„Der Beichtvater ist kein Notar“ — Mißverständnisse rund um das Heilige Jahr der Barmherzigkeit

(Rom) Ein wie­der­ver­hei­ra­te­ter Geschie­de­ner ging vor Weih­nach­ten zur Beich­te, doch der Beicht­va­ter ver­wei­ger­te ihm die Los­spre­chung. Der Vor­fall ereig­ne­te sich in der Kathe­dra­le der süd­ita­lie­ni­schen Stadt Bari, die dem hei­li­gen Niko­laus von Myra geweiht ist. Die Tages­zei­tung La Gazzet­ta del Mez­zo­gior­no druck­te am 30. Dezem­ber einen Brief des Man­nes ab, der sei­ne „Ent­täu­schung“ schil­der­te und die „Barm­her­zig­keit von Papst Fran­zis­kus“ ein­for­der­te, die ihm im „Hei­li­gen Jahr der Barm­her­zig­keit“ ver­wei­gert wor­den sei. Denn, so der wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne, „die Abso­lu­ti­on ist allen zu ertei­len, die beich­ten“. Ein Miß­ver­ständ­nis?

Eine sol­che For­de­rung, die einen Auto­ma­tis­mus vor­aus­set­ze, sei eine „absur­de Behaup­tung“, ant­wor­tet der bekann­te Theo­lo­ge und Lit­ur­gi­ker, Msgr. Nico­la Bux. „Der Prie­ster ist kein Notar“. Am 3. Janu­ar ver­öf­fent­lich­te die­sel­be Tages­zei­tung ein Inter­view mit Msgr. Bux, der Prie­ster der Erz­diö­ze­se Bari ist. Der Con­sul­tor römi­scher Dikaste­ri­en ist Autor zahl­rei­cher inter­na­tio­nal beach­te­ter Bücher. Sei­ne jüng­ste Mono­gra­phie trägt den Titel: „Wie man zur Hei­li­gen Mes­se geht, ohne den Glau­ben zu ver­lie­ren“, das bereits in fünf Spra­chen über­setzt wur­de.

Nico­la Bux: „Der Prie­ster ist in der Beich­te zugleich Rich­ter und See­len­arzt. Absol­ve­re heißt „los­lö­sen“, „befrei­en“ und bedeu­tet kon­kret, den Büßer von sei­ner Bin­dung zur Sün­de zu lösen. Der Prie­ster, und nicht der Gläu­bi­ge, bewer­tet, ob die Vor­aus­set­zun­gen gege­ben sind, die Los­spre­chung zu gewäh­ren oder nicht.

Die Reue genügt nicht?

Nico­la Bux: Die wah­re Reue setzt die Ent­schlos­sen­heit des Gläu­bi­gen vor­aus, die Ver­bin­dung zu lösen. Im Evan­ge­li­um sagt Jesus Chri­stus: Geh und sün­di­ge nicht mehr. Er sagt nicht: Geh und mach wei­ter­hin, was dir paßt.

Der Prie­ster sah die Vor­aus­set­zun­gen nicht gege­ben, von denen Sie spre­chen?

Nico­la Bux: Offen­sicht­lich. Man kann sich kei­ne Los­spre­chung erwar­ten, wenn man nicht den festen Vor­satz hat, nicht mehr zu sün­di­gen.

Und hier kommt das Hei­li­ge Jahr der Barm­her­zig­keit ins Spiel.

Nico­la Bux: Dazu herrscht in jüng­ster Zeit ein ziem­li­ches Miß­ver­ständ­nis. Die Regeln haben sich nicht geän­dert und die Prie­ster haben sich an die über­lie­fer­te Leh­re zu hal­ten, alle auf die­sel­be Wei­se, genau­so wie alle Rich­ter sich an das Gesetz hal­ten müs­sen. Ohne Aus­nah­me. War­um erwar­ten wir, daß die­ses Kon­zept bei Gericht selbst­ver­ständ­lich gilt, aber in der Kir­che umge­sto­ßen wer­den soll?

San Nicola, die Kathedrale von Bari
San Nico­la, die Kathe­dra­le von Bari

Es ist klar, auf wel­cher Sei­te Don Bux steht.

Nico­la Bux: Ich ste­he natür­lich auf der Sei­te von Jesus Chri­stus. Nie­mand auf die­ser Erde hat die Auto­ri­tät, die Regeln Sei­ner Kir­che zu ändern. Des­halb hat die Syn­ode ein Schluß­do­ku­ment her­vor­ge­bracht, das in Sachen Eucha­ri­stie und wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne abso­lut nichts ändert.

Vie­le mei­nen aber, daß Papst Fran­zis­kus beab­sich­tigt, den Kurs zu ändern.

Nico­la Bux: Ein wei­te­res gro­ßes Miß­ver­ständ­nis. Kar­di­nal Mül­ler, der Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on und damit der Hüter des katho­li­schen Glau­bens hat es sehr deut­lich gesagt: „Die Leh­re der Kir­che ist kei­ne vom Men­schen gemach­te Theo­rie. Das Lehr­amt des Pap­stes und der Bischö­fe steht nicht über dem Wort Got­tes.“

Laut dem Brief unse­res Lesers, hat ihn der Prie­ster für einen noch grö­ße­ren Sün­der gehal­ten, weil er zur Kom­mu­ni­on gegan­gen ist, obwohl er wie­der­ver­hei­ra­tet geschie­den ist.

Nico­la Bux: Und dafür sol­len wir dem Prie­ster die Schuld geben? Es ist Jesus Chri­stus, der im Evan­ge­li­um die Unauf­lös­lich­keit der Ehe ver­kün­det. Und der Hei­li­ge Pau­lus warnt davor, das Sakra­ment unwür­dig zu emp­fan­gen. Wie kann der Zugang zur Eucha­ri­stie gefor­dert wer­den, wenn man die Gemein­schaft mit der eige­nen Frau ver­las­sen hat und eine Bin­dung mit einer ande­ren Frau ein­ge­gan­gen ist? Das ist ein Wider­spruch in sich. Und in dem Brief wer­den noch wei­te­re Wider­sprü­che sicht­bar.

Was mei­nen Sie damit?

Nico­la Bux: Vor allem der Aus­gangs­punkt. Der Leser bezeich­net sich einer­seits als „gläu­bi­gen Katho­li­ken“, aber gleich­zei­tig als wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen, der die Unauf­lös­lich­keit des Ehe­ban­des ver­rät. Dann spricht er wört­lich von einer „plötz­li­chen Lau­ne“, die ihn nach 12 Jah­ren wie­der ein­mal in den Beicht­stuhl getrie­ben habe. Katho­li­ken sind aber ver­pflich­tet, zumin­dest ein­mal jähr­lich zu beich­ten. Wir haben es also mit einem typi­schen Bei­spiel eines „Chri­sten­tums Mar­ke Eigen­bau“ zu tun. Was katho­lisch ist, bestim­me ich selbst, und wenn schon, hät­ten sich Kir­che und Glau­ben an mei­ne Bedürf­nis­se anzu­pas­sen. Ein Phä­no­men, vor dem uns Papst Bene­dikt XVI. mit Nach­druck gewarnt hat­te.

Eine letz­te Fra­ge: Ist die Hei­li­ge Pfor­te der Kathe­dra­le nicht ein eige­ner, spe­zi­el­ler Buß­weg?

Nico­la Bux: Auch dazu ist Klar­heit zu schaf­fen: Die Sün­de zieht wie eine Straf­tat, auch hier hilft zum bes­se­ren Ver­ständ­nis ein Ver­gleich mit dem Straf­recht, Schuld und Stra­fe nach sich. Die Beich­te bringt dem reui­gen Sün­der die Los­spre­chung von der Schuld, aber nicht von der Stra­fe, die im Jen­seits auf über­na­tür­li­cher Ebe­ne zu ver­bü­ßen ist. Das ist der Moment, wo das Hei­li­ge Jahr ins Spiel kommt, das als spe­zi­el­ler Weg es ermög­licht, auch die Stra­fen zu til­gen, ver­gleich­bar einem voll­stän­di­gen oder teil­wei­sen Straß­er­laß. Die Pfor­ten der Barm­her­zig­keit in der Kir­che waren, sind und wer­den immer offen sein. Aber zu den übli­chen Bedin­gun­gen. Und die Prie­ster wis­sen, daß sie nicht nach­ge­ben und sich nicht von den vor­herr­schen­den Mei­nun­gen ein­schüch­tern las­sen dür­fen.

Einleitung/Übersetzung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL/Arcidiocesi di Bari (Screen­shots)

38 Kommentare

  1. Die Ver­wir­rung ist da ! Dadurch dass nach den Syn­oden nicht klar for­mu­liert wur­de,
    dass wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne nicht zur Hl.Kommunion gehen kön­nen, wenn nicht
    gebeich­tet und der sünd­haf­te Zustand been­det wird. In der Pra­xis wird es so aus­se­hen,
    dass im Nor­mal­fall von der Zweit­ehe nicht abge­se­hen wird und dadurch so man­cher Pries-
    ter in Gewis­sens­not kommt und die ungül­ti­ge Los­spre­chung erteilt. Wie man hören kann,
    ist die­se Pra­xis schon seit Jah­ren in man­chen Gegen­den üblich, zumal sie von der
    Deut­schen Bischof­kon­fe­renz ange­strebt wird.

    • Zu viel Gere­de von Barm­her­zig­keit ist die Grund­la­ge des (ver­meid­ba­ren) Irr­tums. Barm­her­zig­keit darf nie ein Allein­stel­lungs­merk­mal sein. So kommt es aber bei Ber­doglio rüber und wahr­schein­lich ist er sich gar nicht bewußt, für wie­viel Irr­tum er noch zusätz­lich sorgt.Die Kir­che kann sich auch nicht über Din­ge hin­weg­set­zen, die ihr nicht zuste­hen kön­nen.

  2. Reue UND Wil­le zur Umkehr sind die Vor­aus­set­zun­gen für eine gül­ti­ge Los­spre­chung von den Sün­den. Wah­re Reue geht ein­her mit dem Wil­len zur Abkehr von der Sün­de. So mahnt auch der hl. Pfar­rer v. Ars:
    -
    „Man sagt, dass es vie­le sind, die beich­ten, aber weni­ge, die sich bekeh­ren. ich glau­be es ger­ne; das kommt daher, dass weni­ge mit Reue beich­ten.“
    -

  3. Ich glau­be, dass die­ses Hei­li­ge Jahr der Barm­her­zig­keit des­we­gen von Papst Fran­zis­kus ein­ge­führt wur­de, um:

    1. die Idee des Hei­li­gen Jah­res ad absur­dum zu trei­ben,

    2. die Leh­re vom Voll­ab­lass noch mehr lächer­lich zu machen, z.B. durch die infla­tio­nä­re Häu­fung der Hei­li­gen Tore über­all auf der Welt,
    3. und natür­lich unter dem Deck­man­tel der Barm­her­zig­keit destrik­ti­ve Ände­run­gen ein­zu­füh­ren.

    Die näch­sten katho­li­schen Päp­ste nach Fran­zis­kus wer­den es sehr schwer haben die­sen Ver­trau­ens­ver­lust und Image­scha­den wie­der auf­zu­bau­en. Nach Alex­an­der VI. dau­er­te es auch län­ger, obwohl es hier­bei „nur“ um sei­ne per­sön­li­che Umoral ging. Wie schon Rora­te Cae­li sehr schön dar­leg­te:

    http://rorate-caeli.blogspot.com/2013/09/oh-catholic-life-was-just-horrible.html

    Sicher­lich hat jeder von uns gesün­digt, dass Gott uns mit die­sem Fran­zis­kus bestraft. Ich auch…Man muss Buße tun, so wird sich Gott wie­der unse­rer erbar­men.

  4. Zu weih­nach­ten spie­len die Hir­ten auf dem Fel­de eine wich­ti­ge Rol­le.
    Hir­ten waren zur Zeit Jesu Sün­der, Dau­er­sün­der gar, denen die Umkehr ver­sagt war, weil sie den Scha­den nicht wie­der gut machen, zurück­zah­len konn­ten. So war das auch mit den Dir­nen, auch sie konn­ten nicht umkehren,jedenfalls nicht nach dem gel­ten­den reli­giö­sen Gesetz. Wenn ich an die wie­der­verh. Geschie­de­nen den­ke, kom­men mir die Hir­ten auf dem Fel­de (im rechts­frei­en Raum) in den Sinn. Wie­so machen die Engel Got­tes gera­de die Hir­ten zu Adres­sa­ten und Apo­steln der himm­li­schen Bot­schaft, dass der Ret­ter gebo­ren ist?
    Ich lade ein zum Medi­tie­ren …

      • Sün­der zur Zeit Jesu waren z.B: Hir­ten, Dir­nen, Zöll­ner, Ger­ber,
        Bestat­ter etc. Für Sün­der gab es die Mög­lich­keit der Wie­der­gut­ma­chung.
        Dies ging nicht bei Hir­ten, weil sie den „Flur­scha­den“ nicht mehr rück­gän­gig machen konn­ten, genau­so­we­nig wie Dir­nen ihren Frei­ern hin­ter­her­lau­fen konn­ten, um ihren „Huren­lohn“ zu erstat­ten

    • Ket­zer, zuerst inter­es­siert mich, wodurch Hir­ten denn zu qua­si „imma­nen­ten“ Sün­dern ver­ka­men — hat­te der Herr sich nicht selbst als der gute Hir­te bezeich­net?

      Und war Jesus Chri­stus außer dem Ange­bot zur Erlö­sung etwa nicht auch gekom­men, um das zurecht­zu­rücken und zu ver­voll­komm­nen, was sich im Alten Bund so ent­wickelt hat­te, wie es „von Anfang an aber […] nicht […] gewe­sen [ist]? Gera­de in bezug auf die Ehe­schei­dung?

      Wes­halb setz­te er denn am Oster­tag das Buß­sa­kra­ment ein, bezüg­lich Ihres Vor­wurfs indes zum „Preis“ von Mt 19,9? Was machen Sie mit die­sem gött­li­chen Gebot?

      • Jesus befrei­te sei­ne Zeit­ge­nos­sen von vie­len Ver­blen­dun­gen, wie z.B. der Ein­tei­lung in Sün­der und Gerech­te. Er aß mit Sün­dern in den Sün­der­mahl­zei­ten und nahm die­se damit in die Got­tes­herr­schaft auf.
        Er ging den Ver­lo­re­nen nach, vgl. auch sei­ne Gleich­nis­se vom Ver­lo­re­nen, freu­te sich über Sün­der, die umkeh­ren, hielt nicht starr an Geset­zes­tex­ten fest, son­dern führ­te sie zu ihrem Sinn hin.

    • Ket­zer @ Wie kom­men Sie dazu fest­zu­stel­len, dass die Hir­ten Sün­der und sogar Dau­er-
      sün­der waren ? Die Engel kamen zuerst zu den Hir­ten, weil sie arm, ein­fäl­tig und
      offen waren für die gro­ße Bot­schaft. Ich will ihrem Namen als Ket­zer nicht zu nahe
      tre­ten, aber Sie soll­ten sel­ber medi­tie­ren und über Ihr Schrei­ben nach­den­ken.

      Gott befoh­len !

  5. Dan­ken wir Gott. dass er uns sei­nen Sohn gesandt hat, und dafür,
    dass er uns die­sen wun­der­vol­len Papst geschenkt hat.
    Was Gott tut, das ist wohl getan.
    Ich lade ein zum Mit­be­ten und Mit­sin­gen

    • Wun­der­vol­len Papst???
      Da müs­sen aber 2 1/2 Jah­re an Ihnen ohne gro­ßes Erken­nen an Ihnen vor­über­ge­schwappt sein..
      Gott hat ihn ganz sicher nicht „geschenkt“ — er hat ihn allen­falls als Gei­ßel zuge­las­sen.

    • Wun­der­vol­ler Papst ? Das kann man doch nun wirk­lich nicht sagen. Kei­ner der den Thron Petri in letz­ter Zeit inne­hat­te, hat für mehr Ver­wir­rung gesorgt und kei­ner war zwie­späl­ti­ger als der Amts­in­ha­ber. Für so ein „Geschenk“ kann man nicht dan­ken.

      • Viel­leicht ist er ein Troll.
        Wäre zu schön, wenn sich hier nicht auch wel­che rum­trei­ben und Ver­wir­rung stif­ten um die­se Sei­te schlecht zu machen.

    • Ach, Ket­zer, las­sen Sie doch die Ket­ze­rei­en.
      Hier sind, wie sie sehen, vie­le gute Bei­trä­ge der katho­li­schen Leser­schaft. Da kann ihre infan­til-puber­tä­re Pro­vo­zie­re­rei sicher nicht beein­drucken.
      Küm­mern Sie sich um Ihr See­len­heil. Kon­kret vor Gott. Da haben Sie mehr davon.

  6. Kurz dazwi­schen gefragt: Gilt das Beicht­ge­heim­nis nur für den Beicht­va­ter und nicht auch für den Pöni­ten­ten?

    • @Wisssender …das „Plau­dern (mit)/ohne Ende“ selbst eines gül­tig absol­vier­ten Pöni­ten­ten über die Inhal­te sei­ner abge­leg­ten Beich­te einem Drit­ten gegen­über stel­le ich mir in sich schon wie­der­um sünd­haft vor, schon gar, wenn ich mei­nen Beicht­va­ter in irgend­ei­ner Form einem ande­ren gegen­über anschwär­ze. Mit einer Aus­nah­me, dass sich der Pöni­tent in einer nach­fol­gen­den Beich­te einem ande­ren Beicht­va­ter in Zwei­fels­fäl­len anver­traut. Inso­fern wäre ich all­ge­mein für ein Beicht­ge­heim­nis „auf Gegen­sei­tig­keit“ ohne die Rich­tig­keit Ihrer (@Wisssender)
      dank­bar ent­ge­gen­ge­nom­me­nen Ant­wort dadurch in Zwei­fel zie­hen zu wol­len.

  7. Das fol­gen­de Zitat wird Pesta­loz­zi zuge­schrie­ben.

    “Wohl­tä­tig­keit ist das Ersau­fen des Rechts im Mist­loch der Gnade.”

    Wenn man den Begriff „Wohl­tä­tig­keit“ durch „Barm­her­zig­keit“ ersetzt,
    sieht man, was vom Hei­li­gen Jahr zu erwar­ten ist.

  8. Die Sün­de zieht wie eine Straf­tat, auch hier hilft zum bes­se­ren Ver­ständ­nis ein Ver­gleich mit dem Straf­recht, Schuld und Stra­fe nach sich. Die Beich­te bringt dem reui­gen Sün­der die Los­spre­chung von der Schuld, aber nicht von der Stra­fe, die im Jen­seits auf über­na­tür­li­cher Ebe­ne zu ver­bü­ßen ist.

    Sor­ry, aber den oben zitier­ten Absatz ver­ste­he ich nicht…?
    Ich dach­te, daß Gott mir als reui­gen, buß­fer­ti­gen und umkehr­be­rei­ten Sün­de­rin im Sakra­ment der Beich­te mei­ne Schuld und damit auch die ohne Beich­te fäl­li­ge Stra­fe ver­gibt. Wel­chen Sinn wür­de die Beich­te machen, falls ich nur von „Schuld“ und damit nicht gleich­zei­tig auch von „Stra­fe“ (die im Jen­seits auf über­na­tür­li­cher Ebe­ne geschieht ?) befreit wer­den wür­de ?
    Kann mich da jemand bit­te auf­klä­ren? Dan­ke

      • @ bel­lis u.a.
        Ich emp­feh­le zu Ihrer Infor­ma­ti­on die Anhö­rung der momen­tan ein­ge­stell­ten Sil­ve­ster­pre­digt 1965/66 “ Das letz­te Con­fi­te­or“ von Prä­lat Dr. Dorr über die letz­ten Din­ge. Es lohnt sich!
        Danach gelangt der­je­ni­ge nach sei­nem Tod zur unmit­tel­ba­ren Anschau­ung Got­tes, der nach Emp­fang der hl. Sakra­men­te im Gna­den­zu­stand ver­stor­ben ist.

  9. @Regina: Lesen Sie den letz­ten Brief von Albert Ein­stein ‚der vor ein par Jah­ren ver­stei­gert wurde,daraus kön­nen Sie erkennen,was einem Glau­ben an „G…“ zu hal­ten ist.Good Luck.

  10. Wun­der­vol­ler Papst? Hihihi.

    Man­cher Troll ver­sucht sich hier, wie bei Kath.net. Ein gewis­ser Charles X, eine Anti­go­ne, ein Ambro­si­us, ein Georg Zeit­ler u. V. m. . Bit­te lasst euch nicht für dumm ver­kau­fen.

  11. Alle Men­schen sind Sün­der und ste­hen unter dem Zorn Got­tes! So sag­tes die Hei­li­ge Schrift. Jesus Chri­stus kam in die­se Welt um durch Sei­nen Tod am Kreuz die Sün­den die­ser Welt aud sich zu neh­men. Apg 2,21: Und es wird gesche­hen, ein jeder, der irgend den „Namen des Herrn“ (Jesus Chri­stus) anru­fen wird, wird erret­tet wer­den.“ Das gilt für jeden der auf­rich­tig Buße vor Ihm tut! Amen!

  12. Sei­en wir ehr­lich:

    Das ist doch alles nichts Neu­es!
    Noch aus mei­ner Amts­kir­chen­zeit ken­ne ich all die­se Fäl­le, auch die Tat­sa­che, dass Prie­ster und Dia­ko­ne des Erz­bis­tums Frei­burg im Inter­net ein Memo­ran­dum ver­öf­fent­licht hat­ten — und zwar 2012! — mit hun­der­ten von Unter­schrif­ten, in denen Prie­ster u.a. zuga­ben, sowie­so und wis­sent­lich wie­der­ve­hei­ra­te­te Geschie­de­ne zur Kom­mu­ni­on zuzu­las­sen. Ich hat­te auch mit mei­nem Pfar­rer ein lan­ges Gespräch des­halb, war wohl 2011 oder 2012, in dem er mich erst als unbarm­her­zig bezeich­ne­te, dann die Plat­te von wegen, er sei „sehr trau­rig“ (über mei­ne har­te Ein­stel­lung, auf­leg­te, und dann dafür plä­dier­te, das Gebot Jesu in dem Sinn zu ver­ste­hen, dass der „Sab­bat für den Men­schen“ und nicht der „Mensch für den Sab­bat“ da sei…

    Die­se Zustän­de waren schon unter Johan­nes Paul II. üblich, „Fami­lia­ris con­sor­tio“ hin oder her — das hat doch damals schon kaum jeman­den mehr gejuckt. Seit­dem bin ich näm­lich wie­der zur Kir­che gekom­men (unter JPII). Und unter Bene­dikt ging es fröh­lich wei­ter. Ich habe x Pre­dig­ten von mei­nem Orts­pfar­rer in Erin­ne­rung, also von dem Ort, an dem ich bis 2008 leb­te, der wie ein Buß­pre­di­ger für die Zulas­sung von W.G. plä­dier­te, eben­so für homo­se­xu­el­le Gemein­schaf­ten, Eutha­na­sie und die Auf­lö­sung des Zöli­bats u.a. Er stell­te all die­se Pre­dig­ten ins Netz, jeder konn­te das lesen, es wur­de unter dem Label „katho­li­sche Kir­che“ geführt, und aus Frei­burg kam NULL!
    Ich weiß, wie vie­le Gemein­de­glie­der sich dar­über auf­reg­ten, und mit Sicher­heit gab es auch Beschwer­den — ohne jede Reak­ti­on. Wür­de mich nicht wun­dern, wenn auch mal einer nach Rom geschrie­ben hät­te. Aber auch Rom tat nie etwas gegen sol­che Zustän­de. Enzy­kli­ken schrei­ben, die kei­nen jucken — was soll das?

    • Ja lie­be @zeitschnur, Sie haben völ­lig recht, das ist lei­der der Zustand der Kir­che. „Fami­lia­ris con­sor­tio“ inter­es­siert wirk­lich nie­mand mehr.

    • @zeitschnur,
      es stimmt Wort für Wort, was Sie aus Ihrer Erfah­rung her­aus berich­ten.
      Auch in unse­rer SE gab es solch einen Prie­ster. Er war Mit-Initia­tor der Frei­bur­ger Rebel­len­grup­pe und iden­ti­fi­zier­te sich voll­kom­men mit deren Anlie­gen.
      Kei­ne Pre­digt ohne fei­ne Pfei­le gegen Rom und gegen den dama­li­gen Papst. Und ausser­dem wur­de er nicht müde zu beto­nen, dass Erz­bi­schof Zollitsch im Grun­de auf ihrer Sei­te stün­de, eben­so das Kir­chen­blatt der Erz­diö­ze­se.
      Mitt­ler­wei­le im Ruhe­stand fei­er­te er heu­er bei uns die Christ­met­te. Sei­ne Pre­digt war der unüber­biet­ba­re Gip­fel an Geschmack­lo­sig­keit und Destruk­ti­vi­tät.

  13. Ich glau­be aber nicht, dass es damals mit den Päp­sten zu tun hat­te, wenn der Appa­rat maro­de und unter­wan­dert ist und kei­ner mehr tut, was er tun soll, dann hilft auch ein guter Papst nicht wei­ter.

    Wie ein ab dem Hals Quer­schnitts­ge­lähm­ter. Der Kopf funk­tio­niert, der Rest nicht.

    • Der Fisch stinkt aber immer vom Kopf an… Und „wie der Herr so das Gescherr“…

      JP I war wider­sprüch­lich! Was nützt es, einen auf fami­liä­re Sexu­al­mo­ral zu machen, wenn man dabei rund­um tief in die Trick­ki­ste all­sei­ti­ger Irr­leh­ren greift.

      Wenn ich jeman­dem ein­schär­fe, er darf nie­man­den töten, aber über­all Waf­fen frei­ge­be und zu deren Gebrauch ani­mie­re, dann nützt auch mein heuch­le­ri­sches Ver­bot nichts.

      • @zeitschnur

        Könn­ten Sie ein­mal kon­kret(!) ange­ben, in wel­che „Trick­ki­ste all­sei­ti­ger Irr­leh­ren“ Papst Johan­nes Paul II. gegrif­fen haben soll­te?

      • Nach der Schrift im AT und in der Offen­ba­rung im NT wur­de Glau­bens­ab­fall mit „Hure­rei“ gleich­ge­setzt.

        Wenn also ein Papst Assi­si durch­zieht und die frem­den Reli­gio­nen dazu auf­for­dert, ihren Glau­ben in „radi­ka­ler Treue“ auf­recht­zu­hal­ten (die­se For­mu­lie­rung ver­folgt uns heu­te übri­gens wie ein regel­rech­ter Fluch — merkt denn das hier kei­ner?!), wenn einer die Leh­re von der Frie­de-Freu­de-Eier­ku­chen-All­ver­söh­nung pro­pa­giert, die im Grun­de jede Moti­va­ti­on zur „Moral“ zer­stört, weil es am Ende völ­lig gleich ist, was ich wann und wo wie getan habe, dann sind irgend­wel­che piep­si­gen Appel­le an die Sexu­al­mo­ral ein­fach nur noch lächer­lich oder ver­lo­gen.

        Gera­de JP II hat genau die Waf­fen in die Hän­de gelie­fert, deren Gebrauch er dann so schein­hei­lig ablehn­te (@ Car­lo: Sicher — man muss hier etwas wei­ter als von hier bis um die näch­ste Ecke den­ken…)

        Der mas­si­ve Glau­bens­ab­fall, den JP II zum Ent­set­zen vie­ler Katho­li­ken, sogar vie­ler völ­lig ent­gei­ster­ter Pro­te­stan­ten (!!!) durch­zog, ist nach der Schrift „Hure­rei“ und zieht auch kon­kre­te sexu­el­le Hure­rei nach sich — da kann er schwät­zen, was er will.

Kommentare sind deaktiviert.