Verhütung: Was Paul VI. nie gesagt hat — Franziskus und eine „typisch kasuistische“ These

Papst Franziskus und Lombardi
Papst Franziskus und Lombardi

(Rom) Ver­gan­ge­ne Woche sprach Papst Fran­zis­kus über Ver­hü­tungs­mit­tel und berief sich zur Recht­fer­ti­gung auf eine Aus­nah­me­re­ge­lung sei­nes Vor­gän­ger Papst Paul VI. Der Haken an der Sache: Paul VI. hat­te nie eine sol­che Aus­nah­me­re­ge­lung erlaubt.

Auf dem Rück­flug von Mexi­ko nach Rom wur­de Papst Fran­zis­kus von den anwe­sen­den Jour­na­li­sten auf den Zika-Virus ange­spro­chen. Der Papst ver­ur­teil­te die Annah­me, Abtrei­bung könn­te unter gewis­sen Umstän­den das klei­ne­re Übel sein. Gleich­zei­tig äußer­te er jedoch, daß der Gebrauch von Ver­hü­tungs­mit­tel zur Ver­hin­de­rung von Gebur­ten in man­chen Fäl­len „ein­leuch­tend“ sein kön­ne. Dar­aus wur­den dann die Schlag­zei­len gestrickt mit dem Ein­druck, daß Papst Fran­zis­kus im Zusam­men­hang mit dem Zika-Virus zum Gebrauch von Ver­hü­tungs­mit­tel auf­ru­fe, damit letzt­lich die WHO-Zika-Panik unter­stüt­ze und vor allem eine Kurs­än­de­rung im Gegen­satz zur Enzy­kli­ka Huma­nae vitae von 1968 ver­tre­te.

Paul VI. und die Ordensfrauen in Belgisch-Kongo

Fran­zis­kus führ­te zur Recht­fer­ti­gung an, daß sein Vor­gän­ger Paul VI. in den 1960er Jah­ren Ordens­frau­en in Bel­gisch-Kon­go die Ver­hü­tung erlaubt habe, um Schwan­ger­schaf­ten zu ver­hin­dern, weil eine maro­die­ren­de Sol­da­tes­ka syste­ma­tisch ver­ge­wal­tig­te. Wört­lich sag­te Fran­zis­kus: „Paul VI. – ein Gro­ßer! – hat in einer schwie­ri­gen Situa­ti­on in Afri­ka den Ordens­frau­en den Gebrauch der Ver­hü­tungs­mit­tel für die Fäl­le von Gewalt erlaubt“. Das katho­li­sche Kir­chen­ober­haupt füg­te hin­zu, daß „das Ver­mei­den einer Schwan­ger­schaft nicht ein abso­lu­tes Übel ist und in man­chen Fäl­len, wie dem von mir erwähn­ten des seli­gen Paul VI., war das ein­leuch­tend.“ Zum Ver­gleich die offi­zi­el­le deut­sche Über­set­zung der Papst­wor­te durch den Hei­li­gen Stuhl.

Das war am ver­gan­ge­nen 17. Febru­ar. Zwei Tage spä­ter, am Frei­tag, wie­der­hol­te Vati­kan­spre­cher Pater Fede­r­i­co Lom­bar­di SJ die von Fran­zis­kus erzähl­te Geschich­te von Paul VI., die er zur Recht­fer­ti­gung sei­ner Ver­hü­tungs-Aus­sa­ge her­an­ge­zo­gen hat­te. Lom­bar­di bemüh­te sich gegen­über Radio Vati­kan, Ita­lie­ni­sche Sek­ti­on, um eine nach­träg­li­che Kor­rek­tur.

„Das Ver­hü­tungs­mit­tel oder das Kon­dom kön­nen in beson­de­ren und schwer­wie­gen­den Not­fäl­len auch Gegen­stand einer ernst­haf­ten Gewis­sens­ent­schei­dung sein. Das sagt der Papst.“

Und wei­ter:

„Das Bei­spiel das er zu Paul VI. mach­te, und der Geneh­mi­gung für Ordens­frau­en die Pil­le gebrau­chen zu dür­fen, die der schwer­wie­gen­den und anhal­ten­den Gefahr der Gewalt durch die Rebel­len im Kon­go aus­ge­setzt waren, zur Zeit der Kriegs­tra­gö­die im Kon­go, läßt ver­ste­hen, daß es sich nicht um eine nor­ma­le Situa­ti­on han­del­te, als das in Betracht gezo­gen wur­de.“

Entstehung einer Großstadtlegende: eine Rekonstruktion

Aller­dings kann sich im Vati­kan nie­mand erin­nern, daß aus­ge­rech­net Papst Paul VI., zu des­sen Lehr­amt die Enzy­kli­ka Huma­nae vitae gehört, eine sol­che „Geneh­mi­gung“ für Ordens­frau­en im Kon­go erteil­te. Noch weni­ger läßt sich ein Doku­ment fin­den, das eine sol­che Bewil­li­gung doku­men­tiert hät­te.

Dabei han­delt es sich, Katholisches.info hat­te es sofort ver­mu­tet, um eine Groß­stadt­le­gen­de, die sich seit Jahr­zehn­ten hält. Auch Papst Fran­zis­kus und sein Spre­cher Lom­bar­di sind dar­auf hin­ein­ge­fal­len. Weil sie die Paul VI. ange­dich­te­te Geschich­te so glau­ben woll­ten?

Der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster ver­such­te die Ent­ste­hung die­ser Legen­de zu rekon­stru­ie­ren. Dazu ist es not­wen­dig, bis ins Pon­ti­fi­kat von Johan­nes XXIII. zurück­zu­ge­hen.

„Es war das Jahr 1961 und die Fra­ge, ob Ordens­frau­en in Gefahr einer Ver­ge­wal­ti­gung auf Ver­hü­tungs­mit­tel zurück­grei­fen könn­ten, bei­spiels­wei­se in einem Krieg wie jenem, der gera­de im Kon­go wüte­te, wur­de drei bekann­ten Moral­theo­lo­gen vor­ge­legt“, so Magi­ster.

Die Jah­res­zahl weist auf die Ein­füh­rung der Pil­le und die damit ver­bun­de­ne Pro­pa­gan­da hin.

Die drei Theo­lo­gen waren:
Pie­tro Palazzi­ni, damals Sekre­tär der Kon­zils­kon­gre­ga­ti­on und spä­te­rer Kar­di­nal;
Franz Hürth, Jesu­it und Pro­fes­sor an der Gre­go­ria­na;
Fer­ni­n­an­do Lam­bruschi­ni, Pro­fes­sor an der Late­ran­uni­ver­si­tät.

Die drei Theo­lo­gen ver­öf­fent­lich­ten ihre Stel­lung­nah­me gemein­sam in der dem Opus Dei nahe­ste­hen­den Zeit­schrift Stu­di Cat­to­li­ci (27/1961, S. 62–72) unter dem Titel: „Una don­na doman­da: come negar­si alla vio­len­za? Mora­le esem­pli­fi­ca­ta. Un dibat­ti­to“ (Eine Frau fragt: Wie kann man sich der Gewalt ver­wei­gern? Moral am kon­kre­ten Bei­spiel. Eine Debat­te).

„Alle drei spra­chen sich dafür aus, wenn auch mit unter­schied­li­chen Argu­men­ten, daß es in einer sol­chen Situa­ti­on zuläs­sig sei, Ver­hü­tungs­mit­tel zu gebrau­chen. Das Hei­li­ge Offi­zi­um leg­te kei­nen Wider­spruch ein und die­se Posi­ti­on wur­de all­ge­mei­ne Leh­re aller moral­theo­lo­gi­schen Schu­len“, so Magi­ster.

Die Enzyklika Humanae vitae und Bosnien-Herzegowina

1968 ver­öf­fent­lich­te Papst Paul VI. die Enzy­kli­ka Huma­nae vitae und sag­te dar­in:

„Eben­so ist jede Hand­lung in sich ver­werf­lich, die ent­we­der in Vor­aus­sicht oder wäh­rend des Voll­zugs des ehe­li­chen Aktes oder im Anschluß an ihn beim Ablauf sei­ner natür­li­chen Aus­wir­kun­gen dar­auf abstellt, die Fort­pflan­zung zu ver­hin­dern, sei es als Ziel, sei es als Mit­tel zum Ziel.“

Die­se Ver­ur­tei­lung wur­de dann 1997 wört­lich in die maß­geb­li­che latei­ni­sche Fas­sung des Kate­chis­mus der Katho­li­schen Kir­che über­nom­men.

Auch nach Huma­nae vitae blieb unter Moral­theo­lo­gen die Zuläs­sig­keit des hypo­the­tisch genann­ten Bei­spiels von Ordens­frau­en im Kon­go aner­kannt. Paul VI., dem es zuge­schrie­ben wird, hat­te aller­dings nie davon gespro­chen.

1993 wur­de die Fra­ge erneut auf­ge­wor­fen, aller­dings nicht mehr im Zusam­men­hang mit dem Kon­go, son­dern mit dem Krieg in Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na. Damals war es der Moral­theo­lo­ge Gia­co­mo Per­i­co aus dem Jesui­ten­or­den, der mit sei­nem Auf­satz „Stu­pro, abor­to e anti­con­ce­zio­na­li“ (Ver­ge­wal­ti­gung, Abtrei­bung und Ver­hü­tungs­mit­tel) in der römi­schen Jesui­ten­zeit­schrift La Civil­tà  Cat­to­li­ca den Gebrauch von Ver­hü­tungs­mit­teln in einer Not­si­tua­ti­on als zuläs­sig ver­trat. Der Auf­satz hat­te unbe­an­stan­det die Vor­zen­sur durch das vati­ka­ni­sche Staats­se­kre­ta­ri­at pas­siert.

Die Kontroverse zweier Strömungen

„In Wirk­lich­keit betrifft die Kon­tro­ver­se unter Moral­theo­lo­gen von damals bis heu­te nicht, ob die bespro­che­ne Hand­lung zuläs­sig ist, son­dern die Grund­la­gen die­ser Zuläs­sig­keit“, so Magi­ster.

Man­che ver­tre­ten den Stand­punkt, daß die Zuläs­sig­keit eine „Aus­nah­me“ dar­stellt, der nach Ein­zel­fall­prü­fung wei­te­re hin­zu­ge­fügt wer­den könn­ten, und damit das Urteil von Huma­nae vitae, als „in sich ver­werf­lich“, annul­lie­ren wür­de.

Ande­re sehen im hypo­the­ti­schen Ver­hal­ten kon­go­le­si­scher oder bos­ni­scher Ordens­frau­en eine Hand­lung der legi­ti­men Selbst­ver­tei­di­gung vor Gewalt, die nichts mit einer frei­en und gewoll­ten sexu­el­len Hand­lung zu tun habe, bei der die Fort­pflan­zung aus­ge­schlos­sen wer­den soll. Das – und nur das – tref­fe die aus­nahms­lo­se Ver­ur­tei­lung von Huma­nae vitae.

Zuletzt rekon­stru­ier­te Mar­tin Rhon­hei­mer, Pro­fes­sor für Ethik und Poli­ti­sche Phi­lo­so­phie an der Päpst­li­chen Uni­ver­si­tät vom Hei­li­gen Kreuz in Rom den Streit die­ser bei­den Strö­mun­gen in sei­nem Band: „Ethics of Pro­crea­ti­on and the Defen­se of Human Life“, Washing­ton, 2010, S. 133–150.

„Typisch kasuistische“ These

Laut Rhon­hei­mer ent­spricht die zwei­te The­se getreu­er dem kirch­li­chen Lehr­amt, wäh­rend die erste The­se „typisch kasu­istisch“ sei und eine offe­ne Flan­ke gegen­über der Enzy­kli­ka Veri­ta­tis sple­ndor von Johan­nes Paul II. habe.

„Kurio­ser­wei­se schei­nen sowohl Papst Fran­zis­kus in der flie­gen­den Pres­se­kon­fe­renz vom 17. Febru­ar, und noch mehr Pater Lom­bar­di im Inter­view mit Radio Vati­kan vom 19. Febru­ar der ersten The­se zuzu­nei­gen“, so Magi­ster.

Der eine wie der ande­re unter­schei­det zwi­schen Abtrei­bung, einem abso­lu­ten Übel, das kei­ne Aus­nah­men zuläßt, und der Ver­hü­tung, von dem sie sagen, „es ist kein abso­lu­tes Übel“, son­dern „ein klei­ne­res Übel“ und las­se daher im „Not­fall oder in beson­de­ren Situa­tio­nen“ Aus­nah­men zu.

Pater Lom­bar­di zitier­te noch ein wei­te­res Bei­spiel zur Recht­fer­ti­gung der Aus­sa­ge von Papst Fran­zis­kus und ver­wies auf das Gesprächs­buch mit Peter See­wald „Licht der Welt“ von 2010, wo es um den Gebrauch von Kon­do­men im Rot­licht­mi­lieu ging, um vor anstecken­den Krank­hei­ten zu schüt­zen. Lom­bar­di „über­ging jedoch die klä­ren­de Note der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on vom 21. Dezem­ber 2010 wegen der im Anschluß an die Buch­ver­öf­fent­li­chung ent­stan­de­ne Pole­mik“, so Magi­ster.

Text: Set­ti­mo Cielo/Giuseppe Nar­di
Bild: Set­ti­mo Cie­lo

79 Kommentare

  1. Offen­sicht­lich herrscht hier eine Begriffs­ver­wir­rung aller­er­ster Klas­se vor:

    Wenn Paul VI. in HV schrieb

    „Eben­so ist jede Hand­lung in sich ver­werf­lich, die ent­we­der in Vor­aus­sicht oder wäh­rend des Voll­zugs des ehe­li­chen Aktes oder im Anschluß an ihn beim Ablauf sei­ner natür­li­chen Aus­wir­kun­gen dar­auf abstellt, die Fort­pflan­zung zu ver­hin­dern, sei es als Ziel, sei es als Mit­tel zum Ziel.“

    …dann war die Rede aus­schließ­lich von einem ehe­li­chen Akt.

    Ein Klo­ster­frau, die gegen ihren Wil­len zum Geschlechts­ver­kehr gezwun­gen wird, ist also nach Mei­nung des Autors dabei, einen ehe­li­chen Akt zu voll­zie­hen, wenn sie als Zöli­ba­tä­re von einem Kri­mi­nel­len ver­ge­wal­tigt wird?

    Inter­es­san­te The­se.

    • Ja, so ist das. Der Koitus ist ehe­li­cher Akt.
      Ein Auto bleibt auch de jure ein Kraft­fahr­zeug, selbst wenn ich den Motor mit dem Ham­mer kaputt­schla­ge.
      Sie lesen sol­che Din­ge falsch. Dies liegt zum einen an ihrer bür­ger­li­chen Teleo­lo­gie und zum ande­ren an ihrer man­geln­den Rezep­ti­ons­kom­pe­tenz, was Spra­che angeht. Dar­über kann mich auch ihr Wort­reich­tum und Ihre Intel­li­genz nicht hin­weg­täu­schen, es han­delt sich um eine typi­sche Quer­be­ga­bung. Die ist auch Grund für Ihre häu­fi­gen Pro­ble­me mit der Leser­schaft hier und sicher auch anders­wo.

      • Auf so eine dumm­drei­ste Anma­che ant­wor­te ich in der Sache nicht!

        Aber noch eine Bemer­kung zu Ihrer Rot­ze­rei von der „Quer­be­ga­bung“:
        Die „Que­ru­lan­ten der Gesell­schaft“ sind ja bekannt­lich die Leu­te, die sich auf Foren wie die­sen tum­meln und sich dar­ob selbst unend­lich leid tun.
        Woll­ten Sie also so argu­men­tie­ren, wie Sie das mir gegen­über tun, dürf­te die Gesell­schaft mit ihrem Abscheu vor Ihres­glei­chen voll­kom­men im Recht sein.

        Na?

      • Der Begriff Quer­be­ga­bung ist Fach­ter­mi­no­lo­gie für Men­schen, die auf der einen Sei­te hoch­be­gabt sind, in ande­ren Berei­chen jedoch Defi­zi­te auf­wei­sen. Das ist voll­kom­men sach­lich.
        Was Sie da nun wei­ters — auch ein wenig ver­quast — fan­ta­sie­ren und in Bezug zu mei­ner Per­son set­zen, dies hat hin­ge­gen kei­ner­lei sach­li­che Grund­la­ge. Und es soll­te Ihnen zei­gen, daß auch Sie ein Mensch sind, der eben auch nicht nur sach­lich ist.
        Es ficht mich auch nicht an: Mich mag eigent­lich jeder, der mit mir zu tun hat. Und selbst die Über­grif­fi­gen leh­re ich Respekt. Bil­den Sie sich nur nichts ein.

      • Sie haben mei­ne Anspie­lung nicht ver­stan­den… und übri­gens: mich mag auch fast jeder… und auch ich leh­re die Über­grif­fi­gen Respekt, wie Sie mir sicher ger­ne glau­ben…
        Bil­den vor allem Sie sich nicht ein, hier einen tele­pa­thi­schen Dr. Som­mer spie­len zu dür­fen und mir Pro­ble­me ein­zu­re­den, die Sie haben. Das nervt ein­fach nur.

        So und nun zurück zur Sache.

  2. Lom­bar­di kann einem leid tun. Immer wie­der muss er flap­si­ge, unkla­re Äuße­run­gen von Fran­zis­kus neu defi­nie­ren und klar­stel­len. Sein unglück­li­ches Schick­sal kann man in sei­nem Gesicht lesen. Eine kirch­li­che Auto­ri­tät soll­te wenn er die Leh­re der Kir­che nicht kennt, nicht spe­ku­lie­ren und kei­ne Aus­sa­gen machen die miss­ver­stan­den wer­den könn­ten und dann noch Papst Paul VI.falsch zitie­ren.

  3. Ich bin Postu­lan­tin gewe­sen. In einer so gefa­ehr­li­chen Situa­ti­on wuer­de ich lie­ber abrei­sen als Ver­hu­e­tungs­mit­tel benut­zen. Ver­ge­wal­ti­gung ist auch schreck­lich wenn man nicht schwan­ger wird davon.

      • Emo­tio­nal nach­voll­zieh­bar ist der Kom­men­tar, ob er unbe­dingt ver­nünf­tig ist, weiß ich nicht, denn man kann oft eben nicht abrei­sen, bevor einen das Schick­sal ereilt! Bei den Non­nen damals dürf­te auch ein Ver­pflich­tungs­ge­fühl gegen­über denen, für die sie dort da waren eine Rol­le gespielt haben.

      • Rich­tig: Es gilt Ver­ge­wal­ti­gung zu ver­hin­dern, nicht Kin­der.
        Eine Ver­ge­wal­ti­gung ist ein Übel, ein Kind nicht.
        Es han­delt sich hier um die übli­che intel­lek­tu­el­le Pro­pa­gan­da, mit der man über angeb­li­che Aus­nah­me­si­tua­tio­nen sein eigent­li­ches Ziel, die all­ge­mei­ne Zulas­sung, „Kin­der ver­hü­ten zu dür­fen“, zu beför­dern sucht.

      • @ Kir­chen-Kater

        Mit der­lei blut­leer-theo­re­ti­schem Gere­de sind Sie Leu­ten, die das alles tra­gen müs­sen, mit Sicher­heit kei­ne Hil­fe.

        Die Fra­ge, der Sie aus­wei­chen, lau­tet: Was aber tun, wenn eine Ver­ge­wal­ti­gung nicht ver­hin­dert wer­den kann?

        Oder wol­len Sie in das pro­pa­gie­ren, was die Welt pro­pa­giert: Sex hat mit Fort­pflan­zung nichts zu tun. Das folgt näm­lich aus Ihren Sät­zen. Genau die Hal­tung, die Sie doch sonst ver­teu­feln.

        Eine Frau wird in der Lage vor ein unlös­ba­res Pro­blem gestellt, was immer sie nun tut: es ist falsch! Und wenn sie Pech hat, kommt noch irgend so ein from­mes Unwe­sen und unter­stellt ihr, es sei womög­lich ja gar kei­ne Ver­ge­wal­ti­gung gewe­sen und äch­tet sie des­we­gen.

      • Wie ver­nünf­tig der Kom­men­tar von @anjali ist, bringt eine auf­merk­sa­me Lek­tü­re der akri­bisch doku­men­tier­ten und wöchent­lich abge­sen­de­ten Rppor­te der Mis­si­ons­schwe­stern in Kon­go ( beson­ders des meist betrof­fe­nen Orden: die Schwe­stern v.Hl. Herzen)(Veröffentlicht i.d. Zeit­schrift Cor Unum) ans Licht:
        spe­zi­el­le Berück­sich­ti­gung hier die Jah­re 1955 bis 1962, mit dem Haupt­brenn­punkt zwi­schen Ende 1959 und Ende 1961.
        Meh­re­re Uni­ver­si­täts­the­sen in Bel­gi­en haben das aus­führ­lich unter­sucht- im Übri­gen wur­de auch das „Ver­pflich­tungs­ge­fühl, gegen­über denen, für die sie dort da waren“ ana­ly­siert (ich ver­ste­he hier nicht gut wen @zeitschnur hier meint: die Kolo­nia­len? und im Kasai: die Balu­ba und/oder die Lulua?)
        Schick­sal ist so eine Sache;
        wenig­stens hat der Mis­si­ons­bi­schof schon vor der Unab­hän­gig­keit und in Anbe­tracht der gewal­ti­gen und unkon­trol­lier­ba­ren Sen­ti­men­ten die sofor­ti­ge Räu­mung aller Mis­si­ons­po­sten befoh­len.
        Die Ori­gi­nal­be­rich­te lesen, @zeitschnur!

      • zeit­schnur, Sie zie­hen schon wie­der fal­sche Schlüs­se. Sie wol­len doch immer sach­lich sein, also hören Sie auf zu fan­ta­sie­ren.
        Ihre Unter­stel­lung greift sowie­so nicht: Denn die Fra­ge, was tun, wenn eine Ver­ge­wal­ti­gung nicht ver­meid­bar ist, ist eine Fra­ge der Gegen­wart, im Grun­de eine der Ver­gan­gen­heit. Ver­hü­tung hin­ge­gen ist, deut­li­cher kann es das Wort doch nicht machen, eine Fra­ge der Zukunft. Und die Zukunft ist unge­wiß. Soweit sie anti­zi­pier­bar ist, hier also Ver­ge­wal­ti­gun­gen erwar­tet wer­den müs­sen, muß ich alles tun, um die­se (!) zu ver­hin­dern. Dar­auf hat sich mein Tun zu rich­ten. Das als blut­leer zu bezeich­nen, ist völ­lig unpas­send. Gege­be­nen­falls muß man die Angrei­fer töten, so blu­tig kann das tat­säch­lich abge­hen.
        Als ich jeden­falls ein­mal Zeu­ge einer (bevor­ste­hen­den) Ver­ge­wal­ti­gung wur­de, habe ich den Angrei­fer weg­ge­ris­sen — und kei­ne Kon­do­me ver­teilt. Ich hat­te nicht den Ein­druck, daß das falsch war.
        Sie ver­tei­di­gen hier — und ich wie­der­ho­le es, weil es sehr wich­tig ist — die übli­che intel­lek­tu­el­le Pro­pa­gan­da, mit der man über angeb­li­che Aus­nah­me­si­tua­tio­nen sein eigent­li­ches Ziel, die all­ge­mei­ne Zulas­sung, „Kin­der ver­hü­ten zu dür­fen“, zu beför­dern sucht.

      • Kir­chen-Kater

        „Not­falls muss man die Angrei­fer töten“…Sie mer­ken selbst, wie man hier in Grau­zo­nen der Ethik kommt, denn eine Tötung aus Not­wehr ist nur dann gerecht­fer­tigt, wenn der Angrei­fer eine Tötungs­ab­sicht hat.

        Ich habe übri­gens ja nicht gesagt, dass man nicht alle ande­ren Mög­lich­kei­ten aus­schöp­fen soll.

        Aber Sie sind im Kon­go sicher nicht als Non­nen-Custos anwe­send gewe­sen und auch sonst nicht da, wenn Hil­fe nötig wäre, und außer­dem machen Frau­en seit jeher die Erfah­rung, dass ihnen kei­ner hilft. Män­ner schon gar nicht. Und die andern Frau­en sind eher schnell dabei, sol­che Frau­en auch noch nie­der zu machen.
        Haben wir es nicht erlebt, erst kürz­lich auf der Dom­plat­te in Köln?

        Ihre Unter­stel­lung, es gehe auch mir nur drum, die all­ge­mei­ne Ver­hü­tungs­pra­xis ohne Not „ein­schlei­chen“ zu wol­len, ist bös­ar­tig.
        Dar­um geht es weder mir, noch kön­nen Sie das in die­sem Fal­le F. unter­stel­len. Es geht aus sei­nen Wor­ten nicht her­vor, nicht mal annä­hernd. Er spricht klar von einer „tra­gi­schen“ Aus­nah­me­si­tua­ti­on.

        Ihr Ver­hält­nis zur Wahr­heit ist tief gestört.

    • Wenn man aber über Jah­re hin­weg ein Schü­ler­pen­sio­nat oder Wai­sen­haus auf­ge­baut hat und die Flucht durch Gebiet maro­die­ren­der Ban­den alles ande­re als gewiß ist (man wächst da hin­ein, da das eige­ne Schick­sal von dem der Gelieb­ten zu tren­nen wäre), kurz jede Ent­schei­dung trotz Gott­ver­trau­en eine unkla­re Lage bedeu­tet, dann wer­den die Schutz­be­foh­le­nen den Aus­schlag geben.

      Sicher, vie­le wenn, wenn, wenn – aber wie­vie­le Mär­ty­rer in der Geschich­te, denen die Gna­de bei­stand, als das eige­ne Risi­ko zugun­sten Ande­rer trag­bar wur­de …

      • Dan­ke für den Hin­weis auf die­sen Aspekt. Ja, so ist das. Das sind ja alles ande­re als ein­fa­che Situa­tio­nen.

      • Ja, genau das hat­te ich eigent­lich heu­te früh um 7.52 Uhr eben­falls aus­ge­sagt — aber da war es für den Kir­chen­ka­ter wohl, weil ich es sag­te, was ganz ande­res…

        Wie nennt man das, wenn Leu­te einer Per­son, nur weil sie es ist, aus Prin­zip ans Bein tre­ten?
        Es zeugt in jedem Fall von Cha­rak­ter­lo­sig­keit und Lieb­lo­sig­keit.

      • Sie sind es zeit­schnur, die hier mit fan­ta­sier­ten Unter­stel­lun­gen agi­tiert. Aus denen Sie dann miß­bil­li­gen­de Schlüs­se zie­hen. Ihre Rhe­to­rik ver­fängt bei mir nicht und — Got­te gebe es — bei ande­ren auch nicht. Und Sie brau­chen auch nicht von sich auf ande­re zu schlie­ßen, wie auch bereits oben. Sie haben einen Dr. Som­mer bit­ter nötig! Sie sind hier ein­fach eifer­süch­tig, Sie die sach­li­che zeit­schnur. All­mäh­lich wird es lächer­lich mit Ihnen.

      • Kir­chen-kater

        1. Wel­che „fan­ta­sier­te Unter­stel­lung“?
        2. Wel­che „miss­bil­li­gen­den Schlüs­se“ (was soll da süber­haupt sein?)?
        3. Wel­che Rhe­to­rik?
        4. Wer ist Ihr Gott?
        5. Eifer­süch­tig auf wen oder was?

        Kir­che-Kater go home — das nervt und lan­weilt nur noch. Fühl mich gera­de wie im Sand­ka­sten.

        Fehlt nur noch, dass einer hier mir die Zun­ge raus streckt und „Bäh“ sagt.

        Und das Tra­gi­sche ist: das lesen hier Ungläu­bi­ge mit, die sich in ihrem Abscheu gegen alles Katho­li­sche nur noch bestärkt sehen wer­den. Und das zu Recht, wenn man Euch Wöl­fe hier erlebt.

        • Die­se frucht­lo­se, auf der Ebe­ne per­sön­li­cher Vor­hal­tun­gen ange­lang­te Dis­kus­si­on soll­te viel­leicht been­det wer­den.

          Der Kom­men­tar­be­reich steht für die Dar­le­gung auch kon­tro­ver­ser Posi­tio­nen offen. Es darf sich aber nie­mand erwar­ten, ein Gegen­über zur Annah­me der eige­nen Posi­ti­on zwin­gen zu kön­nen. Das geht an Auf­ga­be und Natur des Kom­men­tar­be­reichs vor­bei. Die Wahr­heit steht für sich allein. Die Stand­punk­te soll­ten daher sach­lich und begrün­det dar­ge­legt wer­den ein­schließ­lich der Bereit­schaft, ande­ren Stim­men zuzu­hö­ren und deren Aus­sa­gen zu prü­fen. Wer im Kom­men­tar­be­reich die erkann­te Wahr­heit ver­tritt, hat bereits das Sei­ne getan.

      • @Jean, Ihr Posting ist nicht zutref­fend für die Situa­ti­on in Bel­gisch Kon­go Mit­te 1960.
        Die Situa­ti­on wur­de schon Ende 1959 tur­bu­lent; es war jedem­mann klar, daß´große und unkon­trol­lier­ba­re Schwie­rig­kei­ten auf­tre­ten wür­den.
        Gera­de in den Pro­vin­zen Kasi und Kasaî, wo die schlimm­ste Tate statt­fan­den, gabe es zahl­rei­che und stets drin­gen­de­re War­nun­gen von den Mis­sio­na­ren, die sehr weit her­um­ka­men und die Situa­ti­on sehr rich­tig ein­schätz­ten.
        Was betrifft „Flucht durch Gebie­te mit Maro­die­ren­den“: eine der wich­tig­ste und auch sicher­ste Flücht­rou­tes ging durch Katan­ga, wo das loka­le Mili­tär dis­zi­pli­niert blieb die Ord­nung auf­recht hal­ten konn­te, und wei­ter zum Süden nach Rho­de­si­en (jetzt Sam­bia als frü­he­res sog. Nord­rho­de­si­en), Süd­rho­de­si­en und bis nach Süd­afri­ka; trotz einer Odys­see von knapp 4000 km gab es sehr wenig Ver­letz­te.
        Die Kennt­nis von den histo­ri­schen Fak­ten damals und spä­ter ist offenschtlich sehr gering.
        Es fällt übri­gens bei der Lek­tü­re der Brie­fe der Schwe­stern und Mis­sio­na­ris­sen sehr stark auf, wie oft gera­de das eige­ne Per­so­nal, teils sehr lang beschäf­tigt, bei der Rebel­li­on als Füh­rer auf­ge­tre­ten ist und sei­ne Wut vor Ort gekühlt hat.
        Gera­de das ist äusserst schmerz­haft.

  4. Hof­fent­lich gibt es dazu auch eine Rich­tig­stel­lung von Herrn Kar­di­nal Mül­ler und zwar der­ge­stalt, daß sie wenig­stens von den katho­li­schen Medi­en nicht so ein­fach über­gan­gen wer­den kann.

  5. Franz schwatzt und plap­pert um schnel­len Applaus zu erha­schen und merkt gar nicht wie ihn die Pres­se am Nasen­ring durch die Are­na führt, aber soviel kon­zen­trier­ten Schwach­sinn darf man ihm eigent­lich nicht durch­ge­hen las­sen, irgend­wann muss ein­mal Schluss sein.

    • Grund­sätz­lich Zustim­mung, aller­dings ist die Dok­trin ver­nünf­tig. Allein die mal­thu­sia­ni­sche Posi­ti­on ist unver­nünf­tig und auch trau­rig. Da unter­schei­den sich Ver­hü­tung und vor­ge­burt­li­che Kinds­tö­tung nur gra­du­ell.

    • @ Kir­chen-Kater

      Hört hört — wis­sen Sie noch, was Sie mir oben an den Koppf gewor­fen haben? Oder herrscht nun Forums-Alz­hei­mer? Oder greift F.s Stra­te­gie um sich und man weiß nicht mehr, was man gera­de noch geschwätzt hat?

      Und es ist klar, dass es Ihnen nur drum geht, mir eins hin­zu­rot­zen, egal, was ich sage.
      Pfui.

    • Herr Eisel, der Papst kann Ver­hü­tung auch in „bestimm­ten Fäl­len“ nicht emp­feh­len, weil sie ein intrin­se­ce malum dar­stellt, ein in sich schlech­ter Akt, durch den der natür­li­chen Sinn und Zweck mensch­li­cher Sexua­li­tät, die Wei­ter­ga­be mensch­li­chen Lebens, zer­stört wird. Inso­fern schwankt Ber­go­glio des­halb wie ein Rohr im Wind, weil es offen­bar sein Wil­le und sei­ne Absicht ist, sich von der dok­tri­nä­ren Posi­ti­on zu ent­fer­nen. Papst­amt und Lehr­amt sind aber eins. Ein Papst der sich von der Leh­re ent­fernt, ist daher kein Papst. Inso­fern hat das Vati­ka­num I nichts „überhöht“(was für ein geleh­ri­ger Schü­ler von Frau Zeit­schnur Sie doch sind, oder sind Sie sie an Ende gar selbst!?), son­dern durch sei­ne Defi­ni­ti­on des Papst­am­tes gera­de zur Klä­rung bei­getra­gen! Die Lehr­amts­treue ist die Sieg­fried­stel­le jedes petri­ni­schen Amts­in­ha­bers. Inso­fern haben die Lehr­amts­treu­en immer gute Kar­ten, denn Lehr­amts­un­treue ist objek­tiv nach­weis­bar!

    • Der Forums­ge­dächt­nis­schwund nimmt hier zu, das ZIKA-Virus im Cyberspace…Hcesthodie, Sie dre­hen sich ja wie ein Wet­ter­hahn, sind aber gleich dabei, sel­bi­ges Ber­go­glio zu unter­stel­len: Oben haben Sie noch fol­gen­der­ma­ßen getönt, man muss es wirk­lich zitie­ren:

      „In die­sem Son­der­fall kann es mora­lisch gerecht­fer­tigt sein, gott­ge­weih­tes Leben vor einem gewalt­sam her­bei­ge­führ­ten Zeu­gungs­akt durch Ver­hü­tungs­mit­tel zu schüt­zen, da hier Got­tes Wil­len und Beru­fung zum gott­ge­weih­ten Leben durch mensch­li­che Gewalt miss­ach­tet wird.“

    • Ich sprach zu Herrn Eisel, zeit­schnur, und das ist auch zu ver­ste­hen. Kei­nes­wegs jedoch als Zustim­mung in der Bewer­tung, son­dern nur in der Beschrei­bung.
      Sie neh­men merk­wür­di­ger­wei­se Din­ge per­sön­lich, die nicht per­sön­lich gemeint sind — und Din­ge, die per­sön­lich gemeint sind, drän­gen Sie weg. Sie sind doch lan­ge nicht so ratio­nal, wie Sie tuen.

    • @zeitschnur: Aua! Ihr sprung­be­rei­tes Kri­ti­kaster­tum fällt wie­der ein­mal auf die — um Sie zu zitie­ren: Papp­na­se! Ich sag­te es doch schon in mei­nem von Ihnen zitier­ten Kom­men­tar, dass die Erlaub­nis von Ver­hü­tung zum Zwecke miß­ge­bil­de­ten Nach­wu­ses nicht mit der Erlaub­nis von Ver­hü­tung bei sexu­el­ler Gewalt gegen gott­ge­weih­tes Leben zu ver­glei­chen sei. Im erstern Fal­le geht es näm­lich um Men­schen, die in der Ehe und Zeu­gung von Nach­kom­men­schaft ihre gott­ge­woll­ten Daseins­be­stim­mung (und damit auch ihr zeit­li­ches Glück und über­ir­di­sches Heil) erfül­len — hier kann der Papst, gemäß Huma­nae vitae, nie­mals Ver­hü­tung erlau­ben; im ande­ren Fal­le geht es um Men­schen, die von Gott her zu einem ande­ren Daseins­zweck beru­fen sind, eben zum zöli­ba­tä­ren gottgweih­ten Leben. Wenn nun die­se durch Men­schen gewalt­sam gehin­dert wer­den sol­len, ihrer gött­li­chen Daseins­be­stim­mung zu ent­spre­chen, KANN es gera­ten sein, sie vor die­ser Gefähr­dung ihres zeit­li­chen und über­zeit­li­chen Heils zu schüt­zen. Huma­nae vitae greift im Fal­le der kon­go­le­si­schen Ordens­frau­en über­haupt nicht, weil deren gott­ge­woll­ter Daseins­zweck nicht die Ehe und nicht die Wei­ter­ga­be mensch­li­chen Lebens beinhal­tet! Inso­fern ist mei­ne Argu­men­ta­ti­on ohne jeden Wider­spruch, ganz im Gegen­satz zu der Ber­go­gli­os!

    • @ hicest­ho­die: Das habe aber auch ich nicht behaup­tet. Und, wenn man genau liest, hat es nicht mal F. behaup­tet. Er hat ein unge­schick­tes Bei­spiel gebracht. Wie so oft.

      Ihre sophi­sti­sche Unter­schei­dung ist m.E. ethisch unhalt­bar — mit Ihrem Kon­strukt von der „gött­li­chen Daseins­be­stim­mung“ von Ehe­leu­ten und Ordens­leu­ten, die dar­in bestehen soll, Kin­der zu haben, haben Sie näm­lich ein gra­vie­ren­des Pro­blem: Was wür­den Sie sagen, wenn eine Ehe­frau ver­ge­wal­tigt wird, von einem Frem­den? Ist es dann ihr „Daseins­zweck“, dies ein­fach ohne Vor­sor­ge über sich erge­hen zu las­sen? Mot­to: Ich krieg ja ohne­hin schon seri­en­mä­ßig Kin­der, dann scha­det das auch nicht?!

      Ihre Rede erin­nert mich fatal an Luther, der dafür gera­de von Super­ka­tho­li­ken hef­tig kri­ti­siert wird. Er schrieb, Frau­en soll­ten sovie­le Kin­der wie mög­lich krie­gen, dafür „sei­en sie da“ (da haben sie Ihren Daseins­zweck wie­der)

      Sie ver­hed­dern sich in der Argu­men­ta­ti­on m.E.. Man kann nie­mals ange­sichts der Wür­de der Per­son von einem „Daseins­zweck“ spre­chen. Allei­ne die­se Rede ist zynisch und auch über­grif­fig. Wie vie­le Ehe­leu­te haben unge­wollt gar kei­ne Kin­der oder nicht vie­le Kin­der, und wie vie­le Leu­te fin­den erst kei­nen Part­ner, obwohl sie sich nicht zum Ordens­le­ben beru­fen sehen — alles ver­schwen­de­tes Leben ohne „Daseins­zweck“? Es gibt sovie­le Nuan­cen und Zwi­schen­stu­fen, so viel Schmerz­li­ches und Unvor­her­ge­se­he­nes…

      Nee — das ist ethisch unhalt­bar, wenn man es sorg­fäl­tig durch­denkt.

      War­um soll­te ein Ehe­paar in einer Pha­se gro­ßer Gefahr nicht vor­über­ge­hend auf Nach­kom­men ver­zich­ten?

      Es gäbe und gibt da unge­zähl­te Sze­na­ri­en, und die Kir­che hat an sich eine ver­nünf­ti­ge Zurück­hal­tung nach einer Güter­ab­wä­gung nie­mals kri­mi­na­li­siert. Immer­hin erlaubt sie Ehe­leu­ten sogar den voll­stän­di­gen Ver­zicht auf Sexu­e­lität und Nachkommen(Josefsehe)um eines höhe­ren Gutes wil­len —

      Wenn dies mög­lich ist, ist auch ein kurz­fri­sti­ger, tem­po­rär über­schau­ba­rer Ver­zicht mög­lich. Man muss ja kei­ne Pil­len schlucken. Man kann auch mal ganz ver­zich­ten.

    • @zeitschnur: Was haben Sie oder Ber­go­glio behaup­tet oder nicht behaup­tet!? Mir scheint, Sie haben dar­über längst die Kon­trol­le ver­lo­ren, inter­pre­tie­ren Ihren nichts­sa­gen­den Wort­schwall je nach Tages­lau­ne und danach, woher der Wind sich gera­de dreht. Das war bei Ihnen schon immer so. Sie haben im Grun­de mitt­ler­wei­le nur drei Din­ge im Kopf und Her­zen, die Ihnen wirk­lich wich­tig sind und an die Sie glau­ben: Femi­nis­mus-Zio­nis­mus-Katho­li­ken­hass. Na schön, jedem das Sei­ne.

      Aber ich will den­noch auf Ihre rhe­to­ri­schen Fra­gen ein­ge­hen, um Leser wie @carlo wil­len, der von Ihnen wie­der ein­mal gei­stig wie von der alten Schlan­ge para­ly­siert wur­de, obgleich ich ja weiß, dass Ihnen, als Ideo­lo­gin rein­sten Was­sers, nur am Recht­ha­ben und Recht­be­hal­ten, nicht aber an einem ech­ten Dis­kurs gele­gen ist.

      1.) F. hat kein unge­schick­tes, son­dern pein­li­cher Wei­se ein unzu­tref­fen­des, noch dazu auf blo­ßen Gerüch­ten basie­ren­des Bei­spiel (sie­he obi­gen Arti­kel!) für die Recht­fer­ti­gung sei­ner Falsch­leh­re her­an­ge­zo­gen. An sol­che Gerüch­te kann sich unser Papst-Ötzi, gei­stig ein­ge­fro­ren in den 68ern, offen­bar sehr gut erin­nern, wohin­ge­gen ihn bezüg­lich der Ver­laut­ba­rung der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on aus dem Jah­re 2003 aktu­el­le Amne­sie befällt, in der es näm­lich heißt: “Wird der gesetz­ge­ben­den Ver­samm­lung zum ersten Mal ein Geset­zes­ent­wurf zu Gun­sten der recht­li­chen Aner­ken­nung homo­se­xu­el­ler Lebens­ge­mein­schaf­ten vor­ge­legt, hat der katho­li­sche Par­la­men­ta­ri­er die sitt­li­che Pflicht, klar und öffent­lich sei­nen Wider­spruch zu äußern und gegen den Geset­zes­ent­wurf zu votie­ren. Die eige­ne Stim­me einem für das Gemein­wohl der Gesell­schaft so schäd­li­chen Geset­zes­text zu geben, ist eine schwer­wie­gend unsitt­li­che Hand­lung.“ (sie­he:https://www.katholisches.info/2016/02/23/kompromiss-bei-der-homo-ehe-mit-kirchlicher-zustimmung/)

      2.) Ist die Fra­ge nach dem Sinn mensch­li­chen Daseins (Daseins­zweck) eine der fun­da­men­tal­sten phi­lo­so­phisch- theo­lo­gi­schen Fra­gen über­haupt. Das salus ani­ma­rum ist dabei auch in der Moral­theo­lo­gie ober­stes Prin­zip der Urteils­fin­dung. Wenn Sie Huma­nae vitae ein­mal auf­merk­sam lesen, wer­den Sie fest­stel­len, dass sich Paul des Gro­ßen – in die­sem Fal­le sogar zutref­fend – Gedan­ken stets um die­sen Punkt dre­hen: näm­lich die Fra­ge, was ist Sinn und Zweck mensch­li­cher Exi­stenz, mensch­li­cher Sexua­li­tät unter dem Gesichts­punkt der gött­li­chen Offen­ba­rung, die für uns Katho­li­ken EWIG GÜLTIGES über den Men­schen und sei­ne gött­li­che Bestim­mung aus­sagt. Aus die­ser Rück­kopp­lung an das ewi­ge Gesetz Got­tes ist die Kir­che in der Lage, etwas über das Woher?, Wozu? und Wohin? des Men­schen und der gan­zen Schöp­fung aus­zu­sa­gen. Dar­aus ergibt sich, dass die Fra­ge der mensch­li­chen Wür­de über­haupt nur aus der Fra­ge nach sei­nem Daseins­zweck her­aus beant­wor­tet wer­den kann. Was Sie hier also ein „ver­hed­dern in der Argu­men­ta­ti­on“ nen­nen, trifft eher auf Sie selbst zu!

      3.) Zu Ihrem kasu­isti­schen Bei­spiel „Ehe­frau ver­ge­wal­tigt von Frem­den“: Schon Kir­chen-Kater hat Ihnen ver­sucht bei­zu­brin­gen, dass Ver­ge­wal­ti­gung nor­ma­ler­wei­se ein aktu­el­les Gesche­hen ist, für das künst­li­che Ver­hü­tungs­mit­tel über­haupt kei­ne ange­mes­se­ne Lösung dar­stel­len, da die Ver­ge­wal­ti­gung das Übel ist, nicht die Lei­bes­frucht! Ihre Fra­ge zielt also ins Lee­re? Sol­len jetzt nach Ihrer Les­art alle Frau­en bestän­dig Ver­hü­tungs­mit­tel schlucken, damit sie im Fal­le einer Ver­ge­wal­ti­gung nicht schwan­ger wer­den? Unsinn! Ganz all­ge­mein gilt – und das auch für gott­ge­weih­tes Leben: Ver­ge­wal­ti­gung ist ein ver­bre­che­ri­scher Akt und daher tun­lichst zu unter­bin­den und zu bestra­fen. Ist durch eine Ver­ge­wal­ti­gung jedoch neu­es Leben gezeugt, muss die­ses auch akzep­tiert und aus­ge­tra­gen wer­den, denn es han­delt sich um ein eigen­stän­di­ges mensch­li­ches Leben, dem das Recht auf Leben nicht ver­wehrt wer­den darf, zumal es am Ver­bre­chens­akt selbst unbe­tei­ligt, daher unschul­dig ist. Der Fall der kon­go­le­si­schen Ordens­frau­en ist in mehr­fa­cher Hin­sicht so spe­zi­ell, dass es sich für jeden klar- und logisch den­ken­den und argu­men­tie­ren­den Men­schen ver­bie­tet, die­sen als ver­glei­chen­des Bei­spiel für irgend­et­was her­an­zu­zie­hen.

      4.) Nuan­cen und Zwi­schen­stu­fen: habe ich das je in Abre­de gestellt? Erin­nern wir uns: Es ging bei Ber­go­glio um die Legi­ti­mie­rung von Ver­hü­tung im Fal­le mög­li­cher(!) gesund­heit­li­cher Bedro­hung ent­ste­hen­den Lebens durch Zika-Viren. Die von Ihnen auf­ge­zähl­ten „Sze­na­ri­en“ waren dem­zu­fol­ge über­haupt nicht in Betracht zu zie­hen. Sie betrei­ben Kasu­istik, wo es um grund­sätz­li­che moral­theo­lo­gi­sche Fra­gen geht, unbe­scha­det der Tat­sa­che, dass man zwi­schen all­ge­mei­nen und indi­vi­du­el­len mensch­li­chen Daseins­zwecken unter­schei­den muss und genau dies habe ich bezüg­lich der ursprüng­li­chen Fra­ge­stel­lung mit dem Hin­weis auf unter­schied­li­che Daseins­zwecke getan: hier die Beru­fung zur Wei­ter­ga­be des Lebens, dort die Beru­fung zum zöli­ba­tä­ren, gott­ge­weih­ten Leben. Das Ihr intel­lek­tu­el­les Dif­fe­ren­zie­rungs­ver­mö­gen der­art ein­ge­schränkt sein soll, erstaunt dann doch.

      5.) Glei­ches gilt für Ihr Bei­spiel von der Josef­se­he. Eine Ehe im katho­li­schen Sinn muss prin­zi­pi­ell offen sein für die Wei­ter­ga­be des Lebens. Wirt­schaft­li­che, tem­po­rä­re oder medi­zi­ni­sche Grün­de kön­nen von die­ser grund­sätz­li­chen Offen­heit nicht dis­pen­sie­ren, hie­ße es dies doch, mensch­li­ches Kal­kül über den gött­li­chen Sinn der Ehe und über das Vertrauen/Glauben in den Bei­stand und die Hil­fe Got­tes zu stel­len. In der Josef­se­he hin­ge­gen wird auf Sexua­li­tät und der damit zusam­men­hän­gen­den Wei­ter­ga­be des Lebens zeit­wei­se ver­zich­tet um eines höhe­ren Gutes wil­len. Wenn der Ver­zicht ein­ver­nehm­lich geschieht, dann ist dage­gen über­haupt nichts zu sagen, weil, nach Pau­lus, es im Ein­zel­fall rich­tig sein kann, wenn sich Ehe­gat­ten auf­grund gött­li­cher Anre­gung von ihrem natür­li­chen Daseins­zweck zum höhe­ren gei­sti­gen Daseins­zweck empor­schwin­gen. Das müss­ten Sie, als end­zeit­ori­en­tier­te Chri­stin, die uns tag­täg­lich von der Not­wen­dig­keit zu über­zeu­gen trach­tet, sich aller irdi­schen Din­ge, ein­schließ­lich der Heils­ver­mitt­lung der Kir­che zu ent­le­di­gen, um sich ganz und ein­zig am Herrn und sei­nem Wort fest­zu­ma­chen, eigent­lich sehr gut nach­voll­zie­hen kön­nen, oder!?
      Ob Sie jun­ge latein­ame­ri­ka­ni­sche Ehe­leu­te von der Josef­se­he und Ihren End­zeit­er­war­tun­gen zu über­zeu­gen ver­mö­gen, über­las­se ich hin­ge­gen Ihrem in die­sem Forum gut bezeug­ten, berühmt-berüch­tig­ten jesui­ti­schen Mis­si­ons­ei­fer.

  6. Ber­go­glio wird nicht am Nasen­ring durch die Are­na gezo­gen! Er hat hier ganz bewusst die Ver­ur­tei­lung der Abtrei­bung benutzt, um die Ver­hü­tung aus medi­zi­ni­schen Grün­den (am Bei­spiel Zika-Viren) als das „klei­ne­res Übel“ dar­zu­stel­len, was sie nach Leh­re der Kir­che nicht ist. Lom­bar­di hat aus­drück­lich bestä­tigt, dass der Papst Ver­hü­tungs­mit­tel mein­te, als er von „Ver­mei­dung von Schwan­ger­schaf­ten“ sprach, was durch den Ver­weis auf das Bei­spiel der kon­go­le­si­schen Ordens­frau­en auch jeder­mann von vorn­her­ein deut­lich gewe­sen sein müss­te.
    Ber­go­gli­os Aus­sa­gen sind also in fol­gen­den Punk­ten falsch:
    1. Abtrei­bung ist mit­nich­ten kein nur medi­zi­ni­sches Übel, es ist für Chri­sten zu aller­erst ein mora­li­sches Übel, eine Sün­de gegen Gott (wie es an ande­rer Stel­le @Leo Laemm­lein dan­kens­wer­ter Wei­se klar und deut­lich aus­ge­spro­chen hat), da JEDES mensch­li­che Leben von Gott bejaht ist und es dem Men­schen, als Geschöpf Got­tes, nicht zukommt, sich als Herr über Leben und Tod auf­zu­spie­len.

    2. Ist Ver­hü­tung mit­nich­ten das „klei­ne­re Übel“, da durch die­se der vom gött­li­chen Schöp­fer ein­ge­pflanz­te Sinn mensch­li­cher Sexua­li­tät, näm­lich die Wei­ter­ga­be des Lebens im Sin­ne einer Übertragung/Mitwirkung/Teilhabe des Men­schen (Eben­bild­lich­keit Got­tes) am gött­li­chen Schöp­fungs­akt ad absur­dum geführt wird. Durch den Gebrauch von Ver­hü­tungs­mit­teln wird die mensch­li­che Sexua­li­tät ihres tief­sten Sin­nes, näm­lich der Wei­ter­ga­be mensch­li­chen Lebens zu die­nen, beraubt, was einen äußerst schwe­ren Ver­stoß gegen Got­tes Schöp­fungs­wil­len dar­stellt. Ganz abge­se­hen davon, dass che­mi­sche Ver­hü­tungs­mit­tel auch abtrei­ben­de Wir­kung haben kön­nen.

    3.Ist jedes mensch­li­che Leben, ob gesund oder krank, ein von Gott bejah­tes und des­halb schüt­zens­wer­tes Leben und hat als sol­ches ein unver­brüch­li­ches Recht auf Ent­fal­tung sei­ner Lebens­mög­lich­kei­ten, die ihm kein ande­rer Mensch vor­ent­hal­ten darf. Des­halb ist es mora­lisch ver­werf­lich, mensch­li­cher Sexua­li­tät die Hino­rdung auf Zeu­gung neu­en Lebens mit­tels Ver­hü­tung zu berau­ben, um dadurch die Gefahr einer Missbildung/schwerer Erkran­kung gezeug­ten Lebens von vorn­her­ein aus­zu­schlie­ßen. Wür­de die Ver­hü­tung bei dro­hen­der Gefahr gesund­heit­li­cher Schä­di­gung des Nach­wuch­ses als legi­tim erklärt, so wäre es im näch­sten Schritt auch legi­tim, es Men­schen aus die­sem Grun­de zu ver­bie­ten, sich zu repro­du­zie­ren. Logi­sche Kon­se­quenz dar­aus wie­der­um wäre es, Men­schen, die sich an die­ses Ver­bot nicht hal­ten, legi­ti­mer Wei­se einer Zwangs­ste­ri­li­sa­tio­nen zufüh­ren zu kön­nen. Hit­ler lässt grü­ßen!

    4. Ist das Bei­spiel der kon­go­le­si­schen Ordens­frau­en falsch gewählt. Es han­delt sich hier­bei um Frau­en, die ihr Leben Gott geweiht und ihre Befä­hi­gung zur Wei­ter­ga­be mensch­li­chen Lebens einem höhe­ren Ziel, näm­lich ihrer Hin­ga­be an Gott, auf­ge­op­fert haben. Das Ziel ihres mensch­li­chen Seins ist also nicht die Wei­ter­ga­be mensch­li­chen Lebens, son­dern sie die­nen mit ihrem Leben aus­schließ­lich Gott. In die­sem Son­der­fall kann es mora­lisch gerecht­fer­tigt sein, gott­ge­weih­tes Leben vor einem gewalt­sam her­bei­ge­führ­ten Zeu­gungs­akt durch Ver­hü­tungs­mit­tel zu schüt­zen, da hier Got­tes Wil­len und Beru­fung zum gott­ge­weih­ten Leben durch mensch­li­che Gewalt miss­ach­tet wird. Dies ist aber mit der Ver­hü­tung im Fal­le gesund­heit­li­cher Bedro­hung durch Zika-Viren u.ä. über­haupt nicht zu ver­glei­chen!

    • Hicest­ho­die: Vie­len Dank für Ihre hilf­rei­che Klar­stel­lung samt Erläu­te­run­gen.

      Dage­gen soll­ten Leu­te, die in der Ver­gan­gen­heit das „Sex-The­ma“ ja ohne­hin als „erst das 6. Gebot!“ ent­spre­chend prio­ri­siert wis­sen woll­ten, ihre offen­sicht­lich etwas lücken­haft bis haar­sträu­ben­den Kennt­nis­se resp. Inter­pre­ta­tio­nen in die­ser Sache wie­der mal etwas auf­bes­sern !

      • @ Car­lo …anders­her­um wird ein Schuh draus: Nach Abhei­len des forums­in­ter­nen Cyber-Alz­hei­mers soll­ten Sie schlicht mei­ne Postings noch mal lesen.

        Viel­leicht machts dann klick. Ich sage näm­lich nir­gends etwas ande­res…

      • zeit­schnur, ich glau­be kaum, daß Sie car­lo rich­tig ver­stan­den haben …
        Sie haben da echt ein Pro­blem.

    • Kir­chen-Kater, ich muss lei­der geste­hen, mitt­ler­wei­le doch etwas die Über­sicht ver­lo­ren zu haben. Einer­seits „intrin­se­ce malum“, ande­rer­seits gott­ge­weih­tes Leben… hmmm. Da sag ich am besten nix mehr dazu.

      • Wer­ter car­lo, zu „intrin­se­ce malum“ viel­leicht hier schau­en:
        http://www.kath-info.de/doppelwirkung.html
        Das mit dem „gott­ge­weih­tem Leben“ als ver­hü­tungs­le­gi­ti­mie­rend war mir zunächst unklar. Heu­te um 10:21 schrieb hicest­ho­die noch etwas dazu, in einem ohne­hin lesens­wer­tem Bei­trag. Ich ver­ste­he es so, daß es gar nicht so gemeint war, daß es letzt­end­lich ver­hü­tungs­le­gi­ti­mie­rend sei, jedoch deut­lich unter­schie­den wer­den muß, ins­be­son­de­re, da es hier gar nicht ein­schlä­gig ist. Und nicht ein­schlä­gig ist es, weil die Vor­aus­set­zun­gen so sehr unter­schied­lich sind. Es wur­de hier also — vor allem ande­ren — die Argu­men­ta­ti­on ange­grif­fen.

      • @kirchen-kater: Ich wür­de nicht soweit gehen zu sagen: der Dasein­zweck eines gott­ge­weih­ten Lebens sei ein ver­hü­tungs­leg­mi­tie­ren­der Grund, er kann m. E. ein hin­rei­chen­der Grund sein, in einer spe­zi­fi­schen Situa­ti­on wie der der kon­go­le­si­schen Ordens­frau­en, also in einem sehr spe­zi­fi­schen Aus­nah­me­fall, die Ein­nah­me von Kon­tra­zep­ti­va ausser schwe­re Sün­de zu stel­len (Sie­he auch mei­ne Ant­wort auf Fran­zel wei­ter unten und den klä­ren­den Bei­trag von Adri­en Antoi­ne).

  7. „Das Ver­hü­tungs­mit­tel oder das Kon­dom kön­nen in beson­de­ren und schwer­wie­gen­den Not­fäl­len auch Gegen­stand einer ernst­haf­ten Gewis­sens­ent­schei­dung sein. Das sagt der Papst.“
    So lang­sam ver­liert die Kir­che jede Glaub­wür­dig­keit und man wird in die­sem Zusam­men­hang an fol­gen­de Bibel­stel­le erin­nert Mt. 23, 1–4
    3Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber rich­tet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. 4Sie schnü­ren schwe­re Lasten zusam­men und legen sie den Men­schen auf die Schul­tern, wol­len sel­ber aber kei­nen Fin­ger rüh­ren, um die Lasten zu tra­gen.
    Längst ist bewie­sen, dass die nor­ma­le Pil­le poten­ti­ell abtrei­bend wirkt. Allein aus die­sem Grund wird kein Christ, der das fünf­te Gebot ver­in­ner­licht hat, die Pil­le benut­zen. Nun scheint es aber so, dass allein die Tat­sa­che in einem Non­nen­schoß gezeugt zu wer­den das fünf­te Gebot : „Du sollst nicht töten“ auf­hebt. Wel­che Bedeu­tung hat dann noch die kirch­li­che Aus­sa­ge , dass das mensch­li­che Leben von der Zeu­gung bis zum natür­li­chen Tod zu schüt­zen sei. Das ist Heu­che­lei in Rein­kul­tur.

    • Dan­ke Suzan­ne.
      Ver­hü­tung kann sich ver­nünf­ti­ger­wei­se nur auf ein Übel bezie­hen.
      Was Fran­zis­kus da sagt, ist objek­tiv falsch.

  8. Man kann auch sagen: der Papst ist trotz euro­päi­scher Wur­zeln Latein­ame­ri­ka­ner. Die­se Völ­ker dort sind teil­wei­se oder über­wie­gend (wie in Mexi­ko) ent­stan­den auch aus vie­len wohl unfrei­wil­li­gen Verbindungen/Vergewaltigungen zwi­schen (getauf­ten) Spa­ni­ern und ein­hei­mi­schen Jung­frau­en und Frau­en. Man macht die Kir­che dafür wohl (unge­sagt) mit­ver­ant­wort­lich- und des­we­gen auch seit dem 19.Jh. die Kämp­fe gegen die Kir­che bis hin zur mar­xi­sti­schen „Befrei­ungs­theo­lo­gie“. Das ist alles kom­pli­ziert und schwie­rig.
    Und nun haben wir die­sen Papst als Ver­tre­ter des gebeu­tel­ten Latein­ame­ri­kas. Das zu sagen heißt nicht, mit ihm über­ein­zu­stim­men. Aber die Sün­den Euro­pas schei­nen sich irgend­wie in all sei­nem Tun und Reden wider­zu­spie­geln. Jetzt müs­sen „wir“ schlucken: so ist Geschich­te, obwohl „wir“ gar nicht an die­ser Geschich­te betei­ligt waren. Sind „wir“ Euro­pä­er nicht nun­mehr die „Juden“, die Getrie­be­nen?
    Man muß lie­be­voll beten für die­sen Papst, die Kir­che und für Latein­ame­ri­ka und uns, Euro­pa, selbst.

  9. und zum WIR gehö­ren Sie ganz sicher nicht Frau zeitsh­nur. Sie sind nur ein destruk­ti­ver Troll, der alles kaputt­quatscht und noch nie irgend­et­was Posi­ti­ves gebracht hat. Nichts nehm ich Ihnen ab, schon gar kenen christ­li­chen Glau­ben. Leu­te wie Sie sit­zen heu­te über­all oben­auf. Ihre Metho­den sind halt auf die­ses Forum zuge­schnit­ten, das Sie mit kru­den The­sen und lin­kem Hin­ter­fra­gen (allein die Fra­ge, was denn glau­bens­treue chri­sten sei­en, ist dcou­vrie­rend, typisch links) zum Erlie­gen brin­gen wol­len. Die­se Schmähs ken­nen wir zur Genü­ge.

  10. Das ist voll­kom­me­ner Bull­shit, was Sie hier schrei­ben! Ein Papst hat ein­zig und allein den aus der gött­li­chen Offen­ba­rung zu dedu­zie­ren­den Schöp­fer­wil­len zu beach­ten und zu ver­kün­di­gen. Da Gott der Schöp­fer allen Seins ist und sei­ne Schöp­fung gut ist, ist auch der sei­ner Schöp­fung ein­ge­stif­te­te Schöp­fer­wil­len und der dar­aus abzu­lei­ten­de Sinn der Sc höp­fung und der Geschöp­fe IMMER und zu allen Zei­ten gut und rich­tig. Daher ist es nie­mals die Auf­ga­be des Pap­stes und der Kir­che, die aus der ewig gül­ti­gen Offen­ba­rung Got­tes dedu­zier­te Wahr­heit den sich wan­deln­den Zeit­um­stän­den oder dem tem­po­rä­ren Sün­den­be­wusst­sein einer von Gott mehr oder weni­ger ent­frem­de­ten Men­scheit anzu­pas­sen, son­dern die­ser im Gegen­teil die ewig gül­ti­gen, von Gott in sei­ne Schöp­fung ein­ge­stif­te­ten und uns durch Jesus Chri­stus geof­fen­bar­ten Wahr­hei­ten UNGESCHMÄLERT und unse­ren Ohren UNGESCHÖNT zu ver­kün­den, da nur in der Ent­spre­chung zu die­ser gött­li­chen Wahr­heit der Mensch, als Geschöpf Got­tes, sein wah­res irdi­sches UND ewi­ges Glück/Heil zu fin­den in der Lage ist. Und wie gut der Papst dar­an getan hat, es sich nicht leicht, son­dern „schwer zu machen“, zeigt die pro­he­ti­sche Qua­li­tät sei­nes Lehr­schei­bens Huma­nae vitae. Hät­te Euro­pa, hät­te Deutsch­land, hät­ten die deutsch­spra­chi­gen Bischö­fe die­se unum­stöß­li­che Wahr­heit aus päpst­li­chem Mun­de vor­be­halt­los ange­nom­men und befolgt, wir stün­den heu­te nicht vor der Euro­pas Exi­stenz bedro­hen­den Migra­ti­ons­pro­ble­ma­tik resul­tie­rend aus Mer­kels Refu­gees-Wel­co­me-Wahn, der wie­der­um ein­zig in der dro­hen­den demo­gra­phi­schen Kata­stro­phe grün­det, die ursäch­lich durch mil­lio­nen­fa­che Abtrei­bung und den Gebrauch der Pil­le her­vor­ge­ru­fen ist. Die Abtrei­bung und die Ver­hü­tung sind die Ursa­che für die gegen­wär­ti­ge und zukünf­ti­ge Schwä­che Euro­pas. Indem das christ­li­che Abend­land nicht auf die Stim­me sei­nes ober­sten Hir­ten hör­te, son­dern sich in hedo­ni­sti­scher Blind­heit lie­ber mit dem Blut des eige­nen Nach­wuch­ses im Mut­ter­leib besu­del­te, hat es den Zorn Got­tes über sich her­auf­be­schwo­ren und sich selbst das Urteil gespro­chen. Die Flücht­lings­be­we­gung ist des­halb nur das Mene­te­kel für den voll­stän­di­gen Unter­gang Euro­pas!

  11. Moral­vor­stel­lun­gen mögen als Vor­stel­lun­gen geschichts­ab­hän­gig sein, den­noch hat die Moral­leh­re auch in der Zeit eine wert­vol­le Ver­tie­fung erfah­ren, die kaum recht­mä­ßig in ihr Gegen­teil zu ver­keh­ren ist.

  12. „So ist auch die Zun­ge ein klei­nes Glied und rühmt sich doch gro­ßer Din­ge. Sie­he, ein klei­nes Feu­er — welch gro­ßen Wald zün­det es an! Und die Zun­ge ist ein Feu­er, eine Welt der Unge­rech­tig­keit. So nimmt die Zun­ge ihren Platz ein unter unse­ren Glie­dern; sie befleckt den gan­zen Leib und steckt den Umkreis des Lebens in Brand und wird selbst von der Höl­le in Brand gesteckt. Denn jede Art der wil­den Tie­re und Vögel, der Rep­ti­li­en und Mee­res­tie­re wird bezwun­gen und ist bezwun­gen wor­den von der mensch­li­chen Natur; die Zun­ge aber kann kein Mensch bezwin­gen, das unbän­di­ge Übel voll töd­li­chen Gif­tes! Mit ihr loben wir Gott, den Vater, und mit ihr ver­flu­chen wir die Men­schen, die nach dem Bild Got­tes gemacht sind; aus ein und dem­sel­ben Mund geht Loben und Flu­chen her­vor. Das soll nicht so sein, mei­ne Brü­der! Spru­delt auch eine Quel­le aus der­sel­ben Öff­nung Süßes und Bit­te­res her­vor? Kann auch, mei­ne Brü­der, ein Fei­gen­baum Oli­ven tra­gen, oder ein Wein­stock Fei­gen? So kann auch eine Quel­le nicht sal­zi­ges und süßes Was­ser geben.“ (Jako­bus 3, 5–12; Schlach­ter 2000)

    https://rapturewatcher.files.wordpress.com/2013/07/worms-in-head-of-a-lost-soul-in-hell.jpg

    • Nach der Defi­ni­ti­on von „Troll“ bin ich gera­de kei­ner, da ich kla­re und sach­be­zo­ge­ne Gedan­ken­gän­ge ent­fal­te, aber Sie und ande­re Figu­ren hier mit Ihren schwach­be­leuch­te­ten, dump­fen Gei­ster­bahn­ein­la­gen, die kei­ner­lei Bezug zum Arti­kel oder einem The­ma der Kom­men­ta­re haben, son­dern sich in rei­ner per­sön­li­cher Belei­du­i­gung erschöp­fen, schon:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Troll_%28Netzkultur%29

      Ja: das ist die schö­ne, neue Tra­di­welt.
      Und es ist gut, dass es offen­bar wird.

  13. Fr. Zeit­schnur bringt in der Regel sehr wert­vol­le Bei­tra­e­ge und hat hier eine ganz beson­de­re Gabe, unse­ren Glau­ben rich­tig zu erfas­sen. (Ueber­wie­gend mei­stens)
    Ein groes­ze­rer Teil die­ses Forums neigt lei­der eher zum Isla­mo­ka­toh­li­zis­mus. Klei­ner Test: Die Ortho­do­xen sind aktu­ell die bes­se­ren Chri­sten und den Pro­te­stan­ten haus­hoch ueber­le­gen, ne? Wer das mit ja fuer sich beant­wor­tet der hat rein GAR Nichts ver­stan­den.
    Zu der oben auf­ge­fuehr­ten The­ma­tik haet­te ich aber noch eine Fra­ge an Fr. Zeit­schnur: wie ist ihre Posi­ti­on jetzt genau, habe dass nicht ganz ver­stan­den?

    • „Fr. Zeit­schnur bringt in der Regel sehr wert­vol­le Bei­tra­e­ge und hat hier eine ganz beson­de­re Gabe, unse­ren Glau­ben rich­tig zu erfas­sen. (Ueber­wie­gend mei­stens)“
      „Zu der oben auf­ge­fuehr­ten The­ma­tik haet­te ich aber noch eine Fra­ge an Fr. Zeit­schnur: wie ist ihre Posi­ti­on jetzt genau, habe dass nicht ganz ver­stan­den?“

      Kaba­rett vom Fein­sten! *lol*
      Sagen Sie mal, Frau Zeit­schnur, mit wie­vie­len Zweit­ac­counts sind Sie hier eigent­lich unter­wegs, um sich selbst Rosen zu streu­en und Bäl­le zuzu­wer­fen??

      • hicest­ho­die

        Ich möch­te Sie hier ein­dring­lich ermah­nen, dass Sie sich schwer ver­sün­di­gen mit fast jedem Posting und all sei­nem Gift.
        ich emp­fin­de tie­fes Mit­ge­fühl mit Ihnen, möch­te aber nicht unter­las­sen haben, Sie auf Ihre schwer­wie­gen­de und sünd­haf­te Lage auf­merk­sam zu machen.

        Selbst­ver­ständ­lich habe ich hier nur ein Account und jeder weiß wer ich bin.

        Mir kann all Ihre Bos­heit gegen mich nicht scha­den, aber Sie wer­den sich ver­ant­wor­ten müs­sen.

      • Soll­te ich mich bezüg­lich Ihrer Zweit­ac­counts geirrt haben, ent­schul­di­ge ich mich natür­lich für mei­ne fälsch­li­che Annah­me. Es gibt schon komi­sche Zufäl­le, zuge­ge­be­ner­ma­ßen!

    • Auf den Arti­kel bezo­gen, der ja eine „Kon­tro­ver­se“ dar­legt, die einer­seits ein abso­lu­tes Ver­hü­tungs­ver­bot, auch für im Aus­nah­me­fall Gefähr­de­te oder Zöli­ba­tä­re behaup­tet, gegen eine „kasu­isti­sche“ The­se von der Erlaubtheit von Aus­nah­men setzt, habe ich fol­gen­de Beden­ken:

      Die­se Pola­ri­sie­rung, die angeb­lich aus „Huma­nae vitae“ her­vor­ge­he, die aller­dings von der Ehe, einer ganz nor­ma­len Ehe und ihrem ganz nor­ma­len Ver­kehr spricht, steht im Gegen­satz zu der Aus­nah­me, die Paul VI. für Non­nen im Kon­go vor­sah, als die Gefahr ver­ge­wal­tigt zu wer­den, sehr hoch war.

      Allei­ne, dass der­sel­be Papst, der das eine sag­te, auch das ande­re sag­te, ist doch schon ein Hin­weis dar­auf, dass er damit kei­ne Pola­ri­sie­rung auspre­chen woll­te.

      Für mich ist die­ser „Kon­flikt“ das Ergeb­nis einer unsach­ge­mä­ßen Umgangs­wei­se mit einem schwie­ri­gen The­ma.

      Da im NT Ehe­leu­te zu einem ver­nünf­ti­gen Zusam­men­le­ben auf­ge­for­dert wer­den und ins­be­son­de­re der Mann zu einem ver­nunft­ge­steu­er­ten Umgang mit der Sexua­li­tät und abso­lu­ter Rück­sichts­nah­me auf die phy­sisch schwä­che­re bzw. durch die — nach dem Sün­den­fall — geschwäch­te Ver­fasst­heit der Frau hin­sicht­lich des Gebä­rens ange­wie­sen wird, ist die­ses vul­gä­re Bild, das in Tra­di­k­rei­sen offen­bar für wahr gehal­ten wird, mit Sicher­heit nicht schrift­ge­mäß. Dort herrscht die Vor­stel­lung, Ehe­leu­te hät­ten sovie­le Kin­der in die Welt zu set­zen, wie nur mög­lich und selbst ein zeit­wei­ses Sich-Zurück­neh­men wird als Tod­sün­de behan­delt.

      Nun stellt die moder­ne Ver­hü­tungs­tech­nik die Ethik hier vor eine schwie­ri­ge Fra­ge, und eine Ver­wei­ge­rung gegen­über der Frucht­bar­keit ohne irgend­ei­ne gra­vie­ren­de Not ist mit Sicher­heit abzu­leh­nen. Die­se Ver­wei­ge­rung hat sich gesell­schaft­lich durch­ge­setzt und zu einem unend­li­chen mora­li­schen und demo­gra­fi­schen Cha­os geführt.
      Der Kern die kirch­li­chen Leh­re ist, hier einen ver­nünf­ti­gen, gott­ge­woll­ten Weg zu fin­den. Die Fra­ge ist aber, was denn gott­ge­wollt ist und ob es wie ein Brech­ei­sen an jed­we­de Situa­ti­on ange­legt wer­den darf, oder ob nicht jede Regel hin­sicht­lich lebend­ger Voll­zü­ge einer per­sön­li­chen Gestal­tung bedarf bzw. eines ganz per­sön­li­chen Weges im Glau­ben. Man wirft ja nicht Jun­ge wie ein Tier, son­dern eine Per­son gebiert eine Per­son, anders: ein Eben­bild Got­tes gebiert ein wei­te­res Eben­bild Got­tes, dies aber unter den Fol­gen der Erb­sün­de.

      Die Tra­di-Krei­se haben kei­ner­lei Pro­blem damit, aller­hand Aus­nah­men vom Tötungs­ver­bot in den 10 Gebo­ten anzu­neh­men. S. oben den Kir­chen-Kater. Man darf töten, um sich selbst zu ret­ten, man darf im Krieg töten, bei der Todes­stra­fe töten, ja man darf auch Häre­ti­ker jagen und töten. Man darf Mas­sa­ker anrich­ten wie in der Batho­lo­mä­us­nacht oder bei der Mag­de­bur­ger Hoch­zeit. Man darf alles kurz und klein schla­gen, wenn es nur einem hei­li­gen Zweck dient (s. die Jesui­ten-Debat­te).

      Aber beim The­ma Frau und Kind legt man ein Maß an, das an Sophi­ste­rei, Herz­lo­sig­keit und Eises­käl­te kaum mehr zu über­bie­ten ist. Offen­bar sieht man in Tra­di­k­rei­sen die Frau eben­so an, wie Luther es tat: sie ist dazu da, mög­lichst vie­le Kin­der zu bekom­men, „dazu ist sie da“. Inter­es­sant hier, dass genau die­sel­ben Tra­dis aber Luther die­sen Satz als „frau­en­feind­lich“ vor­wer­fen.

      Das muss man mir erst mal ver­nünf­tig erklä­ren, wie eine sol­che Inkon­se­qu­n­ez in der ethi­schen Argu­men­ta­ti­on mög­lich ist!

      Nun weiß aber jeder, der selbst ver­hei­ra­tet ist, wie theo­re­tisch die­se Debat­te ist. Wer die vie­len medi­zi­ni­schen Pro­ble­me der Frau­en sieht und kennt, die durch Gebur­ten gebeu­telt wer­den und oft kaum mehr oder so schnell nicht wie­der in der Lage sind, eine wei­te­re Schwan­ge­schaft zu ver­kraf­ten, der muss ein­se­hen, dass es nicht drum gehen kann, mög­lichst vie­le „Jun­ge zu wer­fen“ — denn genau so kommt die­se Tra­di­po­si­ti­on ja rüber. Mir haben Tra­dis aus der franz. Pius­sze­ne erzählt, es sei mas­si­ver Druck aus­ge­übt wor­den auf sie, als sie nach dem 3. Kind nicht gleich ein 4. Kind beka­men. Die Frau sag­te mir erschüt­tert, sie hät­ten gar nichts getan — es sei halt erst mal lan­ge kein wei­te­res Kind gekom­men. Es wird Ter­ror aus­ge­übt auf Fami­li­en, Kon­trol­le aus­ge­übt auf deren Ehe­bett und Sex zur Kin­der­er­zeu­gung erpresst. Man behan­delt Frau­en wie Gebär­ma­schi­nen und Män­ner wie sprin­gen­de Zucht­bul­len. Das ist wür­de­los und unka­tho­lisch.

      Kin­der sind eine Gabe Got­tes, aber die Eltern auch! Und sie müs­sen auch in der Lage sein, Kin­der zu bekom­men, ohne dabei drauf­zu­ge­hen. Und Eltern wie Kin­der sind gei­sti­ge Wesen und kei­ne Sex­au­to­ma­ten.

      Noch bis in mei­ne Urgoß­el­tern­ge­nera­ti­on sind die Frau­en wie die Flie­gen gestor­ben durch die­se sinn­lo­se und unver­nünf­ti­ge Gebä­re­rei. Und nicht nur sie — auch die Kin­der. Zurück­blie­ben ver­wai­ste Ehe­män­ner und Geschwi­ster, die oft aller­größ­te Schwie­rig­kei­ten hat­ten, über­haupt noch zurecht­zu­kom­men. Wir wis­sen es doch aus der Geschich­te: Ehe­paa­re beka­men 12 Kin­der, aber nur zwei über­leb­ten, wenn über­haupt. Die Kin­der star­ben oft beim Gebä­ren, noch bevor sie getauft wer­den konn­ten. Dass man sol­ches „Sam­meln“ von Kin­dern als „Heils­weg“ betrach­tet, hat durch­aus etwas Zyni­sches.

      Wir leben also in einer maxi­ma­len Pola­ri­sie­rung: In die­ser zyni­schen, wür­de­lo­sen Tra­di­po­si­ti­on und dem, was alle Welt heu­te macht. Was die Welt macht, folgt im Grun­de einem ähn­li­chen, sexua­li­sier­ten Men­schen­bild, das auch aus der Tra­di­po­si­ti­on deut­lich wird, aber auch aus der isla­mi­schen Posi­ti­on.

      Dazwi­schen ist eine gro­ße lee­re Flä­che, in die sich kei­ner rein­wagt.

      Was ist denn aber Leh­re der Kir­che? dass man nicht steu­ern darf, wann man Kin­der bekommt?
      Man darf das doch sehr wohl!
      Es ist uns aus­drück­lich erlaubt, durch Absti­nenz oder natür­li­che Beob­ach­tung des Kör­pers, zeit­wei­se Nach­kom­men­schaft zu ver­mei­den!
      „Ver­hü­tung“ im Sin­ne eines ver­nünf­ti­gen Umgangs mit der Sexua­li­tät und einer ver­nünf­ti­gen Umgangs­wei­se mit den eige­nen phy­si­schen Res­sour­cen ist doch erlaubt!
      Ja: Ehe­leu­te haben das Recht, voll­kom­men absti­nent zu leben, wenn bei­de dem zustim­men! Ist das dann auch eine „Ver­wei­ge­rung“ gegen­über der ach so ido­li­sier­ten Frucht­bar­keit? Im Grun­de ja sehr wohl! Es ist zumin­dest inkon­se­quent, das hier wie­der mal als Aus­nah­me anders zu sehen, wenn man einer Brech­ei­sen-Ideo­lo­gie fol­gen will. Aber nur dann!

      Was mich auch beschäf­tigt ist die Tat­sa­che, dass in der Geschich­te die Kir­che ein durch­aus laxe­res Ver­hält­nis zu dem The­ma hat­te. Tho­mas v. A. lehr­te die Suk­zes­siv­be­see­lung des Embry­os — also das, was auch moder­ne Evo­lu­ti­ons­theo­re­ti­ker leh­ren und was die Fri­sten­lö­sung erlau­ben soll:

      „Die Ansicht der Suk­zes­siv­be­see­lung setz­te sich jedoch durch und wur­de im Decretum Gra­tia­ni Kir­chen­recht. Im Kir­chen­recht des Cor­pus Iuris Cano­ni­ci wur­de dann jahr­hun­der­te­lang (1140–1869) zwi­schen dem fetus inani­ma­tus und ani­ma­tus, also unbe­lebt und belebt, unter­schie­den. Eine Abtrei­bung war in bei­den Fäl­len Sün­de, aber nur nach der Besee­lung ein Mord. Selbst Päp­ste wie Inno­zenz III. ent­schie­den im Mit­tel­al­ter, dass bei einer Abtrei­bung in den ersten drei Mona­ten kein Mord vor­liegt. Ande­re Päp­ste hin­gen der The­se der Simul­tan­be­see­lung an, aber das Kir­chen­recht änder­te sich erst 1869.“
      https://freierblick.wordpress.com/2012/07/16/die-kirchengeschichte-der-abtreibung/

      Ich per­sön­lich sehe die Sache so, dass in der Stra­fe nach dem Sün­den­fall das gesam­te Ver­hält­nis zwi­schen den Geschlech­tern und auch die Sexua­li­tät und Frucht­bar­keit zu einem ein­sei­ti­gen Herr­schafts­ver­hält­nis und einer schwe­ren phy­si­schen Schwä­chung der Frau führ­te. So jeden­falls sprach es Gott aus. Das Ver­hälnt­nis des Man­nes zur Welt wur­de dar­über hin­aus zu einer Sisy­phus-Fron für ihn, ohne dass er das je über­win­den kön­nen wird — gleich was er tut („Ver­flucht sei der Acker umd einet­wil­len!“). Sein tief gestör­tes Ver­hält­nis zur Welt kom­pen­siert er in aller Regel gegen­über und zula­sten der Frau, die dar­in wie eine Gefan­ge­ne ist: Ihr Ver­hält­nis zur Welt wur­de nicht gestört, aber eben das zu ihrer Fähig­keit der Mut­ter­schaft und das zum Mann. Sie trägt die­se gro­ße Fähig­keit nach wie vor, aber sie ist dar­in gefan­gen.
      Wer kann es nicht ver­ste­hen, wie groß die Ver­su­chung ist, aus die­sem Gefäng­nis aus­zu­bre­chen und sich Heil außer­halb des Heils zu erträu­men für die, die das wah­re Heil nicht ken­nen. Des­we­gen machen Frau­en das Spiel mit.

      Ich glau­be, dass alle Frau­en (wie Män­ner) die Sün­den­fol­gen aner­ken­nen müs­sen wie den Tod und alles ande­re (Erb­sün­de). Zugleich aber darf man die Sün­den­fol­ge nicht zur Schöp­fungs­ord­nung erklä­ren!

      Es gilt also, zwi­schen der guten Ord­nung und der immer noch wirk­sa­men Sün­den­fol­ge einen gott­ge­woll­ten Weg zu gehen. Es ist ja Teil der Sün­de, durch Schwan­ger­schaf­ten dahin­ge­rafft zu wer­den! Ja, ich muss die Schwä­chung aner­ken­nen, aber ich darf ihrer Logik nicht fol­gen oder sie schön­re­den!

      Die gute Ord­nung lau­tet: Die Frau ist in ein­zig­ar­ti­ger und über­ra­gen­der Wei­se zur Mut­ter­schaft geschaf­fen und beru­fen (aber nicht als ein­zi­gem „Daseins­zweck“ natür­lich — das ist Unsinn). Die­se über­ra­gen­de Beru­fung scheint in Maria auf und adelt alle Frau­en in höch­ster Wei­se! Das soll uns Mut machen!
      Die Sün­den­fol­ge macht es erfor­der­lich, die Mut­ter hier vor all­zu gro­ßer Drag­sal zu bewah­ren um der gan­zen Fami­lie wil­len.

      Künst­li­che Ver­hü­tung ist v.a. des­halb ver­bo­ten wor­den, weil sie in der Ehe schnell und bequem außer Kon­trol­le gera­ten kann und weil sie teil­wei­se, je nach Metho­de, abtrei­ben­de Wir­kung haben kann — nicht aber das sinn­vol­le Umge­hen mit der Sexua­li­tät­an­ge­sichts der Schwan­ger­schaf­ten soweit es mög­lich ist mit­tels Absti­nenz und natür­li­cher Beob­ach­tung.

      Die Auf­ga­be, Kin­der zu bekom­men gilt, aber wie alles, was der Mensch als Auf­ag­be hat, erfor­dert auch dies eine ver­nünf­ti­ge Struk­tu­rie­rung und ein ver­ant­wort­li­ches Ver­wal­ten des Gutes.

      Und wenn ich das sage, will ich nicht von einer hyste­ri­schen Meu­te bezich­tigt wer­den, ich wol­le damit irgend­wel­chen Aus­wüch­sen Tür und Tor öff­nen. Auch from­me Ver­tie­rung der Frau ist ein Aus­wuchs!

      Wir sind Men­schen mit Wür­de und kei­ne Tie­re, und selbst die Tie­re haben ihre Brunst-Zei­ten und sind von der Natur her vor stän­di­ger Schwan­ger­schaft geschützt.

      • Und das nen­nen Sie sach­lich? Einen Bei­trag, der dop­pelt sovie­le Sät­ze mit Unter­stel­lun­gen ent­hält als alle ande­ren vor­kom­men­den Sät­ze?

        Und ja, es gibt, um es ein­mal pla­ka­tiv aus­zu­drücken

        a) ein abso­lu­tes Ver­hü­tungs­ver­bot, was Kin­der angeht und
        b) kein abso­lu­tes Tötungs­ver­bot

        Und dies ist

        1) ethisch
        2) recht­lich
        3) mora­lisch und
        4) men­tal

        bestens begründ­bar und begrün­det und auch Leh­re der Kir­che.

        • Bei­de Sei­ten haben nun bekun­det, die Dis­kus­si­on dazu zu been­den, was zu begrü­ßen ist. Der Sach­ar­gu­men­ta­ti­on gehört der Vor­rang, der kei­nem Duell auf der per­sön­li­chen Ebe­ne geop­fert wer­den soll­te.

      • Herr Nar­di,

        Mein Posting hier war eine Ant­wort auf eine frie­di­che und nor­ma­le Fra­ge des „Der Jun­ge Jün­ger“. Er schrieb an mich:

        „Zu der oben auf­ge­fuehr­ten The­ma­tik haet­te ich aber noch eine Fra­ge an Fr. Zeit­schnur: wie ist ihre Posi­ti­on jetzt genau, habe dass nicht ganz ver­stan­den?“

        Ich habe kein Inter­es­se an die­sen Duel­len, die man mir auf­drängt.

  14. Ich fin­de es scha­de dass man ein­an­der hier so vie­le per­so­en­li­che Belei­di­gun­gen zufuegt.Wir haben es als tra­di­tio­nel­le Katho­li­ken doch schon genue­gend schwie­rig heu­te und es wae­re bes­ser freund­li­cher mit ein­an­der umzu­ge­hen.

  15. @hicesthodie, bzgl.Ihres Bei­tra­ges von gestern um 9.31h.

    Was Sie unter Punkt 4 sagen, ent­kräf­tigt doch wie­der man­ches, was Sie vor­her schrie­ben. War­um soll­ten sich nur Non­nen vor einer dro­hen­den, durch Ver­ge­wal­ti­gung her­vor­ge­ru­fe­nen, even­tu­el­len Schwan­ger­schaft schüt­zen dür­fen? War­um kei­ne Jungfrau/junges Mäd­chen mit 15 oder 16 usw. und war­um kei­ne Ehe­frau oder Allein­ste­hen­de?

    Das kön­nen Sie nie­man­dem erzäh­len, daß nur Non­nen sich „schüt­zen“ dürf­ten. Und mal theo­re­tisch ange­nom­men: war­um nicht die eige­ne 20-jäh­ri­ge Toch­ter, die kei­ne Non­ne ist?

    Ich schlie­ße mich dem Kom­men­tar von @zeitschnur von gestern um 20.44h an.

    Der Papst aber hät­te sich hier m.Er. gar nicht aus dem Fen­ster leh­nen müs­sen. Aber weil er es getan hat, woll­te er etwas los­wer­den, und die Medi­en haben ihn wohl nicht ganz falsch ver­stan­den.

    • „vor einer Schwan­ger­schaft schüt­zen“ ist das eine men­ta­le Pro­blem.
      „nur“ „dür­fen“ das ande­re.
      Sowohl die Rela­ti­vie­rung der Got­tes­eben­bild­lich­keit auch eines Kin­des, wel­ches immer gott­ge­wollt und objek­tiv unschul­dig ist, gehen fehl wie eben­so das Ansin­nen, von der Kir­che eine Abso­lu­ti­on dafür bekom­men zu wol­len.

    • Weil man ein 15jähriges Mäd­chen und die ande­ren von Ihnen genann­ten Frau­en zunächst ein­mal nicht vor­sorg­lich mit Ver­hü­tungs­mit­teln gegen Ver­ge­wal­ti­gun­gen schüt­zen kann, wenn Sie gar nicht wis­sen, ob oder wann Sie je ver­ge­wal­tigt wer­den! Daher hat, ganz all­ge­mein gese­hen, Prio­ri­tät, Ver­ge­wal­ti­gung zu ver­hin­dern, denn sie ist das Übel, nicht die even­tu­ell dar­aus ent­ste­hen­de Lei­bes­frucht! Inso­fern sind Ver­hü­tungs­mit­tel a prio­ri gänz­lich unge­eig­net, vor der Ver­ge­wal­ti­gung als sol­cher zu schüt­zen. Das müs­sen Sie gedank­lich tren­nen! Im spe­zi­el­len und — wie wir wis­sen hypo­te­ti­schen — Fal­le der mas­sen­haf­ten und also vor­her­seh­ba­ren Ver­ge­wal­ti­gung von Non­nen könn­te für mich ein hin­rei­chen­der Grund für eine Aus­nah­me­re­ge­lung in der gött­li­chen Beru­fung zum gott­ge­weih­ten Leben gege­ben sein. Denn eine Orden­frau, die Mut­ter wird, könn­te zwi­schen ihrer eigent­li­chen, von Gott gewoll­ten Beru­fung zum gott­ge­weih­ten Leben und ihrer durch mensch­li­chen Wil­len auf­ge­zwun­ge­nen Mut­ter­schaft nur schwer ent­schei­den und letzt­lich ihr Heil ver­lie­ren, das dar­in besteht, Got­tes Wil­len zu tun. Der gött­li­che Wil­le wird durch mensch­li­che Gewalt her­aus­ge­for­dert und ad absur­sum geführt. Das ist der eigent­li­che Knack­punkt, war­um in die­sem ganz spe­zi­el­len Fall Ver­hü­tung eine ulti­ma ratio sein könn­te. Ich beto­ne: KÖNNTE! Nicht mehr und nicht weni­ger! Grund­sätz­lich aber gilt auch hier, dass ent­ste­hen­des Leben aus­zu­tra­gen ist, weil das Recht auf Leben fun­da­men­tal ist und ober­ste Prio­ri­tät genießt. Letzt­end­lich hat sich dazu, wie wir aus obi­gem Arti­kel erfah­ren, weder Papst Paul VI. noch die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on letzt­ver­bind­lich geäu­ßert. Die Ver­mi­schung bei­der The­men, näm­lich sexu­el­le Gewalt gegen Frau­en und Ver­hü­tung in der Ehe gehen von Ber­go­glio aus. Bit­te, ich bin nicht das Lehr­amt. Ich stel­le nur wie Sie über­rascht und zugleich bedau­ernd fest, dass es beim ober­sten Leh­rer und Inter­pre­ten des Glau­bens äußerst bedenk­li­che Aus­sa­gen zu die­ser (und ande­rer!) Pro­ble­ma­tik gibt. Aber ein Flug­zeug­inter­view ist wie­der­um kei­ne ex cathe­dra Ent­schei­dung, von daher kön­nen wir eigent­lich alle wie­der ruhig ein­schla­fen!

      • Ergän­ze: Denn eine Orden­frau, die Mut­ter wird, könn­te zwi­schen ihrer eigent­li­chen, von Gott gewoll­ten Beru­fung zum gott­ge­weih­ten Leben und ihrer durch mensch­li­chen Wil­len auf­ge­zwun­ge­nen Mut­ter­schaft nur schwer ent­schei­den und letzt­lich in die­sem Kon­flikt ihr Heil ver­lie­ren, das dar­in besteht, Got­tes Wil­len zu tun.

      • Schwie­rig­keit: Ver­hü­tungs­pil­len heu­te sind i.a. poten­zi­ell tötend, zur Zeit Papst Pauls VI. waren sie es nicht. Moral­theo­lo­gisch ist die Situa­ti­on damals (falls er sich über­haupt dazu geäu­ßert hat) und heu­te nicht die­sel­be.

    • Geehr­ter @Franzel,
      In den letz­ten Tagen/Stunden erschei­nen immer mehr Arti­kel, wor­in die Aus­sa­ge (. P.Paulus VI) betr. der Zuläs­sig­keit von emp­fäng­nis­ver­hü­ten­den Mit­teln bei laten­ter Gefahr für Vergewaltigung/Nonnen in Kon­go als ein „fake“ ent­larvt wird.
      Es ist eine Irre­füh­rung, eine Unwahr­heit- und wohl basie­rend auf Über­le­gun­gen Ende 1961 eines Jesui­ten, erneut auf­ge­wärmt in 1991.

      „Es steht jedem Men­schen frei, sich so zu bla­mie­ren, wie er selbst will“(Kard Ger­hard Mül­ler).
      Fran­zis­kus hat sich hier sehr weit aus dem Fen­ster gelehnt (von „müs­sen“ war kei­ne Rede);
      daß er ger­ne Sachen los wer­den will, wis­sen wir inzwi­schen zum Genü­gen;
      daß er hier Unwahr­hei­ten kol­por­tiert, und dabei bil­li­gend, wenn nicht als Haupt­ziel die Auf­merk­sam­keit der Welt­me­di­en sucht, stimmt nict mit dem Wahr­heits­an­spruch des Chri­sten­tums über­ein.
      Falsch haben die Medi­en Franz übri­gens nicht ver­stan­den.

      • Hät­ten Sie da viel­leicht einen Link auf die­se vie­len Arti­kel, die den „Fake“ ent­lar­ven?

        F. hat sich unge­schickt aus­ge­drückt! Was er sagen woll­te, ist anhand sei­ner Wort­wahl völ­lig ein­deu­tig.

      • Also, lieb­wer­te zeit­schnur, das steht doch nun schon alles in obi­gen Arti­kel! Bit­te lesen!

        Und ich sage Ihnen noch ein­mal: Ber­go­glio hat ganz bewusst die Abtrei­bung als Ver­bre­chen ver­ur­teilt, um ihr gegen­über die Ver­hü­tung als „klei­ne­res Übel“ dar­zu­stel­len zu kön­nen, was sie in Wahr­heit nicht ist. Sie sehen doch sonst über­all die jesui­ti­sche Schläue am Werk, hier wol­len Sie es als Unge­schick­lich­keit abtun.

      • Noch mal an Adri­en A.:

        Die von Ihnen genann­ten zahl­rei­chen Arti­kel hät­te ich ger­ne nach­ge­wie­sen. Wenn man Suc­be­grif­fe egibt, kommt da näm­lich rein gar nichts!

        Also bit­te: Ich wür­de das ger­ne schwarz auf weiß nach­e­le­sen kön­nen.

      • Sehr auf­hel­lend:
        ‑Der sehr bekann­te und her­vor­ra­gend infor­mier­te Blog v. Father Zuhl­dsorf: http://www.wdtprs.com/blog/
        und wohl 22 Febru­a­ry 2016:
        „Peters on reac­tions and Claims about Fran­cis‘ off-the-uff con­tracep­ti­on remarks“

        - Eben­falls dort 20 Febru­a­ry 2016:
        „It’s NOT an urban legend; it’s a LIE:
        Paul VI did NOT give per­mis­si­on to nuns to use con­tracep­ti­on“

        - Der dort refe­rier­te Arti­kel von Pal­la­zi­ni et al. in „Stu­di cat­to­li­ci“ No 27 (2. Halb­jahr 1961) ( !! ab in die Biblio­thek! Lek­tü­re der Pri­mär­do­ku­men­te!)

        -Ganz frisch:
        http://www.lifesitenews.com v. 24 Febru­a­ry 2016 mit dem Arti­kel über die gro­ße US-ame­ri­ka­ni­sche Theo­lo­gin­nen Janet Smith (Prim­är­ar­ti­kel in „Catho­lic World Repor­ter“) und Moni­ca Miglio­ri­no Mil­ler.

        Die Lite­ra­tur über die Greu­el­ta­ten in Con­go (vor­her Belg.Congo) ist z. größ­ten Teil auf Fran­zö­sisch und Nie­der­län­disch (also in die­sen Spra­chen suchen mit den rich­ti­gen Such­wor­ten: das ist typi­sche Historiker(innen)arbeit).
        In den näch­sten Tagen kommt sicher noch mehr.

  16. @Fr. Zeit­schnur
    Erst­mal vie­len Dank fuer ihre Ant­wort. Mit dem was sie zur Lage der Frau schrei­ben, haben sie wei­ten Tei­lens recht. Ich moech­te aber noch was hnzu­fue­gen. Das beste Bei­spiel fuer eine Frau wie sie sein kann ist doch unse­re Got­tes­mut­ter Maria. War sie etwa eine Geba­er­ma­schi­ne? War sie etwa Skla­vin ihres Ehe­man­nes? Ich per­so­en­lich weiss nicht wie es in Tra­di­k­rei­sen heut­zu­ta­ge (PiusX und co.) ist, aber es ist zumin­dest histo­risch so bei uns Katho­li­ken lan­ge gewe­sen, dass unser Frau­en­bild sich nicht viel von dem des Islams unter­schie­den hat­te. Das Chri­sten­tum ist kei­ne Maen­ner­do­mae­ne, son­dern in ihm koen­nen die 2 untersch. Geschlech­ter die ihnen am besten pas­sen­de Rol­le ein­neh­men. Dass Prie­ster nur Maen­ner sein duer­fen hat sei­ne berech­tig­ten Gru­en­de (hist., geschlechts­spe­zi­fi­sche, reli­gio­e­se) aber wie oft ist es denn bei all den Hei­li­gen nicht so, dass eine star­ke, selbs­be­wuss­te Frau die­se zu ihrem Glau­bem gefuehrt hat. Wer eine der­ar­ti­ge Gross­mutter hat­te, der weiss von was ich spre­che. Mari­as Rol­le soll­te Vor­bild sein und Maen­ner soll­ten in die­sem Zsh. vlt. auch oef­ters auf ihren Gemah­len Josef schau­en, der neben Maria fast unter­geht.

    Zur Abtrei­bung: Ich fin­de man soll­te sich an dem orin­tie­ren, was wir vom Herrn dazu als Richt­schnur bekom­men haben. Die Bibel und ins­be­son­de­re die 10 Gebo­te. „Du sollst nicht toe­ten“ heisst es, nicht „Du sollst nicht toe­ten ausser wenn usw.“ . In lin­ken Krei­sen heisst es ofmals: „Stell dir vor es gibt Krieg und kei­ner geht hin“- Das mag naiv klin­gen und dumm fuer den Mann von Welt, aber fuer den Chri­sten­men­schen spie­gelt dass doch alles was Chri­stus uns hier­zu gelehrt hat wie­der. Ea gibt fuer Chri­sten kei­nen Krieg, auch kei­nen gerech­ten. Egal ob gro­sse Hei­li­ge was ande­res lehr­ten. „Du sollst nicht toe­ten“ und Chri­stus fueg­te noch hin­zu “ Lie­be dei­ne Fein­de; Hal­te noch die zwei­te Backe hin und zu Petri sag­te er, er sol­le das Schwert weg­stecken“ Christ zu sein ist im Vgl. etwas sehr radi­ka­les und eine regel­rech­te Revo­lu­ti­on. Wer im folgt muss vie­les auf­ge­ben und sich los­rei­ssen von der Welt. Was wae­re wenn Euro­pa bspw. die Waf­fen ggue den Kul­ti­sten aus dem Ori­ent nie­der­ge­streckt haet­te. Vie­le wuer­den ermor­det wer­den umd Euro­pa wae­re mus­li­misch. Was wae­re dar­an schlimm? Unser ver­spro­che­ner Lohn liegt doch erstens nicht auf Erden, es ist das Him­mels­reich. Zwei­tens war Rom doch auch nicht weni­ger schlimm als der Islam aber dort haben es Chri­sten ohne Krieg geschafft, vie­len die Bot­schaft Chri­sti zu ver­mit­teln. Ein mus­li­mi­sches Euro­pa wae­re eine Chan­ce. Nicht fuer den Mann von Welt, aber den Chri­sten­men­schen und fuer die Bot­schaft Chri­sti selbst. Der Islam ist nichts wei­ter als ein natur­re­li­gio­eser Kult, den Moham­med damals mit etwas Juden­tum und viel Cri­sten­tum gemischt hat. Habem wir doch davor kei­ne Angst. Mit den 10 Gebo­ten laesst sich jedes irdi­sche Pro­blem loe­sen. Abtrei­bung ist die Ver­nich­tung einer Exi­stenz, die bereits einen.einzigartigen Chrom­oao­men­satz auf­weist und aus der ein wun­der­vol­ler klei­ner Mensch erwaechst. Ein Kind ist nie­mals eine Last. Selbst das einens Ver­ge­wal­ti­gers, oder einer Non­ne. Was kann die­ses arme Geschoe­pf denn hier­fu­er? An die­sem Elend mit den Ver­ge­wal­ti­gun­gen ist wie­der ein Ver­stos gegen die 10 Gebo­te gege­ben. Die Lust gilt es wie den Ape­tit oder die Wut etc. zu zue­geln. Sie ist wic­ti­ger Bestand­teil des­sen was uns aus­macht, aber seit jeher ist eine zue­gel­lo­se Lust (vor­al­lem) des Man­nes an viel Elend in der Welt ver­ant­wort­lich. Das gilt auch fuer die Ehe. Die beste Ver­hu­e­tung ist es auf Sex zu ver­zich­ten und ihn in sei­nen von Gott vor­ge­ge­be­nen Raum zu leben. Das ist moe­g­lich, auch in der heu­ti­gen west­li­chen Gesell­schaft. Dass sag ich als jun­ger, gross­ge­wach­se­ner, attrak­ti­ver Mann. (Soll kein Selbst­lob sein) Chri­stus zu fol­gen heisst auch sei­nem Lei­den zu fol­gen. Die Welt ist fuer den Mann von Welt ein ausse­rer Kampf, fuer den Chri­sten­men­schem wie­der­um ein noch schwie­ri­ge­rer, inne­rer. Ich bin gra­de dabei mich zu pro­fi­lie­ren und hof­fe mei­ne Gedan­ken und die­ser lan­ge Text sind nicht zu ver­wir­rend und wenig­stens etwas nach­voll­zieh­bar. Vie­len Danl fuers lesesn! 🙂

    • DjJ: Ver­wir­rend nicht, wenn­gleich teil­wei­se — „Ein mus­li­mi­sches Euro­pa wae­re eine Chan­ce“ — etwas die Luft anhal­ten gebie­tend. Irgend­wie schim­mert für mich etwas durch, wie der Ernst­fall aus­se­hen könn­te. Von mei­ner Sei­te vie­len Dank.

    • @Djj: Ein mus­li­mi­sches Euro­pa???????? Bit­te ohne mich! Das koen­nen Sie doch nicht im Ernst mei­nen. Fuer Frau­en wae­re das ein abso­lu­tes Dis­a­ster! Maen­ner haben Vor­tei­le im islam, viel­leicht des­halb dass sie die Gefah­ren davon nicht sehen wol­len oder koen­nen.

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