Ostern ohne Priester — Im Bistum Basel eine „ausgezeichnete“ Lösung

Ostern ohne Priester - eine "ausgezeichnete" Lösunng
Ostern ohne Priester - eine "ausgezeichnete" Lösunng

(Basel) Sieht so das Ostern der Zukunft aus? Ist das der „neue Schwei­ze­ri­sche Früh­ling“ des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils? Das Schwei­zer Fern­se­hen berich­te­te über eine Pfar­rei im Bis­tum Basel, die Ostern ohne Prie­ster fei­er­te und das „gut“ fand.

Die Rede ist nicht von einem fer­nen Mis­si­ons­land am Ende der Welt, in das erst­mals Mis­sio­na­re gelan­gen. Die Rede ist von uraltem christ­li­chem Boden in Euro­pa, vom Schwei­zer Kan­ton Aar­gau im Bis­tum Basel. 50 Jah­re nach dem ver­kün­de­ten „neu­en Früh­ling“ des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils fei­er­te die Pfar­rei Suhr das höch­ste Fest im Kir­chen­jahr, die Auf­er­ste­hung Jesu Chri­sti, ohne Prie­ster.

Der Schwei­zer Rund­funk berich­te­te am Oster­sonn­tag aus­führ­lich über „Ostern ohne den Prie­ster“. „Es feh­len die Prie­ster: Lit­ur­gie in eini­gen Pfar­rei­en der Inner­schweiz von Lai­en und Frau­en zele­briert“, so die Schlag­zei­le von RSI, der ita­lie­ni­schen Abtei­lung des öffent­lich-recht­li­chen Schwei­zer Radio und Fern­se­hens.

Die Radio­te­le­ve­sio­ne Sviz­ze­ra (RSI) sen­de­te in den Nach­rich­ten einen Film­be­richt:

Ostern ohne den Priester

„Der Prie­ster­man­gel bringt vie­le katho­li­sche Gemein­schaf­ten der Schweiz in Schwie­rig­kei­ten, da sie Meß­fei­ern nicht ein­mal an den wich­tig­sten Festen, wie Ostern, garan­tie­ren kön­nen. Um dem Prie­ster­man­gel in eini­gen Orten zu begeg­nen, blei­ben die Kir­chen geschlos­sen und die Gläu­bi­gen müs­sen sich anders­wo­hin bege­ben. Die Diö­ze­se Basel gewähr­te hin­ge­gen auch den Lai­en und den Frau­en das Zele­bra­ti­ons­recht. Mit dem Pla­cet des Bischofs kön­nen auch sie alle Sakra­men­te zele­brie­ren mit Aus­nah­me der Eucha­ri­stie und der Beich­te.
In Suhr im Kan­ton Aar­gau zum Bei­spiel wur­de der Got­tes­dienst, bei Anwe­sen­heit von meh­re­ren hun­dert Gläu­bi­gen, von der Theo­lo­gin Rita Wis­mann, Mut­ter von zwei Kin­dern, zele­briert, die zwei­mal im Monat die Auf­ga­ben des Pfar­rers über­nimmt, sich um die Seel­sor­ge küm­mert und Ehen schließt: ‚Für mich ist die Seel­sor­ge Begeg­nung mit den Leu­ten; wenn wir uns zurück­zie­hen, indem wir am Sonn­tag die Kir­chen auf­ge­ben, wer­den wir noch mehr Gläu­bi­ge ver­lie­ren. Die Frau­en haben die glei­chen Stu­di­en, sie haben die glei­che Vor­be­rei­tung wie die Män­ner‘, betont sie.
Für die Gläu­bi­gen han­delt es sich um eine gute Lösung: ‚Der Prie­ster­man­gel führt dazu, daß die Frau­en neue Rol­len über­neh­men, und ich sehe nicht, war­um dem nicht so sein soll­te‘, sagt eine von ihnen. Und eine ande­re erklärt: ‚Sie spre­chen von einer Not­lö­sung, jeden­falls sagt das der Bischof, aber für mich ist das eine aus­ge­zeich­ne­te Lösung.‘“

Die Fra­ge nach den Ursa­chen des Prie­ster­man­gels wird nicht erör­tert, eben­so­we­nig der Pro­te­stan­ti­sie­rungs- und Säku­la­ri­sie­rungs­druck, der in der Deutsch­schweiz herrscht. Die „Not­lö­sung“ von Bischof Felix Gmür von Basel wird nicht hin­ter­fragt, son­dern als „aus­ge­zeich­net“ gelobt. Im RSI-Bericht wird der Grund dafür deut­lich aus­ge­spro­chen: weil die­se „Lösung“ in Rich­tung „Frau­en­prie­ster­tum“ drängt. Hin­ter dem „Bas­ler Weg“ steht ein ideo­lo­gi­scher Druck, wie die Theo­lo­gin Wis­mann unver­blümt anklin­gen läßt. Sie habe Theo­lo­gie stu­diert, sei „aus­ge­bil­det und vor­be­rei­tet“ wie die Män­ner und  — vor allem — sie wol­le. Für die Gläu­bi­gen sei es dann, so Wis­mann, ganz gleich, ob der Seel­sor­ge ein Man oder eine Frau ist.

Eine sol­che Hal­tung bemüht sich erst gar nicht um Prie­ster­be­ru­fun­gen, die, sie Chri­stus sagt, vom Vater erbit­tet wer­den müs­sen. Die Theo­lo­gin Wis­mann braucht gar kei­ne Prie­ster. Ihr theo­lo­gi­sches Ver­ständ­nis endet bei einer for­mal „glei­chen Aus­bil­dung“. Der Prie­ster­man­gel wird in den Augen einer sol­chen Hal­tung sogar zur will­kom­me­nen „Chan­ce“ und „Gele­gen­heit“, denn sie öff­net den Zugang ins Pres­by­te­ri­um. Eine sol­che Theo­lo­gie, die sich auf Ideo­lo­gie reimt, haust die Kir­che ab und „fin­det das gut so“, ja sogar „aus­ge­zeich­net“. Die Lee­re der Innen­ge­stal­tung der Pfarr­kir­che von Suhr spricht dazu eine „nüch­ter­ne“ Spra­che.

Bischof von Basel, der größ­ten Schwei­zer Diö­ze­se, ist seit 2010 Msgr. Felix Gmür. Er gilt seit­her als „libe­ra­ler Hoff­nungs­trä­ger“ unter den Schwei­zer Bischö­fen, so der Tages-Anzei­ger.

Vor­gän­ger Gmürs war Kar­di­nal Kurt Koch, den Papst Bene­dikt XVI. als Vor­sit­zen­den des Päpst­li­chen Rates zur För­de­rung der Ein­heit der Chri­sten nach Rom berief. Des­sen Vor­gän­ger war nur weni­ge Mona­te im Amt, bis 1995 bekannt wur­de, daß er eine sexu­el­le Bezie­hung zu einer Frau unter­hielt, die von ihm schwan­ger wur­de. Er gab das Bischofs­amt und das Prie­ster­tum auf, wur­de lai­siert und hei­ra­te­te die Mut­ter sei­nes Kin­des.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: RSI (Screen­shots)

3 Kommentare

  1. Kin­der­gar­ten, lae­cher­lich lei­der nicht mehr Katho­lisch, das loest sich von selbst auf, der Auf­re­gung nicht wert.

  2. Da feh­len einem wirk­lich die Wor­te. Wäh­rend wegen des „Prie­ster­man­gels“ Din­ge wie die­se gesche­hen, ohne dass jemand, der dazu ver­pflich­tet wäre, ein öffent­li­ches Wort dage­gen spricht, wer­den gute, wah­re, Chri­stus erge­be­ne Prie­ster iso­liert und ihrer prie­ster­li­chen Pflich­ten beraubt.
    Das macht ein­fach unend­lich trau­rig. Aber anstatt wei­ter zu kla­gen, wer­de ich jetzt auf mei­ne Knie fal­len und den auf­er­stan­de­nen Herrn, den König der Köni­ge, bit­ten, sich sei­ner Kir­che zu erbar­men und sie nach SEINEM Sinn wahr­haf­tig zu erneu­ern. „Betet, betet, betet!“ — sagt die Köni­gin des Frie­dens.

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