Papst Franziskus, Donald Trump und die Mauer, „sei es wo es sei“

Papst Franziskus an der Mauer durch das Heilige Land
Papst Franziskus an der israelischen Mauer durch das Heilige Land

„Eine Per­son, die nur dar­an denkt, Mau­ern zu bau­en, sei es wo es sei, und nicht Brücken zu bau­en … ist nicht christ­lich. Das ist nicht das Evangelium.“

Papst Fran­zis­kus am 18. Febru­ar 2016 auf dem Rück­flug von Mexi­ko nach Rom zum Vor­schlag von Donald Trump, dem repu­bli­ka­ni­schen Anwär­ter auf die Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tur, zum Schutz gegen die ille­ga­le Mas­sen­ein­wan­de­rung zwi­schen Mexi­ko und den USA eine Mau­er zu errichten.

Im Mai 2014 besuch­te Papst Fran­zis­kus die von Isra­el errich­te­te Mau­er durch das Hei­li­ge Land, was als stum­me Kri­tik inter­pre­tiert wer­den konn­te, da er in der­sel­ben Hal­tung davor bete­te wie vor der Kla­ge­mau­er in Jeru­sa­lem. Die wort­lo­se Geste blieb jedoch ohne offi­zi­el­le Erläu­te­rung. Eine Kri­tik am Mau­er­bau äußer­te er nicht, obwohl die palä­sti­nen­si­schen Chri­sten ihn wegen der welt­wei­ten Gleich­gül­tig­keit „als letz­te Hoff­nung“ dar­um gebe­ten hatten.
Kri­tik am israe­li­schen Mau­er­bau hat­ten sei­ne Vor­gän­ger Johan­nes Paul II. 2003 und Bene­dikt XVI. 2009 geübt und waren bereit, dafür teils hef­ti­ge Kri­tik und Anfein­dung einzustecken.

Text: Andre­as Becker
Bild: vatican.va/OR (Screen­shot)

28 Kommentare

  1. Das ist wirk­lich das Letz­te, was sich Ber­go­glio hier lei­stet! Sich frei­wil­lig der­art vor den Kar­ren der Demo­kra­ten span­nen zu las­sen und somit im ame­ri­ka­ni­schen Wahl­kampf Par­tei zu ergrei­fen, ist ein­fach hoch­gra­dig unpro­fes­sio­nell. Man hat den Ein­druck, er ist ein Papst von Oba­mas Gna­den. Der Mann soll­te sich ein Schwei­ge­gel­üb­te auf­er­le­gen und zurück­tre­ten von einem Amt, das aus­zu­üben er weder gei­stig, geist­lich noch psy­chisch in der Lage ist.

  2. Es klingt wie ein schlech­ter Trep­pen­witz, wenn ein häre­ti­scher Papst von einem Poli­ti­ker behaup­tet, er sei kein Christ.
    Ich weiß nicht, ob Ber­go­glio ein Christ ist oder nicht, und auch nicht, was er unter einem Chri­sten ver­steht, aber eines weiß ich: Die­ser Mann ist nicht katholisch!
    Oder alle mei­ne Reli­gi­ons­leh­rer, ob Prie­ster oder Lai­en, haben mir die Unwahr­heit beigebracht.

  3. Er betet an Mau­ern — lei­der auf der fal­schen Seite !
    Sein Gebet an der Mau­er im West­jor­dan­land war eben­so der ver­kehr­te Impuls. Der israe­li­sche Mini­ster­prä­si­dent Netan­ja­hu hat ihn zusätz­lich zur Gedenk­stät­te israe­lisch-jüdi­scher Opfer von vie­len Bom­ben­at­ten­tä­tern zwi­schen dem Herzlberg und Yad-Vashem gebracht und ihm ein­dring­lich erklärt, dass Isra­el ohne die­se Mau­er NICHT über­le­ben kann. In Jeru­sa­lem ließ Netan­ja­hu sein Manu­skript fal­len und bei­sei­te, und erklär­te es ihm wie­der­um ein­dring­lichst. Papst Fran­zis­kus saß dane­ben wie ein trot­zi­ger Schul­bub, der sich ertappt fühl­te. Papst Fran­zis­kus hat von Demo­gra­phie, Staats­recht, Ver­fas­sungs­recht und ‑poli­tik so gut wie kei­ne Ahnung, und soll­te sich tun­lichst aus die­sen Berei­chen her­aus­hal­ten. Er hat kein Recht Donald Trump als Nicht-Christ zu defi­nie­ren. Donald Trump setzt das um, was in der Staats­ver­fas­sung und dem Staats­recht sei­nes Lan­des ver­an­kert ist. Durch sein ‚ahnungs­lo­ses‘ Ver­hal­ten (auch „Lam­pe­du­sa“) för­dert Papst Fran­zis­kus zudem noch die Isla­mi­sie­rung Euro­pas. Wenn er so wei­ter­macht wird auch die katho­li­sche Bevöl­ke­rung Ita­li­ens ihm die Nach­fol­ge auf­kün­di­gen, weil sie über­le­ben und nicht afri­ka­ni-isla­mi­siert wer­den will. Papst Fran­sis­kus för­dert durch sein ‚ahnungs­lo­ses‘ Ver­hal­ten dar­über hin­aus die Plä­ne der Glo­ba­li­sie­rer und von Leu­ten wie Hoot­on, Kar­leghi und Tho­mas Bar­nett (Lit.: „The Pentagon’s new road map“) zur Ent­na­tio­na­li­sie­rung und Ver­mi­schung der Völ­ker. Es tut mir weh, aber für mich steht die­ser Papst lei­der in einer Rei­he mit Mer­kel und Obama.

    • Dan­ke. Wir kön­nen in die­ser Fra­ge — wie über­lebt man in einem isla­mi­schen Umfeld als west­li­che Gesell­schaft — viel von Isra­el lernen.

  4. Es ist ein­fach unchrist­lich einem ande­ren das Chri­sten­tum abzusprechen.
    Die­se ulti­ma­ti­ve Ent­schei­dung ist Gott vor­be­hal­ten. Er kann ihn jedoch ermah­nen als Form der Barm­her­zig­keit. Ein Geschmäck­le hat die Aus­sa­ge schon — wie bereit Hicest­ho­die schreibt- als gro­be Ein­mi­schung in den ame­ri­ka­ni­schen Wahl­kampf. Wer sehen will, kann aus die­ser Bemer­kung erken­nen, dass Trump nicht gewollt ist.

  5. Mau­er ist nicht gleich Mauer.
    Wir Deut­schen hat­ten eine Mau­er (und Sta­chel­draht­zäu­ne), die uns ande­re ins Land gebaut haben, damit wir nicht in Frie­den zusam­men­kom­men kön­nen oder gar Leu­te aus dem Osten in den Westen flie­hen. Repu­blik­flucht eines der schlimm­sten Delikte.

    Mau­er­grund in D war: Mas­sen­flucht zu verhindern

    In den USA geht es um das Ver­hin­dern von ille­ga­ler Mas­sen­ein­wan­de­rung. Wenn Kon­ser­va­ti­ve dar­über mora­li­sie­ren wol­len soll­ten (und so klingt es ein wenig), ver­ste­he ich das nicht, denn sie wol­len doch auch in Deutsch­land ein wirk­sa­mes Boll­werk gegen Masseneinwanderung!
    In der Tat muss sich kein Land durch Volks­stür­me von außen taten­los über­ren­nen las­sen. Das ist ius gentium.

    Mau­er­grund in den USA ist: ille­ga­le Mas­sen­ein­wan­de­rung verhindern.

    In Isra­el liegt der Fall wie­der anders. Die Mau­er dort dient dem Schutz der jüdi­schen Bevöl­ke­rung. Hier wird behaup­tet, die Welt näh­me die Palä­sti­nen­ser nicht wahr. Das ist gar nicht wahr — sowohl die Ultra­rech­ten wie die Ultra­lin­ken haben für die Ara­ber und all ihre Ver­bre­chen ein sehr wei­tes Herz, auch die der Palä­sti­nen­ser, sind jedoch hart wie Stein, wenn es um das Recht Isra­els geht. Isra­el ist glo­bal weit­ge­hend iso­liert, seit Neue­stem gibt es ja sogar einen Neu­auf­guss des „Kauft nicht bei Juden“, indem die EU gesetz­lich for­dert, Pro­duk­te aus dem West­jor­dan­land mit einem Stig­ma zu kenn­zeich­nen. Das ging doch groß durch die Pres­se- liest das denn keiner?!

    Bei­spiel hier http://www.welt.de/politik/ausland/article148712472/EU-beschliesst-Kennzeichnung-fuer-Siedlerprodukte.html

    Fast täg­lich wer­den jüdi­sche Israe­lis von Ara­bern von Mann zu Mann (oder Frau) ermor­det. Wer hat ein Herz dafür? Die mei­sten kon­ser­va­ti­ven Katho­li­ken jeden­falls nicht. Es juckt sie nicht, wenn Zivi­li­sten mit Mes­sern nie­der­ge­sto­chen, tot­ge­prü­gelt, wenn jüdi­sche Müt­ter vor den Augen ihrer Kin­der ver­ge­wal­tigt und ermor­det werden.
    Auch die fast täg­li­chen Rake­ten und Schüs­se aus dem Palä­sti­nen­ser­ge­biet, das die UNO schließ­lich fest­ge­legt hat und das ver­schie­de­ne Sta­tus hat (was auch vie­le Chri­sten samt den Lin­ken und Rech­ten igno­rie­ren), ruft nicht sel­ten in Katho­li­ken sogar Häme hervor.
    Isra­el reagiert bei sei­nen Mau­ern und son­sti­gen Grenz­zie­hun­gen stets auf gewalt­tä­ti­ge Über­grif­fe durch Ara­ber und von denen vor allem Muslime.
    Der Isla­mis­mus ist auch die Haupt­trieb­fe­der der Palästineserorganisationen.
    Und im übri­gen sind vie­le ara­bi­sche Chri­sten pro­is­rae­lisch — nur wird das von Katho­li­ken beharr­lich verschwiegen.

    Isra­el reagiert in vie­len Punk­ten über, aber es ist im Grun­de eine sehr offen­siv gestal­te­te Defen­si­ve gegen jahr­zehn­te­lan­ge Ver­nich­tungs­ver­su­che durch die ara­bi­sche Welt.

    Die mei­sten Israe­li sagen mir (die ich ken­ne): Nie wie­der, nie wie­der las­sen wir uns wie Scha­fe zur Schlacht­bank füh­ren! Nie wie­der. Bevor das geschieht, kämp­fen wir dies­mal bis zum Umfal­len, aber wir kämp­fen diesmal. 

    Mau­er­grund in Isra­el ist: gewalt­tä­ti­ge Über­grif­fe von außen auf die jüdi­sche Zivil­be­völ­ke­rung verhindern.

    Ganz guter Arti­kel dazu: http://www.huffingtonpost.de/ali-a-rizvi/7‑dinge-ueber-die-man-nac_b_5630553.html

    Drei unter­schied­li­che Fäl­le, drei Mau­ern mit teil­wei­se dia­me­tra­ler Bedeutung.

    F. also tut hier nur das, was er immer tut mit sei­nem Glau­ben an die magi­sche Wir­kung des „Dia­logs“, hier nennt er es „Brücken bau­en“: So wie er Mus­li­me zum gemein­sa­men Gebet ein­lädt, for­dert er den Israe­lis etwas ab, was sie ohne­hin seit 70 Jah­ren tun. Was wur­de nicht schon dia­lo­gi­siert! Es gab ja sogar schon einen Frie­dens­no­bel­preis für den Dia­log (http://www1.wdr.de/themen/archiv/stichtag/stichtag7856.html)
    Und doch ist kein Frieden…

    Ja: der ara­bi­sche Teil die­ses Frie­dens­ab­kom­mens, Prä­si­dent Sadat, wur­de ermordet.
    Und von wem?
    Und warum?

    Hören wir es uns an und füh­ren wir uns vor Augen, wel­cher Natur ara­bi­sche Aggres­si­on sein kann und seit Jahr­hun­der­ten jeden Frie­den verhindert:

    Sadat hat­te nach einem Pogrom ägyp­ti­scher Mus­li­me gegen Kop­ten, bei dem vie­le Chri­sten star­ben, eine Ver­haf­tungs­wel­le gegen Isla­mi­sten durchgeführt.
    Ein hoher Mili­tär, des­sen Bru­der dabei ver­haf­tet wur­de, raste­te aus und beschloss mit einem Radi­kal­is­la­mist, Fara­dsch, Sadat durch ein Atten­tat zu ermor­den. Und so geschah es. Zu Fara­dsch: https://de.wikipedia.org/wiki/Muhammad_Abd_al-Salam_Faradsch

    Das sind die nah­öst­li­chen Rea­li­tä­ten unter Mus­li­men. Isra­el reagiert auf die­se Bru­ta­li­tät, und das fällt selbst nicht immer gut aus — aber wer weiß, wie man es bes­ser macht, ohne dabei die Feh­ler etwa unse­rer Regie­run­gen zu begehen?
    Die ara­bi­schen Chri­sten, gewohnt, den Mus­li­men nach dem Mund zu reden, um nicht von ihnen ver­nich­tet zu wer­den, sind viel­fach gar nicht ehr­lich, wenn sie groß gegen isra­el meckern und die Ver­bre­chen der Mus­li­me unter den Tep­pich keh­ren. Allei­ne, dass sie unbe­hel­ligt Isra­el ankla­gen kön­nen, die Mus­li­me dage­gen nicht, sprciht nur für Israel!

    Ich habe neu­lich das Buch einer syrisch-ortho­do­xen Non­ne gele­sen, die selbst Ara­mäe­rin aus der Tür­kei ist. Lest das mal — und man­chem wird ein Kron­leuch­ter über das wun­der­ba­re Leben eines Nicht­mus­lim (gleich ob Christ oder Jude) im Nahen Osten auf­ge­hen. Und dann wird sich in den Köp­fen auch lich­ten, war­um Isra­el so rigi­de vorgeht.
    http://brunnen-verlag.de/ich-glaube-an-die-tat.html#

    • @ Zeit­schnur
      ich habe die per­fek­te Begrün­dung, wes­halb Fran­zis­kus die gedach­te Mau­er zu Mexi­ko kri­ti­siert und die tat­säch­li­che Mau­er in Palä­sti­na nicht: Der Papst hat näm­lich gesagt, wer Mau­ern bau­en will „ist nicht christ­lich“. Die Juden sind kei­ne Chri­sten, also gilt das Mau­er­ver­bot für sie nicht. Sie kön­nen laut Fran­zis­kus ruhig bauen.
      So, Scherz beiseite:
      Wahr­schein­lich hät­ten Sie, Zeit­schnur, ja auch sicher nichts dage­gen, wenn — set­zen wir ein­mal ein wenn vor­aus — ein heu­te demo­kra­ti­sches Deutsch­land in den Gren­zen vom Novem­ber 1939 hin­ter Bie­litz und Lodsch (sor­ry Litz­mann­stadt) unweit vor Kra­kau und War­schau eine Mau­er bau­en wür­de, um sich vor poten­ti­el­len pol­ni­schen „Ter­ro­ri­sten“ zu schützen?

      • Wit­zig!
        Fast, fast, fast gebe ich Ihnen recht, aber nur fast:
        Sie soll­ten sich mal einen aktu­el­le­ren Atlas besor­gen und ein Geschichts­buch. Und ein Lehr­buch über Völ­ker­recht, die Ver­bind­lich­keit von Abkom­men etc. etc.

        Falls pol­ni­sche Ter­ro­ri­sten uns stän­dig angrei­fen wür­den an den Gren­zen von 1937, mit Posau­ne: VON 1937!!! die auf Frie­dens­ab­kom­men und Ver­hand­lun­gen beruh­ten, wie die der­zei­ti­gen Abkom­men für das West­jor­dan­land — klar fän­de ich es rich­tig, Gegen­maß­nah­men zu ergreifen.

        Sie nicht?!

      • @ Zeit­schnur
        Hm, zur Ver­bind­lich­keit von Abkom­men gehört aber zunächst vor allem legi­ti­me Ver­trags­part­ner, da beginnt ein unend­li­ches Dilem­ma. Wer war berech­tigt für die ein­hei­mi­schen Palä­sti­nen­ser den Ver­trag zu unter­zeich­nen? Nie­mand, sie waren nicht ein­mal Ver­trags­part­ner, mehr noch, sie wur­den nicht ein­mal gefragt. Damit ist die Ver­bind­lich­keit in der ent­schei­den­den Prä­mis­se nicht gegeben.
        Konn­te eine Man­dats­macht dar­über bestim­men? Was bedeu­tet Man­dat als völ­ker­recht­li­cher Rechts­ti­tel? Mit Sicher­heit nicht, ein Land zu verschenken.
        Mit der Rechts­fra­ge kann man rund um Isra­el nicht argu­men­tie­ren. Also soll­te man ehr­lich sein. In der Poli­tik geht es nicht um Recht, son­dern um Macht. Wer die Macht hat, bestimmt. Putin hat sich die Krim zurück­ge­holt. Die EU ist Man­dats­macht im Koso­vo und in Bos­ni­en-Her­ce­go­wi­na, Hit­ler war es im Pro­tek­to­rat, Eng­land auf Zypern. Die Grün­dung des Staa­tes Isra­el geschah unter Miß­ach­tung des vom Völ­ker­bund fest­ge­leg­ten Selbst­be­stim­mungs­rechts der Völ­ker und brach­te Ver­trei­bung der ein­hei­mi­schen Bevöl­ke­rung und Land­raub, denn eine Bevöl­ke­rung war ja nun­mal da.
        So gese­hen steht Isra­el eben kei­nes­wegs an der dt. Gren­ze von 1937 und ver­tei­digt sich, son­dern mit­ten in der Ukrai­ne. Und da nun­mal der Staat Isra­el exi­stiert, ver­tei­digt er sei­ne Inter­es­sen, so ein­fach, so moral­frei, so inter­es­sen­ge­lei­tet ist das eben, samt Mau­er­bau, die — je nach Per­spek­ti­ve — eine gute Mau­er und eine schreck­lich Mau­er ist, so wie jede Mau­er der Geschich­te es war.
        Ich fin­de die Mau­er schreck­lich, weil sie das gelob­te Land teilt. Ich wür­de ger­ne die Israe­lis ver­ste­hen in ihrem Abwehr­kampf, aber es fällt mir schwer, weil die­se Staats­grün­dung vom ersten Tag an die Rech­te der ein­hei­mi­schen Bevöl­ke­rung mit Füssen getre­ten hat. Das kön­nen die Israe­lis sicher aus­blen­den, ich kann es nicht. 

      • @ Kra­kau­er

        Man kann nie­man­den „fra­gen“, den es in die­ser Form gar nicht gibt! Das heu­ti­ge Isra­el war dünn besie­delt, zu einem nicht gerin­gen Teil ohne­hin auch schon von Juden und dane­ben Chri­sten. Und es gab ara­bi­sche Bedui­nen. Es gab die Osma­nen und spä­ter Man­dats­mäch­te und die UNO.

        Ist alles kom­pli­ziert, aber „Palä­sti­nen­ser“ im heu­ti­gen Sin­ne gab es nicht. Man nann­te noch Mit­te des 20. Jh alle Bewoh­ner des hl. Lan­des „Palä­sti­nen­ser“, auch die jüdi­sche Bevölkerung.

        Das ist alles ein wei­tes Feld, aber eines ist auf­fal­lend, wenn Sie schon deut­sche Ver­glei­che her­an­zie­hen wol­len, neh­men wir am besten einen, der nicht fik­tiv ist, wie Ihr Polen­pa­ra­dig­ma: Deut­sche wur­den ver­trie­ben und umge­sie­delt und aus­ge­wie­sen aus teil­wei­se uraltem Wohngebiet.

        Aber man müss­te noch zum ersten Mal von stän­di­gen deut­schen Atten­ta­ten auf Rus­sen, Polen, Tsche­chen hören.
        Oder hören Sie von per­ma­nen­ten india­ni­schen Atten­ta­ten in den USA?
        Es ist außer­dem nichts Ille­gi­ti­mes, wenn sich Men­schen irgend­wo ansie­deln, wenn sie ver­trie­ben und ver­folgt wer­den, noch dazu wenn sie es offen vor der Völ­ker­ge­mein­schaft verhandeln.

        Eben — wie immer die Rechts­la­ge dort unten zu beur­tei­len ist, und dass sie kom­pli­ziert ist, weiß jeder, und dass bei den Palä­sti­nen­sern so gut wie nichts mit rech­ten Din­gen zugeht, weiß auch jeder, wie immer also man das sehen mag: Die­se infer­na­li­sche Aggres­si­vi­tät der ara­bi­schen Palä­sti­ne­ser von der Staats­grün­dung an, wobei damals erst mal die umlie­gen­den Ara­ber durch­dreh­ten und ein spe­zi­fisch ara­bi­sches Palä­sti­nen­ser­volk erst spä­ter kre­iert wur­de, die­se per­ma­nen­te Mord­bren­ne­rei soll­te Ihnen zei­gen, was hier los ist und WER hier los ist.
        In Isra­el konn­te jeder ortan­sää­si­ge Ara­ber einen Pass und die Staats­an­ge­hö­rig­keit bekom­men. In mei­ner Jugend lern­ten in isra­el alle Juden Ara­bisch und es gab vie­le gute Bezie­hun­gen zwi­schen Juden und Arabern.
        Bei dem Ver­bre­cher­tum, das die isla­mi­schen und lei­der auch eini­ge christ­li­che Ara­ber dann aber den Israe­lis seit Jahr­zehn­ten bie­ten und in mei­ner Jugend als RAF-Ter­ro­ris­mus auch nach Euro­pa getra­gen haben (sie haben unse­re roten Radi­ka­len aus­ge­bil­det!), kann man vor Isra­el nur den Hut abneh­men, dass es sich nach wie vor rela­tiv fair gegen­über sei­nen ara­bi­schen Staats­bür­gern ver­hält. Die neh­men die sogar in die Armee auf!

        Isla­mi­sche (und christ­li­che) Staa­ten wären nicht einen Bruch­teil so duldsam.

      • Der Fall ist anders. Es wäre als wäre Deutsch­land noch nazi­stisch und Polen wür­de die Schutz­mau­er bauen.

      • @MM
        Nein, nein, eben gera­de nicht. Las­sen Sie Ihre Fan­ta­sie spie­len, es geht ja um ein Gedan­ken­spiel, das eige­nes Den­ken hin­ter­fra­gen soll.
        Mein Gedan­ken­spiel setzt vor­aus: Deutsch­land hat den NS gestürzt und ist demo­kra­tisch, konn­te aber besetz­te Län­der behal­ten. Das ist immer wie­der im gro­ßen Stil der Fall gewe­sen, so nach dem Ersten und nach dem Zwei­ten Welt­krieg (natür­lich nicht für Deutsch­land, Öster­reich und Ungarn, doch, sie­he da, für die Sie­ger­mäch­te, obwohl die ja eigent­lich aus­ge­zo­gen waren, den bösen Expan­si­ons­drang der ande­ren zu stop­pen, aber das steht auf einem ande­ren Blatt geschrie­ben). Also: D ist demo­kra­tisch, steht aber hin­ter Bie­litz und Lodsch. Und die Polen fin­den das natür­lich gar nicht lustig und pol­ni­schen „Ter­ro­ri­sten“ weh­ren sich gegen die­sen Sta­tus quo des Land­raubs. Und nun den­ken Sie das Gan­ze von oben mit der Mau­er noch ein­mal durch. Und nun?

  6. Es zählt zu den wich­tig­sten Auf­ga­ben von Staats­len­kern, für die Sicher­heit ihrer Bür­ger zu sor­gen. Mer­kel ist das beste Bei­spiel dafür, wohin eine rea­li­täts­frem­de, gefühls­ge­lei­te­te Sym­bol­po­li­tik führt.

    Ber­go­glio ist ihr da ähn­lich: um sei­ne Beschei­den­heit und Volks­nä­he zu unter­strei­chen wohnt er im Gäste­haus Sankt Mar­ta und ver­ur­sacht damit zusätz­li­chen Sicher­heits­auf­wand in Millionenhöhe.

    Aber wenn er unbe­dingt sei­nen demü­ti­gen Lebens­stil vs. Mau­er zur Schau stel­len muß, kann er ja auf Sicher­heits­maß­nah­men für sei­ne Per­son ver­zich­ten und so den Geruch der Her­de anneh­men. Am Ende wäre damit allen Sei­ten gehol­fen und es ent­stün­de nicht lau­fend der Ein­druck von Igno­ranz und theo­lo­gi­schem Bul­ler­bü im Amt â€¦

  7. Über­all wer­den Zäu­ne und Mau­ern und Mäu­er­chen errich­tet, wer macht das nicht?, und das hat nichts mit christ­lich oder nicht­christlcih zu tun. Es ist ein Schutz der eige­nen Pri­vat­sphä­re. Auch die Mau­ern eines Hau­ses sind Schutz vor Käl­te und Hit­ze und vor den neu­gie­ri­gen Blicken ande­rer usw. Was auch sonst! Wie soll man sollst wohnen? 

    Auch ein Staat hat das nor­ma­le Recht, sich zu schüt­zen, auch ins­be­son­de­re vor unge­be­ten Gästen.
    Im übri­gen ist er mit­ver­ant­wort­lich für die Mas­sa­ker in Paris am 13.11.2015. Und davon muß noch die Rede sein. Er müß­te nach recht­staat­li­chen Maß­stä­ben in Unter­su­chungs­haft, denn er hat­te die Atten­tä­ter eingeladen.

    • Papst Fran­zis­kus defi­niert das Chri­sten­tum um, nicht erst bei die­ser Gele­gen­heit beim The­ma Mau­er. Ich muss mich sehr über­win­den und zurück­hal­ten, um nicht sar­ka­stisch zu wer­den. Die Kir­chen­zei­tun­gen in der näch­sten Woche wer­den die neu­ste Weis­heits­per­le groß her­aus­brin­gen. (Wobei ich kein Freund von Trump bin. Er kann zwar mit der Bibel schwen­ken, aber rein­ge­schaut hat er kaum.)

  8. (17) Jetzt aber sag­te ich zu ihnen: Ihr seht selbst, in wel­chem Elend wir leben: Jeru­sa­lem liegt in Trüm­mern und sei­ne Tore sind abge­brannt. Gehen wir dar­an und bau­en wir die Mau­ern Jeru­sa­lems wie­der auf! So machen wir unse­rer Schan­de ein Ende.
    (15) Nach zwei­und­fünf­zig Tagen, am Fünf­und­zwan­zig­sten des Monats Elul, war die Mau­er vollendet.
    (16) Als alle unse­re Fein­de es hör­ten, fürch­te­ten sich alle Völ­ker rings um uns her. Ihr Hoch­mut ver­ging ihnen und sie muss­ten ein­se­hen, dass unser Gott es war, der die­ses Werk voll­bracht hatte.
    Neh 2,17; 6,15–16
    Gra­tia Domi­ni nostri Jesu Chri­sti, et cari­tas Dei, et com­mu­ni­ca­tio Sanc­ti Spi­ri­tus sit cum omni­bus vobis. Amen.

  9. Zu dem The­ma „Mau­er“ kommt mir eine Erin­ne­rung vom Besuch einer Kir­che in den sieb­zi­ger Jah­ren. Dort hing ein Pla­kat, ich glau­be der öku­me­ni­schen Bewe­gung. Auf dem Pla­kat waren Sihou­et­ten von unter­schied­li­chen Kir­chen zu sehen, umge­ben von Mau­ern. Dar­un­ter der Spruch „les murs de la séparation ne mon­tent pas jus­qu’au ciel“ (Die Mau­ern der Tren­nung rei­chen nicht bis in den Him­mel). Das könn­te im Umkehr­schluss aber auch hei­ssen, dass die­se Welt nicht voll­kom­men ist, und eben noch nicht Got­tes Reich. Und auf die­ser unvoll­kom­me­nen Erde, bevöl­kert von Sün­dern, haben je nach­dem Mau­ern doch ihre Existenzberechtigung!

  10. Müs­sen wir jetzt, um uns wei­ter­hin Chri­sten nen­nen zu dür­fen, nun auch nachts die Haus­tü­ren sperr­an­gel­weit offen hal­ten, damit jeder her­ein­spa­zie­ren kann und nie­mand sich aus­ge­schlos­sen fühlt? So wie’s geht, kann auch das kommen.

  11. (4) Höre, Isra­el! Jah­we, unser Gott, Jah­we ist einzig.
    (41) Auch Frem­de, die nicht zu dei­nem Volk Isra­el gehö­ren, wer­den wegen dei­nes Namens aus fer­nen Län­dern kommen;
    (42) denn sie wer­den von dei­nem gro­ßen Namen, dei­ner star­ken Hand und dei­nem hoch erho­be­nen Arm hören. Sie wer­den kom­men und in die­sem Haus beten.
    (43) Höre sie dann im Him­mel, dem Ort, wo du wohnst, und tu alles, wes­we­gen der Frem­de zu dir ruft. Dann wer­den alle Völ­ker der Erde dei­nen Namen erken­nen. Sie wer­den dich fürch­ten, wie dein Volk Isra­el dich fürch­tet, und erfah­ren, dass dein Name aus­ge­ru­fen ist über die­sem Haus, das ich gebaut habe.

    Mau­ern waren kei­ne eng­her­zi­ge Abgren­zung, wel­che Isra­el dar­an gehin­dert hät­te, „öku­me­nisch“ in Bezug auf die Göt­ter und Göt­zen ihrer heid­ni­schen Nach­barn zu sein. Isra­el soll­te Zeug­nis für ande­re Völ­ker geben und ihnen einen bes­se­ren Weg wei­sen. Des­halb bit­tet Salo­mon bei sei­ner Tem­pel­wei­he Gott um Gehör der Gebe­te von Nicht­is­rae­li­ten, die nach Jeru­sa­lem kom­men (1 Kön 8,41–43). Dies ist Öku­me­nis­mus rich­tig ver­stan­den: Der Gott Isra­els ist ein­zig (Dtn 6,4); und alle, die sich ihm auf­rech­ten Her­zens nähern, sind willkommen.
    Gra­tia Domi­ni nostri Jesu Chri­sti, et cari­tas Dei, et com­mu­ni­ca­tio Sanc­ti Spi­ri­tus sit cum omni­bus vobis. Amen.

  12. Mau­ern.
    Es ist wie ver­rückt. Weiß die­ser Papst nicht, wie sinn­voll eine Mau­er an der rech­ten Stel­le sein kann, oder will er nur noch pro­vo­zie­ren? Ich nen­ne hier nur eine unter vie­len unver­zicht­ba­ren Mau­ern als Bei­spiel, die Brand­mau­er. Sie ver­hin­dert, dass sich im Fall eines Bran­des das Feu­er wei­ter aus­brei­tet und die Nach­bar­ge­bäu­de ergreift.

  13. @zeitschnur: War­um ere­mi­tie­ren Sie denn nicht in den Zio­ni­sten­staat, wenn der Ihnen sooo sehr am „Her­zen“ liegt? Dort kön­nen Sie dann unbe­schwert Ihre Abnei­gung gegen Nicht­jü­di­sches aus­le­ben. Tre­ten Sie doch zum Juden­tum über, wenn es Sie glück­lich macht, aber ver­scho­nen Sie doch mit Ihrer Zio­ni­sten­pro­pa­gan­da. Das wird Ihnen nicht „gut“ tun!

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