Vatileaks 2: Vallejo Balda von Papst Franziskus begnadigt

Francesca Chaouqui und Vallejo Balda (rechts)
Francesca Chaouqui und Vallejo Balda (rechts)

(Rom) Der spa­ni­sche Prie­ster, Lucio Angel Val­le­jo Bal­da, wur­de gestern von Papst Fran­zis­kus durch einen Gna­den­akt auf frei­en Fuß gesetzt. Bal­da war im Zusam­men­hang mit dem Vati­leaks-2-Skan­dal im ver­gan­ge­nen Juli von einem vati­ka­ni­schen Straf­ge­richt zu 18 Mona­ten Gefäng­nis ver­ur­teilt wor­den.

Der Gna­den­akt bedeu­te weder eine Til­gung der Stra­fe noch deren Redu­zie­rung. Bal­da wur­de auf Bewäh­rung frei­ge­las­sen.

Bal­da war zusam­men mit Fran­ce­s­ca Chaou­qui ange­klagt wor­den, ver­trau­li­che Doku­men­te aus dem Vati­kan ent­wen­det und Jour­na­li­sten wei­ter­ge­reicht zu haben. Die Ent­hül­lungs­jour­na­li­sten Emi­lia­no Fit­ti­pal­di und Gian­lui­gi Nuz­zi ver­öf­fent­lich­ten jeweils ein „Ent­hül­lungs­buch“ mit Doku­men­ten aus die­sen Trans­ak­tio­nen.

Anfangs war auch gegen die bei­den Jour­na­li­sten ermit­telt wor­den. Da ihnen eine Anstif­tung zum Doku­men­ten­klau nicht nach­ge­wie­sen wer­den konn­te, wur­de das Ver­fah­ren gegen sie ein­ge­stellt.

Nuz­zi war auch der Abneh­mer der ver­trau­li­chen Doku­men­te beim ersten Vati­leaks-Skan­dal unter Papst Bene­dikt XVI.

Wäh­rend Nuz­zi sein Vati­leaks-1-Buch als Ankla­ge gegen Bene­dikt XVI. ver­öf­fent­lich­te, behaup­te­te er, sein Vati­leaks-2-Buch zur Unter­stüt­zung von Papst Fran­zis­kus geschrie­ben zu haben. So schnell kön­nen Absich­ten und Ansich­ten sich ändern.

Fran­ce­s­ca Chaou­qui wur­de im ver­gan­ge­nen Juli zu zehn Mona­ten Haft ver­ur­teilt. Da sie weni­ge Wochen vor dem Urteil ein Kind zur Welt gebracht hat­te, war ihre Stra­fe auf Bewäh­rung aus­ge­setzt wor­den.

Am 22. Dezem­ber 2012 such­te Papst Bene­dikt XVI. per­sön­lich sei­nen untreu­en, ehe­ma­li­gen Kam­mer­die­ner Pao­lo Gabrie­le im Gefäng­nis auf, um sich nach sei­nem Befin­den zu erkun­di­gen und ihm die Begna­di­gung mit­zu­tei­len.

Die Begna­di­gung von Val­le­jo Bal­da erfolg­te vier Jah­re spä­ter „halb­ge­fro­ren“, wie der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster bemerk­te. Papst Fran­zis­kus besuch­te den ein­zi­gen Gefan­ge­nen des Vati­kans nicht. Das Pres­se­amt ver­öf­fent­lich­te eine nüch­ter­ne Erklä­rung. Da der Ver­ur­teil­te „bereits mehr als die Hälf­te der Stra­fe ver­büßt“ hat, wer­de die Rest­stra­fe auf Bewäh­rung aus­ge­setzt. „Jede Zusam­men­ar­beit mit dem Hei­li­gen Stuhl“ sei gleich­zei­tig been­det. Val­le­jo Bal­da unter­ste­he wie­der der Juris­dik­ti­on sei­nes Hei­mat­bi­schofs von Ast­or­ga in Spa­ni­en.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL

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2 Kommentare

  1. Woher will der Autor wis­sen ob der Papst ihn besucht hat. Kei­ner weiß wo Papst Fran­zis­kus im Vati­kan ist denn er bewegt sich frei ohne Auf­pas­ser. Also ist es mög­lich das er Bal­da besucht hat. Bal­da wird sicher ein Buch schrei­ben dann wird es die Welt wis­sen.

  2. Vor­erst herz­li­chen Dank für die­se klei­ne Nach­richt über Lucio Angel Vale­jo Bal­da und Fran­ce­s­ca Chaou­qui.
    Bei der Hei­lig­spre­chung v. P. Johann Paul II und P.Johannes XXIII konn­te nicht genug über bei­de berich­tet wer­den, spä­ter wur­de es dann abrupt stil­ler um sie, dann gab es kurz und sehr lücken­haft eini­ge Mel­dun­gen bei Vatileaks‑2, und hin­ter­her kom­plet­te Stil­le.
    Freu­en wir uns, daß das Gefäng­nis­per­so­nal des Vati­kan­staats eini­ge schö­ne ruhi­ge Weih­nachts­fei­er­ta­ge genie­ssen wird (vice-ver­sa ist es natür­lich weni­ger ange­nehm für die men­schen draußen,don Val­le­jo Bal­da dort wie­der frei her­um­lauft);
    Wiki­pe­dia ver­mel­det inzwi­schen, daß Fran­ce­s­ca Chaou­qui von einem gesun­den Söhn­cen befal­len ist (das Kerl­chen muß jetzt schon über 1 Jahr sein); ob ein DNA-Test gemacht wor­den ist (sowohl der Ehe­gat­te als don Val­le­jo Bal­da gaben an, den Vater zu sein) ist nicht bekannt.
    Ein schlech­ter Vau­de­ville mit den FoF („Friends of Francis“)(in Ana­lo­gie zu den FoB („Friends of Bill“), wor­über die Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung Ende der Jah­ren ’90 in Bezug auf einen US-ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten schrieb).

    Mihi iam nunc ride­re licet (Eras­mus, Coll. fam., „Abbas et eru­dita“)
    („Ich muß jetzt schon lachen“)

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