Predigt von Papst Franziskus zur Eröffnung des Jubeljahres der Barmherzigkeit

Papst Franziskus öffnet die Heilige Pforte des Petersdoms
Papst Franziskus öffnet die Heilige Pforte des Petersdoms

Außer­or­dent­li­ches Jubel­jahr der Barmherzigkeit
PREDIGT VON PAPST FRANZISKUS

Peters­platz
Diens­tag, 8. Dezem­ber 2015
Hoch­fest der ohne Erb­sün­de emp­fan­ge­nen Jung­frau und Got­tes­mut­ter Maria

Gleich wer­de ich die Freu­de haben, die Hei­li­ge Pfor­te der Barm­her­zig­keit zu öff­nen. Wie ich es schon in Ban­gui getan habe, voll­zie­hen wir die­se eben­so ein­fa­che wie sym­bol­träch­ti­ge Geste im Licht des Wor­tes Got­tes, das wir gehört haben und das die Vor­rang­stel­lung der Gna­de deut­lich her­vor­hebt. Meh­re­re Male fin­det sich näm­lich in die­sen Lesun­gen etwas, das auf jenen Gruß hin­deu­tet, den der Erz­engel Gabri­el an ein jun­ges, erschrocke­nes Mäd­chen rich­tet und mit dem er auf das Geheim­nis hin­weist, in das sie gehüllt wer­den soll­te: „Freue dich, du Begna­de­te!“ (vgl. Lk 1,28).

Die Jung­frau Maria wird vor allem dazu bewegt, sich über all das zu freu­en, was der Herr in ihr voll­bracht hat. Die Gna­de Got­tes hat sie ein­ge­hüllt und sie wür­dig gemacht, die Mut­ter Chri­sti zu wer­den. Als Gabri­el in ihr Haus ein­tritt, wird auch das tief­ste Geheim­nis, das jedes Fas­sungs­ver­mö­gen des Ver­stan­des über­schrei­tet, für sie ein Grund zur Freu­de, ein Grund zum Glau­ben und ein Grund zur völ­li­gen Hin­ga­be an das ihr offen­bar­te Wort. Die Fül­le der Gna­de ist imstan­de, das Herz zu ver­wan­deln, und macht es fähig, einen Schritt zu voll­zie­hen, der so groß ist, dass er die Geschich­te der Mensch­heit verändert.

Das Fest der Unbe­fleck­ten Emp­fäng­nis drückt die Grö­ße der Lie­be Got­tes aus. Er ist nicht nur der­je­ni­ge, der die Sün­de ver­gibt, son­dern bei Maria geht er so weit, dass er der Erb­sün­de zuvor­kommt, die jeder Mensch in sich trägt, wenn er in die­se Welt kommt. Es ist die Lie­be Got­tes, die zuvor­kommt, vor­weg­nimmt und ret­tet. Der Anfang der Geschich­te der Sün­de im Gar­ten Eden wird im Plan einer ret­ten­den Lie­be auf­ge­löst. Die Wor­te aus dem Buch Gene­sis geben die täg­li­che Erfah­rung wie­der, die wir in unse­rem per­sön­li­chen Leben machen. Es besteht immer die Ver­su­chung zum Unge­hor­sam, die in dem Bestre­ben zum Aus­druck kommt, unser Leben unab­hän­gig vom Wil­len Got­tes zu pla­nen. Das ist die Feind­schaft, die stän­dig das Leben der Men­schen gefähr­det, um sie dem Plan Got­tes ent­ge­gen­zu­stel­len. Und doch ist auch die Geschich­te der Sün­de nur im Licht der ver­zei­hen­den Lie­be ver­ständ­lich. Die Sün­de selbst ver­steht man nur in die­sem Licht. Wenn alles der Sün­de über­las­sen blie­be, wären wir die hoff­nungs­lo­se­sten aller Geschöp­fe, wäh­rend die Ver­hei­ßung des Sie­ges der Lie­be Chri­sti alles in das Erbar­men des Vaters ein­schließt. Das Wort Got­tes, das wir gehört haben, lässt dar­an kei­nen Zwei­fel. Die ohne Erb­sün­de emp­fan­ge­ne Jung­frau steht vor uns als die bevor­zug­te Zeu­gin die­ser Ver­hei­ßung und ihrer Erfüllung.

Die­ses Außer­or­dent­li­che Hei­li­ge Jahr ist selbst ein Geschenk der Gna­de. Durch die­se Pfor­te ein­zu­tre­ten bedeu­tet, die Tie­fe der Barm­her­zig­keit des Vaters zu ent­decken, der alle auf­nimmt und jedem per­sön­lich ent­ge­gen­geht. Er ist es, der uns sucht; er ist es, der uns ent­ge­gen­kommt! Es wird ein Jahr sein, in dem man sich immer mehr von der Barm­her­zig­keit über­zeu­gen kann. Wie­viel Unrecht wird Gott und sei­ner Gna­de getan, wenn man vor allem behaup­tet, dass die Sün­den durch sein Gericht bestraft wer­den, anstatt allem vor­an­zu­stel­len, dass sie von sei­ner Barm­her­zig­keit ver­ge­ben wer­den (vgl. Augu­sti­nus, De pra­ede­sti­na­tio­ne sanc­torum 12,24)! Ja, genau­so ist es. Wir müs­sen die Barm­her­zig­keit dem Gericht vor­an­stel­len, und in jedem Fall wird das Gericht Got­tes immer im Licht sei­ner Barm­her­zig­keit ste­hen. Möge das Durch­schrei­ten der Hei­li­gen Pfor­te uns also das Gefühl ver­mit­teln, Anteil zu haben an die­sem Geheim­nis der Lie­be, der zärt­li­chen Zuwen­dung. Las­sen wir jede Form von Angst und Furcht hin­ter uns, denn das passt nicht zu dem, der geliebt wird; erle­ben wir viel­mehr die Freu­de über die Begeg­nung mit der alles ver­wan­deln­den Gnade!

Wenn wir heu­te durch die Hei­li­ge Pfor­te gehen – hier in Rom und in allen Diö­ze­sen der Welt –, wol­len wir auch an eine ande­re Pfor­te den­ken: an die Tür, wel­che die Väter des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils vor fünf­zig Jah­ren zur Welt hin auf­ge­sto­ßen haben. Die­ses Jah­res­ge­den­ken darf aber nicht nur wegen des Reich­tums der erstell­ten Doku­men­te erwähnt wer­den, die bis in unse­re Tage erlau­ben, den gro­ßen Fort­schritt fest­zu­stel­len, der im Glau­ben gemacht wur­de. An erster Stel­le war das Kon­zil eine Begeg­nung. Eine wirk­li­che Begeg­nung zwi­schen der Kir­che und den Men­schen unse­rer Zeit. Eine von der Kraft des Gei­stes gekenn­zeich­ne­te Begeg­nung, der sei­ne Kir­che dräng­te, aus der Dür­re, die sie vie­le Jah­re lang in sich selbst ver­schlos­sen gehal­ten hat­te, her­aus­zu­kom­men, um mit Begei­ste­rung den mis­sio­na­ri­schen Weg wie­der auf­zu­neh­men. Es war ein neu­er Auf­bruch, um auf jeden Men­schen dort zuzu­ge­hen, wo er lebt: in sei­ner Stadt, in sei­nem Haus, am Arbeits­platz… wo auch immer er sich befin­det, da muss die Kir­che ihn errei­chen, um ihm die Freu­de des Evan­ge­li­ums zu brin­gen und ihm das Erbar­men und die Ver­ge­bung Got­tes zu brin­gen. Ein mis­sio­na­ri­scher Impuls, also, den wir nach die­sen Jahr­zehn­ten mit der­sel­ben Kraft und der­sel­ben Begei­ste­rung wie­der­auf­neh­men. Das Jubi­lä­um for­dert uns zu die­ser Öff­nung her­aus und ver­pflich­tet uns – ent­spre­chend der Mah­nung des seli­gen Pauls VI. beim Kon­zils­ab­schluss –, die aus dem Vati­ca­num II her­vor­ge­gan­ge­ne Men­ta­li­tät des barm­her­zi­gen Sama­ri­ters nicht zu ver­nach­läs­si­gen. Möge also das Durch­schrei­ten der Hei­li­gen Pfor­te heu­te für uns mit dem Anspruch ver­bun­den sein, uns die Hal­tung des barm­her­zi­gen Sama­ri­ters zu eigen zu machen.

Bild: Vatican.va/CTV (Screen­shots)

22 Kommentare

  1. Scha­de, scha­de — da fängt er so stark an! Und ver­liert sich dann unseg­lich in sei­nem Hobby …

  2. Durch das Bekannt­wer­den der Exi­stenz der Grup­pe St. Gal­len und des­sen angeb­li­chen fin­ste­ren Machen­schaf­ten, gibt es gro­ße Zwei­fel an der Gül­tig­keit der Papst­wahl von 2013. Soll­te Ber­go­gli­os Wahl kano­nisch nicht gül­tig sein, dann ist alles, was er anord­net und macht, in Fra­ge zu stel­len. Auch das Aus­ru­fen eines sog. Hei­li­gen Jah­res. Oder gibt es in die­sem Fall, die Mög­lich­keit, ähn­lich dem „eccle­sia supplet“?

    • Fran­zis­kus hin oder her, Bene­dikt war bei der Öff­nung der hei­li­gen Pfor­te auch dabei. Wir soll­ten die­ses hei­li­ge Jahr als Geschenk annehmen.

  3. Ein Kir­chen­füh­rer mit einem völ­li­gen Realitätsverlust:
    Glau­bens­fort­schritt bei Fran­zis­kus ist welt­wei­ter Glau­bens­ab­fall, Zusam­men­bruch des Prie­ster­tums ‚des Ordens­le­bens und des gesam­ten katho­li­schen Lebens in Euro­pa sowie der kom­plet­te Ver­lust und Total­zu­sam­men­bruch der Mis­si­on und sei­ne Ver­wand­lung in rein dies­sei­ti­ge Entwicklungshilfe:
    Dür­re, in die die Kir­che sich vor dem 2. Vati­kan ver­schlos­sen hat­te ist bei Fran­zis­kus blü­hen­des kirch­li­ches Leben mit einer Got­tes­dienst­be­su­cher­zahl weit über 50 % , viel­fäl­ti­gen Lai­en­in­itia­ti­ven und einem blü­hen­den Ordens­le­ben, das aller­dings schon von den moder­ni­sti­schen Vor­bo­ten des Pseu­do­kon­zils ange­fault war.

  4. „Es wird ein Jahr sein, in dem man sich immer mehr von der Barm­her­zig­keit über­zeu­gen kann. Wie­viel Unrecht wird Gott und sei­ner Gna­de getan, wenn man vor allem behaup­tet, dass die Sün­den durch sein Gericht bestraft wer­den, anstatt allem vor­an­zu­stel­len, dass sie von sei­ner Barm­her­zig­keit ver­ge­ben wer­den (vgl. Augu­sti­nus, De pra­ede­sti­na­tio­ne sanc­torum 12,24)!“ —

    Bei Augu­sti­nus heißt es:

    „Qui­cum­que enim dicit, puni­ri tan­tum pos­se Deo iudi­can­te futu­ra pec­ca­ta, dimit­ti autem Deo mise­r­an­te non pos­se, cogi­ta­re debet quan­tam Deo faci­at gra­tia­e­que eius ini­uri­am; qua­si futu­rum pec­ca­tum pra­enosci pos­sit, nec pos­sit ignosci.“

    (Wer näm­lich sagt, dass die zukünf­ti­gen Sün­den von dem rich­ten­den Gott bestraft wer­den kön­nen, vom erbar­men­den Gott aber nicht ver­ge­ben wer­den kön­nen, der soll­te beden­ken, welch gro­ße Belei­di­gung er Gott und sei­ner Gna­de zufügt.)

    Das ist aber aus dem Zusam­men­hang geris­sen kein ange­mes­se­nes Zitat für das, wor­auf F. hin­aus­will, wie ich meine.

    Denn es geht hier ja um die Fra­ge, ob, wenn Gott bereits vor­aus­wis­se, wel­ches ver­stor­be­ne Kind wel­che Sün­de getan haben wür­de, wenn es denn gelebt hät­te, eine Tau­fe die­se zukünf­ti­gen, nicht geta­nen, aber vor­au­ge­wuss­ten Sün­den abwa­sche, bzw. ob bei der vor­aus­ge­wuss­ten, aber nicht geta­nen Sün­de, wenn das Kind unge­tauft blei­be, das Gericht Got­tes den­noch käme.
    Im letz­ten Ende ist das The­ma bei Augu­sti­nus also nicht die Barm­her­zig­keit, son­dern die Wil­lens­frei­heit des Men­schen. Nicht zuletzt die Selbst­in­itia­ti­on des frei­en Wil­lens, von dem der Syn­ode von Oran­ge (529) aller­dings lehr­te, dass dies nicht mög­lich sei — die Frei­heit des Wil­lens ist immer eine geschenk­te Freiheit.
    Und zurück­ge­schenkt wird sie erst durch die Tau­fe wie­der: Adam, so heißt es in den Cano­nes von Oran­ge, habe sie ver­lo­ren für sich selbst und alle sei­ne Nachkommen.

    Augu­sti­nus rich­tet sich in sei­nem Text gegen die Pela­gia­ner, deren Haupt­hä­re­sie die ist, die Erb­sün­de zu bestrei­ten. Sie behaup­ten daher auch einen auto­no­men Wil­len. Ein Früh­ver­stor­be­nes Kind wäre dem­nach rein, weil es noch nicht per­sön­lich gesün­digt hätte.

    Das sind jedoch extrem kom­pli­zier­te Gedan­ken, und die Schrift „De pra­ede­sti­na­tio­ne sanc­torum“, die ich nur auf Latein gefun­den habe (http://www.augustinus.it/latino/predestinazione_santi/predestinazione_santi.htm), ist für mich auf den ersten Blick nicht leicht zu ver­ste­hen. In jedem Fall aber ist sie kein Beweis für das, was F. hier vorträgt.

    Das Auf­sto­ßen der „Barm­her­zig­keits­pfor­te“ setzt, wie er selbst sagt, das „Aggior­na­men­to“ fort, das Öff­nen der Fen­ster, von dem J23 sprach. Eben­so ist es ein wei­te­res Sym­bol für das „Neue Pfing­sten“, dass der Leh­re eine beson­de­re Zuspit­zung auf die Bar­mehr­zig­keit geben will, was aller­dings mas­siv und immer wie­der neu von Woity­la vor­be­rei­tet wor­den ist.

    Wer Woity­la ver­tei­digt, muss für F. Ver­ständ­nis aufbringen.
    Wer aber Ber­go­glio kri­ti­siert, muss dies auch bei Woity­la tun.
    Einer ist nicht denk­bar ohne den anderen.

    • Prin­zi­pi­ell unter­nimmt F. mit sei­ner Pela­gia­nis­mus­kritk den Ver­such, die Bemü­hung um das Gut­sein sehr weit zurückzufahren.
      Etwa so: Was immer du tust, du bis eben doch ein Sün­der und kannst froh sein, dass dir die Gna­de Got­tes immer zuvorkommt.

      Er geht dabei sehr weit in die Nähe der Luter­schen Auf­fas­sung, ohne dies aber genau kennt­lich zu machen.

      Die Luther­sche Leh­re kann man aber nur ver­kraf­ten durch das Kon­zept der „bil­li­gen Gna­de“ — denn wer damit leben soll, dass er als „alter Adam“ immer wei­ter­sün­di­gen muss („Pec­ca for­ti­ter“) und sich damit betäu­ben darf, dass die Bar­mehr­zig­keit es schon irgend­wie rich­ten wird („sed for­ti­us fide et gau­de in Chri­sto, qui vic­tor est pec­ca­ti, mor­tis et mun­di!“), der wird förm­lich ver­stüm­melt in sei­ner Begna­di­gung zur Braut.

      Ein Mon­ster, umklei­det von der Barm­her­zig­keit, tut christ­lich, ein Wolf im schafs­pelz förm­lich, der fröh­lich wei­ter­sün­di­gen darf, weil der „Schafs­pelz Chri­sti“ — etwa wie in der Geschich­te der Seg­nung Isaaks Jakoks, der sich Esaus Fell umhing — Gott gewis­ser­ma­ßen vor­spie­gelt, wir sei­en Chri­stus, aber eben nur oberflächlich.

      Ich fin­de das furchtbar!

      Sol­len wir nicht wesen­haft umge­stal­tet wer­den und als Braut wirk­lich dem Bräu­ti­gam gleichen?
      Sprach man nicht immer von eienr Ver­gött­li­chung des Men­schen in der Kirche?
      Wie soll Gott uns in sich selbst ein­schlie­ßen kön­nen, wenn wir ihm nicht ähneln, son­dern nur ver­klei­det sind?
      Er wur­de doch auch des­we­gen Mensch, damit wir ihm, dem gro­ßen Gott, wie­der ähn­lich wer­den können!

  5. Den ersten Teil der Pre­digt des Pap­stes kann ich für mich annehmen.
    Gott ist barm­her­zig — dar­auf ver­traue ich.
    Wenn ER den Zustand der Welt und aller sei­ner Bewoh­ner betrach­tet, braucht ER sogar ein Über­maß an Barm­her­zig­keit und Geduld.
    Einen, wenig­stens klei­nen, Hin­weis auf die nöti­ge Umkehr­be­reit­schaft des­je­ni­gen, der auf die Barm­her­zig­keit Got­tes hofft, hät­te ich mir aller­dings in der Rede schon gewünscht.

    Im zwei­ten Teil, wo es um das umfas­sen­de Lob des Kon­zils geht, sagt Franziskus:
    “ … den gro­ßen Fort­schritt fest­zu­stel­len, der im Glau­ben gemacht wurde. “
    Einen Fort­schritt im Glau­ben kann ich lei­der nicht erken­nen, eher eine Schwindsucht.
    Und:
    “ Es war ein neu­er Auf­bruch, um auf jeden Men­schen dort zuzu­ge­hen, wo er lebt: in sei­ner Stadt, in sei­nem Haus, am Arbeits­plat­z… wo auch immer er sich befin­det, da muss die Kir­che ihn erreichen, …“
    Ist das gelungen?
    Es sind ja selbst Katho­li­ken, die mehr und mehr unin­ter­es­siert sind.
    Ob das „Jahr der Barm­her­zig­keit“ hier viel ändern wird?
    Zu wün­schen wäre es!

  6. Das Jahr der „Fal­schen Barm­her­zig­keit“ hat begon­nen. Es geht den „Gut­men­schen“ à la Kas­per und Ber­go­glio dabei nicht um die Befrei­ung der Sün­ders vom Joch der Sün­de, es geht um ihre eige­ne Befrei­ung vom Joch ihrer Ver­ant­wor­tung vor Gott; ihrer Ver­ant­wor­tung wah­re Barm­her­zig­keit zu üben, die immer und unab­hän­ging von der Aner­ken­nung der eige­nen Per­son dem Näch­sten wahr­haf­tig Gutes will. Ein Leh­rer, der sei­nen Schü­ler ehr­lich wohl­ge­son­nen ist, wird Ihnen die Anstren­gung des Ler­nens zumu­ten auch unter der Gefahr sich selbst unbe­liebt zu machen und die Rebel­li­on gegen die Schu­le zu wecken. Der Leh­rer, der unab­hän­gig von der Lei­stung pau­schal nur gute Noten aus­teilt, damit sich kein Schü­ler zurück­ge­setzt fühlt, macht sich an sei­nen Schü­lern schwer schul­dig, aber er wird höchst­wahr­schein­lich viel belieb­ter sein. Zumin­dest solan­ge, wie sich sei­ne Schü­ler mit ihren man­geln­den Kennt­nis­sen nicht im wah­ren Leben bewei­sen müssen.

    Sie wer­den sich für die Sün­den der so von ihnen Ver­führ­ten ver­ant­wor­ten müs­sen. Dass sie sich davor nicht fürch­ten, beweist eigent­lich zu Genü­ge, dass sie gar kei­nen Glau­ben mehr haben können.

    • Ich gebe Ihnen recht, aller­dings fin­de ich den Abschnitt über den guten Leh­rer miss­ver­ständ­lich oder eben doch nicht ganz richtig:

      Ein guter Leh­rer wird nicht nur pau­schal dem Schü­ler die Anstren­gung des Ler­nens nicht ersparen.
      Und es zeich­net kei­nes­wegs die Güte eines Unter­richts aus, wenn der Leh­rer ein­sei­tig streng ist und sei­ne Schü­ler nur „drillt“.

      Das Pro­blem sol­chen Unter­richts ist, dass die­se Schü­ler den Trans­fer in eine eigen­stän­di­ge Anwen­dung des Gelern­ten mei­stens nicht schaffen.
      Es sind die soge­nann­ten „Fach­idio­ten“.

      Es gibt auch das from­me Fach­idio­ten­tum des Glau­bens. Wenn Pau­lus davon spricht, dass auch die schein­ba­ren „Früch­te des Gei­stes“ nichts tau­gen, wenn sie ohne die Lie­be sind, wobei die Lie­be wesent­lich ihren Aus­druck in Wohl­wol­len, also Gerech­tig­keit und Barm­her­zig­keit fin­det, dann zeigt uns das schon eine gefähr­li­che Klip­pe auf:
      Weis­heit, Engel­haf­tig­keit, Visio­nen, tie­fe Erkennt­nis­se, Spra­chen­ga­be, sozia­le Wer­ke, Armut, ja selbst das Mar­ty­ri­um und enor­me Glau­bens­kraft — all das kann auch NICHTS sein vor IHM! (1. Kor 13)

      Anschlie­ßend folgt eine Beschrei­bung der „Lie­be“ (cari­tas).

      Der Drill des schein­bar guten Leh­rers führt aber nicht zur Lie­be. Das ist lei­der auch eine Tatsache.
      Es ist wie in der Musik: Da kann einer eine Kon­zert­aus­bil­dung haben — er wird des­we­gen doch nicht inspi­riert spie­len können.
      Das näm­lich kann man nicht antrai­niert bekommen.
      Inspi­ra­ti­on aus der Dose gibt es nicht.
      Kunst kommt zwar von Kön­nen, aber mit dem hand­werk­li­chen Kön­nen ist man noch lan­ge kein Künst­ler, und oft waren die besten Künst­ler, Maler, Musi­ker, Poe­ten nicht die, die hand­werk­lich am besten waren. Ja, oft waren sie sogar Auto­di­dak­ten — gera­de die besten von ihnen waren rei­ne oder weit­ge­hen­de Auto­di­dak­ten oder Quer­ein­stei­ger. Das ist ein Phänomen!

      Was ist es also?

      Es ist und bleibt die per­sön­li­che Ver­ant­wor­tung des Indi­vi­du­ums vor dem Herrn, sei­ne Lie­bes­ge­schich­te mit IHM.

      Ich sehe schon ein gro­ßes Pro­blem in einem gera­de­zu über­bor­den­den For­ma­lis­mus, der den Ein­zel­nen immer mehr ent­mün­digt und an Vor­ge­setz­te gebun­den hat, als erschöp­fe sich in deren Auto­ri­tät der gan­ze Herr…

      Wenn ich zurück­se­he — wie Igna­ti­us system­ta­tisch die freie Eigen­tä­tig­keit des Gläu­bi­gen erstickt bzw. auf Total­norm brin­gen woll­te, das ging seit 500 Jah­ren steil berg­ab, bis wir v.a. „funk­tio­nie­ren­de“ Leu­te hat­ten, die bigott ihren Füh­rern folg­ten oder sie eben vol­ler Unmut abwar­fen wie einen ange­maß­ten Reiter…dazwischen gabs wenig.

      Ber­go­glio kommt mir vor, wie eine tau­meln­de Gestalt, die zwi­schen den jesui­ti­schen Extre­men hin und her gesto­ßen wird. Es ist letzt­end­lich die Frucht der Jesui­ten, die die­se Fron­ten ver­här­tet hat.
      Auch wenn sicher vie­le sehr gute Päd­ago­gen unter ihnen waren — ihr Wir­ken hat sich zuneh­mend ver­engt und am Ende die eige­ne Ver­en­gung dekonstruiert.

      Und F. kon­stru­iert in Ordens­tra­di­ti­on in aller Enge, um dann wie­der zu dekon­stru­ie­ren — er sieht nicht mehr über sei­nen Tellerrand. 

      Ein Leh­rer, der der Her­de hinterherhinkt.

  7. Mit einem ungu­ten Gefühl blickt man nach Rom und dem neu­en Hei­li­gen Jahr der Barmherzig-
    keit. Die Anspra­che von Fran­zis­kus bestä­tigt dies in einem Maße, dass er das II.Vatikanum als
    posi­ti­ven Wen­de­punkt der Kir­che erklärt, das öff­nen der Fen­ster zur Welt, die Lie­be zum Vater ent­decken, nicht das Gericht son­dern die Barm­her­zig­keit des Vaters sehen, den gro­ßen Fort-
    schritt im Glau­ben und der Mis­si­on fest­stel­len ! Man kann es ein­fach nicht fas­sen, gera­de auch
    die Mis­si­on ist total zum Erlie­gen gekom­men und damit der Auf­trag Chri­sti, vom Glau­ben ganz zu
    schwei­gen. Da stellt sich Fran­zis­kus hin, obwohl er es bes­ser weiß und erzählt böse Mär­chen von
    Fort­schritt im Glau­ben und gro­ßen Doku­men­ten des Kon­zils. Selbst ein Blin­der mit Krücke sieht,
    dass die Wirk­lich­keit eine ande­re ist. So gese­hen erscheint das Hl.Jahr der Barm­her­zig­keit als ei-
    ne Art Farce !

  8. Lei­der sind Äuße­run­gen von Papst Fran­zis­kus der­art, dass man auch bei dem Anschein nach from­men Wor­ten und Sät­zen nicht sicher sein kann, dass sie die christ­li­che Wahr­heit wie­der­ge­ben und wei­ter­rei­chen. Viel­mehr ist erfah­rungs­ge­mäß von vor­ne­her­ein erhöh­te Vor­sicht angebracht.
    Papst Fran­zis­kus schreibt, dass der Engels­gruß auf das Geheim­nis hin­wei­se, in das Maria gehüllt wer­den soll­te. Zutref­fen­der spre­chen die Schrift und die theo­lo­gi­sche Tra­di­ti­on von Gnadenerfülltheit.
    Und der Papst wie­der­holt — auf Absicht deu­tet -: „Die Gna­de Got­tes hat sie ein­ge­hüllt“. Gewiss, aber viel­mehr hat die Gna­de Got­tes sie erfüllt. Ave Maria, gra­tia p l e n a.
    War­um betont der Papst den äuße­ren Zustand, das Umhüllt­sein von einem „Geheim­nis“, und ver­schweigt den inne­ren Zustand, das Erfüllt­sein von hei­li­gen­der Gnade?
    Nun, er fährt fort, dass die Fül­le der Gna­de (die in sei­ner Rede bis­her äußer­lich ist) imstan­de sei, das Herz zu ver­wan­deln. Aber hat­te denn Maria ein ver­dor­be­nes Herz, das ver­wan­delt wer­den muss­te? Nein, sie war vom ersten Augen­blick ihres Daseins mit vol­ler, unge­trüb­ter Hei­lig­keit beschenkt, in wel­cher sie ein Leben lang wuchs und zunahm.
    Wei­ter schreibt Fran­zis­kus: „Das Fest der Unbe­fleck­ten Emp­fäng­nis drückt die Grö­ße der Lie­be Got­tes aus. Er ist nicht nur der­je­ni­ge, der die Sün­de ver­gibt, son­dern bei Maria geht er so weit, dass er der Erb­sün­de zuvor­kommt, die jeder Mensch in sich trägt, wenn er in die­se Welt kommt. Es ist die Lie­be Got­tes, die zuvor­kommt, vor­weg­nimmt und ret­tet. Der Anfang der Geschich­te der Sün­de im Gar­ten Eden wird im Plan einer ret­ten­den Lie­be auf­ge­löst.“ Was soll hei­ßen: Gott kom­me der Erb­sün­de zuvor, neh­me vor­weg und ret­te? Die ursprüng­li­che Sün­de (pec­ca­tum ori­gi­na­le) Adams und Evas im Para­dies ist buch­stäb­lich und wirk­lich gesche­hen. Durch die­se Sün­de ver­lo­ren die Stamm­eltern die hei­lig­ma­chen­de Gna­de und zogen sich den Zorn und Unwil­len Got­tes zu; sie ver­fie­len dem Tod und der Herr­schaft des Teu­fels. Durch die Abstam­mung von Adam ist die Sün­de auf alle Nach­kom­men Adams über­ge­gan­gen und muss­te von Rechts wegen auch auf Maria über­ge­hen. Durch ein ein­zig­ar­ti­ges Gna­den­pri­vi­leg des all­mäch­ti­gen Got­tes wur­de die selig­ste Jung­frau Maria von jedem Makel der Erb­schuld im vor­aus bewahrt und ist sie davon frei gewesen.
    An die­ser Stel­le lässt Papst Fran­zis­kus etwas Wesent­li­ches und Ent­schei­den­des uner­wähnt. Die Vor­be­wah­rung von der Erb­sün­de geschah „im Hin­blick auf die Ver­dien­ste Jesu Chri­sti, des Erlö­sers des mensch­li­chen Geschlech­tes“ (Inef­fa­bi­lis Deus, 8.12.1854). Die Ver­dien­ste Chri­sti waren nicht ein­fach die sei­ner Mensch­wer­dung, son­dern von sei­nem blu­ti­gen Lei­den und Ster­ben. Mari­ens Vor­be­wah­rung geschah als Vor­er­lö­sung. Maria konn­te vom Makel der Erb­sün­de nur frei sein durch Jesu ret­ten­des Blut. Chri­stus ist auch für Maria gestor­ben. Alle ihre Gna­den ver­dankt Maria gleich uns dem Erlö­ser­tod Chri­sti am Kreuz. Ja, sogar noch mehr als wir – ent­spre­chend der ihr erwie­se­nen außer­or­dent­li­chen Gnade ! 

    Schluss folgt.

    • Schluss.

      Maria ist „in einer höhe­ren und vor­züg­li­che­ren Wei­se erlöst als wir“ („sub­li­mio­ri modo redemp­tam“, Papst Pius IX.).
      In sei­ner gan­zen „Pre­digt zur Eröff­nung des Jubel­jah­res der Barm­her­zig­keit“ ver­liert Papst Fran­zis­kus kein Wort dar­über, dass a l l e Men­schen erlö­sungs­be­dürf­tig sind (wie auch Maria erlö­sungs­be­dürf­tig war) und dass Erlö­sung ein­zig und allein vom Kreu­zes­op­fer des Soh­nes Got­tes, Unse­res Herrn und Erlö­sers Jesus Chri­stus her kommt und dass wir, um in den Genuss der Erlö­sung zu kom­men, an Ihn, an Sei­ne Per­son, glau­ben müs­sen und dar­an, dass Er für unse­re Sün­den, für die Sün­den jedes ein­zel­nen, gestor­ben und von den Toten auf­er­stan­den ist.
      Eine Erlö­sung durch die Lie­be und „Barm­her­zig­keit“ des Vaters am Kreu­zes­op­fer vor­bei gibt es nicht. Ohne Erlö­sung aus Gna­de durch Glau­ben an Jesus Chri­stus bleibt der Mensch unter dem Zorn Got­tes und der Herr­schaft des Teu­fels und geht ewig ver­lo­ren. Das – die Mit­te des christ­li­chen Glau­bens — ver­schweigt Papst Fran­zis­kus der Chri­sten­heit und allen Mensch, die sei­ne Wor­te hören.

      • Über die For­mu­lie­rung, Gott habe Maria „umhüllt“ von sei­ner Barm­her­zig­keit bin ich auch gestolpert.
        Denn sie ist ja in der Tat nicht bloß von außen „umhüllt“, son­dern bis in den letz­ten Win­kel ihres Sein aus Gna­den „ple­na gra­tia“. Gott hat sich mit ihr ja wirk­lich ver­mählt, also mit ihrem aus­drück­li­chen Wunsch und Wil­len mit ihr eine voll­kom­me­ne Ver­ei­ni­gung voll­zo­gen, die ihre See­le durch­drang — anders wäre auch die Pro­phe­zei­ung des Sime­on an sie gar nicht nach­voll­zieh­bar. Das „Schwert“, das Mari­as See­le durch­drin­gen wür­de, ist das „Schwert“, das den Herrn am Kreuz rich­te­te. Sie erfuhr die­se Hin­rich­tung, die er erdul­de­te, in ihrer See­le, weil er, der die Barm­her­zig­keit und Lie­be in Per­son ist, in ihr leb­te: ple­na gra­tia war sie, voll sei­ner Gna­de, voll von ihm selbst.

        Viel­leicht hängt es eben doch — Sie mögen mir ver­zei­hen — mit einem pro­te­stan­ti­sier­ten Bild von der Barm­her­zig­keit Got­tes zusam­men, dem F. folgt, ohne dies kennt­lich zu machen oder sich womög­lich dar­über ganz bewusst zu sein.

        Er „mixt“ das pro­te­stan­ti­sche und das katho­li­sche Ver­ständ­nis der Barm­her­zig­keit, die den Sün­der gerecht macht. Zwar müss­ten bei­de Sei­ten tra­di­tio­nell auf dem Opfer­tod Jesu bestehen, was er — wie Sie zu Recht anmer­ken — nicht erwähnt, aber die Art der Erbar­mung wird doch jeweils ent­schei­dend anders vorgestellt.

        Ich hat­te dazu heu­te mor­gen wei­ter oben um 10.17 Uhr eini­ge Gedan­ken geäußert.

  9. Es gibt denn nur einen Mass­stab für die Ver­kün­di­gung des hl. Evan­ge­li­ums; sie muss immer der Voll­stän­dig­keit Genü­ge lei­sten und darf nicht „men­schen­ge­recht“ gewich­tet werden.

    Dazu Hw Pater Biff­art von der Petrus-Bruderschaft:
    -
    „Heu­te wird bedau­er­li­cher­wei­se zunehmend
    — um den Bei­fall der Men­schen zu erheischen -
    ein „Evan­ge­li­um light“ vermittelt.
    Die­ses kennt die Auf­for­de­rung Christi 
    zur Reue, Bus­se und Umkehr nicht mehr.
    Doch sind gera­de Letz­te­re über­haupt erst die Bedin­gun­gen für die dann uner­mess­li­che Barm­her­zig­keit Christi.

    Die Hir­ten 
    haben denn die Pflicht,
    Alles zu verkünden 
    — das gesam­te hl. Evangelium — 
    um die See­len auf den schma­len und stei­len Weg zur Glück­se­lig­keit zu führen.

    Die gesam­te Selbstoffenbarung. 
    Zu die­ser gehört
    Barmherzigkeit 
    u n d
    Gerechtigkeit.

    Unser Herr und Gott Jesus Chri­stus hat Sei­nen hl. Aosteln aufgetragen,

    A l l e s 

    zu leh­ren, was Er ihnen offen­bart hat.
    -
    28,19
    Dar­um geht zu allen Völ­kern und macht alle Men­schen zu mei­nen Jün­gern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Geistes,
    Mt 28,20
    und 
    lehrt sie, alles zu befolgen, 
    was ich euch gebo­ten habe. 
    Seid gewiss: 
    Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
    -

    Eine dem Men­schen ver­mit­tel­te „Barm­her­zig­keit“ 
    mit des­sen Belas­sen­wol­len im Zustand der Sünde
    ist kei­ne Offen­ba­rung Gottes, 
    viel­mehr men­schen­ge­bau­tes Mauerwerk.…
    und wird somit ineinanderfallen.
    Ein „Evan­ge­li­um light“ aber 
    — als Weg­wei­ser für den brei­ten und beque­men Weg im Diesseits — 
    ist ohne Kraft und Gnade, 
    wir­kungs­los für das Seelenleben 
    und letzt­end­lich eine 
    Tat von Mietlingen, 
    denen der Ewig­keits­zu­stand der Seelen 
    gleich­gül­tig ist..
    Miet­lin­ge, die die ihnen anver­trau­te Scha­fe dem rei­ssen­den Wolf über­las­sen, dem Rän­ke­schmied Satan, dem Vater der Lüge.“
    -

  10. Knapp 50.000 Tau­send hat die gest­ri­ge Eröff­nung noch auf den Platz vor Sankt Peter gebracht. Für ein Jubel­jahr extrem wenig. Dazu noch ein lit­ur­gi­sches Niveau auf tri­stem Mini­mum und gänz­li­chem Primitivismus.
    Dazu noch der banal-pro­pa­gan­di­sti­sche Jubel­kom­men­tar Hagen­kords vom Jesui­ten­sen­der RV für TV-Zusauscher.

    • Lie­ber Hoch­ehrw. Hr. @J.G. Ratkaj,

      Herz­li­chen Dank daß Sie mir den Namen des Lei­ters v. Radio Vati­kan wie­der in Erin­ne­rung gebracht haben; ich hat­te ihn vor eini­gen Tagen schon vergessen.

      Sie haben natür­lich recht: die Anzie­hungs­kraft des gezeig­ten Thea­ters läßt natür­lich sehr nach.
      Die Fotos der weit­ge­hend lee­ren Audi­enz­hal­le bei der Syn­ode, der in den letz­ten zwei Jah­ren schnell ver­sie­gen­de Strom von Pil­gern nach Rom, das in aller Stil­le Weg­zie­hen von bra­ven from­men katho­li­schen Gläu­bi­gen aus ihren ange­stamm­ten Pfar­rei­en zu den Orten wo der Glau­ben seri­ös bekennt wird und die Lit­ur­gie wür­dig gefei­ert wird:
      das alles spricht eine deut­li­che Spra­che und wird auch in den höhe­ren Regio­nen wahrgenommen.

      „Plus est en nous“: ein gro­ßer Auftrag.

  11. Habe soeben einen dring­li­chen Appel an Papst FranzI
    auf remnantnewspaper.com unterzeichnet
    ent­we­der sei­nen Kurs zu ändern
    Oder
    Zurückzutreten!

    Welch eine Gefühl der Zufriedenheit.
    Das Schrei­ben mit Datum vom 8.12. gibt es auf eng­lisch, Ita­lie­nisch, Spa­nisch und Französisch.

    • http://remnantnewspaper.com/web/index.php/articles/item/2198-the-year-of-mercy-begins

      An Urgent Appeal to Pope Fran­cis to Eit­her Chan­ge Cour­se or Renoun­ce the Petri­ne Office 

      Decem­ber 8, 2015
      Feast of the Imma­cu­la­te Conception

      Your Holi­ness:
      Pope Cele­sti­ne V (r. 1294), reco­gni­zing his inca­pa­ci­ty for the office to which he had so unex­pec­ted­ly been elec­ted as the her­mit Peter of Mor­ro­ne, and see­ing the gra­ve harm his bad gover­nan­ce had cau­sed, resi­gned the papa­cy after a reign of only five mon­ths. He was cano­ni­zed in 1313 by Pope Cle­ment V. Pope Boni­face VIII, remo­ving any doubt about the vali­di­ty of such an extra­or­di­na­ry papal act, con­fir­med in per­p­etui­ty (ad per­pe­tuam rei memo­ri­am) that “the Roman Pon­tiff may free­ly resign.”

      A gro­wing num­ber of Catho­lics, inclu­ding car­di­nals and bishops, are com­ing to reco­gni­ze that your pon­ti­fi­ca­te, also the result of an unex­pec­ted elec­tion, is like­wi­se causing gra­ve harm to the Church. It has beco­me impos­si­ble to deny that you lack eit­her the capa­ci­ty or the will to do what your pre­de­ces­sor right­ly obser­ved a pope must do: “con­stant­ly bind hims­elf and the Church to obedience to God’s Word, in the face of every attempt to adapt it or water it down, and every form of opportunism.”

      Qui­te the con­tra­ry, as shown in the anne­xed libel­lus, you have given many indi­ca­ti­ons of an alar­ming hosti­li­ty to the Church’s tra­di­tio­nal tea­ching, disci­pli­ne and customs, and the faith­ful who try to defend them, while being preoc­cu­p­ied with social and poli­ti­cal que­sti­ons beyond the com­pe­tence of the Roman Pon­tiff. Con­se­quent­ly, the Church’s enemies con­ti­nu­al­ly delight in your pon­ti­fi­ca­te, exalting you abo­ve all your pre­de­ces­sors. This appal­ling situa­ti­on has no par­al­lel in Church history.

      Last year, spea­king of Pope Benedict’s resi­gna­ti­on, Your Holi­ness decla­red that if you felt inca­pa­ble of exer­ci­s­ing the papa­cy “I would do the same.” On the first anni­ver­s­a­ry of Benedict’s resi­gna­ti­on, you cal­led upon the faith­ful to “join me in pray­er for His Holi­ness Bene­dict XVI, a man of gre­at cou­ra­ge and humility.”

      With no litt­le trepi­da­ti­on, being under the gaze of the One who will judge us all on the Last Day, we your sub­jects respect­ful­ly peti­ti­on Your Holi­ness to chan­ge cour­se for the good of the Church and the wel­fa­re of souls. Fai­ling this, would it not be bet­ter for Your Holi­ness to renoun­ce the Petri­ne office than to pre­si­de over what threa­tens to be a cata­stro­phic com­pro­mi­se of the Church’s integrity?

      In this regard we make our own the words of Saint Cathe­ri­ne of Sie­na, Doc­tor of the Church, in her famous let­ter to Pope Gre­go­ry XI, urging him to steer the Church aright during one of her grea­test cri­ses: “Sin­ce He has given you aut­ho­ri­ty and you have assu­med it, you should use your vir­tue and power: and if you are not wil­ling to use it, it would be bet­ter for you to resign what you have assumed…”

      Mary, Help of Chri­sti­ans, pray for us!

      • So respekt­voll und nobel der Brief gehal­ten ist: der ange­häng­te Libel­lus hat es in sich! Dabei ist auch er nur eine Aus­wahl aus der chro­ni­que scan­dal­eu­se die­ses Pon­ti­fi­kats von Tag 1 an. Ein Papst mit sol­chen res gestae hat kei­ne Chan­ce auf eine Kano­ni­sie­rung wie der im Brief erwähn­te Papst Coele­stin V., nicht ein­mal in der zweit­va­ti­ka­ni­schen Kir­che. Aber wer weiß, wie irre es in die­ser Kir­che noch zuge­hen wird, wenn sie wei­ter dahin­treibt wie bis­her. Wer macht eine sau­be­re Über­set­zung ins Deutsche?

  12. Es wird ein Jahr sein, in dem man sich immer mehr von der Barm­her­zig­keit über­zeu­gen kann.…
    Wer vor­aus­setzt, das er selbst nicht sün­digt — war­um soll er Barm­her­zig­keit suchen oder benötigen?

    Wie­viel Unrecht wird Gott und sei­ner Gna­de getan, wenn man vor allem behaup­tet, dass die Sün­den durch sein Gericht bestraft wer­den, anstatt allem vor­an­zu­stel­len, dass sie von sei­ner Barm­her­zig­keit ver­ge­ben wer­den (vgl. Augu­sti­nus, De pra­ede­sti­na­tio­ne sanc­torum 12,24)! Ja, genau­so ist es.…
    Nein, denn genau­so ist es nicht! Gott straft die Sün­den durch sein Gericht.
    Das muß Er! Er kann gar nicht anders han­deln, sonst macht Gott sich voll­kom­men unglaub­wür­dig gegen­über früh­re­ren Men­schen­ge­nera­tio­nen. Ein­zig die vor­he­ri­ge Beich­te, die Reue, Buße und Süh­ne über began­ge­ne Sün­den ver­hin­dert die Stra­fe Got­tes, weil Sei­ne Gna­de und wah­re Barm­her­zig­keit immer dem reui­gen Sün­der gewährt wer­den. Wer nicht bereut oder mög­li­cher­wei­se durch einen plötz­li­chen Tod kei­ne Gele­gen­heit mehr dazu hat, wird Got­tes Gerech­tig­keit in Form von Stra­fe (Fege­feu­er oder Höl­le) erfah­ren. Die Zeit der Barm­her­zig­keit währt nicht ewig. Sie ver­drängt nicht voll­au­to­ma­tisch (d. h. ohne eige­nes Zutun = Bereu­en) die Sün­den und wan­delt sie in Barm­her­zig­keit. Barm­her­zig­keit ohne Umkehr, ohne Buße und Reue ist eine Lüge, die gera­de­wegs in die Höl­le führt.

    Wir müs­sen die Barm­her­zig­keit dem Gericht vor­an­stel­len, und in jedem Fall wird das Gericht Got­tes immer im Licht sei­ner Barm­her­zig­keit stehen.….
    Falsch — wir müs­sen gar nichts — wir müs­sen unse­re Sün­den bereu­en, sie vor Gott im Sakra­ment der Beich­te beken­nen und auf­rich­ti­ge Wie­der­gut­ma­chung anstre­ben. Dann — und nur dann, steht der Barm­her­zig­keit Got­tes nichts mehr im Wege.

    Möge das Durch­schrei­ten der Hei­li­gen Pfor­te uns also das Gefühl ver­mit­teln, Anteil zu haben an die­sem Geheim­nis der Lie­be, der zärt­li­chen Zuwendung.
    Was für ein roman­ti­scher Blöd­sinn! Für wie naiv und blau­äu­gig hält der Bischof von Rom die Gläubigen?

    Las­sen wir jede Form von Angst und Furcht hin­ter uns, denn das passt nicht zu dem, der geliebt wird; erle­ben wir viel­mehr die Freu­de über die Begeg­nung mit der alles ver­wan­deln­den Gnade.…!
    Furcht im Sin­ne von Angst braucht nie­mand vor Gott zu haben — Furcht vor dem Straf­ge­richt Got­tes schon, denn das trifft beson­ders die mun­ter drauf los­sün­di­gen­de Mensch­heit am schlimmsten.
    Davon abge­se­hen: war­um soll die Gna­de voll­au­to­ma­tisch „ver­wan­deln“ — sofern ich mich ohne­hin als „sün­den­frei“ betrachte?

    Um es ganz unver­krampft und kurz zu sagen:
    Ohne Kreuz gibt es weder Gna­de noch Barmherzigkeit.
    Ohne Gna­de und Barm­her­zig­keit gibt es kein Kreuz!

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