Blondet: „Ich bin froh, daß alles zu Ende geht und wünsche ein gutes Jahr der Barmherzigkeit“

von Mau­ri­zio Blondet*

(Rom) „Ber­go­glio: ‘Wir müs­sen die Barm­her­zig­keit dem Urteil vor­an­stel­len‘. Aus mora­li­scher, sakra­men­ta­ler und escha­to­lo­gi­scher Sicht ist das Apost­asie.“ Die­ses SMS schrieb mir Siro Maz­za, ein Freund, von sei­nem Kran­ken­bett. So zwingt er mich, zu reden, obwohl ich sprach­los bin. 

Die katho­li­sche Wahr­heit, die jeden Tag von Ber­go­glio unter dem Bei­fall der Welt mit Füßen getre­ten wird, ist offen­kun­dig. Aus ver­schie­de­nen Grün­den stößt es mich aber ab, dar­über zu spre­chen. Zu die­sen Grün­den gehört nicht zuletzt die ver­brei­te­te Unwis­sen­heit über die katho­li­sche Leh­re unter den Gläu­bi­gen. Oder anders gesagt: Dazu gehört die Ver­ach­tung, die ihr vom ungläu­bi­gen Mas­sen­men­schen ent­ge­gen­ge­bracht wird. Sie macht es unmög­lich, „die­ser Genera­ti­on“ (Mt 12,38–42) begreif­lich zu machen, was für eine extre­me Gefahr die­se fal­sche, gefühls­dus­li­ge und öko­lo­gi­sche Barm­her­zig­keit für sie bedeu­tet, die im Vati­kan Ein­zug gehal­ten hat.

Sind Übeltäter und Heiliger, sind Gut und Böse gleichwertig?

Es feh­len mir die Wor­te, um davor zu war­nen. Des­halb wird die­ser Bei­trag fast nur aus Zita­ten bestehen, die mir Freun­de in die­sen Tagen zukom­men haben las­sen und mir so indi­rekt aus mei­ner Sprach­lo­sig­keit helfen.

Zum ein­gangs zitier­ten päpst­li­chen Satz, die Barm­her­zig­keit sei dem Gericht vor­an­zu­stel­len, schrieb mir Matteo D’Amico:

„Der hei­li­ge Tho­mas von Aquin erklärt, daß die Barm­her­zig­keit ohne die Gerech­tig­keit der Beginn jeder Zer­set­zung ist. Es ist so, als wür­de man den­ken, daß Übel­tä­ter und Hei­li­ger gleich sind, daß das Opfer und sein Hen­ker gleich sind, daß das Gute und das Böse gleich sind. Eine fal­sche Näch­sten­lie­be, die ohne Gerech­tig­keit und ohne Urteil den Schul­di­gen frei­spricht und ihm kei­ne Stra­fe auf­er­legt, ist das Herz des anti­christ­li­chen Zeitalters.“

Ich bezweif­le, daß sol­che War­nun­gen noch etwas nüt­zen. Die päpst­li­che Ver­zer­rung des katho­li­schen „Pri­mats“ der Barm­her­zig­keit ist so plump und tri­vi­al, aber immer noch zu sub­til, für die um sich grei­fen­de Kulturlosigkeit.

Ver­gan­ge­ne Woche schien es, als hät­ten sich alle welt­li­chen Radio- und Fern­seh­sen­der in Radio Vati­kan ver­wan­delt. Stun­den­lang berich­te­ten sie von der „Eröff­nung des Hei­li­gen Jah­res“. Sie, die sich kei­nen Deut um den Glau­ben sche­ren, son­dern sich bei jeder sich bie­ten­den Gele­gen­heit lustig dar­über machen. Am 8. Dezem­ber aber waren sie alle begei­stert, zoll­ten Bei­fall und gaben sich auf lang­wei­lig phan­ta­sie­lo­se Wei­se „reli­gi­ös“ gerührt. Kommt Ihnen das nicht auch selt­sam vor?

Die vom Aussterben bedrohte Spezies sind wir

 

Papst Franziskus der Heiligen Pforte Lateranbasilika
Papst Fran­zis­kus öff­ne­te die Hei­li­ge Pfor­te der Lateranbasilika

Das obszö­ne, von der Welt­bank finan­zier­te Spek­ta­kel des in bun­te Fische, Affen, Jagua­re und Kan­ni­ba­len getauch­ten Peters­do­mes, hät­te als ein hor­ren­des Sym­bol für den Sieg der Mäch­ti­gen die­ser Welt auf­schrecken las­sen müs­sen. Sind die Men­schen aber imstan­de, über­haupt noch vor Schreck zu erstar­ren? Sind sie über­haupt noch imstan­de, die „Zei­chen“ hin­ter die­sem Spek­ta­kel zu lesen?

Auf der Fas­sa­de des Peters­do­mes wur­de der Sieg der „Natur“ über die Kul­tur und die Geschich­te in Sze­ne gesetzt. Jene Kul­tur, die sich in den schön­sten Bau­wer­ken aus­drückt, die sie im Lau­fe der Jahr­hun­der­te im har­mo­ni­schen Zusam­men­klang von grie­chisch, römisch und christ­lich her­vor­ge­bracht hat.

Die Welt­bank sagt uns – durch El Papa – daß die­se Kul­tur und Geschich­te, kon­kret die römi­sche Chri­sten­heit, nichts zählt. Sie sagt uns noch mehr: Sie sagt uns, daß die­se Kul­tur und die­se Geschich­te zu ver­schwin­den haben, eben­so wie der Mensch zu ver­schwin­den hat, um die „Natur“ wie­der dort­hin zurück­zu­füh­ren, wo heu­te die Archi­tek­tur herrscht. Ich sage Euch: Sehr bald schon wird aus Sankt Peter eine Rui­ne wer­den, in der Gazel­len und Jagua­re hau­sen – und eini­ge Wil­de, die einen Kno­chen als Nasen­schmuck tra­gen. Ob das viel­leicht dazu füh­ren wird, unse­re Kin­der zum not­wen­di­gen Auf­stand zu bewegen?

Moshe Leiser führte Regie für Verdis "Giovanna d'Arco" an der Mailänder Scala
Mos­he Lei­ser (links) führt Regie für Ver­dis „Gio­van­na d’Ar­co“ an der Mai­län­der Scala

Unter­des­sen über­sä­en sie sich mit Täto­wie­run­gen und Pier­cing an allen mög­li­chen und unmög­li­chen Stel­len, ihre Musik ist ein beses­se­nes, lau­tes und pri­mi­ti­ves Getrom­mel, sie rot­ten sich zu selt­sam geist­lo­sen Ereig­nis­sen zusam­men und bestei­gen sich gegen­sei­tig zur unge­ord­ne­ten instinkt­ge­lei­te­ten Lust­be­frie­di­gung, als wäre ihnen jede Zivi­li­sa­ti­on fremd. Von ihrer eige­nen Kul­tur wis­sen vie­le gar nichts mehr. Was vor 30 Jah­ren war, ist ihnen fremd und fern, als gin­ge sie es nichts an. Was soll sie auch die Geschich­te küm­mern, ein Gestern, ein Mor­gen, die Fra­ge nach dem Woher, um das Heu­te und das War­um zu ver­ste­hen. Sie leben nur für den flüch­ti­gen Moment des Jetzt. Sie sind fak­tisch schon Wil­de und stre­ben danach, es noch mehr zu wer­den. Man kann ihnen nicht erklä­ren, was ihnen die Welt­mäch­te neh­men wol­len. Und erst recht nicht kann man sie zur Abwehr rufen, damit sie die Schön­heit der Wahr­heit ver­tei­di­gen, da ihnen alle intel­lek­tu­el­len Mit­tel feh­len, die­se zu erken­nen oder gar zu lieben.

Ich über­trei­be nicht. Ein Bei­spiel: An der Mai­län­der Sca­la fand 1845 die Urauf­füh­rung von Ver­dis „Johan­na von Orleans“ statt. Mit die­sem Werk wur­de am 7. Dezem­ber der Vor­wo­che, dem Fest des Mai­län­der Stadt­pa­trons, des hei­li­gen Kir­chen­va­ters Ambro­si­us, die neue Sai­son an der Sca­la eröff­net. Die Regie wur­de einem Juden, Mos­he Lei­ser, über­tra­gen. Und wie hat die­ser Mos­he die Geschich­te der fran­zö­si­schen Jung­frau „gele­sen“?

„Es ist die Geschich­te eines Mäd­chens, das aus der Anony­mi­tät aus­bre­chen will, die ein Leben der Glo­rie will, indem sie sich Gott hin­gibt, wes­halb sie kei­ne nor­ma­le Bezie­hung zu einem Mann haben kann – in die­sem Fall König Karl. Den­noch steigt sie mit ihm ins Bett und wird zur Sün­de­rin. Sie muß bereu­en und wan­dert daher am Ende auf den Schei­ter­hau­fen und stirbt so durch Abzehrung.“

Dar­aus lei­tet Mos­he Lei­ser fol­gen­de „fein­sin­ni­ge“ Sicht­wei­se ab:

„Ich den­ke, daß Johan­na wie alle Dschi­ha­di­sten ist, sie opfert alles, um den Feind zu töten und um nach dem Tod das Para­dies zu fin­den. Ich den­ke, daß Johan­na, genau­so wie die Dschi­ha­di­sten oder alle ande­ren, die hier auf der Erde kei­ne Lie­be haben kön­nen, etwas sehr töd­li­ches ist.“

Mit ande­ren Wor­ten, der „hohe Sinn“ von Lei­sers Gedan­ken­gang soll sein: Wer reli­gi­ös ist, ist ein Fun­da­men­ta­list, und er ist reli­gi­ös, weil er kei­nen Sex hat. Sorgt dafür, daß sie vögeln und sie wer­den gesund. Man muß die Din­ge manch­mal in ihrer Derb­heit aus­spre­chen, um ihre Bedeu­tung zu unter­strei­chen. Und ist das im Grund nicht genau das, was die Mas­se unse­rer Gleich­ar­ti­gen denkt? Eben „die­se Generation“?

Man darf mir glau­ben, wenn ich sage, daß vor 30 Jah­ren nicht ein­mal ein athe­isti­scher Jude mit Kar­rie­re­wün­schen in der Welt der Kunst und daher der Kul­tur jemals so etwas gesagt hät­te. Er hät­te sich geschämt, die gro­ße Geschich­te der mit­tel­al­ter­li­chen Jung­frau, die Frank­reich vor der eng­li­schen Inva­si­on ret­te­te, die auf dem Schei­ter­hau­fen gezerrt wur­de, die selig­ge­spro­chen wur­de, zum Sym­bol für Frank­reich selbst wur­de, mit einer sol­chen Latri­nen-Psy­cho­ana­ly­se in den Schmutz zu zie­hen und dar­aus eine zu machen, die „mit König Karl ins Bett steigt“. Einem Juden vor 30 Jah­ren wäre Lei­sers Ver­hal­ten ein­fach idio­tisch vor­ge­kom­men. Das war kei­ne Fra­ge der Reli­gi­on, son­dern eine Fra­ge der all­ge­mei­nen Kultur.

Lei­ser hat aber nicht mehr die Kul­tur, um die Geschich­te und ihren Ernst zu begrei­fen. Er weiß daher auch nicht, wie histo­ri­sche Gestal­ten zu bewer­ten und inner­halb der Ereig­nis­se ihrer Zeit zu ver­ste­hen sind. Des­halb gelangt er zum Schluß:

„Sie hör­te die Teu­fel, die ihr kein glück­li­ches Leben erlau­ben, sie aber an die Erzie­hung des Vaters erin­nern, die fal­sche, katho­li­sche Erzie­hung. Die Unter­drückung durch die Reli­gi­on hat die­ses Mäd­chen zer­stört. Alles hat sich nur in ihrem Kopf abge­spielt, alles war nur ihre Illusion.“

Genau das denkt ja auch die Mas­se. Ja, das denkt sogar Ber­go­glio, der jene Katho­li­ken ver­ab­scheut und abwürgt, wie die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta, die an das Über­na­tür­li­che glau­ben. Das sind alles Din­ge, die sich nur in ihren Köp­fen abspie­len… Ver­tei­digt lie­ber die Umwelt, ruft er den Men­schen zu. Nein, Ein­spruch ist dage­gen nicht erlaubt, wenn die Leu­te erst ein­mal auf die­se Ebe­ne hin­ab­ge­stie­gen sind.

Der Mantel schließt sich

Ich bin sprach­los. Ein Leser hat mir in die­sen Tagen „Bot­schaf­ten“ der Jung­frau von Civi­ta­ve­c­chia zukom­men las­sen, jener Mari­en­sta­tue, die 1995 14 Mal Blut wein­te. Die „Bot­schaf­ten“ wur­den der Fami­lie Gre­go­ri, den Eigen­tü­mern der Sta­tue anver­traut. Die gan­ze Fami­lie erleb­te die Schau­un­gen, hat die erhal­te­nen Bot­schaf­ten aber bis heu­te nicht ver­öf­fent­licht. Mir feh­len die Wor­te, daher will ich sie wie­der­ge­ben. Nie­mand muß dar­an glau­ben. Die Kir­che hat noch kein abschlie­ßen­des Urteil über das Phä­no­men gefällt. Die vom Bischof ein­ge­setz­te Kom­mis­si­on stell­te durch Unter­su­chun­gen fest, daß es sich um das Blut eines Man­nes han­delt und daß die Gips­sta­tue kei­ne Mecha­nis­men ent­hält. Die letz­ten Blut­trä­nen quol­len her­vor, als der zustän­di­ge Bischof, die Sta­tue im Arm hielt. Wie dem auch sei: Ich gebe die­se „Bot­schaf­ten“ unter Anfüh­rungs­zei­chen wie­der, damit jeder selbst beur­tei­len und die „Zei­chen“ deu­ten kann.

In den über­mit­tel­ten „Mari­en­bot­schaf­ten“ heißt es am 30. Juli 1995:

„Satan ergreift Besitz von der Mensch­heit und ver­sucht nun, die Kir­che Got­tes mit Hil­fe vie­ler Prie­ster zu zer­stö­ren. Laßt es nicht zu! Helft dem Hei­li­gen Vater.“

Gemeint war damals Johan­nes Paul II.

Am 19. Sep­tem­ber 1995:

„Bischö­fe: Eure Auf­ga­be ist das Wachs­tum der Kir­che Got­tes vor­an­zu­trei­ben… Seid wie­der ein eini­ges Herz voll des Glau­bens und der Demut mit mei­nem Sohn Johan­nes Paul II., dem größ­ten Geschenk, das mein Unbe­fleck­tes Herz vom Her­zen Jesu erhal­ten konnte.
Die Fin­ster­nis des Satans ver­dun­kelt die gan­ze Welt und ver­dun­kelt auch die Kir­che Got­tes. Macht euch bereit, zu leben, was ich mei­nen klei­nen Kin­dern von Fati­ma ent­hüllt habe.“

Das Drit­te Geheim­nis wird von der Kir­che bis heu­te zurück­ge­hal­ten, indem nur eine geschön­te Fas­sung ver­öf­fent­licht wurde.

Eben­so heißt es:

„Eure Nati­on ist in Gefahr. Weiht euch mir, mei­nem Unbe­fleck­ten Her­zen, und ich wer­de eure Nati­on beschützen.“

Am 19. Mai 1995:

„Die Mensch­heit geht einer sehr schlim­men Tra­gö­die ent­ge­gen. Sie bemerkt nicht, daß sie in einen Welt­krieg ein­tritt, der ver­hin­dert wer­den kann.“

Wer hät­te 1995 an einen Drit­ten Welt­krieg gedacht? Heu­te aber sehen wir vor unse­ren Augen, was die Genera­tio­nen vor den bei­den Welt­krie­gen sahen. Wenn die Mobil­ma­chung für den Krieg erst ein­mal beginnt, ent­fal­tet sie eine eige­ne Kraft, bis sie unkon­trol­lier­bar wird.

Am 4. Sep­tem­ber 1995:

„Das ist die Zeit der gro­ßen Prü­fung. Betet, betet, betet! Es wird die Zeit des wah­ren Frie­dens, der Freu­de, der Lie­be, der Brü­der­lich­keit, der Hei­lig­keit und des Sie­ges der gött­li­chen Lie­be kommen.“

Am 19. Sep­tem­ber 1995:

„Nach den schmerz­vol­len Jah­ren der sata­ni­schen Fin­ster­nis, sind auch die Jah­re des Tri­umphs mei­nes Unbe­fleck­ten Her­zens nahe.“

Der Sieg ist damit ange­kün­digt, und die Mit­tel, um ihn zu errin­gen, wur­den am 25. August 1995 mitgeteilt:

„Mein Wol­len ist es, daß ihr euch mei­nem Unbe­fleck­ten Her­zen weiht, damit ich euch zu Jesus füh­ren kann […] Bekehrt euch, seid demü­tig im Her­zen, wohl­tä­tig, wer­det wie­der das wah­re Volk Gottes.“

Am 26. August 1995 wie­der­hol­te die „Erschei­nung“:

„Weiht euch mei­nem Unbe­fleck­ten Her­zen. […] Betet und laßt nie nach im Gebet. Liebt, denn die Lie­be in Chri­stus mei­nem Sohn ist euer Schlüs­sel, um durch die enge Pfor­te zu gehen, die in das Reich Got­tes führt.“

Am 30. Juli 1995 heißt es:

„Mein Man­tel ist jetzt für euch alle offen, er ist voll der Gna­de, um euch alle nahe an mein Unbe­fleck­tes Herz zu holen. Dann wird er sich schlie­ßen und mein Sohn Jesus wird Sei­ne gött­li­che Gerech­tig­keit entfalten.“

Was will das alles hei­ßen? Ich weiß es nicht. Mir feh­len die Wor­te. Vor allem feh­len mir die Wor­te, um die in Glau­bens­ab­fall und Dumm­heit erstarr­ten Mas­sen zu über­zeu­gen. Ich wer­de daher mei­nen Freund Mar­let­ta zitie­ren, der mir zum Beginn des Hei­li­gen Jah­res eine Nach­richt schick­te. Auch er zitiert die hei­li­ge Fausti­na Kow­alska, die Ordens­frau, die mit Jesus sprach:

„Vor dem Tage der Gerech­tig­keit sen­de Ich den Tag der Barmherzigkeit“.

Mein Freund füg­te hin­zu: „Nüt­zen wir das: Ich wün­sche Dir ein gutes Jahr der Barmherzigkeit“.

Was für ein Zusam­men­tref­fen der Nach­rich­ten: Der offe­ne Man­tel Mari­ens schließt sich und dazu die Auf­for­de­rung, das Hei­li­ge Jahr zu nüt­zen. Die­ses Jubel­jahr? Von die­sem Papst aus­ge­ru­fen? Gilt das überhaupt?

„Es gilt allen, die es mit ehr­li­chem Her­zen nüt­zen“, hat mein Freund Mar­let­ta geschrieben.

Ich sehe, daß auch jemand wie Bischof Ber­nard Fel­lay, der Gene­ral­obe­re der Pius­bru­der­schaft (FSSPX), der sicher kei­ner moder­ni­sti­schen Sym­pa­thien bezich­tigt wer­den kann, erklär­te, daß „die Gna­den des Hei­li­gen Jah­res wie immer für jene kost­bar sein wer­den, die sie im Geist von Buße und Süh­ne nüt­zen“. Wir kön­nen die Gna­den­mit­tel nüt­zen, um Süh­nen zu lei­sten für die vie­len Belei­di­gun­gen Got­tes, die all­täg­lich gesche­hen, und für das Durch­ein­an­der in der Kirche.

Wenn der Gaia-Kult das Kreuz des Erlösers verdrängt, ist der Morgen nahe

Ich bin daher fast froh, daß „die­se Genera­ti­on“ an die­sen Punkt gelangt ist, daß die Kir­che auf Erden sich selbst demon­tiert und der Glo­ba­li­sie­rung aus­lie­fert, daß der Papst sich mit einer spi­ri­tu­el­len Welt­lich­keit umgibt, die er unbe­rech­tig­ter­wei­se den Gläu­bi­gen vor­wirft, daß das obszö­ne Spek­ta­kel der „Natur“, die über die Kul­tur siegt, statt­ge­fun­den hat, die die Ver­drän­gung des Kreu­zes unse­res Erlö­sers durch den Pan­the­is­mus des Gaia-Kul­tes anzeigt, denn das alles ist ein Zei­chen, daß der Mor­gen naht. Der Papst hält noch wei­te­re Über­ra­schun­gen bereit: Gera­de hat er die Bekeh­rung der Juden ver­bo­ten, und damit ihre Erlö­sung untersagt.

Er schickt sich an, den Prie­ster­z­ö­li­bat abzu­schaf­fen, die Gebur­ten­kon­trol­le zu erlau­ben, die Kom­mu­ni­on den wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen zu gewäh­ren und so wei­ter und so fort. Aber das spielt kei­ne Rol­le, denn man kann sich nach mensch­li­chem Ermes­sen nicht ein­mal mehr vor­stel­len, daß es die­se Kir­che in 20 Jah­ren noch geben wird.

Wenn das der Papst ist, und Gott auf krum­men Zei­len gera­de schrei­ben kann, dann soll­ten wir, unab­hän­gig von allem ande­ren, das Hei­li­ge Jahr der Barm­her­zig­keit mit reui­gem Her­zen nüt­zen. Bege­ben wir uns unter den Schutz­man­tel Mari­ens. Der Rest, die Affen des Licht­spek­ta­kels vom 8. Dezem­ber, der Regis­seur Mos­he Lei­ser, die Mäch­ti­gen die­ser Welt und die Mas­sen, die nicht auf der Höhe der Kul­tur sind, die statt­des­sen Sex haben, sich täto­wie­ren und einen Nasen­ring anle­gen wol­len… das alles wird vor­über­ge­hen. Ver­pas­sen wir aber nicht die Gele­gen­heit, die Barm­her­zig­keit Got­tes anzu­ru­fen, denn auf den Tag der Barm­her­zig­keit folgt der Tag des Gerichts.

*Mau­ri­zio Blon­det, katho­li­scher Publi­zist, war vie­le Jah­re als Jour­na­list für die Wochen- und Tages­zei­tun­gen Oggi, Il Giorna­le, Avve­ni­re, La Pada­nia, Her­aus­ge­ber (mit Siro Maz­za) der katho­li­schen Quar­tals­schrift Cer­ta­men, bis zur Pen­sio­nie­rung im Som­mer 2015, Chef­re­dak­teur des Inter­net-Nach­rich­ten­dien­stes Effe­dief­fe.

Über­set­zung: Andre­as Becker
Bild: MiL/Maurizo Blon­det (Screen­hots)

18 Kommentare

  1. Die auf den Kopf gestell­te Barm­her­zig­keit wur­de um 11:11 Uhr schein­bar eröff­net, jedoch nur für ein küm­mer­li­ches Jähr­chen (das schnell pas­sé sein wird).

    Die Wah­re Barm­her­zig­keit bemüht sich inzwi­schen schon seit zir­ka hun­dert Jah­ren (ohne jeg­li­che Unge­duld, und ohne das moder­ne „ich will alles, und das sofort“).

    Und es wird die Wah­re Barm­her­zig­keit sein, die am Ende tri­um­phie­ren wird! (Ich habe das letz­te Kapi­tel der Bibel gele­sen: Wir gewinnen!!)

  2. Dem Arti­kel gebe ich in vie­lem nicht recht, stel­le aber erfreut fest, dass der Autor das Licht­spek­ta­kel end­lich ver­nünf­tig ein­ord­net: es ist die Dar­stel­lung der Natur, ohne ihr den Herrn, durch den alle Din­ge gemacht sind, überzuordnen.

    Ich fürch­te aber, dass die Pri­mi­ti­vi­tät und „Dumm­heit“, die er den „Mas­sen“ zuord­net, alle Schich­ten und Sze­nen ergrif­fen hat — es ist eine Illu­si­on zu glau­ben, die Vul­ga­ri­tät, die wir außen beob­ach­ten, habe nicht längst im Gleich­schritt auch die from­men Krei­se erobert. Allei­ne das unsäg­li­che Gekei­fe, das täg­lich über die­ses Forum hin­weg­zieht, das aus dem Mund von Bil­dungs­ver­äch­tern, Spöt­tern (man ist auch ein Spöt­ter, wenn man gegen das ange­nom­me­ne „Rich­ti­ge“ mit Häme vor­geht) und Aber­gläu­bi­schen, offen­bart, dass das Niveau nicht im min­de­sten bes­ser ist als das der „Mas­sen“ da drau­ßen. Einer, der ver­sucht, sich über Din­ge kun­dig zu machen, wird auch hier der „Über­heb­lich­keit“ gezie­hen — nicht anders als draußen.

    Blon­det stellt man­ches tref­fend fest, ist aber außer­stan­de zu sehen, dass es nun nicht mit F. vom Him­mel fällt. Sei­ne JP2-Ver­eh­rung ist unverständlich.

    Bei­spiel:

    Wenn das Licht­spek­ta­kel ein „Gaia-Kult“ war, wie Blon­det ver­mu­tet, man aber nicht sehen will, dass die Erde-Küs­se­rei des Idols Woity­la nichts ande­res war und — sofern Ver­stand und Bil­dung vor­han­den (viel­leicht auch bei dem Autor nicht unbe­dingt, der den ande­ren, den „Mas­sen“ ihre Ver­blö­dung vor­wirft, als gehö­re er selbst nicht dazu) — auch unter kei­nen Umstän­den anders gedeu­tet wer­den kann, dann ist das irgend­wie schizophren.

    Und die hege­lia­ni­sche Dia­lek­tik mit dem hei­li­gen Jahr der Barm­her­zig­keit — da ver­biegt er sich doch sel­ber genau­so „ver­blö­det“ das Hirn, wie das alle Welt tut…

    Gilt uns die Barm­her­zig­keit nicht immer, solan­ge Gna­den­zeit ist? Und sie ist, solan­ge bis Jesus wie­der­kommt — steht in der Schrift.
    Was soll also der gan­ze Hokus­ko­pus mit blu­ten­den Madon­nen und Hl. Jah­ren von fal­schen Päp­sten, die aber doch gelten?

    Ein Vor­her-Nach­her von Barm­her­zig­keit und Gerech­tig­keit ist eben­falls so eine „ver­blö­de­te“ Debat­te — hüben wie drü­ben. Ja, auch bei den Traditionalisten.

    Denn wel­chen Sinn soll der Begriff „Barm­her­zig­keit“ haben, wenn es nicht zuvor eine Situa­ti­on gäbe, auf die sie zu bezie­hen wäre?

    Barm­her­zig kann ich nur sein, wenn ein Zustand der Unge­rech­tig­keit vor­liegt. Wäre alles gerecht, wäre auch die Barm­her­zig­keit über­flüs­sig. Man bräuch­te schlicht keine.

    Got­tes Gerech­tig­keit ist sei­ne Hei­lig­keit und abso­lu­te Voll­kom­men­heit. Das ist nicht eine Eigen­schaft, die irgend­ei­ner ande­ren vor­aus­gin­ge, son­dern es ist das Wesen Got­tes, abso­lut hei­lig und daher auch in sich voll­kom­men gerecht zu sein. Er ist IMMER hei­lig und gerecht. Er kann auch die Gerech­tig­keit nicht „aus­set­zen“, also auf­hö­ren, gerecht und hei­lig zu sein. Nur so wird ver­ständ­lich, war­um ER die­ses für uns unvor­stell­bar gro­ße Süh­ne­op­fer gab — um des Men­schen wil­len, gewiss, aber auch und vor allem hin­sicht­lich des gelieb­ten Men­schen um sei­ner eige­nen Hei­lig­keit wil­len. Sei­ne Barm­her­zig­keit IST für uns Sei­ne Gerech­tig­keit, der aber als Vor­lei­stung selbst Genug­tu­ung gelei­stet hat.

    Die­se Gerechtgkeit beinhal­tet aber auch zugleich die Barm­her­zig­keit gegen­über dem gefal­le­nen Men­schen — NUR dem Men­schen gegen­über und der Schöp­fung. Dem Satan, der sein woll­te wie Gott, ist eine sol­che Barm­her­zig­keit nicht mehr zuge­wandt. Er hat die Gerechtgkeit und Hei­lig­keit Got­tes wohl ins Mark tref­fen wollen.
    Der Mensch woll­te „nur“, auf des­sen Ver­füh­rung hin, „wis­sen“, was Gott weiß — näm­lich die­ses Geheim­nis, dass Wesen total aus der Hei­lig­keit und Barm­her­zig­keit Got­tes her­aus­fal­len kön­nen, das Wis­sen um Gut und Böse.
    Mit kei­ner Sil­be gin­ge aus der Sün­den­fall­ge­schich­te her­vor, dass Adam und Eva dar­über hin­aus sein woll­ten wie Gott, sie woll­ten „wis­sen“, nicht „sein“ — des­halb blieb der Mensch immer noch Gegen­stand der Barm­her­zig­keit und Hei­lig­keit Got­tes, aber um den höch­sten Preis, der über­haupt denk­bar war: das Selb­stop­fer des Soh­nes Got­tes für den Menschen.

    Man kann Barm­her­zig­keit und Gerech­tig­keit nicht tren­nen. Das gelieb­te Geschöpf, das ER sich als „Eben­bild“ geschaf­fen hat­te, den Men­schen, woll­te Got­tes unend­li­che Gerech­tig­keit und Bar­mehr­zig­keit retten.
    Ein Geheim­nis von unend­li­cher Tiefe.

    Wie das aber ganz genau zu ver­ste­hen ist, ent­zieht sich unse­rer Erkenntnis.
    Nur eines ist klar: dass es den einen Begriff in Gott nicht ohne den andern gibt.

  3. Der gröss­te Akt der gött­li­chen Barm­her­zig­keit ist das Dog­ma des Feg­feu­ers, die doch jedem reui­gen Sün­der bis zu sei­nem letz­ten Atem­zug die Mög­lich­keit offen lässt, vor dem ewi­gen Feu­er der Höl­le bewahrt zu wer­den. Üben wir uns im Jahr der Barm­her­zig­keit In den ein­zig wah­ren Wer­ken der Barm­her­zig­keit, die in der Bibel und im wah­ren Glau­ben vor­ge­ge­ben sind: die sie­ben leib­lich­li­chen und die sie­ben gei­sti­gen Wer­ke der Barm­her­zig­keit, wo es unter anderm heisst: „Die Sün­der bekeh­ren“. Beten wir für die Sün­der, damit die­se beten!

  4. Hans Z.@ Erz­bi­schof Zollitsch hat schon fälsch­li­cher Wei­se ver­kün­det :.das Fege­feu­er ist
    der Ort, wo man sich für oder Gott ent­schei­den kann. Total irre ! Wer im Fege­feu­er ist,
    hat die Ent­schei­dung hin­ter sich. Er hat die tröst­li­che Gewiss­heit, dass er nach seiner
    Rei­ni­gung ( Bus­se ) in den Him­mel kommt.

  5. Man kann nur bei­pflich­ten : Wir sind eine aus­ster­ben­de Spe­zi­es, wir die katho­li­sche Kir-
    che. Die­ser Mann hat erkannt, dass der Gip­fel des Abfalls erreicht wor­den ist. Maurizo
    Blon­det zählt alle Tot­sün­den der neu­en Kir­che unter Fran­zis­kus auf. Wenn schon in Rom
    unkon­trol­liert das Kreuz und Gott, und das an Maria Emp­fäng­nis, ver­drängt und durch
    heid­ni­sche Bil­der ersetzt wird, ist das ein öffent­li­ches Zei­chen, dass es in der Kirche
    schon 5 nach 12 Uhr ist. In der Mehr­zahl sind es doch glau­bens­lo­se Kar­di­nä­le und Bi-
    schö­fe die durch ihre Leh­ren, beson­ders auch die deut­sche Kir­che, den Papst stützen
    und viel­leicht auch füh­ren. Wie dem auch sei, das katho­li­sche Kir­chen­volk hat durch
    katho­li­sche Medi­en bestärkt, noch nicht erfasst, wie Ernst die Lage der Kir­che ist.
    Noch jubeln sie dem Papst zu, aber es wird ein böses Erwa­chen geben. Aber auf der
    ande­ren Sei­te hat man sich an den wei­chen, seich­ten und müden Glau­ben gewöhnt,
    dass es vie­le nicht stö­ren wird, wenn eine neue Kir­che aus­ge­ru­fen sein würde.
    Das Posi­ti­ve aber ist, und das mit Sicher­heit, durch die­se gei­sti­ge Not, das Ein-
    grei­fen Got­tes beschleu­nigt wird.

  6. Ja @fredius, „Noch jubeln sie dem Papst zu, aber es wird ein böses Erwa­chen geben“, nur, schon seit vie­len Jah­ren war­ten wir auf das böse Erwachen,es sieht nicht aus als wür­de es kom­men, wird es über­haupt kom­men oder wird alles noch viel schlimmer?

  7. Die­sen Arti­kel wer­de ich mir spei­chern oder gar ausdrucken!
    Was die Beschrei­bung des stumpf­sin­nig-debi­len Ver­hal­tens der Mas­sen betrifft,kann ich nur aus tief­ster See­le bestätigen!
    Man kann in kei­ne Sau­na mehr gehen,selbst Älte­re und Alte fan­gen dort an,sich zu befummeln,es ist unvorstellbar!
    Und ich dach­te immer,ich sei in mei­ner Jugend nicht prü­de gewesen,aus heu­ti­ger Sicht fast ZU frei­zü­gig aber gegen das,was sich heu­te abspielt,habe ich wie eine Non­ne gelebt!
    Aus mei­nem eige­nen fami­liä­ren Umfeld kann ich bestätigen,das das Einzige,was die Leu­te erschreckt der Gedan­ke ist,die Eis-oder Pan­da­bä­ren könn­ten aus­ster­ben oder die Fle­der­mäu­se könn­ten sich nicht wohlfühlen,es ist tat­säch­lich so.
    Mei­ne eige­ne Toch­ter hat den Spruch: „gesun­de Pla­ne­ten haben kei­ne Men­schen“ voll verinnerlicht!
    Aber an Gott wei­gert sie sich zu glauben.
    Eins trö­stet mich nur:
    wir sind tat­säch­lich am Ende der Gesell­schaft ange­langt und es kann uns nur ein Ein­griff von oben retten.

    • „wir sind tat­säch­lich am Ende der Gesell­schaft ange­langt und es kann uns nur ein Ein­griff von oben retten.“
      Freu­en wir uns, freu­en wir uns — der Herr wird bald wiederkommen.
      Maranatha!

    • Genau lie­ber @Reinhold, vor Allem wenn Men­schen sich anma­ssen „Barm­her­zig“ zu sein, das kann nur Gott.
      In der Beich­te koen­nen Suen­den ver­ge­ben wer­den wenn Reue und Vor­satz erkenn­bar sind, aber auch nur auf die­se Weise.
      Aber auch das ist die Barm­her­zig­keit Got­tes die er wirkt und nie­mand anders.
      Was die­se Voll­pfo­sten Theo­lo­gen „Barm­her­zig“ nen­nen ist im hoech­sten Mas­se hae­re­tisch und schis­ma­tisch und eine Anma­ssung sondergleichen.
      Hier wird oft gefragt war­um und wie lan­ge Gott das alles ertra­egt, ich den­ke das der freie Wil­le des Men­schen Gott sogar wich­ti­ger ist als die­ses Schreckenskon­zil und sei­ne furcht­ba­ren Auswirkungen.
      Da Gott Herr ueber die Zeit ist, bzw. ueber die­ser von Men­schen geschaf­fe­nen Dimen­si­on steht (Jesus : “ bevor Abra­ham war, bin ich“ !),
      sind sol­che Ueber­le­gun­gen fehl am Platz.
      ER weiss alles und ER weiss das es ein Ende hat.

      • Schon mal Bibel gelesen?

        Es ist nicht „anma­ßend“, wenn Men­schen, barm­her­zig sein wol­len, son­dern ein Gebot Jesu Christi:

        „Selig die Barm­her­zi­gen, denn sie wer­den Erbar­men fin­den.“ (Mt. 5, 7)

      • zeitschnur@ Hier spricht schon wie­der die Gebil­de­te, die der Ansicht ist, an-
        dere ken­nen die Bibel nicht und nicht die Stel­le Mt.5,7 und ande­re Stellen
        auch nicht. Selig die Barm­her­zi­gen, aber die Barm­her­zig­keit die von Franzis-
        kus ver­ord­net wird, ist alles ande­re als barm­her­zig. Die Fol­gen sind jetzt schon sicht­bar und wer­den sich in Unglau­ben ergießen.

      • @ fre­di­us

        ..und was spricht aus Ihren Wor­ten? Ein Res­sen­ti­ment gegen jede Bil­dung… komisch: Blon­det oben spricht von der Ver­blö­dung der Mas­sen und ich habe also recht damit, die­sel­be auch unter den katho­li­schen Mas­sen zu konstatieren.
        Aber nota bene: Es ist ein gewoll­te und selbstverschuldete.

        Mir geht es nicht ums Bil­dungs­spa­zie­ren­füh­ren, son­dern um den not­wen­di­gen Ein­satz derselben:

        Es kann nicht sein, dass hier einer, nur weil F. Blöd­sinn redet, die­sen Blöd­sinn damit parie­ren will, dass er den­sel­ben noch toppt und sei­ner­seits regel­rech­te Irr­leh­ren ver­brei­tet, die er für recht­gläu­big hält.

        Wir sol­len barm­her­zig sein! Das ist KEINE Anmaßung!

        Immer wie­der wird uns das ein­ge­schärft: wir sol­len es sein, weil wir selbst Barm­her­zig­keit erfah­ren haben.

        Beson­ders deut­lich wird die Pro­ble­ma­tik in die­sem Gleich­nis von dem Knecht, der hohe Schul­den erlas­sen bekommt von sei­nem Herrn und anschlie­ßend raus­geht und einen Mit­knecht nie­der­macht, weil der ihm ein paar Cent nicht zurück­zah­len kann (Mt. 18, 23f).

        Aus die­sem Gleich­nis geht her­vor, dass der, der nicht Barm­her­zig­keit übt, sei­ne Schuld dann auch selbst bezah­len muss und die Früch­te des Erbar­mens Got­tes verliert:

        „Hät­test nicht auch du mit jenem, der gemein­sam mit dir in mei­nem Dienst steht, Erbar­men haben müs­sen, so wie ich mit dir Erbar­men hatte?
        Und in sei­nem Zorn über­gab ihn der Herr den Fol­ter­knech­ten, bis er die gan­ze Schuld bezahlt habe.
        Eben­so wird mein himm­li­scher Vater jeden von euch behan­deln, der sei­nem Bru­der nicht von gan­zem Her­zen vergibt.“

        Ich fin­de, dass das eine sehr ern­ste Bot­schaft für uns alle ist: Es ist leicht, sich selbst für erwählt und aus Erbar­men geret­tet zu wis­sen, kei­nen Zwei­fel über die Rich­tig­keit der eige­nen from­men Mei­nun­gen zu haben und gna­den­los auf alle ande­ren her­un­ter­zu­tre­ten, die sicht­lich, viel­leicht absicht­lich, viel­leicht unbe­ab­sich­tigt oder viel­leicht nur ver­meint­lich irren. Da wer­den unse­re Her­zen, die für uns selbst so weit sind, ganz eng, und wir lesen beim andern selbst noch im Kaf­fee­satz, wo er noch über­all klein­ste und mini­mal­ste Sün­den auf­weist bzw. wo wir ihm wel­che noch zusätz­lich unter­stel­len können.

        Letz­te­re Hal­tung ist ein altes Pro­blem der beson­ders Frommen.

        Unab­hän­gig davon, was F. nun meint, ist es viel­leicht DAS Merk­mal des wah­ren Chri­sten, dass er Barm­her­zig­keit übt.

        Es sind 7 leib­li­che und 7 geist­li­che Wer­ke der Barm­her­zig­keit, die uns die Kir­che vor­ge­legt hat, die wir tun sollen.

        Jeder for­sche selbst nach, wor­in sie bestehen und den­ke bit­te nicht sofort dar­über nach, ob ICH sie ein­hal­te, son­dern ob er selbst wenig­stens einen Teil davon ein­hält. Ob ICH sie ein­hal­te ist mein Part.

        Es ist also anma­ßend, wenn einer sagt, nur Gott kön­ne Barm­he­zig­keit üben, wo Gott uns zur Barm­her­zig­keit ver­pflich­tet hat.

  8. Erschüt­tend fin­de ich, dass in Civi­ta­ve­c­chia ein­mal mehr der 3. Welt­krieg the­ma­ti­siert wird. Und so wie es sich alles momen­tan ent­wickelt, kommt er immer näher ins Sicht­feld: https://deutsch.rt.com/inland/35958-offener-brief-an-soldaten-syrienkommandos/ — „Uli Gel­ler­mann, Gefrei­ter der Reser­ve der Bun­des­wehr und der ehe­ma­li­ge Offi­ziers­an­wär­ter Har­mut Barth-Engel­bart rich­ten sich mit einem Offe­nen Brief an die Sol­da­ten des Syri­en­kom­man­dos der Bun­des­wehr.“ — Die Deut­sche Bun­des­wehr muss in immer mehr Län­dern mit­mi­schen (Mali, Syri­en u.v.a.) in den Ein­satz gehen. Die­se Spi­ra­le der Kriegs­ein­sät­ze dreht sich immer schnel­ler. Es läuft immer mehr einem dicken Ende entgegen…

    • Man weiß nicht, was die Bun­des­wehr in Syri­en genau soll — das ist das Pro­blem. Syri­en ist nicht unser Feind und hat uns nicht ange­grif­fen. Nor­ma­ler­wei­se schließt das Völ­ker­recht aus, dass man auf­grund einer unkla­ren Lage plötz­lich irgend­wo­hin fährt und irgend­wie mili­tä­risch mit­mischt: An was, in wel­chem Auf­trag, in wel­chem Bünd­nis und zu wel­chem Zweck und mit wel­chen Mitteln?

      was immer uns gesagt wird, man kann sich dar­auf nicht ver­las­sen. Mor­gen kann schon wie­der das Ruder anders geris­sen wer­den und das, was heu­te aus­ge­schlos­sen wur­de, eben doch gemacht werden.

      Von deut­schem Boden soll­te nie wie­der Krieg aus­ge­hen — so wur­den wir in mei­ner Jugend erzo­gen. Durch syste­ma­ti­sche Rechts­brü­che (auch schon damals in Jugo­sla­wi­en) fragt aber heu­te kei­ner mehr nach dem Völ­ker­recht, son­dern lotet nur noch sei­ne Spiel­räu­me aus, die rein macht­ge­lei­tet sind. Wenn es einem passt, bezieht man sich auf das Recht, wenn nicht, über­geht man es ein­fach. Immer mehr füh­ren die Groß­mäch­te merk­wür­di­ge Krie­ge zur „Ter­ror­ab­wehr“ (Russ­land übri­gens auf sei­ne Tour auch! Auch wenn es im Fal­le Syri­ens aus Oppor­tu­nis­mus aus­nahms­wei­se mal das Recht ein­hält, was ihm hier ja nicht schwer­fällt und in die Inter­es­sen passt, die es dort hat…).
      Damit wur­den seit ca. 35 Jah­ren syste­ma­tisch immer mehr Staa­ten total desta­bi­li­sert. In Afgha­ni­stan ging es damals 1979 mit dem wider­recht­li­chen Ein­marsch der Rus­sen los, der nach einer syste­ma­ti­schen, wider­recht­li­chen Bewaff­nung der radi­kal­is­la­mi­schen Gue­ril­las durch die Nato erfolg­te. Natür­lich wird man immer angeb­lich „geru­fen“ oder lei­stet „Bei­stand“ etc., aber fak­tisch führt man ille­ga­le Krie­ge. Sowohl die Nato als auch die Sowjets (Rus­sen) hat­ten immer aus ihrer Sicht Argu­men­te — aber wider­recht­lich blieb es eben doch bei beiden!
      Zuvor: Viet­nam — die Bewaff­nung kom­mu­ni­sti­scher Gue­ril­las durch die Rus­sen in aller Welt und die „Gegen­of­fen­si­ve“ der Ame­ri­ka­ner, The­ma fast jedes James-Bond-Fil­mes, die Welt als Spiel­brett zwi­schen Ost und West.
      Doch die­ses sta­bi­le Gefü­ge des Grau­ens zerbrach.
      Das fing also schlei­chend an und griff immer mehr um sich. Lan­ge hielt man uns noch raus — wir waren ja die bösen Deut­schen. Und wir hat­ten viel­leicht noch am läng­sten ein kla­res Bewusst­sein für das Unrecht, das die Groß­mäch­te taten. Damit ist es seit Jugo­sla­wi­en vorbei.
      Noch schwelt es und scheint „unter Kon­trol­le“. Schien — die Flücht­lings­strö­me leh­ren uns aber, dass die Gren­ze hin zum offe­nen Feu­er längst pas­siert wurde.

      • @zeitschnur
        Ja — da haben Sie Recht. Wir soll­ten wach­sam sein. Die aktu­el­le Ent­wick­lung ist besorg­nis­er­reg­ned. Ich habe hier noch ein aktu­el­les Inter­view mit Wil­ly Wim­mer (CDU i.R.) mit Ken FM(=Freie Medi­en) rein­ge­stellt. Wim­mer ana­ly­siert die poli­ti­sche Lage und die Tak­tik der west­li­chen Ver­schleie­rung sehr exakt.

    • Ergän­zung: Aktu­el­les Inter­view über den guten Infor­ma­ti­ons­sen­der ‚Rus­sia Today‘ (RT): „Wil­ly Wim­mer war auf Ein­la­dung des Rus­si­schen Staats­sen­ders RT Gast in Mos­kau. Gefei­ert wur­de das zehn­jäh­ri­ge Bestehen des Sen­ders, der inzwi­schen in den gro­ßen Welt­spra­chen sen­det und im Netz zu den mit Abstand am mei­sten geklick­ten Nach­rich­ten­quel­len gehört. Seit über einem Jahr gibt es RT Deutsch mit Sitz in Berlin.“(Zitat): https://www.youtube.com/watch?v=s9eGTzn3ccY –„Wil­ly Wim­mer als ehe­ma­li­ger Vize der KSZE/OSZE hielt sich zwei Tage in der rus­si­schen Haupt­stadt auf und wur­de vor allem als Deut­scher wahr­ge­nom­men, der ver­sucht, die Ach­se Deutschland/Russland in der Spur zu hal­ten, wäh­rend aus­län­di­sche Kräf­te alles dafür tun, um den „Kar­ren Eura­si­en“ in den Gra­ben zu fahren.“(Zitat)


Kommentare sind deaktiviert.