Zu viele Männer — Die Risiken des Migrantenansturms

(Rom) Die jüng­ste Gewalt in der Sil­ve­ster­nacht in Köln und ande­ren Städ­ten scheint vie­len Exper­ten des poli­ti­cal­ly cor­rect plötz­lich die Augen geöff­net zu haben, was die zahl­rei­chen Unbe­kann­ten betrifft, die eine unkon­trol­lier­te Mas­sen­ein­wan­de­rung mit sich bringen.
Am Sonn­tag, den 18. Dezem­ber wur­de der Inter­na­tio­na­ler Tag der Migran­ten began­gen. Der Cor­rie­re del­la Sera berich­te­te am 17. Janu­ar über eine Stu­die von Sara Gan­dol­fi. Der Titel der Stu­die hat es bereits in sich: „Allein­ste­hen­de Män­ner auf dem Weg nach Euro­pa. In Ita­li­en sind 9 von 10 Migran­ten männ­lich“. „Klop­fen zu vie­le allein­ste­hen­de, zor­ni­ge Män­ner an unse­re Türen?“, frag­te der Cor­rie­re.

Der Arti­kel stellt ein wach­sen­des Kli­ma der Sor­ge wegen der Ein­wan­de­rungs­fra­ge fest. Ver­schie­de­ne Wis­sen­schaft­ler haben begon­nen, sich ohne poli­ti­schen Auf­trag mit dem The­ma zu befas­sen. Die Ergeb­nis­se, zu denen sie gelan­gen, sind besorg­nis­er­re­gend, wie selbst der Cor­rie­re del­la Sera erken­nen läßt. Ein Aspekt dabei ist das extre­me Ungleich­ge­wicht zwi­schen den Geschlech­tern, das unter den Migran­ten herrscht. Das Ver­hält­nis zwi­schen Män­nern und Frau­en liegt in Ita­li­en bei 10:1. Das heißt: Auf zehn männ­li­che Ein­wan­de­rer kommt nur eine Frau. „Eine extre­me Ver­zer­rung der Wirk­lich­keit“, so der Cor­rie­re.

„Das Euro­pa der Zukunft ris­kiert zu ‚männ­lich‘ zu sein und daher, unver­meid­lich, eine schlag­ar­ti­ge Zunah­me der Kri­mi­na­li­täts­ra­te zu erlei­den. Eine Gefahr, die nicht zwangs­läu­fig an das Reli­gi­ons­be­kennt­nis der Flücht­lin­ge gekop­pelt ist, aber an das Ungleich­ge­wicht der Geschlech­ter. 73 Pro­zent der 1,2 Mil­lio­nen, die — laut den jüng­sten Zah­len des Eco­no­mist — in Euro­pa einen Asyl­an­trag gestellt haben, sind Män­ner. In Ita­li­en sind sogar 90 Pro­zent der Antrag­stel­ler Männer.“

Bereits 2012 waren 66 Pro­zent Män­ner. Die Ver­zer­rung dau­ert seit Jah­ren an.

Ungleichgewicht der Geschlechter „fördert Zunahme von Kriminalität und Gewalt, besonders gegen Frauen“

Wegen die­ser Tat­sa­che lau­fen die euro­päi­schen Staa­ten Gefahr, vor einer Rei­he von Pro­ble­men zu ste­hen. Ein Pro­blem ist die Kri­mi­na­li­tät, da sta­ti­stisch 80–90 Pro­zent der Ver­bre­chen, mit leich­ten Ver­schie­bun­gen von Land zu Land, von jun­gen, erwach­se­nen Män­nern began­gen wer­den. Das Risi­ko einer Kri­mi­na­li­täts­zu­nah­me wird von Andrea Den Boer, Dozent für Poli­tik und Inter­na­tio­na­le Bezie­hun­gen an der Uni­ver­si­tät New York, in einem Inter­view mit dem Cor­rie­re del­la Sera bestätigt:

„Bis­her gab es noch kei­ne spe­zi­fi­sche Stu­die unter den Völ­kern, aus denen die Migran­ten kom­men, doch mei­ne Erhe­bun­gen in Indi­en und Chi­na [wo die Ein-Kind-Poli­tik zu einem deut­li­chen Rück­gang der Mäd­chen unter den gebo­re­nen Kin­dern geführt hat, Anm. d. Red.] bestä­ti­gen, daß das Ungleich­ge­wicht zwi­schen den Geschlech­tern in den jün­ge­ren Genera­tio­nen zu einer erhöh­ten sozia­len Insta­bi­li­tät führt, dazu gehört auch eine Zunah­me der Kri­mi­na­li­tät und der Gewalt, beson­ders gegen Frauen.“

Die Stu­die von Den Boer ergibt, daß Gesell­schaf­ten, die ein Über­ge­wicht an Män­nern auf­wei­sen, die nicht voll­stän­dig in die Gesell­schaft inte­griert sind, weil sie in ein frem­des Land ein­wan­dern, oder weil sie im eige­nen Land kei­ne Frau fin­den und kei­ne Fami­lie grün­den kön­nen, in erhöh­tem Maße insta­bil sind und ver­mehrt Opfer und Täter von Ver­bre­chen, von Dro­gen­miß­brauch und Ban­den­bil­dung wer­den. Die Gefah­ren die­ses aso­zia­len Ver­hal­tens wan­dern mit der über­durch­schnitt­lich hohen Zahl jun­ger männ­li­cher Ein­wan­de­rer auch in die Gast­län­der ein.

„Unver­hei­ra­te­te und bin­dungs­lo­se Män­ner sind anfäl­li­ger für kri­mi­nel­le Hand­lun­gen als ver­hei­ra­te­te oder in einer festen Bezie­hung ste­hen­de Män­ner. Allein­ste­hen­de jun­ge Män­ner nei­gen dazu, sich zu Grup­pen zusam­men­zu­schlie­ßen. Das Ver­hal­ten einer sol­chen Grup­pe ist latent asozialer.“

Neigung zu asozialem Verhalten

Zu den Län­dern, die im ver­gan­ge­nen Jahr am mei­sten Ein­wan­de­rer auf­ge­nom­men haben, gehört Schwe­den. 17 Pro­zent der Asyl­an­trä­ge betrifft Jugend­li­che im Alter von 14 bis 17 Jah­ren, wie­der­um haupt­säch­lich männ­li­che Jugend­li­che. Sie erfül­len alle bedenk­li­chen Kri­te­ri­en für ein aso­zia­les Ver­hal­ten. Glei­ches gilt für das Gros der Ein­wan­de­rer, die der Alters­grup­pe der 18–34Jährigen angehören.

Den Boer ver­weist auf die jüngst von Euro­stat ver­öf­fent­lich­ten Zah­len, wonach Ita­li­en den höch­sten Anteil männ­li­cher Ein­wan­de­rer auf­weist. Im Zeit­raum von Okto­ber 2014 bis Okto­ber 2015 „betra­fen 90 Pro­zent der Asyl­an­trä­ge Män­ner, die zum weit­aus größ­ten Teil der Alters­grup­pe der 18–34Jährigen angehören“.

Risiko religiöse und ethnische Konflikte zu importieren

Zahl­rei­che auf­merk­sa­me Beob­ach­ter wei­sen auf ein wei­te­res erhöh­tes Risi­ko hin. Da die gro­ße Mehr­heit der Ein­wan­de­rer Mos­lems sind, bestehe die rea­le Gefahr, sich die reli­giö­sen und eth­ni­schen Kon­flik­te ihrer Her­kunfts­län­der nach Euro­pa zu impor­tie­ren. Eine Gefahr, die um so grö­ßer sei, je län­ger sich Euro­pa als unfä­hig erweist, die Zuwan­de­rung unter Kon­trol­le zu bringen.

Die Repor­ta­ge des Cor­rie­re del­la Sera wirft ein besorg­nis­er­re­gen­des Licht auf eine gan­ze Rei­he rea­ler Gefah­ren, die Euro­pa durch eine unkon­trol­lier­te Mas­sen­ein­wan­de­rung dro­hen. Dazu gehö­ren auch der Ver­lust des Sicher­heits­ge­fühls und ein wach­sen­der Zukunfts­pes­sis­mus in der ein­hei­mi­schen Bevöl­ke­rung. Grund dafür ist auch eine Ent­frem­dung zwi­schen Bevöl­ke­rung und Regie­ren­den, die sich in der zwei­ten Hälf­te 2015 voll­zo­gen habe.

Politik der „offenen Türen“ folgt präzisem politischen Projekt namens „Dialogue euro-arabe“

„Die Gefah­ren rüh­ren auch daher, daß die der­zei­ti­ge EU-Dok­trin auf dem illu­so­ri­schen und geschei­ter­ten Pro­jekt des Mul­ti­kul­tu­ra­lis­mus fußt“, so Cor­ris­pon­den­za Roma­na. Das sei kei­ne pole­mi­sche Behaup­tung, son­dern eine nüch­ter­ne Fest­stel­lung. Es gebe einen „gezielt aus­ge­klü­gel­ten Pro­zeß der euro-ara­bi­schen Inte­gra­ti­on im Rah­men einer prä­zi­sen stra­te­gi­schen und koor­di­nier­ten Pla­nung“ namens „Dia­lo­gue euro-ara­be“ (DEA), Euro-Ara­bi­scher Dia­log, der die bei­den Sei­ten des Mit­tel­meers zusam­men­füh­ren will. Die­sem Pro­gramm fol­ge die Poli­tik der „offe­nen Türen“, die kein Zufalls­pro­dukt sei. Die Schrift­stel­le­rin Bat Ye’or unter­zog die­ses Pro­jekt Eura­bi­en in ihrem gleich­na­mi­gen Buch Eura­bia: The Euro-Arab Axis (Fairl­eigh Dick­in­son Univ. Press, Madi­son NJ) bereits 2005 einer bril­lan­ten Ana­ly­se. Ein Buch, das bedau­er­li­cher­wei­se noch nicht ins Deut­sche über­setzt wurde.

Die Fra­ge ist: Wie wer­den die euro­päi­schen Staats­kanz­lei­en und Par­la­men­te und vor allem Brüs­sel auf den Ein­wan­de­rer­an­sturm und die mit ihm zie­hen­den Pro­ble­me, Gefah­ren und Risi­ken reagie­ren? Das Jahr 2015 zeig­te eine erschrecken­de Unfä­hig­keit und ver­mit­tel­te über Wochen den Ein­druck, als sei Euro­pa in der Hand der extre­men Lin­ken. Auch das wird näher zu unter­su­chen sein, wie das gesche­hen konn­te. Wie es sein kann, daß die Regie­run­gen auch in Ber­lin und Wien bei glei­cher Fak­ten­la­ge heu­te anders über den Migra­ti­ons­an­sturm reden als noch vor weni­gen Mona­ten. Mehr noch: daß die­sel­ben Poli­ti­ker die Posi­ti­on, die sie heu­te selbst äußern, noch vor kur­zem als uner­träg­lich bekämpf­ten und in die Nähe des Rechts­ex­tre­mis­mus stell­ten. Es wür­de auch einer nähe­ren Unter­su­chung ver­die­nen, wie es sein konn­te, daß die Mas­sen­me­di­en im Pro­pa­gan­d­a­ton uni­so­no den­sel­ben ein­sei­ti­gen, ein­wan­de­rungs­freund­li­chen Stand­punkt ver­brei­tet haben.

Text: Andre­as Becker
Bild: Viet­namt­alk (Screen­shot)

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