„Schockaussage“ von Bischof Fellay? — Rom: Gespräche mit Piusbruderschaft werden nach dem Sommer fortgesetzt

Internetplattform der Belgischen Bischofskonferenz berichtet von "Schocksatz" von Bischof Fellay (FSSPX), doch in Rom wird die Sache heruntergespielt
Internetplattform der Belgischen Bischofskonferenz berichtet von "Schocksatz" von Bischof Fellay (FSSPX), doch in Rom wird die Sache heruntergespielt

(Rom/Menzingen) Die gestern ver­öf­fent­lich­te Pres­se­er­klä­rung des Gene­ral­obe­ren der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. führ­te in den Medi­en zu unter­schied­li­chen Spe­ku­la­tio­nen. Vor allem für offi­zi­el­le kirch­li­che Medi­en gilt: je ableh­nen­der die Hal­tung gegen­über der Pius­bru­der­schaft desto auf­ge­reg­ter die Bericht­erstat­tung. Im Vati­kan mini­mier­te hin­ge­gen ein direkt Betrof­fe­ner und bemüh­te sich um Beru­hi­gung.

Von kirch­li­chen Medi­en, die der Pius­bru­der­schaft wenig freund­lich gegen­über­ste­hen, wur­de die Kri­tik an Papst Fran­zis­kus in den Vor­der­grund gestellt, so bei­spiels­wei­se durch die Deut­sche Sek­ti­on von Radio Vati­kan. Die Inter­net­platt­form Catho­bel der Bel­gi­schen Bischofs­kon­fe­renz, ver­gleich­bar Katholisch.de der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz, berich­te­te sogar von einer „Schock­aus­sa­ge“ des Gene­ral­obe­ren.

Damit gemeint war fol­gen­der Satz:

„In der gro­ßen und schmerz­haf­ten Ver­wir­rung, die augen­blick­lich in der Kir­che herrscht, erfor­dert die Ver­kün­di­gung der katho­li­schen Leh­re die Ankla­ge der Irr­tü­mer, die – unse­li­ger­wei­se begün­stigt durch eine gro­ßen Zahl von Hir­ten, bis hin zum Papst selbst – in ihren Schoß ein­ge­drun­gen sind.“

Ande­re Medi­en hoben die Aus­sa­ge her­vor, daß die Erlan­gung einer kano­ni­schen Aner­ken­nung „nicht“ das vor­ran­gi­ge Ziel sei. Damit, so der Medi­en­te­nor, habe die Pius­bru­der­schaft Rom die „Tür ins Gesicht geknallt“ und die „Tür nach Rom zuge­schla­gen“.

Aller­dings hat­te der Gene­ral­obe­re der Pius­bru­der­schaft auch gesagt, daß die­se, da ein „katho­li­sches Werk“, ein „Anrecht“ auf die Aner­ken­nung habe.

Erzbischof Pozzo: Kritik meine wohl das „ziemlich umstrittene“ nachsynodale Schreiben Amoris laetitia

Eine ganz ande­re Reak­ti­on erfolg­te in Rom durch Kuri­en­erz­bi­schof Gui­do Poz­zo. Als Sekre­tär der Päpst­li­chen Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei ist er zu jenen, die direkt an den Gesprä­chen zwi­schen dem Hei­li­gen Stuhl und der von Erz­bi­schof Mar­cel Lef­eb­v­re gegrün­de­ten Bru­der­schaft betei­ligt sind.

Kurienerzbischof Guido Pozzo
Kuri­en­erz­bi­schof Gui­do Poz­zo

Msgr. Poz­zo sieht in der Erklä­rung kei­nen Grund zur Auf­re­gung. Die Vor­wür­fe der Pius­bru­der­schaft sei­en weit­ge­hend „bereits bekannt“. Der Kuri­en­erz­bi­schof zeig­te sich zudem über­zeugt, daß die sich schar­fe Kri­tik an Papst Fran­zis­kus auf das nach­syn­oda­le Schrei­ben Amo­ris lae­ti­tia bezie­he, beson­ders auf die Fra­ge der wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen, das ja „ziem­lich umstrit­ten“ sei.

Was die kano­ni­sche Aner­ken­nung anbe­langt, so Poz­zo gegen­über der fran­zö­sisch­spra­chi­gen Nach­rich­ten­agen­tur I.Media, habe Bischof Fel­lay ledig­lich eine „abwar­ten­de“ Hal­tung zum Aus­druck gebracht.

Die Erklä­rung sei daher nicht als „nega­ti­ver Akt“ zu wer­ten, wie auch die fran­zö­si­sche Tages­zei­tung La Croix Msgr. Poz­zo zitiert. Sie las­se jedoch erken­nen, daß nicht mit einer unmit­tel­bar bevor­ste­hen­den Lösung der anste­hen­den Pro­ble­me zu rech­nen sei.

Laut I.Media und der Inter­net­platt­form cath.ch der Schwei­zer Bischofs­kon­fe­renz wer­den die Gesprä­che zwi­schen Rom und der Pius­bru­der­schaft nach dem Som­mer fort­ge­setzt.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cathobel/Vatican Insi­der (Screen­shot)

2 Kommentare

  1. Es ist gut und klug, dass die FSSPX unter der Lei­tung ihres Gene­ral­obe­ren Msgr. Ber­nard Fel­lay nicht um jeden Preis die „Kat­ze im Sack“ kauft!

  2. „Schock­aus­sa­ge“ „Tra­di­tio­na­li­stisch“ „Fun­da­men­ta­li­stisch“ im Prin­zip wie die IS auf Katho­lisch so sehen vie­le, vor Allem Katho­li­sche Krei­se die FSSPX und set­zen sich ins Boot mit den Kir­chen­has­sern die sie als nuetz­li­che Idio­ten ger­ne spre­chen las­sen.
    Ich fin­de das jet­zi­ge Pon­ti­fi­kat die unguen­stig­ste Art und Wei­se eine Annae­he­rung vor­ant­zu­trei­ben.
    Wo sind theo­lo­gi­sche Aus­sa­gen Roms, die einen sol­chen Weg fueh­ren ?
    Papst Fran­zis­kus ist dazu nicht wil­lens und fae­hig, fuer ihn sind Rosen­kranz­be­ter schon suspekt, Bischof Muel­ler hasst die FSSPX schon aus Regens­bur­ger Zei­ten, W.Kasper schliesst lie­ber mit dem Islam ein oeku­me­ni­sches Bue­nd­nis als die alte Mes­se zu foer­dern.
    Wer oder was soll ernst­haf­te Gesprae­che fueh­ren, die auch zu einem Ziel fueh­ren ?
    Die FSSPX darf nicht den Feh­ler­ma­chen sich von der Har­mo­nie­psy­cho­se des roemi­schen Kle­rus anstecken zu las­sen.
    Das Vat II mit sei­nen Aus­sa­gen, Nostra Aeta­te etc. der NOM das sind Din­ge, die man nicht ein­fach so ste­hen las­sen darf.
    Wach­sam blei­ben !

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