Gedenktag für Maria von Magdala in den Rang eines Apostelfestes erhoben

Madonna mit Jesuskind zwischen den Heiligen Maria Magdalena und Ursula von Giovanni Bellini, 1490
Madonna mit Jesuskind zwischen den Heiligen Maria Magdalena und Ursula von Giovanni Bellini, 1490

(Rom) Das Tages­bul­le­tin des Hei­li­gen Stuhls gab am Frei­tag das Dekret bekannt, mit dem auf aus­drück­li­chen Wunsch von Papst Fran­zis­kus der Gedenk­tag der hei­li­gen Maria Mag­da­le­na, der 22. Juli in des Rang eines Apo­stel­fe­stes erho­ben wur­de.

Das in latei­ni­scher Spra­che ver­öf­fent­lich­te Dekret ist mit dem 3. Juni datiert. Offi­zi­ell wur­de damit der Gedenk­tag in den Rang eines Festes des Calen­da­ri­um Roma­num Gene­ra­le erho­ben wor­den.

Die Maß­nah­me stützt sich auf den Kir­chen­va­ter St. Hip­po­lyt von Rom (um 170–235), der im frü­hen 3. Jahr­hun­dert Maria Mag­da­le­na als „Apo­stelin der Apo­stel“ bezeich­ne­te.

In der Kir­che wird Maria Mag­da­le­na durch die Geschich­te als Schutz­pa­tro­nin der Frau­en und der reui­gen Sün­de­rin­nen. In der katho­li­schen Tra­di­ti­on wird Maria von Mag­da­la mit der Sün­de­rin gleich­ge­setzt, die Jesus die Füße wusch (Lk 7,36–50).

Sainte-Baume, "Heilige Grotte" der Maria Magdalena in der Provence
Sain­te-Bau­me, „Hei­li­ge Grot­te“ der Maria Mag­da­le­na in der Pro­vence

Die Tra­di­ti­on ver­bin­det die hei­li­ge Maria Mag­da­le­na mit der Evan­ge­li­sie­rung der Pro­vence. In Sain­te-Bau­me (okzi­ta­nisch San­to Baumo) befin­det sich die „Hei­li­ge Grot­te“ der Maria Mag­da­le­na. Spä­te­stens seit dem frü­hen 5. Jahr­hun­dert legt dort eine Mönchs­ge­mein­schaft und betreut den Wall­fahrts­ort, heu­te Domi­ni­ka­ner.

Mit dem Dekret wur­de gleich­zei­tig die neu­for­mu­lier­te latei­ni­sche Präf­a­ti­on ver­öf­fent­licht, in der Maria Mag­da­le­na als Apo­sto­la apo­sto­lo­rum bezeich­net wird. Expli­zit heißt es im Tages­bul­le­tin, daß die Ände­rung „auf aus­drück­li­chen Wunsch des Hei­li­gen Vaters Fran­zis­kus“ erlas­sen wur­de.

Prefacio de Apostolorum apostola

Vere dignum et ius­tum est,
à¦quum et salu­tá­re,
nos te, Pater omnà­potens,
cui­us non minor est mise­ricór­dia quam poté­stas,
in ómni­bus prà¦dicáre per Chri­stum Dómi­num nostrum.
Qui in hor­tu mani­fé­stus appá­ruit Marà­à¦ Mag­da­lé­nà¦,
quip­pe quae eum dilé­xe­rat vivén­tem,
in cruce và­derat morién­tem,
quà¦sà­erat in sepúl­cro iacén­tem,
ac pri­ma adorá­ver­at a mór­tuis res­ur­gén­tem,
et eam apo­stolá­tus offà­cio coram apó­sto­lis hono­rá­vit
ut bonum novঠvitঠnún­ti­um
ad mun­di fines pervenà­ret.
Unde et nos, Dómi­ne, cum Ange­lis et Sanc­tis uni­vér­sis
tibi con­fi­té­mur, in exsul­ta­tió­ne dicén­tes:
Sanc­tus, Sanc­tus, Sanc­tus Dómi­nus Deus Sábaoth…

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wiki­com­mons (Madon­na mit Jesus­kind zwi­schen den Hei­li­gen Maria Mag­da­le­na und Ursu­la, Gio­van­ni Bel­li­ni, 1490)