Um in die Hölle zu kommen, muß man nicht an sie glauben

Licht-Spektakel "Fiat Lux" zur Eröffnung des Heiligen Jahrs der Barmherzigkeit und der Weltklimakonferenz Cop21 in Paris
"Fiat Lux": Licht-Spektakel zur Eröffnung des Heiligen Jahrs der Barmherzigkeit und anläßlich der Weltklimakonferenz in Paris

(Rom) „Die Barm­her­zig­keit hat dann einen Sinn, wenn sie mit der Wahr­heit zu tun hat“, sag­te Sta­nis­law Gadecki der Erz­bi­schof von Posen und Vor­sit­zen­de der Pol­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz im ver­gan­ge­nen Okto­ber gegen Ende der Fami­li­en­syn­ode. Er hat eine her­aus­ra­gen­de Gestalt der Kir­chen­ge­schich­te stu­diert, den hei­li­gen Tho­mas von Aquin, der sag­te: „nul­la est cari­tas sine ius­ti­tia, sine intel­li­gen­tia humi­li­ta­te“. „Wür­de der Doc­tor Ange­li­cus heu­te leben, eine schwer vor­stell­ba­re Annah­me, wäre er ent­setzt über die Behaup­tung des Stell­ver­tre­ters Chri­sti, die Barm­her­zig­keit sei der Gerech­tig­keit vor­an­zu­stel­len“, so der katho­li­sche Publi­zist Dani­lo Quin­to.

Religionen gleichsetzen, Sünde abschaffen, Hölle leugnen

Die­se päpst­li­che Fest­stel­lung habe einen mehr­fa­chen Zweck, so Quin­to, der ein radi­kal­li­be­ra­ler Kir­chen­feind war, sich aber 2004 durch sei­ne heu­ti­ge Frau bekehr­te und katho­lisch wur­de. Vor weni­gen Mona­ten erleb­te er, wenig barm­her­zig, sei­ne Ent­las­sung als Mit­ar­bei­ter von SIR, der katho­li­schen Nach­rich­ten­agen­tur der Ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz. Grund der Ent­las­sung war ein Buch Quin­tos, mit dem er den Annä­he­rungs­kurs der Kir­che an die Homo-Agen­da auf­zeig­te und es gewagt hat­te, dabei Papst Fran­zis­kus beim Namen zu nen­nen.

„Zweck ist es, den ein­zi­gen Heils­weg zur Ret­tung der See­le mit ande­ren Reli­gio­nen und Bekennt­nis­sen auf eine Stu­fe zu stel­len, obwohl sie den Men­schen – laut Evan­ge­li­um – in die ewi­ge Ver­damm­nis füh­ren; Zweck ist die Abschaf­fung der Sün­de und schließ­lich die Leug­nung der Höl­le“, so Quin­to.

Zum ersten Zweck heißt es in der Bul­le Miser­i­cor­diae vul­tus zum Hei­li­gen Jahr der Barm­her­zig­keit:

„Die Barm­her­zig­keit ist auch über die Gren­zen der Kir­che hin­aus bedeut­sam. Sie ver­bin­det uns mit dem Juden­tum und dem Islam, für die sie eine der wich­tig­sten Eigen­schaf­ten Got­tes dar­stellt. Das Volk Isra­el hat als erstes die­se Offen­ba­rung erhal­ten, die in der Geschich­te als der Beginn eines uner­mess­li­chen Reich­tums bleibt, den es der gan­zen Mensch­heit anzu­bie­ten gilt. […]. Der Islam sei­ner­seits zählt zu den Namen für den Schöp­fer auch den Namen All­er­bar­mer und All­barm­her­zi­ger. Die­se Anru­fung ist oft auf den Lip­pen der gläu­bi­gen Mus­li­me, die sich in der täg­li­chen Schwach­heit von der Barm­her­zig­keit beglei­tet und getra­gen wis­sen. Auch sie glau­ben, dass nie­mand der gött­li­chen Barm­her­zig­keit Gren­zen set­zen kann, denn ihre Tore ste­hen immer offen.
Die­ses Jubi­lä­ums­jahr, das wir im Geist der Barm­her­zig­keit leben, mag die Begeg­nung mit die­sen Reli­gio­nen und mit ande­ren ehr­wür­di­gen reli­giö­sen Tra­di­tio­nen för­dern. Es mache uns offe­ner für den Dia­log, damit wir uns bes­ser ken­nen und ver­ste­hen ler­nen. Es über­win­de jede Form der Ver­schlos­sen­heit und Ver­ach­tung und ver­trei­be alle Form von Gewalt und Dis­kri­mi­nie­rung.“

Jesus: „Was haben Christus und Beliar gemeinsam?“

„Sol­che inter­re­li­giö­sen Unter­neh­mun­gen, die sich mit öku­me­ni­schen Initia­ti­ven ohne jeden Siche­rungs­gurt sum­mie­ren, haben die Gleich­set­zung der von Jesus gestif­te­ten Kir­che mit dem Juden­tum und mit Islam und mit den ‚ande­ren ehr­wür­di­gen [!] reli­giö­sen Tra­di­tio­nen‘ zum Ziel“, so Quin­to. Das aber sei im Wider­spruch zur Ermah­nung des Apo­stels Pau­lus:

„Beugt euch nicht mit Ungläu­bi­gen unter das glei­che Joch! Was haben denn Gerech­tig­keit und Gesetz­wid­rig­keit mit­ein­an­der zu tun? Was haben Licht und Fin­ster­nis gemein­sam? Was für ein Ein­klang herrscht zwi­schen Chri­stus und Beli­ar? Was hat ein Gläu­bi­ger mit einem Ungläu­bi­gen gemein­sam? Wie ver­trägt sich der Tem­pel Got­tes mit Göt­zen­bil­dern? Wir sind doch der Tem­pel des leben­di­gen Got­tes“ (2 Kor 6,14–18).

Es wider­spre­che, so Quin­to, auch dem Depo­si­tum Fidei und dem Auf­trag der Kir­che. Der ein­zi­ge Zweck des Dia­logs mit Nicht-Chri­sten sei die Bekeh­rung der See­len. Das aber hei­ße nicht „Anpas­sung an die ande­ren, um auf Erden Frie­de und Glück zu garan­tie­ren“. Jesus habe den Apo­steln Anwei­sun­gen gege­ben, wie sie sich bei ihrer ersten Mis­si­on zu ver­hal­ten hat­ten:

„Wenn man euch aber in einem Haus oder in einer Stadt nicht auf­nimmt und eure Wor­te nicht hören will, dann geht weg und schüt­telt den Staub von euren Füßen.
Amen, das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom und Gomor­ra wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm erge­hen wie die­ser Stadt“ (Mt 10,14–15).

„Die Chri­sten aller Zei­ten muß­ten das Mar­ty­ri­um in Rech­nung stel­len, da ihre erste Pflicht die Bekräf­ti­gung ihres Glau­bens ist“, so Quin­to.

Die Antwort des heiligen Franz von Assisi an Sultan al-Malik

Das allein habe den hei­li­gen Franz von Assi­si 1219 ver­an­laßt, Sul­tan al-Malik zu tref­fen. Bei der Begeg­nung sag­te der Sul­tan zum Hei­li­gen, nach dem sich Papst Fran­zis­kus benann­te:

„Euer Gott hat in sei­nen Evan­ge­li­en gelehrt, daß ihr Böses nicht mit Bösen ver­gel­ten sollt […]. Um so mehr also soll­tet ihr Chri­sten nicht unse­re Län­der angrei­fen […]“, ant­wor­te­te der Hei­li­ge: „Mir scheint, Ihr habt nicht das gan­ze Evan­ge­li­um Chri­sti unse­res Herrn gele­sen. Er sagt näm­lich auch: ‚Und wenn dich dein Auge zum Bösen ver­führt, dann reiß es aus; es ist bes­ser für dich, ein­äu­gig in das Reich Got­tes zu kom­men, als mit zwei Augen in die Höl­le gewor­fen zu wer­den.‘ Damit woll­te er uns leh­ren, daß kein Mensch uns so Freund und so ver­wandt ist, und wäre er uns auch so teu­er wie ein Auge uns­res Kop­fes, daß wir ihn nicht ent­fer­nen, aus­rei­ßen, völ­lig aus­lö­schen soll­ten, wenn er ver­such­te, uns vom Glau­ben und von der Lie­be unse­res Got­tes weg­zu­füh­ren. Des­halb grei­fen die Chri­sten gerech­ter­wei­se Euch und Eure Län­der an, weil ihr den Namen Chri­sti belei­digt und so viel Men­schen Ihr nur könnt vom Glau­ben abbringt. Wenn Ihr aber den Schöp­fer und Erlö­ser der Welt ken­nen­ler­nen, beken­nen und anbe­ten woll­tet, wür­den sie Euch lie­ben, wie sich selbst.“

„Wer nicht die aller­hei­lig­ste Drei­fal­tig­keit, den Vater, den Sohn und den Hei­li­gen Geist liebt und anbe­tet, wer sich nicht bekehrt, der ist ein Feind, der von Jesus Chri­stus gegrün­de­ten Kir­che“, so Quin­to. „Die Fein­de liebt man als Men­schen, aber man kann nicht mit ihnen gemein­sa­me Sache machen. Sie sind stand­haft zu bekämp­fen und das ohne Kom­pro­mis­se, da die­se zur Kom­pli­zen­schaft in der Sün­de füh­ren.“

Spaltungen und Zerwürfnisse unter den Menschen sind eine Folge der Erbsünde

Franz von Assisi vor dem Sultan al malik
Begeg­nung des hl. Franz von Assi­si mit Sul­tan al-Malik

„Wer eine ande­re Wahr­heit lehrt und behaup­tet, daß die Barm­her­zig­keit vor der Gerech­tig­keit kommt, die für den hei­li­gen Tho­mas von Aquin ein Syn­onym für die Wahr­heit ist, will nicht zur Kennt­nis neh­men, daß die Spal­tun­gen, die wir auf die­ser Erde erle­ben, eine Fol­ge der Erb­sün­de sind. Der Hei­li­ge Augu­sti­nus schreibt, daß es sich um eine Spal­tung zwi­schen zwei Arten von Lie­be han­delt.“ Die eine Art der Lie­be sei rein, die ande­re unrein, die eine bemü­he sich, dem Gemein­wohl mit Blick auf die himm­li­sche Stadt zu die­nen, die ande­re sei bereit, auch das Gemein­wohl dem Eigen­nutz zu unter­wer­fen, die eine ord­ne sich Gott unter, die ande­re sei Gott feind­lich gesinnt. Die­se bei­den Arten der Lie­be habe sich zuerst bei den Engel gezeigt: die eine bei den guten Engeln, die ande­re bei den schlech­ten. Sie zei­gen die Unter­schei­dung zwi­schen den bei­den vom Men­schen­ge­schlecht gegrün­de­ten Städ­te an, die Stadt der Gerech­ten und die Stadt der Bösen, wobei die bei­den Städ­te auf Erden durch­ein­an­der gemischt sei­en bis zum Welt­ge­richt: die eine um in Beglei­tung der guten Engel das ewi­ge Leben unter ihrem König zu erlan­gen, die ande­re, um zusam­men mit den gefal­le­nen Engeln unter ihrem König in das ewi­ge Feu­er gewor­fen zu wer­den.

Pater Ste­fa­no Manel­li, der von Ber­go­glio kei­ne Barm­her­zig­keit erhielt und für den die Türen auch dann ver­schlos­sen blie­ben, nach­dem er sich demü­tig­te, öffent­lich um eine Audi­enz zu bit­ten, frag­te 2008 bei einem Ein­kehr­tag der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta in Flo­renz:

„Wel­che Sinn und wel­che Bedeu­tung kann heu­te die Tod­sün­de haben, wenn man sün­digt, aber den­noch geret­tet ist und in den Him­mel kommt wie jemand, der nicht sün­digt?“

Wer Hölle und Sünde leugnet, setzt letztlich Gott und Satan gleich: das aber bedeutet das Ende des Denkens

Die Hölle (Hortus deliciarum, 1125, von Äbtissin Herrad von Landsberg)
Die Höl­le (Hor­tus deli­ciar­um, um 1175, von Äbtis­sin Her­rad von Lands­berg)

„Letzt­lich“, so Quin­to, „muß man heu­te ein­ge­ste­hen, daß die Leug­nung der Höl­le – weil inexi­stent, weil geschlos­sen oder weil leer – ein Schach­matt für die Ehr­lich­keit bedeu­tet. Die Leh­re der ‚neu­en Barm­her­zig­keit‘, die dazu bei­trägt, die Ehr­lich­keit Schach­matt zu set­zen, wird genau­so im Schach­matt enden. Jeder Ver­such, die Tugend durch ein Arran­ge­ment mit dem Laster zu för­dern, kon­kret die Besei­ti­gung der Ehr­lich­keit durch ein Arran­ge­ment mit der Unehr­lich­keit, muß uner­bitt­lich im Schach­matt enden. Wer die Gerech­tig­keit mit der Unge­rech­tig­keit gleich­setzt, den rech­ten Schä­cher mit dem lin­ken, för­dert die­ses Schach­matt. Kon­se­quent zu Ende gedacht, bedeu­tet die­ses Den­ken die Gleich­set­zung von Wahr­heit und Irr­tum, von Gut und Böse, von Gna­de und Sün­de und letzt­lich von Gott und Satan. Damit endet der Gedan­ken­strang in der ratio­na­len und mora­li­schen Absur­di­tät. Letzt­lich ist damit das Den­ken zu Ende. Die infer­na­li­sche Leh­re der coin­ci­den­tia oppo­si­torum, einer der zen­tra­len Ideen der eso­te­ri­schen Alchi­mie, ist zusam­men mit ande­ren Rich­tun­gen der Gno­sis das ‚depo­si­tum spi­ri­tua­lis‘ der moder­nen Frei­mau­re­rei. Das aber ist die sata­ni­sche Rea­li­tät. Was aber hat sie mit der Kir­che zu schaf­fen? Oder müß­te man es anders sagen, viel­leicht so: Ein Dog­ma der Höl­le, umge­formt zu einer „Wahr­heit auf dem Papier“ und gegrün­det auf eine „Leh­re der neu­en Barm­her­zig­keit“, die das Laster mit der Tugend gleich­setzt, kann nur durch einen „Satan der sich als Engel des Lichts tarnt“ (2 Kor 11,14) gelehrt wer­den. Der Domi­ni­ka­ner Tomas Tyn (1950–1990) schrieb:

„Der Teu­fel hät­te kei­nen Zugang und könn­te kei­ne Ver­wü­stun­gen unter den See­len anrich­ten, wenn er sich nicht als Engel des Lichts tar­nen wür­de.“

Kardinal Siri: „Um in die Hölle zu kommen, muß man nicht an sie glauben“

Pater Ste­fa­no Maria Manel­li nahm bereits vor Jah­ren die Kri­tik an der neu­en fal­schen Barm­her­zig­keits­leh­re vor­weg, weil auch sie eine lan­ge Vor­ge­schich­te hat:

“Heu­te will das ver­rä­te­ri­sche Ver­schwei­gen der Wahr­heit über die Höl­le die Kir­che beherr­schen und beherrscht sie tat­säch­lich. Damit wer­den die Türen für alle nur erdenk­li­chen Greu­el geöff­net, für Ver­bre­chen jeder Art, die besten­falls der Redens­art nach noch als Sün­de bezeich­net, aber nicht mehr als sol­che ver­stan­den wer­den, denn laut einer geheim­nis­vol­len ‚Barm­her­zig­keits­leh­re‘ kommt nie jemand in die Höl­le.“

Und Kar­di­nal Giu­sep­pe Siri, so Quin­to, habe dazu geschrie­ben:

„Um in den Him­mel zu kom­men, muß man dar­an glau­ben, um in die Höl­le zu kom­men, muß man nicht dar­an glau­ben. Im Gegen­teil, wer nicht an die Höl­le glaubt, tut sich noch leich­ter.“

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wikicommons/FWG (Screen­shot)

49 Kommentare

  1. Ja die Höl­le, wie vie­le gibt es die nicht glau­ben, dass es sie gibt. Oder das bekann­te
    Schlag­wort, sogar von Theo­lo­gen und Bischö­fen ange­wandt :..die Höl­le ist leer !? Die­se
    dem Glau­ben wider­spre­chen­de Aus­sa­ge, wird mit Mit­tel­al­ter oder Aber­glau­be abge­tan. Das
    wür­de bedeu­ten, wir kom­men alle, alle in den Him­mel und es gibt des­halb auch kein Ge-
    richt. Die­se Behaup­tung ist des­halb in sich eine Sün­de, weil es vie­le noch gleich­gül-
    tiger macht. Jesus selbst hat in vie­len Gleich­nis­sen von der Höl­le gespo­chen, dem Ort
    wo Heu­len und Zäh­ne­knir­schen sein wird.

    • Gut, schaf­fen wir sie nicht gleich völ­lig ab, die Höl­le, hal­ten wir sie für geschlos­sen. Kei­ner muß da rein. Kon­se­quent ist dann auch das über­flüs­sig wer­den eines Gerichts. Schön. Es frägt sich bloß, ob der Ort, in den „barm­her­zi­ger­wei­se“ nun alle kom­men, noch der Him­mel ist? Oder ist das ein­fach das Nir­gend­wo, das Bana­le? Bedin­gen sich Him­mel und Höl­le nicht gegen­sei­tig?

      • Die Exi­stenz einer Höl­le ist den­knot­wen­dig. Der Him­mel hat mit Barm­her­zig­keit zu tun, die Höl­le mit Gerech­tig­keit. Es ist eben nicht ein­fach alles egal — und so han­deln Men­schen auch nicht.

  2. In die­sem Zusam­men­hang kön­nen wir uns an die Gegen­über­stel­lung des voll­kom­men gerech­ten und des voll­kom­men unge­rech­ten Men­schen erin­nern, über die der Phi­lo­soph Pla­ton in sei­nem Haupt­werk „Der Staat“, 2. Buch, gera­de­zu pro­phe­tisch nach­ge­dacht hat. In einer Zusam­men­fas­sung (von Alex Plank):

    Gegen­über­stel­lung eines unge­rech­ten und eines gerech­ten Men­schen
    Um zu einer genau­en Bestim­mung der Gerech­tig­keit zu gelan­gen stellt Glau­kon einen voll­kom­men unge­rech­ten und einen voll­kom­men gerech­ten Men­schen gegeb­über. Der Unge­rech­te ist dadurch defi­niert, dass sei­ne unge­rech­ten Taten nie­mand auf­deckt und, dass er inner­halb der athe­ni­schen Gesell­schaft hoch ange­se­hen ist, da „[es] der Gip­fel der Unge­rech­tig­keit ist, gerecht zu schei­nen, ohne es zu sein.“ [361a;128] Der voll­kom­men Gerech­te dage­gen ist ein edler Mensch, der von sei­ner Umge­bung als abso­lut unge­recht ange­se­hen wird. Die­se Bür­de soll sei­ne Gerech­tig­keit prü­fen.
    Das Resul­tat der Gegen­über­stel­lung ist, dass der Gerech­te geäch­tet wird und, dass ihm Leid zuge­fügt wird. Der Unge­rech­te dage­gen wird von sei­nen Mit­bür­gern als edler, tugend­haf­ter Mensch ange­se­hen. Aus sei­nem gesell­schaft­li­chen Stand zieht er sei­nen per­sön­li­chen Nut­zen, ohne dabei ertappt zu wer­den. Neben den Men­schen sind ihm auch die Göt­ter gewo­gen, weil er ihnen auf­grund sei­nes Anse­hens und sei­nes Reich­tums Opfer brin­gen kann. Die Dar­stel­lung Glau­kons beruht auf dem Gegen­satz vom Schein der Gerech­tig­keit und dem Sein des Unge­rech­ten, der auf Aischy­los zurück­geht.

    Pro­phe­tisch ist die­ser Text bis in die Ein­zel­heit, dass Pla­ton sagt, der voll­kom­me­ne Gerech­te wer­de den schänd­li­chen Tod am Pfahl ( = „staurós“ = Kreuz) ster­ben. Bestür­zend auch die über­ein­stim­men­den Züge des „voll­kom­men Unge­rech­ten“ mit Ver­wirk­li­chun­gen in der Geschich­te.

  3. Wür­de ich noch Kir­chen­steu­er zah­len, wür­de ich JETZT austreten,20 Mona­te nach dem Eintritt.Hätte ich die alte Lit­ur­gie nie ken­nen­ge­lernt, wür­de ich REUMÜTIG zu den Frei­kir­chen zurück keh­ren, die ja immer schon wuss­ten, dass der Papst der ANTICHRIST ist.

    So dage­gen wechs­le ich von der PETRUS- zur PIUS-Bru­der­schaft. Ich brau­che mehr Abstand als bis­her )on der HÄRETISCHEN Amts­kir­che
    , UM MEINE SEELE ZU RETTEN!

    • Moment mal, Luthers Behaup­tung, dass der dama­li­ge Papst der Anti­christ gewe­sen sei, ist defi­ni­tiv falsch, kor­rekt wäre die Aus­sa­ge: Die Frei­kirch­ler wuss­ten schon immer, dass der Anti­christ ein Papst sein wür­de!
      Und im übri­gen: In die­sen fürch­ter­li­chen, heu­chel­ri­schen Affen­zir­kus einer Frei­kir­che wür­de ich nie und nim­mer zurück­keh­ren, auch wenn mich die gro­ßen häre­ti­schen Tei­le der katho­li­schen Kir­che sehr schmer­zen, ich habe lan­ge über­legt ob ich kon­ver­tie­re oder heim­li­che katho­li­kin im Her­zen blei­be, aber je mehr ich dar­über nach­dach­te so dach­te ich: In der katho­li­schen Kir­che ist es unter Umstän­den aus­zu­hal­ten, in den ande­ren, sowohl Lan­des als auch Frei­kir­chen, nie und nim­mer, ich will auch den Trost, den die Jung­frau Maria spen­det, um nichts mehr mis­sen!
      Wenn man jetzt wegen des Gel­des aus der katho­li­schen Kir­che aus­tritt, weil man nicht will, dass sein Geld fal­schen Flücht­lin­gen in den Rachen geschmis­sen wird, kann ich das noch irgend­wie ver­ste­hen, aber dann wür­de ich lie­ber Rosen­kranz­be­ten­der offi­zi­el­ler Athe­ist blei­ben, als mir die Bos­heit der Frei­kir­che noch ein­mal antun zu müs­sen!
      Ich bin ehe­ma­li­ge Pro­te­stan­tin, hat­te aber län­ger mit Frei­kirch­lern engen Kon­takt!
      So viel Bos­heit wie durch sie habe ich nicht ein­mal durch die Athe­isten erfah­ren, die mir in der Schu­le: „Jude“ hin­ter­her geschrien haben!

  4. Der Arti­kel spricht vie­les aus, das ich tei­le.

    Aller­dings fin­de ich das Zitat des Hl. Fran­zis­kus aus­ge­spro­chen unglück­lich, weil es das Chri­sten­tum auf eine Stu­fe mit den Machen­schaf­ten des Islams stellt und unter­schlägt, dass Chri­stus gesagt hat, wer das Schwert neh­me, wer­de durch das Schwert umkom­men.
    Als Jesus das sag­te, war der gerech­te­ste, der denk­bar gerech­te­ste Grund für einen „hei­li­gen Krieg“ gege­ben!

    Nie­mand von uns weiß, was gesche­hen wäre, wenn die Kir­che kei­nen Kreuz­zug aus­ge­ru­fen hät­te, son­dern die ihr ange­mes­se­nen Wege des Gebets und der Buße.

    Fest­steht auf­grund der histo­ri­schen und unleug­ba­ren Fak­ten, dass Gott das Werk der Kreuz­zü­ge nicht mit Erfolg geseg­net hat und die, die das Schwert erho­ben haben, durch das Schwert umka­men. Der Ruf „Deus lo vult“ muss daher kri­tisch gese­hen wer­den: Will Gott einen Krieg, der sowie­so ver­lo­ren wird, also sinn­los ist? (Und dass im Krieg immer Miss­brauch getrie­ben wür­de, wusst der Herr ja im Vor­aus…)

    Die Zita­ti­on die­ser Aus­sa­ge des hl. Fran­zis­kus offen­bart jedoch, dass man in der Kir­che offen­bar schon immer ein Pro­blem damit hat­te, die Barm­her­zig­keit Got­tes rich­tig zu ver­ste­hen und sie rein mensch­lich und mate­ri­ell aus­leg­te.

    In einem gewis­sen Sin­ne ent­sprach die Hal­tung des Hl. Fran­zis­kus voll­kom­men der des isla­mi­schen „Barm­her­zig­keits­ver­ständ­nis­ses“: Hau drauf, wenn der ande­re nicht das glaubt und macht, was ich für rich­tig hal­te — selbst­ver­ständ­lich nur zu sei­nem „Heil“ — und sacke dabei auch gleich noch mög­lichst viel welt­li­che Macht ein.

    F. dreht das ein­fach um, bleibt aber in einer Par­al­le­li­tät zur isla­mi­schen Barm­her­zig­keits­auf­fas­sung ste­hen.

    Und im übri­gen: der „Son­nen­ge­sang“ des hl. Fran­zis­kus passt irgend­wie auch zu dem Licht­spek­ta­kel, sei­ner aus­führ­li­chen Natur­an­spra­che und der Ver­wei­ge­rung, den Namen Jesu zu nen­nen. Man kann sich fra­gen, wie­so der hl. Franz mit der Son­ne, dem Mond, der Erde, der „Mut­ter Erde“ gemein­sam den Schöp­fer anru­fen muss­te (den in die­sen Wor­ten auch Mus­li­me anru­fen könn­ten), und war­um auch der mit­tel­al­ter­li­che Hei­li­ge es nicht für nötig fand, unse­ren Herrn Jesus auch nur ein­mal dar­in zu nen­nen. Frag­wür­dig auch die Behaup­tung, der leib­li­che Tod sei uns „Schwe­ster“. Nach der Schrift ist der Tod der „Feind“. Der hl. Pau­lus schreibt, der „letz­te Feind“, der noch über­wun­den wird.

    Die Namens­wahl Ber­go­gli­os ist in ihren tief­sten Grün­den nach wie vor nicht geklärt.

    In der Akti­on F.s offen­bart sich ande­rer­seits die tie­fe Frag­wür­dig­keit vie­ler Din­ge in der Kir­che, die man irgend­wie immer geschluckt hat­te, die aber heu­te im Licht des F. anders aus­se­hen, als man es lan­ge wahr­ha­ben woll­te.

    • Wir wis­sen nicht, was pas­siert wäre, wenn es kei­ne Kreuz­zü­ge gege­ben hät­te, die Isla­mi­sie­rung unse­rer Län­der wäre unauf­halt­sam gewe­sen. Die Kreuz­zü­ge im gan­zen zu ver­ur­tei­len hal­te ich nicht für rich­tig und gerecht­fer­tigt.

      • Ob gerecht­fer­tigt oder nicht — wir kön­nen hier nur mensch­lich urtei­len, so eben, wie es uns der Men­schen­ver­stand ein­gibt. Man mag da zu unter­schied­li­chen, jeweils sehr wohl begrün­de­ten Urtei­len kom­men — eben nach mensch­li­chem Ver­ste­hen.

        Wenn man aber sagt: „Gott woll es so“, dann muss dabei auch eine sicht­lich gött­li­che Kraft erkenn­bar wer­den.

        Und an dem Punkt wer­de ich ehr­lich gesagt irre: die Kreuz­zü­ge haben nichts gebracht, nur Leid und Tod und den Auf­schwung von christ­li­chen Betrü­gern und Raff­häl­sen und den zuneh­men­den Ver­lust christ­li­cher Domä­nen in Byzanz bis hin zu Kon­stan­ti­no­pel. Ist es das, was Gott „woll­te“?

        Was sagen Sie denn dazu?

      • Wer sagt, man kön­ne in geist­li­chen Din­gen nur mensch­lich urtei­len, hat anschei­nend nicht ver­stan­den, dass geist­li­che Din­ge nur geist­lich, näm­lich im Hei­li­gen Geist, beur­teilt wer­den kön­nen. Das wie­der­um kön­nen nur sol­che, die den Hei­li­gen Geist in sich haben und von ihm erleuch­tet wer­den.

      • Sie sind ein Witz­bold mit Ihrem Anathem-Gestus!

        Wie so oft reagie­ren Sie auf etwas, das ich nicht gesagt habe.

        Oder ist für Sie ein Kriegs­zug ein geist­li­ches Ding, mit Beto­nung auf NUR GEISTLICH?

        Da tun sich ech­te Abgrün­de auf…Sie kön­nen sich ja mit den Isla­mi­sten die Hand rei­chen…

    • @ zeit­schnur
      Sie sagen oben: „Aller­dings fin­de ich das Zitat des Hl. Fran­zis­kus aus­ge­spro­chen unglück­lich, weil es das Chri­sten­tum auf eine Stu­fe mit den Machen­schaf­ten des Islams stellt und unter­schlägt, dass Chri­stus gesagt hat, wer das Schwert neh­me, wer­de durch das Schwert umkom­men. Als Jesus das sag­te, war der gerech­te­ste, der denk­bar gerech­te­ste Grund für einen „hei­li­gen Krieg“ gege­ben!“
      Ihre pri­va­te Null-Schwer­ter-Auf­fas­sung ent­spricht nicht dem Gesant­kom­plex der Wor­te Jesu im Zusam­men­hang mit dem Gebrauch des Schwer­tes als Waf­fe. Des­sen Gebrauch schließt er schon nicht aus, wenn er sagt: „Meint nicht, dass ich kam, Frie­den zu wer­fen auf die Erde; nicht kam ich, Frie­den zu wer­fen, son­dern ein Schwert“ (Mt 10,34).
      Bereits im Vor­feld sei­ner Gefan­gen­nah­me hat­te Jesus sei­ne Jün­ger auf­ge­for­dert, gerü­stet zu sein: „Jetzt.… soll, wer keins hat, sein Gewand ver­kau­fen und kau­fen ein Schwert.….Die aber spra­chen: Herr, sie­he, hier sind zwei Schwer­ter. Der aber sprach zu ihnen: Es ist genug.“ (Lk 22,38)
      Ihr Jesus-Zitat in der indi­rek­ten Rede, „wer das Schwert neh­me, wer­de durch das Schwert umkom­men“, gehört in den Kon­text der unmit­tel­ba­ren Gefan­gen­nah­me Jesu am Ölberg und darf nicht iso­liert betrach­tet wer­den, denn der gan­ze „Kom­plex“ lau­tet ange­sichts der ankom­men­den „gro­ßen Volks­men­ge mit Schwer­tern und Höl­zern“: „Und sie­he, einer derer mit Jesus, aus­streckend die Hand, zog her­aus sein Schwert, und, schla­gend den Skla­ven des Hoch­prie­sters, abhieb er des­sen Ohr. Da sagt ihm Jesus: Stecke dein Schwert weg an sei­nen Platz! Denn alle, die ein Schwert ergrei­fen, durchs Schwert wer­den sie ver­nich­tet wer­den.“ (Mt 26, 51.52, in der Über­set­zung des Mün­che­ner Neu­en Testa­ments)
      Das ist erst ein­mal auf die Gefah­ren­si­tua­ti­on bezo­gen und ganz kon­kret zu ver­ste­hen. Jesus will das Leben der Jün­ger nicht aufs Spiel set­zen, denn sie waren beru­fen wor­den, von IHM nach Tod und Auf­er­ste­hung Zeug­nis abzu­le­gen.
      Fazit: Jesu Schwert-Wor­te in sum­ma eig­nen sich nicht zu Ihrer histo­risch-theo­lo­gi­schen Beur­tei­lung der Kreuz­zü­ge

      • Das sind ver­zer­ren­de Über­in­ter­pre­ta­tio­nen, die in der NT-Sze­ne, ind er Jesus die­sen Satz sag­te, GAR nicht stecken.

        Jesus for­mu­liert hier — wenn ‚man sich etwas aus­kennt mit Spra­che und Rhe­to­rik — eine regel­rech­te Maxi­me. Sät­ze vom Typus „Wer dies oder jens tut, muss damit und damit rech­nen“ sind nie nur situa­ti­ons­be­zo­gen, son­dern neh­men die Situa­ti­on zum Anlass, einen all­ge­mein­gül­ti­gen Merk­satz zu for­mu­lie­ren.

        Sie kön­nen bei aller Sophi­ste­rei dem Satz Jesu nicht den Cha­rak­ter der Maxi­me neh­men — tut mir leid.

        Der ande­re Satz, den Sie zitie­ren, ist als Bezugs­punkt unge­eig­net, weil in die­sem Satz das „Schwert“ als Meta­pher ver­wen­det wird, was im ersten Satz auf­grund des rea­len Schwer­tes, das im Ein­satz istm, nicht zutref­fen kann.

        „Das Schwert brin­gen zwi­schen Per­so­nen“ heißt,dass er Aus­ein­an­der­set­zun­gen und v.a. Ent­zwei­ung um sei­net­wil­len vor­her­sagt.

      • @ zeit­schnur
        Sehr über­zeu­gend Ihre Ent­geg­nung, Gnä­dig­ste!
        Wie immer, wie erwar­tet!
        Mein Fazit zu Ihrer Kreuz­zugs­ideo­lo­gie bleibt voll­um­fäng­lich bestehen: Jesu Schwert-Wor­te in sum­ma eig­nen sich nicht zu Ihrer histo­risch-theo­lo­gi­schen Beur­tei­lung der Kreuz­zü­ge! Klar soweit?

      • @ „sophus“

        Jaja, die Namen, die man so vor sich her­trägt… hel­fen doch nicht zu ver­ste­hen, was ich gesagt hat­te.

        Macht nichts, Sophus: den­ken Sie doch ein­fach was Sie wol­len.
        Ich habe nichts dage­gen, erlau­be mir aber wei­ter­hin, nicht Ihrer Mei­nung zu sein.

        Hal­ten Sie das aus?

      • @ Werteste!Ob ich Ihr lang­jäh­rig anstu­dier­tes Halb­wis­sen und Ihre Arro­ganz in der Ver­mitt­lung Ihrer völ­lig neben­säch­li­chen Mei­nung aus­hal­te? Kei­ne Sorge,das schaf­fe ich! Über Ihren Hass auf die Kir­che und Ihre geschichts­klit­tern­den Ela­bo­ra­te über die­se kann ich mich aller­dings nur wundern!Ich hof­fe, Ihre kürz­lich auf katholisches.info bezo­ge­ne all­ge­mei­ne Forums­kritk beruh­te auf eini­ge lich­te Momen­te von Selbst­er­kennt­nis. „Es wird zu leicht­fer­tig irgend etwas daher­ge­schwätzt, meist ohne aus­rei­chen­den Wis­sens­hin­ter­grund, ohne Distanz zu den eige­nen Vor­ur­tei­len und Nar­zis­men und ohne eine zivi­li­sier­te Dis­kurs­fä­hig­keit.…“ Selbst­er­kennt­nis wäre der erste Weg zur Bes­se­rung! Hal­ten Sie eine sol­che auf Dau­er aus?

      • … da sagen Sie was Wah­res: Die Kir­che hat immer noch welt­li­cher Macht gegrif­fen und dar­an hat sie sich selbst so kor­rum­piert, dass sie nun unter­ge­hen wird in die­ser ihrer macht­gei­len Erschei­nung.

  5. Ist es wirk­lich Zufall,das der neue Star- wars Film gera­de jetzt her­aus­kommt mit dem Titel: „Das Erwa­chen der Macht“ !?
    Viel­leicht nur ein bischen „Spe­ku­la­ti­us“ zur Vor­weih­nachts­zeit aber trotz­dem inter­es­sant.
    Genau so wie die Titel­blät­ter des „Eco­no­mist“ …

  6. Der von Kar­di­nal Kas­per ver­tre­te­ne Rela­ti­vis­mus will den Glau­ben unter das Dik­tat des Posi­ti­vis­mus zwin­gen. Damit ver­kehrt sich aber der Glau­be ins Athe­isti­sche, er wird zu einer aufs Sub­jek­ti­ve beschränk­te Welt­an­schau­ung, die für sich kei­ne Letzt­gül­tig­keit bean­spru­chen kann. Somit hät­ten die Wor­te Jesu Chri­sti auch kei­ne Ver­bind­lich­keit, son­dern ver­blie­ben im Raum des frei Inter­pre­ta­ti­ven.

    Kar­di­nal Kas­per geht es in Wahr­heit nicht um Barm­her­zig­keit, die ja von Gerech­tig­keit nicht abge­löst wer­den kann und die­se gera­de ein­for­dert, son­dern um eine ideo­lo­gi­sche Instru­men­ta­li­sie­rung der Kir­che im Sin­ne der Gen­der-Ideo­lo­gie. Nicht der Glau­be treibt Kas­per, den scheint er längst ver­lo­ren zu haben, son­dern ein von ihm abge­lö­stes Inter­es­se. Drum muss­ten sich die afri­ka­ni­schen Bischö­fe von ihm beschimp­fen las­sen. weil sie dem Ansin­nen, Unge­ord­ne­tes als Geord­net anse­hen zu sol­len, sich wider­set­zen.

    • @ mar­tin eisel
      Goo­geln Sie erst, bevor Sie zu den abstrak­ten Begrif­fen eines Tex­tes, den Sie offen­sicht­lich nicht ver­stan­den haben oder nicht ver­ste­hen woll­ten, dumm­drei­ste Fra­gen stel­len und damit Ihre eige­nen Ver­ständ­nis­de­fi­zi­te offen­le­gen!

    • @ Mar­tin Eisel

      Vor­sicht — hier sit­zen die Colts locker bei gewis­sen Her­ren. Das hier ist das katho­li­sche Hun­nen­la­ger.

      Ich ver­ste­he Ihren Impuls, die­se ewig ste­reo­ty­pen Dumpf­be­grif­fe in Fra­ge zu stel­len, v.a. wenn der Schrei­ber sie in kei­ne kla­re Bezie­hung zu etwas Kon­kre­tem set­zen kann.

      Fürch­te aber, hier wer­den Sie ver­geb­lich Dis­ku­tan­ten auf Augen­hö­he fin­den.
      Die­se Her­ren wol­len sich gegen­sei­tig bestä­ti­gen. Las­sen wir sie doch ein­fach!

    • @ mar­tin eisel

      Kar­di­nal Kas­per hat defi­ni­tiv ein posi­ti­vi­sti­sches Wahr­heits­ver­ständ­nis. Er bestrei­tet das auch nicht, son­dern stellt das noch stolz her­aus. Der Posi­ti­vis­mus ist aber von sei­nem Grund­ver­ständ­nis der Erkennt­nis rela­ti­vi­stisch. Im Rela­ti­vis­mus, der Erkennt­nis auf das bloß Sinn­li­che, also die sinn­li­che Anschau­ung ver­kürzt, wird der Glau­be an Gott zu einer sub­jek­ti­ven Set­zung, die kei­nen objek­ti­ven Wahr­heits­ge­halt bean­spru­chen kann. Ein Athe­ist sieht das nicht anders. Es gibt durch­aus „tole­ran­te“ Athe­isten! Kir­chen­für­sten wie Kar­di­nal Kas­per und Kar­di­nal Marx ent­lar­ven sich immer deut­li­cher als eigent­lich athe­istisch den­ken­de „Hir­ten“.

      Zur Gen­der-Ideo­lo­gie sei der Hin­weis erlaubt, dass die­se sich wesent­lich dadurch aus­zeich­net, dass vom natür­li­chen Geschlecht und sei­ner gegen­sei­ti­gen Hino­rd­nung abstra­hiert wird. Die Gen­der-Ideo­lo­gie stellt die natür­li­che Bestim­mung des Men­schen infra­ge. Wo also das Unge­ord­ne­te zum Geord­ne­ten erklärt wird, hat das mit christ­li­chem Glau­ben nichts mehr zu tun. Im Gegen­teil, die Gen­der-Ideo­lo­gie negiert die Schöp­fungs­ord­nung. Kar­di­nal Kas­per sym­pa­thi­siert mit die­ser Nega­ti­on, mit Katho­li­zi­tät ist das unver­ein­bar!

    • @ Wer­te­ste! Ihre Anbie­de­rung an das von @ mar­tin eisl Gesag­te ist ein wei­te­rer Beleg für Ihr aggres­si­ves Halb­wis­sen und Ihre unver­sie­gen­de Arro­ganz bei des­sen Ver­brei­tung. Zu Ihrem Dau­er­hass auf die Kir­che kommt Ihr krank­haf­ter Hass auf Män­ner, die Ihren nicht Genü­ge tun oder gar wider­spre­chen. In den oben erwähn­ten, lich­ten Momen­ten von Selbst­er­kennt­nis sag­ten Sie noch völ­lig zurecht: „Kom­ple­xe Din­ge kann man nicht kurz abhan­deln. Man muss sie gründ­lich betrach­ten, um ihnen gerecht zu wer­den“. War­um hal­ten Sie sich nicht selbst dar­an? Der Satz Jesu: „Stecke dein Schwert weg an sei­nen Platz! Denn alle, die ein Schwert ergrei­fen, durchs Schwert wer­den sie ver­nich­tet wer­den.“ (Mt 26, 51.52, in der Über­set­zung des Mün­che­ner Neu­en Testaments)gehört in die histo­ri­sche Situa­ti­on der Gefan­gen­nah­me Jesu am Ölberg und muss zuerst ange­sichts der her­an­na­hen­den Über­macht als Wah­rung an die Jün­ger histo­risch ver­stan­den wer­den. Denn deren Bereit­schaft, Jesus gegen die Angrei­fer zu ver­tei­di­gen, ist der Anlass zu die­sem Satz. Dage­gen stellt Ihre aus dem Kon­text gelö­ste Inter­pre­ta­ti­on tat­säch­lich eine die son­sti­gen Schwert-Wor­te Jesu ver­zer­ren­de Über­in­ter­pre­ta­tio­nen dar, deren Anwen­dung auf die Kreuz­zü­ge und deren Ver­an­las­sung unter Ver­ken­nung von Ursa­che und Wir­kung blan­ken, kir­chen­feind­li­chen Unsinn her­vor­bringt.

      • Hoch­ver­ehr­ter Sophus,
        die Reak­ti­on der wehr­ten @ zeit­schnur ist nicht erstaun­lich, frönt sich doch ledig­lich ihrem femi­ni­sti­schen Res­sen­ti­ment.

  7. In einem aus­führ­li­chen Arti­kel lässt das katho­li­sche Maga­zin „Life Site“ meh­re­re Exper­ten zu Wort kom­men und weist noch ein­mal nach: „Fiat lux“ war eine mit raf­fi­nier­ten mind-con­trol-Tech­ni­ken arbei­ten­de, auf ido­lo­la­tri­sche Erd­ver­eh­rung ein­stim­men­de okkul­ti­sti­sche Licht-Show, von pro­fes­sio­nel­len New-Age-Anhän­gern gestal­tet und vom Papst per­sön­lich geneh­migt, der sich die Show vom Bal­kon aus anschau­te.

  8. Ver­ge­ben kann nicht zu Gerech­tig­keit dazu­ge­hö­ren, das ist rich­tig. Nach­dem eine Ent­schei­dung über ein Ver­be­chen gemacht wur­de, kön­nen die Betrof­fe­nen dem Schul­di­gen ver­ge­ben. Aber genau des­halb ist es kom­plett unlo­gisch zu sagen, das man Gerech­tig­keit ent­kom­men kann, ein­fach in dem man an etwas Bestimm­tes glaubt. Dies macht es auch gleich­lich unsin­nig zu sagen, das Ungläu­bi­ge bestraft wer­den, ein­fach weil sie nicht von der Reli­gi­on über­zeugt wah­ren. Ein all­wis­sen­der, güti­ger Gott wür­de ver­ste­hen war­um die Men­schen skep­tisch blie­ben, oder war­um sie ande­ren Reli­gio­nen angehören(was nor­ma­ler­wei­se dürch Erzie­hung erklärt wer­den kann). Man soll­te sich danach ori­en­tie­ren, wel­chen Effekt die eige­nen Hand­lun­gen auf ande­re haben, anstadt nur dar­auf zu fokus­sie­ren on man spä­ter in den Him­mel kommt. Wenn man natür­lich ver­sucht ins­ge­samt ein mora­lisch kor­rek­tes Leben zu füh­ren, und sich gleich­zei­tig an den Gefüh­len sei­ner Ummen­schen ori­en­tiert, ist das opti­mal. Wäh­rend­des­sen kan man sei­nen Mei­nun­gen zu Moral und der Welt ver­brei­ten, aber ande­re für ihre Ansich­ten dis­kri­mi­nie­ren und bedro­hen ist unbe­dach­te, dum­me Hand­lung.

    • JAT, wir müs­sen am Ende vor unse­rem Rich­ter bestehen. Nur das zählt.
      Und es reicht auch für alles ande­re.

  9. @ mar­tin eisel

    Seit wann ist das Fest­hal­ten an Wahr­heit pha­ri­sä­er­haft?

    Im Gegen­teil, die Pha­ri­sä­er waren es doch, die ihre Ideo­lo­gie(!) um jeden Preis ver­tei­dig­ten und dafür Jesus Chri­stus ans Kreuz schlu­gen. Für die Wahr­heit ein­tre­ten, setzt vor­aus, für sie offen zu sein. Wo die­se Offen­heit fehlt bzw. durch ideo­lo­gi­sche Prä­mis­sen ver­dun­kelt wird, da wird der Glau­be schnell zur Heu­che­lei.

    Der Rela­ti­vis­mus a la Kar­di­nal Kas­per ersetzt Wahr­heit durch Schein. Wer sein Leben auf den stets der neue­sten Mode unter­lie­gen­den Schein auf­baut, wird irgend­wann zwangs­läu­fig mer­ken, dass das nur auf Irr­we­ge füh­ren kann. Es geht auch nicht dar­um, ein star­res Gesetz­tes­sy­stem zu befol­gen, son­dern die Sinn­haf­tig­keit der Schöp­fung auch als sol­che zu erken­nen. Wo aber die Ord­nung der Schöp­fung rela­tiv auf­ge­fasst wird, ver­liert sie ihren Sinn. Schöp­fung wäre dann ein sinn­lo­ses Spiel eines Demi­ur­gen, der ledig­lich mit sei­nen Geschöp­fen Scha­ber­nack treibt. Das kann wohl kaum christ­li­cher Glau­be sein.

    Übri­gens; wenn alles ohne­hin die­sel­be Wer­tig­keit hat, wor­aus ergibt sich dann, was gut und was böse ist?

    • Klei­ne Nach­be­mer­kung:

      Ich ver­ste­he ganz und gar nicht, war­um die Kas­pe­ria­ner nicht die nahe lie­gen­de Kon­se­quenz zie­hen und ver­kün­den, dass der neue­ste Trend rela­ti­vi­sti­scher Glau­bens­pra­xis bei Mar­got Käß­mann zu fin­den ist und daher alle Glau­ben­den sich an die­sem „Licht“ ori­en­tie­ren soll­ten.

    • Hoch­ver­ehr­ter @ Sua­rez
      Papst Fran­zis­kus und die Kas­pe­ria­ner, so fürch­te ich, bewe­gen sich in ihrer rela­ti­vi­sti­schen Glau­bens­auf­fas­sung und den damit ver­bun­de­nen Reform­plä­nen bewusst auf Mar­got Käß­mann zu, der Beauf­trag­ten der Evan­ge­lisch-luthe­ri­schen Kir­che zur Gestal­tung des 500 jäh­ri­gen Luther-Jubi­lä­ums 2017. Bis dahin soll weit­ge­hend rea­li­siert wer­den, was seit den Dia­log­be­schlüs­sen von Ful­da an Refor­men geplant war und eini­ges dar­über hinaus.Um was es geht, hat der sei­ner Sache offen­sicht­lich sehr siche­re Frank­fur­ter Stadt­de­kan Johan­nes zu Eltz, Absol­vent der Jesui­ten­hoch­schu­le Frank­furt, offen­her­zig gegen­über der Frank­fur­ter Pröb­stin Gabrie­le Scher­le bekannt. In einem Inter­view der FAZ hat die Pröp­stin geäu­ßert, dass sie eine Kir­chen­ge­mein­schaft wol­le, in der sich Kir­chen unter­schied­li­cher Tra­di­tio­nen gegen­sei­tig aner­ken­nen. Dar­auf hat der Frank­fur­ter Stadt­de­kan zu Eltz geant­wor­tet „Und wenn wir von dort aus nach unse­ren Ursprün­gen fra­gen, dann wer­den wir uns wie­der tref­fen, aber eben nicht in ver­söhn­ten Kir­chen, die insti­tu­tio­nell von­ein­an­der unab­hän­gig sind, son­dern in einer gemein­sa­men Kir­che mit leben­di­gen Ver­schie­den­hei­ten. Mein Lang­zeit­pro­jekt ist die theo­lo­gisch begrün­de­te Dele­gi­ti­mie­rung evan­ge­li­scher Kirch­lich­keit durch die Inte­gra­ti­on refor­ma­to­ri­scher Ele­men­te in die katho­li­sche Kir­che.
      Zum Bei­spiel ist das „Prie­ster­tum aller Gläu­bi­gen“ so katho­lisch wie es evan­ge­lisch ist. Die zen­tra­le Gestalt der Kir­che ist der Laie, der zum Gebrauch sei­ner Gaben gekom­men ist, nicht der geweih­te Prie­ster, der ihm dabei behilf­lich sein soll. Zu mei­nen, bei uns wür­den die Hier­ar­chen auf dem Schild durchs Dorf getra­gen, ist ein Miss­ver­ständ­nis, das über­wun­den wer­den muss. Daher kommt ja mein Vor­schlag, dass die katho­li­sche Kir­che den Rah­men zur Ver­fü­gung stellt, damit Sie in Ruhe pro­te­stan­tisch sein kön­nen“. Das Inter­view hat­te nach mei­ner Erin­ne­rung 2011 statt­ge­fun­den. Heu­te, vier Jah­re spä­ter ist die päpst­lich-kas­pe­ria­ni­sche Vor­be­rei­tung der Inte­gra­ti­on refor­ma­to­ri­scher Ele­men­te in die katho­li­sche Kir­che im Hin­blick auf 2017 in vol­lem Gan­ge — es sei denn, den moder­ni­sti­schen Kräf­ten wird nicht recht­zei­tig der in Wahr­heit damit ver­bun­de­nen Dele­gi­ti­mie­rung katho­li­scher Kirch­lich­keit Ein­halt gebo­ten.

    • @ mar­tin eisel

      Ist die Exi­stenz Got­tes für Sie eine all­ge­mei­ne oder spe­zi­el­le(?) Wahr­heit oder ledig­lich eine sub­jek­ti­ve Ein­bil­dung?

      Und ist der katho­li­sche Glau­be an die Drei­fal­tig­keit eine spe­zi­el­le Wahr­heit oder eine all­ge­mei­ne?

      Und wie set­zen Sie Wahr­heit in Bezug zum Glau­ben, wenn Wahr­heit für Sie kei­ne Ver­bind­lich­keit hat?

      Übri­gens kön­nen Kon­ser­va­ti­ve auch rela­ti­vi­stisch sein, inso­fern irren Sie mit Ihrer ver­eng­ten Asso­zia­ti­on.

      Inter­es­sant erscheint mir, dass Sie nun die Pha­ri­sä­er ver­tei­di­gen. Oben dien­ten sie Ihnen noch als Mit­tel der Her­ab­set­zung!

    • Hoch­ver­ehr­ter @ Sophus
      Der Gedan­ke, eine Ein­heit mit dem Pro­te­stan­tis­mus wie­der her­zu­stel­len, ist ja nicht neu und der Frank­fur­ter Stadt­de­kan spricht nur aus, was unter zahl­rei­chen deut­schen Bischö­fen Kon­sens ist.

      Man muss jedoch die Fra­ge stel­len, was über­haupt von christ­li­chen Glau­ben noch übrig bleibt, wenn „die katho­li­sche Kir­che den Rah­men zur Ver­fü­gung stellt, damit alle(!) in Ruhe pro­te­stan­tisch“ sein müs­sen(!). Genau bese­hen han­delt es sich bei die­sem Pro­gramm um eine Ent­lee­rung des Glau­bens, der, dem Zeit­geist radi­kal unter­wor­fen, ledig­lich noch Sozi­al­funk­ti­on hat. Er wird redu­ziert auf Sozi­al­po­li­tik, wobei der Anteil derer, die noch aktiv am Schein teil­neh­men, ver­schwin­dend klein ist. Von den Katho­li­ken im Bis­tum Lim­burg gehen gera­de mal 8 Pro­zent in die sonn­täg­li­che Mes­se, mit stets sin­ken­der Ten­denz. Ein Inter­es­se an dem, was Johan­nes zu Elz in sei­nem Pro­gramm ent­wirft, besteht also bei 92 Pro­zent der Katho­li­ken gar nicht. Die Rea­li­tät des Glau­bens in unse­rem Land spricht Bän­de, was die Früch­te des Kon­zils­geist anbe­langt. In abseh­ba­rer Zeit stellt die Lim­bur­ger „Kir­che“ auch den Rah­men zur Ver­fü­gung, dass man auch in Ruhe athe­istisch sein kann. Was man dann noch in der Kir­che soll, weiß der Stadt­de­kan nicht zu beant­wor­ten. Der Pro­te­stan­tis­mus, wie er von Mar­got Käß­mann pro­pa­giert wird, hat mit Glau­ben schon lan­ge nichts mehr zu tun. Er ist eine Welt­an­schau­ung, wie es die­se Dut­zen­de ande­re auch gibt. Hier ent­schei­det nicht Wahr­heit, son­dern der Geschmack. Deut­li­cher als der Frank­fur­ter Stadt­de­kan kann man eine Bank­rott­erklä­rung nicht zum Aus­druck brin­gen. Herrn zu Elz fällt nicht ein­mal auf, dass die Unru­he längst nicht mehr in Fra­gen des Sola scrip­tu­ra zu suchen ist, son­dern dar­in, dass sich der Glau­be über wei­te Strecken in unse­rem Land schon so weit ver­flüch­tigt hat, dass man gar nicht mehr von einem christ­li­chen Glau­ben spre­chen kann. Es ist noch die äuße­re Hül­le da, nicht mehr. Inso­fern spielt es über­haupt kei­ne Rol­le, wor­an sich wer anpasst. Mar­got Käß­mann und Johan­nes zu Elz trennt kei­ne Viel­falt, im Gegen­teil, man ist ver­eint im Gei­ste „plu­ra­li­sti­scher“ Flach­heit. Wo das Niveau des Gei­sti­gen immer wei­ter redu­ziert wird, herrscht am Ende zwar Ein­tracht, aber um den Preis völ­li­ger Nich­tig­keit. Lei­der nimmt das Bis­tum Lim­burg hier mitt­ler­wei­le eine Vor­rei­ter­rol­le ein.

  10. Herr Eisel! Kön­nen Sie auch ein­mal etwas Sub­stan­ti­el­le bei­tra­gen? Viel­leicht sogar etwas sub­stan­ti­ell Posi­ti­ves?
    Und was die Wahr­heit angeht: Die IST nun ein­mal ohne Arti­kel. Ihr Insi­stie­ren auf einen Arti­kel zeigt Sie ja selbst als Rela­ti­vist. So etwas wird hier eben erkannt, bei Ihnen wie auch bei Kar­di­nal Kas­per.

    • Ver­zei­hen Sie mir, @ Kir­chen­ka­ter, aber Mar­tin Eisel spie­gelt die Sub­stanz­lo­sig­keit der Arti­kel derer, die ihn in der Manier von Wege­la­ge­rern über­fal­len, ja nur wider.
      Auch wenn die Her­ren vie­le Wor­te machen, bleibt letzt­end­lich nichts Sub­stan­zi­el­les übri­ge. dar­auf hebt Herr Eisel wohl ab. Sie wer­fen mit irgend­wel­chen ‑Ismen um sich, ohne dass damit Wahr­heit geklärt wür­de.

      Die Wahr­heit ent­zieht sich jeder begriff­li­chen Ein­zwän­gung in sol­che, noch dazu rein nega­ti­ve ‑Ismen.

      Die Wahr­heit ist eine Per­son: Jesus. Und er ist der gött­li­che Logos, durch den alle Din­ge gemacht sind.

      Die­sen Logos aber lässt sich nicht als Kampf­be­griff ver­ein­nah­men. Und dar­an kran­ken die Bei­trä­ge hier auch mas­siv.

      Was immer in uns an Erkennt­nis hier auf Erden wächst — es ist und bleibt Stück­werk. Das Wirk­li­che kommt für uns erst noch. Dort, so sag­te es der Herr, wer­den wir kei­ne Fra­gen mehr haben.

      Solan­ge man aber fragt, hat man die Wahr­heit noch nicht voll erkannt. Man kann Wahr­heit erken­nen, aber nicht „die“ vol­le Wahr­heit:

      „Wir sehen jetzt durch einen Spie­gel ein dunk­les Bild; dann aber von Ange­sicht zu Ange­sicht. Jetzt erken­ne ich stück­wei­se; dann aber wer­de ich erken­nen, wie ich erkannt bin.“ (1. Kor 13, 12)

      Laut hl. Pau­lus hört sogar das Erken­nen auf — allei­ne die Tat­sa­che, dass wir in Erkennt­nis­pro­zes­sen stecken, offen­bart, dass wir „die“ Wahr­heit nicht „wis­sen“.
      Es ist anders her­um: Jesus Chri­stus, der der Weg, die Wahr­heit und das Leben ist, wie er sag­te, hält uns fest. Nicht wir bau­en ihm ein Haus, son­dern er baut uns ein Haus und holt uns igrend­wann heim.

      Dar­auf — nur dar­auf hof­fe ich für mich.
      Wer wäre auch nur einer von uns, der sich ver­mes­sen könn­te, hier nicht im „Dunk­len Bild“ zu stecken!

      • @ zeit­schnur

        „Die­sen Logos aber lässt sich nicht als Kampf­be­griff ver­ein­nah­men. Und dar­an kran­ken die Bei­trä­ge hier auch mas­siv.“

        Was machen Sie denn hier fast täg­lich?

        Ihre Kom­men­ta­re sind doch nichts ande­res als Kampf­schrif­ten!

        Sie haben wirk­lich das unnach­ahm­li­che Talent, sich selbst als letz­te Wahr­heit zu postu­lie­ren.

        Ihr Anlie­gen ist sicht­bar eman­zi­pa­to­risch, wobei Sie den Glau­ben ledig­lich als Vehi­kel benut­zen.

      • Es geht hier nicht dar­um, ob man die Wahr­heit erken­nen kann — da lie­gen Sie ganz rich­tig — son­dern dar­um, ob man davon spricht, daß es eine gibt.

  11. @ mar­tin eisel

    Und der Rela­ti­vis­mus stellt das gesam­te Leben unter die Herr­schaft des Bana­len.

    Eine Ent­wick­lung setzt ein Ziel vor­aus, wohin sich sinn­voll der Mensch ent­wickelt. Fällt die­ser Sinn weg, gibt es kei­ne Ent­wick­lung, son­dern ledig­lich ein „Auf der Stel­le Tre­ten“, wie es Beckett in sei­nen Thea­ter­stücken beschreibt.

    Nach Ihrer Logik wäre jeder Mathe­ma­ti­ker, der an der Wahr­heit logi­scher Geset­ze fest­hält ein Fana­ti­ker. An Wahr­heit fest­zu­hal­ten ist kein Fana­tis­mus. Die Pha­ri­sa­er haben auch nicht an der Wahr­heit fest­ge­hal­ten, son­dern am Schein. Genau dage­gen wen­det sich ja Jesus. Sie schei­nen das nicht erste­hen zu wol­len.

    War­um hat sich Jesus Chri­stus für die Wahr­heit ans Kreuz schla­gen las­sen?

    War er ein Fana­ti­ker? Ist das nun die neue Glau­bens­aus­le­gung a la Kar­di­nal Kas­per?

    • @ mar­tin eisel

      Sie ver­ste­hen es mei­ster­haft, nichts zu sagen. Dar­in drückt sich die Kunst des Rela­ti­vis­mus aus. Am Ende löst sich alles im Ser­mon des Unbe­stimm­ten auf.

      Ihr Vor­wurf der Dif­fa­mie­rung der „säku­la­ren Kul­tur“ zeigt deut­lich, dass Sie jede Kri­tik an den ideo­lo­gi­schen Prä­mis­sen des Posi­ti­vis­mus für unzu­läs­sig hal­ten. Damit schrän­ken gera­de Sie das Den­ken radi­kal ein. Man könn­te das auch das Errich­ten von Denk­ver­bo­ten nen­nen. Eine tie­fe­re Ana­ly­se des Posi­ti­vis­mus ist hier selbst­re­dend nicht zu lei­sten, das ist auch nicht der Sinn und Zweck die­ses Forums. Ich hat­te an ande­rer Stel­le schon auf die „Nega­ti­ve Dia­lek­tik“ von TH.W. Ador­no ver­wie­sen. Ador­no ist sicher unver­däch­tig einem Revi­sio­nis­mus anzu­hän­gen. In sei­ner Betrach­tung der Auf­klä­rung und ihrer inne­ren Ten­denz kommt Ador­no zu dem Schluss, dass die Auf­klä­rung, so wie sie sich aus der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on defi­niert und wei­ter ent­wickelt habe, sich mitt­ler­wei­le zum tota­len Betrug(!) der Mas­sen gewan­delt habe. Die Ursa­che für die­se Ver­keh­rung der Auf­klä­rung ins radi­kal Irra­tio­na­le ist dar­in zu suchen, dass in ihr Set­zun­gen ver­ab­so­lu­tiert wer­den, die sich aus der Ver­nunft selbst nicht her­lei­ten las­sen.

      Rela­ti­vis­mus in der katho­li­schen Kir­che ist auch kein von mir erfun­de­ner Ter­mi­nus son­dern fin­det sich in zahl­rei­chen Arti­keln über die inner­kirch­li­che Ent­wick­lung nach dem Vati­ca­num II, so ins­be­son­de­re auch bei Joseph Ratz­in­ger schon anfang der 70er Jah­re. Das Wort bezeich­net eine Ten­denz, das Den­ken bewusst im Nebu­lö­sen zu hal­ten und sich so jed­we­der nähe­ren Bestim­mung mit dem Ver­weis auf Geschicht­lich­keit zu ver­wei­gern. Der Posi­ti­vis­mus spricht aus­drück­lich davon, dass Wahr­heit nur rela­tiv — also nur zeit­be­zo­gen — Gül­tig­keit habe, wobei dann die unbe­ant­wor­te­te Fra­ge im Rau­me steht, ob dann über­haupt noch von Wahr­heit sinn­voll gespro­chen wer­den kann.

      Mit mei­nem Bei­spiel habe ich kei­nes­falls mathe­ma­ti­sche Logik mit Glau­be gleich­ge­setz. Dar­um ist aber Glau­be kein lee­res Spiel, in dem jeder nach eige­ner Will­kür bestim­men kann, was als wahr zu glau­ben ist und was nicht. Es ging mir dar­um fest­zu­hal­ten, dass ein Glau­be, der die Fra­ge nach Wahr­heit auf­gibt, sich am Ende selbst auf­gibt und zur blo­ßen Illu­si­on wird. Nur wo Glau­be an Wahr­heit fest­hält, die außer­halb des Sub­jek­tes liegt und nicht mit ihm zusam­men­fällt, hat er Vita­li­tät. Inso­fern ist der Wahr­heits­be­zug sub­stan­ti­ell für den Glau­ben.

      Inter­es­san­ter­wei­se gehen Sie mit kei­nem Wort auf mei­nen Hin­weis auf Kri­tik der Kunst am Posi­ti­vis­mus unse­rer Zeit ein (Samu­el Beckett), die den Men­schen im Zustand des Im-Kreis-Gehens dar­stellt. Lesen Sie ein­mal Tho­mas Bern­hards Roma­ne und Thea­ter­stücke und Sie wer­den eine tie­fe Ver­zweif­lung über unse­re Kul­tur aus­ge­drückt fin­den, wobei Tho­mas Bern­hard sicher kein Freund der katho­li­schen Kir­che war. Ihr nai­ves Gemäl­de der heu­ti­gen Zeit als bun­te Welt ist eben Schein, der schon von der Kunst als sol­cher längst ent­larvt wur­de.

      Ich könn­te Ihnen auch eine Rei­he wei­te­rer Phi­lo­so­phen nen­nen, die ihr etwas nai­ves Bild der Eman­zi­pa­ti­on der Moder­ne kri­tisch hin­ter­fra­gen und dabei kei­nes­falls zu einem beru­hi­gen­den Befund kom­men.

      „Der Glau­be der Pha­ri­sä­er war für jene ge-
      nau­so­we­nig Schein wie der Glau­be Hon­eckers an den Sieg des KOm-
      munis­mus.“

      Dem ist durch­aus zuzu­stim­men, nur beruht der Irr­tum dar­auf, dass das sub­jek­ti­ve Wahr­heits­ver­ständ­nis von bei­den ver­ab­so­lu­tiert wur­de. Hon­ecker wäre gar nicht auf die Idee gekom­men, sein Welt­bild dahin­ge­hend zu hin­ter­fra­gen, ob es wahr ist. Genau dar­in drückt sich das Grund­mu­ster des Ideo­lo­gi­schen aus, es ver­mei­det die Fra­ge nach der Wahr­heit und belegt sie mit einem Denk­ver­bot.

      Es ist ja gera­de das Beäng­sti­gen­de an Kar­di­nal Kas­per, dass er sei­ne The­sen nicht als sol­che behan­delt, son­dern als letzt­gül­ti­ge Wahr­heit, der man sich gefäl­ligst zu unter­wer­fen habe. Wenn Kas­per in den Raum stellt, Barm­her­zig­keit über­stei­ge immer Gerech­tig­keit, so muss man sehr wohl die Fra­ge stel­len, ob das wahr sein kann. Genau da will aber Kas­per und sei­ne Apo­lo­ge­ten jede Kri­tik als unzu­läs­sig bei­sei­te schie­ben und zwar durch eine mehr als üble Tak­tik, indem man die­je­ni­gen, die der The­se kri­tisch gegen­über­ste­hen, als mora­lisch nicht inte­ger hin­stellt. Da passt ihr Bei­spiel Hon­ecker in treff­li­cher Wei­se. Auch für Hon­ecker war jeder, der den Kom­mu­nis­mus nicht als selig machend ansah, mora­lisch dis­kre­di­tiert und ver­fiel dem Ver­dikt ein Gest­ri­ger zu sein, der sich der Not­wen­dig­keit der Geschich­te wider­setzt und ent­spre­chend eli­mi­niert wer­den muss.

      Auch die Fra­ge nach der Schöp­fungs­ord­nung ist für den christ­li­chen Glau­ben zen­tral. Wo die­se Ord­nung dahin­fällt, fällt auch der Glau­be dahin, weil er die­se Ord­nung zwin­gend ein­schließt. Es geht hier um Kon­si­stenz, denn wo sie fehlt, zer­stört sich der Glau­be not­wen­dig.

      Ich weiß durch­aus, dass mit dem von mir Gesag­ten die Kom­ple­xi­tät des The­mas nur berührt, nicht jedoch geklärt wird. Doch dar­um sich gar nicht erst um eine Annä­he­rung an die­se Fra­ge­stel­lung zu bemü­hen, son­dern bewusst im Unbe­stimm­ten sich zu behei­ma­ten, kommt eben dem Betrug an den Men­schen gleich, den Ador­no so deut­lich kri­ti­sier­te.

  12. Hoch­ver­ehr­ter @ Sua­rez
    Sie haben zu @ zeit­schnur mit Recht gesagt:
    „ Ihre Kom­men­ta­re sind doch nichts ande­res als Kampf­schrif­ten!
    Sie haben wirk­lich das unnach­ahm­li­che Talent, sich selbst als letz­te Wahr­heit zu postu­lie­ren.
    Ihr Anlie­gen ist sicht­bar eman­zi­pa­to­risch, wobei Sie den Glau­ben ledig­lich als Vehi­kel benut­zen“.
    Die­se Ihre Kurz­ana­ly­se trifft den Kern des Pro­blems „zeit­schnur“, einer 52-jäh­ri­gen FRAU, die nicht mehr die Pene­tranz ihrer eige­nen Ela­bo­ra­te zu erken­nen scheint. Haben Sie ihre „Ver­tei­di­gungs­schrift“ im Thread „Papst Fran­zis­kus und die „geschei­ter­ten Ehen“ – Neu­re­ge­lung kün­digt Cha­os an“ von heu­te gele­sen?
    Es ist eine rei­ne Kampf­schrift mit dem Glau­ben als Vehi­kel, die ihr zur Selbst­recht­fer­ti­gung ihrer eige­nen Wort­ge­walt­tä­tig­kei­ten dient, derer sie sich gegen Mit­fo­ri­sten all­ge­mein, aber vor allem mir gegen­über von Anfang an allü­ren­haft und in her­ab­set­zen­der Wei­se bedient hat.

    • Hoch­ver­ehr­ter Sophus,
      eine gewis­se Gelas­sen­heit scheint mir bei @ zeit­schnur hin­sicht­lich ihrer Tira­den ange­bracht. Klug­heit wird immer dann bela­stend, wenn sie sich nicht frei in den Dienst der Wahr­heits­su­che stellt, son­dern ein Denk­sche­ma ver­tei­digt, das per­sön­li­cher Ver­let­zung ent­springt.

    • Hoch­ver­ehr­ter @ Sua­rez
      Dan­ke für Ihren guten Rat zur Gelas­sen­heit gegen­über @ zeit­schnur, was mir vor allem nach der neu­er­li­chen Bela­stung durch deren heu­ti­gen Bei­trag von 9.03 Uhr im Thread „Die 68er-Revol­te und ihre Fol­gen: Jahr­gang 1968 hat­te die wenig­sten Kin­der“ mehr als schwer­fällt. So spricht eine 1963 gebo­re­ne Frau, die selbst bereits der vom Schick­sal ver­wöhn­ten Pam­pers-Genera­ti­on ange­hört, über die Kriegs-Genera­ti­on ihrer Eltern, die ihr den Weg in die Zukunft geeb­net hat­ten. Wenn nicht alle Blü­ten­träu­me in Erfül­lung gegan­gen sind, wie ihre Flut von „eigen­ar­ti­gen“ Bei­trä­gen zeigt, muss das nicht immer die Schuld der „Ande­ren“ gewe­sen sein.

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