Benedikt XVI. der letzte Papst? „Alles ist möglich“, meint Benedikt selbst

Benedikt XVI., der letzte Papst?
Benedikt XVI., der letzte Papst?

(Rom) „Wer ist heu­te Papst und wie vie­le gibt es eigent­lich genau?“ Mit die­ser Fra­ge beginnt die Kolum­ne, die der ita­lie­ni­sche Jour­na­list Anto­nio Soc­ci, der durch sei­ne akzen­tu­ier­te Kri­tik an Papst Fran­zis­kus bekannt wur­de, am ver­gan­ge­nen Sams­tag in der Tages­zei­tung Libe­ro ver­öf­fent­lich­te. In der Kir­che herr­sche all­ge­mei­ne Ver­wir­rung, und das neue Gesprächs­buch von Bene­dikt XVI., „Letz­te Gesprä­che“, ver­dich­te die Nebel noch, anstatt sie zu lich­ten.

Soc­ci hat­te 2014/2015 die Gül­tig­keit der Papst-Wahl von Fran­zis­kus in Fra­ge gestellt. Von die­ser The­se distan­zier­te er sich zwar, doch so ganz auf­ge­ge­ben dürf­te er sie noch nicht haben. Zu sehr wühlt ihn, aber auch ande­re Katho­li­ken, noch immer der über­ra­schen­de Amts­ver­zicht von Bene­dikt XVI. auf. Eine inne­re Unru­he, die durch das Pon­ti­fi­kat von Fran­zis­kus stän­dig neu ange­facht wird.

Im neu­en Auf­satz beschäf­tigt sich Soc­ci ein­mal mehr mit der Gül­tig­keit des Amts­ver­zich­tes von Bene­dikt und des­sen noch über­ra­schen­de­ren Schritt, eine bis­her gänz­lich unbe­kann­te Figur, die des „eme­ri­tier­ten Pap­stes“, ein­zu­füh­ren. Ist Bene­dikt noch immer Papst? Wie kann es zwei Päp­ste geben? Die­se Fra­gen stellt sich nicht nur Soc­ci, wes­halb füh­ren­de Kir­chen­recht­ler vor der Ein­füh­rung die­ser Figur war­nen. Der­glei­chen tat auch Kar­di­nal Wal­ter Brand­mül­ler, ein enger Ver­trau­ter Bene­dikts XVI., der des­sen Schritt in die „Eme­ri­tie­rung“ aber nicht bil­ligt. Der Kar­di­nal warn­te des­halb im ver­gan­ge­nen Juli vor der Insti­tu­tio­na­li­sie­rung eines „papa eme­ri­tus“, auch des­halb, weil es Grup­pen in der Kir­che gebe, die Bene­dikt noch immer für den legi­ti­men Papst hal­ten, und damit eine gefähr­li­che Spreng­kraft mit der Gefahr einer Kir­chen­spal­tung in der Luft lie­ge (sie­he Kar­di­nal Brand­mül­ler: Figur eines „eme­ri­tier­ten“ Pap­stes birgt „gro­ße Gefah­ren“ für Ein­heit der Kir­che).

 Das kurioseste Detail

„Ich begin­ne mit dem kurio­se­sten Detail“, so Soc­ci. Peter See­wald stell­te Bene­dikt XVI. die Fra­ge, ob er die Pro­phe­zei­ung des Mala­chi­as ken­ne, der angeb­lich im Mit­tel­al­ter eine Liste aller künf­ti­gen Päp­ste bis zum Ende der Welt erstell­te. Laut die­ser Liste wür­de das Papst­tum, und damit die Kir­che, mit Bene­dikt XVI. enden. See­wald stellt die Fra­ge nach dem letz­ten Papst nicht direkt, son­dern bog sie etwas ab: Was, wenn Bene­dikt XVI. tat­säch­lich der letz­te Papst wäre, der die Gestalt des Petrus-Nach­fol­gers in der bis­her gekann­ten Form ver­tre­ten hat?

„Die Ant­wort von Ratz­in­ger ist über­ra­schend: ‚Alles kann sein‘. Alles ist mög­lich? Auch, daß Bene­dikt der letz­te Papst ist, obwohl bereits seit mehr als drei Jah­ren sein Nach­fol­ger regiert? Im See­wald-Buch fügt Bene­dikt hin­zu: „Wahr­schein­lich ist die­se Pro­phe­zei­ung in den Krei­sen um Phil­ipp Neri ent­stan­den“.

„Er nennt sie ‚Pro­phe­zei­ung‘ und führt sie auf einen gro­ßen Hei­li­gen und Mysti­ker der Kir­che zurück, um dann zur Auf­locke­rung zwar mit einem Witz abzu­schlie­ßen, den­noch war das sei­ne Ant­wort“, so Soc­ci.

Der Bruch

„Hält sich Bene­dikt XVI. also für den letz­ten Papst (am Ende der Welt oder zumin­dest am Ende der Kir­che)?“, fragt sich Soc­ci. „Wahr­schein­lich nicht. Hält er sich dann aber – zumin­dest nach der Wie­der­ga­be sei­nes Gesprächs­part­ners – für den letz­ten, der das Papst­tum in der zwei­tau­send Jah­re lang gekann­ten Form aus­ge­übt hat? Viel­leicht schon. Auch die­se Aus­sa­ge läßt auf­hor­chen, weil das Papst­tum als gött­li­che Insti­tu­ti­on bekannt­lich für die Kir­che nicht durch mensch­li­chen Wil­len geän­dert wer­den kann.“

Doch um wel­che Ver­än­de­rung soll es sich dabei han­deln? „Gibt es einen Bruch in der unun­ter­bro­che­nen Tra­di­ti­on der Kir­che? Eine ande­re Stel­le im Buch weist in die­se Rich­tung. ‚Sehen Sie sich als letz­ten Papst der alten oder als ersten der neu­en Welt?‘ lau­tet See­walds Fra­ge. Die Ant­wort Bene­dikts XVI.: „Ich wür­de sagen von bei­den.‘“

„Was aber soll das hei­ßen“, fragt sich Soc­ci. Was bedeu­tet „alte“ und „neue Welt“, vor allem für jeman­den wie Bene­dikt XVI., der stets eine Inter­pre­ta­ti­on des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils als ‚Bruch‘ mit der Tra­di­ti­on bekämpf­te und statt­des­sen die Kon­ti­nui­tät beton­te?

See­wald schreibt Bene­dikt XVI. eine „revo­lu­tio­nä­re“ Hand­lung zu, mit der er „wie kein ande­rer Papst der Neu­zeit das Papst­tum ver­än­dert“ habe. Soc­ci fragt sich, ob die­se Behaup­tung, die „offen­sicht­lich auf die Ein­füh­rung des ‚eme­ri­tier­ten Pap­stes‘ anspielt“, einen Bezug zu einer kon­kre­ten Aus­sa­ge von Bene­dikt XVI. im Buch hat und meint, fün­dig gewor­den zu sein.

Der Krimi

Soc­ci erin­nert dar­an, daß die Figur eines „eme­ri­tier­ten Pap­stes“ in der Kir­chen­ge­schich­te völ­lig fremd ist und die Kir­chen­recht­ler mit Nach­druck beto­nen, daß ein Papst, der auf sein Amt ver­zich­tet, auto­ma­tisch wie­der in den Sta­tus vor sei­ner Wahl zurück­kehrt, weil das Papst­amt im Gegen­satz zur Bischofs­wei­he kein Sakra­ment ist. Wäh­rend die Bischö­fe daher auch Bischö­fe blei­ben, auch wenn sie nicht mehr eine bestimm­te Juris­dik­ti­on aus­üben, sei dies bei einem Papst nicht der Fall.

Den­noch kün­dig­te Bene­dikt XVI. in den letz­ten Tagen sei­nes Pon­ti­fi­kats gegen die Mei­nung aller Kano­ni­sten an, daß er nach sei­nem Amts­ver­zicht zu einem „eme­ri­tier­ten Papst“ wer­de. Eine kir­chen­recht­li­che oder theo­lo­gi­sche Begrün­dung sei­nes unge­wöhn­li­chen Schrit­tes, der noch unge­wöhn­li­cher war als der Rück­tritt selbst, benann­te er nicht. Viel­mehr sag­te er bei sei­ner letz­ten Gene­ral­au­di­enz am 27. Febru­ar: „Mei­ne Ent­schei­dung, auf die akti­ve Aus­füh­rung des Amtes zu ver­zich­ten, nimmt dies [sein Papst­sein] nicht zurück.“

Er kop­pel­te die­se Aus­sa­ge mit sei­ner Ankün­di­gung, im Vati­kan blei­ben und auch wei­ter­hin das Gewand eines Pap­stes tra­gen sowie das päpst­li­che Wap­pen und sei­nen Papst­na­men füh­ren zu wol­len, ein­schließ­lich des Ehren­ti­tels „Sei­ne Hei­lig­keit“.

„Das war aus­rei­chend, um sich die Fra­ge zu stel­len, was denn da geschieht, und ob er denn wirk­lich vom Papst­amt zurück­ge­tre­ten war.“ Des­halb habe sich Soc­ci bereits 2013 in zahl­rei­chen Arti­keln mit dem unge­wöhn­li­chen Amts­ver­zicht und dem dar­auf fol­gen­den Kon­kla­ve befaßt.

Inzwi­schen gelang­te der Kir­chen­recht­ler Ste­fa­no Vio­li, der die Decla­ra­tio unter­such­te, mit der Bene­dikt XVI. sei­nen Amts­ver­zicht bekannt­gab, zum Schluß: „Bene­dikt XVI. erklärt, auf das mini­ste­ri­um [den Dienst] zu ver­zich­ten: nicht auf das Papst­tum gemäß den Bestim­mun­gen von Boni­faz VIII., nicht auf das munus [Amt] gemäß dem Canon 332, Absatz 2, son­dern auf das mini­ste­ri­um, oder wie er in sei­ner letz­ten Audi­enz prä­zi­sier­te, auf die akti­ve Aus­übung des Dien­stes.“

Nach­dem Anto­nio Soc­ci in meh­re­ren Arti­keln mit dem Fin­ger auf Unge­reimt­hei­ten gezeigt hat­te, such­te der Papst Fran­zis­kus sehr nahe­ste­hen­de Vati­ka­nist Andrea Tor­ni­el­li im Febru­ar 2014 Bene­dikt XVI. auf und frag­te die­sen, war­um er „eme­ri­tier­ter Papst“ geblie­ben sei. Die Ant­wort lau­te­te:

„Die Bei­be­hal­tung des wei­ßen Gewan­des und des Namens Bene­dikt ist ledig­lich eine prak­ti­sche Sache. Zum Zeit­punkt des Ver­zichts stan­den kei­ne ande­ren Gewän­der zur Ver­fü­gung.“

Es stan­den kei­ne ande­ren Gewän­der zur Ver­fü­gung?

„Tor­ni­el­li rief sei­ne ‚Sen­sa­ti­ons­mel­dung‘ in alle Him­mels­rich­tun­gen, doch bei nähe­rem Hin­se­hen, muß­ten sich die Wor­te als ele­gan­ter Witz erwei­sen, um eine Fra­ge anzu­deu­ten, über die Bene­dikt XVI. damals noch nicht spre­chen konn­te (wer glaubt schon, daß es im Vati­kan kei­ne schwar­zen Sou­ta­nen gege­ben hät­te?)“, so Soc­ci. „Dafür spricht er nun dar­über, drei Jah­re spä­ter, und erklärt die Grün­de sei­ner Ent­schei­dung, die natür­lich nichts mit Schnei­de­r­an­ge­le­gen­hei­ten zu tun haben.

„Es bedeutet, daß er Papst ist“

Im neu­en Gesprächs­buch gehen die Über­le­gun­gen von den Bischö­fen aus. Als man eine Begren­zung ihrer Amts­zeit bei 75 Jah­ren fest­leg­te, wur­de der „eme­ri­tier­te Bischof“ geschaf­fen, weil man sag­te, daß ein Vater immer Vater blei­be.

Das­sel­be sagt Bene­dikt XVI. nun auch von sich. Auch wenn die Kin­der schon groß sei­en, blei­be der Vater Vater, auch wenn er nicht mehr die gan­ze mit dem Vater­sein ver­bun­de­ne Ver­ant­wor­tung tra­ge. Er blei­be Vater in einem tie­fe­ren, inni­ge­ren Sinn, so Bene­dikt XVI.

Soc­ci spricht von einer „poe­ti­sche Über­le­gung“, ande­re spre­chen von einer ver­klä­ren­den Dar­stel­lung. Auf der theo­lo­gi­scher Ebe­ne ent­hal­te sie aber „explo­si­ves“, denn „es bedeu­tet, daß er Papst ist“.

Sein per­sön­li­cher Sekre­tär, Kuri­en­erz­bi­schof Georg Gäns­wein, kün­dig­te im ver­gan­ge­nen Mai in sei­ner Rede an der Gre­go­ria­na bereits an, was Bene­dikt XVI. nun im Gesprächs­buch dar­legt. Gäns­wein ging sogar noch wei­ter und ins Detail.

Gäns­weins Rede, die von den mei­sten Medi­en  ver­schwie­gen wur­de, „schlug in der Römi­schen Kurie wie eine Atom­bom­be ein“, so Soc­ci. Gäns­wein sag­te, der päpst­li­che Dienst sei seit dem 11. Febru­ar 2013 nicht mehr der­sel­be wie vor­her. Das Papst­tum sei und blei­be zwar das Fun­da­ment der katho­li­schen Kir­che, doch sei es von Bene­dikt XVI. durch sein „Aus­nah­me­pon­ti­fi­kat“ grund­le­gend und dau­er­haft ver­än­dert wor­den.

Sein Amts­ver­zicht und die Schaf­fung der Figur des „eme­ri­tier­ten Pap­stes“, sei ein „gewich­ti­ger Schritt von tau­send­jäh­ri­ger histo­ri­scher Trag­wei­te“ gewe­sen. Ein Schritt, den es bis­her noch nie gege­ben habe, denn Bene­dikt XVI. habe sein Petrus­amt nie auf­ge­ge­ben, son­dern „erneu­ert“.

Die Neue­rung lie­ge in der „Erwei­te­rung“ des Papst­tums um eine „kol­le­gia­le und syn­oda­le Dimen­si­on“, um ein „qua­si gemein­sam“ aus­ge­üb­tes Amt. Es gebe zwar nicht zwei Päp­ste, aber ein de fac­to „erwei­ter­tes“ Papst­amt mit einen „akti­ven und einen kon­tem­pla­ti­ven“ Papst.

Ein von zwei Per­so­nen aus­ge­üb­tes gemein­sa­mes Amt? Man fragt sich ernst­haft, wovon hier eigent­lich die Rede ist und reibt sich ungläu­big die Augen. Paul Bad­de hat­te Gäns­wein bereits weni­ge Tage nach sei­ner Gre­go­ria­na-Rede nach der Mala­chi­as-Pro­phe­zei­ung gefragt. Der­glei­chen mag einem Inter­view oder dem Arti­kel eines Jour­na­li­sten erst die rich­ti­ge Wür­ze geben, der Kir­che hift es in ihrer aktu­el­len Situa­ti­on aber wohl kaum wei­ter. Gera­de Gäns­wein ver­mit­tel­te in sei­ner Gre­go­ria­na-Rede und im Bad­de-Inter­view für EWTN den Ein­druck, als wol­le er einen letzt­lich unver­ständ­li­chen Schritt Bene­dikts XVI. ver­klä­ren und nach­träg­lich durch eine kon­stru­ier­te Bedeu­tung auf­zu­la­den, was alles eher ver­schlim­mert. Vor allem Gäns­weins Ant­wort gegen­über Bad­de, er habe auch mit vier oder fünf eme­ri­tier­ten Päp­sten „kein Pro­blem“ läßt es an Ernst­haf­tig­keit ver­mis­sen. Die gan­ze durch Bene­dikts Amts­ver­zicht ent­stan­de­ne Situa­ti­on ist pro­ble­ma­tisch genug, da es der Bedarf an salopp-sorg­lo­sem Schwa­dro­nie­ren ziem­lich ein­ge­schränkt.

Torpedo gegen Benedikt

Soc­ci hält sich damit nicht auf, da er auf ande­res abzielt. Bis zur Gäns­wein-Rede habe „Ber­go­glio, der die­se Din­ge bereits von Bene­dikt XVI. gehört haben muß, ohne sie zu ver­ste­hen, das eme­ri­tier­te Papst­tum wie folgt erklärt“: Der Amts­ver­zicht von Bene­dikt XVI. sei eine „Regie­rungs­hand­lung“ gewe­sen, ver­gleich­bar einem Bischof, der auf sei­ne Juris­dik­ti­on ver­zich­te und eme­ri­tiert.

Seit der Gäns­wein-Rede vom Mai „ist dem Ber­go­glio-Hof­staat erst die Trag­wei­te des Pro­blems bewußt gewor­den“, so Soc­ci Auf dem Rück­weg von Arme­ni­en erteil­te Fran­zis­kus daher der The­se von einem „gemein­sa­men Petrus­dienst“ eine kla­re Absa­ge.

Im August ver­öf­fent­lich­te Tor­ni­el­li („Ther­mo­me­ter der Kurie“) ein Inter­view mit dem bedeu­ten­den Kano­ni­sten und Ver­tre­ter der Römi­schen Kurie, Titu­lar­bi­schof Giu­sep­pe Sci­ac­ca, der vor­be­halt­los die Figur eines „eme­ri­tier­ten Pap­stes“ zer­pflück­te. „Die Ein­zig­ar­tig­keit der Petrus-Nach­fol­ge erlaubt kei­ne wei­te­re Unter­schei­dung oder Dop­pe­lung des Amtes“ oder auch nur den nomi­nel­len Gebrauch als Ehren­ti­tel. Vor allem gebe es kei­ne Unter­schei­dung zwi­schen dem Amt und des­sen Aus­übung (sie­he Neue Breit­sei­te gegen „eme­ri­tier­ten Papst“ – Kir­chen­recht­ler Sci­ac­ca: „Juri­stisch und theo­lo­gisch unhalt­bar“).

Damit kommt Soc­ci zum Kern sei­ner Kolum­ne, zu einer Fra­ge, die durch­aus legi­tim ist, aber zugleich das, vor dem Kar­di­nal Brand­mül­ler vor kur­zem warn­te:

„Bene­dikt XVI. ent­schied aber kraft sei­ner Voll­macht, Papst zu blei­ben und nur auf die akti­ve Aus­übung des Amtes zu ver­zich­ten. Wenn die­se sei­ne Ent­schei­dung unzu­läs­sig und nich­tig ist, bedeu­tet das, daß auch sein Ver­zicht null und nich­tig ist?“

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL

8 Kommentare

  1. Ein atem­be­rau­ben­der Arti­kel.
    Wenn man sich zurück­er­in­nert an das Jahr 2005, so kann man doch sagen, daß Kar­di­nal Ratz­in­ger damals den akti­ven Part des Papst­am­tes über­nom­men hat­te. Papst war aber ein­deu­tig natür­lich Papst Johan­nes Paul II. Nun­mehr, im Jah­re 2013, muß­te Papst Bene­dikt XVI. sel­ber auf die akti­ve Amts­füh­rung aus Gesund­heits­grün­den ver­zich­ten- und blieb offen­kun­dig nach sei­nem eige­nen Ver­ständ­nis der eigent­li­che, wah­re Papst: näm­lich der Kon­tem­pla­ti­ve- genau des­we­gen. Und so ist es auch. Er ist der Petrus und der Wäch­ter der Kir­che. Papst Fran­zis­kus lei­tet zwar „als Sohn“ die „lau­fen­den Geschäf­te“, aber er ist nicht „der Vater“. Müß­te man es so ver­ste­hen?

    Und dann: neben den alten Pro­phe­zei­un­gen des Mala­chi­as oder wahr­schein­lich Phil­ipp Neri gab es ja auch den Blitz­ein­schlag am Abend des 11.02.2013.

  2. Papst­weis­sa­gung hin oder her, in Zukunft soll­te bei einer Papst­wahl gleich sein Stell­ver­tre­ter mit gewählt wer­den, wie das bei Bür­ger­mei­stern, Ver­eins­vor­sit­Klas­sen- leh­rern und ‑spre­chern,

    • Zu früh abge­schickt:
      …Ver­eins- oder Pfarr­ge­mein­de­rats­vor­sit­zen­den der Fall ist! (Klei­ner Scherz am Ran­de).
      Nach Mala­chi­as heißt der letz­te Papst aber nicht Glo­riae Oli­vae (= Papst Bene­dikt XVI.), son­dern Petrus Roma­nus, der so arm und ein­fach leben wird wie der Fischer Simon Petrus und die Kir­che in einer Zeit größ­ter Bedräng­nis (tri­bu­la­tio­nes) füh­ren wird.
      Anfangs dach­te man ja, dass die­se Beschrei­bung auf Ber­go­glio zutref­fen könn­te, bis man merk­te, dass schwar­ze Schu­he und das Tra­gen einer Akten­ta­sche allein doch nicht die Armut und vor allem Recht­mä­ßig­keit eines Pap­stes aus­ma­chen…
      Papst Bene­dikt, demü­tig und wei­se wie er ist, ver­stand es aber im Inter­view mit P. See­wald, geschickt von sich abzu­len­ken, indem er die mala­chia­ni­sche Papst­li­ste (ali­as Phil­ipp Neri, der in einer Visi­on sämt­li­che Päp­ste sehen durf­te) als Argu­ment für den Fort­be­stand des Papst­tums deu­te­te.….
      Logisch, dass er P.F. nie in Miss­kre­dit brin­gen wür­de!

      • „Petrus Roma­nus“ kann sich gut auf Papst em. Bene­dikt XVI. bezie­hen. Er lebt ja wirk­lich „arm und ein­fach“. Er lei­tet die Kir­che als ihr „Vater“ (so sieht er sich offen­bar selbst und man muß das ernst neh­men) tat­säch­lich- durch Gebet und Opfer. Es ist ein Dienst in aller Stil­le und von der Welt nicht erkannt.
        Und als Papst Bene­dikt XVI. war er „Glo­riae Oli­vae“.

  3. „Glo­ria Oli­vae“ (Mala­chi­as) –> „Henoch + Elia“:
    Solan­ge P. em. B.XVI lebt, steht die Erfül­lung die­ser Pro­phe­tie der Bibel im Raum … wir wer­den es erle­ben, oder auch nicht 😀

    Sach 4,11ff:
    „Ich frag­te ihn wei­ter: Was bedeu­ten die ZWEI ÖLBÄUME auf der rech­ten und auf der lin­ken Sei­te des Leuch­ters?“

    Offb 11,4ff:
    „Sie sind die zwei ÖLBÄUME und die zwei Leuch­ter, die vor dem Herrn der Erde ste­hen.“

    Mk 3,17
    Jako­bus, der Sohn des Zebedä­us, und Johan­nes, der Bru­der des Jako­bus — ihnen gab er den Bei­na­men BOANERGES, das heißt Don­ner­söh­ne(!!!)
    –> sie­he Offb.10,ff:
    Offb 10,4
    Als die sie­ben Don­ner gespro­chen hat­ten, woll­te ich es auf­schrei­ben. Da hör­te ich eine Stim­me vom Him­mel her rufen: Hal­te geheim, was die sie­ben Don­ner gespro­chen haben; schreib es nicht auf!

    Mk 10,37ff
    Sie sag­ten zu ihm: Lass in dei­nem Reich einen von uns rechts und den andern links neben dir sit­zen.
    +
    Mt 20,21ff
    Er frag­te sie: Was willst du? Sie ant­wor­te­te: Ver­sprich, dass mei­ne bei­den Söh­ne in dei­nem Reich rechts und links neben dir sit­zen dür­fen.

    „Das Tier, das du gese­hen hast, ist gewe­sen und ist nicht und wird wie­der­kom­men aus dem Abgrund und wird fah­ren in die Ver­damm­nis, und es wer­den sich ver­wun­dern, die auf Erden woh­nen, deren Namen nicht geschrie­ben ste­hen in dem Buch des Lebens von Anfang der Welt, wenn sie sehen das Tier, daß es gewe­sen ist und nicht ist und dasein wird.

    Hier ist der Sinn, der zur Weis­heit gehört!
    — Die sie­ben Häup­ter sind sie­ben Ber­ge, auf wel­chen das Weib sitzt, und sind sie­ben Köni­ge.

    - Fünf sind gefal­len, und einer ist, und der ande­re ist noch nicht gekom­men; und wenn er kommt, muß er eine klei­ne Zeit blei­ben.
    Und das Tier, das gewe­sen und ist nicht, das ist der ach­te und ist von den sie­ben und fährt in die Ver­damm­nis.“

  4. Zunächst ist dar­auf hin­zu­wei­sen, dass Bene­dikt XVI. in der Liste der Päp­ste nach den soge­nann­ten Weis­sa­gun­gen des Mala­chi­as nicht der letz­te, son­dern der vor­letz­te Papst („Glo­ria oli­vae“) wäre.
    Soll­ten sowohl die Fest­stel­lung Ste­fa­no Vio­lis, dass Papst Bene­dikt XVI. tat­säch­lich kei­nen Amts­ver­zicht, son­dern nur einen Dienst­ver­zicht gelei­stet habe, als auch die Fest­stel­lung Sci­ac­cas, dass es kei­ne Dop­pe­lung des Amtes geben kön­ne, zutref­fend sein, kann die Schluss­fol­ge­rung nur lau­ten, dass es der­zeit recht­mä­ßig nur einen Papst gibt: Bene­dikt XVI.. Selbst wenn man unter­stellt, Bene­dikt habe geirrt in der Vor­stel­lung, er kön­ne vom Dienst zurück­tre­ten, ohne das petri­ni­sche Amt zu ver­las­sen, wür­de das nichts ändern. In die­sem Fall wäre Ann Barn­hardt Recht zu geben (https://traditionundglauben.wordpress.com/2016/08/22/ann-barnhardt-vocem-alienorum-2-die-stimme-des-gegenpapstes-franziskus-bergoglio-ist-die-stimme-der-fremden/), wel­che auf Canon 188 hin­weist: „Ein Ver­zicht, der auf­grund … eines wesent­li­chen Irr­tums … erfolg­te, ist von Rechts wegen ungül­tig.“ Auch in die­sem Fal­le wäre Bene­dikt XVI. der ein­zig recht­mä­ßi­ge Papst. Wenn Tor­ni­el­li erfährt, dass es im Vati­kan kei­ne ande­ren Gewän­der gege­ben habe, wenn See­wald die Ant­wort erhält, „alles“ kön­ne sein, und wenn Kuri­en­erz­bi­schof Gäns­wein sich vier oder fünf Päp­ste vor­stel­len kann, erin­nert mich das an den Esprit des hl. Phil­ipp Neri. Ob Bene­dikt dies bewusst im Sin­ne hat, mag dahin­ge­stellt blei­ben. Viel­leicht ist es Gott selbst, wel­cher derer spot­tet (Psalm 2), die wie eine „Mafia“ (https://www.katholisches.info/2015/10/01/geheime-manoever-zur-wahl-von-papst-franziskus-der-schatten-kardinal-martinis-ueber-der-kirche/) in der Kir­che agie­ren.

    • Man kann wohl sagen, daß mit Papst Fran­zis­kus das auf­klä­re­ri­sche Den­ken in der Kir­che nun­mehr selbst einen Sieg fei­ern kann. Das stimmt doch, denn nicht ohne Grund ver­bün­det sich die­ser Papst mit den Geg­nern, den „Auf­klä­rern“.
      Die sog. Auf­klä­rung ist selbst jedoch soz. ein Kind der Kir­che. In der Kir­che wur­de oft­mals zu sehr die Gna­de Got­tes betont und zu wenig die Eigen­ver­ant­wor­tung des Men­schen für sein ewi­ges See­len­heil her­vor­ge­ho­ben. Es wur­de gepre­digt, daß es letzt­lich auf die Gna­de Got­tes ankom­me. Wenn man das so sagt, führt das einer­seits in den Unglau­ben und ande­rer­seits in den Aber­glau­ben.
      „Wir“ haben das fal­sche Den­ken schon bei Mar­tin Luther, der sag­te, daß man nur sün­di­gen sol­le, denn die Gna­de Got­tes wür­de schon alles zum Guten rich­ten. Inso­fern war die frü­he Auf­klä­rung sicher­lich ein Ver­such der Kor­rek­tur die­ser fal­schen Pre­dig­ten, wo der Mensch ja qua­si nur eine Mario­net­te war. Jesus aber lehr­te ganz etwas ande­res: daß näm­lich jeder (wie im Gleich­nis von den Talen­ten u.v.a.m.) selbst ver­ant­wort­lich ist, denn die Gna­de war auch nach dem Sün­den­fall immer noch da. Und mit dem Gott­men­schen kam sie in der gan­zen Fül­le.
      Es ist kein Wun­der, wenn die Chri­sten­heit und die Welt ver­wirr­ter sind als je zuvor. Papst Bene­dikt aber ist kein „Moder­nist“, son­dern ver­sucht Kir­che und Welt wie­der zu hei­len durch die rich­ti­ge, chri­stus­ge­mä­ße Pre­digt.

  5. Und wenn mit „Petrus Roma­nus“ doch Kar­di­nal Tar­ci­sio PIETRO Eva­sio Ber­to­ne gemeint ist, der in ROMANO Cana­vese gebo­ren ist? Neh­men wir an, die Papst­wahl von 2013 war aus irgend einem Grund nicht rech­tens, dann wäre Kar­di­nal Ber­to­ne immer noch der Camer­len­go der RKK; denn die Ernen­nung von Kar­di­nal Tau­ran zum Kar­di­nal­käm­me­rer wäre somit ungül­tig. Was wäre die Haupt­auf­ga­be eine Camer­len­go? Er ver­wal­tet den Hl. Stuhl und führt die Staats­ge­schäf­te wäh­rend der Sedis­va­kanz. Viel­leicht haben wir eine außer­ge­wöhn­li­che Sedis­av­kanz? « Petrus Roma­nus, qui pas­cet oves in mul­tis tri­bu­la­tio­ni­bus; qui­bus tran­sac­tis, civi­tas sep­ti­col­lis dirue­tur, et Judex tre­men­dus iudi­ca­bit popu­lum suum. Finis. »

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