Mann“ den frü­he­ren US-Vize­prä­si­den­ten Dick Che­ney. Dafür wur­de er am 6. Janu­ar mit dem Gol­den Glo­be aus­ge­zeich­net und dank­te dafür – Satan. Und alle lach­ten, weil es so lustig ist.

Die Gol­den Glo­be-Ver­lei­hung wird von Jahr zu Jahr mehr zu einer poli­ti­schen Ver­an­stal­tung der Lin­ken. Das gilt um so mehr, wenn poli­tisch auf­ge­la­de­ne Fil­me gewin­nen. Bereits der Film­ti­tel ist dop­pel­deu­tig: „Vice“ heißt im Eng­li­schen „Vize“ wie Vize­prä­si­dent, aber auch „Laster“. Der Film bean­sprucht, das Leben des repu­bli­ka­ni­schen Poli­ti­kers Dick Che­ney zu zei­gen, der von 2001–2009 unter Geor­ge W. Bush 46. Vize­prä­si­dent der USA war. Die Bio­gra­phie ist aller­dings vom Betrof­fe­nen nicht auto­ri­siert. Wer sich zudem erin­nert, daß Bush jun. und Che­ney, wie alle repu­bli­ka­ni­schen Prä­si­den­ten und ihre Vize seit Ronald Rea­gan, bevor­zug­te Ziel­schei­be des „libe­ral“, also lin­ken Spotts waren, erahnt, was der Film in der Län­ge von 132 Minu­ten zu „bie­ten“ hat.

Poster zum Film

Als bekannt­ge­ge­ben wur­de, daß Chri­sti­an Bale den Gol­den Glo­be als „bester Dar­stel­ler“ erhält, bedank­te er sich vor lau­fen­den Kame­ras bei sei­ner Frau, dem Regis­seur Adam McK­ay und… Satan.

Das ist kein Scherz. Bale bedank­te sich beim Für­sten der Fin­ster­nis, weil die­ser ihm die rich­ti­ge „Inspi­ra­ti­on“ für die Inter­pre­ta­ti­on sei­ner Rol­le gege­ben habe. Bale scheint es „wit­zig“ gefun­den zu haben, und das Publi­kum lach­te dazu, weil das ja „so lustig“ ist. In Wirk­lich­keit han­del­te es sich um einen Tabu­bruch von beacht­li­cher Schwe­re, und das in poli­ti­scher wie in reli­giö­ser Hin­sicht.

Verrohung als politisches Kampfinstrument

Bale, des­sen Vater bereits ein lin­ker Akti­vist war, brach­te damit eine Dämo­ni­sie­rung des poli­ti­schen Geg­ners zum Aus­druck. Seit dem Wahl­sieg von US-Prä­si­dent Donald Trump erreich­te die lin­ke „Ver­teu­fe­lung“ des poli­ti­schen Kon­tra­hen­ten eine bis­her unge­ahn­te Stu­fe. Bei der Ange­lo­bung im Reprä­sen­tan­ten­haus am 3. Janu­ar beschimpf­te eine links­ra­di­ka­le Neo-Abge­ord­ne­te der Demo­kra­ti­schen Par­tei Trump auf vul­gär­ste Wei­se als „Mother­fucker“, was wört­lich „Mut­ter­ficker“ heißt. Weil die deut­sche Spra­che so der­be Aus­drücke gar nicht kennt, wird das Schimpf­wort meist als „Scheiß­kerl“, „Dreck­sau“ oder „Arsch­loch“ über­setzt, was den Rück­griff der Abge­ord­ne­ten auf die Gos­sen­spra­che nicht bes­ser macht, aller­dings die unflä­ti­ge Belei­di­gung nicht auch noch auf die Mut­ter des Betrof­fe­nen aus­dehnt.

Dem lin­ken Main­stream ist ins­ge­samt eine unheim­li­che Ver­ro­hung der Spra­che zu „ver­dan­ken“, seit er als poli­ti­sches Kampf­mit­tel die soge­nann­te „Haß­spra­che“ ent­deckt und inzwi­schen sogar in das Straf­recht auf­ge­nom­men hat. Statt Dees­ka­la­ti­on hat die laten­te Dis­kre­di­tie­rung gan­zer Mei­nungs­pa­let­ten aller­dings zu einer Erhö­hung der Span­nung in der Gesell­schaft geführt, wie jüng­ste Gewalt­ta­ten in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land zei­gen, beson­ders der Angriff auf den AfD-Lan­des­vor­sit­zen­den von Bre­men. Selbst öffent­lich-recht­li­che Rund­funk­an­stal­ten ver­hal­ten sich wie links­ra­di­ka­le Haus­me­di­en und ver­su­chen auf beschä­men­de Wei­se, die Tat zu rela­ti­vie­ren, anstatt einen ein­deu­ti­gen Strich zu zie­hen, der nur lau­ten kann, daß Gewalt kate­go­risch tabu zu sein hat.

Gnadenlose Diskreditierung

Bale hat­te die Lacher auf sei­ner Sei­te, denn für Hol­ly­wood, weit mehr als für den Durch­schnitt der US-Ame­ri­ka­ner, sind Staats­füh­rer wie Dick Che­ney leben­de Feind­bil­der. Ihre Dämo­ni­sie­rung fällt beim lin­ken Main­stream auf frucht­ba­ren Boden. Bale wuß­te und kal­ku­lier­te, was er sag­te. Er sta­tu­ier­te ein Exem­pel. Dem poli­ti­schen Geg­ner, dem Anders­den­ken­den wird die Men­schen­wür­de abge­spro­chen. Eine so radi­ka­le Posi­ti­on war bis­her nur den äußer­ten poli­ti­schen Extre­men zu eigen. Das war ein­mal. Die Lin­ke sucht ver­bis­sen und ohne Rück­sicht auf Ver­lu­ste die Pola­ri­sie­rung. Es sind vor allem zivi­li­sa­to­ri­sche Errun­gen­schaft, die dadurch aufs Spiel gesetzt wer­den. Der Krug geht bekannt­lich so lan­ge zum Brun­nen, bis er bricht.

Über Ronald Rea­gan ver­such­te man sich lustig zu machen. Gegen Geor­ge Bush jun. wur­de es schon roher. Er war der erste und bis­her ein­zi­ge Prä­si­dent, der bei der Amts­ein­füh­rung sei­nes Nach­fol­gers von des­sen Anhän­gern aus­ge­pfif­fen wur­de. So unver­söhn­lich und so nach­tra­gend ist die Lin­ke. Das erklärt auch, war­um sie den sieg­rei­chen Oba­ma, der sie in das Wei­ße Haus zurück­brach­te, wie einen Heils­brin­ger fei­er­te, der er genau­so­we­nig war, wie jeder sei­ner Amts­vor­gän­ger. Bush wur­de von Hol­ly­wood bereits in meh­re­ren Fil­me in ein schlech­tes Licht gerückt: Die Band­brei­te reicht von „Fah­ren­heit 9/11″ über „W – Ein miss­ver­stan­de­nes Leben“ bis „Death of a Pre­si­dent“ (Tod eines Prä­si­den­ten), in dem Bush erschos­sen wird. Geht es noch deut­li­cher? Die Repu­bli­ka­ner spra­chen von einem „schockie­ren­den“ und „abscheu­li­chen“ Film.

Auch „Vice“ ist ein Pro­pa­gan­da­film, der mit grel­len Schwarz-weiß-Bil­dern arbei­tet. Dazwi­schen gibt es nichts. Die lin­ken Demo­kra­ten sind die Guten, die rech­ten Repu­bli­ka­ner die Bösen. Sie sind im Film ent­we­der Kriegs­trei­ber (wie Che­ney), Oppor­tu­ni­sten (wie Che­neys Frau) oder Mario­net­ten (wie Bush jun.).

Der Film ist die Dämo­ni­sie­rung auf der gro­ßen Lein­wand. Bale lie­fer­te mit sei­nem Dank an Satan nur mehr das Pünkt­chen auf dem i.

Protest von Cheneys Tochter

Dage­gen pro­te­stier­te die Toch­ter von Dick Che­ney, die für den schwar­zen Humor des Schau­spie­lers kein Ver­ständ­nis hat­te. Auf Twit­ter erin­ner­te sie an eine Aggres­si­on von Bale gegen sei­ne Mut­ter und sei­ne Schwe­ster vor zehn Jah­ren und schrieb dazu: „Wahr­schein­lich hat Satan ihn auch dazu inspi­riert“.

Der Schau­spie­ler reagier­te mimo­sen­haft und empör­te sich. Das sei „Pri­vat­sa­che“, und for­der­te die Medi­en auf, sei­ne „Pri­vat­sphä­re“ zu respek­tie­ren. Die bri­ti­sche Staats­an­walt­schaft bestä­tig­te den sei­ner­zei­ti­gen Vor­fall, beton­te aber, daß es nicht aus­rei­chend Bewei­se gege­ben habe, um Ankla­ge gegen Bale zu erhe­ben. Die lin­ken Medi­en hat­ten bereits zuvor zum Angriff gegen Liz Che­ney gebla­sen und sie als „Ver­leum­de­rin“ gebrand­markt. Für einen repu­bli­ka­ni­schen Prä­si­den­ten oder Vize­prä­si­den­ten, die zusam­men die Wahl eines demo­kra­ti­schen Kan­di­da­ten ver­hin­dert haben, und deren Fami­li­en gibt es kei­ne Gna­de.

Satanskirche freut sich

Kaum hat­te Bale sei­ne „humo­ri­sti­sche“ Satans-Hul­di­gung aus­ge­spro­chen, mel­de­te sich die Kir­che Satans zu Wort, eine sehr umtrie­bi­ge, sata­ni­sti­sche Sek­te, die in den USA recht­lich als Reli­gi­ons­ge­mein­schaft aner­kannt ist. Sie ließ die Öffent­lich­keit wis­sen:

„Für uns ist Satan ein Sym­bol des Stol­zes, der Frei­heit und des Indi­vi­dua­lis­mus. Er dient als eine extre­me, meta­pho­ri­sche Pro­jek­ti­on unse­res höch­sten per­sön­li­chen Poten­ti­als. Da das Talent und die Fähig­kei­ten von Chri­sti­an Bale ihn den Preis gewin­nen haben las­sen, ist das nur ange­mes­sen: Heil Chri­sti­an! Heil Satan!“

Es gehört zum Spiel der Sata­ni­sten, in der Öffent­lich­keit die Gren­ze zwi­schen Humor und Ernst geschickt ver­schwim­men zu las­sen. Chri­sti­an Bale hat ihnen Auf­merk­sam­keit ver­schafft. Er sah auch kei­nen Anlaß, sich von der Kir­che Satans zu distan­zie­ren, die ihn für ihre Satans-Wer­bung ver­ein­nahm­te. Man stel­le sich vor, der Ku Klux Klan hät­te Bale ein Kom­pli­ment gemacht. Unvor­stell­bar. In den USA wie in Euro­pa ist der lin­ke Main­stream davon geprägt, unge­niert und gna­den­los mit zwei­er­lei Maß zu mes­sen. Zur Beschrei­bung die­ses Zustan­des gibt es ein prä­zi­ses Wort: Heu­che­lei.

Der ein­ge­schla­ge­ne Weg ist zudem gefähr­lich. Satan ruft man nicht nur scherz­haft an. Dafür sorgt er selbst. Chri­sten wis­sen das. Die Ande­ren offen­bar nicht mehr.

Text: Andre­as Becker
Bild: You­tube (Screen­shot)

2 Kommentare

  1. Alle Fil­me mit Chri­sti­an Bale sofort boy­kot­tie­ren. Der Zorn der Apo­stel­für­sten Petrus und Pau­lus möge ihn tref­fen! Und dann wun­dern sich dien Men­schen über die Brän­de in Kali­for­ni­en. Dort hat sich die Höl­le auf­ge­tan, sonst nichts! Dort ist der irdi­sche Sitz des Anti­chri­sten! Nun gut, Gott hat schon für die­ses ver­fluch­te Land sein Gericht schon vor­be­rei­tet, dann wird Sili­con Val­ley und Hol­ly­wood hin­weg­ge­rafft!

  2. Die hier zu erken­nen­de Rea­li­tät ist erschüt­ternd. Der öffent­li­che Dank an den Für­sten der Fin­ster­nis ist Rea­li­tät in unse­re Zeit.
    Wir kön­ne nur dadurch ant­wor­ten, dass wir uns vor dem Drei­ei­n­i­gen Gott nie­der­knien, Ihn anbe­ten und für die Sün­de in die­ser Welt
    um Ver­zei­hung bit­ten und den Heil­gen Erz­engel Micha­el um Hil­fe.

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