Politiker und Bischöfe im Klimahype — Solarzellen gegen Erderwärmung statt Gebet um Regen

(Rom) „Smog in Ita­li­en“, „Schlech­te Luft in Ita­li­en“, „Luft­ver­schmut­zung in ita­lie­ni­schen Groß­städ­ten“, „Kri­sen­sit­zung wegen Smog“. Die Nach­richt wird auch Tau­sen­de Kilo­me­ter von Ita­li­en ent­fernt in den Welt­nach­rich­ten berich­tet. Sie paßt zu gut für den Kli­ma­hype, der einem „ungläu­bi­gen“ Volk ein­ge­häm­mert wer­den sol­le. Der wirk­li­che Not­fall sei­en nicht das Kli­ma und der Smog, son­dern die Poli­ti­ker und die Bischö­fe.

Ein Kom­men­tar von Ric­car­do Cascio­li*

Nichts ist geeig­ne­ter als der angeb­li­che Not­fall Smog, um die Pfu­sche­rei der Poli­ti­ker und die Wider­sprüch­lich­keit der Bischö­fe sicht­bar zu machen.

Die Politiker

Begin­nen wir bei Erste­ren. Wie es wirk­lich um den Smog in unse­ren Städ­ten steht und auf­grund wel­cher geo­gra­phi­scher und meteo­ro­lo­gi­scher Umstän­de die Luft bei­spiels­wei­se der­zeit in der Po-Ebe­ne steht, haben wir bereits frü­her dar­ge­legt. Zusam­men­fas­send ist zu sagen, daß die hohen Smog­wer­te die­ser Tage nicht die Tat­sa­che weg­wi­schen kön­nen, daß die Luft­ver­schmut­zung seit eini­gen Jahr­zehn­ten kon­ti­nu­ier­lich zurück­ge­gan­gen ist. Auch wenn die Fein­staub­wer­te im Augen­blick über den Grenz­wer­ten lie­gen, lie­gen sie  weit unter den Wer­ten, die vor 30 Jah­ren ein Dau­er­zu­stand waren. Die der­zei­ti­ge Situa­ti­on ist auf außer­ge­wöhn­li­che meteo­ro­lo­gi­sche Bedin­gun­gen zurück­zu­füh­ren und stellt daher die Aus­nah­me zur Regel dar. Seit zwei Mona­ten hat es nicht mehr gereg­net und ist wind­still. Daher steht die Luft über den Städ­ten. Das mag weder ange­nehm noch gesund sein, ist aber nur ein vor­über­ge­hen­der Zustand, der nicht über­be­wer­tet wer­den soll­te und schon gar nicht als Aus­re­de für außer­or­dent­li­che Maß­nah­men her­an­ge­zo­gen wer­den soll­te. Sie kosten die Steu­er­zah­ler nur viel Geld, ohne nen­nens­wer­ten Nut­zen zu brin­gen.

Die Lügen rund um die Luftverschmutzung

Was erle­ben wir aber? Anstatt daß Bür­ger­mei­ster, Gou­ver­neu­re und Regie­rungs­mit­glie­der anhand von kon­kre­ten Zah­len den Men­schen erklä­ren, was Sache ist, wer­den Äng­ste geschürt und Panik­ma­che betrie­ben. Es gibt voll­mun­di­ge Erklä­run­gen, par­tei­po­li­ti­sche Pole­mi­ken und bil­li­gen Schlag­ab­tausch mit Blick auf die näch­sten Wah­len. Dann schnei­en auch Todes­sta­ti­sti­ken ins Haus über Tote durch Luft­ver­schmut­zung und der größ­te Stüm­per von allen, der Fünf-Ster­ne-Komi­ker [Movi­men­to Cin­que Stel­le, links­po­pu­li­sti­sche, euro­pa­skep­ti­sche Par­tei] schreibt die Zunah­me der Todes­fäl­le der Umwelt­ver­schmut­zung zu. 2015 sind in Ita­li­en fast 70.000 Men­schen mehr gestor­ben als im Vor­jahr. Die Lüge, das hän­ge mit der Luft­ver­schmut­zung zusam­men, wur­de vom Demo­gra­phen Gian­car­lo Blan­gi­ar­do wider­legt, was ihr lei­der kei­nen Ein­halt gebo­ten hat.

Die tem­po­rä­re Luft­ver­schmut­zung in den ita­lie­ni­schen Groß­städ­ten wäre mit jener der frü­hen 50er Jah­re zu ver­glei­chen. Damals gab es wirk­lich Smog-Tote. Wenn die Din­ge aber heu­te wirk­lich so wären, wie sie der­zeit von Kli­ma­hy­ste­ri­kern behaup­tet wer­den, soll­te jemand von ihnen viel­leicht erklä­ren, war­um dann aus­ge­rech­net die Mai­län­der ita­li­en­weit die läng­ste Lebens­er­war­tung haben.

Ist Luftverschmutzung gut für die Gesundheit? Lebenserwartung in den Großstädten deutlich gestiegen

Schau­en wir uns viel­leicht die Tabel­len des natio­na­len Sta­ti­stik­am­tes an: In Ita­li­en lag 2014 die durch­schnitt­li­che Lebens­er­war­tung von Män­nern bei 80,3 Jah­ren, von Frau­en bei 84,9 Jah­ren. In Mai­land liegt sie sogar bei 81,4 Jah­ren für Män­ner und 86,1 Jah­ren für Frau­en. Zie­hen wir nun ein histo­ri­schen Ver­gleich, sehen wir, daß die Lebens­er­war­tung in den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren in Mai­land für Män­ner um gan­ze sie­ben Jah­re und für Frau­en um fünf Jah­re gestie­gen ist. 1994 lag sie bei 74,2 Jah­ren (Män­ner) und 81,3 Jah­ren (Frau­en). Ähn­lich ist die Sach­la­ge in Turin. Für die­se Indu­strie­stadt lie­gen Erhe­bun­gen erst seit 2002 vor. Damals lag die Lebens­er­war­tung bei 77,1 Jah­ren (Män­ner) und 83,1 Jah­ren (Frau­en). Heu­te sind es 80,7 Jah­re für Män­ner und 85,2 Jah­re für Frau­en. Auch Rom weist die­sel­be Ent­wick­lung auf. Die Lebens­er­war­tung stieg von 1994 bis 2014 für Män­ner von 74,4 auf 80,8 Jah­re, und für Frau­en von 80,3 auf 84,7 Jah­re.

Wür­den wir wie die Öko-Ideo­lo­gen den­ken, müß­ten wir aus die­sen Zah­len den Schluß zie­hen, daß die Luft­ver­schmut­zung der Gesund­heit gut tut. In Wirk­lich­keit, wie der blo­ße Haus­ver­stand nahe­legt, lie­gen die Din­ge natür­lich in jeder Hin­sicht ganz anders. Die Erklä­rung für die stei­gen­de Lebens­er­war­tung muß ander­wei­tig gesucht wer­den. Doch für Öko­lo­gi­sten und Poli­ti­ker schei­nen ein­fa­che Panik­bot­schaf­ten ein lukra­ti­ve­res Geschäft zu sein, als das Auf­zei­gen und Erklä­ren kom­ple­xer Vor­gän­ge, die eine gene­rel­le Ver­bes­se­rung der Lebens­be­din­gun­gen ermög­lich­ten (wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung, bes­se­re Nah­rungs­ver­sor­gung, bes­se­rer Schutz vor Hit­ze und vor allem Käl­te, Zugang zu bes­se­rer medi­zi­ni­scher Ver­sor­gung usw). Dazu gehö­ren auch neue, umwelt­scho­nen­de Tech­no­lo­gien, die ihrer­seits die Luft­wer­te ver­bes­sert haben und damit auch unse­re Gesund­heit.

Die­ser Kreis­lauf ist zu ver­ste­hen, denn die anhal­ten­de Wirt­schafts­kri­se könn­te die­se Ten­denz umkeh­ren. Die der­zeit noch uner­klär­li­che Zunah­me der Todes­fäl­le im Jahr 2015 könn­te ein Indiz dafür sein. Wenn dem so sein soll­te, dann müß­ten wir den Kli­ma­hy­ste­ri­kern ent­ge­gen­ru­fen: „Von wegen Smog…“

Die Kirchenvertreter

Kom­men wir aber zu den Kir­chen­ver­tre­tern. Ihr der­zei­ti­ges Schwei­gen ist, nach der fast eksta­ti­schen Berau­schung an der Welt­kli­ma­kon­fe­renz in Paris, als es schien, als woll­ten sich Bischö­fe mit dra­ma­ti­schen Erklä­run­gen und Appel­len gegen­sei­tig über­trump­fen, viel­sa­gend. Wo sind nun die Mon­si­gno­ri, die plötz­lich gegen den Kli­ma­wan­del mar­schier­ten, die Pre­dig­ten über die angeb­lich men­schen­ver­schul­de­te Erd­er­wär­mung hiel­ten und ihre Prie­ster zu sol­chen Pre­dig­ten auf­for­der­ten? Wo sind die Prä­la­ten, die vom „letz­ten Stroh­halm“ spra­chen, um die Welt zu ret­ten? In die­sen Tagen war nicht einer zum The­ma Smog­alarm zu hören, der nun ja wirk­lich viel mit dem Kli­ma zu tun hat. Es wür­de ein ordent­li­cher Regen genü­gen oder auch ein kräf­ti­ger Wind und die Sache wäre regel­recht weg­ge­schwemmt und weg­ge­bla­sen.

Man kann die Sache auch posi­tiv sehen. Durch ihr Schwei­gen haben sie uns zumin­dest etwas an unnö­ti­gem CO2-Aus­stoß erspart. Viel­leicht dür­fen wir auch hof­fen, daß man einer doch ins Nach­den­ken gera­ten ist und die ideo­lo­gi­schen Phra­sen zugun­sten der Wirk­lich­keit abge­legt hat.

Wie wäre es, den Herrn um Regen zu bitten?

Etwas Regen oder Wind wäre nicht nur für die Bewoh­ner der Groß­städ­te gut, son­dern auch für die Bau­ern, die unter der Trocken­heit lei­den. Doch kei­nem der wich­ti­gen Prä­la­ten käme in den Sinn, was frü­her jedem ein­fa­chen Land­pfar­rer sofort in den Sinn kam: Den Herrn um Regen zu bit­ten. Die Kir­che sieht sogar eine eige­ne Mes­se für sol­che Zwecke vor. Doch wer erin­nert sich noch dar­an? Das sind irra­tio­na­le Din­ge für Scha­ma­nen und Hei­den, wird sich man­cher von ihnen den­ken. Unvor­stell­bar, daß ein auf­ge­klär­ter, nach­kon­zi­lia­rer Bischof an sol­che Din­ge glau­ben kann. Dazu müß­te er sich ja bewußt sein, daß Gott wirk­lich der All­mäch­ti­ge ist, wah­rer Herr über Him­mel und Erde, wah­rer Schöp­fer des Uni­ver­sums, der Erde und des Men­schen, wah­rer Herr der Natur, der die Macht hat, wie Jesus es sei­nen Jün­gern mehr­fach gezeigt hat, den Kräf­ten der Natur zu gebie­ten.

Doch auch in der Kir­che geht die Hybris um, daß alles vom Men­schen abhängt und von dem, was er macht. „Nur der Mensch kann es noch wen­den“, müß­te es daher hei­ßen. Denn wenn der Mensch nichts tut, geschieht auch nichts. So gibt auch man­cher Prä­lat das Geld lie­ber für Solar­zel­len auf dem Pfarr­dach aus und spricht von einer „pro­phe­ti­schen“ Geste“, denn damit soll ja die angeb­lich men­schen­ver­schul­de­te Erd­er­wär­mung gestoppt wer­den. Lei­der fällt ihm nicht ein, eine Nove­ne zum Hei­li­gen Joseph zu begin­nen oder Mes­sen zu zele­brie­ren, um Regen und Wind zu erbit­ten.

*Ric­car­do Cascio­li, Chef­re­dak­teur der Nuo­va Bus­so­la Quo­ti­dia­na

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Meteo­stat (Screen­shot)

3 Kommentare

  1. Luft­ver­schmut­zung über­all und jetzt auch in eini­gen Köp­fen von Prä­la­ten und Kir­chen-
    obe­ren. Man hat das Gebet ver­ges­sen, statt des­sen wird die Umwelt-Pho­bie her­un­ter­ge-
    lei­ert und das Lied des Welt­gei­stes gesun­gen.

  2. „Poli­ti­ker und Bischö­fe im Kli­ma­hype – Solar­zel­len gegen Erd­er­wär­mung statt Gebet um Regen.“
    Luzi­fer hat dem Herrn in der Wüste die­se Welt ange­bo­ten und er hat abge­lehnt.
    Ich fin­de es ist nicht klug wenn Bischö­fe Satans Wohn­zim­mer ret­ten wol­len denn nur er hat ein Inter­es­se dar­an. Wir beten im Vater­un­ser „Dein Reich kom­me“ und es ist wahr­lich nicht von die­ser Welt. Es lohnt sich nicht die­se Welt ret­ten zu wol­len denn der Tag und die Stun­de lie­gen jetzt schon fest wo selbst die Ster­ne vom Him­mel fal­len wer­den.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

    • Rich­tig, das ist der Aspekt, der auch im kirch­li­chen Bereich fast immer fehlt. Gott, der Lie­be ist, hat Welt und Men­schen erschaf­fen, also ist die Welt (ggf. zusam­men mit der Inno­va­ti­ons­kraft der Men­schen) so, dass sie alle Men­schen ernäh­ren kann. Wir den­ken rein mensch­lich, wenn wir hoch­rech­nen und uns sor­gen, ob die Welt in xx Jah­ren noch 10 oder 20 Mil­li­ar­den Men­schen ernäh­ren kann — denn viel­leicht ist bis dahin längst der Tag gekom­men, an dem der Herr eine neue Erde erschafft.

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