Israel blockiert Konten des Lateinischen Patriarchats — „Kommt, pilgert ins Heilige Land, eßt, trinkt und betet mit uns“

Heilig-Grab-Kirche Jerusalem
Heilig-Grab-Kirche Jerusalem

(Jeru­sa­lem) „Isra­el hat die Kon­ten des Latei­ni­schen Patri­ar­chats von Jeru­sa­lem blockiert“, wie Msgr. Gia­c­in­to-Bou­los Mar­cuz­zo, Weih­bi­schof des Patri­ar­chats und Patri­ar­chal­vi­kar für Isra­el mit­teil­te. Der Patri­ar­chal­vi­kar beklagt, daß meh­re­re israe­li­sche Kom­mu­nal­ver­wal­tun­gen sich am Kir­chen­be­sitz ver­grei­fen wol­len. „Auch mein Kon­to wur­de gesperrt“, so der Bischof gegen­über Asia­News.

Die Gesamt­la­ge habe sich „ver­schlech­tert“. Es gebe „kei­ne wirk­li­che Bereit­schaft, die Frie­dens­ver­hand­lun­gen wie­der­auf­zu­neh­men. Man fin­det immer einen Vor­wand, um sie auf­zu­schie­ben. Jeden Tag zäh­len wir neue Tote, aber es geschieht nichts, um die Gesprä­che wie­der­auf­zu­neh­men.“

Viele Fronten: „Bald wird und Strom und Wasser abgestellt“

Es gebe vie­le Fron­ten, an denen die Chri­sten des Lan­des zu rin­gen haben. Eine betref­fe die katho­li­schen Schu­len, die vom israe­li­schen Unter­richts­mi­ni­ste­ri­um durch dra­sti­sche Kür­zun­gen bedroht wer­den. Eine ande­re Front sind die Angrif­fe meh­re­rer Kom­mu­nal­ver­wal­tun­gen auf den Besitz und die Kon­ten der Kir­che. „Wir haben in die­sen Tagen in Erfah­rung gebracht, daß meh­re­re Rat­häu­ser die Kon­ten der Kir­che, von Kir­chen­ver­tre­tern, Kle­ri­kern und Ordens­leu­ten gesperrt haben. Man will die Diö­ze­se zwin­gen, eine kom­mu­na­le Son­der­steu­er zu bezah­len, von der reli­giö­se Gemein­schaf­ten seit der Zeit der Osma­nen befreit sind.“

Auch das Kon­to des Patri­ar­chal­vi­kars wur­de blockiert: „Mit den Rech­nun­gen, die ins Haus flat­tern und dem gesperr­ten Kon­to, lau­fen wir Gefahr, daß uns bald Strom, Was­ser und Gas abge­stellt wer­den.“

Glei­ches berich­ten die Maro­ni­ten aus Hai­fa und Ordens­ge­mein­schaf­ten aus Jaf­fa. „Die Ent­schei­dun­gen haben die Rat­häu­ser getrof­fen. Die Regie­rung hat aber nichts dage­gen unter­nom­men. Offi­zi­ell sagt die Regie­rung, sie sei gegen die­se Maß­nah­me, aber das nützt uns nichts. Wir sehen kei­nen gro­ßen Wil­len, die Fra­ge zu klä­ren. Der Nun­ti­us hat beim israe­li­schen Außen­mi­ni­ste­ri­um inter­ve­niert, doch geän­dert hat sich nichts.“ Die Kon­ten „betref­fen nicht nur ein­zel­ne Per­so­nen“, so der Patri­ar­chal­vi­kar. „Betrof­fen sind auch Schu­len und Kran­ken­häu­ser“.

Pilgerzahlen rückläufig „aus Angst vor Attentaten und dem Islamischen Staat“

Der Weih­bi­schof beklagt zudem, daß die Pil­ger­zah­len stark rück­läu­fig sind und die Vor­mer­kun­gen „wenig ermu­ti­gend“. So gese­hen, „müs­sen wir von einer völ­li­gen Kri­se“ spre­chen.

2015 ist die Zahl der Hei­lig-Land-Pil­ger gegen­über dem Vor­jahr um 30 Pro­zent zurück­ge­gan­gen. „Alle euro­päi­schen Staa­ten, aus­ge­nom­men Polen, wei­sen einen Rück­gang auf. Auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne kom­men Pil­ger aus Nige­ria, Korea, Japan, Indo­ne­si­en und den Phil­ip­pi­nen, doch ins­ge­samt herrscht Kri­se.“

Der Pil­ger­rück­gang wir­ke sich nega­tiv für die christ­li­chen Gemein­schaf­ten im Hei­li­gen Land aus, ob in Isra­el in den Palä­sti­nen­ser­ge­bie­ten oder in Jor­da­ni­en. „Die Pil­ger stüt­zen die christ­li­che Gemein­schaft. Wenn kei­ne Pil­ger kom­men, haben vie­le Chri­sten kein Ein­kom­men. Mit allen Fol­gen für ihre Fami­li­en.“

Grund für den Pil­ger­rück­gang sei die Angst vor Atten­ta­ten, dem Krieg im Nahen Osten und dem Isla­mi­schen Staat (IS).

Angst unbegründet: „Bei uns werden Pilger respektiert“

„Es ist wich­tig, den Men­schen zu sagen, daß die Schreckens­bil­der im Fern­se­hen nichts mit dem Hei­li­gen Land zu tun haben. Wir haben hier unse­re Pro­ble­me, aber das sind ande­re Pro­ble­me, die einer Pil­ger­fahrt ins Hei­li­ge Land nicht im Wege ste­hen. Bei uns wur­de noch kein Pil­ger ange­grif­fen. Chri­sten und Mos­lems hier respek­tie­ren Pil­ger als Gott­su­cher, des­halb muß sich nie­mand fürch­ten.“

Zur Gesamt­la­ge im Nahen Osten sag­te der Patri­arch­vi­kar, daß Frie­den die ent­schei­den­de Vor­aus­set­zung sei, um das Zusam­men­le­ben und den Dia­log wie­der­her­zu­stel­len. Die USA und die EU soll­ten „ihre fal­sche Nah­ost-Poli­tik kor­ri­gie­ren: Die Unter­stüt­zung und die Finan­zie­rung der Ter­ro­ri­sten muß been­det wer­den, nicht nur die für den Isla­mi­schen Staat, son­dern für alle Ter­ror­grup­pen.“

Aktionen zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit

Im Hei­li­gen Jahr der Barm­her­zig­keit wur­de eine Rei­he von Initia­ti­ven aller christ­li­chen Gemein­schaf­ten gestar­tet. Dazu gehö­ren vor allem Kran­ken­be­su­che, in Kran­ken­häu­sern und zu Hau­se. „Kran­ke kön­nen star­ke Glau­bens­zeu­gen sein nach dem Vor­bild der hei­li­gen Mari­am Bawar­di. Wir Ver­tei­len zudem Hilfs­gü­ter und Nah­rungs­mit­tel für die Not­lei­den­den im Gaza­strei­fen und für die Flücht­lin­ge in Jor­da­ni­en. In der Fasten­zeit haben sich alle Prie­ster ver­pflich­tet, ver­stärkt für die Beich­te zur Ver­fü­gung zu ste­hen.“

„Kommt zu uns, pilgert ins Heilige Land, eßt, trinkt und betet mit uns“

Die Chri­sten des Lan­des kämen sich allein­ge­las­sen vor, das gel­te schon für die Kin­der. Er habe das jüngst beim Besuch der fin­ni­schen Bot­schaf­te­rin in einer katho­li­schen Schu­le in Gali­läa beob­ach­ten kön­nen. „Sie wur­de von den Kin­dern mit sol­cher Begei­ste­rung begrüßt, daß die Bot­schaf­te­rin ganz über­rascht war. Es hat mir gezeigt, wie sehr sie sich dar­an klam­mern, daß sich jemand für sie inter­es­siert. Dann schöp­fen sie auch wie­der Hoff­nung. Das gilt für alle Chri­sten des Lan­des. Sie brau­chen Ver­ständ­nis und Unter­stüt­zung.“

Der Weg, um die Chri­sten zu unter­stüt­zen, „ist eine Pil­ger­fahrt ins Hei­li­ge Land: Kommt her, kommt zu uns, eßt und trinkt mit uns und betet mit uns“, so der Patri­ar­chal­vi­kar des Latei­ni­schen Patri­ar­chats von Jeru­sa­lem.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Kusto­die des Hei­li­gen Lan­des

34 Kommentare

  1. Das ist schon ein ver­qua­ster Unsinn, den die­ser Patri­ar­chal­vi­kar da ver­brei­tet: Isra­el ist ein Rechts­staat, dem­entspre­chend kann jeder dort gegen unrecht­mä­ßi­ge Ver­wal­tungs­ak­te Ein­spruch erhe­ben. Wir erfah­ren kei­ne Details in die­sem Streit um offe­ne Steu­er­for­de­run­gen, die wohl der Sper­rung der Kon­ten vor­aus­ge­hen. Die Fra­ge, ob die Hotel­wirt­schaft der Kir­chen noch durch die Steu­er­be­frei­ung aus osma­ni­scher Zeit gedeckt ist, ist kei­nes­wegs spe­zi­fisch für Isra­el – wir ken­nen das aus der jüng­sten Zeit in Ita­li­en genau­so.

    Und jetzt aus­ge­rech­net im Streit mit israe­li­schen Behör­den Kro­ko­dils­trä­nen zu ver­gie­ßen ist schon mehr als heuch­le­risch, denn über die jahr­zehn­te­lan­ge Dis­kri­mi­nie­rung und Erpres­sung durch die palä­sti­nen­si­schen Behör­den haben wir von offi­zi­el­ler Sei­te noch nie was gehört, da spie­len sie brav ihre Rol­le als Dhim­mis. Denn im Palä­sti­nen­ser­staat ist selbst­ver­ständ­lich der Islam Staats­re­li­gi­on und die Chri­sten haben sich als Bür­ger 2. Klas­se zu fügen wie z.B. die Kop­ten und fast über­all sonst in der Regi­on. Der Bür­ger­mei­ster von Beth­le­hem darf als Aus­hän­ge­schild natür­lich ein Min­der­hei­ten­christ sein, aber alle sei­ne Ent­schei­dun­gen sind durch einen mos­le­mi­schen Prä­fek­ten revi­dier­bar, so wie es beim Mili­tär in Ägyp­ten für einen Kop­ten *immer* einen mus­li­mi­schen Vor­ge­setz­ten gibt, denn über einen Mos­lem darf nie ein Christ herr­schen.

    Die­se Pro­pa­gan­da ist sowas von unver­schämt, daß man dem Patri­ar­chal­vi­kar Bat Ye’Ors »Der Nie­der­gang des ori­en­ta­li­schen Chri­sten­tums unter dem Islam« um die Ohren hau­en müß­te. Aber hin­rei­sen soll man, denn solan­ge man sich kei­ne Kip­pa auf­setzt, wird man ja nur aus Ver­se­hen getrof­fen – geht’s denn noch tol­ler??! Für sol­che Ter­ror­ver­ste­her kann ich kei­ne Sym­pa­thien auf­brin­gen, zumal nicht aus der Kom­fort­zo­ne Isra­el in sei­nem Patri­ar­chat …

    • @Jean
      Von „ver­qua­stem Unsinn“ haben Sie aber wenig Ahnung. Es gibt tau­send Bei­spie­le, wie ein Rechts­staat eine unge­lieb­te Grup­pe schi­ka­nie­ren (oder för­dern) kann. Wir erle­ben das der­zeit mit der „Flücht­lings­kri­se“, Rechts­staat hin oder her.
      Im Arti­kel steht ja: „Die Ent­schei­dun­gen haben die Rat­häu­ser getrof­fen. Die Regie­rung hat aber nichts dage­gen unter­nom­men. Offi­zi­ell sagt die Regie­rung, sie sei gegen die­se Maß­nah­me, aber das nützt uns nichts. Wir sehen kei­nen gro­ßen Wil­len, die Fra­ge zu klä­ren. Der Nun­ti­us hat beim israe­li­schen Außen­mi­ni­ste­ri­um inter­ve­niert, doch geän­dert hat sich nichts.“ Das nennt sich Ping-Pong-Spiel. Das kann, je nach „Rechts­staat“ Jah­re und Jahr­zehn­te dahin­ge­hen. Inzwi­schen kön­nen Ein­zel­per­so­nen oder gan­ze Grup­pen regel­recht zer­stört sein. Und das ganz ele­gant auf dem Ver­wal­tungs­weg.

      Ita­li­en? Schä­men Sie sich, das als Bei­spiel anzu­füh­ren. Dort geht es nicht um „Hotel­wirt­schaft der Kir­che“, son­dern um die ital. Gebäu­de­steu­er. Die „Hotels“ sind nur ein Pro­pa­gan­da­in­stru­ment der Kir­chen­fein­de. Die­se „Hotels“ (noch vor kur­zem war man stolz auf sol­che Ein­rich­tun­gen weil sozi­al) machen besten­falls 0,003% der Immo­bi­li­en aus (Sie sehen den ver­lo­ge­nen Vor­wand). Die Kir­chen­fein­de wol­len, daß die Kir­che die Immo­bi­li­en­steu­er auf ihre Gebäu­de zah­len muss. Das aber sind in ihrer Mas­se Kir­chen, Kapel­len, Klö­ster, Pfarr­häu­ser (immens viel Qua­drat- und Kubik­me­ter, nach denen die Steu­er berech­net wird, aber nur Kosten und kei­ne Ein­nah­men). Das könn­te nie­mand bezah­len. Das Ziel: die Kir­che ele­gant (sie­he Rechts­staat) und auf dem Ver­wal­tungs­weg zu rui­nie­ren. Man muss nur schau­en, wer den „genia­len Vor­schlag“ vor­ge­bracht hat und wer dafür kämpft, um zu sehen, wel­cher Geist dahin­ter­steckt. Man soll­te nicht zu bil­lig auf die Pro­pa­gan­da der Kir­chen­fein­de her­ein­fal­len.

      Und wei­ter: Sagt der Patriar­alch­vi­kar irgend­was zur Staa­ten­fra­ge? Sagt er irgend­wo nie­der mit Isra­el, ich will einen Mos­lem­staat? Legen Sie ihm nicht Wor­te in den Mund, die er nicht sagt. Er beklagt kon­kre­te Din­ge. War­um ver­schlie­ssen Sie Ihr Ohr die­ser Kla­ge? Ist das Ihr Ver­ständ­nis von Rechts­staat? Was wür­den Sie sagen, wenn Ihnen Ihre Stadt, plötz­lich eine aus­ge­gra­be­ne Steu­er ein­he­ben wür­de, deren Gül­tig­keit offen­sicht­lich hand­fest umstrit­ten ist (also kei­ne Rechts­klar­heit herrscht, da sogar die Regie­rung sich dage­gen aus­spricht) und nicht die Klä­rung abwar­tet, son­dern ein­fach Ihr Kon­to sperrt? Zuerst nach­den­ken, dann mau­len!

      „Unver­schämt“ sind wenn schon Sie mit der Unter­stel­lung: „Ter­ror­ver­ste­her“. Sagt der Patri­arch irgend­et­was davon? Er for­dert: „Die Unter­stüt­zung und die Finan­zie­rung der Ter­ro­ri­sten muß been­det wer­den, nicht nur die für den Isla­mi­schen Staat, son­dern für alle Ter­ror­grup­pen.“

      War­um soll­ten Sie ins Hei­li­ge Land fah­ren und sich eine Kip­pa auf­set­zen wol­len? Sind Sie Jude? An die­ser Zio­ni­sten­freund­lich­keit unter Chri­sten könn­te man manch­mal ver­zwei­feln. Wir sind Chri­sten, nicht Juden, nicht Mos­lems. Als Chri­sten soll­ten wir uns auch im Kon­flikt um das Hei­li­ge Land auf­füh­ren, und nicht mei­nen, ent­we­der für die Juden oder die Mos­lems Par­tei ergrei­fen zu müs­sen. Dazu gehört auch, dass uns die Brü­der im Herrn dort die Näch­sten sind.

      • Kei­nes­wegs. Und völ­lig unpas­send ist das Lamen­to gegen angeb­lich Schlim­me­re. Immer wenn der moder­ne Mensch und sein Regime ange­grif­fen wird, zeigt er mit dem Fin­ger auf Ande­re! Was hat das Unrecht im Palä­sti­nen­ser­staat oder in isla­mi­schen Staa­ten damit zu tun, daß hier die demo­kra­ti­sche „Obrig­keit“ in Isra­el Unrecht tut? Sol­che Ablen­ke­rei ver­fängt bei mir nicht. Und die Bel­le­rei zeigt nur, daß der Rechts­staats-Hund getrof­fen wur­de. Alles ande­re habe ich unten­ste­hend schon dazu gesagt.

      • @Zeitschnur @jean
        lesen soll­te man kön­nen, nicht war @zeitschnur.
        Der Bei­trag von @jean ist nicht „ver­nünf­tig“, son­dern dumm, chri­sten­feind­lich und kir­chen­feind­lich.
        Ich weiss nicht wie @jean tickt (Wor­te sind gedul­dig, ist es also Nai­vi­tät und wirk­li­che Kir­chen­feind­lich­keit?), dar­um je nach­dem, habe ihm/ihr (ich sage es bewusst hart, weil mich sol­che Dumm­schwät­ze­rei ärgert) ent­we­der die Mas­ke vom Gesicht geris­sen oder gesun­de Auf­klä­rung erteilt.
        Mit Ihren Isra­el-Scheu­klap­pen bekom­men Sie nicht ein­mal mit, wel­che bös­ar­ti­gen Sei­ten­hieb er/sie durch den Hin­weis auf Ita­li­en in die „Ver­tei­di­gung“ des Zio­ni­sten­staa­ten ein­ge­floch­ten hat.
        Scha­de, sehr scha­de…

    • Ver­qua­sten Unsinn ver­zap­fen nur Sie, Jean!
      Abge­se­hen davon, daß ein „Rechts­staat“ ein Wider­spruch in sich ist (denn wer das Recht zu wah­ren sucht, kann kei­nen moder­nen „Staat“ machen), nutzt selbst ein „Wider­spruchs­recht“ gegen staat­li­che Will­kür vor staat­li­chen Gerich­ten recht wenig. Nicht nur in der Sache nicht, vor allem dau­ert so etwas und schafft in kein­ster Wei­se Liqui­di­tät. Es löst das Pro­blem schlicht nicht. Ihr Hin­weis auf den „Rechts­staat“ ist wie immer zynisch und wider­lich. Aber so regiert ihr Moder­nen und aus Eurem Füll­horn kom­men nur Nebel­schwa­den.

      • Na, Sie fau­chen da aber ganz schön, lie­ber Kir­chen-Kater, aller­dings inter­es­sant !

        Denn obwohl ich dem Bei­trag von Jean bei­pflich­te, pfiff Ihre Klam­mer­er­klä­rung zum „Rechts­staat“ ein wenig zu schnell an mir vor­bei. Mögen Sie die­se noch etwas aus­füh­ren ?

    • Isra­el ist ein Rechts­staat , haha­ha, so wie die Apart­heid — Repu­blik Süd­afri­ka für die Wei­ßen, wenn es mit den glei­chen Sank­tio­nen belegt wird wie damals Süd­afri­ka , dann wird es ein ech­ter Rechts­staat wer­den.
      Isra­el ist ein Rechts­staat , aber nur für die Juden, und sol­che Staa­ten sind eben doch kei­ne Rechts­staa­ten!

    • @Jean,
      Sie schei­nen sehr wenig Ahnung zu haben von der jet­zi­gen Bedrän­gen­den Situa­ti­on in Isra­el.
      Sie betrifft nicht nur die Katho­li­ken und die Ortho­do­xen, son­dern auch die evan­ge­li­sche Chri­sten dort.
      Die Regie­rung und Staats­be­hör­den zei­gen lei­der wenig Antrieb um die­sem Unrecht abzu­hel­fen.
      In Okto­ber 2013 fand eine gewal­ti­ge Zer­stö­rung des deutsch-evan­ge­li­schen Fried­hofs statt- u.A. wur­de auch das Grab­mo­nu­ment des bekann­ten schwä­bi­schen Mis­sio­nars Johann Schmel­ler und sei­ner frau zer­stört;
      anfäng­lich wur­de von den Behör­den nichts getan; nach­dem der Fall inter­na­tio­nal Auf­he­bens mach­te, wur­de plötz­lich und in aller Eile durch die Alter­tums­kom­mis­si­on das Denk­mal (19. Jhdt, für dor­ti­ge Ver­hält­nis­se sehr jung) mit bei­spiel­lo­ser Geschwin­dig­keit repa­riert und restau­riert.
      („Schnel­ler“, Maga­zin des EVS (Evang. Ver­ein f.d. Schnel­ler­schu­len, Stuttgart/ Heft 4/2015, S.22–23)(auch mit Fotos der Zer­stö­rung und dem umge­wor­fe­nen Kreuz)

      • Und dass Sie das The­ma wech­seln und uns 1001 Nacht auf Bel­gisch erzäh­len, das zeugt von Ahnung oder was?

        Lesen Sie den Arti­kel oben — es geht um ein­ge­fror­ne Bank­kon­ten und um die Ver­än­de­rung des Steu­er­rechts und nicht um irgend­wel­che Grä­ber pro­te­stan­ti­scher Mis­sio­na­re!

        Das gan­ze Thea­ter hängt wohl eher damit zusam­men:

        http://www.juedische-allgemeine.de/article/print/id/13312
        http://de.radiovaticana.va/news/2016/01/02/grundlagenvertrag_zwischen_vatikan_und_pal%C3%A4stina_in_kraft/1198482

        Der Vati­kan hat jetzt einen Grund­la­gen­ver­trag mit Palä­sti­na, aber immer noch kei­nen mit Isra­el zustan­de gebracht, wor­über sich Isra­el aus ver­schie­de­nen Grün­den ärgert. Die­se Grün­de Isra­els sind aller­dings mit Sicher­heit nach­voll­zieh­bar.

        Isra­el und der Vati­kan arbei­ten seit 20 Jah­ren näm­lich auch an einem Grund­la­gen­ver­trag.

        Wor­an er wohl schei­tert?

        Der Vati­kan dürf­te dar­an nicht ganz unschul­dig sein…
        Wie im ersten Link berich­tet wird, geht es dabei näm­lich — o Wun­der o Wun­der — just um fol­gen­des:

        „Eine Aus­söh­nung sei auch im Inter­es­se Isra­els, betont der Bot­schaf­ter, nicht nur die Eini­gung in Steu­er­fra­gen, nach der die katho­li­sche Kir­che künf­tig Steu­ern auf Immo­bi­li­en in Isra­el ent­rich­ten wird.“

        Genau: man will als latei­ni­sches Patri­ar­chat ger­ne gegen Isra­el wei­ter stän­kern dür­fen, aber doch lie­bend gern von einer ana­chro­ni­sti­schen Steu­er­frei­heit pro­fi­tie­ren.

        Dass inzwi­schen offen­bar eine Son­der­steu­er zu ent­rich­ten ist, ist dann schlicht und ein­fach Gesetz. Punk­tum. Wenn man schon ein der­ma­ßen ableh­nen­des Ver­hält­nis gegen den Staat mar­kiert, in dem man bis­lang steu­er­frei leb­te, dann darf man sich auch nicht wun­dern, wenn irgend­wann doch mal Steu­ern fäl­lig wer­den …

        Ob man wohl in Palä­sti­na steu­er­frei geblie­ben ist?

      • @zeitschnur,
        „1001 Nacht auf Bel­gisch“:
        grö­ße­ren Unsinn gibt es kaum.
        Ich bin Fla­me, nie­der­län­disch- und fran­zö­sisch­spra­chig (eine „bel­gi­sche“ Spra­che gibt es nicht, einen „bel­gi­schen“ Lebens­stil eben­so­we­nig), und Fla­men gibt es sowohl in Nord­bel­gi­en als in Nord­frank­reich und in den Nie­der­lan­den (Zeeuws­vla­an­de­ren).
        Die schnel­le Reak­ti­on der israe­li­schen Denk­mal­schutz­ge­sell­schaft bei der Restau­rie­rung des Schnel­ler­grabs zeigt deut­lich, daß anders als die all­wis­sen­de @zeitschnur es meint, es sich hier nicht um „irgend­wel­che Grä­ber“ geht;
        der israe­li­sche Staat ist sich sehr gut bewußt wel­che Fre­vel­ta­ten fana­ti­sche und natio­na­li­stisch-ortho­do­xe Grup­pen anstel­len und wel­che Auf­re­gung dies in kul­tu­rel­len, reli­giö­sen, aka­de­mi­schen und diplo­ma­ti­schen Krei­sen aus­löst.
        Die Steu­er­frei­heit ist auch nicht ana­chro­ni­stisch.
        Tat­säch­lich sind die Fir­ma­ne und Grund­ur­kun­den des tür­ki­schen Sul­tans die Basis für vie­le der heu­ti­gen Besitz­ver­hält­nis­se.

      • @ Adri­en Antoi­ne

        Der Ober­leh­rer kor­ri­giert wie­der Sät­ze, die kei­ner gesagt hat… Scheint sonst wohl nichts zum Kor­ri­gie­ren zu geben…

        Sie begrei­fen es nicht: Ihre Grä­ber inter­es­sie­ren hier nicht, weil es in dem Arti­kel um Steu­er­erhe­bun­gen geht, dar­um, dass die Latei­ner nicht zah­len wol­len und des­we­gen offen­bar ihre Kon­ten gesperrt wer­den.

        Wenn ich ein Schnit­zel bestel­le, will ich kei­nen Wackel­pud­ding ser­viert bekom­men — klar soweit?

  2. Das hat die Kir­che davon dass sie mit Isra­el diplo­ma­ti­sche Bezie­hun­gen auf­nahm und die­ses Unrechts­ge­bil­de 1994 aner­kann­te. Papst Johan­nes Paul II. der wie wir heu­te wis­sen, mit einer ver­hei­ra­te­ten Frau in abge­schie­de­ner Wald­la­ge zel­te­te, erbrach­te gro­ße Lei­stun­gen an Isra­el.

      • Die Fotos sind echt.
        @zeitschnur,
        nes­cit vox mis­sa rever­ti (Horaz, Ars Poet. 390)
        („Ein aus­ge­spro­che­nes Wort kann nicht zurück­ge­nom­men wer­den“)

      • Hal­lo Adri­en, um was geht’s?

        Rumo­res fuge!

        Dabei bleibt es. Wer Woity­la irgend­et­was unter­stellt, nur weil er freund­schafts­fä­hig war, spricht sich selbst das Urteil.

        Wie vie­len Katho­li­ken muss man offen­bar das klei­ne Ein­mal­eins der guten Sit­ten erklä­ren? Die wis­sen nur, wie das 6. Gebot funk­tio­niert… den Rest ken­nen sie nicht?

      • „Wie vie­len Katho­li­ken muss man offen­bar das klei­ne Ein­mal­eins der guten Sit­ten erklä­ren? Die wis­sen nur, wie das 6. Gebot funk­tio­nier­t… den Rest ken­nen sie nicht?“

        Sagt aus­ge­rech­net jene, die unlängst Ber­gers wider­li­che Gerüch­te über die „wah­ren“ Grün­de des Rück­tritts von Bene­dikt XVI. in die­sem Forum nicht nur kol­por­tier­te, son­dern als Tat­sa­chen behan­del­te. Was für eine heuch­le­ri­sche, ver­lo­ge­ne Per­son Sie doch sind! EKELHAFT!

      • @ hicest­ho­die

        Katho­li­sches Gesprächs­ni­veau:

        „Was für eine heuch­le­ri­sche, ver­lo­ge­ne Per­son Sie doch sind! EKELHAFT!“

        Kot­zen Sie sich nur immer wei­ter aus — was glau­ben Sie, wie das bei Lesern ankommt, die nicht wis­sen, was Glau­be ist. Sie legen hier ein rich­ti­ges Unter­welts­sze­na­rio hin — und mer­ken es selbst nicht.

        Sie beti­teln mich als „ver­lo­gen“, „heuch­le­risch“ und „ekel­haft“.
        Ich sage Ihnen was: das ist nicht nor­mal, wie Sie sich ver­hal­ten. Mit Ihnen ist irgend­et­was nicht in Ord­nung. So ver­hält sich kein Gläu­bi­ger — ich mei­ne: kein im Her­zen gläu­bi­ger Katho­lik.

        Wäh­rend in allen Zei­tun­gen steht, dass Woity­la kei­ne sexu­el­le Bezie­hung zu die­ser Freun­din hat­te und kein Zeu­ge eine sol­che behaup­tet, sind die Aus­sa­gen über Ratz­in­ger nicht nur von Ber­ger, son­dern inzwi­schen von meh­re­ren Sei­ten bestä­tigt wor­den.

        Wenn meh­re­re Men­schen ein und das­sel­be bezeu­gen, muss man das ernst neh­men. Dass ich das ernst neh­me, heißt aller­dings noch nicht, dass ich es behaup­te. Ihnen fehlt ein­fach der Grips, die­sen Unter­schied zu begrei­fen.
        Wer dage­gen ohne irgend­wel­che Zeu­gen oder Bewei­se Drecki­ges behaup­tet, der ist wirk­lich zu mei­den.

        Ich emp­fin­de tie­fes Mit­ge­fühl mit Ihnen.

  3. Ich den­ke man muss zuerst in Erin­ne­rung rufen was ein Rechts­staat ist. Eine Grund­vor­aus­set­zung ist die Exi­stenz gleich­be­rech­tig­ter Bür­ger. Wenn um ein paar histo­ri­scher Bei­spie­le zu nen­nen in den ame­ri­ka­ni­schen Süd­staa­ten bis weit in die Mit­te der 60er Jah­re, Schwar­ze kei­ne Geschwo­re­nen in Mord­pro­zes­sen sein konn­ten weil sie nicht auf Wahl­li­sten ein­ge­tra­gen waren und wei­sse Beam­te sie nicht als Wäh­ler ein­tru­gen wenn sie nicht zum Bei­spiel die ame­ri­ka­ni­sche Ver­fas­sung aus­wen­dig kann­ten und auch noch wie ein Voll­ju­rist kom­men­tie­ren konn­ten, wenn also nur Wei­sse über Schwar­ze zu Gericht sassen, konn­te man nicht von recht­staat­li­chen Ver­hält­nis­sen spre­chen, auch wenn Ame­ri­ka ein west­li­ches Rechts­sy­stem hat­te. Das glei­che gilt für den Apart­heids­staat Süd­afri­ka, in der die Bevöl­ke­rung in Ras­sen, mit unter­schied­li­chen Rech­ten auf­ge­schlüs­selt war. Und in Isra­el wird die Bevöl­ke­rung zwi­schen Juden, Voll­bür­ger und Ara­ber, Mos­lems und Chri­sten, Bür­ger zwei­ter Klas­se geteilt, mit einem unter­schied­li­chen Sta­tus. Juden dür­fen Grund­be­sitz erwer­ben, Ara­ber nicht, sie dür­fen nur Grund­be­sitz von vor 1948 behal­ten, an ihre Kin­der ver­er­ben, oder an Juden ver­kau­fen. Jah­re­lang gab es in Isra­el kei­ne zivi­le, son­dern nur die reli­giö­se Ehe,jüdisch oder mos­le­misch was dazu führ­te, dass eine Ehe­schlie­ssung zwi­schen Juden und Mos­lems unmög­lich war. Ara­bi­sche Abge­ord­ne­te dür­fen kei­ne Geset­ze in der Knes­set ein­brin­gen die den „jüdi­schen Cha­rak­ter“ des Lan­des wider­spre­chen, sprich eine Glei­be­rech­ti­gung zwi­schen Juden und Ara­ber einführten.Für nicht Wehr­dienst­lei­sten­de, und das sind die mei­sten Ara­ber, gel­ten Berufs­ver­bo­te im Sicher­heits­ap­pa­rat und in der Ver­wal­tung. Wenn jüdi­sche Jugend­li­che christ­lich ara­bi­sche Kir­chen anzü­den, oder Prie­ster belei­di­gen und anspucken, wer­den sie wenn über­haupt zu Baga­tell­stra­fen ver­ur­teilt. Der lan­gen Rede kur­zer Sinn. Wenn wie in Isra­el Juden Voll­bür­ger des „jüdi­schen“ Staa­tes sind und Ara­ber gedul­de­te Rest­po­sten, Aus­lauf­mo­del­le aus der Ver­gan­gen­heit, kann von einer Gleich­be­rech­ti­gung kei­ne Rede sein, der Grund­vor­aus­set­zung jedes Rechts­staats:

    • Man muss sich schon sehr wun­dern, dass Sie Isra­el offen­bar die­sel­be Hirn­lo­sig­keit abfor­dern, die Sie an mer­kels Poli­tik bekla­gen.

      Ein Teil Ihrer Dar­stel­lung ist ver­leum­de­risch, ein wei­te­rer Teil ver­zerrt. Isra­el hat ein Zwick­müh­len­pro­blem. Es hat eben kei­ne Apart­heid, wie Sie behaup­ten, son­dern grund­sätz­lich Gleich­be­rech­ti­gung.
      Aber ange­sichts der ara­bi­schen Ankün­di­gung von Anfang an, die „Juden ins Meer zu trei­ben“ (ich weiß schon: für Katho­li­ken ist so etwas voll okay!) und der aktu­el­len Unter­wan­de­rung der ara­bi­schen Popu­la­ti­on durch den IS (zuvor von His­bol­lah und ande­ren isla­mi­sti­schen Orga­ni­sa­ti­on, davor von den Sowjets) wäre es gera­de­zu Wahn­sinn, Ara­ber in den Sicher­heits­ap­pa­rat ein­strö­men zu las­sen. Aller­dings dür­fen Ara­ber prin­zi­pi­ell sehr wohl in Armee und Poli­zei arbei­ten. Sie haben nur — anders als die Juden — kei­ne regel­rech­te PFLICHT. Und danach hät­ten sich anders­wo mal die jun­gen Leu­te die Fin­ger geleckt!

      Dif­fe­ren­zier­te und an der Wahr­heit ori­en­tier­te Links:

      http://www.kas.de/wf/doc/kas_10548-544–1‑30.pdf?070326104056
      http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/arabische-christen-sollen-verstaerkt-in-der-israelischen-armee-dienen-a-971340.html

      Ich fnde es zum Heu­len, wie Katho­li­ken aus Hass auf Isra­el zu jeder Lüge und Ver­zer­rung bereit sind!

      • Vor allen Din­gen zu „jeder“ Lüge. Wenn das mal kei­ne Lüge ist. Und die klap­pert Ihnen so mir nichts dir nichts aus den Fin­gern auf die Tasta­tur auf den Bild­schirm.

      • Ja zu „jeder“! — Es gibt so gut wie nichts, was man hier im Forum noch nicht an den gän­gi­gen, v.a. links­ra­di­ka­len, aber auch rechts­ra­di­ka­len Unter­stel­lun­gen gegen Isra­el gele­sen hät­te, und Sie sind stets ger­ne mal groß dabei.

      • @zeitschnur
        Mini­ster­präs. Ben­ja­min Net­an­ya­hu hat rich­ti­ger­wei­se den Staat Isra­el vor eini­gen Tagen als Boll­werk gegen den Islam und Festung der west­li­chen Zivi­li­sa­ti­on im Nahen Osten bezeich­net.
        Lei­der wird zu wenig auf ihn gehört, da sich in der Aver­si­on gegen sein Land die bei­den bzw. drei (mit der 5. Kolon­ne der Mos­lems in Euro­pa) Extre­me in Euro­pa sich meist einig sind.

      • @zeitschnur, ein knet­ter­jecker Kom­men­tar.

        Isra­el hat die Hamas mit­grün­den hel­fen und hoch­ge­päp­pelt gegen die PLO.
        Man hat nur nicht damit gerech­net, daß Scheich Yas­sin sich wei­ter­ra­di­ka­li­sier­te und einen extre­men Kon­fron­ta­ti­ons­kurs gegen Isra­el füh­ren soll­te.
        Die IS hat die israe­li­sche Ara­ber nicht under­wan­dert;
        dage­gen hat Isra­el an den Golan­hö­hen in den letz­ten 4 Jah­ren die IS und ihre ver­bün­de­te Kämp­fer beschützt gegen die Trup­pen von Prä­si­dent Assad.
        Sie schei­nen wirk­lich wenig Ahnung von dem Ori­ent zu haben.

      • @ Adri­en Antoi­ne

        Sie mei­nen: weil ich die­se alber­nen Ver­schwö­rungs­theo­rien aus dem Emil-und die-Detek­ti­ve-Ver­lag „Kopp“ igno­rie­re, habe ich kei­ne Ahnung?
        Bestechen­de Logik …

        Bewei­sen Sie nach Ent­fer­nung der Papp­na­se erst mal Ihre drei­sten Behaup­tun­gen!

        Und da dürf­te es eng wer­den…

        Zum ver­leum­de­ri­schen Mythos von der angeb­lich von Isra­el gegrün­de­ten oder gepäp­pel­ten Hamas:
        http://www.n‑tv.de/leute/buecher/Ein-Agent-des-Mossad-redet-article1182921.html

        Wie ich es sag­te: Kei­ne noch so drei­ste Lüge, die nicht hart­näckig von irgend­je­man­dem hier im Forum behaup­tet wür­de.

        In die­sem drecki­gen Spiel da unten hat Isra­el die gefähr­det­ste und schwie­rig­ste Rol­le — nie­mand hasst die Juden gleich nach vie­len Katho­li­ken mehr als das Gros der Mus­li­me. Man­chen Katho­li­ken fehlt offen­bar der Grips, um die­sen ein­fa­chen Tat­be­stand zu erfas­sen. Selbst wenn eine ein­zel­ne Akti­on Isra­els mal nicht den IS trifft, ist das noch kei­ne akti­ve Unter­stüt­zung.

        Isra­el kämpft in jedem Fall mit har­ten Ban­da­gen, aber die­sen Schwach­sinn, den Sie hier ver­brei­ten, ist selbst einer aus­ge­wach­se­nen, ver­kaufs­schla­gern­den Räu­ber­pi­sto­le nicht wür­dig.

        Hier noch was zum Lesen über die vor­han­de­ne Zufrie­den­heit vie­ler Ara­ber in Isra­el — http://www.israelheute.com/Nachrichten/Artikel/tabid/179/nid/26607/Default.aspx

        Aber psst — nicht wei­ter­sa­gen: Die Welt ist viel schö­ner, wenn man den Hass zwi­schen Juden und Ara­bern mit­schü­ren hilft als from­mer Katho­lik, rich­tig?

        Und zum The­ma, es gäbe kei­ne IS-Uner­wan­de­rung in Isra­el bei Ara­bern: Die pfei­fen inzwi­schen sogar die Spat­zen von den Dächern: http://www.taz.de/!5023376/ Und das war vor einem Jahr…

      • @Zeitschnur,
        Die mei­sten von mir genann­ten Bei­spie­le recht­li­cher Dis­kri­mi­nie­rung der ara­bi­schen Bevöl­ke­rung betra­fen nicht die Sicher­heits­fra­ge, son­dern ganz all­ge­mein die bür­ger­li­che Gleich­be­rech­ti­gung, Ehe­recht, Grund­ei­gen­tums­recht, per­sön­li­cher Sta­tus. Im Per­so­nal­aus­weis eines jeden Bür­gers wird näm­lich als Natio­na­li­tät „Jüdisch“, „Ara­bisch“ und „Dru­ze“ auf­ge­führt, nicht aber neu­tral „Israe­lisch“ mit Kon­se­quen­zen für die recht­li­che Situa­ti­on. Mei­ne Anga­ben stam­men über­diess aus dem Buch „Jüdi­sche Geschich­te Jüdi­sche Reli­gi­on, Der Ein­fluss von 3000 Jah­ren“ des jüdi­schen KZ Über­le­ben­den aus Ber­gen-Bel­sen Isra­el Shahak (1933–2001), zeit­wei­li­ger Vor­sit­zen­der der Israe­li­schen Liga für Men­schen­rech­te. Es gibt also durch­aus Juden, die das Pro­blem sehen und nicht nur Katho­li­ken.
        Ich bin ausser­dem über­haupt nicht der Auf­fas­sung, dass es sich um ein aus­schliess­lich israe­li­sches Pro­blem han­delt, son­dern um ein Pro­blem der gesam­ten west­li­chen Welt.
        Zur Ver­deut­li­chung hier nur zwei Bei­spie­le.
        Die Deut­sche Bea­te Klars­feld geb.Künzel stamm­te aus einer Fami­lie von NSDAP Wäh­lern. In den 60er Jah­ren ging sie als Au-Pair Mäd­chen nach Paris, lern­te den jüdi­schen jun­gen Rechts­an­walt Ser­ge Klars­feld, der einen Gross­teil sei­ner Ange­hö­ri­gen im Holo­caust ver­lo­ren hat­te ken­nen, den sie auch gehei­ra­tet hat. Die eher unpo­li­ti­sche Frau wid­me­te sich fort­an der Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung. Im Novem­ber 1968 wur­de sie in Deutsch­land zu einer Gefäng­nis­stra­fe ver­ur­teilt nach­dem sie in einer spek­ta­ku­lä­ren Akti­on den Bun­des­kanz­ler Kurt Georg Kie­sin­ger, auf Grund sei­ner NS Ver­gan­gen­heit geohr­feigt hat­te. Sie kan­di­dier­te 2012 als Bun­des­prä­si­dents­kan­di­da­tin der Lin­ken und bekam mit ihrem Mann letz­tes Jahr das Bun­des­ver­dienst­kreuz von Prä­si­dent Gauck ver­lie­hen.
        Bis zu die­sem Punkt, braucht man die Vor­ge­hens­wei­se Frau Klars­feld nicht zu bil­li­gen, man kann ihr aber eine gewis­se mora­li­sche Kon­se­quenz zuge­ste­hen.
        Was aber pro­ble­ma­ti­scher ist. Sie hat einen Sohn, den 1965 gebo­re­nen fran­zö­si­schen Jet-Set Anwalt Arno David Klars­feld. 2002 nahm Arno Klars­feld die israe­li­sche Staats­bür­ger­schaft an (obwohl er streng­ge­nom­men kein Jude ist, Bea­te Klars­feld ist Deut­sche und im ortho­do­xen Sinn sind nur Kin­der einer jüdi­schen Mut­ter Juden) und bewarb sich obwohl er aus Alters­grün­den nicht mehr dazu ver­pflich­tet gewe­sen wäre zu einem Dienst im israe­li­schen Grenz­schutz, dem MAGAV. Der MAGAV ist unter ande­rem auf Grund sei­ner beson­ders schi­ka­nö­sen Behand­lung der Palä­sti­nen­ser an den Check-Points bekannt. Zuwei­len muss­te schon eine palä­sti­nen­si­sche Schwan­ge­re im Nie­mands­land zwi­schen den Kon­troll­punk­ten gebä­ren, da der MAGAV sie nicht recht­zei­tig ins Kran­ken­haus gelas­sen hat­te.
        In Frank­reich ist das jetzt sehr inter­es­sant. Ein Gesetz ver­bie­tet es zu einem Boy­kott­auf­ruf israe­li­scher Waren auf­zu­ru­fen unter schwe­ren Geld­stra­fen. Ein gewalt­frei­er Wider­stand nach den Leh­ren Mahat­ma Gan­dhis steht in Frank­reich unter Stra­fe, ein Mili­tär­dienst eines fran­zö­sisch-israe­li­schen Dop­pel­bür­gers aber nicht. Eine sol­che Ungleich­be­hand­lung zer­tört die Fun­da­men­te des Recht­staats.
        Das Pro­blem wird neu­er­dings dadurch ver­schärft, dass ver­mehrt jun­ge fran­zö­si­sche Mos­lems nach Syri­en gehen um sich dem IS anzu­schlie­ssen. Eine sol­che Tat wird berech­tig­ter­wei­se nun­mehr mit Gefäng­nis bestraft, nicht aber der israe­li­sche Mili­tär­dienst eines jun­gen Judens.
        Wie schon gesagt; eine recht­li­che Ungleich­be­hand­lung aus poli­ti­schen Grün­den führt zur Ableh­nung des Recht­staats.
        Auch in der Schweiz in der ich lebe, besteht die­ses Pro­blem. Tra­di­tio­nell durf­te ein Eid­ge­nos­se ohne Geneh­mi­gung des Bun­des­rats (Regie­rung) kei­nen frem­den Mili­tär­dienst lei­sten. Schwei­zer Kämp­fer im spa­ni­schen Bür­ger­krieg wur­den nach ihrer Rück­kehr zu Gefäng­nis­stra­fen ver­ur­teilt, eben­so schwei­zer Frem­den­le­gio­nä­re in den fünf­zi­ger und sech­zi­ger Jah­ren.
        Es besteht aber eine Aus­nah­me, bei Dop­pel­bür­ger, wenn sie vor Antritt des frem­den Wehr­dien­stes ihren Wohn­sitz in ihren Zweit­staat ver­legt hat­ten.
        In mei­nem erwei­ter­ten Bekann­ten­kreis ken­ne ich eine Fami­lie, der Vater christ­li­cher Schwei­zer, die Mut­ter Israe­lin. Ihre Kin­der haben alle die dop­pel­te Staats­bür­ger­schaft. Einer ihrer Soh­ne sie­del­te nach Isra­el, trat in eine Offi­zier­schu­le ein, und kämpf­te 2008 in Gaza. Zur Erin­ne­rung, in einem Monat kamen zwi­schen 1300 und 1400 Palä­sti­nen­ser ums Leben, dar­un­ter 400 Kin­der. Wir haben also einen jun­gen Mann, der im Frie­den und in der Sicher­heit der Schweiz auf­ge­wach­sen ist, der nach Isra­el geht und dazu bei­trägt Palä­sti­nen­ser zu töten, die ihm in sei­nem Leben nie etwas ange­tan hat­ten. Und nach schwei­zer Recht ist sein Ver­hal­ten straf­frei, er kann jeder­zeit pro­blem­los in die Schweiz zurück­keh­ren.
        Dage­gen gibt es Plä­ne jun­ge Schwei­zer, die sich dem IS anschlie­ssen bei ihrer Rück­kehr zu Gefäng­nis­stra­fen zu ver­ur­tei­len. Wenn man von Hass spricht, darf man auch nicht ver­ges­sen, dass die recht­li­che Ungleich­be­hand­lung, also die Zuord­nung von unter­schied­li­cher Men­schen­wür­de ein Haupt­grund für die Ent­ste­hung von Hass ist. Ganz zu schwei­gen vom Pro­blem, dass eine sol­che poli­ti­sche und recht­li­che Schief­la­ge die euro­päi­schen Staa­ten zu Ziel­schei­ben des Ter­ro­ris­mus machen!

      • Mei­ers: Kon­se­quen­ter­wei­se begrü­ßen Sie dem­nach die im Zuge des 2. VK neu defi­nier­te Reli­gi­ons­frei­heit?

  4. @Lioba: Machen Sie sich nichts draus von den Giftpfeilen,die hier eini­ge User gegen Sie und Ihre State­ments abschie­ssen. Beson­ders jene von einer Gross­kop­fer­ten Dame. Es han­delt sich hier aus­nahms­los um getarn­te Zio­ni­sten in der Rol­le von Trol­len. Die kom­men sich beson­ders „schlau“ vor mit ihrem Pseu­do-Inel­lek­tu­el­len Gewäsch, aber sol­che Quer­köp­fe ändern ihre „Mei­nun­gen“ nie­mals, das bedeu­tet gegen Wind­müh­len zu kämp­fen.

  5. Der Zio­ni­sten­staat ist Heim­stät­te aller Juden. So sieht das die deut­sche Regie­rung und gibt daher ato­mar bstück­ba­re U- Boo­te bis hin zu eige­nen Bestim­mun­gen in Sozi­al­ge­setz­ur­tei­len. Die Sicher­heit Isra­els ist wich­ti­ger als die der BRD. Josch­ka Fischer hat mal gesagt, der Juden­staat ohne jüdi­sche Mehr­heit hat kei­nen Sinn. Ich füh­re den Satz im grü­nen Den­ken wei­ter: Tole­ranz mit allen gilt vor­ran­gig für Deutsch­land, damit deren Ein­woh­ner zur natio­na­len Min­der­heit wer­den. Daher auch der mil­lio­nen­fa­che Ein­wan­de­rungs­ge­set­zes­bruch.
    Im NS- Staat nann­te man Akte, um Bewoh­ner zu ver­trei­ben oder zum Aus­wan­dern zu zwin­gen, Ari­sie­rungs­po­li­tik. Par­al­le­len zu zie­hen zur gegen­wär­ti­gen irae­li­schen Innen­po­li­tik liegt mir fern, ist jedoch unver­kenn­bar. Die west­li­che Poli­tik will das auch und stützt das. Genau­so wie die Inter­ven­ti­ons­po­li­tik der NATO um Isra­el her­um lau­ter fai­led sta­tes ( ger­ne unter Zuhil­fe­nah­me von Ter­ro­ri­sten ) geschaf­fen hat. Die Zweif­ler wer­den noch sehen, was damit beab­sich­tigt ist.

Kommentare sind deaktiviert.