[Update] Das letzte Confiteor

Zum Neu­en Jahr wol­len wir die berühm­te Sil­ve­ster­pre­digt des Wie­ner Dom­pre­di­gers Prä­lat Karl Rapha­el Dorr über die letz­ten Din­ge Ihnen nicht vor­ent­hal­ten. Die Pre­digt datiert aus dem Jahr 1964 und sucht an Wort­wahl und Sprach­ge­walt ihresgleichen.

Dr. Karl Rapha­el (* 10. August 1905 in Brunn am Gebir­ge, “  5. März 1964 in Wien) war Dom­ka­pi­tu­lar und Dom­pfar­rer zu St. Ste­phan Wien. Das Foto wur­de 1953 von Karl Wink­ler aufgenommen.

 

Silvesterpredigt.mp3

[Update 6.1.2016: Die Mög­lich­keit des Down­loads wur­de eingefügt]

49 Kommentare

  1. Es ist ganz groß­ar­tig! Ich kann nur hof­fen, dass mög­lichst vie­le Men­schen die­se Pre­digt ver­in­ner­li­chen und sich von ihr ver­wan­deln lassen.

  2. Ich war 16 Jah­re alt, als die­se Pre­digt gehal­ten wur­de. So etwas hat mich damals beein­druckt und tief in der See­le ange­spro­chen. Jetzt sind 50 Jah­re ver­gan­gen, die Zeit ist eine völ­lig ande­re. Wenn ich mir nur die ersten 3 Minu­ten die­ser Pre­digt anhö­re, dann den­ke ich: pathe­ti­scher kann man wohl nicht mehr reden — Flos­keln und ein Rüh­ren an den Emo­tio­nen. Ich bin froh, dass man heu­te so etwas nicht mehr hört, denn das Emp­fin­den — zumin­dest mei­nes — ist sach­li­cher gewor­den. Damit spricht man mich und ich ver­mu­te auch vie­le mei­ner Zeit­ge­nos­sen nicht mehr an. Es wird wohl nur eine klei­ne Min­der­heit sein, die sich von so einer Pre­digt posi­tiv ange­spro­chen fühlt. Man sieht dar­aus, wie sehr Ver­kün­di­gung von der jewei­li­gen Zeit bestimmt ist. Nichts im Leben des Men­schen bleibt kon­stant, auch nicht die Glau­bens­emp­fin­dung und die Her­me­neu­tik. Alles ver­än­dert sich, nur Gott ist der Ewi­ge. „Pan­ta rhei“ — alles fließt — Hera­klit hat sicher recht gehabt und zu mei­nen, man kön­ne, auch in Glau­bens­fra­gen, an einer Her­me­neu­tik fest­hal­ten, ist ein Irrglaube!

    • „Jetzt sind 50 Jah­re ver­gan­gen, die Zeit ist eine völ­lig andere.“
      Mei­nen sie im Ernst das der Gott vor 50 Jah­re unse­rer Klug­heit von heu­te nicht gewach­sen war?
      „Ich bin froh, dass man heu­te so etwas nicht mehr hört, denn das Emp­fin­den – zumin­dest mei­nes – ist sach­li­cher geworden.“
      Das glau­be ich ihnen aufs Wort und trotzt­dem schei­nen sie sich die­se Pre­digt ange­hört zu haben. Was ver­ste­hen sie unter Sachlichkeit?
      Ich ver­mu­te mal kein Gericht, kein Fege­feu­er, kei­ne Höl­le und ein Gott der mit uns im Him­mel Bier trinkt und Kar­ten spielt, egal was wir hier auf Erden so alles abge­drückt haben. Stimmts?
      Per Mari­am ad Christum.

      • Stimmt nicht! Und zie­hen Sie hier mei­ne Äuße­run­gen nicht ins Lächer­li­che! Natür­lich Him­mel, Gericht, Fege­feu­er, Höl­le. Aber nicht mit Bier und Kar­ten! Es ist not­wen­dig, sich von allen anthro­po­mor­phen Vor­stel­lun­gen der letz­ten Din­ge frei­zu­ma­chen. Gott ist der Unbe­greif­li­che, er wohnt in unzu­läng­li­chem Licht. Er ist unvor­stell­bar, damit ist das ewi­ge Leben auch nicht mit unse­rem irdi­schen Leben ver­gleich­bar. Jeder Ver­such der Über­tra­gung irdi­scher Vor­stel­lun­gen auf Gott und die Ewig­keit muss ins Lee­re gehen. Geheim­nis des Glau­bens — das ist es! Erst durch Jesus Chri­stus hat sich Gott uns geöffnet.

      • @Galilei
        „Es ist not­wen­dig, sich von allen anthro­po­mor­phen Vor­stel­lun­gen der letz­ten Din­ge freizumachen.“
        Tut mir leid aber ich möch­te schon genau wis­sen was sie unter „anthro­po­mor­phen Vor­stel­lun­gen der letz­ten Din­ge“ ver­ste­hen sonst kom­men wir ihrer ang­deu­te­ten Sach­lich­keit kei­nen Schritt näher.
        Per Mari­am ad Christum.

      • Bei­spiel einer anthro­po­mor­phen Vor­stel­lung ist die Schil­de­rung Dr. Karl Rapha­els vom Ster­ben. Es ist sei­ne Phan­ta­sie, die er hier schil­dert („du erwachst wie an einem wun­der­ba­ren Mor­gen…“). Das Ein­ge­hen in die Ewig­keit ist nicht ver­gleich­bar mit irgend einem irdi­schen Erle­ben. Es ist unaus­sprech­lich und unvor­stell­bar. Das so zu schil­dern, wie Dr. Rapha­el es tut, ist für mich bei­na­he blas­phe­misch und stösst mich ab. Ich hof­fe, das reicht Ihnen als Bei­spiel, ich könn­te noch mehr dazu erwähnen.

      • Ich habe mir gera­de noch­mals ein Stück der Pre­digt ange­hört. Ein wei­te­rer Ein­druck: ein Schau­spie­ler am Wie­ner Burg­thea­ter ist nichts gegen Dr. Rapha­el. Sei­ne Pre­digt wirkt wie eine wun­der­ba­re Thea­ter­vor­stel­lung, eine unglaub­li­che Sprach­ge­walt, eine groß­ar­ti­ge Satz­me­lo­die — aber es ist ein Schau­spiel — ohne Rea­li­tät dahin­ter. Ich jeden­falls ver­spü­re hin­ter sei­nen Wor­ten kei­nen Bezug zur Wirk­lich­keit, vor allem zur Wirk­lich­keit Gottes.

      • @Galilei
        Ich glau­be, dass jen­sei­ti­ge Leben wird „antro­po­mor­pher“ sein, als wir alle den­ken. Nur die Inten­si­tät unse­res Glücks­er­le­bens und die himm­li­sche Freu­de wer­den unver­gleich­lich sein.
        Soll­te der, der Men­schen mit Ohren und Augen geschaf­fen hat, wirk­lich so ganz anders sein?
        Wir müs­sen und vor­se­hen, dass wir Gott nicht belei­di­gen, indem wir sei­ne Schöp­fung gering ach­ten. Gott hat sich Sie und mich genau so gedacht, wie er uns geschaf­fen hat.
        Mir scheint, in der neue­ren Theo­lo­gie mischt sich sehr viel Gedan­ken­gut des Bud­dhis­mus in die Vor­sel­lung von den letz­ten Din­gen. Man lan­det dann beim Unge­fäh­ren von Ener­gien und Poten­zen, die alle­samt anma­ßen­der­wei­se so eng mit Gott ver­schmel­zen, dass sie Gott sel­ber sind.
        Ich glau­be das nicht! Got­tes Herr­lich­keit, Macht und Grö­ße erweist sich gera­de in der durch­gei­stig­ten Hier­archei sei­ner gesam­ten Schöp­fung, die aber nie­mals Gott sel­ber ist!

      • Wer­ter @ Galilei!
        Sie sagen: „Gott ist der Unbe­greif­li­che, er wohnt in unzu­läng­li­chem Licht. Er ist unvor­stell­bar, damit ist das ewi­ge Leben auch nicht mit unse­rem irdi­schen Leben ver­gleich­bar. Jeder Ver­such der Über­tra­gung irdi­scher Vor­stel­lun­gen auf Gott und die Ewig­keit muss ins Lee­re gehen“. Damit beschrei­ben Sie das Got­tes­ver­ständ­nis der Moham­me­da­ner, nicht das der Juden und der Chri­sten, das durch die Nähe Got­tes zu den Men­schen gekenn­zeich­net ist. Er hat den Men­schen geschaf­fen nach Sei­nem Bild und Gleich­nis. Schon früh hat die­ser Gott zu den Men­schen gespro­chen und sich über Abra­ham, Moses und den Pro­phe­ten auf unter­schied­li­che Wei­se dem aus­er­wähl­ten Volk der Juden geof­fen­bart. Die­se Offen­ba­rung ist in sei­nem Sohn Jesus Chri­stus auf alle Men­schen aus­ge­dehnt und voll­endet und im Lehr­amt der Kir­che ver­tieft und gesi­chert wor­den. Es ist falsch zu behaup­ten: „Erst durch Jesus Chri­stus hat sich Gott uns geöff­net“. In der gna­den­haf­ten Fähig­keit, die­se Offen­ba­rung Got­tes im Gan­zen anzu­neh­men, sich zu Eigen zu machen und danach zu leben, besteht das „Geheim­nis des Glaubens“.
        Sie ver­ken­nen die Mög­lich­keit der Rück­wir­kung die­ser Annah­me der gött­li­chen Offen­ba­rung auf den Men­schen, wie sie der hl. Pau­lus gekenn­zeich­net hat: “ Denn wir sehen jetzt durch einen Spie­gel im Rät­sel, dann aber Ange­sicht zu Ange­sicht; jetzt erken­ne ich stück­wei­se, dann aber wer­de ich ganz erken­nen, gleich­wie ich ganz erkannt wurde.Jetzt aber bleibt Glau­be, Hoff­nung, Lie­be, die­se drei: Das Größ­te von die­sen aber ist die Lie­be“ (1Kor12.13).
        Es wäre für Sie und alle Ihre Cla­queu­re fatal, wenn Sie an Ihrem Schnel­l­ur­teil fest­hiel­ten: „Es ist not­wen­dig, sich von allen anthro­po­mor­phen Vor­stel­lun­gen der letz­ten Din­ge frei­zu­ma­chen.“ Viel­mehr müs­sen Sie damit rech­nen, dass es sich bei der Sil­ve­ster­pre­digt des Wie­ner Dom­pre­di­gers Prä­lat Dr. Karl Rapha­el Dorr um einen Blick in jenen Spie­gel gehan­delt hat, also um stück­weis Erkann­tes über die letz­ten Din­ge im Sin­ne von Pau­lus, und nicht um inner­welt­lich- anthro­po­mor­phe Vor­stel­lun­gen, wie Sie dem Pre­di­ger unter­stel­len, um sich per­sön­lich von den ent­spre­chen­den bibli­schen „Mit­tei­lun­gen“ freizuhalten

    • Das ist eine Bin­sen­wahr­heit, dass sich 66+-Jährige nicht mehr ange­spro­chen füh­len. Jün­ge­re schon. Fak­tisch leben wir heu­te in ver­schie­de­nen Religionen.

      • Wer­ter @ Galilei!

        Im ver­gan­ge­nen Jahr wur­de dem Ende des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils (1962–65) vor 50 Jah­ren gedacht. Das soll­te Ihnen zu den­ken geben, wenn Sie die letz­te Sil­ve­ster­pre­digt 1963/64 des berühm­ten Wie­ner Dom­pfar­rers und ‑pre­di­gers Prä­lat Dr. Karl Rapha­el Dorr, dem Wie­der­erbau­er des Ste­phans­doms, nicht mehr ertra­gen kön­nen. Könn­te es nicht sein, dass in die­sen fünf Jahr­zehn­ten Ihr Hör­ver­ständ­nis durch das seit­dem weit ver­brei­te­te Pre­digt­ge­la­be­re gelit­ten haben könn­te? Ihren Vor­wurf der Pathe­tik in deren nega­ti­ver Bedeu­tung kann ich vom Rhe­to­ri­schen her nicht tei­len. Ja, die Pre­digt war, im posi­ti­ven Sinn des Wor­tes “pathe­ti­s­ch”, dem Anlass ange­mes­sen, aus­drucks­voll, lei­den­schaft­lich und feierlich!Es ging um die letz­ten Din­ge, denen sich der Pre­di­ger am letz­ten Tag des Jah­res in einem letz­ten Con­fi­te­or stell­te, mög­li­cher­wei­se in Vor­ah­nung sei­nes bal­di­gen Todes. Am 5. März 1964 ist er gestor­ben — mit 59 Jah­ren! Sie sind nach eige­ner Bekun­dung sie­ben Jah­re älter. Mei­nen Sie nicht auch, dass Sie sich die Pre­digt, die, sach­lich gese­hen, nichts ande­res als die nach wie vor gül­ti­ge Leh­re der katho­li­schen Kir­che vom Über­gang vom Tod zum Leben dar­stellt, unter Miss­ach­tung Ihrer in den letz­ten 50 Jah­re mög­li­cher­wei­se erlit­te­nen her­me­neu­ti­schen Ver­ir­run­gen und Ver­wir­run­gen noch ein­mal in aller Ruhe anhö­ren sollten?

    • die wahr­heit ist zeit­los. Scha­de das es heu­te kaum noch auf­rüt­teln­de Pre­dig­ten gibt, zumin­dest im deutsch­spra­chi­gen Raum, sonst wür­den viel­leicht doch noch eini­ge Lau­en aus ihrem Tief­schlaf erwachen
      Got­tes Segen
      Johanna

      • Ganz sicher.Der Pre­di­ger ist ein zu tiefst von der Erha­ben­heit und Grö­sse ergrif­fe­ner Priester.Seine Aus­sa­gen sind assi­mi­liert, durch­me­di­tiert, durch­be­tet und durchlitten.Das lässt einen gott­su­chen­den nach Gott hun­gern­den Men­schen nicht unberührt.Nur wer in sat­ten wohl­be­stall­ten Bie­ten als Geist­li­cher schal­ten und wal­ten konn­te-abwei­send gegen die Leh­re und den Gehor­sam der Kir­che weiss es besser.Der braucht das nicht.Wenn wir so an der Schwel­le unse­res Todes ein­mal ste­hen, dann wer­den wir ger­ne die Stim­me von oben hören„Heute, da ihr sei­ne Stim­me hört, ver­här­tet eure Her­zen nicht“-besonders wenn wir die Fin­ster­nis, den Teu­fel und sei­ne Knech­te erlebt hät­ten-wie wäh­rend der unsäg­li­chen NS-Zeit-so wie der Dompfarrer.Da kann man nicht mit der Stim­me des unbe­tei­lig­ten Vor­tra­gen­den spre­chen-wer Gott-nicht ein fei­stes Kon­to-wer Gott erlebt hat kann und soll das auf der Kan­zel bekennen.Auch wenn das den Sat­ten und alles Bes­ser­wis­sen­den nicht passt.Danke@ Sophus und Johanna.

      • @ Johan­na:
        Nein,sie wür­den die Wahr­heit nicht mehr ertra­gen kön­nen und unter lau­tem Pro­test die Kir­che verlasssen!
        Das ist der wah­re Grund,warum die Pre­di­ger von heu­te nur noch All­ge­mein­plät­ze labern wenn sie ihren Posten behal­ten wollen.
        @hedi züger:
        die Finsternis,den Teu­fel und sei­ne Knech­te erle­ben wir HEUTE mehr denn je,wir haben uns nur dar­an gewöhnt und es wird uns mit viel media­lem Zucker­guß versüßt.

    • @Galilei
      Da ich mich natür­lich auch für die letz­ten Din­ge bren­nend ( das Wort „bren­nend“ ist mehr als unglück­lich ) inter­es­sie­re und es mir kei­ne Ruhe läßt ver­su­che ich es mal anders.
      Die Mut­ter Got­tes hat den Kin­dern in Fati­ma die Höl­le gezeigt und sie waren furcht­bar ent­setzt. Nach ihrer Les­art der letz­ten Din­ge müss­te die Mut­ter Got­tes den Kin­dern gesagt haben „Das war ihr hier seht ist nicht das was ihr seht denn es sind nur eure „anthro­po­mor­phen Vor­stel­lun­gen“ die euch ein fal­sches Bld aus dem fin­ste­ren Mit­tel­al­ter vor­gauckeln sol­len. Wenn das so wei­ter­geht ver­lie­re ich kom­plett die Über­sicht über die­se Din­ge die doch alles entscheiden.
      Per Mari­am ad Christum.

      • Genau die­se Höl­len­schil­de­rung hat mich schon immer ver­an­lasst, die Authen­ti­zi­tät der Bot­schaft von Fati­ma anzu­zwei­feln. Ich glau­be nicht dar­an, dass es wirk­lich Maria war, die die­se Bot­schaf­ten über­mit­telt hat. Ich wer­de mit mei­ner Äuße­rung wahr­schein­lich einen ent­rü­ste­ten Wider­spruch hier ern­ten und möch­te gleich im Vor­hin­ein dar­auf hin­wei­sen, dass der Glau­be an auch von der Kir­che aner­kann­te Erschei­nun­gen nicht zum unver­rück­ba­ren Glau­bens­gut gehört. Ich bin nicht weni­ger katho­lisch, weil ich an sol­che Pri­va­tof­fen­ba­run­gen nicht glau­be. Die­se Höl­len­schil­de­rung ist ein Pro­dukt der mensch­li­chen Phan­ta­sie und daher anthro­po­morph. Kei­ne Schil­de­rung der Letz­ten Din­ge kann der Rea­li­tät ent­spre­chen. Es ist Unfug, die Letz­ten Din­ge datail­liert zu beschrei­ben. Auch die Schil­de­run­gen Jesu sind eine Meta­pher: „… dort wird Heu­len und Zäh­ne­knir­schen sein“. Wir wer­den in der Ewig­keit kei­ne Zäh­ne zum Knir­schen haben!

      • @Galilei
        „Das Ein­ge­hen in die Ewig­keit ist nicht ver­gleich­bar mit irgend einem irdi­schen Erle­ben. Es ist unaus­sprech­lich und unvor­stell­bar. Das so zu schil­dern, wie Dr. Rapha­el es tut, ist für mich bei­na­he blas­phe­misch und stösst mich ab.“
        Da kann ich nichts zu sagen denn ich bin noch nicht gestor­ben und muß erst mal abwar­ten was da pas­siert. Gut ich habe ver­stan­den, sie mögen die­se Pre­digt nicht und fin­den sie auch noch blas­phe­misch. Wenn sie mir nun noch genau sagen wür­den wel­che Wor­te und Sät­ze Dr. Rapha­els blas­phe­misch wären könn­te ich dar­über nach­den­ken ob ich mög­li­cher­wei­se fal­sche Vor­stel­lun­gen von den letz­ten Din­gen habe. Aber nun zum Zen­trum wor­um es geht. Der Tod war­tet auf jeden aber für mich ist er nur Pie­natz und unaus­weich­lich. Was pas­siert wenn wir vor Chri­stus ste­hen und um nichts ande­res geht es. Kei­ner spricht ger­ne dar­über aber so ein­fach mit einem Kopf­nicken an IHM vor­bei gehen und sich den schön­sten Platz in sei­nem Reich aus­su­chen das wird so nicht funk­tio­nie­ren. So den­ke ich mir das. Aber da sind wir uns doch alle einig das der Herr unser Gott ein gerech­ter Rich­ter sein wird.
        Per Mari­am ad Christum.

      • @Galilei
        Gera­de habe ich ihren Bei­trag zu mei­nem Fatima­bei­trag gele­sen. Ich habe es geahnt das sie bei die­sem Bei­trag die Coten­an­ce ver­lie­ren würden.
        „Auch die Schil­de­run­gen Jesu sind eine Meta­pher: „… dort wird Heu­len und Zäh­ne­knir­schen sein“. Wir wer­den in der Ewig­keit kei­ne Zäh­ne zum Knir­schen haben!“
        Erlau­ben sie mir das ich die­se ihre Meta­pher aus­wen­dig ler­nen darf.
        Per Mari­am ad Christum.

      • @ Gali­lei
        Für Ihre son­sti­ge Kri­tik kann ich ein gewis­ses Ver­ständ­nis auf­brin­gen, für Ihre Kom­men­tie­rung der Wor­te des Herrn Jesus Chri­stus nicht. Alle wer­den einen Unsterb­lich­keits­leib haben, auch die Ver­damm­ten, die­se jedoch nicht zur Glo­rie und Selig­keit, son­dern zur Schan­de und Pein. Ich möch­te in kei­ne Dis­kus­si­on über Details ein­tre­ten (wie das wohl die scho­la­sti­sche Theo­lo­gie tat), aber Ihr Satz: Wir wer­den kei­ne Zäh­ne zum Knir­schen haben… erscheint mir ver­mes­sen und unbedacht.

    • Kon­se­quent wei­ter­ge­dacht sind auch die Schrif­ten des 2. VK nach 50 Jah­ren einer Revi­si­on zu unterziehen, 

      Eine Prä­zi­sie­rung z.B. von Nostra aeta­te wäre doch wün­schens­wert, wird doch fälsch­li­cher­wei­se all­zu oft einem Indif­fe­ren­tis­mus das Wort gere­det bis in die hier­ar­chi­sche Spit­ze. Dafür saß das VKII kei­nen dog­ma­ti­schen Inhalt ver­kün­det hat, son­dern den über­lie­fer­ten Glau­ben nur für die dama­li­ge Zeit ver­kün­den woll­te ist an die­sem Bsp. gemes­sen eini­ges schief gelaufen. 

      Die Ver­kün­di­gung der letz­ten Din­ge hat in den letz­ten 50 Jah­ren aber so gut wie nie statt­ge­fun­den, des­halb ist es eine gute Sache dies in kla­rer Spra­che zu hören.
      Es lohnt sich zudem die sehr viel län­ge­re Pre­digt des Hl. Pfar­rers von Ars zum letz­ten Gericht nach­zu­le­sen, bzw. anzu­hö­ren, trotz der lan­gen Zeit höchst zeit­ge­mäß, weil unver­än­der­lich wah­ren Inhalts.

    • Ich stim­me Ihnen zu, es fällt schwer, der Pre­digt zuzu­hö­ren, die Stim­me ist gepresst und anstren­gend. Ich bin 1956 gebo­ren und ich kann mich noch an die Volks­mis­si­on in der Grund­schu­le erin­nern, die Erw. gin­gen grol­lend hin (ich emp­fand es so, dass es für die Erw. eine lästi­ge Pflicht war — ja und dann erzähl­te mir mei­ne Mut­ter, es gibt ein Kon­zil, der Papst habe die Fen­ster auf­ge­sto­ssen. Es war eine gro­ße Freude.
      Mei­nem Vater (geb. 1929) hat es nichts genützt — zeit­le­bens litt er unter Alb­träu­men, ob all die­ser Höl­len­ge­schich­ten, die er als Kind hören musste!
      mei­ne Oma (5 Kin­der und 1 Abgang) ging nicht mehr zur Beich­te, weil ihr vor­ge­wor­fen wur­de, zu wenig Kin­der zu haben. Es war eine düste­re Zeit. Und dies jetzt eine hal­be Stun­de anzu­hö­ren, koste­te mich Kraft.

      • „– ja und dann erzähl­te mir mei­ne Mut­ter, es gibt ein Kon­zil, der Papst habe die Fen­ster auf­ge­sto­ssen. Es war eine gro­ße Freude.“
        Das glau­be ich nicht das ihre Mut­ter das erzählt hat. Sie sind ein Anhän­ger des Kon­zils uns schie­ben ihre Mut­ter vor.
        „Mei­nem Vater (geb. 1929) hat es nichts genützt – zeit­le­bens litt er unter Alb­träu­men, ob all die­ser Höl­len­ge­schich­ten, die er als Kind hören musste!“
        Ja was machen wir nun mit der Höl­le, es scheint das für vie­le Katho­li­ken die Höl­le eine Bedro­hung ist und sie ger­ne möch­ten das die katho­li­sche Kir­che die Höl­le abschafft. War­um eigent­lich, haben sie vor ihrem Gott irgend­et­was ange­sam­melt was für den Him­mel nicht trag­bar ist? In der Pre­digt heißt es auch mea cul­pa, mea cul­pa und mea maxi­ma Cul­pa. Ich jeden­falls spre­che mei­nen Gott immer so an.
        Per Mari­am ad Christum.

    • „Ich stim­me Ihnen voll und ganz zu!“
      Ja und wenn es nicht so wäre könn­te kei­ner sie begreifen.
      Per Mari­am ad Christum.

  3. Ein wun­der­ba­res Zeit­do­ku­ment. So redet ein Pfar­rer, so sieht ein Pfar­rer aus. Eru­dier­ter Geist, Sen­dungs­be­wußt­sein und grund­stän­di­ge Ver­an­ke­rung in der Wahr­heit. Dazu noch die schö­ne alt­öster­rei­chi­sche Arti­ku­la­ti­on, die es lei­der in Öste­reich immer weni­ger gibt.
    Jeden­falls ein leuch­ten­der Kon­trast zum heu­ti­gen PC-Sozia­le-Grech­tig­keits-Gequat­sche der heu­ti­gen, „zeit­of­fe­nen Seel­sor­ger“ aus dem „Pasto­ral­team“.

    • ein sehr guter Prediger.Voller Sor­ge steht er als Mah­ner und Ver­ant­wor­ter für die Mit­glie­der sei­ner Gemein­de am Anfang des Jah­res .Die­se Pre­digt schenkt mir das Ver­lan­gen in Got­tes Lie­be ein­zu­keh­ren und nicht Gott­los zu leben,

  4. Jesus Chri­stus hat es in sei­ner berühm­ten Berg­pre­digt expli­ziet sei­ner Zuhö­rer­schaft nah gebracht, zeit­los fest­ge­schrie­ben für alle Zei­ten. Durch aktu­el­le Teil­nahms­lo­sig­keit und Lau­heit wei­ter Krei­se in den christ­li­chen Kir­chen und Gemein­den in der west­li­chen Welt, haben unge­zählt Vie­le die Sinn­haf­tig­keit und die wun­der­ba­re Bedeu­tung, was Glau­ben ist und bedeu­tet, ver­lo­ren. Der Man­gel bereit zu sein mit Feu­er und Flam­me gegen den Zeit­geist die­ser Welt im Bekennt­nis und Zeug­nis des christ­li­chen Glau­ben ent­schie­den ent­ge­gen zu tre­ten, hat das Chri­sten­tum in die größ­te gei­sti­ge Kri­se geführt seit Anbe­ginn. Und trotz­dem bleibt die Wahr­heit der Leh­re Jesus Chri­stus, der Wil­le des himm­li­schen G‑tt Vater in der Tri­ni­tät mit dem Hei­li­gen Geist, in der Gemein­schaft aller Engel und Hei­li­gen in G‑ttes Reich, in Ewig­keit gül­tig bestehen bis zum Tag des Gerich­tes. Näm­lich, das wahr­haft ver­hei­ße­ne Ange­bot der Gna­de, Gerech­tig­keit und Barm­her­zig­keit G‑ttes durch sei­nen Sohn Jesus Chri­stus, für jede Men­schen See­le, die sich NICHT im Ver­trau­en im irdi­schen Leben durch ihren belas­se­nen frei­en Wil­len, vor die­ser Freu­de zur ewi­gen See­lig­keit für immer selbst dage­gen ent­schie­den hat. Son­dern viel­mehr sich dafür ent­schied, ohne vor­her beweis­ba­rer mensch­li­cher Gewiss­heit, den himm­li­schen Frie­den dank­bar zu beja­hen und dadurch den Weg zur ewi­gen Glück­se­lig­keit zu wäh­len, an Stel­le der spä­te­ren Gewiss­heit des irrever­si­blen Irr­tums und ewi­gen Ver­wor­fen­heit schmerz­lich zur Kennt­nis neh­men zu müssen.
    Es hat sich an die­ser per­sön­li­chen Ent­schei­dung­fin­dung nie etwas geän­dert, weder Gestern, Heu­te und in Zukunft zu alle Zeit und für ALLE Men­schen. Ich war damals als 1949 in Wien gebo­re­ner, flei­ßig Zuhö­rer unge­zähl­ter Pre­di­ger. Sie sind mit den mei­sten der heu­ti­gen Zeit nicht mehr in einem Atem­zug zu nen­nen, denn in unse­ren jet­zi­gen Tagen ist die Bedeu­tung und der Sinn des Glau­bens­zeug­nis­ses und des Vor­le­bens den mei­sten ver­lo­ren gegan­gen. Eine Mam­mut­auf­ga­be hier eine ernst­ge­mein­te Trend­um­kehr neu zu begin­nen, wider allen Zeit­strö­mun­gen. Doch egal wie lan­ge es dau­ern wird, die Zeit wird kom­men und es wird gesche­hen und das Chri­sten­tum wird zu neu­em Leben erwa­chen in nie gekann­ter Stär­ke. 2016 ein Neu­es Jahr, eine neue Chan­ce, wir wer­den es sehen, so näch­stes Jahr in Jerusalem !

  5. Ich bin auch ein Katho­lik der Spä­ße die­ser Welt in Gren­zen nicht abhold ist. Nach dem Anhö­ren die­ser Pre­digt ist mir ein Gedan­ke gekom­men der mir den gan­zen Neu­jahrs­tag sehr viel Spaß gemacht hat. Ich habe mir vor­ge­stellt das Kar­di­nal Kas­per mit­samt dem ZDK die­se komi­sche Orga­ni­sa­ti­on der deut­schen Katho­li­ken die­se Pre­digt gezwun­ge­ner­ma­ßen anhö­ren müß­ten. Und wenn man dann ihre Gesich­ter dabei mit ver­steck­ter Kame­ra genau auf­zeich­nen wür­de wäre das ein Spaß für mich und ich hät­te die­ses neue Jahr so begon­nen wie es gemüt­li­cher nicht sein kann. Aber wie gesagt es ist eben nur ein kind­li­ches Wunschdenken.
    Per Mari­am ad Christum.

    • Haha, abso­lut klas­se Idee, ver­ehr­ter Herr Shu­ca — ich tei­le Ihr ‚kind­li­ches Wunsch­den­ken‘ aber sowas von!^^ — Und wün­sche Ihnen, allen Lesern & Kom­men­ta­to­ren und der Redak­ti­on ein fro­hes, gesun­des, erfolg­rei­ches — und ein geseg­ne­tes Neu­es Jahr!
      Mit besten Grü­ßen, der GW.

  6. Wenn man es genau betrachtet,ist die Situa­ti­on genau wie vor dem ersten Kom­men von Jesus Christus.
    Der Glau­be zu lee­ren Zere­mo­nien verkommen,die Prie­ster­ka­ste hat­te es sich mit der welt­li­chen Macht gemüt­lich eingerichtet.
    Dar­um haben ja die Pre­dig­ten von Jesus die Mei­sten so auf die Pal­me gebracht und genau so wäre es heu­te auch wieder.
    Fast mag es heu­te schlim­mer sein,denn die Leu­te sind in ihren Emp­fin­dun­gen so verflacht,das am Ende gar nichts mehr verfängt.

  7. @ Gali­lei
    Ich erlau­be mir bis jetzt nur, die Rip­pe Adams als Bild zu sehen, weil wir Män­ner kei­nen Rip­pen­man­gel haben und Eva aus Fleisch und Gebein Adams, aber zu ihm in sei­nem Alter pas­send geschaf­fen wur­de. Und Jesus wan­delt täg­lich mil­lio­nen­fach Brot und wein in sein Fleisch und Blut.
    Wer­ner Gitt stellt fest: „Gott hat Adam mit Geschich­te erschaf­fen“. Das ist dog­men­ver­däch­tig, weil er ja als erwach­se­ner Mann in die Schöp­fung eintritt
    Ich schlie­ße von hier zu Maria, der immer­wäh­ren­den Jung­frau. Soll­te es Gott, dem Schöp­fer des Alls, aller sicht­ba­ren und unsicht­ba­ren Din­ge nicht mög­lich sein, eine in der der Jung­frau Maria gereif­te Eizel­le zu befruchten.
    Sag­te Jesus nicht, Gott kön­ne aus Stei­nen Nach­kom­men Abra­hams schaf­fen? Und Gott soll es nicht zu wege brin­gen kön­nen, daß SEIN Sohn sei­ner knie­end beten­den Mut­ter in die Hän­de gelangt? Damit sie vir­go inta­c­ta bleibt.

    Es gibt mehr her, wenn man ver­sucht, die Dog­men zu beweisen.

    • Ja, lei­der hat man was dage­gen, dass Gott ein Lien­ha­ber des Antro­po­mor­phen ist. Und man hat etwas gegen sei­ne Fest­le­gung auf eine bestimm­te Offenbarung.
      Gott hat­te unend­lich vie­le Mög­lich­kei­ten, aber er hat aus allen den Men­schen gewählt. Das kön­nen wir für die gesam­te Heils­ge­schich­te durch­skan­die­ren. Er hat­te unend­lich vie­le Mög­lich­kei­ten, aber er ist den Weg über Maria gegangen…
      Alles sei nur ein Spiel, sei Schein, sei Maya, unend­lich fern von Gott.
      Gleich­zei­tig zieht man die Frei­kar­te des eige­nen Stol­zes. Gott sieht’s ja nicht. Er ist schließ­lich unend­lich weit fern. Er liebt alles unter­schieds­los, auch die Sün­de. Sün­de gibt es ja gar nicht wirk­lich, son­dern nur ein wei­ges Ler­nen­dür­fen. Und schon sind wir bei der Reinkarnation.
      Viel schlim­mer als kla­re Bil­der, die auf gute Früch­te hin­zie­len, sind dif­fu­se, die dem Prin­zip der Auf­lö­sung entsprechen.
      Dann brau­chen wir auch kei­ne Mes­se, kei­ne Prie­ster, kein Kreu­zes­op­fer; ist doch ohne­hin alles nur Schau­spiel. Dann könn­ten wir auch sau­er auf Gott wer­den und sagen, was spielt der mit unse­rem Leid. Also sagen wir uns von Gott los, umklei­den ihn mit dem Prä­di­kat unend­lich und unver­ständ­lich und absol­vie­ren uns von ihm.
      Was bleibt dann noch? Eine lee­re sen­ti­men­ta­le trä­nen­durch­setz­te Wort­hül­se „Gott ist die Lie­be“, auf der ande­ren Sei­te die Umbe­nen­nung der Sün­de in Schwä­che, Viel­heit, Farbenvielfalt.
      Mit­ten in die­sen Erklä­rungs­er­güs­sen ist meist eine ein­zi­ge fau­len­de Frucht ver­steckt (z.B. Ehe­bruch, Schei­dung, Abtrei­bung…). Dar­um muss die Sün­de zer­re­det werden…

  8. Wür­den wir uns im Glau­ben nur mit dem Dies­sei­ti­gen befas­sen, so wäre unser Glau­be doch nichts wei­ter als Phi­lo­so­phie. Die­ser ist aber Gren­zen der Erkennt­nis gesetzt, ins­be­son­de­re wenn es um die Fra­ge des Sinn­haf­ten unse­rer Exi­stenz geht, denn das Dasein recht­fer­tigt sich ja nicht aus der blo­ßen Fak­ti­zi­tät. Im Gegen­teil, das Dasein ist in allen Zei­ten der­art deut­lich von Leid, Schmerz und Ver­sa­gen bestimmt, dass es aus phi­lo­so­phi­scher Sicht nur als sinn­los gedeu­tet wer­den kann, wie es Arthur Scho­pen­hau­er ja auch getan hat. Scho­pen­hau­er weist in „Die Welt als Wil­le und Vor­stel­lung“ nach, dass das rein aufs Empi­ri­sche beschränk­te Den­ken, also die Phi­lo­so­phie, nur zu einem nega­ti­ven Befund kom­men kann. Denkt man hier wei­ter, so wie es dann Nietz­sche getan hat, so bleibt nur der Nihi­lis­mus, also die ver­ab­so­lu­tier­te Nega­ti­on. Inso­fern kann die Auf­klä­rung nicht ein­lö­sen, was sie den Men­schen ver­hei­ßen hat, aus der radi­ka­len Frei­heit erwächst nicht das Glück der Men­schen son­dern allein die Ver­zweif­lung über ein Dasein, das aus dem Nichts kommt und im Nichts wie­der ent­schwin­det und in dem es daher kei­ne Gerech­tig­keit geben kann. Schon der Tod all derer, die ihn auf grau­sa­me Wei­se erlit­ten haben, wie der arme Jes­se Washing­ton, zemen­tiert ohne den Glau­ben an ein Him­mel­reich das Unrecht bis in alle Ewig­keit. Nie­mand, auch der gerech­te­ste Mensch könn­te den grau­sam erlit­te­nen Tod des Näch­sten auf­he­ben. Die Welt blie­be ohne das Jüng­ste Gericht, ohne die gött­li­che Lie­be, die immer auch Gerech­tig­keit im ein­zig wah­ren Sin­ne ist, uner­löst und damit nihi­li­stisch. Nicht ein­mal der flüch­ti­ge Aus­druck der Freu­de wäre imstan­de das Leid der Krea­tur zu lin­dern. Wie Sart­re schrieb, wäre unser Dasein nichts wei­ter als das Dasein von Ver­damm­ten in der Höl­le einer Welt, in der das Leid die letz­te Ant­wort auf den Sinn unse­res Daseins dar­stell­te. Die Ver­damm­nis resul­tier­te dabei aus dem Nichts, der ein­zi­gen Bestim­mung, die wir empi­risch unse­rer Exi­stenz bei­le­gen können.

    Ist es also pathe­tisch, die­se unse­re gan­ze Exi­stenz betref­fen­de Fra­ge nach dem Sinn zu stel­len? Ist es pathe­tisch, die ein­zig wah­re Hoff­nung auf Gerech­tig­keit, fest­zu­hal­ten? Ist es Kitsch und unzeit­ge­mäß, den Nihi­lis­mus nicht in unser Herz drin­gen zu lassen?

    Vie­le Pre­dig­ten heu­te ver­lie­ren sich im ober­fläch­lich Zeit­ge­mä­ßen und geben kei­ne Ant­wort auf den Sinn unse­rer Exi­stenz. Wo aber kein Sinn ist, da ist auch kei­ne Schöp­fung. Und wo kei­ne Schöp­fung ist, da ist auch kei­ne Gerech­tig­keit. Und wo kei­ne Gerech­tig­keit ist, da ist auch kei­ne Barm­her­zig­keit, weil dann nur das Grau­en das letz­te Wort hat. Wel­cher mensch­li­chen Barm­her­zig­keit soll­te denn Jes­se Washing­ton noch teil­haf­tig gewor­den sein, bevor er sei­nen Geist im unaus­sprech­li­chen Schrecken und Leid aus­hauch­te? Nur wer hier die tief­ste Ohn­macht spürt, ver­steht, dass nur Gott wirk­lich gerecht und barm­her­zig sein kann. Wir müs­sen wie­der ler­nen, auf das Wort Got­tes zu hören, es in uns auf­zu­neh­men, sei­ne Rea­li­tät anzu­er­ken­nen, statt es zu interpretieren.

  9. Pater Alex­an­der Metz von der Petrus-Bruderschaft
    über die Letz­ten Dinge:
    -
    Der Novem­ber ist der Monat am Ende des Jah­res Krei­ses, der uns in beson­de­ren Mas­se an die sog. Letz­ten Din­ge (Tod, Gericht, Him­mel, Höl­le, Fege­feu­er) erinnert,sie uns wie­der neu ins Bewusst­sein rufen und in unser Herz ein­prä­gen will.
    Als Chri­sten sind wir dar­über nicht mehr im Unkla­ren, wir sind nicht mehr von einer beäng­sti­gen­den Unge­wiss­heit umfan­gen über das, was uns nach dem Tod erwartet.

    „Herr Pfar­rer, wir wis­sen ja nicht, was danach kommt, es ist schließ­lich noch 
    kei­ner zurückgekommen“
    !
    Wer so redet, hat auf­ge­hört Christ zu sein oder hat noch nie damit begonnen.
    !

    Unser Glau­be grün­det ja gera­de in dem, der gekom­men ist, um uns ein­zu­wei­hen in die gro­ssen Geheimnisse.
    Seit Jesus Christus 
    wis­sen wir um den Sinn unse­res Lebens, wir wis­sen, wozu wir auf Erden sind und wir wis­sen auch, was uns im Augen­blick des Todes erwartet.
    Das gehört doch wesent­lich zu unse­res Erlö­sung, dass wir eben nicht mehr Rast­lo­se sind hin­sicht­lich des­sen, was jen­seits der Schwel­le des Todes auf uns zukommt.

    Eben­so wenig stimmt es, wenn immer wie­der behaup­tet wird, 
    dass die Letz­ten Din­ge Angst und Schrecken verbreiten.
    Im Gegen­teil ! Gera­de die Unwis­sen­heit über die­se Din­ge, schafft Ver­un­si­che­rung und Angst, treibt die Men­schen in die Arme von Sek­ten und eso­te­ri­schen Heilsanbietern.

    Aller­dings ruft das Wis­sen um die Letz­ten Din­ge heil­sa­me Furcht und Ernst in uns hervor,
    wohl wis­send, dass die­ses kur­ze irdi­sche Leben 
    ent­schei­dend ist für unse­re Ewig­keit, dass an jedem Tun und Las­sen in die­sem Leben  gleich­sam Ewig­keits­ge­wich­te hängen.
    So wol­len wir in die Schu­le des­sen gehen, 
    dem allein unser Ver­trau­en gebührt, in die Schu­le des­sen, der am Her­zen des Vater ruh­te und fro­he Kun­de gebracht hat.

    Gebe der Herr uns die Gnade,dass wir sei­ne Wor­te nicht nur hören, 
    son­dern sie tief in unser Herz ein­prä­gen las­sen, auf dass kei­ner von uns ver­lo­ren gehe.“
    -

  10. Natür­lich ist die­se Pre­digt in einem Stil gehal­ten, der uns heu­te zunächst fremd vor­kommt — sie wur­de vor 50 Jah­ren gehal­ten und der Pre­di­ger hat sei­ne Aus­bil­dung noch ein­mal eini­ge Jahr­zehn­te zuvor erhalten.
    Das ändert aber gar nichts dar­an, dass sie inhalt­lich noch immer aktu­ell ist.
    Es wäre zu wün­schen, dass die Leh­re der Kir­che heu­te in sol­cher Klar­heit ver­kün­det wür­de und dass die­se The­ma­tik über­haupt mal ange­spro­chen wür­de, die doch so exi­sten­zi­ell für jeden Men­schen ist.
    Mich hat die­se Pre­digt sehr auf­ge­wühlt — im posi­tiv­sten Sinn.

  11. Was machen wir nun mit der Höl­le. Prä­lat Karl Rapha­el hat 1964 von der Höl­le gespro­chen. Er konn­te damals beim besten Wil­len nicht wis­sen das der heu­ti­ge moder­ne, auf­ge­klär­te und mit allen Was­sern gewa­sche­ne Katho­lik ver­rückt spielt wenn er die­se Pre­digt hört. Ein Vor­schlag zur Güte. Jeder Katho­lik der die Höl­le als eine Frech­heit vor sei­ner Grö­ße und Glo­ria betrach­tet soll­te die Hei­li­ge Schrift neh­men und alle Sei­ten raus rei­ßen die auch nur im ent­fern­te­sten sei­ne Nacht­ru­he stö­ren könn­te. Und wenn dann er immer noch nicht ruhig schla­fen kann weiß ich mir auch kei­nen Rat mehr.
    Per Mari­am ad Christum.

  12. Natür­lich wür­de heu­te nie­mand mehr in die­sem Stil pre­di­gen. Ent­schei­dend ist aber: Dr. Rapha­el hat­te den Mut, von den letz­ten Din­gen zu pre­di­gen. Wel­cher Prie­ster tut das heu­te ueber­haupt? Er hat ver­sucht, Him­mel, Höl­le und Fege­feu­er zu erklä­ren, und ich fin­de, das hat er gut gemacht. Ich selbst bin übri­gens Jahr­gang 1966.

  13. Ich glau­be dass Hochw. Dr. Karl Rapha­el ein begna­de­ter Prie­ster war, die­se Pre­digt hat mich tief berührt.

  14. Ich war 5 Jah­re alt, als die­se Pre­digt gehal­ten wurde.
    Und ich bedaue­re zutiefst, dass in den letz­ten N Jah­ren sol­che Pre­dig­ten nicht gehal­ten wurden.
    Denn ich habe irgend­wie die Erin­ne­rung, dass ich in der Kind­heit in einer hei­len Welt gelebt habe, was nicht mehr der Fall ist, weil man viel zu oft das Gewis­sen der Men­schen nicht anspre­chen kann.
    Vie­le den­ken, dass ihre Taten unbe­straft blei­ben, falls man sie nicht auf­deckt oder falls man mensch­li­che Geset­ze geschickt auslegt.

  15. Ich bin evan­ge­li­scher Pfar­rer und zutiefst beein­druckt von die­ser Pre­digt. Solch eine sprach­li­che Aus­drucks­kraft! Kei­ner­lei Wie­der­ho­lun­gen oder Über­flüs­sig­kei­ten, son­dern ein ein­zi­ger macht­vol­ler und zwin­gend vor­wärts­stre­ben­der Duk­tus mit einem über­ra­schen­den Fina­le („Höl­le als Form der Gna­de“). Über­star­ke For­mu­lie­run­gen, Sach­aus­sa­gen, Bil­der. Selbst wenn ein Teil davon „anthro­po­morph“ sein soll­te — weni­ger oder gerin­ger wird die beschrie­be­ne jen­sei­ti­ge Wirk­lich­keit nicht sein, son­dern eher noch grö­ßer, macht­vol­ler, durch­drin­gen­der. Was ich schät­ze, ist, dass Prä­lat Dr. Dorr — gera­de wenn er jen­sei­ti­ge Berei­che beschreibt — das Gegen­teil von Abstrak­ti­on, näm­lich här­te­ste Kon­kre­ti­on, vor­nimmt. Er hat den Mut, Erde und Him­mel ganz­heit­lich zu ver­bin­den und gera­de auch unse­re mensch­li­che Sin­nes­wahr­neh­mung als Gabe Got­tes zu betrach­ten, die in der neu­en Welt nicht auf­ge­ho­ben, son­dern eher noch gestei­gert ist.
    Das hebt ihn mas­siv ab von vie­len Prediger_innen unse­rer Tage, die sich auf rein imma­nen­te Berei­che und deren sozi­al­tech­ni­sche Durch­drin­gung beschrän­ken und von jen­sei­ti­gen Din­gen nur andeu­tungs­wei­se spre­chen. Ich wünsch­te mir, wir heu­ti­gen Prediger_innen wür­den bei Dr. Dorr post­hum in die Leh­re gehen. Gibt es von ihm noch wei­te­re Pre­dig­ten im Netz oder Pre­digt­bän­de antiquarisch?

  16. Eine gewal­ti­ge Predigt.
    Was mich beson­ders packt, ist ihre Fri­sche, ihre kon­stan­te Aktua­li­tät: seit über drei­ein­halb Jahr­zehn­ten beglei­te ich Kran­ken, dar­un­ter sehr viel Schwer­kran­ke und Sterbende;
    und die in der Pre­digt ange­spro­che­ne Pro­ble­me kom­men sehr häu­fig vor, ja, stel­len sich Jedem­mann am Ende des Lebens.
    Die sehr anschau­li­che Schil­de­rung des Letz­ten Gerichts steht z.B. in den Fres­ken einer spät­go­ti­schen Kir­che kon­ti­nu­ier­lich vor Augen;
    und sehr vie­le Aus­sa­gen sind wört­li­che Zita­te aus dem Evan­ge­li­um und aus dem Stundenbuch;
    beim Offi­zi­um wird ein­mal pro Woche der gesam­te Psal­ter durch­ge­be­tet- da steht dem Mönch die letz­te Pha­se des Lebens mit dem Gericht und der Hoff­nung auf Gna­de kon­ti­nu­ier­lich vor Augen.
    Inso­weit wird in die­ser Pre­digt sehr prä­gnant auf das Wich­tig­ste eines Men­schen­le­bens eingegangen:
    wie tre­te ich am Ende vor dem Herrn.
    Das ist nichts blas­phe­mi­sches, son­dern die Hal­tung des Beters, des Psalmisten.
    Und was „dem wun­der­ba­ren Mor­gen“ betrifft: die Lau­des sind der freu­dig­ste und fei­er­lich­ste Teil des Tages­ge­bets: das sieht man auch sehr schön wo der Auf­er­stan­de­ne Herr sich mor­gens früh an Maria Mag­da­le­na zeigt.

    Ab 1966 ver­schwand sehr schnell der theo­lo­gi­sche Tief­gang (ich rede hier spe­zi­ell über Nord­bel­gi­en) und die Sub­stanz; inzwi­schen ist so gut wie alles Reli­giö­se „offi­zi­ell“ verdünstet.
    Kei­ne Pathe­tik, kei­ne Burg­thea­ter­dik­ti­on, nichts Bibli­sches, kei­ne Zita­te aus der Hei­li­gen Schrift;
    son­dern sehr wenig lei­ses Labern, Wirr­warr, Rela­ti­vie­ren­des, Nichts­sa­gen­des und sehr viel Schwei­gen; und zuglei­cher­zeit wird eutha­na­siert am lau­fen­dem Band und mit stei­gen­der Ten­denz; und ‑inter­na­tio­nal kaum bemerkt- beson­ders die Eutha­na­sie aus psy­chi­schen und psych­ia­tri­schen Grün­den nimmt sehr stark zu.
    Eine neue Ope­ra­ti­on T4 lauft auf vol­len Touren.

  17. Ich bin auf der Suche nach wei­te­ren Pre­dig­ten von Prä­lat Dr. Dorr. Im Netz ist wenig ver­füg­bar. Wo sonst? Hat jemand eine Ahnung?

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