„Die kleine Nini“ — Ein Kinderbuch mit weitreichenden Konsequenzen

„Die klei­ne Nini“ ist ein schein­bar unbe­fan­ge­nes Kin­der­buch von Sophie Scher­rer ((Scher­rer, Sophie: Die klei­ne Nini, Thie­le Ver­lag 2014)), ein Anschein, der trügt, wenn man das Buch genau­er betrach­tet.

Nini, ein acht­jäh­ri­ges Mäd­chen, macht sich ihre eige­nen Gedan­ken zu allem Mög­li­chen und „packt die Gele­gen­hei­ten beim Schopf“ ((Scher­rer, Sophie: Die klei­ne Nini, Thie­le Ver­lag 2014, Klap­pen­text)). Auch zum The­ma Gott. Mit viel Witz und Leich­tig­keit ((Her­vor­he­bun­gen durch die Autorin)) pro­fa­niert die klei­ne Nini Jesus, das Aller­hei­lig­ste Sakra­ment.

Im Kapi­tel „Wo ist Gott“ lässt Sophie Scher­rer, ihre klei­ne Hel­din eine geweih­te Hostie ent­wen­den, indem sie auf die­se absicht­lich tritt, um spä­ter die Reste unter ihrer Schuh­soh­le abzu­krat­zen und das Aller­hei­lig­ste letz­ten Endes in den Papier­korb auf dem Spiel­platz zu wer­fen.

Nur ein harm­lo­ser Kin­der­streich? Eher nicht.

Eine Epi­so­de die eigent­lich alar­mie­rend sein soll­te, ein Grund zum Auf­schrei­en. Statt­des­sen, wird dar­über hin­weg­ge­se­hen. „Die klei­ne Nini“ wird gelobt sowohl von Eltern als auch Autoren. Das Buch wird als ein ech­tes „Lese­ver­gnü­gen“ zum „Trä­nen lachen“, schlicht „eine gelun­ge­ne Mischung aus Komik und Herz­lich­keit, Lie­be und Wär­me“ ((Kru­se, Max: Rezen­si­on zu Die klei­ne Nini, Thie­le Ver­lag 2014)) beschrie­ben.

Die kleine Nini
Die klei­ne Nini

Wie konn­te es so weit kom­men, dass wir in der heu­ti­gen Zeit die reli­giö­sen Gefüh­le ande­rer ver­let­zen und dabei Komik und Herz­lich­keit emp­fin­den? Mehr noch, wie konn­te es dazu kom­men, dass wir unse­re Klein­sten, unse­re unvor­ein­ge­nom­me­nen Kin­der, ein Ansporn bie­ten, die reli­giö­sen Gefüh­le ande­rer zu ver­let­zen, statt sie zum Respekt und zur Wert­schät­zung zu erzie­hen? Haben wir den Sinn dafür ver­lo­ren, dass Reli­gi­on und Glau­be etwas Hei­li­ges für vie­le Men­schen ist und somit nicht mit Füßen zu tre­ten ist?

Was wird aus der Genera­ti­on der Kin­der, mit denen wir als Eltern lachen, wenn Jesus als „Ding“ ((Scher­rer, Sophie: Die klei­ne Nini, Thie­le Ver­lag 2014)) bezeich­net und in den Papier­korb ent­sorgt wird?

Sind wir bereits so stumpf und gleich­gül­tig gewor­den oder haben wir den Mumm auf­zu­schrei­en? Wie unse­re pol­ni­schen Nach­barn, die sich dage­gen weh­ren, dass „Die klei­ne Nini“ die Bücher­re­ga­le füllt ((Peti­ti­on: www.citizengo.org/pl/pr/33509-opis-profanacji-najswietszego-sakramentu-w-popularnej-ksiazce-dla-dzieci, Citi­zen Go, 2016)). Sind wir bereit aktiv zu wer­den? Peti­tio­nen zu star­ten oder zu unter­schrei­ben? Oder zu min­de­stens Bücher zu boy­kot­tie­ren, die unse­ren Kin­dern Gleich­gül­tig­keit und Respekt­lo­sig­keit gegen­über reli­giö­sen Gefüh­len ande­rer ver­mit­teln?

Sophie Scher­rer ist ein Pseud­onym der Autorin und Ver­le­ge­rin Danie­la Thie­le. Den Thie­le Ver­lag, des­sen Pro­gramm­lei­te­rin sie ist, betreibt sie zusam­men mit ihrem Mann.

Text: Anna Fie­ge

 

3 Kommentare

  1. Man kann nur jede und jeden ein­schließ­lich der Autorin selbst war­nen, die­ses Buch wei­ter zu ver­brei­ten ins­be­son­de­re an Kin­der gemäß der gera­de­zu dro­hen­den War­nung des HERRN selbst in Mt18,6–7:
    „Wer einen von die­sen Klei­nen, die an mich glau­ben, zum Bösen ver­führt, für den wäre es bes­ser, wenn er mit einem Mühl­stein um den Hals im tie­fen Meer ver­senkt wür­de.
    Wehe der Welt mit ihrer Ver­füh­rung! Es muss zwar Ver­füh­rung geben; doch wehe dem Men­schen, der sie ver­schul­det.“

  2. Unglaub­lich so etwas. Ist die Autorin nur dumm, will sie pro­vo­zie­ren, oder ist sie in der Macht des Boe­sen? Glueck­li­cher­wei­se gibt es vie­le ande­re gute Kin­der­bue­cher. Ich habe als Kind ger­ne die Maer­chen von Grimm gelesen.Dort hat das Gute am Ende immer gesiegt.

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