„Zutiefst besorgt“ — Am 19. März erscheint nach-synodales Schreiben über die Familie

Kurienerzbischof Paglia in Portugal: Papst Franziskus wird Nachsynodales Schreiben über die Familie im März veröffentlichen
Kurienerzbischof Paglia in Portugal: Papst Franziskus wird Nachsynodales Schreiben über die Familie im März veröffentlichen

(Rom) Das nach-syn­oda­le Schrei­ben zur Bischofs­syn­ode über die Fami­lie wird noch im März ver­öf­fent­licht. Dies sag­te der Vor­sit­zen­de des Päpst­li­chen Rates für die Fami­lie, Kuri­en­erz­bi­schof Vin­cen­zo Paglia gegen­über der por­tu­gie­si­schen Nach­rich­ten­agen­tur Agen­cia Eccle­sia. Ein Moral­theo­lo­ge: Der Ent­wurf ist „zutiefst besorg­nis­er­re­gend“.

Die Agen­tur schrieb:

„Die Infor­ma­ti­on wur­de der Agen­cia Eccle­sia vom Prä­si­den­ten des Päpst­li­chen Fami­li­en­ra­tes, Don Vin­cen­zo Paglia, wäh­rend der Wei­ter­bil­dungs­ta­ge für Prie­ster in der Kir­chen­pro­vinz Süd ange­kün­digt, die bis Don­ners­tag in Alb­ufei­ra in Algar­ve statt­fin­den.“

Zunächst hieß es, das post-syn­oda­le Schrei­ben wer­de bereits im Febru­ar erschei­nen. Das Schrei­ben wird mit Span­nung erwar­tet. Seit Papst Fran­zis­kus 2013 die Dop­pel-Bischofs­syn­ode über die Fami­lie ankün­dig­te, herr­schen Span­nun­gen in der Kir­che. Es ist ein Grund­satz­streit über die Unauf­lös­lich­keit der Ehe und die katho­li­sche Moral­leh­re aus­ge­bro­chen. Dabei geht es um die Zulas­sung wie­der­ver­hei­ra­te­ter Geschie­de­ner zu den Sakra­men­ten, und damit um die fak­ti­sche Aner­ken­nung einer Zweit­ehe, und um die Aner­ken­nung der Homo­se­xua­li­tät. Bei­de Punk­te wer­den von einer libe­ra­len Grup­pe in der Kir­che betrie­ben. Wort­füh­rer für die wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen ist Kar­di­nal Wal­ter Kas­per. Einer der Wort­füh­rer für die Aner­ken­nung der Homo­se­xua­li­tät ist Kuri­en­erz­bi­schof Vin­cen­zo Paglia.

Die Bischofs­syn­ode ende­te im Okto­ber 2015 mit einem müh­se­li­gen Kom­pro­miß, der einen Bruch in der Kir­che gera­de noch ver­mei­den konn­te. Dabei muß­ten die von Papst Fran­zis­kus unter­stütz­ten Kas­pe­ria­ner eine Nie­der­la­ge ein­stecken, die sie jedoch über den Weg der „Inter­pre­ta­ti­on“ und dank der Unter­stüt­zung durch den Papst doch noch in einen Sieg umdre­hen wol­len.

Der Entwurf „stellt das Naturrecht in Frage“

Der Vati­ka­nist Edward Pen­tin vom Natio­nal Catho­lic Regi­ster mel­de­te heu­te, daß das Schrei­ben am 19. März, dem Fest des Hei­li­gen Joseph und dem drit­ten Jah­res­tag der Amts­ein­füh­rung von Papst Fran­zis­kus der Öffent­lich­keit vor­ge­stellt wer­den soll.

Laut Pen­tins „gut infor­mier­ten Quel­len“ soll Erz­bi­schof Vic­tor Manu­el Fer­nan­dez, der Ghost­wri­ter von Papst Fran­zis­kus und Rek­tor der Päpst­li­chen Katho­li­schen Uni­ver­si­tät von Argen­ti­ni­en, der Haupt­au­tor des Schrei­bens sein. Fer­nan­dez ist einer der eng­sten Ver­trau­ten von Papst Fran­zis­kus. Die­ser ernann­te ihn noch als Erz­bi­schof von Bue­nos Aires zum Rek­tor trotz gro­ßer Wider­stän­de der zustän­di­gen römi­schen Bil­dungs­kon­gre­ga­ti­on. Zum Papst gewählt ließ Fran­zis­kus jene sei­nen Zorn spü­ren, die sich damals der Ernen­nung von Fer­nan­dez wider­setzt hat­ten, wäh­rend er Fer­nan­dez zum Titu­lar­erz­bi­schof erhob und per­sön­lich zum Syn­oda­len für die Bischofs­syn­ode ernann­te. Fer­nan­dez gilt als Haupt­au­tor des apo­sto­li­schen Schrei­bens Evan­ge­lii gau­di­um und war Haupt­re­dak­teur des umstrit­te­nen Schluß­be­richts der Bischofs­syn­ode 2015.
Er gilt als Ver­tre­ter jener Rich­tung, die eine Über­win­dung „einer Moral des Geset­zes durch eine Moral der Per­son“ anstre­ben.

Fer­nan­dez, bes­ser bekannt unter sei­nem Spitz­na­men Tucho, hat­te nach der ersten Bischofs­syn­ode über die Fami­lie im Okto­ber 2014 erklärt:

„Es gab nur eine Grup­pe von sechs oder sie­ben, etwas aggres­si­ven Fana­ti­kern, die nicht ein­mal 5 Pro­zent [der Syn­oden­vä­ter] reprä­sen­tie­ren. […] wenn man nicht die Vase der Pan­do­ra öff­net, endet man damit, den Schmutz unter den Tep­pich zu keh­ren und den Kopf in den Sand zu stecken wie der Vogel­strauß, indem wir uns immer mehr von der Sen­si­bi­li­tät unse­rer Leu­te ent­fer­nen […] Wahr­schein­lich haben wir es ver­ges­sen, wenig­stens mit Papst Fran­zis­kus zu sagen: ‚Wer bin ich, um über die Schwu­len zu urtei­len?‘ “

Ein Moral­theo­lo­ge, so Pen­tin, habe den Ent­wurf gese­hen und sei „zutiefst beun­ru­higt“ dar­über. Der Ent­wurf „stellt das Natur­recht in Fra­ge“, so der Moral­theo­lo­ge.

Mit Fer­nan­dez als Autor „ver­spricht es garan­tiert ein ‚wun­der­ba­res‘ Doku­ment zu wer­den“, so iro­nisch die tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne Sei­te Chie­sa e post­con­ci­lio.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Secretum meum mihi (Sreen­shot)

41 Kommentare

  1. Offen gestan­den ver­ste­he ich die Argu­men­ta­ti­on mit dem „Natur­reicht“ nicht. Wenn die­sem die „Natur“ zugrun­de liegt, dann ist weder die christ­li­che Ehe „natür­lich“ noch Homo­se­xua­li­tät „unna­tür­lich“.

    Wozu ist Jesus in die Welt gekom­men?

    • Car­lo
      Offen­bar ist Ihnen der Begriff des Natur­rechts fremd. Damit sind Sie nicht der ein­zi­ge. Da im Natur­reich Homo­sex vor­kommt, mei­nen heu­te vie­le, folg­lich wäre Homo­sex „natür­lich“. Das ist aber mit Natur­recht nicht gemeint. Die­ses beinhal­tet die von Gott sei­ner Schöp­fung objek­tiv ein­ge­stif­te­te Ord­nung. Gott hat dem Men­schen eine Geist­see­le ein­ge­haucht. Damit ist ihm auf­ge­ge­ben, sich über tie­ri­sches Ver­hal­ten zu erhe­ben. Wir fres­sen ja auch nicht unse­re Mit­men­schen auf, z.B., obwohl wir mit unse­rer kör­per­li­chen Ver­an­la­gung dazu in der Lage wären und auch im Tier­reich Kan­ni­ba­lis­mus vor­kommt. Lei­der ist mit der Natur­recht­s­ar­gu­men­ta­ti­on heu­te oft nicht mehr durch­zu­kom­men. Was der heu­ti­ge Mensch „natür­lich“ fin­det, will er selbst bestim­men. Ich ver­mis­se bei der katho­li­schen Kir­che, dass sie auf die Gebo­te Got­tes hin­weist. Sie sind gött­li­che Offen­ba­rung und haben unbe­ding­te Auto­ri­tät. Die Kir­che soll­te sich öfters dar­auf beru­fen, ob gele­gen oder unge­le­gen.

      • Car­lo mein­te, wozu dann die Ver­wand­lung in Chri­stus über­haupt nötig ist, wenn man schon über das Natur­recht alles „weiß“.

        Dass Sie falsch lie­gen müs­sen, geht auch daras her­vor, dass das natür­li­che Sit­ten­ge­setz welt­weit nicht die Ehe­leh­re der Kir­che her­vor­brin­gen konn­te.

    • Natur­recht heißt es, nicht Natur­reicht.

      Gott hat zuerst Adam(Mann), dann Eva erschaf­fen — für­ein­an­der. Als Mann und Frau schuf er sie heißt es in der Hei­li­gen Schrift.
      Es ist natür­lich, dass ein Mann mit einer Frau für Fort­pflan­zung sorgt, nur so kann es auf natür­li­che Wei­se Nach­kom­men geben — dem liegt die Natur zugrun­de. Eigent­lich ganz ein­fach und logisch oder?

      • Ganz ein­fach und logisch?

        Na dann, wenn Sie bezüg­lich „Natur­recht“ bei Adam und Eva anset­zen, dann erklä­ren Sie doch mal eini­ger­ma­ßen schlüs­sig, wie dar­aus unter­schied­li­che Ras­sen und bspw. so etwas Neben­säch­li­ches wie inkom­pa­ti­ble Blut­grup­pen ent­stan­den sind.

        Wenn Sie (inkl. L.L.) aller­dings ant­wor­ten wol­len, dass dies man­gels Abhand­lung in der Hl. Schrift nicht zu inter­es­sie­ren habe oder besag­ter Aus­druck nun­mal ein uralter (?) lehr­amt­li­cher Ter­mi­nus ist, dann ist das für mich ok.

      • @carlo:

        Sie fan­gen an wie Zeit­schnur, machen es sich in ihrer Denk­wei­se viel zu kom­pli­ziert. Was zählt ist der ein­fa­che Glau­be und nicht intel­lek­tu­el­ler Wett­be­werb. Ihnen geht es hier doch um des Kai­sers Bart und sonst nichts…

    • Zeit­schnur irrt, wenn sie schreibt. Die Ehe aus Mann und Frau ist nicht das Allein­stel­lungs­merk­mal der Chri­sten (oder war es jeden­falls, da Evan­ge­li­sche ja auch zwi­schen­zeit­lich abwei­chen), nein, es war auch bei den Kom­mu­ni­sten usw. unum­strit­ten.

  2. Das Schrei­ben zu den bei­den Syn­oden über die Fami­lie wird es an den Tag brin­gen.
    Wer wird gewin­nen ? Es wird einer der zwei Rich­tun­gen sein. Wer jetzt schon ver-
    loren hat, ist die Welt­kir­che, die katho­li­sche Kir­che. Die Deka­denz hat den Kle-
    rus erreicht und reißt wie ein Tsu­na­mi vie­le mit. Was vor eini­gen weni­gen Jah­ren
    unmög­lich erschien, ist jetzt an der Tages­ord­nung. Kar­di­nä­le, Bischö­fe und ande­re
    strei­ten um Glau­ben, Wahr­heit, Leh­re und Natur­ge­setz. Die ver­schie­de­nen Seil­schaf-
    ten in der Kurie mit ihrem Unwe­sen, bekom­men anschei­nend immer mehr Ober­was­ser.
    Wenn jetzt Fran­zis­kus sich nicht besinnt, wird die ver­steck­te Kir­chen­spal­tung vor
    aller Augen sicht­bar.

  3. Wenn das Natur­recht das abbil­den soll, was die Natur vor­gibt, dann kann man eher die Poly­ga­mie als im Natur­recht begrün­det sehen als die Mono­ga­mie, sieht man sich die Ver­an­la­gung des Men­schen genau­er an (und mir sage bit­te nie­mand, dass das der Teu­fel bewirkt hat — die Antro­po­lo­gie zeigt die Ent­wick­lung rela­tiv genau). Der Natur­rechts­be­griff, der sich in der christ­li­chen Theo­lo­gie im Lau­fe vie­ler Jahr­hun­der­te her­aus­ge­bil­det hat, ist obso­let und kann in der Theo­lo­gie ent­sorgt wer­den. Die gott­ge­stif­te­te Seins­ord­nung ist nicht eine sta­ti­sche, aus der man das Natur­recht ablei­ten kann, son­dern sie ist eine Seins­ord­nung, die die Evo­lu­ti­on als Grund­la­ge hat — kos­mi­sche Evo­lu­ti­on, bio­lo­gi­sche und gesell­schaft­li­che Evo­lu­ti­on. Aus einer gott­ge­stif­te­ten Evo­lu­ti­on sta­ti­sches Natur­recht abzu­lei­ten ist ein sinn­lo­ses Unter­fan­gen. Durch die wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se der Phy­sik, der Bio­lo­gie und der Gesell­schafts­leh­re ist der Natur­rechts­be­griff nicht mehr brauch­bar. Die Theo­lo­gie will das aber weit­ge­hend nicht begrei­fen. Ich hof­fe, dass der Papst die Türen öff­net für neue theo­lo­gi­sche Grund­sät­ze, die nicht auf über­kom­me­nen Erkennt­nis­sen auf­bau­en. Rea­li­tä­ten zu lan­ge zu leug­nen war schon immer ein Pro­blem der Kir­che. Ich erin­ne­re nur an die Welt­bild­fra­ge helio­zen­trisch oder geo­zen­trisch, wo man 360 Jah­re gebraucht hat, bis der Papst 1992 Gali­leo Gali­lei reha­bi­li­tiert hat. Gali­lei ent­ging nur knapp dem Schei­ter­hau­fen. Ande­re wie der Prie­ster Gior­da­no Bru­no haben es nicht geschafft und sind ver­brannt wor­den. Erst im Jah­re 2000 hat Johan­nes Paul II. erklärt, dass das Urteil unrecht war. Das hat aber sein Leben auch nicht mehr geret­tet. Gott sei Dank leben wir heu­te in einer ande­ren Zeit, sonst wären ich und mit mir vie­le ande­re „Ket­zer“ wahr­schein­lich auch nicht mehr am Leben.

    • „. Ande­re wie der Prie­ster Gior­da­no Bru­no haben es nicht geschafft und sind ver­brannt wor­den.“
      Hat er nicht den Drei­fal­ti­gen Gott mit dem Geschlechts­teil eines Och­sen ver­gli­chen?
      „Gott sei Dank leben wir heu­te in einer ande­ren Zeit, sonst wären ich und mit mir vie­le ande­re „Ket­zer“ wahr­schein­lich auch nicht mehr am Leben.“
      Nun heu­len sie nicht rum kein Mensch krümmt ihnen ein Haar. Aber schön das sie sich als Ket­zer bezeich­nen und in katho­li­schen Foren ihre Hei­mat sehen.
      Per Mari­am ad Chri­stum.

      • @Ballflachhalter
        „Wie wohl­tu­end zu lesen- Glau­be trifft Wirk­lich­keit!“
        Sind sie heu­te mor­gen wie­der auf­ge­stan­den und haben nichts ande­res gefun­den als das was sie sehen, anfas­sen und schmecken kön­nen? Viel­leicht haben sie im Radio den Wet­ter­be­richt gehört? Sie erin­nern mich an Juri Gaga­rin der nach sei­nem ersten Rake­ten­flug in den Welt­raum vol­ler Stolz ver­kün­det hatt „Ich habe Gott nicht gese­hen“. Sie soll­ten den Glau­ben vie­ler Men­schen nicht unter­schät­zen den die ken­nen kei­ne fla­chen Bäl­le wo die Luft raus ist. Es ist wohl­tu­end zu sehen wie lächer­lich die Wirk­lich­keit gegen­über dem Glau­ben ist.
        Per Mari­am ad Chri­stum.

    • Gali­lei
      Die Evo­lu­ti­ons­theo­rie ist eine mensch­li­che Hypo­the­se. Ob sie wirk­lich den wis­sen­schaft­li­chen Sta­tus einer Theo­rie hat, ist nicht unum­strit­ten.
      In der gött­li­chen Offen­ba­rung gibt es kei­ne Evo­lu­ti­on.
      Und wie kön­nen Sie so sicher sein, dass nicht die Erde das Zen­trum des Kos­mos ist? Genau dafür, dass dies, in Über­ein­stim­mung mit dem bibli­schen Welt­bild, der Fall ist, gibt es natur­wis­sen­schaft­li­che Argu­men­te, wie das anthro­pi­sche Prin­zip.
      Das zen­tra­le The­ma der gött­li­chen Offen­ba­rung ist die Wech­sel­be­zie­hung zwi­schen Gott und den Men­schen: sei­ne Schöp­fung, sein Sün­den­fall, sei­ne Erlö­sung, und sei­ne Voll­endung in einem neu­en Him­mel und einer neu­en Erde.
      Aus Glau­bens­sicht ist der Mensch der Mit­tel­punkt der Schöp­fung, alles ande­re ist auf ihn zuge­ord­net. Folg­lich ist die Erde, auf die Gott ihn gesetzt hat, nicht ein Stäub­chen, das durch einen uner­mess­li­chen, fast lee­ren Raum irrt (planâsthai/ planeîsthai = umher­ir­ren).
      Gali­lei irr­te. Die Bibel hat recht.

      • Wenn sich der Mensch schon lan­ge ver­nich­tet hat, die Erde wird wei­ter bestehen. Die­se braucht den Men­schen nicht, aber Mensch braucht die Erde. Also geht sorg­sam mit ihr um. Und wie Men­schen zusam­men­le­ben rich­tet sich nach der Sinn­haf­tig­keit. Es gibt ein Volk mit schlech­ten Bedin­gun­gen, wo eine Frau meh­re­re Män­ner hat, das ist natür­li­che Gebur­ten­be­gren­zung. Die Män­ner kön­nen arbei­ten, vie­le Frau­en ster­ben im Kinds­bett.

    • „Durch die wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se der Phy­sik, der Bio­lo­gie und der Gesell­schafts­leh­re ist der Natur­rechts­be­griff nicht mehr brauch­bar.“
      Jen­seits des­sen, daß kei­ner die­ser Wis­sen­schaf­ten sich mit Natur­recht beschäf­tigt, fra­ge ich mich, wie­so dann mit Ver­weis auf das Natur­recht nach der Wen­de ehe­ma­li­ge Grenz­sol­da­ten der DDR ver­ur­teilt wur­den. Gegen die Geset­ze ihres Staa­tes hat­ten die nicht ver­sto­ssen.
      In der Juris­pru­denz gibt es die­sen Begriff also noch.
      Natur ist nicht das, was im Tier­reich vor­kommt oder bei den Mun­dun­gungor, son­dern was der Bestim­mung einer Sache gemäß ist. Das es Män­ner ger­ne durch die Gegend trei­ben ent­spricht der Evo­lu­ti­ons­bio­lo­gie, aber nicht der Bestim­mung einer Ehe. Eben­so ent­spricht es nicht der Bestim­mung einer Ehe, zwi­schen Men­schen glei­chen Geschlech­tes zu sein. Das ist Natur­recht.
      Poly­ga­mie ent­sprach vor lan­ger Zeit gewis­sen Über­le­bens­not­wen­dig­kei­ten. Es gab auch Fäl­le, bei denen See­leu­te in einem Ret­tungs­boot ihre gestor­be­nen Kame­ra­den aßen, um zu über­le­ben. Den­noch ist die Ver­spei­sung von Kame­ra­den sicher nicht natür­lich, da es nicht deren Bestim­mung ist.

      • Wir hat­ten aber bei der Holo­caust-Debat­te das Phä­no­men, dass das „Natur­recht“ aller­dings auch immer nur dann ins Feld geführt wird, wenn es gera­de passt…

    • Die Kir­che hat­te recht und der Stur­kopf Gali­lei irr­te. Ihre ideo­lo­gi­sche Geschichts­sicht ist unbrauch­bar und hat tat­säch­lich kei­nen Bezug zur Rea­li­tät. Auch ist mit Ihrem ideo­lo­gi­schen Rela­ti­vis­mus Erkennt­nis gar nicht mög­lich. Sie lie­gen kom­plett falsch.

  4. „Ein Moral­theo­lo­ge, so Pen­tin, habe den Ent­wurf gese­hen und sei „zutiefst beun­ru­higt“ dar­über. Der Ent­wurf „stellt das Natur­recht in Fra­ge“.“
    „Zutiefst beun­ru­higt“. Gehts noch. Habt ihr kein Heim­weh zu eurem Vater im Him­mel? Stellt euch nicht so an der Erz­engel Micha­el und sei­ne Legio­nen sind kampf­be­reit.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

  5. Außer einer irgend­wie unspe­zi­fi­schen Besorg­nis wird hier nichts berich­tet und dem Hin­weis auf ein Natur­recht, gegen das ver­sto­ßen wür­de.

    Das „Natur­recht“ kann für uns kein Maß­stab sein, weil es nir­gends kodi­fi­ziert ist.

    Es gibt meh­re­re Mög­lich­kei­ten, es zu ver­ste­hen:

    1. natür­li­ches Sit­ten­ge­setz (es schützt zwar die Fami­lie und das Pri­vat­recht, schließt aber eine Wie­der­ver­hei­ra­tung nach Schei­dung nicht kate­go­risch aus)

    2. Die „natür­li­chen Ord­nun­gen“ unter Sün­de

    3. die wie­der­um ste­hen im Gegen­satz zur ursprüng­li­chen „Schöp­fungs­ord­nung“

    4. Davon abge­lei­tet rekon­stru­iert sich eine „Heils­ord­nung“

    Was jeweils wel­chem Bereich zuge­hört, ist nicht klar — es gibt nicht DAS „Natur­recht“.

    Über die Heils­ord­nun­gen in ihrem Echo in die noch „in Wehen seuf­zen­de Natur“ (Pau­lus) war und ist sich die Kir­che nie wirk­lich klar gewe­sen, zumal die­se Heils­ord­nung nach den Wor­ten des 1. Petrus­b­rei­fes mit dem nahen­den Ende der Zei­ten über­haupt erst offen­ba­rer wird.

    Fazit: Wir erfah­ren eigent­lich nichts Ver­wert­ba­res außer, dass ein Herr sich mehr oder weni­ger pri­va­te Sor­gen macht.

    • Oh, zeit­schnur eine rela­ti­vi­sti­sche Rechts­po­si­ti­vi­stin! Als wenn es auf „Kodi­fi­zie­rung“ ankommt! Und von wem denn?
      Offen­bar sind sie im letz­ten eben nicht katho­lisch, son­dern insti­tu­ti­ons- und staats­gläu­big. Sie sind Fran­zis­kus viel ähn­li­cher als es aus­schaut. Schau einer an.

      • „Sie“ schreibt man übri­gens groß — das wis­sen außer Ihnen hier noch eini­ge nicht — vor allem die, die immer alles kurz und Tot­schlag haben wol­len.
        Und wenn das schon nicht klappt — wie soll man dann erst recht kom­pli­zier­te­re Gedan­ken begrei­fen oder gar ver­nünf­tig kri­tisch auf sie ant­wor­ten?
        Von Benimm will ich bei den mei­sten hier schon gar nicht mehr reden — da ist offen­bar nichts zu erwar­ten. Ist es das, was Sie mit „katho­lisch“ mei­nen?
        Eine sol­che Katho­li­zi­tät ist tat­säch­lich über­flüs­sig und es macht nichts, dass sie den Bach run­ter­geht…

        Da gehö­re ich eben zu den „ande­ren“ Katho­li­ken — es gibt sie!

      • „Sie sind Fran­zis­kus viel ähn­li­cher als es aus­schaut. Schau einer an.“

        Aber Kir­chen-Kater, die­se Erkennt­nis kommt Ihnen rela­tiv spät! Seit dem Rücktritt/Sturz Bene­dikts wan­del­te sich zeit­schnur in ihren Bei­trä­gen auf katholisches.info von einer glü­hen­den Ratz­in­ge­ria­ne­rin zu einer glü­hen­den Antiratz­in­ge­ria­ne­rin und Ber­go­glio-Rein­wä­sche­rin, auch wenn sie bis heu­te vor­der­grün­dig an ihrem Anspruch fest­hält, als „Selbst- und Quer­den­ke­rin“ folg­lich auch Ber­go­glio-Kri­ti­ke­rin zu sein. Fak­tisch aber hängt sie ihr Män­tel­chen nach dem Win­de und ihr selbst­den­ken­der Wider­spruch beinhal­tet zumeist nur die satt­sam bekann­ten Argu­men­te aus der Gift­kü­che links­li­be­ra­ler bis mili­tant-athe­isti­scher Katho­li­ken­has­ser.
        Und Sie sehen ja, inhalt­lich hat sie Ihnen nichts zu ent­geg­nen, des­halb müs­sen wie­der ein­mal lapi­da­re Form­feh­ler und pein­li­ches Katho­li­ken-Bashing her­hal­ten. Und die­se Dame wird auf­grund sol­cher Leer­for­meln wie „recht kom­pli­zier­te­re Gedan­ken begrei­fen oder gar ver­nünf­tig kri­tisch auf sie ant­wor­ten“ von vie­len Mit­fo­ri­sten immer noch als Intel­lek­tu­el­le ehr­fürch­tigst ado­riert. Stau­nen muss ich aller­dings über ihre Chuz­pe, den mora­li­schen Zei­ge­fin­ger gegen soge­nann­te „Tot­schlags­ka­tho­li­ken“ zu erhe­ben, wo doch fast kei­ner ihrer eige­nen Bei­trä­ge ohne Tot­schlag­s­ar­gu­men­te und unver­schäm­te­ste Pöbe­lei­en gegen Mit­fo­ri­sten aus­kommt und daher alles, was ihr an lau­en Lüft­chen ent­ge­gen­schlägt, nur das schwa­che Echo auf ihr vor­aus­ge­gan­ge­nes Getö­se ist. So viel Heu­che­lei ist sel­ten!

  6. Die letz­te von Ber­go­glio erlas­se­ne Exhor­ta­ti­on („Evan­ge­lii Gau­di­um“) ist nach dem Urteil von Kar­di­nal Bur­ke, der immer­hin als qua­li­fi­zier­ter Kano­nist gel­ten kann, kein Bestand­teil des Lehr­am­tes.

    Viel­leicht wird man ähn­li­ches von der dem­nächst erschei­nen­den Exhor­ta­ti­on sagen kön­nen — erst recht, wenn dar­in Din­ge ste­hen wer­den, die lehr­amt­li­chen Doku­men­ten von höhe­rem Rang zuwi­der­lau­fen.

    Wenn tat­säch­lich der unsäg­li­che Fer­nan­dez der „Haupt­au­tor“ des Schrei­bens ist, wird es mit Sicher­heit inhalt­lich eine Kata­stro­phe dar­stel­len. Man erin­ne­re sich: Fer­nan­dez hat­te ‑neben vie­lem ande­rem Unfug- geäu­ßert, Ber­go­glio beab­sich­ti­ge, „die Kir­che tief­grei­fend und irrever­si­bel zu ver­än­dern.“ Da Fer­nan­dez einer der Inti­mi Ber­go­gli­os ist, darf sei­ne Aus­sa­ge höchst­wahr­schein­lich als getreue Wie­der­ga­be des Den­kens sei­nes hohen Gön­ners gel­ten. Dann aber läge die Fra­ge nach des­sen gei­sti­ger Nor­ma­li­tät sehr nahe. Den Anspruch, die Kir­che „tief­grei­fend“ und ‑nota­be­ne- „irrever­si­bel“ ver­än­dern zu kön­nen, wür­de doch wohl kaum ein gei­stig nor­ma­ler Mensch auf­brin­gen. Es wäre wohl auch nicht das erste Mal, das auf dem Stuhl Petri jemand sitzt, über den man sich sol­che Fra­gen stel­len könn­te. Immer­hin haben näm­lich zwei Päp­ste, Gre­gor XVI. und Pius VII., von einem ihrer Vor­gän­ger, näm­lich Cle­mens XIV. rund­her­aus bemerkt, er sei wahn­sin­nig gewe­sen. Pius VII. äußer­te in einem Gespräch, nie­der­ge­drückt von Gewis­sens­angst über einen schwe­ren kir­chen­po­li­ti­schen Feh­ler, den er began­gen hat­te, wört­lich: „Wir wer­den in Rase­rei ster­ben wie Unser Vor­gän­ger Cle­mens XIV.“ — So wird es wört­lich vom direk­ten Zeu­gen der Sze­ne wie­der­ge­ge­ben (Kar­di­nal Pac­ca in sei­nen Memoi­ren). Nun wird Ber­go­glio sicher­lich kaum jemals ernst­haf­te Gewis­sens­bis­se emp­fin­den, geschwei­ge „aus Gewis­sens­not den Ver­stand ver­lie­ren“ — davor schützt ihn sei­ne Lari-Fari-wir-sind-zärtlich-und-alles-ist-völlig-egal-Barmherzigkeits-„Theologie“. Eher käme hier Grö­ßen­wahn in Fra­ge — natür­lich immer vor­aus­ge­setzt, Fer­nan­dez hat die Wahr­heit gesagt, und das übri­ge merk­wür­di­ge Getue Ber­go­gli­os ent­spricht wirk­lich sei­ner inner­sten Über­zeu­gung.

    • Es han­delt sich bei Fran­zis­kus wahr­schein­lich nicht um Wahn­sinn im kli­ni­schen Sinn. Ich sehe hier infan­ti­le All­machts­fan­ta­sien am Werk. Fran­zis­kus ist ja nie wirk­lich gereift.
      Auch Mer­kels Gusto hat etwas davon, wobei bei ihr wohl eher iso­la­tio­ni­sti­scher Wahn sich womög­lich bereits mit Alters­starr­sinn paart.
      Bei­de sind sich ihres Zustan­des offen­bar nicht bewußt und solan­ge hoch­ge­fähr­li­che Amts­trä­ger.

    • Nein, zeit­schnur, nach den amt­li­chen Regeln (Kodi­zes!), gibt es das gro­ße Du und Sie nicht mehr! Sind Ihre gelieb­ten Vor­schrif­ten­ma­cher jetzt unhöf­lich?
      Bei mir war es nur ein Tipp­feh­ler, ich habe die Groß­schrei­bung bei­be­hal­ten. Sie zie­hen also vor­ei­lig fal­sche Schlüs­se.
      Und auf eine sach­li­che Aus­ein­an­der­set­zung ver­zich­ten Sie ganz.

    • „PER IESUM AD MARIAM – Amen“
      Ganz schön ner­vös der luft­lee­re fla­che Ball.
      Per Mari­am ad Chri­stum.

      • kei­ne Spur von Ner­vo­si­tät — die Pfor­ten der Höl­le wer­den mei­ne Kir­che nicht über­wäl­ti­gen.
        Per Iesum ad Mari­am ad eccle­si­am!

  7. Ball­flach­hal­ter, genie­ssen Sie Ihre Alters­be­zü­ge, sehen Sie zu, dass Sie noch das rech­te See­len­heil fin­den und trol­len Sie hier nicht rum.

  8. @Ballflachhalter
    „kei­ne Spur von Ner­vo­si­tät – die Pfor­ten der Höl­le wer­den mei­ne Kir­che nicht über­wäl­ti­gen.“
    Ich ken­ne nur die Kir­che Jesu Chri­sti ihre ist mir unbe­kannt.
    Darf man fra­gen wo sie den Setz­bau­ka­sten gekauft haben womit sie ihre eige­ne Kir­che zusam­men geschraubt haben? Ich ver­mu­te mal auf den Floh­markt.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

    • Die Kir­che Jesu Chri­sti ist exakt mei­ne Kir­che, in die ich durch die
      Tau­fe ein­ge­glie­dert bin.
      War­um die­se Bos­heit?

      • Das sie einen Tauf­schein haben habe ich nie bestrit­ten anson­sten wie war das noch mit ihrer Wirk­lich­keit und ihrem Glau­ben? Ich habe den Ein­druck das bei ihnen zwi­schen Wirk­lich­keit und Glau­ben irgend­et­was nicht har­mo­nisch ist. Aber wenn sie Ber­go­glio als den gro­ßen Ret­ter betrach­ten dann, ja dann habe ich ein Glau­bens­pro­blem damit.
        Per Mari­am ad Chri­stum.

  9. Natur­recht im Holo­caust ? Was bringt Zeit­schnur da wie­der für Miß­ver­ständ­nis­se auf ! Im Übri­gen heißt das kor­rekt Shoa, wir sind nicht in Hol­ly­wood.

    • Es ging dabei um Pro­zes­se nach dem 3. Reich, in denen Täter ver­ur­teilt wur­den. Das Argu­ment, sie hät­ten aber doch den Geset­zen des 3. Rei­ches ent­spre­chend kor­rekt gehan­delt, wur­de mit dem Hin­weis auf ein über­ge­ord­ne­tes „Natur­recht“ abge­wie­sen.

      Noch was zu grum­meln?

  10. @Shuca: Die Kir­che von der der Ball­flach­h­at­ler spricht ‚wird höch­stahr­schein­lich-wenn über­haupt- die sein, nach der jeder nach sei­ner Façon selig wer­den soll ‚aber des­halb soll­te er und sei­nes­glei­chen, nicht immer ein Dra­ma dar­aus machen. Dra­men sind etwas für Grie­chen. Wir sind aber kei­ne Grie­chen.

  11. @Shuca @ Leo Die Vor­ur­tei­le gegen den Ball­flach­hal­ter ver­ra­ten mehr über
    den Beden­ken­trä­ger / die Beden­ken­trä­ge­rin als über ihn sel­ber. Er glaubt an die Kir­che Jesu Chri­sti, die in der Katho­li­schen Kir­che sub­si­stit.

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