Priesterzölibat — Verheiratete Priester vorstellbar, wenn sie in völliger Enthaltsamkeit leben

Priesterzölibat: Vorbild Jesu und apostolisches Modell
Priesterzölibat: Vorbild Jesu und apostolisches Modell

(Rom/Me­xi­ko-Stadt) Eine Dis­kus­si­on, die seit 20 Jah­ren been­det schien, ist durch die Wahl von Papst Fran­zis­kus neu aus­ge­bro­chen. Der Prie­ster­z­ö­li­bat steht wie­der unter Beschuß. An ihm rie­ben sich im Lau­fe der Kir­chen­ge­schich­te immer wie­der die Gei­ster. Nur die katho­li­sche Kir­che ver­moch­te ihn inner­halb der Chri­sten­heit auf­recht­zu­er­hal­ten. Die ortho­do­xe Kir­che hält an des­sen Rich­tig­keit fest, konn­te ihn aber nur für Mön­che und Bischö­fe bewah­ren. Der Weltk­le­rus kann ver­hei­ra­tet sein, sofern der Kan­di­dat zum Zeit­punkt der Prie­ster­wei­he bereits ver­hei­ra­tet ist. Nach der Prie­ster­wei­he ist eine Ehe­schlie­ßung auch bei den Ortho­do­xen aus­ge­schlos­sen. Eben­so ist beim even­tu­el­len Tod der Ehe­frau eine erneu­te Hei­rat nicht mög­lich. Eini­ge neue­re Bücher lie­fern inter­es­san­te Bei­trä­ge zur Dis­kus­si­on.

Die pro­te­stan­ti­schen Kon­fes­sio­nen und Deno­mi­na­tio­nen haben mit Mar­tin Luther den Zöli­bat ver­wor­fen. Luther, selbst ein aus­ge­sprun­ge­ner Mönch, hei­ra­te­te eine aus­ge­sprun­ge­ne Klo­ster­frau. Mit die­sem per­sön­li­chen Lebens­wan­del wird unter ande­rem erklärt, war­um der Pro­te­stan­tis­mus die Ehe nicht als Sakra­ment aner­kennt, son­dern dar­in mit Luther nur „ein welt­lich Ding“ sieht.

Der Priesterzölibat als Beleg für den Anspruch, die wahre Kirche Jesu Christi zu sein

Nicht die gan­ze katho­li­sche Kir­che ist heu­te aber dank­bar dafür, in die­sem Punkt den höch­sten Stand bewahrt zu haben und damit einen Beleg für den Anspruch vor­wei­sen zu kön­nen, wah­re Kir­che Jesu Chri­sti zu sein. Die sexu­el­le Revo­lu­ti­on der 1960er Jah­re brach­te das The­ma Zöli­bat erneut auf den Tisch und köchelt seit­her vor sich hin. Bischö­fe im deut­schen Sprach­raum drücken meist ein Augen zu, wenn ein Prie­ster sich eine Kon­ku­bi­ne hält, oder auch bei­de Augen, wenn – wie in einer öster­rei­chi­schen Diö­ze­se – ein Pfar­rer ganz offi­zi­ell mit sei­ner stan­des­amt­lich ange­trau­ten Frau und sei­nen Kin­dern zusam­men­lebt. Der Applaus ver­wirr­ter Katho­li­ken, die ihre Mei­nun­gen mehr den Mas­sen­me­di­en ent­neh­men als dem Kate­chis­mus, ist gesi­chert.

Zu den Wort­füh­rern der jüng­sten Angriffs­wel­le gegen den Prie­ster­z­ö­li­bat gehö­ren vor allem Theo­lo­gen und Bischö­fe des deut­schen Sprach­raums. Sym­bol­ge­stalt ist ein Lieb­ling der poli­ti­schen Lin­ken, der inzwi­schen eme­ri­tier­te öster­rei­chi­sche Mis­si­ons­bi­schof Erwin Kräut­ler mit sei­ner „Ama­zo­nas-Werk­statt“. Hin­ter ihm steht der ein­fluß­rei­che­re bra­si­lia­ni­sche Kar­di­nal Clau­dio Hum­mes, ein dekla­rier­ter Wäh­ler von Papst Fran­zis­kus, der dem Neu­ge­wähl­ten den Papst-Namen Fran­zis­kus sug­ge­riert haben soll. Hum­mes ist seit lan­gem als Geg­ner des Prie­ster­z­ö­li­bats bekannt.

Zwei „mexikanische“ Publikationen

Die anhal­ten­de Dis­kus­si­on för­dert jedoch auch eine Ver­tie­fung der Zöli­bats­fra­ge, die in einer Rei­he von Publi­ka­tio­nen Nie­der­schlag gefun­den haben. Zwei davon haben mit Mexi­ko zu tun.

Im deut­schen Sprach­raum gab es unter Bischö­fen und Prie­stern irra­tio­na­le Hoff­nun­gen, Papst Fran­zis­kus könn­te bei sei­nem Mexi­ko-Besuch einen Hand­streich wagen und den Prie­ster­z­ö­li­bat durch voll­ende­te Tat­sa­chen kip­pen. Offen­bar hat­te sich die Chia­pas-Legen­de vom „indi­ge­nen Kle­rus“ — eine Mischung aus Sozi­al­ro­man­tik, „guten Wil­den“ und Drit­te-Welt-Mythos — in eini­gen Köp­fen ver­selb­stän­digt. In Mexi­ko selbst ist man jedoch ganz ande­rer Mei­nung als im deut­schen Sprach­raum. Im katho­lisch­sten Land Latein­ame­ri­kas ist nur eine klei­ne Min­der­heit für eine Ände­rung. Sogar in der Diö­ze­se San Cri­sto­bal de las Casas, die von 1970–2000 eine Art „Chia­pas-Werk­statt“ gegen den Zöli­bat war, beton­te der heu­te amtie­ren­de Bischof, daß die zahl­reich vom Vor­gän­ger über­nom­me­nen ver­hei­ra­te­ten Dia­ko­ne „kei­ne For­de­rung erhe­ben, ein ver­hei­ra­te­tes Prie­ster­tum anzu­stre­ben“.

In Mexi­ko, wor­auf der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster auf­merk­sam mach­te, sind zwei Bücher erschie­nen, die sich ent­schie­den gegen die Auf­he­bung des prie­ster­li­chen Zöli­bats und gegen ein Prie­ster­tum more uxorio aus­spre­chen. Bei­de Autoren sehen im ortho­do­xen wie im pro­te­stan­ti­schen Modell einen schwer­wie­gen­den Bruch mit der Tra­di­ti­on der latei­ni­schen Kir­che. Einer Tra­di­ti­on, die direkt auf das Vor­bild Jesu und der Apo­stel zurück­geht. Meh­re­re Apo­stel waren bereits ver­hei­ra­tet, als Jesus sie in Sei­ne Nach­fol­ge berief. Dazu gehör­te auch Petrus. Sie leb­ten jedoch nach der Ein­set­zung des Prie­ster­tums und dem Pfing­st­er­leb­nis in völ­li­ger Ent­halt­sam­keit. Die Apo­stel und ihre Ehe­frau­en waren wie Bru­der und Schwe­ster. Das christ­li­che Prie­ster­tum war daher von Anfang an zöli­ba­tär und ent­halt­sam.

Jean Meyer: Aufhebung des Zölibats wäre unverständlicher Rückschritt

Vittorio Moretto übr den Priesterzölibat
Vit­to­rio Moret­to übr den Prie­ster­z­ö­li­bat

Jean Mey­er, ein fran­kome­xi­ka­ni­scher Prie­ster ist Autor von Stan­dard­wer­ken über die Cri­stia­da, den katho­li­schen Wider­stand gegen die anti­kle­ri­ka­le, frei­mau­re­ri­sche Dik­ta­tur im Mexi­ko der 1920er Jah­re. Von ihm stammt das Buch „El celi­ba­to sacer­to­dal. Su histo­ria en la Igle­sia cató­li­ca“ (Der Prie­ster­z­ö­li­bat. Sei­ne Geschich­te in der katho­li­schen Kir­che). Das zwei­te Buch stammt vom ita­lie­ni­schen Prie­ster Vit­to­rio Moret­to, einem Com­bo­ni-Mis­sio­nar, der nach Ein­sät­zen in Euro­pa und Afri­ka seit 17 Jah­ren in Mexi­ko wirkt. Moret­tos Buch trägt den Titel: „Il celi­ba­to dei pre­ti. Una sfi­da semp­re aper­ta“ (Der Zöli­bat der Prie­ster. Eine immer offe­ne Her­aus­for­de­rung).

Für Mey­er wäre die Zulas­sung ver­hei­ra­te­ter Män­ner zum Prie­ster­tum grund­sätz­lich ein eben­so bedenk­li­cher wie unver­ständ­li­cher Rück­schritt, weil nie­mand ernst­haft ver­lan­gen kön­ne, von einem erreich­ten schon erreich­ten höhe­ren Niveau frei­wil­lig auf ein nied­ri­ge­res hin­ab­zu­stei­gen.

Pater Moret­to leg­te eine umfas­sen­de und sich an ein brei­tes Publi­kum rich­ten­de Dar­le­gung über den Sinn des Prie­ster­z­ö­li­bats vor. Es han­delt sich um ein rich­ti­ges Plä­doy­er für die Schön­heit und die Mach­bar­keit des prie­ster­li­chen Zöli­bats.

Vittorio Moretto: Apostolisches Vorbild zölibatär und enthaltsam

Moret­to schließt dabei nicht aus, daß die Kir­che auch ver­hei­ra­te­te Män­ner als Prie­ster haben könn­te. Das ent­spre­che dem Zustand der ver­hei­ra­te­ten Apo­stel, wie auch Petrus einer war. Aller­dings müs­se für die­se ver­hei­ra­te­ten Prie­ster dann auch gel­ten, was für die Apo­stel galt. Mit dem Augen­blick der Prie­ster­wei­he könn­ten sie nur mehr in völ­li­ger Ent­halt­sam­keit leben und in ihrer Ehe­frau nur mehr eine Schwe­ster sehen.

Pater Moret­to ver­weist dabei auf zwei ande­re Bücher:
Chri­sti­na Cochi­ni: Le ori­gi­ni apo­sto­li­che del celi­ba­to sacer­do­ta­le (Die apo­sto­li­schen Ursprün­ge des prie­ster­li­chen Zöli­bats), Nova Mill­en­ni­um Romae, 2011;
Cesa­re Boniven­to: Il celi­ba­to sacer­do­ta­le. Isti­tu­zio­ne eccle­si­a­sti­ca o tra­di­zio­ne aposo­to­li­ca? (Der Prie­ster­z­ö­li­bat: kirch­li­che Ein­rich­tung oder apo­sto­li­sche Tra­di­ti­on?), Edi­zio­ni San Pao­lo, 2007.

Bei­de Autoren sind Mis­sio­na­re wie Moret­to. Pater Cochi­ni ist Jesu­it und Mis­sio­nar in Chi­na und Japan. Pater Boniven­to gehört dem Päpst­li­chen Insti­tut für die aus­wär­ti­gen Mis­sio­nen (PIME) an und wirkt als Mis­sio­nar auf Papua-Neu­gui­nea, wo er seit 1992 Bischof von Vani­mo ist.

Brief an den Papst — aber keine Antwort

In einem aktu­ell von San­dro Magi­ster ver­öf­fent­lich­ten Auf­satz von Pater Moret­to geht die­ser auch auf die jüng­ste Tagung zum Prie­ster­z­ö­li­bat an der Päpst­li­chen Uni­ver­si­tät Gre­go­ria­na in Rom ein. Dort fan­den vor allem die bei­den Refe­ra­te von Kuri­en­kar­di­nal Marc Ouel­let, Prä­fekt der Bischofs­kon­gre­ga­ti­on, und von Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Pie­tro Paro­lin beson­de­re Beach­tung. Moret­to weist dar­auf hin, daß der Kar­di­nal­staats­se­kre­tär zwar eine „schö­ne“ Rede gehal­ten, „aber mit kei­nem Wort eine Pflicht zur Ent­halt­sam­keit für ver­hei­ra­te­te Prie­ster erwähnt“ habe. „Mir kommt der Zwei­fel, daß man­cher Kar­di­nal und Bischof über die­se histo­ri­sche Rea­li­tät nicht am Lau­fen­den sein könn­te“, so der Mis­sio­nar.

Pater Moret­to über­mit­tel­te sein Buch samt einem Begleit­schrei­ben auch Papst Fran­zis­kus, um sei­nen Bei­trag zur aktu­el­len Dis­kus­si­on zu lei­sten und sei­nen histo­ri­schen Exkurs und sei­ne Argu­men­te zur Ver­fü­gung zu stel­len. Eine Ant­wort aus dem Vati­kan erhielt er aller­dings nicht.

Wiederzulassung ehemaliger, nun verheirateter Priester unmöglich

Der Grund könn­te sich im Titel sei­nes jüng­sten Auf­sat­zes fin­den, der wie eine Pro­vo­ka­ti­on klingt: „Ich bre­che eine Lan­ze für ver­hei­ra­te­te Prie­ster, aller­dings unter einer Bedin­gung…“. Der Mis­sio­nar meint es dabei mit dem Vor­bild jener Apo­stel, die bereits ver­hei­ra­tet waren, aber in völ­li­ger Ent­halt­sam­keit leb­ten, durch­aus ernst. Gleich­zei­tig läßt er durch­blicken, daß eine sol­che, für ihn denk­ba­re Vari­an­te wohl kaum für die heu­ti­gen Zöli­bats­geg­ner beson­ders attrak­tiv ist. Deren For­de­run­gen sei­en jedoch Illu­si­on. Man kön­ne das Prie­ster­tum nicht 2000 Jah­re nach Chri­stus will­kür­lich neu erfin­den.

Im Post­skrip­tum schreibt Pater Moret­to: „Ich habe auch gele­sen, daß man die Idee vor­bringt, eini­ge jener Prie­ster wie­der zuzu­las­sen, die ihren prie­ster­li­chen Dienst auf­ge­ge­ben und dann gehei­ra­tet haben und heu­te eine vor­bild­li­che Ehe füh­ren.“ Doch dem, so der Mis­sio­nar, ste­he die histo­ri­sche Tat­sa­che der gesam­ten Über­lie­fe­rung ent­ge­gen und mache einen sol­chen Vor­schlag unmög­lich: „Wenn ein Ledi­ger zum Prie­ster geweiht wur­de, durf­te er danach zu kei­nem Zeit­punkt der Kir­chen­ge­schich­te mehr hei­ra­ten. Wenn er es den­noch tat, wur­de er ent­fernt. Inter­es­san­ter­wei­se ist das noch heu­te die Pra­xis in der ortho­do­xen Kir­che, obwohl sie ver­hei­ra­te­te Prie­ster zuläßt.“

Damit sei die Zer­ris­sen­heit zwi­schen Beru­fung und Frau jener Prie­ster, die vor allem unter Papst Paul VI. in gro­ßer Zahl ihr Prie­ster­tum auf­ge­ge­ben haben, um sich ihren Wunsch nach einer Frau zu erfül­len, nicht durch eine Wie­der­zu­las­sung zum prie­ster­li­chen Dienst zu lösen. Das sei ein per­sön­li­ches Dra­ma der Betrof­fe­nen, das auf einer ganz ande­ren Ebe­ne behan­delt wer­den müs­se.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL

16 Kommentare

  1. Es geht bei der Fra­ge nach Zöli­bat oder Ehe doch letzt­lich immer dar­um, dass alle in GOTT ein keu­ches Leben in Gei­ste leben.
    Auch die Sexua­li­tät ist durch JESUS aus dem Sumpf der süch­ti­gen Abhän­gig­keit von Frau und Mann her­aus­ge­nom­men wor­den. Des­halb darf es letzt­lich kei­nen Wider­spruch zwi­schen Zöli­bat und prak­tier­ter Sexua­li­tät IN dr EHE geben.
    Aber im All­tag hat der zöli­ba­tär leben­de Mensch mehr Kraft und Zeit, sie in den Dienst des Evan­ge­li­ums und der Gemein­de zu stel­len.
    Die Ehe­leu­te sind durch die leib­li­chen Kin­der in ande­rer Wei­se frei­wil­lig in die Ver­pflich­tung genom­men.
    Das Pro­blem scheint des­halb nicht gelöst, weil zöli­barär leben­de Prie­ster sich sehr leicht eli­tär vom „gemei­nen“ Kir­chen­volk abhe­ben kön­nen und sie zudem Frau­en als irgend wie bedroh­li­che Wesen anse­hen.
    Sie haben es schwer, ein­fach ech­te Geschwi­ster­lich­keit zu leben.
    Doe Lösung wäre, wenn sich bei­de, Zöli­ba­tä­re und Ehe­leu­te wie­der neu auf JESUS aus­rich­ten wür­den und bei­de fröh­lich und gelas­sen ihre beson­de­ren Auf­ga­ben in der Welt wahr­neh­men wür­den.
    Das geht, wenn sich alle wirk­lich von GOTT und JESUS lie­ben las­sen kön­nen und ihr Leben als Geschenk anneh­men kön­nen.
    Alles ande­re wird Zwang und Krampf und Unter­drückung, die ganz schnell in Frau­en­ver­ach­tung mün­den kann.
    Ehe­leu­te könn­ten auch nicht rund um die Uhr an Sex den­ken. Sie haben im All­tag keuch zu den­ken und zu leben, genau so wie die Prie­ster, denn nur so kön­nen sie ihren Kin­dern ein Leben ohne Sex­gier vor­le­ben.
    Für die sexu­el­le Inti­mi­tät ist dann immer noch Zeit. Sie gelingt am besten, wenn sie ein Geheim­nis für die Nacht bleibt.
    Dar­über hin­aus arbei­ten Prie­ster und Lai­en in der Gemein­de Hand in Hand für die Ver­kün­di­gung der Fro­hen Bot­schaft. Täten das alle, dann wäre die ERDE jetzt schon erlö­ster und vom Bösen befrei­tet.
    Es gibt nun wirk­lich genug im Sin­ne JESU zu bewe­gen und zu erneu­ern.

    Das Ziel, die Fro­he Bot­schaft JESU in die­se Welt zu tra­gen, muss den WEG bestim­men, den wir als Chri­sten idi­vi­du­ell wäh­len. Also etwas weni­ger an Sex und Zöli­bat den­ken und statt des­sen dar­über klar wer­den, was genau die Welt von gera­de uns Chri­sten braucht, um sich in JESUS erlöst zu erfah­ren. Die Welt braucht JESUS um Krie­ge, Ver­elen­dung und Hun­ger­tod zu ver­mei­den. Also von Ziel her den­ken, statt ewig auf der Stel­le zu tre­ten und sich ewig um Sex oder nicht Sex zu dre­hen. Das führt nicht wei­ter!
    Aber wir müs­sen wei­ter und wir könn­ten wei­ter! Schon auf ERDEN !!!

  2. Damit es nicht zu Ver­wechs­lun­gen kommt:
    Biblisch ist die sex. Ent­halt­sam­keit Petri nicht belegt. Es han­delt sich um eine spä­te­re Annah­me.

    Pau­lus schreibt in 1. Timo­theus 3, 1–10 (Hamp, Sten­zel, Kürz­in­ger):
    „…Wer nach einem Bischofs­amt strebt, begeht eine erha­be­ne Auf­ga­be. Der Bischof soll daher unta­de­lig sein, Mann einer ein­zi­gen Frau, .…. ein rech­ter Wal­ter in sei­nem eige­nen Haus, der die Kin­der in Zucht hält in aller Wür­de — wenn einer im eige­nen Haus nicht zu wal­ten weiß, wie soll der für die Gemein­de Got­tes sorgen.…(Gleiches gilt für Dia­ko­ne)…“

    Auch hier kann man nicht davon aus­ge­hen, dass Bischö­fe und Dia­ko­ne sei­ner­zeit ent­halt­sam zu leben hat­ten. Das jüdi­sche und auch das spä­te­re christ­li­che Prie­ster­tum waren ursprüng­lich nicht zöli­ba­tär ange­legt.
    Frei­wil­li­ge Ehe­lo­sig­keit war wie auch eine Ehe biblisch gleich­zei­tig vor­ge­se­hen.

    Strik­te Zöli­bats­re­geln in Form von Ent­halt­sam­keits­zö­li­bat sind frü­he­stens ab 300 nach Chri­stus nach­weis­bar (Syn­ode von Elvi­ra).

    • Da ant­wor­te­te Petrus: Du weißt, wir haben alles ver­las­sen und sind dir nach­ge­folgt. Was wer­den wir dafür bekom­men?
      Jesus erwi­der­te ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaf­fen wird und der Men­schen­sohn sich auf den Thron der Herr­lich­keit setzt, wer­det ihr, die ihr mir nach­ge­folgt seid, auf zwölf Thro­nen sit­zen und die zwölf Stäm­me Isra­els rich­ten.
      Und jeder, der um mei­nes Namens wil­len Häu­ser oder Brü­der, Schwe­stern, Vater, Mut­ter, Kin­der oder Äcker ver­las­sen hat, wird dafür das Hun­dert­fa­che erhal­ten und das ewi­ge Leben gewin­nen.
      (Mat­thä­us 19,27–29)

  3. Der Zöli­bat ist biblisch begrün­det! Mat­thä­us 19,12:

    „… und es gibt Ehe­lo­se, die um des Him­mels­reich wil­len sich der Ehe ent­hal­ten. Wer es fas­sen kann, der fas­se es!“

    und 1. Kor 7

    • @Ruth

      Es ist kor­rekt, dass man sich, wie Jesus in Matth. 19 sag­te, als Geschie­de­ner der Ehe zu ent­hal­ten hat und als Jemand der nicht ver­hei­ra­tet ist, der Ehe ent­hal­ten kann. Mit Got­tes Hil­fe ist dies mög­lich.

      Man kann und konn­te sich aus bibl. Sicht um des Him­mel­reich wil­len der Ehe ent­hal­ten. Man konn­te aber auch als Bischof ver­hei­ra­tet sein und Kin­der haben, wenn man die ent­spre­chen­den bibl. Schrift­stel­len nicht unter­schla­gen will, wie ich heu­te schon schrieb.

      Auch in der Ehe ist „teil­wei­se sex. Ent­halt­sam­keit“ gefor­dert (wie es auch im jüdi­schen Prie­ster­tum üblich war), um für Gebet und christl. Auf­ga­ben Platz zu schaf­fen, um hin­ter­her wie­der zusam­men­zu­kom­men usw.… 1.Korinther 7, 1–7.

      Ehe und Ehe­lo­sig­keit zugleich wur­den biblisch als von Gott gewollt beschrie­ben.

      Es geht hier nur dar­um, dass man aus den bibli­schen Schrif­ten nicht her­aus­le­sen kann, dass der ver­hei­ra­te­te Petrus von sei­ner Ein­set­zung an sexu­ell ent­halt­sam leb­te. Schrift­lich wur­de Der­ar­ti­ges ansatz­wei­se erst ca. 300 for­mu­liert.

      Ich hal­te den prak­ti­zier­ten Zöli­bat für den größ­ten Got­tes­be­weis. Trotz­dem ist er „kei­ne biblisch gefor­der­te allei­ni­ge“ Vor­aus­set­zung für ein kirchl. Amt, son­dern eine spä­ter kon­se­quent ein­ge­for­der­te Vor­aus­set­zung der Kir­che.

      • „Trotz­dem ist er „kei­ne biblisch gefor­der­te allei­ni­ge“ Vor­aus­set­zung für ein kirchl. Amt, son­dern eine spä­ter kon­se­quent ein­ge­for­der­te Vor­aus­set­zung der Kir­che.“

        Und das ist eben nicht zutref­fend, anna.c! Es beginnt schon damit, dass Jesus selbst ehe­los leb­te und er die Jün­ger in SEINE Nach­fol­ge rief. Er rief sie eben HERAUS aus ihrem bis dato bür­ger­li­chen Fisch­fän­ger­le­ben. Ich aber will euch zu Men­schen­fi­schern machen! Für Ehe, Sex, Zeu­gung von Nach­wuchs und gemüt­li­chem Kaf­fe­trin­ken war ab da kein Platz mehr, davon zeugt der gesam­te neu­te­sta­ment­li­che Befund, davon zeugt das Mar­ty­ri­um der Apo­stel. Und selbst wenn es in den wil­den Anfangs­zei­ten der Kir­che hie und da ver­hei­ra­te­te Pres­by­ter gege­ben haben soll­te, tja, mein Gott, die­se Zei­ten waren unge­fe­stigt und die Gemein­den gespal­ten: die einen folg­ten Pau­lus, die ande­ren Apol­los, wie­der ande­re fühl­ten sich Chri­stus zuge­hö­rig. Die Kir­che hat sich nach und nach unter der Füh­rung des Hei­li­gen Gei­stes zusam­men­ge­rauft und das Spe­zi­fi­sche des Chri­sten­tums her­aus­kri­sta­li­siert, und dazu gehör­te eben auch der Kle­ri­ker­zö­li­bat, den es seit Jesus in der Kir­che gab und an dem die latei­ni­sche Kir­che totz aller Wider­stän­de, aller Abspal­tun­gen und allem ver­rä­te­ri­schen Fah­ren­las­sen (Ori­en­ta­len) als ein zu ihr gehö­ren­des Wesens­merk­mal 2000 Jah­re hin­durch fest­hielt.

        Und des­halb ist es ganz naiv, bezügl. des Zöli­bats von einem „bloß kirch­li­chen Gesetz“ zu spre­chen, das die Kir­che jeder­zeit wie­der rück­gän­gig machen kön­ne. Die Kir­che hat hin­ter dem Zöli­bat immer die Ganz­hin­ga­be eines Men­schen aus Lie­be zu Gott gese­hen. Die­se Ganz­hin­ga­be kann kein Mensch aus sich her­aus bewir­ken, kei­ner sich aus eige­ner Kraft dazu ent­schlie­ßen, er wird beru­fen durch Gott, so wie auch Jesus die Apo­stel in ihr Jün­ger­sein berief. Des­halb galt die Befä­hi­gung zum Zöli­bat immer als ober­stes Kri­te­ri­um für das Vor­han­den­sein einer ech­ten Beru­fung zum Prie­ster­tum unmit­tel­bar durch Gott! Das kirch­li­che Urteil hat­te dies­be­züg­lich immer nur fest­stel­len­den Cha­rak­ter! Es wäre ja auch Wahn­sinn, woll­te man der Kir­che unter­stel­len, sie kön­ne ein­zig aus ihrem Gut­dün­ken her­aus Men­schen ab einem gewis­sen histo­ri­schen Datum per Dekret befeh­len, zöli­ba­tär zu leben, wenn man das Prie­ster­tum anstre­be, und Genera­tio­nen spä­ter kön­ne sie einen solch schwer­wie­gen­den Ein­griff in die Per­sön­lich­keits­rech­te eines Men­schen ein­fach wie­der rück­gän­gig machen, nach dem Mot­to: April, April, jetzt dürft ihr wie­der schnack­seln! Was ist denn das für eine Den­ke?? Was für ein pri­mi­ti­ves, ober­fläch­li­ches Kir­chen- und Amts­ver­stän­dis offen­bart sich in sol­chen hane­bü­che­nen Paro­len!

        Sie schrei­ben, Sie hiel­ten den prak­ti­zier­ten (Kleriker)Zölibat für den größ­ten Got­tes­be­weis. In der Tat. Er ist ein Beweis dafür, das Got­tes Gna­de und Kraft noch heu­te in der Kir­che und in den Her­zen der Men­schen leben­dig ist, dass der Hei­li­ge Geist auch heu­te Men­schen zur beson­dern Nach­fol­ge her­aus­ruft, wie damals Jesus am See von Gali­läa: Komm her­aus, lass alles ste­hen und lie­gen, ich will Dich zu einem Men­schen­fi­scher machen!

      • War­um soll­te Petrus ver­hei­ra­tet gewe­sen sein? Er hat­te eine Schwie­ger­mut­ter, kann aber, da ja auch nicht mehr der Aller­jüng­ste, Wit­wer gewe­sen sein. Das war damals nicht gar so sel­ten.
        Für mich als Fami­li­en­va­ter ist nicht vor­stell­bar, daß ein Frau und Kin­dern ver­pflich­te­ter Mann ein Leben als Wan­der­pre­di­ger beginnt. Daher gehe ich von Wit­wern­schaft aus.

  4. In der Alten Kir­che wur­den zwar ver­hei­ra­te­te Män­ner geweiht, aber von der Wei­he an gehal­ten ent­halt­sam zu leben. Das Leben mit der Ehe­frau unter einem Dach wur­de nicht gedul­det. Mit der Zeit ging man dazu über Unver­hei­ra­te­te zu wei­hen.

    Aber die Idee eines Ver­hei­ra­te­ten, der ent­halt­sam lebt ist sinn­los und kaum mach­bar. War­um dann über­haupt hei­ra­ten? Man kann doch befreun­det blei­ben. Das Haupt­ziel der Ehe sind doch Kin­der.

    Der Grund für den Prie­ster­man­gel ist doch nicht das Zöli­bat, son­dern ein völ­lig ver­schwom­me­nes nach­kon­zi­lia­res Prie­ster­bild und eine per­ma­nen­te Iden­ti­täts­kri­se bei den Schon-Prie­stern. Da die Prie­ster in jeder Hin­sicht sich von den Lai­en nicht unter­schei­den, war­um sol­len sie denn nicht hei­ra­ten? So denkt man.

    Wel­cher nor­ma­le Mann will schon von Pasto­ral­re­fe­ren­tin­nen umzin­gelt im Pres­by­te­ri­um ste­hen und backe-backe-Kuchen-Got­tes­dien­ste ver­an­stal­ten? Kei­ner! Und daher die­ser Man­gel. Die ein­zi­gen oder die weni­gen Beru­fun­gen haben die Alt­ri­tu­el­len, weil man dort sieht, wor­um es beim Prie­ster­tum geht und in der Amts­kir­che eben nicht.

  5. ‚Brief an den Papst-aber kei­ne Anwort‘.Wahrscheinlich wur­de der Brief ein­fach unter­schla­gen oder er lan­de­te in einer Schublade-oder,was eher zutref­fend wäre‑, ein­fach in den Papierkorb.Wazu erwar­ten war.…

  6. Zum The­ma wäre das hoch­in­ter­es­san­te Büch­lein „Der Kle­ri­ker­zö­li­bat“ von Kar­di­nal Alfons Maria Stick­ler zu emp­feh­len.

    • Neu auf­ge­legt im Sar­to-Ver­lag! Leh­mann, so hieß es immer, soll die gan­ze frü­he­re Auf­la­ge auf­ge­kauft und somit vom Markt genom­men haben. Wer die­ses Buch liest, der weiss auch, dass es den Kle­ri­ker­zö­li­bat von Anfang an in der Kir­che gab.

      Im Übri­gen hal­te ich sowie­so nichts von die­sem Abtau­chen in die urchrist­li­chen Anfän­ge, so als ob da die wah­re Kir­che zu fin­den wäre und alles zurück zu den Ursprün­gen gedreht wer­den müs­se. Das ist pure Eccle­si­al­ro­man­tik! Die Kir­che ist ein leben­di­ger Orga­nis­mus, der sich aus Schrift UND Tra­di­ti­on ent­wickelt. Wer immer nur auf die Schrift­be­wei­se schielt, ohne die Tra­di­ti­on zu berück­sich­ti­gen, der hackt der Kir­che ein Bein ab oder, um ein ande­res Bild zu gebrau­chen, schnei­det den Baum bis auf den Stumpf zurück. Nein, der Kle­ri­ker­zö­li­bat gehört zum Wesen der katho­li­schen Kir­che, wer ihn abschafft, schafft auch DAS iden­ti­täts­stif­ten­de Wesens­merk­mal der katho­li­schen Kir­che ab: das zöli­ba­tär-sakra­men­ta­le Prie­ster­tum nach dem Vor­bild Jesu Chri­sti.

  7. Ger­ne emp­feh­le ich in die­sem Zusam­men­hang das Büch­lein „Ver­hei­ra­te­te Prie­ster?“ von Prof. Arturo Cat­ta­neo (Hg.).

  8. Die post­kon­zi­liä­re Kir­che wrackt sich immer schnel­ler ab.
    Zufäl­li­ger­wei­se las ich vor­ge­stern noch „Opt­atam toti­us“, das Dekret des 2. Vati­kan. Kon­zils über die Prie­ster­aus­bil­dung, wo es dann u.a. auch heißt, daß „…in den Prie­ster­se­mi­na­ri­en die Kan­di­da­ten an den Zöli­bat ange­führt wer­den sol­len…“.
    Wenn man dann sieht wie schnell und wie häu­fig die­se Semi­na­ri­en zu Brut­ne­ster von Homo­phi­lie und Pädo­phi­lie wur­den, kann man ange­sichts des lau­ten Jubels der Moder­ni­sten zu die­sem Kon­sil nur don­nernd lachen.
    Daß in der all­ge­mei­nen Ver­ir­rung nun auch noch eini­ge hete­ro­se­xu­ell ori­en­tier­te Prie­ster eine Bin­dung mit einer Frau ein­ge­hen, ist lei­der all­zu­gut ver­ständ­lich;
    und bei der gro­ßen Feig­heit der mei­ste Hir­ten ist eine Monie­rung bzw. ein Ver­bot nicht zu fürch­ten.
    Zahl­reich sind inzwi­schen die Fäl­le wo lustig zusam­men­ge­haust wird (in ganz Ant­wer­pen bekannt durch zahl­rei­che Zei­tungs­ar­ti­kel der Jesui­ten­pa­ter Luc Ver­stey­len SI bei sei­nem Marie­ke (fast 40 Jah­re zusam­men): sehr rüh­rend- wobei die Jesui­ten kei­ne Zei­tun­gen lesen und die­sen Fall nicht kom­men­tie­ren);
    oder im Süden Brüs­sels ein Prie­ster, der ganz offen­her­zig im Inter­net auf der Web­site des Bis­tums über sei­ne ehe­ähn­li­che Gemein­schaft und die Vor­tei­le des „houwe­li­jcken sta­ets“ sprach (das Essen, Wäsche und Bügeln, ein Ansprech­part­ner beim Ves­per­tisch abends).
    Ein Lot­ter­la­den.
    Es ist wahr­schein­lich zynisch, aber hier muß ich doch den­ken an die drit­te Sro­phe des moder­nen Kir­chen­lieds „Selig, wem Chri­stus auf dem Weg begeg­net…“ (Neu­es Got­tes­lob Nr. 275)v, Bern­hard Schel­len­ber­ger 1978:
    „…in ihren(NVDR der Jün­ger) Taten wird die Bot­schaft Chri­sti für uns leben­dig.“
    Unsinn total: im Hoch­ge­bet betet der Prie­ster daß der Herr nicht schau­en möch­te auf unse­re Sün­den, son­dern auf den Glau­ben Sei­ner Kir­che.
    Und schon Orige­nes bete­te, daß der barm­her­zi­ge und all­mäch­ti­ge Herr uns fähig mache, Sei­ne Wor­te nicht nur anzu­hö­ren son­dern auch in Taten zu ver­wirk­li­chen.
    Alles ande­re ist Schein­hei­lig­keit, Nicht-Authen­ti­sches und zutiefst schäd­lich für die Glau­bens­ver­brei­tung.

  9. Inter­es­sant, dass die­se Dis­kus­si­on immer wie­der auf­flammt, wo die Rea­li­tät doch ein­deu­tig ist … Es gibt vie­le ver­hei­ra­te­te katho­li­sche Prie­ster, der Zöli­bat gilt nur für kath. Getauf­te.
    Evan­ge­li­sche „Über­läu­fer“ z.b., wie die eng­li­schen Bischö­fe vor ein paar Jah­ren, blei­ben ver­hei­ra­tet und wer­den im Schnell­ver­fah­ren wie­der in den Prie­ster­stand erho­ben … Aber irgend­wie muss man sie ja auch ködern, wenn sie schon frei­wil­lig eine so gut bezahl­te Stel­le wie ein ev. Bischofs­amt auf­ge­ben.

  10. Nein @Wolfgang Franz: der hl. Apo­stel Petrus war kein Wit­wer. Er war ver­hei­ra­tet, aber ohne Kin­der. (Lesen Sie bit­te mal dazu die von Papst Pius XII. emp­foh­le­nen Schrif­ten von Maria Val­tor­ta: Der Gott­mensch. Es lohnt sich über­aus zum Ver­ständ­nis von allem, wie auch dem eige­nen See­len­heil)
    Wenn es heißt, daß Petrus sofort alles ver­ließ um dem Herrn zu fol­gen oder nach­zu­fol­gen, dann muß man das ins­be­son­de­re doch für sein gei­sti­ges Leben ver­ste­hen. Er folg­te Jesus nach und das war eine lan­ge und auch schwie­ri­ge Arbeit für den Herrn: also das war eine lang­wie­ri­ge Umwand­lung, ein gro­ßer Lern­pro­zeß vom Fischer zum Apo­stel Petrus. Und bei allen war das so.
    Das heißt nicht, er hät­te mit sei­ner Frau und Ver­wand­ten kei­nen Kon­takt mehr gehabt oder wür­de über­haupt auch nicht bei ihr woh­nen bzw. im Hau­se der Schwie­ger­mut­ter, denn er war umge­zo­gen von Beth­sai­da nach Kaphar­na­um. Er war in den 3 Jah­ren des öffent­li­chen Lebens Jesu auch immer wie­der zuhau­se, denn der Herr war sehr oft in Kaphar­na­um und Umge­bung bekann­ter­ma­ßen. Und sie trenn­ten sich auch immer wie­der, waren längst mnicht die gan­ze Zeit bei­sam­men, und dann ging Petrus auch sei­nem Beruf nach als Fischer.

    Petrus hat­te ab dem Zeit­punkt sei­ner Erst­be­keh­rung sozu­sa­gen ein keu­sches Leben geführt wie alle Apo­stel, weil man nur so in beson­de­rer Wei­se beim Herrn sein konn­te, dem Hei­li­gen. Wer sich unter Sei­nen Augen befin­det, muß keusch sein in Gedan­ken, Wor­ten und Wer­ken, anders geht das gar nicht- und das gilt somit auch für die Prie­ster (und Lai­en) von heu­te.

    Es wäre ja gegen­über einer Frau unge­recht, sie zu hei­ra­ten vor oder wäh­rend oder nach dem Theo­lo­gie­stu­di­um. Man tut der Frau unrecht wie gesagt und könn­te dem Herrn nicht so die­nen wie Er es wünscht von sei­nen Prie­stern. Das heißt nicht, ein Prie­ster sol­le kei­ne guten und treu­en Hel­fe­rin­nen haben.
    Der Lieb­lings­jün­ger Johan­nes war es des­halb, weil er jung­fräu­lich und rein war wie kei­ner der ande­ren Apo­stel war und in die­ser Jung­fräu­lich­keit (und das bedeu­tet zunächst gei­sti­ge Jung­fräu­lich­keit) dem Herrn wie auch Maria sehr nahe stand. Nur er konn­te soz. zwei­ter Sohn von Maria wer­den- wegen der gro­ßen Rein­heit. Und nur ihm konn­te die Mut­ter anver­traut wer­den, konn­ten die gro­ßen Geh­im­nis­se offen­bart wer­den wegen die­ser immer­wäh­ren­den gro­ßen Rein­heit und Lie­be zu Chri­stus.

  11. Nach dem Apo­stel Pau­lus ist der Apo­stel Petrus und auch ande­re Apo­stel mit einer Schwe­ster durch die Lan­de gezogen.Was wir unter Schwe­ster zu ver­ste­hen haben, erklärt der Apo­stel lei­der nicht.

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