1000 Missionare der Barmherzigkeit — Der Knoten der unerlaubt geweihten Bischöfe Chinas

Missionare der Barmherzigkeit
Die Aussendung von mehr als 1000 Missionaren der Barmherzigkeit durch Papst Franziskus am Aschermittwoch

(Rom) Am ver­gan­ge­nen Mitt­woch erteil­te Papst Fran­zis­kus im Rah­men der Ascher­mitt­wochs­lit­ur­gie mehr als 1000 Mis­sio­na­ren der Barm­her­zig­keit einen Sen­dungs­auf­trag. Sie sol­len in die gan­ze Welt aus­zie­hen mit der Voll­macht, auch jene schwe­ren Sün­den ver­ge­ben zu kön­nen, deren Ver­ge­bung dem Papst vor­be­hal­ten ist.

Das Kir­chen­recht sieht fol­gen­de Delik­te vor:

Canon 1367: Wer die eucha­ri­sti­schen Gestal­ten weg­wirft oder in sakri­le­gi­scher Absicht ent­wen­det oder zurück­be­hält, zieht sich die dem Apo­sto­li­schen Stuhl vor­be­hal­te­ne Exkom­mu­ni­ka­ti­on als Tat­stra­fe zu; ein Kle­ri­ker kann außer­dem mit einer wei­te­ren Stra­fe belegt wer­den, die Ent­las­sung aus dem Kle­ri­ker­stand nicht aus­ge­nom­men.

Canon 1370,1: Wer phy­si­sche Gewalt gegen den Papst anwen­det, zieht sich die dem Apo­sto­li­schen Stuhl vor­be­hal­te­ne Exkom­mu­ni­ka­ti­on als Tat­stra­fe zu, der, wenn es ein Kle­ri­ker ist, eine wei­te­re Stra­fe je nach Schwe­re der Straf­tat hin­zu­ge­fügt wer­den kann, die Ent­las­sung aus dem Kle­ri­ker­stand nicht aus­ge­nom­men.

Canon 1378,1:  Ein Prie­ster, der gegen die Vor­schrift des can. 977 han­delt, zieht sich die dem Apo­sto­li­schen Stuhl vor­be­hal­te­ne Exkom­mu­ni­ka­ti­on als Tat­stra­fe zu.

Canon 977: Die Abso­lu­ti­on des Mit­schul­di­gen an einer Sün­de gegen das sech­ste Gebot des Deka­logs ist ungül­tig, außer in Todes­ge­fahr.

Canon 1382:  Ein Bischof, der jeman­den ohne päpst­li­chen Auf­trag zum Bischof weiht, und eben­so, wer von ihm die Wei­he emp­fängt, zieht sich die dem Apo­sto­li­schen Stuhl vor­be­hal­te­ne Exkom­mu­ni­ka­ti­on als Tat­stra­fe zu.

Canon 1388,1: Ein Beicht­va­ter, der das Beicht­ge­heim­nis direkt ver­letzt, zieht sich die dem Apo­sto­li­schen Stuhl vor­be­hal­te­ne Exkom­mu­ni­ka­ti­on als Tat­stra­fe zu; ver­letzt er es aber nur indi­rekt, so soll er je nach Schwe­re der Straf­tat bestraft wer­den.

Papst Bene­dikt XVI. füg­te mit dem Motu pro­prio Nor­mas non­nul­las vom 22. Febru­ar 2013 noch ein wei­te­res Delikt hin­zu. Die dem Apo­sto­li­schen Stuhl vor­be­hal­te­ne Exkom­mu­ni­ka­ti­on als Tat­stra­fe sieht sich jeder zu, der der die Geheim­hal­tungs­pflicht des Kon­kla­ves bricht.

Zudem gibt es wei­te­re Delik­te, von denen nicht der ein­zel­ne Prie­ster los­spre­chen kann, son­dern nur der Apo­sto­li­sche Stuhl oder der Diö­ze­san­bi­schof. Dazu gehört das Delikt der Abtrei­bung.

Wer eines die­ser Delik­te begeht, ist auto­ma­tisch exkom­mu­ni­ziert. Er hat sich selbst durch die Tat aus der Gemein­schaft der Kir­che aus­ge­schlos­sen und ist nicht mehr zu den Sakra­men­ten zuge­las­sen. Das heißt, er darf auch nicht mehr zur Beich­te gehen. Tut er es doch, dann muß ihm der Prie­ster die Abso­lu­ti­on ver­wei­gern und ihn an den Bischof oder den Papst ver­wei­sen. Wür­de der Prie­ster ihm den­noch die Abso­lu­ti­on ertei­len, wäre die­se null und nich­tig.

Um die Mög­lich­keit zur Los­spre­chung von den Sün­den zu erhal­ten, muß zuvor die Exkom­mu­ni­ka­ti­on auf­ge­ho­ben wer­den. Das kann in man­chen Fäl­len der zustän­di­ge Diö­ze­san­bi­schof tun, in ande­ren Fäl­len nur der Papst.

Nun hat Papst Fran­zis­kus mit den Mis­sio­na­ren der Barm­her­zig­keit mehr als tau­send Prie­stern der gan­zen Welt die Voll­macht erteilt, wäh­rend des Hei­li­gen Jah­res der Barm­her­zig­keit die­se Exkom­mu­ni­ka­tio­nen, als Vor­aus­set­zung zur Wie­der­zu­las­sung zur Beich­te und damit zur Ver­söh­nung mit der Kir­che, auf­he­ben zu kön­nen.

Was geschieht mit den sieben unerlaubt geweihten Bischöfen in China?

Der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster weist auf einen ganz spe­zi­el­len Fall hin, bei dem die Sache „nicht so ein­fach“ sein könn­te, „zumin­dest für eine Sün­de“. Dabei geht es um die uner­laub­ten Bischofs­wei­hen, die in der Volks­re­pu­blik Chi­na durch­ge­führt wur­den. Um die katho­li­sche Kir­che zu kon­trol­lie­ren, hat das kom­mu­ni­sti­sche Regime eine regi­me­hö­ri­ge katho­li­sche Orga­ni­sa­ti­on namens Patrio­ti­sche Ver­ei­ni­gung geschaf­fen. Die KP ver­langt, daß die Bischö­fe und Prie­ster sich von Rom los­sa­gen und die­ser Ver­ei­ni­gung anschlie­ßen Ver­langt wird Treue zum Regime, wäh­rend Treue gegen­über dem Papst und der Kir­che als „Hörig­keit gegen­über einer aus­län­di­schen Macht“ ver­folgt wird.

Die Pekin­ger Regie­rung bestimmt daher, wer offi­zi­ell in der Volks­re­pu­blik Chi­na Bischof wird. Obwohl die­se Ernen­nun­gen von Rom nicht aner­kannt wer­den, läßt das Regime die Bischofs­wei­hen durch­füh­ren, meist von regi­me­hö­ri­gen Bischö­fen, zum Teil wer­den auch rom­treue Bischö­fe zur Teil­nah­me gezwun­gen.

Der­zeit gibt es min­de­stens sie­ben sol­cher Bischö­fe, die ohne päpst­li­che Erlaub­nis geweiht wur­den. Sie haben wei­te­re uner­laub­te Wei­hen vor­ge­nom­men. Jeder, der sich an einer sol­chen uner­laub­ten Wei­he betei­ligt, ist auto­ma­tisch exkom­mu­ni­ziert.

Dazu gehö­ren:

  • Zhan Silu, Bischof von Min­dong (Fuji­an), geweiht 2000
  • Ma Ying­lin, Bischof von Kun­ming (Yunn­an) und Vor­sit­zen­der des Rats der Chi­ne­si­schen Bischö­fe, der regi­me­hö­ri­gen Vari­an­te der Bischofs­kon­fe­renz, geweiht 2006
  • Liu Xin­hong, Bischof von Wuhu (Anhui), geweiht 2006
  • Guo Jin­cai, Bischof von Cheng­de (Hebei), gweiht 2010
  • Lei Shiyin, Bischof von Leshan (Sichu­an), geweiht 2011
  • Huang Bing­zhang, Bischof von Shan­tou (Guang­dong), geweiht 2011
  • Yue Fusheng, Bischof von Har­bin (Hei­long­jiang), geweiht 2012

Unter den mehr als 1000 aus­ge­sand­ten Mis­sio­na­ren der Barm­her­zig­keit befin­det sich nach offi­zi­el­ler Bekannt­ga­be nur ein Chi­ne­se: Pater Lui­gi Bonalu­mi aus Hong Kong vom Päpst­li­chen Insti­tut für die aus­wär­ti­gen Mis­sio­nen (PIME). Er spricht aller­dings nur das vor allem im Süden Chi­nas gespro­che­ne Kan­to­ne­sisch, nicht aber Man­da­rin. Kan­to­ne­sisch wird nicht ein­mal von sechs Pro­zent der Chi­ne­sen gespro­chen. Zudem wird er, laut offi­zi­el­ler Anga­be, sei­ne Voll­macht nur in der Diö­ze­se Hong Kong aus­üben.

Aufhebung der Exkommunikation wegen unerlaubter Bischofsweihen bleibt Papst vorbehalten

Am 9. Febru­ar über­reich­te Kuri­en­erz­bi­schof Rino Fisi­chel­la, der Vor­sit­zen­de des Päpst­li­chen Rates für die Neue­van­ge­li­sie­rung und Koor­di­na­tor des Hei­li­gen Jah­res, den Mis­sio­na­ren der Barm­her­zig­keit schrift­li­che Instruk­tio­nen. Aus ihnen geht her­vor, daß sie alle genann­ten Sün­de im Namen des Pap­stes ver­ge­ben dür­fen, außer eine: die Ver­ge­bung einer uner­laub­ten Bischofs­wei­he bleibt auch im Hei­li­gen Jahr aus­schließ­lich dem Papst vor­be­hal­ten.

Pater Ber­nar­do Cer­vel­le­ra PIME, der Chef­re­dak­teur des Pres­se­por­tals Asia­News, erin­ner­te dar­an, wie bis­her in sol­chen Fäl­len vor­ge­gan­gen wur­de. Der Hei­li­ge Stuhl ver­lang­te von exkom­mu­ni­zier­ten Bischö­fen, daß sie ein Schrei­ben an den Papst rich­ten, mit dem sie ihre Situa­ti­on dar­le­gen, ein Schuld­be­kennt­nis able­gen, indem sie die Ver­ant­wor­tung für ein Fehl­ver­hal­ten aner­ken­nen, und um Ver­ge­bung bit­ten.

Dar­auf­hin for­der­te der Hei­li­ge Stuhl die Bischö­fe auf, eine öffent­li­che Geste zu set­zen und die Gläu­bi­gen um Ver­ge­bung zu bit­ten für das Ärger­nis, das sie ihnen ver­ur­sacht haben.

Dilemma der sichtbaren Versöhung

Das galt vor allem für jene Bischö­fe, die mehr oder weni­ger gezwun­gen waren, an uner­laub­ten Bischofs­wei­hen mit­zu­wir­ken. Pro­ble­ma­ti­scher gestal­te­te sich die Wie­der­ein­glie­de­rung der uner­laubt geweih­ten Bischö­fe selbst. Sie kön­nen schwer­lich gel­tend machen, zur Bischofs­wür­de gezwun­gen wor­den zu sein.

Zudem sind sie bei einer Ver­söh­nung mit Rom mit noch höhe­rer Wahr­schein­lich­keit Repres­sa­li­en und Ver­fol­gung aus­ge­setzt. Der Aus­tritt aus der Patrio­ti­schen Ver­ei­ni­gung ist ein zwin­gen­der Schritt und wird von der Kom­mu­ni­sti­schen Par­tei als Angriff auf ihre Auto­ri­tät ver­stan­den. Das Pekin­ger Regime wür­de, wie so oft in der Ver­gan­gen­heit, den Vati­kan der „Ein­mi­schung in inne­re Ange­le­gen­hei­ten“ bezich­ti­gen.

Bei einem Ver­bleib eines sol­chen Bischofs in der Patrio­ti­schen Ver­ei­ni­gung hät­ten die Gläu­bi­gen Grund, an der Auf­rich­tig­keit sei­ner Ver­söh­nung zu zwei­feln.

Das Hei­li­ge Jahr der Barm­her­zig­keit dürf­te für die schmerz­li­che Fra­ge der Bischofs­wei­hen in der Volks­re­pu­blik Chi­na vor­erst kei­ne Aus­wir­kun­gen haben. Papst Fran­zis­kus ver­such­te erst vor weni­gen Tagen eine „Annä­he­rung“ ganz ande­rer Art, indem er dem Pekin­ger Regime Blu­men streu­te und die Fra­ge der Bischofs­er­nen­nun­gen, der Unter­grund­kir­che, der Chri­sten­ver­fol­gung und der Men­schen­rech­te aus­klam­mer­te. Reak­tio­nen aus Peking sind noch nicht bekannt.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vatican.va/OR (Screen­shot)

24 Kommentare

  1. Na und?
    was soll denn falsch sein an den uner­laub­ten Wei­hen in Chi­na?
    Was die FSSPX und die Thuc-Leu­te machen, das darf — da Rom die­se Wei­hen mehr oder weni­ger hin­nahm und mit die­sen „Bischö­fen“ auch ver­han­delt, weil es sie aner­kennt — auch die KP machen.

    Zumal die Sach­la­ge nicht so ganz ein­fach ist wie es aus­sieht. Denn es gibt bis­lang kei­ne direk­ten und geklär­ten diplo­ma­ti­schen Bezie­hun­gen zwi­schen der VR Chi­na und dem Vati­kan.
    Hin­zu kommt eine aus­ge­spro­chen schwie­ri­ge Bezie­hung der Jesui­ten­mis­si­on in Chi­na sowohl zu den Kai­sern als auch zu Rom.

    Tra­di­tio­nell gab es das nir­gends, dass welt­li­che Regie­run­gen total ent­mün­digt wur­den bei der Aus­wahl der Bischö­fe, denn die RKK trat ja stets auch als welt­li­che Macht auf. Auch im Deut­schen Reich wur­den Bischö­fe durch welt­li­che Für­sten oder Dom­ka­pi­tel gewählt und anschlie­ßend vom Papst bestä­tigt und ins Amt ein­ge­setzt.

    Es ist erst seit 1917 (Her­aus­ga­be des neu­en Kir­chen­rechts), sofern nicht mil­dern­de Kon­kor­da­te vor­lie­gen, eine bein­har­te und abso­lu­ti­sti­sche kano­ni­sche Poli­tik, die sich die RKK erlaubt, die die Regie­run­gen vie­ler Län­der brüs­kiert und irri­tiert. Denn ent­we­der zieht man sich raus aus dem welt­li­chen Macht­an­spruch, dann mag man die Bischö­fe allei­ne wäh­len, oder man tut dies nicht und muss dann die welt­li­chen Regie­run­gen ein­be­zie­hen.

    Aber auf bei­den Sei­ten was­ser tra­gen wol­len und dabei stets den grö­ße­ren macht­part für sich bean­spru­chen — das ist heim­tückisch und unge­recht und war bis vor 100 Jah­ren nir­gends in der Welt Tra­di­ti­on der Kir­che!

    • Ja, ja, zeit­schnur, hal­ten Sie sich nur an welt­li­cher Macht fest, nach­dem Sie alle gei­sti­gen Zügel haben schie­ßen las­sen …

      • Sie ver­ste­hen es nicht…ich sprach von Ent­we­der-Oder:

        Ent­we­der die Kir­che (nicht ich!) krallt sich wei­ter­hin krampf­haft an der welt­li­chen Macht fest (was sie seit 1700 Jah­ren zuneh­mend tat und tut — dann muss sie bei den Bischofs­er­nen­nun­gen aber die welt­li­chen Regie­run­gen mit­re­den las­sen wie von alters her üblich (!!!).

        Oder sie „ent­welt­licht“ sich, dann ist es okay, Bischö­fe total auto­nom zu ernen­nen und zu wei­hen.

        So aber ruft sie in der Welt nur die Befürch­tung her­vor, sich auf die­sem Schleich­weg in die Poli­tik frem­der Län­der ein­mi­schen zu wol­len, ohne dass die­se Län­der irgend­wie ihrer­seits ein Recht hät­ten, Ein­fluss dar­auf zu neh­men, wer ihnen zukünf­tig aktiv ins Hand­werk pfuscht.

        Die­se Pro­ble­ma­tik steht mas­siv seit dem 19. Jh im Raum, und es gehört schon ein gerüt­telt Maß an man­geln­der Sen­si­bi­li­tät und Macht­wahn dazu, nicht zu begrei­fen, dass ein der­art macht­zen­trier­tes Auf­tre­ten der Kir­che nicht zu ihrer eigent­li­chen Sen­dung passt.
        Genau genom­men kor­rum­piert die Kir­che damit ihre Sen­dung sogar.

        Man kriegt das ja kaum nich zusam­men mit dem Herrn, der dem Satan (eben­so wie dem Petrus) hin­sicht­lich des Ange­bo­tes bzw. Anspruchs auf welt­li­che Macht TOTAL wider­stand und absag­te!

    • Ein sehr guter Kom­men­tar.
      Das Kapi­tel­wahl­recht, selbst dort wo es Rom noch nicht eli­mi­nie­ren konn­te, ist aber lei­der nicht mehr wirk­lich so frei wie es in der alten Reichs­kir­che bis 1803 nach altem löb­li­chen Gebrauch noch üblich war, da Rom in den Kon­kor­da­ten meist das System des Drei­er­vor­schla­ges durch­set­zen konn­te, der die Kan­di­da­ta­ten­aus­wahl sehr beschränkt hat d.h. Rom muß bereits vor der eigent­li­chen Wahl die Kan­di­da­ten geneh­mi­gen oder es ist selbt der­je­ni­ge wel­cher die Kan­di­da­ten bestimmt, aus dem das Kapi­tel dann einen wäh­len muß. Das führt oft dazu, daß Rom zwei ganz unwähl­ba­re und unan­nehm­ba­re Kan­di­da­ten auf die Liste setzt, daß sein Kan­di­dat schließ­lich gewählt wird. Trotz­dem ist dies noch immer bes­ser als die allei­ni­ge Nomi­na­ti­on durch Rom, da wenig­stens so orts­kirch­li­che Instan­zen noch ein Mit­spra­che­recht haben, wel­ches in der alten Kir­che stets gewahrt blieb.

      • Pius X. kipp­te das alte System im Gefol­ge des extre­mi­sti­schen Ultra­mon­ta­nis­mus aus Panik, muss man anneh­men, weil sich eben neue Regie­rungs­for­men her­aus­bil­de­ten.

        Ich sehe das so kri­tisch wie Sie, auch wenn ich das grund­sätz­li­che Pro­blem, das die Kir­che auf sich zukom­men sah, sehr wohl ver­ste­he.

        Den­noch geht es nicht an, dass die regio­na­len Diö­ze­sen kaum mehr mit­re­den kön­nen — es muss ja nicht eine athe­isti­sche Regie­rung sein, aber es könn­te eben ein regio­na­les Kapi­tel sein, das v.a. von Kle­ri­kern besetzt ist.

        Man kann die Ein­heit im Glau­ben nun mal nicht admi­ni­stra­tiv zen­tra­li­stisch total-ver­ord­nen.

        Die­ser Sarto’sche Joker, total auf Admi­ni­stra­ti­on zu set­zen, ist wirk­lich ein Offen­ba­rungs­eid gewe­sen — als ob die Kir­che kei­ne über­na­tür­li­che Insti­tu­ti­on wäre, son­dern wie ein erbärm­li­cher unter­ge­hen­der natür­li­cher Staat um sei­ne letz­ten Äcker­chen ran­geln müss­te.

        Mit fehlt bei Pius X. viel zu sehr die­se Sicht, dass die Kir­che über­na­tür­li­chen Ursprungs ist und bleibt. Leo XIII. hat daher auch den Him­mel um Ret­tung ange­fleht und den Erz­engel Micha­el gebe­ten, war aber kom­pro­miss­be­reit im poli­ti­schen Geschäft. Jedes Ding an sei­nem Ort!

        Es ist tra­gisch, dass sein Kurs abge­bro­chen wur­de.

      • Hw. Herr @ Rat­kaj,
        gern woll­te ich Sie etwas fra­gen.
        Was hal­ten Sie von Pater Eli­as Dohnal, Erz­bi­schof der Ukrai­nisch Ortho­do­xen Grie­chisch-Katho­li­schen Kir­che und Patri­arch des Byzan­ti­nisch-Katho­li­schen Patri­ar­chats?
        Über Ihre Ant­wort wür­de ich mich freu­en.
        Wenn Sie ihn noch nicht ken­nen und noch kei­ne fer­ti­ge Mei­nung von ihm haben, brau­chen Sie mit der Ant­wort nicht zu eilen.

        http://uogcc.org.ua/
        http://uogcc.org.ua/en/
        http://vkpatriarhat.org.ua/
        http://vkpatriarhat.org.ua/en/
        http://uogcc.org.ua/ua/video/index.php/
        http://uogcc.org.ua/en/video/index.php/

      • Die­se Abspal­tung ist mir bekannt. Es ist eine wei­te­re, wel­che die mitt­ler­wei­le bei­nah unüber­schau­ba­re Kir­chen­land­schaft der Ukrai­ne noch zusätz­lich kom­pli­ziert.
        Medi­al hat sie wenig Auf­merk­sam­keit bis­lang genos­sen, was zunächst ihrer gerin­gen Anhän­ger­schaft geschul­det ist. Auch in Ukrai­ne ist sie kein gro­ßes The­ma. Ich habe nur wenig von grie­chisch-katho­li­schen Prie­stern (wel­che in CH auch tätig sind) und auch einem Prie­ster aus Char­kow der ukrai­ni­schen ortho­do­xen Kir­che aus (Mos­kau­er Patri­ar­chat, Ober­haupt Metro­po­lit Onuf­ri (Bere­zovskij) ), wel­cher manch­mal hier in Genf zu Gast ist, über Pater Eli­as (Dohnal)und sei­ne Kir­che erfah­ren kön­nen. Es hieß, daß die tie­fe­ren Grün­de die­ses Schi­mas in der Annä­he­rungs­po­li­tik des Kar­di­nal Husar (damals Ober­hau­pht der grie­chi­schen-katho­li­sche Kir­che Ukrai­nes) an die ukrai­ni­sche ortho­do­xe Kir­che (Patri­ar­chat v. Kiew, Patri­arch Fila­ret (Denis­en­ko), wel­che der Poli­tik Poro­schen­kos und sei­ner­zeit Juscht­schen­ko den rek­li­gi­ös-ideo­lo­gi­schen Unter­bau lief­gert) lie­gen wür­de, auch wür­de die Grup­pe die von Husar sehr ener­gisch anti­zi­pier­te Revi­si­on der Riten der Kir­che, wel­che eine umfäng­li­che De-Lati­ni­sie­rung bezwecken, nicht mit­tra­gen wol­len, da sie um die genui­ne unier­te Spi­ri­tua­li­tät und ihr eige­nes Sellbst­ver­ständ­nis fürch­ten, und zu die­ser Iden­ti­tät gehö­ren eben auch die über Jahr­hun­der­te seit Brest sich erge­ben­den Lati­ni­sie­run­gen fun­da­men­tal dazu. Aus der Sicht P. Dohnals, so wie er sie in sei­nen Publi­ka­tio­nen und Stel­lung­nah­men zu erken­nen gibt, ist die grie­chi­sche-katho­li­sche Kir­che wegen des römi­schen Öku­me­nis­mus mit der Ortho­do­xie in Gefahr abge­wickelt zu wer­den. Ange­sichts der eher ver­hal­te­nen Reak­tio­nen der grie­chisch-katho­li­schen Kir­che
        im Vor­feld der Begeg­nung des Pap­stes mit dem Patri­ar­chen lässt sich eine gewis­se Unsi­cher­heit in der griech-kath. Kir­che nicht über­se­hen, ver­ges­sen Sie auch nicht, wie unglück­lich vie­le in Ukrai­ne über den rela­tiv gemä­ßig­te Hal­tung des Pap­stes in der Ukrai­ne­kri­se sind. Das ist äußerst kom­pli­ziert. Ich weiß nicht was genau Sie wis­sen möch­ten, daher habe ich Ihnen recht all­ge­mein ant­wor­ten müs­sen.

    • Da geht ja Eini­ges wie­der durch­ein­an­der. Wie­so soll denn die welt­li­che Macht das Recht haben, kirch­li­che Ämter zu beset­zen. Das geht doch nicht. Wir haben doch kei­ne Staats­kir­che. Die Kon­kor­da­te, die auf­ge­zwun­gen wor­den sind, sind mir wohl­be­kannt.

      • Sie irren sich, lie­ber Rein­hold, denn jahr­hun­der­te­lang wuren Bischö­fe von den Für­sten gewählt bzw. von regio­na­len Kle­ri­kern und dann von Rom bestä­tigt. Wenn von Rom her nichts Gra­vie­ren­des dage­gen sprach, wur­de der Kan­di­dat dann geweiht.

        Das war auch bis ins 19. Jh und frü­he 20. Jh in Deutsch­land über­all der Fall! https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Bischofsernennung_%28Mittelalter/Fr%C3%BChe_Neuzeit%29

        Oder auch hier:

        https://www.uni-muenster.de/Religion-und-Politik/aktuelles/2012/jun/News_RVL_Thier.html

        In der alten Kir­che wur­den Bischö­fe grund­sätz­lich durch „das Volk“, also die Lai­en und Kle­ri­ker gewählt — also die regio­na­len Kärf­te. Selbst Päp­ste wur­den so per Akkla­ma­ti­on gewählt.

        Das ist also alles rech­tens und die eigent­lich alte und bald 2000 Jah­re über­kom­me­ne Tra­di­ti­on.

        Eine rigo­ro­se Zen­tra­li­sie­rung und Ent­mün­di­gung der Kir­che eben­so wie der Regie­run­gen geschah durch das neue Kir­chen­recht 1917 und die Absich­ten Pius X..

        Die wenig­sten euro­päi­schen Regie­run­gen woll­ten sich der­art her­ab­las­send und a‑traditionell nie­der­ma­chen las­sen, und es war der spä­te­re Pius XII., der mit ver­schie­de­nen Staa­ten Kon­kor­da­te aus­han­del­te, teil­wei­se unter radi­ka­ler Zer­stö­rung gewach­se­ner Struk­tu­ren.
        So war es auch Pacel­li, der die alten gewach­se­nen Rech­te der Habs­bur­ger als Schutz­macht für die Bal­kan-Katho­li­ken ange­sichts des Kon­kor­dats mit Ser­bi­en 1912, ein­fach auf den Müll schmiss — gegen den Wil­len der Öster­rei­cher natür­lich — und damit mit die Bit­ter­kei­ten schür­te, die zum 1. WK führ­ten.

        ich sage ja nicht, dass die Kir­che nicht ein sol­ches Recht ent­wickeln kann. Aber wenn sie das tut, muss sie auch kon­se­quent jeden welt­li­chen macht­an­spruch auf­ge­ben, denn andern­falls haben welt­li­che Regie­run­gen mit Recht die Befürch­tung, sie müss­ten sich einen unkon­trol­lier­ba­ren „Staat im Staat“ gefal­len las­sen. Die Befürch­tung haben ja nicht nur die Kom­mu­ni­sten Chi­nas. Die­se Befürch­tung hat­ten auch mon­ar­chi­sche Regie­run­gen schon vor 200 Jah­ren.

        Es ist daher ein­fach unklug und pro­vo­zie­rend, wenn man so auf­tritt, zugleich aber im eige­nen haus kei­ne Ord­nung hal­ten kann und ander­wei­tig uner­laub­te Bischofs­wei­hen gera­de so hin­nimmt.

        Die jewei­li­gen Grün­de sind näm­lich egal — gegen den CIC ver­sto­ßen tun sowohl die FSSPX, die THuc-Leu­te und eben z.B. die Kom­mu­ni­sten in Chi­na! Und es gibt nur ein Recht für alle! Oder aber man erkennt, dass die­ses Recht drin­gend wie­der der eigent­li­chen Tra­di­ti­on der Bischofs­wah­len und ‑ernen­nun­gen ange­nä­hert wer­den muss!

        Man kann nun mal nicht zwei­en Her­ren die­nen oder A und zugleich NonA wol­len.

    • Was Sie hier wie­der ver­lau­ten las­sen, kann man nicht unwi­der­spro­chen hin­neh­men. Sie sagen es ja selbst, Pius X. reagier­te mit sei­ner Reform auf die ver­än­der­ten poli­ti­schen Ver­hält­nis­se. Es war ein Gebot der Stun­de, Bischofs­er­nen­nun­gen welt­li­chen Mäch­ten zu ent­zie­hen, die durch ihr Mit­spra­che­recht bei Bischofs­er­nen­nun­gen ledig­lich nur ihre regio­na­len Macht­in­ter­es­sen ver­folg­ten und nicht die Anlie­gen und die Unab­hän­gig­keit der Kir­che im Blick hat­ten, zumal mit der Aus­wei­tung der Mis­si­on Bischofs­sit­ze ver­mehrt in heid­ni­schen Regio­nen ein­zu­rich­ten waren, deren welt­li­che Mäch­te — wie etwa heu­te noch in Chi­na — eher ein Inter­es­se hat­ten, die Kir­che zu behin­dern oder für ihre unmensch­li­chen Zwecke ein­zu­span­nen. Die zen­tra­le Ernen­nung von Bischö­fen durch Rom war eine Reform, die die Frei­heit und Unab­hän­gig­keit der Kir­che sicher­te. Dass Sie selbst sol­che kla­ren, von kei­nem ernst­haf­ten Histo­ri­ker bezwei­fel­te Fak­ten ver­ken­nen und in ihr Gegen­teil ver­dre­hen, zeigt mir das gan­ze erschrecken­de Außmaß Ihrer gei­sti­gen Ver­wir­rung. Sie sind ja noch blin­der als Ber­go­glio!

      Dar­über­hin­aus ist es völ­lig unzu­läs­sig, den Apfel uner­laub­ter Bischofs­wei­hen einer reli­giö­sen Split­ter­grup­pe — die die FSSPX nun ein­mal in den Augen Roms dar­stellt — mit der Bir­ne Ent­zug des Rechts auf freie Bischofs­er­nen­nun­gen durch welt­lich-poli­ti­sche Regime wie bspw. Chi­na zu ver­glei­chen. Das ist bös­wil­li­ge Augen­wi­sche­rei und lenkt per­fi­de von der eigent­li­chen Pro­ble­ma­tik einer berech­tig­ten For­de­rung nach frei­er Reli­gi­ons­aus­übung ab. Nein, zeit­schnur, das, was Sie sich hier wie­der ein­mal lei­sten, ist bös­wil­lig­ste Pro­pa­gan­da zum Scha­den der Kir­che, einer Kir­che, der Sie zwar ange­hö­ren mögen, die Sie aber ganz offen­sicht­lich has­sen.

      Und Ihr Cla­queur @Radkaj hat sich ja ohne­hin schon als Ortho­do­xer geoutet. Dass er als sol­cher natür­lich dem syn­oda­len Prin­zip das Wort redet, liegt in der Natur der Sache. Wohin das führt, sehen wir ja gera­de sehr schön an der Putin-Kir­che Mos­kaus.

      • Spa­ren Sie sich, unver­bes­ser­li­cher hicest­ho­die, doch bit­te immer die unge­zo­ge­nen Schluss­sät­ze, Sei­ten­hie­be und Remp­ler. Ist es so schwer, ein­mal sach­lich zu blei­ben?
        (Ja, man­chen ist das unmög­lich!)

        Es ist pein­lich.

        Wir leben in einer tie­fen Kri­se, die Zeit und Kraft ist für Ihre Mätz­chen ein­fach zu scha­de.

        Nun an inter­es­sier­te Leser mei­ne wei­te­ren Gedan­ken (wer sie nicht lesen will, soll­te dies­mal wort­hal­ten und nur die Postings lesen, die ihm rein­lau­fen und um des Frie­dens wil­len zu allem, was er nicht gele­sen geschwei­ge denn begrif­fen hat, schwei­gen):

        Dass Pius X. voll­kom­men dane­ben lag, hat schlicht und ein­fach die Fol­ge sei­nes Han­delns gezeigt. Immer noch sol­len wir die Güte einer sache an ihren Früch­ten able­sen. Die Früch­te waren mehr als faul.

        Wie ich sag­te, hat er damit das Kind mit dem Bade aus­ge­schüt­tet. Nicht nur der 1. WK wur­de mit die­sem Stil mit­ge­schürt, son­dern auch schlimm­ste Ver­ir­run­gen inner­halb der Kir­che, die eben, um nur ja an der Macht zu blei­ben, auch Kom­pro­mis­se mit Mör­der­re­gi­men ein­ging oder dazu wohl­ge­fäl­lig schwieg.

        Wann hat es sol­che Zustän­de je in der Kir­che gege­ben? Der­art zuge­spitzt? Und wenn es sie gab, war es eine Schan­de!

        Wenn man sich allei­ne vor Augen hält, was sich in Kroa­ti­en abge­spielt hat, mit vol­lem Wis­sen und schein­hei­li­gem Schwei­gen durch Rom — das sind schwe­re Sün­den und kei­ne Lap­pa­li­en mehr.

        Wenn etwas ein „Gebot der Stun­de“ sein soll, dann muss es sich auch bewäh­ren.
        Bringt es nichts als Mord und Tot­schlag, Hass und Unfrie­den, Besoit­ze­lung, gegen­sei­ti­ges Miss­trau­en und Ver­leum­dung zustan­de und anti­christ­li­che Bünd­nis­se mit Teu­feln — dann war es nicht das „Gebot der Stun­de“, son­dern eine schwe­re Ver­ir­rung.

        Pius X. hat nur auf das schwa­che Fleisch gesetzt und geglaubt, durch Dik­ta­tur kön­ne man die Kir­che ret­ten. Er hatvdas blan­ke Gegen­teil damit zustan­de gebracht.

        Der Scher­ben­hau­fen ist heu­te zu sehen, und ohne sei­ne rabia­ten „Refor­men“ und Ver­fol­gun­gen von Men­schen, die er sich nicht ein­mal selbst ange­hört, son­dern auf blo­ßes Gerücht hin teil­wie­se regel­recht schi­ka­niert hat, die Hyste­rie, die er ange­facht hat und einen vati­ka­ni­schen Spit­zel­dienst, bei dem jeder jeden über­wach­te, sei­ne Selbst­sti­li­sie­rung (gleich nach sei­ner Papst-Wahl kur­sier­te ein teue­rer, reich bebil­der­ter Band über sein glor­rei­ches Leben, auch auf Deutsch übri­gens, im Gar­ten­lau­be-Design, was ihn von vorn­her­ein als Mega-Hei­li­gen auf­bau­te), in der er sich letzt­end­lich sogar über die Got­tes­mut­ter stell­te…

        Dass sein lang­jäh­ri­ger Zög­ling Pacel­li ihn aus poli­ti­schen Grün­den hei­lig­sprach, ist leicht zu durch­schau­en. Bei dem Pro­zess wur­den sei­ne gra­vie­ren­den und nega­ti­ven Taten sehr wohl aus­ge­spro­chen. Man muss sich die­se Akten ein­fach mal anse­hen… Aber es war wohl auch damals schon so wie bei der Hei­lig­spre­chung eines Woity­la oder Ron­cal­li, dass sich der Papst dann vor­be­hielt, wer hei­lig ist und wer nicht.

        Ich rede hier nir­gends einem tota­len syn­oda­len Prin­zip á la F. das Wort — ob Herr Rat­kaj es tut, weiß ich nicht, glau­be ich aber nicht.

        Fest steht aber, dass es die­sen Tota­li­s­ta­ris­mus und die­sen Zen­tra­lis­mus, den wir seit dem Vat. I erdul­den, in der Kir­che nie­mals gab.

        Und vor allem hat er struk­tu­rell den Boden für den Glau­bens­ab­fall von oben vor­be­rei­tet.

        Man kann schwer­lich bei einer wach­sen­den Kir­che die ein­fa­chen alten Struk­tu­ren und Modi ohne Modi­fi­ka­tio­nen bei­be­hal­ten. Tat­säch­lich waren die ganz alten Modi aber syn­odal — jeden­falls teil­wei­se. Sie waren aber auch stark cha­ris­ma­tisch (nicht im evan­ge­li­kal-modi­schen Sinn). Das zeigt uns die Beru­fung des Pau­lus zum Apo­stel, die defi­ni­tiv ohne Zwi­schen­schal­tung der Hier­ar­chie geschah — das über­lie­fert uns Pau­lus im Gala­ter­brief, und der ist als irr­tums­frei kano­ni­siert.

        Das Ide­al dürf­te daher teil­wei­se schon eine hier­ar­chi­sche Ord­nung sein, die aller­dings durch­läs­sig blei­ben muss für die pro­phe­ti­schen Ein­wür­fe aus der Kir­che. Die aber kann man nicht über Syn­oden „ein­fan­gen“. Der Geist weht wo er will.
        Eine gewis­se Syn­oda­li­tät ist aber ande­rer­seits hin­sicht­lich der Admi­ni­stra­ti­on der sicht­ba­ren Kir­che v.a. in den Diö­ze­sen unab­ding­bar. Wie soll es auch anders sinn­voll klap­pen? Der cha­ris­ma­ti­sche Cha­rak­ter erfo­dert dage­gen gro­ße Durch­läs­sig­keit und an sich Unab­hän­gig­keit der Bischö­fe unter­ein­an­der.

        Pius X. hat sich aus der Scho­la­stik auch nur das her­aus­ge­pickt, was ihm gera­de pass­te.

        Nach Tho­mas v.A. hat jeden­falls jeder Hier­arch die Pflicht, sich von einem Mann oder einer Frau im pro­phe­ti­schen Auf­trag mah­nen oder sogar beleh­ren zu las­sen, wenn es von der Sache her not­wen­dig ist — so wie eben damals bei Pau­lus und Petrus.

        Man hat auch das immer wie­der über lan­ge Strecken auch genau so gehal­ten — eini­ge Päp­ste hat­ten tat­säch­lich die­se Hal­tung des Die­nens und die­se wil­li­ge Selbst­rück­nah­me. Aber vie­le auch nicht. Vie­le waren wah­re Teu­fel auf dem Papst­thron.

        Leo XIII. hat­te sei­ne Visi­on, in der Jesus dem satan erlaub­te, die Kir­che von innen zugrun­de zu rich­ten in den 80ern des 19. Jh soweit ich weiß.

        Ich hal­te die­se Visi­on für wahr.
        Was nach Leo XIII. dann lief, fällt bereits unter die­ses Gericht Got­tes.
        Und die Tra­gik der FSSPX dürf­te dann wohl auch ihre Ido­li­sie­rung genau des fal­schen Man­nes sein.

      • Pius X. hat den 1. Welt­krieg mit­zu­ver­ant­wor­ten. Das ist mir neu und Herrn Hoch­hut sicher auch. Hät­ten Sie die Güte, das näher aus­zu­füh­ren!? Viel­leicht lie­ße sich ein Thea­ter­stück dar­aus kom­po­nie­ren!

        „Wenn etwas ein „Gebot der Stun­de“ sein soll, dann muss es sich auch bewäh­ren.“
        Das hat es doch. Die nega­ti­ven Dimen­sio­nen, die Sie die­sem Reform­werk unter­stel­len, sind Ihre ganz per­sön­li­chen Inter­pre­ta­tio­nen, die ich, mit Blick auf die histo­ri­schen Rea­li­tä­ten nicht tei­len kann.

        „Der Scher­ben­hau­fen ist heu­te zu sehen, und ohne sei­ne rabia­ten „Refor­men“ ..“
        Was Sie da aus­füh­ren und unter­stel­len, sind Ihre ganz per­sön­li­chen Inter­pre­ta­tio­nen, die kein ernst­zu­neh­men­der Kir­chen­hi­sto­ri­ker teilt.

        „Eine gewis­se Syn­oda­li­tät ist aber ande­rer­seits hin­sicht­lich der Admi­ni­stra­ti­on der sicht­ba­ren Kir­che v.a. in den Diö­ze­sen unab­ding­bar. Wie soll es auch anders sinn­voll klap­pen? Der cha­ris­ma­ti­sche Cha­rak­ter erfo­dert dage­gen gro­ße Durch­läs­sig­keit und an sich Unab­hän­gig­keit der Bischö­fe unter­ein­an­der.“

        Das zu hören, wir Herrn Ber­go­glio und Herrn Leh­mann freu­en. Die Wahr­heit ist: schon das Expe­ri­ment „Bischofs­kon­fernz“ beweist, dass eine Dezen­tra­li­sie­rung in Wahr­heit der Repres­si­on (des Ein­zel­bi­schofs und ver­schie­de­ner Cha­ris­men) Tür und Tor öff­net. Hier­ar­chie und zen­tra­le Lei­tung sind für eine welt­weit ope­rie­ren­de Insti­tu­ti­on wie die römisch-katho­li­sche Kir­che unab­ding­bar, sie sichern ihr die Frei­heit und Geschlos­sen­heit. Jede ande­re Religion/Denomination benei­det die katho­li­sche Kir­che um ihre effi­zi­en­te Füh­rung, sie ist ein­ma­lig auf der Welt und hat ihr das 2000jährige Über­le­ben zum Heil der See­len schluss­end­lich gesi­chert. Das sind die Rea­li­tä­ten die zäh­len, nicht ihr macht­po­li­ti­sches Gequen­gel und Ihre abstru­sen Schuld­zu­wei­sun­gen.

      • hicest­ho­die, zu einem ech­ten Dis­kurs gehört

        a. Man lässt Beschimp­fun­gen und Ver­un­glimp­fun­gen des Dis­kurs­part­ners aus, auch wenn der Din­ge sagt, die man nicht glau­ben will

        („abstru­se Schuld­zu­wei­sun­gen“, „ihr (sic — schreibt man eigent­lich groß) macht­po­li­ti­sches Gequen­gel“, und was da nicht sonst noch alles so fällt bei Ihnen)…

        b. Man muss ler­nen, den, dem man wider­spre­chen will, über­haupt erst mal zu begrei­fen.

        Da das nicht ent­fernt der Fall ist, lohnt ein Diks­urs mit Ihnen nicht. Sie sind für mich kein ange­mes­se­ner Gesprächs­part­ner, es ist unter der Gür­tel­li­nie.

        Sie haben hier jedoch vie­le Schwe­stern im Gei­ste — tau­schen Sie sich bit­te mit denen aus. Da kommt zusam­men, was zusam­men­ge­hört.
        __________________________

        Wer sich ernst­haft und auch mit Sach­ver­stand dafür inter­es­siert und kei­ne Angst vor der Ent­zau­be­rung tra­di­tio­na­li­sti­scher Nar­ra­ti­ve hat, kann ein­mal selbst recher­chie­ren, wie undurch­sich­tig die Rol­le des Vati­kans hin­sicht­lich des Aus­bruchs des 1. Welt­krie­ges war. Das ist ein The­ma für sich und Kir­chen­hi­sto­ri­kern wie Pro­fan­hs­to­ri­kern sehr wohl bekannt, wenn auch vie­le Akten noch gar nicht gesich­tet wur­den — die gro­ße Linie ist klar.

        Wenn die Geheim­ar­chi­ve erst mal auch die­se Akten raus­ge­ben, wer­den sich sicher eini­ge wun­dern!
        Man­ches weiß man ja auch so schon: http://www.heise.de/tp/artikel/37/37531/1.html

        Klar ist das für ahnungs­lo­se Pius-Anhän­ger eine unsanf­te Ent­zau­be­rung, aber ich kann nicht die­sen from­men glo­riö­sen Mär­chen fol­gen, wenn die Akten­la­ge ganz ande­re Din­ge offen­bart. es hat etwas Zyni­sches, wenn der Vati­kan Pius X. als „ersten Mär­ty­rer“ des Welt­k­ri­ges sti­li­sier­te, wo er ihn doch selbst geför­dert hat­te und im übri­gen als alter Mann eines natür­li­chen Todes in sei­nem päpst­li­chen Him­mel­bett starb, wäh­rend die­ser Krieg wirk­lich ech­te christ­li­che Mär­ty­rer in Mil­lio­nen­hö­he haben wür­de…

        Hoch­huth hat sich übri­gens nicht mit Pius X., son­dern mit Pius XII. befasst… soviel All­ge­mein­bil­dung muss sein…

        Und Hoch­huth hat bei wei­tem nicht das gan­ze Aus­maß der vati­ka­ni­schen Kata­stro­phe erfasst und war sogar noch recht mil­de.

        Es ist jetzt im Febru­ar im Her­der Ver­lag übri­gens eine Bene­dikt XV.-Mongrafie erschie­nen, die sicher lesens­wert ist und noch wei­te­ren Auf­schluss geben dürf­te. https://www.herder.de/religion-theologie-shop/benedikt-xv.-gebundene-ausgabe/c‑25/p‑5320/

        Wäh­rend die Tra­dis von einem selt­sa­men Hass auf den angeb­li­chen „Freimaurer“-Papst Bene­dikt XV. erfasst sind, und in ihm einen hin­ter­häl­ti­gen Gegen­spie­ler gegen Pius X. sehen zu kön­nen mei­nen (ohne irgend­ein stichhhal­ti­ges Argu­ment, dafür mit der ewi­gen Lei­er vom Herrn Ram­pol­la, der angeb­lich Frei­mau­rer war und den er unter­stützt habe), hat er, was inzwi­schen bekannt wur­de, als ein­zi­ger ver­sucht, die Arme­ni­er zu ret­ten, an denen der erste Geno­zid des 20. Jh ver­übt wur­de: http://www.welt.de/geschichte/article139230550/Benedikt-XV-versuchte-die-Armenier-zu-retten.html

      • „Man muss ler­nen, den, dem man wider­spre­chen will, über­haupt erst mal zu begrei­fen. Da das nicht ent­fernt der Fall ist, lohnt ein Diks­urs mit Ihnen nicht. Sie sind für mich kein ange­mes­se­ner Gesprächs­part­ner, es ist unter der Gür­tel­li­nie.“

        *lol* So kann man sich natür­lich auch um eine Ant­wort drücken, inwie­fern Pius X. den I. Welt­krieg mit­zu­ver­ant­wor­ten hät­te, wie Sie das unge­heu­er­li­cher Wei­se wei­ter oben behaup­ten.

        Glau­ben Sie wirk­lich, Sie kön­nen mich mit Ihrem unver­schäm­ten wie lächer­li­chen Ver­such der per­sön­li­chen Her­ab­set­zung bein­drucken und so vom The­ma ablen­ken!?

        Sie, Wer­te­ste, ver­mö­gen in Ihrer blind­wü­tig-rasen­den Hybris ja nicht ein­mal die fei­ne Iro­nie in mei­ner Hoch­hut-Bemer­kung zu erfas­sen. Aber ich erklä­re Sie Ihnen ger­ne, wenn Sie nach län­ge­rer Über­le­gung nicht von selbst dar­auf kom­men soll­ten.

  2. Ist trotz­dem schwer zu ver­ste­hen.
    Wer sich von Rom los­sagt ist nicht roemisch Katho­lisch.
    Der Spa­gat ist,Franz in sei­ner Barm­her­zig­keit, die Her­ren trotz­dem auf­zu­neh­men.
    FSSPX hat sich nie von Rom los­ge­sagt, son­dern vom Schand­kon­zil und das war ein Not­stand, der gebo­ten war, allein wenn ich das unsae­g­li­che „Nostra Aeta­te“ beden­ke, was Assi­si Greu­el und Koran Kuss erst ermoe­g­lich­te.
    Franz geht wie hae­u­fig den fal­schen Weg, er soll­te still die chi­ne­si­sche Unter­grund­kir­che stuet­zen, statt wie­der medi­en­wirk­sam sei­ne gro­sse „Barm­her­zig­keit“ zur Schau zu stel­len.
    Das Lei­den der Unter­grund­kir­che in Chi­na klagt auch ihn an !

    • Ja eben — wenn sich die FSSPX nie von Rom los­ge­sagt hat, hat sie auch kei­ner­lei Not­stand hin­sicht­lich der Ernen­nung von Bischö­fen.

      Wenn der Papst rech­tens und nicht häre­tisch ist, darf man ihm zuwi­der auch kei­ne Bischö­fe ernen­nen. Das war und ist schon immer gel­ten­des Kir­chen­recht!

      Sie könn­te Bischö­fe wäh­len und dem Hl. Stuhl deren Kon­se­kra­ti­on vor­schla­gen.
      Sagt Rom „Nein“, müs­sen Sie das akzep­tie­ren und ande­re Vor­schlä­ge machen oder sich irgend­wie mit Rom arran­gie­ren.
      Das war der Weg.

      Es ging immer um eine aus­ge­wo­ge­ne Ent­schei­dung zwi­schen Rom und einer Diö­ze­se — nie dar­um, dass man sei­nen Dick­schä­del gegen den recht­mä­ßi­gen Papst durch­setzt.

      Die Chi­ne­sen machen nur das, was die FSSPX ihnen vor­macht, wobei in dem Fall auch noch die äußerst unglück­li­che, zen­tra­li­stisch-macht­be­ses­se­ne römi­sche Hal­tung zu Buche schlägt.

      • Die Situa­ti­on mit der FSSPX ist kom­pli­zier­ter. In Chi­na war eine ganz ande­re Situa­ti­on, da hat der Staat die Ver­bin­dung der dor­ti­gen Kir­chen­pro­vin­zen zu Rom abge­trennt.

  3. @zeitschnur:Lassen Sie doch end­lich ein­mal Ihre theo­lo­gi­schen Har­spal­te­rei­en aussen vor.Auf wel­cher Sei­te ste­hen Sie eigen­lich? Bei der FSSPX.Petrubruderschaft oder dern V II Sek­te? Sie sind ein rät­sel­ha­fer und ver­bit­ter­ter Mensch.Gehen’s lie­ber an die fri­sche Luft spa­zie­ren statt immer an allem her­um­zunör­geln!

    • Ich ste­he weder auf sei­ten der „VII-Sek­te“ noch der FSSPX-Sek­te — denn mehr ist die auch nicht! Sehen Sie sich die­sen erbärm­li­chen, theo­lo­gisch-phi­lo­so­phisch schwach­brü­sti­gen und mit schö­ner Regel­mä­ßig­keit hoch­ag­gres­si­ven und schis­ma­ti­schen Hau­fen doch ein­mal an! Die „Früch­te“ die­ser Sek­te kann man hier im Forum bewun­dern: vie­le Pius­so­zia­li­sier­te (aber natür­lich nicht alle) star­ren vor Hass, ideo­lo­gi­scher Ver­blen­dung und Über­heb­lich­keit, füh­ren sich auf wie Rum­pel­stilz­chen, wenn man ihnen nicht nach dem Mun­de redet etc. und mer­ken es nicht mal mehr… ein ins­ge­samt unzi­vi­li­sier­ter Umgangs­stil. Pfui!

      Ein ech­ter Katho­lik steht in einer Not­la­ge, in der die gesam­te Kir­che abge­fal­len ist, letzt­end­lich unterm Kreuz, bzw. soll­te. Und da steht er — mensch­lich gespro­chen — fast allei­ne. Das war damals so, hat sich eini­ge Male wie­der­holt und wird auch am Ende so sein.

      Einem Hori­zont, der in Grup­pen­den­ken, gei­sti­ger Unselb­stän­dig­keit, bigot­ter Pro­pa­gan­da und welt­li­cher Macht­phan­ta­sie gebür­stet ist, mag das „rät­sel­haft“ erschei­nen.

      Jesus hat gesagt, wenn all das geschieht, sol­len wir den Kopf heben und uns freu­en, dass er bald kommt!
      Weder in Pius­krei­sen noch in der Amts­kir­che ist mir je einer begeg­net, der im Ernst damit rech­ne­te, dass Jesus wie­der­kom­men könn­te.

      • Was haben Sie nur Schlim­mes erlebt, dass Sie Ihre per­sön­li­chen Erfah­run­gen in Bezug auf die Pius­bru­der­schaft hier oft mit so hass­erfüll­ten Wor­ten ver­all­ge­mei­nern zu müs­sen glau­ben?
        Sie lügen, wenn Sie pau­scha­li­sie­rend sagen FSSPX sei­en hass­erfüllt, hoch­ag­gres­siv und eine Sek­te oder schis­ma­tisch!
        Sie tun auch dem Erz­bi­schof Mar­cel Lef­eb­v­re unrecht, wenn Sie sei­ner Argu­men­ta­ti­on bezgl. der uner­laub­ten Bischofs­wei­hen als eines begrün­de­ten Aktes in Not­la­ge nicht argu­men­ta­tiv wider­le­gen son­dern ledig­lich hass­erfüllt schmä­hen.

  4. Viel­leicht lügen Sie nicht, wenn Sie behaup­ten, dass Ihnen noch nie aus „Pius­krei­sen“ jemand begeg­net sei, der nicht ernst­haft mit der Wie­der­kehr Jesus rech­net?
    Mara­natha!

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