Amoris Laetitia: Euthanasie des Geistes oder vom „süßen Tod“ der Kirche

Papst Franziskus und Amoria laetitia: Divide et impera, der "revolucionero" pulverisiert die Einheit des Volkes Gottes.
Papst Franziskus und Amoria laetitia: Divide et impera, der "revolucionero" pulverisiert die Einheit des Volkes Gottes.

Ein Kom­men­tar von Don Elia*

Jesui­ten­schläue! Geni­al! Zumin­dest das muß man zuge­ben. Mit dem apo­sto­li­schen Schrei­ben über die Fami­lie hat er es wie­der fer­tig­ge­bracht, die all­ge­mei­ne Auf­merk­sam­keit auf sich zu zie­hen, die Auf­merk­sam­keit auch derer, die ihn ver­ab­scheu­en.

Alles hält den Atem an, in Erwar­tung, daß die Stun­de schlägt. Noch nie hat ein lehr­amt­li­ches Doku­ment eine sol­che Span­nung her­vor­ge­ru­fen und wur­de mit so viel Sor­ge erwar­tet, wenn auch unter ver­schie­de­nen Feld­zei­chen in den ver­schie­de­nen Lagern.

Ob man nun ein­ver­stan­den ist oder nicht, allein die­se der­ar­ti­ge Besorg­nis hat dem Doku­ment eine enor­me Reso­nanz in der gan­zen Welt ein­ge­bracht — inner­halb und außer­halb der Kir­che.

Man kann nur sagen: ein wei­te­res Mei­ster­stück in der Stra­te­gie der kol­lek­ti­ven Mani­pu­la­ti­on, der wir alle, auch wenn wir es nicht wol­len, unwei­ger­lich zum Opfer fal­len — viel­leicht, wie wir in den näch­sten Mona­ten sehen wer­den, der am mei­sten zer­stö­re­ri­sche Coup der letz­ten drei Jah­re.

Feststellungen, die Häresie hineinmischen

Die Kom­men­ta­re, ob pro oder con­tra, wer­den unwei­ger­lich fol­gen und sich in Netz­wer­ken jeg­li­cher Ori­en­tie­rung im Unmaß ver­meh­ren, womit sie wei­ter­hin das Inter­es­se aller an einen Text ange­hef­tet hal­ten der, gemäß der bereits erprob­ten Tech­nik, durch­aus kei­ne Fest­stel­lun­gen ent­hält, die dem Depo­si­tum Fidei direkt wider­spre­chen, sehr wohl aber die Häre­sie hin­ein­mi­schen unter dem obses­si­ven Man­tra: Fall für Fall, Auf­neh­men, Mit­ein­be­zie­hung, Barm­her­zig­keit, Erbar­men, Inkul­tu­ra­ti­on, Inte­gra­ti­on, Beglei­tung, Gra­du­ie­rung, Unter­schei­dungs­ver­mö­gen, erleuch­te­tes Gewis­sen, Über­win­dung von star­ren und über­kom­me­nen Sche­men…

Wer kann einem der­ar­ti­gen Appell an die (schein­ba­re) evan­ge­li­ums­ge­mä­ße Näch­sten­lie­be wider­spre­chen, ohne als stumpf­sin­ni­ger und gefühl­lo­ser Ver­tei­di­ger abstrak­ter Dok­tri­nen dazu­ste­hen, die auf eine Art und Wei­se for­mu­liert sind, die nicht mehr zur heu­ti­gen Situa­ti­on paßt? Wenn — wie fest­ge­stellt wird — die christ­li­che Ehe (die unse­re Eltern, Groß­el­tern und Urgroß­el­tern nor­mal gelebt haben, mit allen ihren Unzu­läng­lich­kei­ten und Mühen) ein Ide­al ist, nach dem zu stre­ben nicht mehr die gewöhn­li­che Beru­fung eines getauf­ten Chri­sten ist, erhöht und befe­stigt durch die Gna­de, wer sind dann wir, um über ver­wun­de­te Fami­li­en und kom­ple­xe Situa­tio­nen zu urtei­len?

Glitschiger Textbrei

Wenn man sich auf der Suche nach irgend­ei­ner genau bestimm­ba­ren Lehr­ab­wei­chung durch den Text­brei durch­f­rißt, hat man sich ande­rer­seits schon an den Ein­druck gewöhnt, daß man es mit einem glit­schi­gen und nicht faß­ba­ren Ding zu tun hat, das man von kei­ner Sei­te angrei­fen kann: es gibt nicht einen ein­zi­gen kohä­ren­ten und arti­ku­lier­ten Gedan­ken, kei­ne durch Argu­men­te begrün­de­te Ent­wick­lung der Theo­lo­gie, son­dern nur eine ner­ven­de Wie­der­ho­lung der immer glei­chen The­men mit Varia­tio­nen die, in gera­de drei­hun­dert­fünf­und­zwan­zig Abschnit­ten, jeg­li­chen men­ta­len oder psy­cho­lo­gi­schen Wider­stand unter­bin­den.

Der Rea­lis­mus, an den hier bestän­dig appel­liert wird, ist nicht die für die katho­li­sche Leh­re typi­sche Wech­sel­wir­kung zwi­schen Natur und Gna­de, son­dern jene zwi­schen Sozio­lo­gie und Psy­cho­ana­ly­se, wel­che den Ein­fluß der Gna­de völ­lig igno­rie­ren — wenn nicht nur in der unan­ge­mes­se­nen Bedeu­tung einer psy­cho­lo­gi­schen Stär­kung ver­stan­den — und betrach­tet die Natur aus­schließ­lich in ihrer ver­zwei­fel­ten Unfä­hig­keit, sich zu bes­sern.

„Feldlazerett“ für die Euthanasie des Geistes

Folg­lich liegt die ein­zig mög­li­che Lösung in dem unver­meid­li­chen ‚Feld­la­za­rett‘ nicht dar­in, die Krank­hei­ten mit einer pas­sen­den The­ra­pie zu behan­deln, son­dern den auf­ge­nom­me­nen, inte­grier­ten und glück­li­chen Pati­en­ten „ster­ben zu hel­fen“. Was soll man sagen? Eutha­na­sie des Gei­stes …

Ein­ge­scho­ben in die­ses geschwät­zi­ge und nicht enden wol­len­de Rezept kom­men im vor­letz­ten [ach­ten] Kapi­tel (das das ent­schei­den­de ist), zwei­deu­tig oder unprä­zi­se aus­ge­drückt, end­lich die for­mel­len Feh­ler, wenn der erschöpf­te Leser, von den drei­hun­dert vor­an­ge­gan­ge­nen Abschnit­ten indok­tri­niert, nicht mehr im Stan­de ist dage­gen zu reagie­ren.

End­lich etwas, wor­auf man eine Ankla­ge auf­bau­en kann — was hof­fent­lich die Bischö­fe und Kar­di­nä­le zu tun begin­nen — eine expli­zi­te dok­tri­na­le Abwei­chung! Der schwer­ste Feh­ler, von dem die ande­ren her­stam­men, betrifft die mora­li­sche Anre­chen­bar­keit mensch­li­cher Hand­lun­gen, die nicht immer voll­stän­dig ist. Wohl wahr für ein­zel­ne Taten; lei­der aber han­delt es sich bei den soge­nann­ten ‚irre­gu­lä­ren Situa­tio­nen‘ um län­ger andau­ern­de Umstän­de, in die man nicht durch Schwä­che oder Unacht­sam­keit hin­ein­ge­ra­ten kann, wes­halb die Betrach­tung nicht zutref­fend ist. Von die­ser fal­schen Per­spek­ti­ve lei­tet sich die Mei­nung ab, daß nicht alle, die da in irre­gu­lä­ren Ehe­si­tua­tio­nen leben, in Tod­sün­de sind, der hei­lig­ma­chen­den Gna­de und des Bei­stands des Hei­li­gen Gei­stes beraubt. Das kann wahr­lich nur bei über­wind­li­cher Unkennt­nis gel­ten: aber ist die­se Hypo­the­se in die­sem Fall zuläs­sig? Theo­re­tisch ist es die Pflicht jedes Gläu­bi­gen — und umso mehr jedes Prie­sters — die Unwis­sen­den zu beleh­ren. Folg­lich kann die Behaup­tung, daß wer in schwe­rer Sün­de ist, ein leben­di­ges Mit­glied der Kir­che sei, nicht rich­tig sein: die Tod­sün­de ist gera­de defi­niert als Tod der See­le. Wenn wir dann, die­sem Hang wei­ter hin­un­ter fol­gend, bei der Ver­si­che­rung sind, daß der andau­ern­de Ehe­bruch im Moment die „Gabe“ sein kann, „die Gott inmit­ten der kon­kre­ten Kom­ple­xi­tät der Beschrän­kun­gen ver­langt, wie­wohl er noch nicht voll­kom­men das objek­ti­ve Ide­al dar­stellt“ (Amo­ris lae­ti­tia, 303), sind wir bei der Got­tes­lä­ste­rung ange­kom­men. Um die­se Unge­heu­er­lich­keit gera­de­zu­bie­gen hilft auch kein Zitat des hl. Tho­mas von Aquin, das instru­men­ta­li­siert und aus dem Zusam­men­hang geris­sen wur­de; das ist die Metho­de der Zeu­gen Jeho­vas.

Perfidie der Rezeption: Hauptsache es wird darüber gesprochen

Wir sind nicht über jene betrübt, die sich bemü­hen das Doku­ment in die eine oder ande­re Rich­tung zu zie­hen, um den Rück­halt für die eige­ne (nor­ma­li­sti­sche oder revo­lu­tio­nä­re) Ori­en­tie­rung zu erhal­ten; die ärge­re Per­fi­die besteht dar­in, daß auch schon allein die Ein­wän­de lei­der die Rezep­ti­on ver­stär­ken: wenn auch schlecht dar­über gespro­chen wird, Haupt­sa­che es wird dar­über gespro­chen… und je mehr dar­über gespro­chen wird, desto mehr gelangt das ent­hal­te­ne Gift in die täg­li­chen Unter­hal­tun­gen, Fern­seh­de­bat­ten, Pasto­ral­pro­jek­te, in die Men­ta­li­tät und in die all­ge­mei­ne Pra­xis. Genau so geschieht es, daß anfäng­lich unan­nehm­ba­re Ideen zur Norm wer­den; es ist exakt die­sel­be Tech­nik wie sie von den okkul­ten Gei­stern der neu­en Welt­ord­nung ein­ge­setzt wird, wel­che in nur weni­gen Jah­ren die Gesell­schaft und die Staa­ten dazu gebracht hat, sexu­el­le Abwei­chun­gen zuzu­las­sen und zu prä­mie­ren, die zuvor gene­rell und spon­tan ver­ab­scheut wur­den, und jene als Feind der Mensch­heit zu stig­ma­ti­sie­ren, die sie wei­ter­hin als das anklagt, was sie sind — die absto­ßend­ste Form der Her­ab­wür­di­gung der mensch­li­chen Per­son. Nun wird das auch in der Kir­che, unter dem Vor­wand der Anpas­sung an die Zeit und zwecks Abwä­gung von Ein­zel­fäl­len, von ein­zel­nen Kle­ri­kern ver­langt, d.h. was unzu­läs­sig war wird nun ver­pflich­tend — und wehe dem, der nicht mit­zieht!

Systematischer Angriff gegen Sakramente, die Säulen des christlichen Lebens sind

Ist es Ihnen auf­ge­fal­len? Der Angriff wur­de syste­ma­tisch gegen die­je­ni­gen Sakra­men­te geführt, die die Säu­len des gesell­schaft­li­chen und christ­li­chen Lebens sind: gegen die Ehe, Grund­la­ge der Fami­lie und der Erzie­hung zum Glau­ben und zum Leben; gegen die Beich­te, hilf­reich bei der Unter­schei­dungs­fä­hig­keit und der Kor­rek­tur des eige­nen Ver­hal­tens; gegen die Eucha­ri­stie, Prin­zip der Hei­li­gung und Band der Zuge­hö­rig­keit zur Kir­che. Die erste Säu­le wur­de zer­stört durch die neu­en Annul­lie­rungs­re­geln; die zwei­te sinn- und wert­mä­ßig aus­ge­höhlt durch die uner­hör­ten Emp­feh­lun­gen an die Mis­sio­na­re der Barm­her­zig­keit; die drit­te auf ein blo­ßes Sym­bol redu­ziert mit ein paar Aus­rei­ßern Rich­tung Inter­kom­mu­ni­on mit den Pro­te­stan­ten. Alle Ach­tung — nicht ein­mal Ari­us und Luther haben es geschafft, mit so weni­gen Mit­teln in so kur­zer Zeit so viel Scha­den anzu­rich­ten. In der Hit­pa­ra­de der Häre­ti­ker hat „der Uns­ri­ge“ einen ful­mi­nan­ten Sieg ein­ge­fah­ren.

Durch die Zer­stö­rung des Glau­bens an die Sakra­men­te und das über­na­tür­li­che Leben, wird unwei­ger­lich auch der — davon nicht trenn­ba­re — Glau­be an die bei­den Haupt­ge­heim­nis­se des christ­li­chen Cre­dos zunich­te gemacht: die Mensch­wer­dung, das Lei­den, der Tod und die Auf­er­ste­hung unse­res Herrn Jesus Chri­stus und die Drei­ei­nig­keit Got­tes. Auch wenn der Kate­chis­mus in umge­kehr­ter Rei­hen­fol­ge vor­geht, müs­sen wir hier die Din­gen von Grund auf betrach­ten: die Sakra­men­te schen­ken den See­len der Gläu­bi­gen tat­säch­lich die Früch­te des Heils­ge­heim­nis­ses Chri­sti, was nicht mög­lich wäre, wenn Jesus nicht der Sohn Got­tes und eins wäre mit dem Vater und dem hei­li­gen Geist. In letzt­end­li­cher Ana­ly­se also: wer die Wirk­kraft der Gna­de leug­net, leug­net den Gott der Offen­ba­rung; er ist mit ande­ren Wor­ten Apostat und Athe­ist, weil es in sei­nen Erwä­gun­gen nichts als den Men­schen gibt. Ein wür­di­ger Erbe und Fort­set­zer jenes pro­mi­nen­ten Pur­pur­trä­gers also, der sich durch frei­wil­li­ge Eutha­na­sie aus­ge­löscht hat und der seit lan­gem gesagt hat­te, er wis­se nicht, war­um der Vater den Sohn lei­den hat las­sen! Die Bibel zu lesen hät­te ihm genü­gen kön­nen, der er doch als Groß­mei­ster unter den Schrift­ge­lehr­ten gehan­delt wur­de.

Divide et impera: der „revolucionero“ pulverisiert die Einheit des Volkes Gottes

Nun, wenn es wahr sein soll­te, daß man wenig­stens ein ganz klein wenig von der letz­ten päpst­li­chen Ver­öf­fent­li­chung gele­sen haben muß, wol­len wir doch ver­mei­den, in die Fal­le zu gehen, indem wir uns fan­gen und ver­gif­ten las­sen und dar­über ver­ges­sen, in die­ser histo­ri­schen Bedräng­nis die ein­zig wirk­lich not­wen­di­gen und nutz­brin­gen­den Din­ge zu tun — wel­che sogar in tra­di­tio­nel­len Krei­sen, lei­der Got­tes, nicht zur Genü­ge prak­ti­ziert wer­den, die es ris­kie­ren, sich in Pole­mi­ken zu erge­hen und abzu­re­agie­ren, die letzt­end­lich nichts ändern außer unse­rem Gemüts­zu­stand. Beten wir, opfern wir, tun wir Buße (aber ernst­haft, nicht nur in Wor­ten) und, wenn wir Zeit und Lust zu lesen haben, pfle­gen wir den wah­ren Glau­ben. Las­sen wir uns nicht den Genuß und das Ver­gnü­gen an dem Schatz rau­ben, den wir besit­zen, sol­cher­art den Frie­den und die Hei­ter­keit des­je­ni­gen ver­lu­stig gehend, der die Wahr­heit kennt und bemü­hen wir uns, nach ihr zu leben mit der Hil­fe der Gna­de und dem not­wen­di­gen per­sön­li­chen Ein­satz.

In Anbe­tracht des­sen, daß die dok­tri­nel­le und pasto­ra­le Zer­trüm­me­rung der katho­li­schen Kir­che, die in Wirk­lich­keit seit Jahr­zehn­ten im Gan­ge ist, nun­mehr offi­zi­ell bestä­tigt wur­de, beten wir ohne Unter­laß für sie, deren Erb­fein­de ver­su­chen die Ein­heit zu unter­mi­nie­ren, um sie zu domi­nie­ren und zu ver­nich­ten. Divi­de et impe­ra: der „revo­lu­cio­ne­ro“ hat, trotz sei­ner beschränk­ten kul­tu­rel­len Bil­dung, wenig­stens eine Sache gelernt — und wen­det sie stau­nens­wer­ter Wei­se an — und pul­ve­ri­siert dabei die Ein­heit des Vol­kes Got­tes. Beten wir auch für­ein­an­der um die rich­ti­ge Unter­schei­dungs­fä­hig­keit: für die Prie­ster in der Seel­sor­ge ange­sichts der schwe­ren Ent­schei­dun­gen, die sie zu tref­fen haben; für die Gläu­bi­gen ange­sichts des Ver­hal­tens, daß sie in „pfarr­li­che Kom­mu­nen“ zei­gen müs­sen, in denen Miß­brauch und Sakri­le­gi­en zur gän­gi­gen Pra­xis wer­den, wenn sie es nicht schon sind. „Ein Bru­der, dem sein Bru­der hilft, ist wie eine unein­nehm­ba­re Festung“ (Spr 18, 19): ich kann aus per­sön­li­cher Erfah­rung garan­tie­ren, daß das hilf­rei­che Ein­grei­fen ande­rer es ermög­licht, auch die schwer­sten Prü­fun­gen mit einer uner­klär­li­chen Fröh­lich­keit und Hei­ter­keit zu bestehen. Der Herr wird mit der Wohl­tat lie­ben­der Treue auch jene beloh­nen, die für den armen Prie­ster betet, der die­se Zei­len schreibt.

*Don Elia ist das Pseud­onym eines katho­li­schen Prie­sters, der 1995 geweiht wur­de und in einer ita­lie­ni­schen Diö­ze­se wirkt, die der Kir­chen­re­gi­on Lati­um ange­hört und direkt dem Hei­li­gen Stuhl unter­steht. Um sei­ne prie­ster­li­che Tätig­keit „in Ruhe und zum Wohl auch jener Gläu­bi­gen fort­set­zen zu kön­nen, die mei­ne Posi­tio­nen zur Lage der Kir­che nicht tei­len“, betreibt er unter sei­nem Pseud­onym zusam­men mit ande­ren Prie­stern den Blog La Scu­re (Die Axt. Iam enim secu­ris ad radi­cem arbo­rum posi­ta est, Mt 3, 10). Die Zwi­schen­ti­tel wur­den von der Redak­ti­on ein­ge­fügt.

Erst­ver­öf­fent­li­chung: Chie­sa e post­con­ci­lio
Über­set­zung: K.H.
Bild: Vatican.va (Screen­shot)

 

3 Kommentare

  1. End­lich eine prä­zi­se Dar­stel­lung der defi­ni­ti­ven Häre­sie, die Amo­ris Lae­ti­tia dar­stellt.
    Ber­go­glio ist damit nicht der erste päpst­li­che Häre­ti­ker der Kir­chen­ge­schich­te, aber der erste, der die­ses vor der gesam­ten Öffent­lich­keit tut.
    Nur bleibt die Fra­ge, was zu tun ist. Zuschau­en und wei­ter mit­ma­chen ist für mich nicht die rich­ti­ge Hal­tung. Mit die­sem Gehor­sam der Gläu­bi­gen hat man auch die Lit­ur­gie­de­form durch­drücken kön­nen.
    Als Katho­lik braucht man die nor­ma­le Pfarr­ge­mein­de nicht so wie ein Pro­te­stant. Aber gera­de die bis­her glau­bens­treu­en Grup­pen wie das Opus Dei sind auch immer papst­treu und wer­den auch hier Ber­go­glio hin­ter­her­lau­fen.
    Für mich bleibt, mit wachen Augen die wei­te­re Ent­wick­lung anzu­se­hen und ggf. aus der Kir­che aus­zu­tre­ten. Denn Geld­ent­zug ist für die deut­sche Kir­che die größ­te Stra­fe.

  2. Men­ta­li­täts­wech­sel durch Ände­rung des Gesichts der Kir­che, in ein Gesicht das mensch­li­cher und Barm­her­zi­ger sei. K. Kas­per pro­pa­giert dies und wird gern gehört. Letzt­lich führt dies zur ange­streb­ten Ände­rung der Leh­re.
    Frei nach Gram­sci der auf eine kul­tu­rel­le Ver­än­de­rung abziel­te um poli­ti­schen Ein­fluß zu gewin­nen.

    • „Men­ta­li­täts­wech­sel durch Ände­rung des Gesichts der Kir­che“

      Vor kur­zem wur­de ich wie­der ein­mal der schier boden­lo­sen Tri­via­li­sie­rung heu­ti­ger pro­gres­si­ver Kir­chen­wirk­lich­keit ansich­tig. Eine enga­gier­te Lai­en­grup­pe hat­te einen Fami­li­en­got­tes­dienst „frei gestal­tet“. In einer Art Pre­digt wur­de Mahat­ma Gan­dhi, Nel­son Man­de­la und (!!!) Papst Fran­zis­kus als gro­ße Revo­lu­tio­nä­re und Frei­heits­kämp­fer geprie­sen. In den Für­bit­ten bat man dar­um, dass Papst Fran­zis­kus sein Werk einer neuen(sic!) Kir­che gegen die fin­ste­ren Kräf­te des Vati­kan voll­enden möge. Papst Fran­zis­kus sei der Papst der Armen, weil er in einem klei­nen Auto ohne Chauf­feur her­um­fah­re, im Gäste­haus des Vati­kan lebe und sich wei­ger­te, rote Schu­he zu tra­gen. Die Lai­en­grup­pe, sämt­lich dem loka­len grü­nen Par­tei­spek­trum zuzu­ord­nen und stets mit teu­er­ster Out­door-Sport­klei­dung beklei­det, geriet der­ma­ßen in Rage, dass man den Ein­druck haben muss­te, die Kir­che habe vor Papst Fran­zis­kus nicht ein­mal gewusst, dass es Armut gibt und sei nichts ande­res gewe­sen als eine fin­ste­re, mafiö­se Orga­ni­sa­ti­on. Musi­ka­lisch wur­de der Got­tes­dienst dann im Det­lev Jöcker Stil „gestal­tet“, was die enga­gier­ten Damen und Her­ren dann sogar zum Mit­schwin­gen ani­mier­te. Beson­ders impo­nie­rend fand ich die vor­ge­tra­ge­ne „Visi­on“ von Flug­zeu­gen, die bald kein Flug­ben­zin mehr benö­ti­gen wer­den, so dass wir dann alle CO2 frei in den Urlaub flie­gen kön­nen.

      Ob solch ideo­lo­gi­scher Schlicht­hei­ten ver­mag man nur zu stau­nen. Mit christ­li­chem Glau­ben hat das alles wenig zu tun, es ist ein belie­big vari­ier­ba­res Welt­bild, das nicht ein­mal bean­spru­chen kann, tief­grün­dig zu sein, son­dern sich auf einer Ebe­ne des Bana­len bewegt, die eine ernst­haf­te Aus­ein­an­der­set­zung mit den pro­gres­si­ven The­sen schlicht als Zeit­ver­schwen­dung erschei­nen lässt. Es ist bit­ter, aber die­ses Pon­ti­fi­kat ist das der völ­li­gen Seicht­heit im theo­lo­gisch Unbe­stimm­ten. Man han­delt nur mit Zitro­nen und es bleibt bei sol­chen Ver­an­stal­tun­gen stets der scha­le Bei­geschmack, ein Stück düm­mer gewor­den zu sein als vor­her.

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