Vatikanisten an Papst Franziskus: „Weniger Interviews, Eure Heiligkeit. Sie stiften nur Verwirrung“

Papst, Mikrophon, Flugzeug: eine bedenkliche Kombination
Papst, Mikrophon, Flugzeug: eine bedenkliche Kombination

(Rom) „Inter­views sind nicht mei­ne Stär­ke“, hat­te Papst Fran­zis­kus am Beginn sei­nes Pon­ti­fi­kats gesagt. Wie recht er doch damit hat­te. War­um aber gibt er dann nur so vie­le Inter­views? Das fra­gen sich seit der jüng­sten flie­gen­den Pres­se­kon­fe­renz auf dem Rück­flug von Mexi­ko nach Rom zahl­rei­che katho­li­sche Beob­ach­ter in ihren Kom­men­ta­ren. Eini­ge sind zu einem kla­ren Schluß gekom­men und wagen ihn auch aus­zu­spre­chen. Ihr Wunsch lau­tet: „Weni­ger Inter­views, Eure Hei­lig­keit“.

Mit einer gewis­sen Weh­mut wird dar­an gedacht, daß fin­di­ge Anhän­ger in den ersten ver­wir­ren­den Mona­ten nach der Wahl von Papst Fran­zis­kus der Öffent­lich­keit weis­mach­ten, Jor­ge Mario Ber­go­glio gebe kei­ne Inter­views. Inter­views sei­en eine Kom­mu­ni­ka­ti­ons­form, die Fran­zis­kus wegen des impro­vi­sier­ten Cha­rak­ters der Ant­wor­ten nicht möge.

Die Illusion und der Rückflug vom Weltjugendtag

Beim Rück­flug vom Welt­ju­gend­tag 2013 in Rio de Janei­ro wur­de die katho­li­sche Welt eines bes­se­ren belehrt. Seit­her liegt der berühmt-berüch­tig­te Satz „Wer bin ich, um zu urtei­len?“ als inof­fi­zi­el­ler, doch authen­ti­sche­rer Wap­pen­spruch lastend über die­sem Pon­ti­fi­kat.

Im Sep­tem­ber des­sel­ben Jah­res folg­ten die nicht min­der umstrit­te­nen Inter­views mit der römi­schen Jesui­ten­zeit­schrift Civil­tà  Cat­to­li­ca und die höchst son­der­ba­ren Gesprä­che mit dem Athe­isten Euge­nio Scal­fa­ri. Seit­her gibt es bei jedem impro­vi­sier­ten Pres­se­ge­spräch in luf­ti­ger Höhe päpst­li­che Ergüs­se am Fließ­band. Damit änder­te Fran­zis­kus die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­form der Päp­ste, die bis­her grund­sätz­lich auf Inter­views ver­zich­tet hat­ten. Mit gutem Grund, wie sie mein­ten.

Ver­gan­ge­ne Woche reich­te die Band­brei­te von A wie Abtrei­bung bis Z wie Zika-Virus, von Johan­nes Paul II. bis Donald Trump, von Mau­ern bis Mos­kau.

Ein sich widersprechender Papst

Der Papst redet und wider­spricht sich und wider­spricht sei­nem eige­nen Wider­spre­chen und scheint es nicht ein­mal zu mer­ken. Zu Letz­te­rem gehen die Mei­nun­gen aus­ein­an­der.

Wahr­schein­li­cher ist, daß er sehr genau weiß, was er sagt und bestimm­te Reak­tio­nen und Wir­kun­gen in Rech­nung stellt, bewußt errei­chen will oder zumin­dest bil­li­gend in Kauf nimmt. Es scheint zwar zutref­fend, daß er sein Reden auf den jewei­li­gen Gesprächs­part­ner abstimmt, doch Zufall ist in den Aus­sa­gen nicht im Spiel.

Den nach­träg­li­chen Kor­rek­tu­ren, Semi-Kor­rek­tu­ren und Pseu­do-Kor­rek­tu­ren durch Vati­kan­spre­cher Pater Fede­r­i­co Lom­bar­di SJ fehlt es daher auch nicht an Tra­gik und Pein­lich­keit. Häu­fig waren die nach­ge­reich­ten Rich­tig­stel­lun­gen besten­falls halb­her­zi­ge Wider­ru­fe. Lom­bar­di, der kei­nen direk­ten Zugang zum Papst genießt, ver­mit­tel­te dabei mehr­fach den Ein­druck, etwas demen­tie­ren zu sol­len, weil es der kirch­li­chen Leh­re wider­spricht, doch gehemmt dar­in zu sein, weil die Aus­sa­ge ja tat­säch­lich der Mei­nung des Pap­stes ent­spre­chen könn­te oder nach einem Demen­ti Ton­band­auf­zeich­nun­gen vor­ge­legt wer­den, die das Gegen­teil bewei­sen. Eine fata­le Situa­ti­on.

Bekräftigung durch halbherzigen Widerruf

Der Eier­tanz etwa rund um die unsäg­li­chen Papst-Inter­views des Athe­isten Euge­nio Scal­fa­ri dürf­te kaum mehr über­biet­bar sein. Dafür wur­de das Wort vom „Scal­fa­ri-Lehr­amt“ geprägt, das den Kern der Kapi­tu­la­ti­on in sich trägt.

Zuletzt demen­tier­te Lom­bar­di nur mehr infor­mell, daß Fran­zis­kus Scal­fa­ri ver­si­chert habe, daß „alle wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen, die wol­len, zur Kom­mu­ni­on zuge­las­sen wer­den“. Gleich­zei­tig teil­te Lom­bar­di mit, daß es kei­ne offi­zi­el­le Rich­tig­stel­lung geben wer­de. Ein Demen­ti das also kei­nes war. Ohne Rich­tig­stel­lung gilt das von Scal­fa­ri Behaup­te­te. Die zwin­gen­de Schluß­fol­ge­rung: Papst Fran­zis­kus sag­te es wirk­lich so, wie es Scal­fa­ri der Welt mit­teil­te.

Glei­ches gilt für Scal­fa­ris Papst-Inter­views von 2013 und 2014, die sich heu­te fein säu­ber­lich abge­druckt in einem Sam­mel­band des offi­zi­el­len Vati­kan­ver­lags mit Papst-Inter­views fin­den. Seit­her strei­ten sich die Theo­lo­gen, ob und in wel­chem Grad Inter­views Teil des ordent­li­chen päpst­li­chen Lehr­am­tes sind.

Der Papst als Nebelwerfer

Rund um Papst Fran­zis­kus stei­gen Nebel­schwa­den auf und er selbst zün­det beson­ders flei­ßig Nebel­ker­zen.

Der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster zeig­te die­se päpst­li­che Vor­ge­hens­wei­se am Bei­spiel der Debat­te um die Lega­li­sie­rung der „Homo-Ehe“ in Ita­li­en auf: Der Papst redet und han­delt und sen­det Signa­le aus, die von der Welt prompt in einer gewis­sen, dem kirch­li­che Lehr­amt wider­spre­chen­den Wei­se ver­stan­den und auf­ge­grif­fen wer­den. Gleich­zei­tig betä­ti­gen sich der Papst und sei­ne Adla­ten als Nebel­wer­fer, um die bra­ven Katho­li­ken in Ver­wir­rung zu stür­zen und damit am Nasen­ring zu füh­ren.

Gera­de­zu hohn­haft erklär­te Papst Fran­zis­kus auf dem Rück­flug von Mexi­ko in einem Atem­zug, sich nicht in die poli­ti­schen Ange­le­gen­hei­ten Ita­li­ens ein­zu­mi­schen, und misch­te sich gleich­zei­tig in die poli­ti­schen Ange­le­gen­hei­ten der USA ein.

Bei­de Male ziel­ten die Aus­sa­gen punkt­ge­nau auf Zuspruch und Lob von der­sel­ben poli­ti­schen Sei­te ab. In bei­den Fäl­len griff der Papst die jewei­li­ge Oppo­si­ti­on gegen die regie­ren­de poli­ti­sche Lin­ke an. In bei­den Fäl­len bedeu­te­ten die päpst­li­chen Aus­sa­gen eine poli­ti­sche Ein­mi­schung, in Ita­li­en durch die demon­stra­tiv beteu­er­te Nicht­ein­mi­schung, mit der er den katho­li­schen Fami­li­en in den Rücken fiel, die sich mit bemer­kens­wer­tem Ein­satz gegen die Lega­li­sie­rung der „Homo-Ehe“ und die Gen­der-Ideo­lo­gie weh­ren, in den USA durch die knüp­pel­dicke Ein­mi­schung gegen den aus­sichts­reich­sten Her­aus­for­de­rer gegen die seit acht Jah­ren bestim­men­de Links­re­gie­rung. Der exkom­mu­ni­ka­ti­ons­scheue Papst, der bis­her nur die Mafia „exkom­mu­ni­zier­te“, aber Gestal­ten, wie die nach eige­nem Bekun­den zehn­tau­send­fa­che Kin­der­mör­de­rin und Abtreibungs‑, Scheidungs‑, Gen­der- und Eutha­na­sie-Ver­fech­te­rin Emma Boni­no als „Gro­ße“ bezeich­ne­te und damit auf die sel­be Stu­fe mit Papst Paul VI. stell­te, exkom­mu­ni­zier­te mit erstaun­li­cher Beden­ken­lo­sig­keit den Pres­by­te­ria­ner  und damit Nicht-Katho­li­ken Donald Trump aus der Chri­sten­heit.

Politische Einseitigkeit wird dem Petrusamt nicht gerecht

Auch die poli­ti­sche Ein­sei­tig­keit, die der Papst wie ein Fah­ne vor sich her­trägt, mag viel­leicht sei­nem Amt als Staats­ober­haupt gut­tun, Ita­li­en ist der gro­ße Nach­bar des Vati­kan­staa­tes, die USA sind die ein­zig ver­blie­be­ne Welt­macht. Doch Regie­run­gen wech­seln und mor­gen schon könn­te in Rom zwar ein Matteo regie­ren, aber nicht mehr Matteo Ren­zi von den Links­de­mo­kra­ten, son­dern Matteo Sal­vi­ni von der Lega Nord. Und in den USA könn­te mor­gen viel­leicht Donald Trump im Wei­ßen Haus sit­zen. Unge­ach­tet des­sen: Sei­nem Amt als Kir­chen­ober­haupt, als Nach­fol­ger des Petrus und Stell­ver­tre­ter Chri­sti auf Erden tut es gewiß nicht gut. Die Ent­schei­dun­gen und Aus­sa­gen des Pap­stes soll­ten allein sei­nem Auf­trag ver­pflich­tet sein, die Wahr­heit zu ver­kün­den und die Brü­der zu stär­ken.

Aus­sa­gen und Hand­lun­gen müs­sen sich an ihren Fol­gen mes­sen las­sen. Wel­ches Resü­mee kann zu nie demen­tier­ten Aus­sa­gen des Pap­stes über die Homo­se­xua­li­tät, über die wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen, über die Inter­kom­mu­ni­on oder den Zika-Virus gezo­gen wer­den? Die Welt liest sie als Frei­brief und die Katho­li­ken strei­ten dar­über, ob der Papst es schon so gemeint habe, wie er es gesagt habe. Die Einen mar­schie­ren ent­schlos­sen mit „päpst­li­chem Segen“ vor­wärts und die ande­ren sind in Inter­pre­ta­ti­ons­kon­flik­ten gelähmt.

Die Papst-Interviews, die „im besten aller Fälle Verwirrung stiften“

Phil Law­ler, der Chef­re­dak­teur von Catho­lic­Cul­tu­re frag­te nach der jüng­sten flie­gen­den Pres­se­kon­fe­renz: „Wie schäd­lich war das jüng­ste Papst-Inter­view? Laßt mich nach­zäh­len“. Das „Nach­zäh­len“ führ­te Law­ler zu einem ver­nich­ten­den Urteil: Die vie­len Wor­te des Pap­stes wür­den „im besten aller Fäl­le Ver­wir­rung stif­ten“. Die Schluß­fol­ge­rung Law­lers:

„Die häu­fi­gen öffent­li­chen Inter­views des Pap­stes und die unglück­li­che Liste unglück­li­cher Ant­wor­ten sind zu einer vor­her­seh­ba­ren Quel­le von Ver­wir­rung, Fru­stra­ti­on und sogar Ver­le­gen­heit für die Gläu­bi­gen gewor­den.“

Dar­aus folgt sei­ne drin­gen­de Emp­feh­lung:

„Nach­denk­li­che katho­li­sche Ver­ant­wor­tungs­trä­ger soll­ten ihren Ein­fluß ein­set­zen, um den Hei­li­gen Vater davon zu über­zeu­gen, daß er Recht hat­te [indem er frü­her ein­mal sag­te, daß Inter­views nicht sei­ne Stär­ke sei­en] und daß er jetzt irrt, wenn er Inter­views als regu­lä­ren Teil sei­ner öffent­li­chen Amts­aus­übung ein­setzt.“

Nicht anders sieht es der bekann­te Vati­ka­nist Edward Pen­tin vom New Catho­lic Regi­ster. Pen­tin fragt sich, ob die umstrit­te­nen Inter­views nicht ein zu hoher Preis sind, der zu zah­len ist, ange­sichts der Ver­wir­rung, die die­ser „infor­mel­le Stil“ stif­tet „durch einen Papst, der kein Moral­theo­lo­ge ist“.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL

35 Kommentare

  1. Da hilft nur noch das Zitat aus der Becken­bau­er-Par­odie von Ollie Dittrich vor vie­len Jah­ren in der Harald-Schmidt-Show: «Wie­so soll das ein Wider­spruch sein, wenn ich mir wider­spre­che?

    • @ Kon­stan­ti­nov

      Auf Robert Bosch( 1861–1942), dem Grün­der der Stutt­gar­ter Fir­ma Bosch geht der Aus­spruch zurück : Wos goht mi moi sau­domms Gschwätz vo geschtr a “.
      Kon­rad Ade­nau­er soll als Bun­des­kanz­ler im Deut­schen Bun­des­tag ‚als man ihm vor­hielt, „gestern“ was ande­res gesagt zu haben, als eben, den Spruch in fol­gen­der Ver­si­on über­nom­men haben: „Was geht mich mein Geschwätz von gestern an? Nichts hin­dert mich, klü­ger zu wer­den?

      In die­sem Zusam­men­hang ist die Refle­xi­ons­stu­fe Franz Becken­bau­ers ver­geichs­wei­se wesent­lich höher ein­zu­schät­zen, wenn er sagt: «Wie­so soll das ein Wider­spruch sein, wenn ich mir wider­spre­che?

      Klar! Alle ver­trau­en auf den phi­lo­so­phisch pro­gno­sti­zier­ten Erkennt­nis­ge­winn durch die hegel­sche Dia­lek­tik. Denn nach Hegel schafft bekannt­lich die Gegen­über­stel­lung zwei­er gegen­sätz­li­cher Aus­sa­gen zu einem Sach­ver­halt als The­se und Anti­the­se in der Syn­the­se eine neue Erkennt­nis­ebe­ne. Die­se führt zwangs­läu­fig in der fort­lau­fen­den Argu­men­ta­ti­on als „Geschwätz von gestern“ über ihre Nega­ti­on in der neu­en Syn­the­se II zu einem „Gewäsch von heu­te“ und damit im glei­chen Atem­zug zu einem neu­en „Geschwätz von gestern“, das in sei­ner Nega­ti­on zu einem „Gewäsch II von heu­te und so wei­ter und so fort.

      So trei­ben uns Bosch, Ade­nau­er, Becken­bau­er und Hegel über das Wider­spre­chen von Wider­sprü­chen, also immer wei­te­rem Negie­ren von Nega­tio­nen, zu immer neu­en „Geschwät­zen von gestern“ zu immer neu­en „Gewäschen von heu­te“, bis man kurz vor sei­ner Selbst-Deak­ti­vie­rung erkennt,dass das „Geschwätz von gestern“ immer das „Gewäsch von mor­gen“ sein wird.

      • ich hätt’s jetzt eher für den Leu­ten nach dem Mund reden gehal­ten, glau­be nicht, dass man für die­sen Air­pla­ne-Small-Talk gleich Hegel bemü­hen muss. Er will’s ein­fach allen recht machen, ausser den paar Dep­pen, die glau­ben, dass es die Kir­che auch schon vorm letz­ten Kon­zil gab 😀

      • @ Kon­stan­ti­nov
        Von einem Small-Talk kann gar kei­ne Rede sein! Papst Fran­zis­kus hat, wie die Vati­kan­do­ku­men­ta­ti­on und der voll­stän­di­ge Abdruck in der Würz­bur­ger Tages­post über eini­ge Zei­tungs­sei­ten hin­weg zeigt, eine sehr aus- und viel­sei­ti­ge Pres­se­kon­fe­renz abge­hal­ten, ohne vor­be­rei­te­tes Manu­skript, ledig­lich assi­stiert von Pres­se­spre­cher Lom­bar­di, der jeweils die Fra­gen von den Fra­ge­stel­lern nach deren Vor­stel­lung abge­ru­fen hat­te.
        Dabei habe ich fol­gen­den Pas­sus im Bericht von Giu­sep­pe Nar­di auf­ge­grif­fen: „Der Papst redet und wider­spricht sich und wider­spricht sei­nem eige­nen Wider­spre­chen und scheint es nicht ein­mal zu mer­ken. Zu Letz­te­rem gehen die Mei­nun­gen aus­ein­an­der.

        Wahr­schein­li­cher ist, daß er sehr genau weiß, was er sagt und bestimm­te Reak­tio­nen und Wir­kun­gen in Rech­nung stellt, bewußt errei­chen will oder zumin­dest bil­li­gend in Kauf nimmt“.

        Auf Grund die­ser Bezugs­mög­lich­keit hal­te ich es unter Zuhil­fe­nah­me des Stil­mit­tels der Iro­nie für ange­mes­sen, auf Hegel, den Leib- und Magen-Phi­lo­so­phen der Kas­pe­ria­ner hin­zu­wei­sen, mit des­sen Dia­lek­tik sich für Papst Fran­zis­kus, der über fast kei­ne uni­ver­si­täts­theo­lo­gi­sche Aus­bil­dung ver­fügt, so man­che theo­lo­gi­sche Kon­tro­ver­se, Urteils­un­si­cher­heit, aber auch Wis­sens­lücke, „über­brücken“ lässt.

    • Giu­sep­pe Nar­di for­mu­liert es wun­der­bar tref­fend:
      „Der Papst redet und wider­spricht sich und wider­spricht sei­nem eige­nen Wider­spre­chen […] Lom­bar­di, der kei­nen direk­ten Zugang zum Papst genießt, ver­mit­tel­te dabei mehr­fach den Ein­druck, etwas demen­tie­ren zu sol­len, weil es der kirch­li­chen Leh­re wider­spricht, doch gehemmt dar­in zu sein, weil die Aus­sa­ge ja tat­säch­lich der Mei­nung des Pap­stes ent­spre­chen könn­te oder nach einem Demen­ti Ton­band­auf­zeich­nun­gen vor­ge­legt wer­den, die das Gegen­teil bewei­sen. Eine fata­le Situa­ti­on.“

  2. Etwas gutes haben die­se Inter­views alle­mal: Man sieht und hört, wie Ber­go­glio wirk­lich ist (die Kör­per­spra­che, und vor allem die „Augen­spra­che“ sagen mir viel mehr als sei­ne wir­ren, ver­wirr­ten und ver­wir­ren­den Ant­wor­ten).

    Wenn er hin­ge­gen zum Bei­spiel beim Ange­lus einen schön aus­for­mu­lier­ten Text vor­liest, der viel­leicht durch meh­re­re Hän­de gegan­gen ist, dann sieht man nur „schö­nes Thea­ter“ mit einem guten Schau­spie­ler (der sich zu ver­kau­fen weiß [sor­ry, ist mir raus­ge­rutscht]).

  3. Wie­der­um ein aus­ge­zeich­ne­ter Arti­kel von Herrn Nar­di.

    Von wel­cher Sei­te stammt die Ver­wir­rung bzw. die der­art häu­fig gefähr­lich ver­wir­ren­de Kom­mu­ni­ka­ti­on durch „Papst“ Fran­zis­kus? Die Ant­wort auf die­se Fra­ge lie­fert die Bibel (Got­tes Wort) selbst: „Euer Ja sei ein Ja und euer Nein ein Nein! Alles, was dar­über hin­aus­geht, stammt vom Bösen.“ (Mätthä­us 5:37) Gott for­dert also eine kla­re Spra­che ohne Zwei­deu­tig­kei­ten.

  4. Klei­ne Chri­sten, die folg­sa­me Her­de mehr oder weni­ger, ist meist gar nicht infor­miert. Die Prie­ster sind meist Ber­go­glio-Fans. Ganz zu schwei­gen von den Bischö­fen wie Bischof Kret­sch­mann im Bis­tum Baden-Würt­tem­berg oder der Bischö­fin Drey­er im Bis­tum Rhld.-Pfalz. Nein, das ist kei­ne Miß­ach­tung der wah­ren Bischö­fe, aber die­se fres­sen dem Staat aus der Hand.
    Wo blei­ben die wah­ren Bischö­fe. Wann ist genug genug?

  5. Ein wun­der­vol­ler Papst, der spon­tan und ehr­lich auf Fra­gen der Men­schen ein­geht. Auch sei­ne Gesten sind wun­der­voll und wer­den auch so ver­stan­den.
    Gott schen­ke ihm ein lan­ges Leben.

    • Sind Sie sich bewusst, dass die Bibel (Got­tes Wort) wört­lich vor Wöl­fen im Schafs­pelz warnt? Und bekannt­lich sol­le man die heuch­le­risch-gefähr­li­chen Blen­der (gemäss Bibel) an den Früch­ten erken­nen. Die aktu­el­len Früch­te sind nach aussen hin frisch und neu, innen jedoch ver­dor­ben, faul und tod­gif­tig. Und die (ver­blen­de­te) Mas­se kann nicht genug davon krie­gen.

    • Graue Maus @ Ihr Lob­lied auf Fran­zis­kus klingt wie ein Mär­chen. So kann ein Mensch nur urtei­len, der die Fak­ten nicht kennt und nicht ken­nen will. Ich wür­de mir auch wün­schen, Sie hät­ten recht und Fran­zis­kus wäre so, wie Sie ihn beschrei­ben. Lei­der ist die Rea­li­tät eine ande­re und zwar eine sehr trau­ri­ge. Fran­zis­kus macht, wenn kein Wun­der geschieht, aus dem katho­li­schen Glau­ben einen Scher­ben­hau­fen.

    • Er ist ein Häre­ti­ker, grau­es Mäus­chen.
      Aber bit­te, fol­gen Sie ihm.
      Aber nicht über­rascht sein, wenn man dann den brei­ten Weg zur Höl­le beschrei­tend, sich dann auch in die­ser wie­der­fin­det!!

  6. Im Okto­ber 2013 war hier der Brief der Lucrecia Rego de Pla­nas an den jet­zi­gen Papst zu lesen; das sind gut zwei Jah­re her. Heu­te ist alles viel schlim­mer und er stif­tet Ver­wir­rung noch und noch, ein­mal um die­sen, ein­mal um jenen zu gefal­len; das hat nun mit „ordent­li­chem Lehr­amt“ wahr­haf­tig NICHTS mehr zu tun. Wie es bei uns hiess: wir müs­sen das Beste hof­fen und uns auf das Schlimm­ste gefasst machen (oder umge­kehrt).

  7. Ich sehe die Mög­lich­keit, dass sich Papst Fran­zis­kus ‑da er Applaus ein­heimst- womög­lich als bedeu­ten­de Figur der Zeit­ge­schich­te emp­fin­det.
    Dass er dabei Zustim­mung von Leu­ten bekommt, die sonst gar nicht viel von Kir­che wis­sen wol­len, scheint ihn nicht zu stö­ren.

  8. Mag sein das er ein­sich­tig ist und sei­ne Unfa­e­hig­keit, theo­lo­gi­sche Zusam­menha­en­ge dar­zu­stel­len, ein­ge­steht.
    Und was ist die Kon­se­quenz dar­aus ?
    Nichts, im Gegen­teil, wir sehen einen unglaub­lich eit­len Selbst­dar­stel­ler, der zu allem und jedem sei­nen Senf dazu­ge­ben muss.
    Letz­ter unfass­ba­rer Tief­punkt der Aus­fall gegen den streit­ba­ren Donald Trump.
    Sich auf das Niveau her­ab­zu­las­sen geziemt sich auch in den Facebook/Twitter/Whatsapp Zei­ten nicht.
    Und oef­fent­lich einer Per­son, wie gesagt als Papst der RKK, das Chri­sten­tum abzu­spre­chen ist der pro­le­ta­ri­sche Tief­punkt die­ses Pon­ti­fi­kats, unfass­bar.
    Gera­de im Jahr der Barm­her­zig­keit hat der Papst ueber Leu­te wie eben Trump zu schwei­gen.
    Franz braucht drin­genst ein Bus­schwei­gen in einem Trap­pi­sten­klo­ster.
    Er scha­det der Kir­che.

    • Köst­lich Ihr Kom­men­tar. Tref­fend und auf den Punkt.
      Eurer Reden sei ja ja und nein nein hab ich mal gelernt.
      Mög­li­cher­wei­se sind die regel­mä­ßig im Flie­ger geäu­ßer­ten State­ments auf gei­sti­ge Min­der­lei­stung zurück­zu­füh­ren infol­ge einer Art Höhen­krank­heit. Da der Papst ja nur über einen Lun­gen­flü­gel ver­fü­gen kann, ist das Gehirn wahr­schein­lich mit Sauer­stoff unterversorgt…sprachliche und kogni­ti­ve Aus­set­zer nicht aus­zu­schlie­ßen. Ärzt­li­che Dia­gno­se: Die Höhen­krank­heit kann zu Kopf­schmer­zen, VERWIRRUNG und Sin­nes­täu­schun­gen füh­ren.

  9. Ein Papst soll­te so auf­tre­ten und spre­chen, dass er klar ver­stan­den wird und nicht in Wort und Gestik kor­ri­giert wer­den muss. Er soll­te mehr seg­nen, als Win­ken und Küss­chen ver­tei­len. Fran­zis­kus soll­te so gese­hen, die Leh­re der Kir­che ver­kün­den und nicht im Sin­ne des Zeit­gei­stes zwei­deu­tig for­mu­lie­ren. Sei­ne Tak­tik ist auch die, ande­re für sich reden zu las­sen und dann in Ruhe die Reso­nanz abwar­ten. Das beste Bei­spiel ist das Schrei­ben an die “ Lie­ben Brü­der Frei­mau­rer „. Sein Pon­ti­fi­kat wird auch durch die unse­li­gen Syn­oden bestimmt, wel­che jetzt schon spal­ten oder Zwie­tracht ver­ur­sa­chen.

  10. Ein her­vor­ra­gen­der Arti­kel von Herrn Giu­sep­pe Nar­di.
    Gründ­lich Doku­men­tie­ren- breit Publi­zie­ren- gedie­gen Kom­men­tie­ren:
    das ist die wich­tig­ste Auf­ga­be in die­ser Epo­che.
    Das Tohu­wa­bo­hu, die Ver­wir­rung, das Durch­ein­an­der­wer­fen (alt­gr. dia­bal­l­ein) (davon auch diabolos// Teu­fel) ist das Gegen­teil des Logos, der Ord­nung, des ord­nen­den und schöp­fe­ri­schen Prin­zips.
    Ich mei­ne mich zu erin­nern, daß irgend­wo beim 1.Vatikanischen Kon­zil der schö­ne Satz fiel und geschrie­ben wur­de:
    „In der römisch­ka­tho­li­schen Kir­che ist die Ein­heit von Glau­bens­leh­re, hier­ar­chi­scher Füh­rung und Gläu­bi­ges Volk ein­zig­ar­tig ver­wirk­licht“.
    Das war ein­mal; für unse­re Tage gilt dies nicht mehr.

    In te speravi; non con­fundar in aeter­num.

    • Herr @martin eisel,
      Sie fin­den mei­nen Kom­men­tar „prie­ster­lich“, ein ande­rer Leser auf einem ande­rem Forum hat dage­gen gemut­maßt mit einem „Mili­tär mit Kon­go-Erfah­rung“ zutun zu haben.
      Bald wer­de ich mög­li­cher­wei­se noch in dem Mal­te­ser­or­den loka­li­siert (dort befin­det sich übri­gens schon S.E. Kard. Bur­ke 🙂 ).
      Im Ernst: das 1. Vati­ca­ni­sche Kon­zil gehört zum Lehr­amt der Katho­li­schen Kir­che- und wohl in vie­len Punk­ten essen­zi­ell.
      Das hat mit „prie­ster­lich“ nichts zu tun:
      jeder Katho­lik ist auf­ge­ru­fen, den Glau­ben zu leben und zu ver­tei­di­gen, Mann oder Frau, Laie oder Ordens­mit­glied, Prie­ster oder Gott­ge­weih­te Jung­frau.
      Ihre Fixie­rung auf Prie­ster scheint mir übri­gens typisch für moder­ne Milieus zu sein:
      Die Beru­fung von Schwe­stern, Non­nen und Brü­der ist nicht weni­ger son­dern anders als die eines Prie­sters.
      Kein wundr daß z.B. bei den Jesui­ten die Brü­der inzwi­schen eine aus­ster­ben­de Art sind (sic Pater Gene­ral Adol­fo Nico­las SI)

    • Nicht jede gei­sti­ge Ver­en­gung oder gar eine mili­tä­ri­sche Struk­tur von herr­schern und Beherrsch­ten aber ist „Logos“ oder „Ord­nung“. Auch schein­ba­re „Ord­nung“ kann in Wahr­heit „Unord­nung“ sein.
      Das stellt uns die Schrift mah­nend am Bei­spiel der Pha­ri­sä­er vor Augen, denen man eines NICHT vor­wee­fen kann, zumin­dest äußer­lich: dass sie nicht kla­re, logi­sche und hier­ar­chi­sche Ord­nun­gen gehabt hät­ten!

      Unser Gott ist leben­dig. Sei­ne Ord­nun­gen sind nicht unse­re Ord­nun­gen. Und der Durch­ein­an­der­brin­ger äfft Ord­nung beson­ders ger­ne nach. Und wel­cher Art Got­tes Art der Ord­nung ist, kann man schon an der Natur able­sen, deren Ord­nun­gen uns immer ein Geheim­nis blei­ben.

      In der Kir­che war nie die „per­fek­te“ Ord­nung, die Sie mit einem Satz aus dem Vat. I behaup­ten. Es genügt, sich ein Geschichts­buch auf­zu­klap­pen.

      • @zeitschnur,
        Sie beleh­ren sehr häu­fig ande­re, daß Ihre Postings nicht genau gele­sen wer­den.
        Nun: nicht ich habe behaup­tet, daß „in der Hl. Katho­li­schen Kir­che die Ein­heit von Leh­re, Hier­ar­chie und Gläu­bi­gem Volk ein­zig­ar­tig ver­wirk­licht ist“;
        die­ser Satz habe ich aus dem Gedächt­nis zitiert, und wohl han­delt es sich um eine Aus­sa­ge des 1. Vati­ka­ni­schen Kon­zils.
        Eine Ord­nung kann nie­mals „per­fekt“ sein- weil sie kon­ti­nu­ier­lich gestal­tet wird, sich im Heu­te macht (per­fi­ci­ens) und zu der Zukunft hin bewegt per­fec­turus).
        Sie haben übri­gens selbst und zurecht per­fekt mit Anfüh­rungs­stri­chen ver­se­hen.
        Ander­seits kann man schlecht alles von Vati­ca­num II in modern­ster Fas­sung anprei­sen und ver­wirk­li­chen wol­len, ohne die vor­her­ge­hen­de Kon­zi­le (und hier z.B. an her­aus­ge­ho­be­ner Stel­le das 1. Vati­ca­num) zu rezi­pie­ren- es sei, man fängt tat­säch­lich frisch und neu bei dem 2. Vati­ca­num mit etwas ganz Neu­em an:
        nur soll­te man dies dann auch ehr­lich sagen.
        Die Her­me­neu­tik der Kon­ti­nui­tät braucht man dann nicht mehr.

    • Es ist wahr, dass wir immer noch in der Kon­se­quenz aus die­sem Füh­rer­prin­zip leben. Die­ses pseu­do­ka­tho­li­sche Prin­zip hat ja gei­stes­ge­schicht­lich den Faschis­mus her­vor­ge­bracht („Ein Volk, ein Reich, ein Füh­rer“ — der Anklang ist über­deut­lich und sofort an die­se kirch­li­che Schwär­me­rei zu erken­nen) und spä­te­stens mit dem Ende des 2. WK die Men­schen bzw. dem Tod Fran­cos und Sala­zars die­sem unmensch­li­chen und gefähr­li­chen Prin­zip abhold gemacht. Nir­gends haben die Men­schen vom Katho­li­zis­mus mehr die Nase voll als in Spa­ni­en und Por­tu­gal, und jeder, der ein biss­chen den­ken kann, erkennt sofort, war­um! Ich fin­de das sehr scha­de!
      Die Flucht in die „Anar­chie“ ist des­we­gen nicht gut, aber deren gege­satz war kein „gol­de­nes Zeit­al­ter“, son­dern die ande­re Sei­te der Medail­le!

    • @zeitschnur,
      Sie haben bei den faschi­sti­schen Bewe­gun­gen bzw. Füh­rern eini­ge der wich­tig­sten ver­ges­sen:
      in Argen­ti­ni­en Peron mit dem Pero­nis­mus (damit sind wir jeden Tag kon­fron­tiert) und in eini­gen ori­en­ta­li­schen Staa­ten den loka­len Isla­mo­fa­schis­mus.

    • „Es ist wahr, dass wir immer noch in der Kon­se­quenz aus die­sem Füh­rer­prin­zip leben. Die­ses pseu­do­ka­tho­li­sche Prin­zip hat ja gei­stes­ge­schicht­lich den Faschis­mus her­vor­ge­bracht“ Zeit­schnur am 26. FEBRUAR 2016, UM 7:31, hier.

      UND:

      „Ein Teil des Epi­sko­pats „stellt sich auf die Sei­te“ einer Lai­en­in­itia­ti­ve?! Im Klar­text: sie schicken die Lai­en vor­aus!
      Das ver­kehrt an sich selbst schon alles, was recht wäre. Wenn es um die Ver­tei­di­gung der wah­ren katho­li­schen Leh­re geht, müs­sen die Leh­rer vor­an­ge­hen! Und nicht sich hin­ter einer Bewe­gung der Her­de ver­schan­zen. Wenn sie das über­haupt noch tun…“ Zeit­schnur am 24.02.2016, um 21:39 Uhr, unter https://www.katholisches.info/2016/02/23/kompromiss-bei-der-homo-ehe-mit-kirchlicher-zustimmung/

      Was soll man zu sol­cher Dop­pel­zün­gig­keit noch sagen!? Hier betreibt jemand auf die­sem Forum sei­ne ideo­lo­gi­schen Spiel­chen zum Scha­den der Kir­che! Kon­se­quen­zen???

  11. Graue Maus@:Ihr Nîckname enst­pricht voll und ganz einer grau­en Maus.Grau und kindisch,genau wie das­je­ni­ge Ihres bewih­räu­cher­ten „Idol“ im wei­ssen Anzug im Gäa­te­haus St.Marta in Rom.

    • Selig, die nichts von der Sache ver­ste­hen und den­noch schwei­gen..
      9. noch unver­öf­fent­lich­ter Maka­ris­mos

      • Graue Maus@ : „Makarismos“-was ist denn das für ein Kau­der­welsch? Maca­ro­ni oder Pizza,dss ist hier die Frage.Oder bes­ser gesagt;Der Berg hat eine Maus gebo­ren.

  12. Unter Maka­ris­mos ver­steht man land­läu­fig eine Selig­prei­sung -
    Maka­ris­mus
    Selig­prei­sung, bes. in der Berg­pre­digt
    aus griech. maka­ris­mos „Selig­prei­sung, Ver­herr­li­chung“, zu griech.
    maka­ri­ze­in „glück­lich, selig sein, rüh­men, prei­sen“, zu griech.
    makar „selig, glück­lich“

  13. Lie­be Poster. Viel­leicht soll­te man man­chen Bei­trä­gen hier mit der Ein­stel­lung begegnen,die eine schwä­bi­sche Redens­art empfiehlt:Net omol igno­rie­re! ( Schwaben!Bitte nicht auf­re­gen, wenn es nicht ganz gutes Schwä­bisch ist, bin Nord­deut­scher )

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