800. Jahre Portiuncula-Ablaß — Papst Franziskus besucht am 4. August die Kapelle in Assisi

Papst Franzskus beim Besuch der Portiunkula-Kapelle im Herbst 2013
Papst Franzskus beim Besuch der Portiunkula-Kapelle im Herbst 2013

(Rom) Papst Fran­zis­kus wird am kom­men­den 4. August die Por­ti­unku­la­ka­pel­le in Assi­si besu­chen. So wird im Volks­mund die Kapel­le San­ta Maria degli Ange­li in der Ebe­ne unter­halb von Assi­si genannt. Anlaß des päpst­li­chen Besu­ches ist der 800. Jah­res­tag der Gewäh­rung des soge­nann­ten Por­ti­un­cu­la-Ablas­ses durch Papst Hono­ri­us III. im Jahr 1216.

Der Por­ti­un­cu­la-Ablaß, die soge­nann­te „Ver­ge­bung von Assi­si“, kann durch Besuch der Kapel­le in Assi­si oder welt­weit durch den Besuch einer Fran­zis­ka­ner­kir­che erwor­ben wer­den. Eine ent­spre­chen­de Erwei­te­rung des Ablas­ses war 1480 von Papst Six­tus IV. gewährt wor­den. Neben die­ser Vor­aus­set­zung gel­ten die übli­chen Bedin­gun­gen zur Gewin­nung eines voll­kom­me­nen Ablas­ses.

Den Ablaß kann jeder getauf­te Christ, der nicht exkom­mu­ni­ziert ist und sich zum Zeit­punkt der Ablaß­ge­win­nung nicht im Stand einer schwe­ren Sün­de befin­det, gewin­nen, wenn er dazu ent­schlos­sen ist und in der fest­ge­setz­ten Zeit und in der von der Kir­che gebo­te­nen Wei­se die fünf Bedin­gun­gen erfüllt:

  • sakra­men­ta­le Beich­te,
  • ent­schlos­se­ne Abkehr von der Sün­de,
  • Kom­mu­nion­emp­fang,
  • Gebet in der Mei­nung des Pap­stes.

Die fünf­te Bedin­gung ist der Besuch der Por­ti­unku­la­ka­pel­le oder einer ande­ren Fran­zis­ka­ner­kir­che.

Portiunkulakapelle geht auf das 4. Jahrhundert zurück

Die Kapel­le Unse­rer Lie­ben Frau von den Engeln soll bereits im 4. Jahr­hun­dert von Ere­mi­ten errich­tet und im 6. Jahr­hun­dert in den Besitz des hei­li­gen Bene­dikt von Nur­sia über­ge­gan­gen sein. Der hei­li­ge Franz von Assi­si bau­te die bau­fäl­lig gewor­de­ne Kapel­le Anfang des 13. Jahr­hun­derts wie­der auf. Für einen Korb Fische als Jah­res­zins mie­te­te er sie vom Abt des Bene­dik­ti­ner­klo­sters von Mon­te Sub­a­sio.

Portiuncula-Kapelle des hl. Franz von Assisi
Por­ti­un­cu­la-Kapel­le des hl. Franz von Assi­si

In sei­nen letz­ten sechs Lebens­jah­ren hielt der hei­li­ge Franz von Assi­si, auf den alle fran­zis­ka­ni­schen Orden zurück­ge­hen, jeweils zu Pfing­sten bei der Kapel­le eine Ver­samm­lung der Min­de­ren Brü­der ab. In der Kapel­le ist er am 3. Okto­ber 1226 gestor­ben.

 

Im 16./17. Jahr­hun­dert wur­de auf Geheiß von Papst Pius V. über der Kapel­le die heu­ti­ge Basi­li­ka San­ta Maria degli Ange­li, einer der größ­ten Kir­chen der Chri­sten­heit errich­tet.

Papst Fran­zis­kus wird die Kapel­le im Zusam­men­hang mit dem Hei­li­gen Jahr der Barm­her­zig­keit als „ein­fa­cher Pil­ger“ besu­chen, wie Radio Vati­kan berich­te­te.

Das Bene­dik­ti­ner­klo­ster von Mon­te Sub­a­sio, das die Por­ti­unku­la­ka­pel­le dem hei­li­gen Franz von Assi­si zur Ver­fü­gung stell­te, geht der Über­lie­fe­rung nach auf den hl. Bene­dikt von Nur­sia zurück. Die älte­ste, erhal­te­ne Urkun­de stammt aus dem Jahr 1051. Eine aus­ge­gra­be­ne Kryp­ta belegt die Exi­stenz einer Mönchs­ge­mein­schaft im 7./8. Jahr­hun­dert.

1860 fiel das Klo­ster, wie alle Klö­ster Ita­li­ens, der Auf­he­bung durch das neue, frei­mau­re­risch gepräg­te König­reich Ita­li­en zum Opfer. Erst 1945 konn­ten die Rui­nen von Bene­dik­ti­nern der Abtei St. Peter in Assi­si wie­der über­nom­men und teil­wei­se wie­der auf­ge­baut wer­den. Auf­grund schwe­rer Schä­den durch das Erd­be­ben von 1997 muß­te es von den Mön­chen erneut ver­las­sen wer­den. Restau­rie­rungs­ar­bei­ten sind im Gan­ge.

Der Mon­te Sub­a­sio ist der Haus­berg von Assi­si. Das Klo­ster domi­niert die Stadt und das Tal.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: RV/Wikicommons (Screen­shot)

1 Kommentar

  1. In die­ser Kapel­le hat Chri­stus den hl Franz von Assi­si beru­fen sei­ne Kir­che wie­der auf­zu­bau­en.
    Was er wohl dem Besu­cher aus Argen­ti­ni­en mit­ge­ben wird ?

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