Wurde Höchstrichter Scalia ermordet? Spekulationen zeigen Unruhe in den USA

Oberster Gerichtshof der USA
Oberster Gerichtshof der USA

(Washing­ton) Der Tod des kon­ser­va­ti­ven Katho­li­ken Anto­nin Sca­lia, Rich­ter am Ober­sten Gerichts­hof der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka, über­schat­tet den Wahl­kampf für die Prä­si­dent­schafts- und Par­la­ments­wah­len im kom­men­den Novem­ber. Nun sind zudem Zwei­fel an einem natür­li­chen Tod auf­ge­taucht. Sca­lia wur­de mög­li­cher­wei­se ermor­det. Damit wird sein Tod nicht nur zum Polit­kri­mi, son­dern in der Kom­bi­na­ti­on mit den Wah­len und der Nach­fol­ge­fra­ge zur Zusam­men­set­zung des Höchst­ge­richts zu einer hoch­ex­plo­si­ven Mischung.

Vor­erst han­delt es sich um Medi­en­spe­ku­la­tio­nen. In Deutsch­land wur­den sie von der Bild-Zei­tung auf­ge­grif­fen, die Sca­lia als den „wich­tig­sten Ober­sten Rich­ter der USA“ bezeich­ne­te.

Dem­nach sei Sca­lia mit einem Kis­sen auf dem Gesicht auf­ge­fun­den wor­den. Eine Aut­op­sie zur Fest­stel­lung der Todes­ur­sa­che sei nicht durch­ge­führt wor­den.

Sca­lia hat­te sich in Texas auf der Cibo­lo Creek Ranch, einem „eli­tä­ren Jagd-Club“, mit Freun­den getrof­fen und sei, so die Augen­zeu­gen, bei „bester Lau­ne und guter Ver­fas­sung“ gewe­sen. Er habe sich am 12. Febru­ar schla­fen gelegt. Als er am näch­sten Mor­gen nicht erschien, habe der Eigen­tü­mer der Ranch gegen Mit­tag auf sein Zim­mer geschaut und ihn tot auf­ge­fun­den.

Die zustän­di­ge Bezirks­rich­te­rin Cin­de­re­la Gue­va­ra teil­te mit, daß es sich um eine „natür­li­che Todes­ur­sa­che“ gehan­delt habe. Dar­auf­hin habe sei­ne Fami­lie aus Pie­täts­grün­den eine Lei­chen­öff­nung abge­lehnt.

Vor­erst han­delt es sich nur um Wort­mel­dun­gen von Pri­vat­de­tek­ti­ven und Mei­nungs­äu­ße­run­gen von ande­ren Rich­tern, die anders vor­ge­gan­gen wären und eine Aut­op­sie ange­ord­net hät­ten.

Sind die USA ein­fach nur schockiert, weil der Tod Sca­li­as von emi­nent poli­ti­scher Bedeu­tung ist und US-Prä­si­dent Barack Oba­ma in den letz­ten elf Mona­ten sei­ner Amts­zeit uner­war­tet die Mög­lich­keit eröff­net, dem Ober­sten Gerichts­hof auf lan­ge Sicht eine Links­wen­de zu ver­pas­sen? Sind die Mord-Spe­ku­la­tio­nen also nur hei­ße Luft, weil sich ein Teil der USA in einem Schreck­mo­ment befin­det?

Die näch­sten Tage wer­den hof­fent­lich Klar­heit schaf­fen.

USA steht heißer Herbst bevor

Durch den Tod Sca­li­as ste­hen am Ober­sten Gerichts­hof nur mehr drei kon­ser­va­ti­ve Rich­ter vier libe­ra­len Rich­tern gegen­über, ein vier­ter, nomi­nell, kon­ser­va­ti­ver Rich­ter stimmt in der Regel mit den libe­ra­len Rich­tern.

US-Prä­si­den­ten haben ver­hält­nis­mä­ßig sel­ten Gele­gen­heit, eine der neun Rich­ter­stel­len am Ober­sten Gerichts­hof zu beset­zen, da dies auf Lebens­zeit geschieht. Zudem ist der Prä­si­dent auf die Zustim­mung des Senats ange­wie­sen, wo er nicht immer über eine Mehr­heit ver­fügt. Geor­ge W. Bush konn­te in sei­ner acht­jäh­ri­gen Amts­zeit (2001–2009) zwar gan­ze drei Höchst­rich­ter ernen­nen, aber nur zwei kon­ser­va­ti­ve Kan­di­da­ten durch­brin­gen. Bei die­sen Ernen­nun­gen hat­ten die Repu­bli­ka­ner die Mehr­heit im Senat. Zum Zweit­punkt der drit­ten Nomi­nie­rung war die­se an die Demo­kra­ten über­gan­gen und die­se lehn­ten kon­ser­va­ti­ve Kan­di­da­ten kon­se­quent ab. Damals hät­te die Chan­ce bestan­den, das schon lan­ge andau­ern­de knap­pe lin­ke Über­ge­wicht umzu­dre­hen. Der Prä­si­dent war aber zu Kom­pro­miß­vor­schlä­gen gezwun­gen, die schließ­lich zur Ernen­nung von Rich­te­rin Soto­ma­yor führ­ten, die kon­se­quent mit den libe­ra­len Rich­tern stimmt.

Bei den Par­la­ments­wah­len von Novem­ber 2014 konn­ten die Repu­bli­ka­ner die Mehr­heit im Senat zurück­ge­win­nen. Sie hal­ten der­zeit 54 Sena­to­ren, denen 44 Demo­kra­ten und zwei unab­hän­gi­ge Sena­to­ren gegen­über­ste­hen, die in der Regel mit den Demo­kra­ten stim­men. Damit könn­ten die Repu­bli­ka­ner einen von Oba­ma vor­ge­schla­ge­nen links­ge­rich­te­ten Rich­ter blockie­ren. Aller­dings ist die Mehr­heit ver­hält­nis­mä­ßig dünn. Einen Frak­ti­ons­zwang gibt es in den USA nicht und das Abstim­mungs­ver­hal­ten der Kon­greß­mit­glie­der ist nicht an die Par­tei­zu­ge­hö­rig­keit gebun­den.

Die Wah­len im Novem­ber dürf­ten durch die von Prä­si­dent Oba­ma betrie­be­ne Pola­ri­sie­rung zu einer Rich­tungs­ent­schei­dung wer­den, wie sie die Ver­ei­nig­ten Staa­ten schon lan­ge nicht mehr gese­hen haben.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wiki­com­mons

26 Kommentare

  1. Der Mann ist tot, Herr gib ihm die ewi­ge Ruhe und das ewi­ge Licht leuch­te ihm, lass ihn ruhen in Frie­den Amen.

    Ob es Mord oder nicht war, das ist lei­der nicht mehr wich­tig.
    Wer mut­wil­lig Krie­ge beginnt ohne Legi­ti­ma­ti­on, wer ueber den 11.9 so der­ma­ssen luegt dem ist nicht mehr zu trau­en.
    Wenn der Rich­ter vie­len im Wege war kann es so sein, aber wie gesagt sicher ist das nicht.
    Ande­rer­seits geho­ert Mord und Tot­schlag zum tae­g­li­chen Einer­lei der Ver­ant­wort­li­chen in den USA, sie ent­schei­den wer leben darf und wer nicht, also wei­ter­hin nichts Neu­es aus den USA.
    Gott dem Rich­ter ent­geht kei­ner, das ist gewiss.

    • Herr Micha­el wir dür­fen nicht so pie­tät­los nicht ein­mal über den gröss­ten Ver­bre­cher urtei­len. Die Anwäl­te soll­ten aber wis­sen, dass ihre Geset­ze letzt­end­lich vom Deka­log her kom­men. Mein Gross­va­ter erzähl­te mir, als ein Besit­zer sei­ne Schaf­her­de abends nicht mehr in den Stall rein­brach­te, rief er aus: So wie die Schaf­her­de in den Stall rein­geht so gehen die Juri­sten in die Höl­le und die Tie­re tram­pel­ten sich bei­na­he zu Tode, um da hin­ein zu kom­men. Ver­ges­sen wir nicht, im Petrus­brief steht, „ehret die Statt­hal­ter, denn sie sind von Gott erwählt. Ich ken­ne heu­te tra­di­tio­nell noch Statt­halt­er­fa­mi­li­en. Unse­re wich­tig­ste AUFGABE ist es den gott­ge­woll­ten Staat zu befrei­en oder Gott um des­sen Befrei­ung zu bit­ten.

  2. OT:
    Wer auf der Suche nach der Wahr­heit ist, wird irgend­wann ein­mal zwangs­wei­se auf den Holo­caust sto­ßen. Ein guten Über­blick über den Holo­caust gibt die­ses Buch: „Der Holo­caust: Die Argu­men­te“ Von Alex­an­der Cal­der. https://shop.codoh.com/book/23/23 Lie­fe­rung dau­ert etwas aber funk­tio­niert sehr gut.

  3. Die Welt spe­ku­liert — der Him­mel teilt sich mit.
    Wer war Rich­ter Sca­lia?

    Eine ent­deckens­wer­te Inter­net­sei­te:

    Ent­nom­men von: http://www.holylove.org/messages_by_year.php

    2 Messaga­ges given on Febru­a­ry 14, 2016
    Public
    Mary, Refu­ge of Holy Love says: „Prai­se be to Jesus.“

    „This shows you how fra­gi­le the moral stan­dards of this coun­try are, when the pas­sing of one man* jeo­par­di­zes the uphol­ding of the who­le con­sti­tu­ti­on. When this nati­on was foun­ded, checks and balan­ces were put in place to pre­vent such pos­si­bi­li­ties. Howe­ver, due to the pola­riz­a­ti­on of poli­ti­cal opi­ni­ons the­se safe­guards have been mini­mi­zed.“

    „Sodom and Gomor­rah today would have been accep­ted as libe­ral alter­na­ti­ves. God does not judge accord­ing to the latest moral trend, but accord­ing to His Com­man­dments. The­se do not chan­ge with the pas­sa­ge of time or accord­ing to who belie­ves in them.“

    * U.S. Supre­me Court Jus­ti­ce Anto­nin Sca­lia (3/11/1936 — 2/13/2016)

    Febru­a­ry 14, 2016
    Public
    „I am your Jesus, born Incar­na­te.“

    „The Jus­ti­ce* that came to Me yester­day was a man of Truth and princip­le. He defen­ded the con­sti­tu­ti­on at every turn. He was unafraid of others opi­ni­ons but cal­led error as error. Now, this pre­si­dent has ano­t­her oppor­tu­ni­ty to demo­ra­li­ze the fab­ric of this nati­on. The foun­da­ti­on of the con­sti­tu­ti­on is at sta­ke and will be chal­len­ged. Pray. Pray. Pray.“

    * U.S. Supre­me Court Jus­ti­ce Anto­nin Sca­lia (3/11/1936 — 2/13/2016)

  4. Sagen wir so: Wer die Wahr­heit unbe­dingt nicht hören will und tau­send Grün­de zur Ent­la­stung sucht, wird bei die­sem brau­nen Ver­lag fün­dig.

    Ja — wo sind sie nur alle hin­ge­kom­men, die­se vie­len Men­sche?
    Wo ist Edith Stein, wo ist Maxi­mi­li­an Kol­be, wo sind auch Ver­wand­te von mir geblie­ben?
    Und war­um muss­ten die Geschwi­ster Scholl ster­ben?
    Und war­um sagt ein Jugend­freund eines mei­ner Ver­wand­ten, des­sen Vater pikan­ter­wei­se von der I.G. Far­ben nach Ausch­witz geschickt wor­den war, um dort pro­du­zie­ren zu las­sen durch Depor­tier­te, und zu dem Behuf mit der gan­zen Fami­lie dort hin­ge­zo­gen war, er habe jah­re­lang rund um die Uhr den Geruch ver­brann­ter Lei­chen aus den Schlo­ten ertra­gen, das sei der Gestank sei­ner Kind­heit gewe­sen.
    Selt­sam, sie sind ver­schwun­den, aber die KZs hat es nicht wirk­lich gege­ben, alles Erfin­dun­gen?

    Da wäre dann ein Buch über all die unauf­find­bar „Ver­schwun­de­nen“ fäl­lig!

    Und was bit­te hat das mit dem Arti­kel oben zu tun?

    • Nie­mand der bei kla­ren Ver­stand ist strei­tet die KZ ab, auch nicht in die­sem Buch, ganz im Gegen­teil alle grö­ße­ren KZs sind erwähnt und kurz beschrie­ben. Es gab auch Mas­sen­grä­ber, etc., aller­dings werden/wurden rund um die fürch­ter­li­chen Gesche­nis­se in den KZs Geschich­ten erfun­den, die auch für die Opfer des Lei­des eine Belei­di­gung und „Benut­zung“ dar­stel­len. Jeder soll­te sich ein eige­nes Bild machen von der Geschich­te. Mit den übli­chen Vor­ur­tei­len argu­men­tie­ren zeigt nicht gera­de von Tole­ranz. Ich ken­ne auch das Buch von Pater Max. Kol­be, wel­ches die Aus­sa­gen in die­sem Buch nur bestä­tigt.
      Wenn einem ein Buch nicht gefällt, kommt es eben in die Ton­ne. Wo ist das Pro­blem?

    • zeit­schnur
      Ken­nen Sie eine ein­zi­ge Publi­ka­ti­on, in der die Exi­stenz von Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern im Drit­ten Reich bestrit­ten wird?

      • Blö­de Rück­fra­ge — es geht nicht um KZs „irgend­wie“ als blo­ßer „Name“, son­dern um Men­schen-Ver­nich­tungs­an­la­gen der Nazis. Lesen Sie unten Kom­men­tar von @ Jozsef… es hat offen­bar kei­ne Gas­kam­mern gegeben…angeblich. Wenn Sie Wil­liam­son hören, sind dort auch „nur“ 250 000 Men­schen ermor­det wor­den und nicht 6 Mio.

        Das macht ethisch für gewis­se Katho­li­ken offen­bar schon einen Unter­schied.

        Ich ken­ne auch christ­li­che Zyni­ker, die behaup­ten, die Juden selbst hät­ten 6 Mio der Ihren umge­bracht, um ihr Bank­sy­stem bes­ser zu platz­ie­ren und den bit­ter­bö­sen Staat Isra­el, der die aller­ärm­sten Mus­li­me in die Enge trei­be, end­lich errich­ten zu dür­fen. Und außer­dem sei das eine tur­nus­mä­ßi­ge „Selbst­rei­ni­gung“ der Juden, die angeb­lich der fin­ste­re Tal­mud vor­schrei­be…

        Es gibt kei­ne Absur­di­tät und per­fi­de Unter­stel­lung über die Juden, die ich noch nicht gehört hät­te… in aller Regel von armen Deut­schen, zu 80% tief­schwar­ze Katho­li­ken oder russ­land­deut­sche Evan­ge­li­ka­le, die von der gan­zen Welt gehasst, sich auf­grund der Unta­ten in deut­schem Namen, die man Deutsch­land ja nur zuschu­stert, auch noch als Mär­ty­rer­na­ti­on betrach­ten.

      • zeit­schnur
        Für die Unklar­heit hat Ihre eige­ne unprä­zi­se Aus­drucks­wei­se gesorgt.
        Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger sind nicht das­sel­be wie Ver­nich­tungs­la­ger.
        Dar­über darf aber in Deutsch­land nicht frei geforscht noch infor­miert wer­den.
        Ihre Grob­hei­ten tra­gen nichts zur Auf­hel­lung bei.

      • Sehen Sie denn kei­nen Unter­schied zwi­sche 6.000.000 und 250.000 — um Ihre Bei­spiel­s­zah­len zu benut­zen ?

      • @ Leo Lämm­lein:

        Nein, man kann zwi­schen 250 000 und 6 Mio Ermor­der­ten ethisch kei­nen Unter­scheid sehen — und um Ethik ging es bei mir!

        Quan­ti­ta­tiv besteht ein Unter­schied, aber bei­de Zah­len sind so unge­heu­er­lich, dass es zynisch und anti­christ­lich ist, anhand einer Ver­rin­ge­rung der hohen Zahl auf eine ande­re hohe Zahl das Aus­maß des Ver­bre­chens zu ver­harm­lo­sen. Und nur dar­um geht es den Revi­sio­ni­sten.
        Eben­so wie es zynisch ist, unter Ableug­nung der Gas­kam­mern den Cha­rak­ter des Mor­des zu ver­schlei­ern: Mord ist Mord — aber offen­bar nicht für rechts­ra­di­ka­le Katho­li­ken. Eine Schan­de ist das!

        Wie gesagt: Gut zu wis­sen, wes Gei­stes Kind einer ist.

  5. @Zeitschnur
    Nie­mand, auch der Ver­lag CODOH bestrei­tet nicht,
    daß im Deutsch­land der Jah­re 1933–45 viel Unrecht pas­siert ist.
    Nie­mand leug­net den Tod von vie­len unschul­di­gen Men­schen in den KL ab, wie Sie auch die Namen von Edith Stein und P. Kol­be nen­nen.
    Hier geht es aber um etwas ganz ande­res:

    1, Deutsch­land und sei­ne Ver­bün­de­ten haben mit dem Clea­ring-System emp­find­lich an der Hege­mo­nie des die gan­ze Welt unter­jo­chen­den ame­ri­ka­ni­schen Impe­ria­lis­mus gekratzt.
    Stel­len Sie sich mal vor: Nie­mand brauch­te ame­ri­ka­ni­sche Kre­di­te, jüdi­sche Ban­ken, Gold, Staats­ver­schul­dung, und die Wirt­schaft flo­rier­te! Lesen Sie mal etwas über das The­ma nach.
    Für die Herr­scher des FED ging es dar­um: Welt­herr­schaft oder daß sie auch arbei­ten müs­sen. Klar, haben sie alles dar­an gesetzt, daß ihr System welt­weit durch­ge­setzt wur­de. Außer­dem muss­te ein Staat, der es wag­te, sich gegen das System auf­zu­leh­nen, gehö­rig bestraft wer­den. Es gibt Kräf­te, für die Deutsch­land Ama­lek ist, und was das Schick­sal von Ama­lek ist, wis­sen Sie ja.

    2, Bei den Büchern des CODOH-Ver­la­ges geht es schlicht und ein­fach dar­um, hat es oder hat es kei­ne Gas­kam­mern gege­ben. Lesen sie ruhig ihre Argu­men­te durch, und brin­gen Sie Ihre Gegen­ar­gu­men­te her­vor.

    3, Die Kräf­te, die heu­te Deutsch­land beherr­schen — Sie sind sicher­lich nicht so naiv, daß Sie damit das deut­sche Wahl­volk mei­nen — fin­den im Holo­caust-Wahn­glau­ben ein beque­mes Instru­ment, das Volk zu unter­drücken. Vom Kin­der­gar­ten­al­ter wer­det ihr mit dem künst­lich erzeug­ten Schuld­be­wusst­sein trak­tiert, was dann zu einer Neu­ro­se führt. Und da 80 % des Vol­kes befal­len sind, wird die­se Krank­heit als nor­mal emp­fun­den, und die gei­stig Gesun­den wer­den wie die Aus­sät­zi­gen, wie die Hexen im Mit­tel­al­ter behan­delt. Sie hören auch heu­te die ver­rück­te­sten Argu­men­te: Deutsch­land muss noch mehr fremd­ras­si­ge Flücht­lin­ge ins Land holen, damit die völ­ki­sche Exklu­si­vi­tät abge­schafft wird, damit es nicht zu einem zwei­ten Holo­caust kommt.

    4, Sie haben Recht, der Hin­weis auf den Ver­lag ist mög­li­cher­wei­se hier fehl am Plat­ze.

    • Vie­len Dank @jozef fuer Ihren Bei­trag.
      Ich den­ke aehn­lich wie Sie, aber fuer eine wahr­haf­ti­ge Auf­ar­bei­tung von 1933 — 45 ist es noch viel zu frueh.
      Das The­ma ist noch viel zu poli­ti­siert und dient eini­gen Grup­pen, die uebe­r­aus maech­tig sind, ihre Zie­le durch­zu­set­zen.
      Ich glau­be das wir mas­siv ein­sei­tig indok­tri­niert wur­den und wer­den, aber irgend­wann kommt man der Wahr­heit auf die Spur.
      Die Schnellebig­keit der Zeit koenn­te hel­fen, Ereig­nis­se und Taten von vor 20 Jah­ren sind laengst ver­ges­sen, aber wenn ein ueber 90 jaeh­ri­ger Wach­mann in das Gericht gescho­ben wird, sind auf ein­mal alle Anwe­sen­den Zeit­zeu­gen.
      Wenn aber die mani­pu­lier­te Hyste­rie nicht mehr greift kann man exak­te Zah­len und Ereig­nis­se betrach­ten.
      Bis dahin dau­ert es aber noch sehr lan­ge, ich den­ke man wird noch hun­dert Jah­re war­ten mues­sen.

    • Dass die Ame­ri­ka­ner den ersten Welt­krieg und ihre Bezie­hun­gen zu Eng­land aus­ge­nutzt haben, um in die Glo­bal­po­li­tik ein­zu­stei­gen, habe ich weder bestrit­ten noch unter­schätzt.

      Dass das auf­stre­ben­de jun­ge deut­sche Kai­ser­reich ins­be­son­de­re den Eng­län­dern ein Dorn im Auge war, aund den Fran­zo­sen ein Sta­chel im Fleisch, und sie aller­hand Strip­pen zogen, um es (+ Öster­reich) in den Krieg zu trei­ben, ist mir sehr wohl bekannt.

      Damit sind aber deut­sche Dumm­hei­ten nicht gerecht­fer­tigt, auch nicht die des Zer­würf­nis­ses mit den Öster­rei­chern, das wir sel­ber ver­ant­wor­ten.
      In dem Zusam­menh­nag soll­te man auch die vati­ka­ni­sche Poli­tik mal in ihrer Wider­sprüch­lich­keit durch­leuch­ten — einer­seits das Geschlei­me un den pro­te­stan­ti­schen Kai­ser, ande­rer­seits die Ambi­va­lenz gegen Öster­reich.

      Das alles hat aber mit dem Phä­no­men des deut­schen Natio­nal­so­zia­lis­mus nicht direkt zu tun — für den müs­sen wir trotz­dem gera­de ste­hen, auch wenn er gei­stes­ge­schicht­lich kei­nes­wegs soli­tär ist.

      Anson­sten soll­ten Sie end­lich auf­wa­chen — der Hol­caust­glau­ben ist längst abge­löst durch ein absur­des, inhalts­lee­res Kon­strukt von „Rechts­ra­di­ka­li­tät“, zu dem sich eine Regie­rung, die in vie­len Punk­ten die Poli­tik der Faschi­sten fort­setzt, in einen sti­li­sier­ten Gegen­satz setzt. Der Holo­caust ist heu­te doch weit­ge­hend ver­ges­sen, und der wach­sen­de Anti­se­mi­tis­mus, v.a, auch durch den wach­sen­den Anteil mus­li­mi­scher Faschi­sten und des Links­rucks all­ge­mein, sieht nicht danach aus, als lie­ße sich damit einer erpres­sen.

      Immer­hin hat Deutsch­land einen Geno­zid zuge­ge­ben und bedau­ert.

      Es ist selt­sam, dass die­sel­ben Leu­te hier, die in lau­tes Weh­kla­gen aus­bre­chen wegen des Arme­nier­ge­no­zids der Tür­ken und die Tür­ken für Mon­ster hal­ten, weil sie das nach wie vor leug­nen, Deutsch­land ver­übeln, dass es sei­ne Unta­ten nicht ver­leug­net.

      Wenn das Deut­sche Reich unter Hit­ler die­se Taten unter mas­si­ver Betei­lung vie­ler Hel­fer (anders wär das nicht durch­führ­bar gewe­sen) began­gen hat, muss das auch so benannt wer­den.

      Die Gas­kam­mern und Kre­ma­to­ri­en der Ver­nich­tungs­la­ger und KZs sind gut bezeugt. Seit 1942 waren dies auch den Alli­ier­ten bekannt und der Vati­kan war eben­falls in Kennt­nis gesetzt wor­den. Aber Pacel­li schwieg, und nicht nur er — auch Ron­cal­li, zu dem Zeit­punkt Apo­sto­li­scher Gesand­ter in Istan­bul — begrün­de­te ein gebo­te­nes Schwei­gen des Vati­kans damit, dass man den Juden nie­mals hel­fen dür­fe, etwa wie­der ihren Staat Isra­el zu erich­ten.

      Auch der Brief Edith Steins an Pius XII. ist inzwi­schen ja ver­öf­fent­licht, und es ist eine Schan­de, wie der Vati­kan samt den angeb­li­chen Demo­kra­tien dar­auf reagier­te — näm­lich mit Bla­bla.

      Nein — unse­re deut­sche Schan­de wird nicht bes­ser dadurch, dass die Schan­de der ande­ren noch nicht auf­ge­ar­bei­tet ist und von denen natür­lich ver­schlei­ert wird.

      Hal­ten Sie mich nicht für zu blöd, das nicht sehr genau zu sehen. Bloß ändert das an der Unge­heu­er­lich­keit, die in deut­schem Namen geschah, nichts.

      Der von Ihnen ange­streb­te „Revi­sio­nis­mus“ dürf­te näm­lich nicht zuletzt auch die Machen­schaf­ten des Vati­kans mas­siv ent­zau­bern.

      Und da fängt es auch schon an: jede Sei­te will nur das auf den Tisch brin­gen, was ihr oppor­tun erscheint…

      • @Zeitschur,
        Ich gebe Ihnen zu gro­ssen Tei­len recht. Als mei­ne Fami­lie 1935 aus poli­ti­schen Grün­den aus dem Saar­ge­biet nach Frank­reich flüch­te­te, fan­den sie in einem fran­zö­si­schen Durch­gangs­la­ger in Amnéville (Stahl­heim) in Loth­rin­gen jüdi­sche Bekann­te wie­der mit denen sie bis 1939 in Kon­takt blie­ben. Als mei­ne Ange­hö­ri­gen 1940 in die unbe­setz­te Zone Süd­frank­reichs flo­hen, blie­ben die­se jüdi­schen Fami­li­en in Loth­rin­gen. Nach Kriegs­en­de haben mei­ne Ange­hö­ri­gen ver­sucht sich nach dem Ver­bleib die­ser jüdi­schen Bekann­ten zu erkun­di­gen, über ehe­ma­li­ge Nach­barn konn­ten sie nur in Erfah­rung brin­gen, dass sie durch die Deut­schen ver­haf­tet wur­den, ein Lebens­zei­chen haben sie von da an kei­nes mehr von sich gege­ben. Es war also ziem­lich klar, dass die­se Bekann­ten in deut­scher Gefan­gen­schaft ver­stor­ben waren.
        Daher mei­ne ich, ob sie nun an Kran­heit, Unter­ernäh­rung, Schlä­gen, Genick­schüs­sen, Gas­kam­mern oder sonst­wie umge­kom­men sind, ist nicht der sprin­gen­de Punkt. Die Nazis die ihre Ver­haf­tung ver­an­lasst haben, sind auch für ihren Tod ver­ant­wort­lich. Und ich den­ke Deut­schen, die in Deutsch­land geblie­ben waren, dürf­te es auch nicht ganz ent­gan­gen sein, dass ihre jüdi­sche Nach­barn auf Nim­mer­wie­der­se­hen ver­schwun­den sind.
        Nur, voll­stän­dig­keits­hal­ber, soll­te man auch bestimm­te histo­ri­sche Sach­ver­hal­te nicht ver­tu­schen, die heu­te von der „poli­tisch kor­rek­ten“ Geschichts­schrei­bung ein­fach tot­ge­schwie­gen wer­den.
        Mein sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Gross­va­ter, hat mir ein 1933 im bas­ler „Uni­ver­sum Ver­lag“ erschie­ne­nes Exem­plar des „Braun­buchs über Reichs­tags­brand und Hit­ler­ter­ror“ hin­ter­las­sen. Die­ses anti­fa­schi­sti­sches Sam­mel­werk sozi­al­de­mo­kra­ti­scher und kom­mu­ni­sti­scher Jour­na­li­sten im Aus­land ist ein wich­ti­ges histo­ri­sches Zeit­do­ku­ment und ist jed­we­der Sym­pa­thie für die Nazis völ­lig unver­däch­tig.
        Auf den Sei­ten 222–270 des Buches wird der anti­se­mi­ti­sche Ter­ror im ersten Jahr nach der „Macht­er­grei­fung“ dar­ge­stellt. Auf Sei­te 268 fin­det sich aller­dings ein inter­es­san­ter Abschnitt „Juden die für Hit­ler sind“. Dort kann man ein Zitat der „Jüdi­schen Rund­schau“ des Zen­tral­or­gans der deut­schen Zio­ni­sten nach­le­sen „Die jüdi­sche Geschich­te wird auch Hit­ler ver­ste­hen. Sie wird ihn anfüh­ren als Beweis dafür, dass Geschich­te gemacht wird von den Inpon­de­ra­bi­li­en des mensch­li­chen Auf­triebs zu einer Idee, ganz gleich wel­cher.“
        Wie man also sieht haben die Zio­ni­sten 1933 wah­re Lobes­hym­nen auf Adolf Hit­ler gesun­gen! Der Hin­ter­grund war fol­gen­der: die zio­ni­sti­sche Bewe­gung stell­te 1933 nur eine ver­schwin­dend klei­ne Min­der­heit der etwa 600.000 jüdi­schen Deut­schen dar etwa 5%. Die Mehr­heits­ver­tre­tung der Juden, der „Cen­tral­ver­ein der deut­schen Staats­bür­ger jüdi­schen Glau­bens“ hat­te sich ab sei­ner Grün­dung im 19.Jahrhundert für die Assi­mi­lie­rung der Juden in die deut­sche Gesell­schaft ein­ge­setzt. Sie ver­stan­den sich als Deut­sche, mit einem jüdi­schen fami­liä­ren Hin­ter­grund, wie ande­re Pro­te­stan­ten oder Katho­li­ken waren. Ent­spre­chend bekämpf­ten die Nazis die­sen Ver­ein ab ihrer Macht­er­grei­fung. Es war ihre Absicht die Juden aus der deut­schen Gesell­schaft aus­zu­schlie­ssen und zu ver­trei­ben. Gera­de die­se Absicht kam auch den Zio­ni­sten ent­ge­gen. Sie sahen dar­in eine Mög­lich­keit Pro­fit aus dem Ende der Assi­mi­lie­rung zu zie­hen, und ein Deutsch­jü­di­sches Sied­ler­ma­te­ri­al für Palä­sti­na zu gewin­nen. Damals waren näm­lich noch nicht ein­mal 1/4 der Ein­woh­ner Palä­sti­nas Juden, die Mehr­heit Ara­ber.
        Die Zio­ni­sten intri­gier­ten daher mit den Nazis um als bevor­zug­te Gesprächs­part­ner anner­kannt zu wer­den. Sie durf­ten ihre Zei­tun­gen erschei­nen las­sen und Pro­pa­gan­da zugun­sten der Aus­wan­de­rung nach Palä­sti­na ver­brei­ten.
        Objek­tiv gese­hen waren also die Zio­ni­sten jüdi­sche Naz­ikol­la­bo­ra­teu­re der ersten Stun­de, zu einer Zeit in der die Nazis 40.000 Sozi­al­de­mo­kra­ten und Kom­mu­ni­sten in die KZ gewor­fen hat­ten!
        Das war aber bei wei­tem nicht die ein­zi­ge Mit­wir­kung der Zio­ni­sten am Natio­nal­so­zia­lis­mus. In Palä­sti­na hat­ten sich vor 1933 jüdi­sche Unter­grund­be­we­gun­gen gegen die Bri­ten gebil­det. Die sozi­al­de­mo­kra­ti­sche „Haga­nah“ küm­mer­te sich eher um die ille­ga­le Ein­rei­se jüdi­scher Flücht­lin­ge“. Die zio­ni­sti­sche „Irgoun“ führ­te einen ter­ro­ri­sti­schen Klein­krieg gegen die bri­ti­sche Man­dats­macht. Zu Beginn des Krie­ges 1939 stimm­te eine Mehr­heit der „Irgoun“ einem Waf­fen­still­stand mit den Bri­ten zu. Eine Min­der­heit die „LEHI“ oder „STERN GANG“ nach dem Namen des Grün­ders Abra­ham Stern lehn­te den Waf­fen­still­stand ab und setz­te daher bri­ti­sche Trup­pen in Palä­sti­na fest, die sonst in den Kriegs­ein­satz gegen Nazi­deutsch­land hät­ten geschickt wer­den kön­nen. Ein spä­te­rer israe­li­scher Mini­ster­prä­si­dent von 1986 bis 1992 Itz­shak Shamir (1915–2012) war Füh­rungs­mit­glied der „Stern Gang“. Sie unter­brei­te­ten 1943 über das deut­sche Gene­ral­kon­su­lat in Istam­bul ein for­mel­les Bünd­nis­an­ge­bot an Nazi­deutsch­land.
        Der heu­ti­ge israe­li­sche Mini­ster­prä­si­dent Ben­ja­min Netan­ja­hu ist der poli­ti­sche Erbe die­ser zio­ni­sti­schen Rech­ten. Erst vor kur­zem hat er dadurch Befrem­den aus­ge­löst, indem er behaup­te­te die Nazis woll­ten anfäng­lich die Juden nur aus Deutsch­land ver­trei­ben. Erst den Ein­fluss des Gross­muf­tis von Jeru­sa­lem Al-Hus­s­ei­ni, Onkel von Yassir Ara­fat hät­te im Zwei­ten Welt­krieg dazu geführt, die Nazis zum Holo­caust zu über­re­den.
        Wenn man die­se zio­ni­sti­sche Vor­ge­schich­te kennt, begreift man war­um Netan­ja­hu so denkt. Geht man näm­lich davon aus, Hit­ler hät­te den Holo­caust schon 1933 geplant, so wären ja die Zio­ni­sten Mit­tä­ter, Kom­pli­zen einer Nazi-Bewe­gung gewe­sen, die das jüdi­sche Volk von Anfang an ver­nich­ten woll­te. Geht man dage­gen davon aus, erst der böse Gross­muf­ti von Jeru­sa­lem hät­te die Nazis auf den Gedan­ken des Holo­caust gebracht, so hät­ten ja die histo­ri­schen Zio­ni­sten nur am ver­gleichs­wei­se harm­lo­sen Vor­ha­ben mit­ge­macht die deut­schen Juden von Deutsch­land nach dem spä­te­ren Isra­el zu trans­fe­rie­ren. Netan­ja­hu geht es auch um sein Selbst­bild! Damit schlägt er aber auch zwei Flie­gen mit einer Klap­pe. Indem die Palä­sti­nen­ser als die wah­ren Ver­ant­wort­li­chen für den Holo­caust dar­ge­stellt wer­den, sind ja alle Gewalt­mass­nah­men gegen sie von vorn­her­ein gerecht­fer­tigt!
        Wie man aber sieht, als die Voll­ver­samm­lung der Ver­ein­ten Natio­nen Anfang der 70er Jah­re eine Ent­schlie­ssung annahm, der Zio­nis­mus wäre eine Form von Ras­sis­mus und von Ras­sen­dis­kri­mi­nie­rung, so war die­se Ein­schät­zung geschicht­lich gese­hen über­haupt nicht so abwe­gig. Man hät­te sogar sagen kön­nen von jüdi­schem Natio­nal­so­zia­lis­mus!

      • @ Mei­ers

        Dan­ke für Ihr Posting und die vie­len inter­es­san­ten Gedan­ken.

        Ich wür­de sagen, nicht „die“ Zio­ni­sten, son­dern ein­fach Zio­ni­sten. Wenn auch, wie Sie selbst sagen, in dem Fall eine Hand­voll Leu­te, zogen die­se Strip­pen — war­um auch nicht: Juden sind auch nur nor­ma­le Men­schen und nicht durch­weg Hei­li­ge.

        Was den Plan zur soge­nann­ten End­lö­sung betrifft — das ist schwie­rig. Sie fin­det sch tat­säch­lich so kon­kret noch nicht in der frü­hen Nazi­li­te­ra­tur, auch nicht in mein Kampf. Für Zeit­ge­nos­sen war kaum erkenn­bar, was sich hin­ter der breit ange­leg­ten anti­se­mi­ti­schen Theo­rie ver­barg.

        Ich ken­ne eine zio­ni­sti­sche Über­zeu­gung auch von dem frü­hen Ernst Jün­ger, die tat­säch­lich von der Idee aus­ging, dass es nicht gut­tä­te, wenn Juden sich assi­mi­lie­ren, ganz ein­fach weil er glaub­te, man kön­ne sich nicht ein­fach „assi­mi­lie­ren“, son­dern blei­be, was man ist und lebe gesün­der in der eige­nen Gemein­schaft. Er ver­trat das gar nicht mal aus anti­se­mi­ti­schen, son­dern all­ge­mei­ner ultra­na­tio­na­li­sti­scher Über­zeu­gung (wenn das bei ihm über­haupt der pas­sen­de Begriff ist).

        Wenn also Zio­ni­sten aus wel­chen Grün­den immer (was erst noch zu prü­fen wäre) der Ansicht waren, ein Zusam­men­wir­ken von Jun­den und Deut­schen täte nicht gut, dann kann es sein, dass sie damit auch nur auf die jahr­hun­der­te­lan­ge Het­ze gegen die Juden in christ­li­chen und ara­bi­schen Län­dern ein­gin­gen und end­lich wie­der in ihrem eige­nen land woh­nen woll­ten, um davor Ruhe zu haben. Min­de­stens seit der Mit­te des 19. Jh war ja v.a. aus katho­li­schen Krei­sen eine immer häss­li­che­re Juden­het­ze zu hören gewe­sen („Civil­tà Cat­to­li­ca“ oder man den­ke an das üble Kon­glo­me­rat aus Roya­lis­mus, Anti­se­mi­tits­mus und Katho­li­zis­mus in Frank­reich).
        Wer ver­steht nicht den Wunsch der Juden, davor end­lich Ruhe zu haben?
        Dass dabei wie­der­um Fehl­ein­schät­zun­gen gescha­hen, ist mensch­lich.

        Ande­rer­seits gab es genü­gend faschi­sti­sche Juden in Ita­li­en, auch Mit­glie­der der Par­tei Mus­so­li­nis, bis die Deut­schen kamen — dann wur­den sie aus der Par­tei aus­ge­schlos­sen.

        Das alles beweist uns jedoch, dass Juden nor­ma­le Men­schen sind, Kin­der der Zeit, die den­sel­ben Irrun­gen erlie­gen wie die Katho­li­ken auch, mit Sicher­heit aber im gan­zen kei­ne „Ver­schwö­run­gen“ pla­nen. Wenn es Juden gibt, die Ver­schwö­run­gen pla­nen, dann ist das immer noch kein „jüdi­sches“ Merk­mal, son­dern eine Ent­schei­dung die­ser indi­vi­du­el­len Per­so­nen oder eines bestimm­ten Zir­kels.

        Was den Groß­muf­ti betrifft — die Nazis hat­ten, wie jeder weiß — zunächst Aus­sied­lungs- und Umsied­lungs­plä­ne für die Juden („Mada­gas­kar­plan“).

        Der Groß­muf­ti von Jeru­sa­lem hat­te tat­säch­lich Kon­tak­te zu Hit­ler und den deut­schen Nazis und es gab eine Ver­ein­ba­rung über Bei­hil­fe zur Aus­lö­schung der ori­en­ta­li­schen Juden. Hit­ler hat­te ver­spro­chen, wenn die Wehr­macht erst über den Kau­ka­sus gekom­men sei, wer­de sie die Juden im Ori­ent zusam­men mit den Mus­li­men ver­nich­ten. http://www.ns-archiv.de/verfolgung/antisemitismus/mufti/in_berlin.php

        Netan­ja­hus Satz hängt mög­li­cher­wei­se auch mit die­ser tat­säch­li­chen Ver­bin­dung Deutsch­kan­ds zum Groß­muf­ti zusam­men. Und nicht nur das:

        Von Ber­lin aus wur­de ein ara­bi­scher Sen­der auf­ge­baut und auch aus­ge­strahlt, der anti­se­mi­ti­sche Pro­pa­gan­da betrieb. Das war wohl in Über­ein­stim­mung mit dem Muf­ti:

        http://www.deutschlandradiokultur.de/nazi-propaganda-auf-arabisch.1079.de.html?dram:article_id=176254

        Viel­leicht wird anders­her­um ein Schuh draus: Deutsch­land ist mit Urhe­ber des heu­ti­gen Isla­mis­mus, denn vie­les, was die nazis damals den Ara­bern lie­fer­ten, wird heu­te noch von Isla­mi­sten als rhe­to­ri­sche Pro­pa­gan­da-Waf­fe ein­ge­setzt.

        Viel­leicht.

        Schwer zu rekon­stru­ie­ren, was Hen­ne und was Ei war. Denn die über­aus gute Kennt­nis der Nazis über den anti­se­mi­ti­schen Koran dürf­te ihnen ja ein Ara­ber bei­gebracht haben…

        In jedem Fall ist es eine Schan­de, wenn sich tra­di­tio­na­li­sti­sche Katho­li­ken mit die­sem gei­sti­gen Sumpf gemein machen, in dem sie ähn­li­che Argu­men­te oder sogar gleich­lau­ten­de brin­gen. Anstatt in Revi­sio­nis­mus zu machen, soll­ten sie reflek­tie­ren, woher ihre Annah­men, histo­risch gese­hen, stam­men: aus der Fin­ster­nis, und dies­mal ein­deu­tig, nicht bloß „gefühlt“.

      • Selt­sam nur: Wenn Juden Böse­wich­te sind und Ver­schwö­run­gen machen, dann sind es ein­zel­ne, weil Juden ja auch nur Men­schen sind und nicht alle Hei­li­ge (wer übri­gens käme auf die Idee, letz­te­res anzu­neh­men?) — womit sie recht haben. Aber bei den Katho­li­ken und den Deut­schen klingt es bei Ihnen anders. Da sind es schon mal „die“ Katho­li­ken und „die“ Deut­schen (= Täter­volk per omnia sae­cu­la sae­culo­rum). Bemer­ken Sie das nicht? Mei­nen Sie nicht, wir soll­ten da den glei­chen Maß­stab anle­gen?

      • @ LL

        Es wird Zeit, die Papp­na­se abzu­neh­men — ich hab das Wort „Täter­volk“ nie gebraucht, blei­ben Sie mal bit­te sach­lich und ehr­lich, aber was sag ich…

        Bei bestehen­den Staa­ten, die etwa Krieg füh­ren, spricht man bei Aktio­nen von deren Regie­run­gen oder Arme­en sehr wohl von „die Deut­schen taten dies oder ver­han­del­ten jenes“, „die Rus­sen mar­schier­ten in Afgha­ni­stan ein“ etc.

        Es ist klar aus dem Kon­text, dass damit selbst­ver­ständ­lich nicht jeder Mensch mit deut­schem oder rus­si­schem Pass gemeint ist.

        Ein bein­har­ter katho­li­scher Anti­se­mit sieht aller­dings immer im gesam­ten Juden­tum eine Veschwö­rung. Nota bene: Nicht jeder Katho­lik des­halb, aber jede anti­se­mi­ti­sche Katho­lik! Dass sich die­sel­ben in der selbst­er­nann­ten „Tra­di­ti­on“ tum­meln, ist lei­der eine objek­ti­ve Tat­sa­che, wie ja auch die­ses Forum hier regel­mä­ßig so schön zeigt. Und sie fol­gen damit ver­kehr­ter römi­scher Poli­tik ver­gan­ge­ner Tage, die eben­falls eine objek­ti­ve Tat­sa­che ist.

        Stel­len Sie sich also nicht blö­der als Sie sind.

  6. Sca­lia war als wich­ti­ger hoher Rich­ter ein Abtrei­bungs­geg­ner und Geg­ner ande­rer got­feind­li­cher Hand­lun­gen.
    Da die jet­zi­ge US-Regie­rung bis zur kom­men­den Wahl noch einen Ersatz­rich­ter vor­schla­gen kann, befürch­te ich, dass ins­bes. Abtrei­bun­gen und ande­re gott­lo­se Hand­lun­gen im Rah­men falsch inter­pre­tier­ter Men­schen­rech­te zuneh­men wer­den, wenn sich die Stim­men­mehr­hei­ten ent­spre­chend ändern.

    Ein Mord aus solch macht­po­li­ti­schen Hin­ter­grün­den ist zumin­dest denk­bar.

    Wenn der Mann zudem mit einem Kis­sen auf dem Gesicht tot auf­ge­fun­den wur­de und anschlie­ßend ein Mord nicht ein­mal ange­nom­men wird, dann sind m.E. drei Mög­lich­kei­ten denk­bar: (a) dass die Unter­su­chungs­be­hör­den oder der Arzt kei­ne Lust hat­ten, eine Unter­su­chung ein­zu­lei­ten bzw. (b) betriebs­blind waren oder dass (c ) ein Mord (aus wel­chen Grün­den auch immer) ver­tuscht wer­den soll.
    Kate­go­risch aus­schlie­ßen kann man nichts davon.

    • Wer den Mord ver­tu­schen woll­te, hät­te das Kis­sen weg­ge­legt. Soviel Zeit ist immer. Viel­leicht Mord mit Dro­hung zum Ein­schüch­tern von Dis­si­den­ten?

  7. Pius XII. hat mit ziem­li­cher Sicher­heit, und unter ver­ant­wort­li­cher Abwä­gung aller Fra­gen, genau das Rich­ti­ge getan. Sei­ne Katho­li­ken nicht wei­ter eska­lie­ren­der Ver­fol­gung aus­ge­setzt, dafür im Hin­ter­grund gehol­fen wo er konn­te. Des­halb wird er auch in Isra­el unter die „Gerech­ten“ gezählt. Im Gegen­satz zu den sog. „Deut­schen Chri­sten“.

  8. Lie­ber Leo Lämm­lein, Sie Schrei­ben, „Wer den Mord ver­tu­schen woll­te, hät­te das Kis­sen weg­ge­legt“ Das ist sicher rich­tig. Aber woll­te er das? Muss­te er soviel Vor­sicht wal­ten las­sen, um nicht erkannt zu wer­den?
    Wenn es Mord war. muss­te der Mör­der von der Vor­aus­set­zung aus­ge­hen, dass ihm der Mord nicht nach­ge­wie­sen wer­den konn­te und dass nie­mand die Mord­theo­rie zur Dis­kus­si­on stel­len wer­de. Die Sicher­heit war , wenn dem so war sehr hoch. Von der Spe­ku­la­ti­on zum Sach­ver­halt. Eine Auf­klä­rung ist behin­dert wor­den. Die Auf­klä­rung besteht in der Inspek­ti­on der Lei­che und der Eröff­nung der Lei­che. Dass die berech­tig­ten Gefüh­le der Fami­lie bei der Sec­tio betrof­fen sind, kann ich ver­ste­hen. Aber die Inspec­tion der Lei­che wur­de nach dem bis­he­ri­gen ver­öf­fent­li­chen Ergeb­nis­sen sträf­lich ver­nach­läs­sigt, zumin­dest wenn wir von den bis­her ver­öf­fent­lich­ten Ergeb­nis­sen aus­ge­hen. Dort steht nichts von den Ergeb­nis­sen der Lei­chen­in­spek­ti­on. Viel­leicht müs­sen wir uns damit trö­sten, dass Ame­ri­ka eben doch ein ande­res Land ist, das wir nicht ver­ste­hen. Bei mir bleibt ein Zwei­fel.

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