Der überlieferte Ritus verändert das Gesicht des französischen Klerus

Alte Messe ein Nährboden für Berufungen
Alte Mes­se ein Nähr­bo­den für Beru­fun­gen

(Paris) Das Gesicht des fran­zö­si­schen Kle­rus ver­än­dert sich in schnel­lem Tem­po, und das in dop­pel­ter Hin­sicht. Die Zahl der Prie­ster­be­ru­fun­gen befin­det sich auf nied­rig­stem Niveau. Gleich­zei­tig fin­det ein Wan­del vom neu­en zum alten Ritus statt.

Rückgang der diözesanen Priesterberufungen um 84 Prozent

1966, im Jahr nach dem Ende des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils, gab es in Frank­reich 4.536 Diö­ze­san­se­mi­na­ri­sten. Inner­halb von zehn Jah­ren redu­zier­te sich unter Papst Paul VI. und unter dem Ein­druck der Nach­kon­zils­zeit ihre Zahl 1975 auf 1.297. Ein Rück­gang um fast drei Vier­tel, den man als Fast-Zusam­men­bruch bezeich­nen könn­te. Unter Papst Johan­nes Paul II. konn­te der Ein­bruch gestoppt wer­den: 20 Jah­re spä­ter, 1996, lag die Zahl mit 1.103 Semi­na­ri­sten in etwa noch auf dem­sel­ben Niveau.

Im letz­ten Teil sei­nes Pon­ti­fi­kats folg­te jedoch ein neu­er Sturz­flug: 2005 betrug die Zahl der Semi­na­ri­sten 784. Das waren nur mehr 17 Pro­zent im Ver­gleich zu 1966, oder anders aus­ge­drückt, ein Rück­gang von 83 Pro­zent.

2011 wur­de der Tief­punkt seit der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on erreicht. Nur mehr 710 Semi­na­ri­sten berei­te­ten sich auf das Welt­prie­ster­tum vor. Par­al­lel zu die­sem Ein­bruch wächst der Anteil der Semi­na­ri­sten der Tra­di­ti­on.

Anteil der Priester der Tradition nimmt zu

Eine Auf­stel­lung der Prie­ster­wei­hen in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren ver­deut­licht die Ent­wick­lung. Es wer­den die Wei­hen in der außer­or­dent­li­chen Form des Römi­schen Ritus jenen in der ordent­li­chen Form gegen­über­ge­stellt. Die Auf­stel­lung bezieht sich nur auf Welt­prie­ster. Dar­in sind die Prie­ster der Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten und der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. berück­sich­tigt.

2010: 86 Pro­zent der Wei­hen in der ordent­li­chen, 14 Pro­zent in der außer­or­dent­li­chen Form
2011: 86 Pro­zent der Wei­hen in der ordent­li­chen, 14 Pro­zent in der außer­or­dent­li­chen Form
2012: 83 Pro­zent der Wei­hen in der ordent­li­chen, 17 Pro­zent in der außer­or­dent­li­chen Form
2013: 88 Pro­zent der Wei­hen in der ordent­li­chen, 12 Pro­zent in der außer­or­dent­li­chen Form
2014: 82 Pro­zent der Wei­hen in der ordent­li­chen, 18 Pro­zent in der außer­or­dent­li­chen Form
2015: 77 Pro­zent der Wei­hen in der ordent­li­chen, 23 Pro­zent in der außer­or­dent­li­chen Form

 

Das Drama des Niedergangs und die Hoffnung auf einen neue Zukunft

Die Gegen­über­stel­lung der Wei­he­jahr­gän­ge in abso­lu­ten Zah­len zeigt die Ent­wick­lung und das Dra­ma auf:

2010: 96 Wei­hen in der ordent­li­chen Form, 16 in der außer­or­dent­li­chen Form
2011: 109 Wei­hen in der ordent­li­chen Form, 18 in der außer­or­dent­li­chen Form
2012: 97 Wei­hen in der ordent­li­chen Form, 20 in der außer­or­dent­li­chen Form
2013: 92 Wei­hen in der ordent­li­chen Form, 12 in der außer­or­dent­li­chen Form
2014: 88 Wei­hen in der ordent­li­chen Form, 18 in der außer­or­dent­li­chen Form
2015: 68 Wei­hen in der ordent­li­chen Form, 20 in der außer­or­dent­li­chen Form

In den ver­gan­ge­nen sechs Jah­ren wur­den in Frank­reich 545 Welt­prie­ster für den neu­en Ritus geweiht und 107 für den über­lie­fer­ten Ritus. Nicht berück­sich­tigt in der Auf­stel­lung sind Ordens­prie­ster. Es feh­len also beim über­lie­fer­ten Ritus die alt­ri­tu­el­len Orden, etwa die Bene­dik­ti­ner von Le Bar­roux oder die Fran­zo­sen, die für das Insti­tut Chri­stus König und Hoher­prie­ster geweiht wur­den. Nicht berück­sich­tigt wur­de auch das sich in Frank­reich aus­brei­ten­de Phä­no­men von biri­tu­ell aus­ge­bil­de­ten Prie­stern, oder das Phä­no­men jun­ger Diö­ze­san­prie­ster des neu­en Ritus, die sich für den über­lie­fer­ten Ritus und die Tra­di­ti­on inter­es­sie­ren.

Gemeinden und Pfarreien des überlieferten Ritus sind Nährboden für Berufungen

Die Per­so­nal­pfar­rei­en und Gemein­den der Tra­di­ti­on erwei­sen sich als frucht­bar­ster Boden für Prie­ster­be­ru­fun­gen. Im Ver­gleich zu ihrer gerin­gen Zahl und Grö­ße ist ihr Anteil an Beru­fun­gen enorm. Der tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne Blog­ger Cor­dia­li­ter ver­öf­fent­lich­te ein Gespräch mit einem jun­gen Ita­lie­ner, der in Öster­reich die über­lie­fer­te Form des Römi­schen Ritus ken­nen­lern­te und inzwi­schen mit sei­ner Fami­lie in Frank­reich lebt. Die alt­ri­tu­el­le Gemein­de, der er in Frank­reich ange­hört, besteht seit 25 Jah­ren. In die­ser Zeit gin­gen 17 Prie­ster­be­ru­fun­gen dar­aus her­vor. „Der Groß­teil schloß sich fran­zö­si­schen Orden der Tra­di­ti­on an, den Bene­dik­ti­nern von Le Bar­roux, von Font­gom­bault, den Regu­lar­ka­no­ni­kern von Lagra­sse, den Ser­vi Jesu et Mariae usw.“

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL

16 Kommentare

  1. Auch wenn vie­le es anders sehen, FSSPX ist die Loe­sung der Kir­chen­kri­se.
    Die Her­de wird nur noch klein sein.
    Aber auch das ist uns vor­her­ge­sagt.
    Bischof Leb­fe­v­re ist wahr­schein­lich einer der ganz gro­ssen Hei­li­gen des letz­ten Jahr­hun­derts, auch wenn er in Chri­sti Sicht nur ein ein­fa­cher Arbei­ter im Wein­berg war.
    Fuer uns hat er den unver­ku­er­zten Weg zu Chri­stus offen­ge­hal­ten.
    DEO GRATIAS !

  2. Die Spi­ri­tua­li­tät der “ Mes­se aller Zei­ten “ bewirkt auf wun­der­ba­rer Wei­se, Prie­ster­be­ru­fun­gen.
    Das Bei­spiel Frank­reich kann man prak­tisch auf den gan­zen Westen über­tra­gen. Nach dem II.
    Vati­ka­num gab es 4536 Prie­ster, zehn Jah­re spä­ter die Früch­te des Kon­zils mit 1207 Prie­stern
    und aktu­ell 710 Semi­na­ri­sten. Aber die kirch­li­chen Auto­ri­tä­ten bis hin zum Papst, jubeln und er-
    heben immer neu das gro­ße Kon­zil mit sei­nem Fort­schritt. Aber die Musi­kan­ten auf der Tita­nic
    spiel­ten ja auch, bis ihnen das Was­ser bis zum Hal­se stand. Bei die­ser furcht­ba­ren Ent­wick­lung
    fragt sich der Chri­sten­mensch, wie kann ein Kar­di­nal oder Bischof in die­ser Situa­ti­on noch ruhig
    schla­fen ? Schon mor­gen kann der eine oder ande­re vor Gott ste­hen. Was wird er auf die Fra­ge
    ant­wor­ten, wenn nach den Talen­ten gefragt wird ? Er wird sagen müs­sen, ich habe sie nicht ver-
    gra­ben, ich habe sie ver­schleu­dert !

  3. Die­se Zah­len sind erschreckend.
    Zwi­schen 1914 und 1966 hat­te z.B. allein die Diö­ze­se von Nan­tes 7000 Beru­fun­gen zum Welt- und Regu­larkle­rus.

  4. Ich kann nur die­se Zah­len bestä­ti­gen. Die Zukunft in Frank­reich wird der Tra­di­ti­on gehö­ren.… In weni­ger als zehn Jah­ren wer­den die tra­di­ti­ons­ori­en­tier­ten Gemein­den, fast die Hälf­te der neu­en Beru­fun­gen stel­len.

    Eine kon­ser­va­ti­ve Bewe­gung ist im Gan­ge, sie ist in der Jugend spür­bar.…

    Deo Gra­ti­as

  5. Die fran­zö­si­sche Situa­ti­on qua Prie­ster­wei­hen wird hier kor­rekt wider­ge­ge­ben.
    Wenn man die Ordens­prie­ster mit­be­rück­sich­tigt, wird die Dis­kre­panz zwi­schen „ordent­li­chen“ sprich moder­nen Wei­hen einer­seits und die tra­di­tio­nel­len ander­seits noch grö­ßer.
    Bei einem etwa linea­rem Rück­gang von 8 pro Jahr (wel­ches durch­schnitt­li­che Tem­po von 2010 bis 2015 erreicht wur­de), ist in ca. 9 Jah­ren für die „ordent­li­che“ (moder­ne) der Null­punkt erreicht.
    Das geschah übri­gens schon vor 8 Jah­ren in Nord­bel­gi­en unter Kar­di­nal Dan­neels (das Bis­tum Brüg­ge unter dem Pädo­phi­len vanG­he­lu­we nicht berück­sich­tigt- hier wur­de so etwas Alles Mög­li­che geweiht, nur nichts Seriö­ses)
    Wie es aus­sieht, wird schon in etwa 5 Jah­ren die Mehr­heit der Wei­hen in ausser­or­dent­li­cher Form und/oder bei tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen Orden statt­fin­den.
    Das allein löst auf moder­nen Web­sei­ten deut­li­chen Ärger und wüten­de Kom­men­ta­re aus, beson­ders auch auf papo­la­tri­sti­schen: nichts schmerzt sosehr wie die Wahr­heit.
    Gera­de die Orden und die Priester‑, Prie­ster­bru­der- und Bru­der­ge­mein­schaf­ten spie­len hier eine äusserst wich­ti­ge Rol­le:
    einer­seits wird hier bei vie­len alten Orden die füne­ste Evo­lu­ti­on nach dem 2. Vati­ca­num demon­striert („Per­fec­tae cari­ta­tis“ wur­de schon beim Erschei­nen als sehr insuf­fi­zi­ent wahr­ge­nom­men), ander­seits wird über das Auf­blü­hen der Tra­di­ti­on im regu­lier­tem Leben weit­ge­hend geschwie­gen.
    Es ver­letzt natür­lich zutiefst die See­le und den Stolz vie­ler Bischö­fe;
    dar­um auch der gro­ße Haß, womit z.B. die Fran­zis­ka­ner der Imma­cu­la­ta ver­folgt wer­den.

  6. Ich habe kürz­lich mit einer 78-jäh­ri­gen Dame gespro­chen. Sie ist auf dem Land auf­ge­wach­sen, und sagt mir, dass sie froh über die Ände­rung der Lit­ur­gie im Ver­gleich zu ihrer Kind­heit und Jugend sei. Sie sei damals zwar immer zur Mes­se gegan­gen, habe aber nichts ver­stan­den. Den Über­tra­gun­gen der Mes­se im außer­or­dent­li­chen Ritus kann sie nichts abge­win­nen. Auch sol­che Stim­men muss man ernst neh­men. Ihr Mann hat mir bestä­tigt, dass es zu Beginn der Ein­füh­rung der neu­en Lit­ur­gie eine gro­ße Begei­ste­rung gege­ben habe. In Anbe­tracht der vie­len Ver­lockun­gen des Lebens im Wohl­stand wäre es wohl ver­fehlt, anzu­neh­men, bei Bei­be­hal­tung der alten Lit­ur­gie wäre der kirch­li­che Nie­der­gang auf­ge­hal­ten wor­den. Und doch bin ich, 50, inzwi­schen davon über­zeugt, dass mit der neu­en Lit­ur­gie etwas gewal­tig schief gelau­fen ist. War­um ist die anfäng­li­che Begei­ste­rung in einen Nie­der­gang umge­schla­gen? Was ist da eigent­lich ganz genau pas­siert? Und wie hät­te man es bes­ser machen kön­nen? Oder war die Kir­che gegen die Moder­ne so oder so chan­cen­los?

    • das fra­ge ich (Jahr­gang 1972) mich auch immer

      mei­ne Mut­ter (Jahr­gang 1942) geht fast jeden Tag zur Mes­se, fin­det es aber suspekt, dass ich die „alte“ Mes­se für mich ent­deckt habe. Sie hält die Lit­ur­gie­re­form von damals für nötig…

      Fra­ge an die Leu­te aus die­ser Genera­ti­on hier: Was ist damals genau pas­siert, dass die über­wie­gen­de Mehr­heit damals die „Reform“ erst begrüßt hat und dann kurz danach ent­schie­den hat, daß man ja auch gleich daheim blei­ben kön­ne???

    • Sicher­lich for­dert der alte Ritus die Men­schen mehr.
      Aber wenn die Dame den Reli­gi­ons­un­ter­richt besucht haet­te und man mit ihr dort den Schott oder etwas aehn­li­ches durch­ge­gan­gen wae­re haet­te es sol­che Ver­wir­run­gen nicht gege­ben.
      Ausser­dem den­ke ich, ist ein gewal­ti­ger Denk­feh­ler in der Lit­ur­gie­re­form ent­hal­ten.
      Man gab dem Men­schen das Gefuehl das Gott dank­bar fuer den Besuch sein darf !
      Ich den­ke die gei­sti­ge Anspruchs­hal­tung der alten Mes­se ist dia­me­tral anders, naem­lich der Mensch darf froh sein glau­ben zu duer­fen und der Mes­se bei­woh­nen zu duer­fen da aus ihr Gna­den erwach­sen die sonst nie­mand auf der Erde anbie­ten kann.
      Dem­zu­fol­ge hat der Mensch die hei­li­ge Pflicht sich mit der Lit­ur­gie zu bescha­ef­ti­gen um wuer­dig mit­zu­fei­ern.
      Latein war und ist die Welt­spra­che der Kir­che, es ist ein­fach nur ein Unsinn das man die gleich­blei­ben­den und auch ver­a­en­der­li­chen Tei­le der hl Mes­se nicht ler­nen kann, das ist Ver­zei­hung wenn ich es so nen­ne, pure FAULHEIT !

    • Aventin@ Bei der Dame wird es sich um eine Aus­nah­me han­deln, denn wer die Kir­che, die Hl. Mes­se von heu­te mit der Mes­se aller Zei­ten ver­gleicht, wird leicht fest­stel­len, wie
      groß der Unter­schied in der Sakra­li­tät liegt. Dort Hin­wen­dung zu Gott, hier zum Men-
      schen, dort Kreu­zes­op­fer, hier Mahl. Der Nie­der­gang in der Mes­se hat damit zu tun,
      weil es eine gemacht Lit­ur­gie ist, die man zwar von der Spra­che her ver­steht, aber den
      Men­schen, das Herz nicht erreicht.

    • Geehr­ter @Aventin,
      Ich dürf­te sehr vie­le älte­re und auch hoch­be­tag­te Men­schen ken­nen­ler­nen und auch beglei­ten.
      Das Latein war nie ein Grund um in der Hl. Mes­se nichts zu ver­ste­hen.
      Eine jetzt 84-jäh­ri­ge Dame schenk­te mir vor kur­zem ihr Meß-und Ves­per­buch, her­aus­ge­ge­ben bei dem berühm­ten Drucker Bre­pols in Turn­holt, latei­nisch-nie­der­län­disch, mit her­vor­ra­gen­dem Kom­men­tar von Pas­toor C. Floor, Impri­matur von 1938.
      (Übri­gens geschenkt von ihrer Paten­tan­te bei der Fir­mung am 30.Mai 1943- mit­ten in dem Welt­krieg konn­te ein äusserst qua­li­täts­voll gedruck­tes Buch geschenkt wer­den).
      Die deut­lich älte­re Brü­der der Dame waren offen­sicht­lich alle und wohl sehr lan­ge Mini­strant- das Nicht­ver­ste­hen dürf­te sich sehr im Gren­zen gehal­ten haben.
      Damals wur­de übri­gens Latein als Fremd­spra­che viel mehr gelernt, geübt und ver­stan­den als moder­ne Spra­chen (in Frank­reich waren sehr lan­ge die Englisch‑, Spa­nisch- und Deutsch­kennt­nis­se der brei­ten Bevöl­ke­rung sehr gering bzw. null; idem galt sehr lan­ge auch in Deutsch­land für das Fran­zö­sisch, das Spa­nisch und Ita­lie­nisch.
      Dafür wur­de dann im Krieg mehr Rus­sisch und Ruthe­nisch gelernt).

      S.54(„Canon“): „…Dies ist der hei­lig­ste Teil der Mes­se und wird ganz in Stil­le gebe­tet. Dies bedeu­tet, daß bei die­sen unbe­greif­li­chen Geheim­nis­sen jeg­li­cher Ver­stand still­steht und sich unter­wer­fen muß an den Glau­ben“.
      Das ist ein­deu­tig klar: man kann das Myste­ri­um nicht „ver­ste­hen“, man unter­werft sich- man wird mystisch ergrif­fen.
      Der Glau­ben ist eine Gabe, ein Geschenk, von ausser­halb an uns;
      der eine hat es, der ande­re nicht.
      Das läßt sich jedoch nicht mit Adap­tie­run­gen in der/einer Volks­spra­che beein­flüs­sen.
      Die Mischung von 2 oder drei Volks­spra­chen bringt übri­gens auch nichts (in Brüs­sel sit­zen in den mehr­spra­chi­gen Mes­sen (F‑NL und etwas Latein) in der St.Michaelskathedrale sehr vie­le anders­spra­chi­ge Tou­ri­sten).

      Ihre Fra­ge, was da eigent­lich ganz genau pas­siert ist, soll­ten Sie an die Bischöf­li­che Ordi­na­ria­te und den Vati­kan rich­ten.
      Soviel ich weiß, war das alles ad expe­ri­men­tum gedacht- aber ein Feed­back wur­de nicht gefragt, war nicht gewünscht und wur­de auch nicht berück­sich­tigt.
      Das wird wohl sei­ne Grün­de gehabt haben.
      Die Kir­chen­ge­schich­te der letz­ten 50 Jah­re ist äusserst schweig­sam.

    • Mei­ne Ver­mu­tung ist, dass es doch nur eine Min­der­heit und nicht die Mas­se der Katho­li­ken ist, die sich in jeder Mes­se das Myste­ri­um von Gol­go­tha ver­ge­gen­wär­tigt hal­ten will.
      Im wei­te­ren Sinn gilt das für alle Chri­sten.
      Wer setzt sich wirk­lich die­sem Men­schen­sohn aus, der da am Kreu­ze hängt und lei­det. Wegen mei­ner Sün­den — aus unbe­greif­li­cher Lie­be zu mir.
      Es ist das uralte Pro­blem des Men­schen, der sich Gott vom Geist oder vom Lei­be hal­ten will. Er erträgt die hei­li­ge Nähe Got­tes nicht. Er fühlt sich über­for­dert, über­führt, es sei denn, dass er selbst ein Leben der Hei­lig­keit führt.
      Aber auch das ästhe­tisch so schö­ne Ritu­al der triden­ti­ni­schen Mes­se mit ihrem ehr­wür­di­gen gre­go­ria­ni­schen Gesang kann zu einem Vor­hang, zu einer Mau­er zwi­schen dem Gekreu­zig­ten und dem Gläu­bi­gen wer­den.

  7. @fredius und @michael. Sie müs­sen beden­ken, dass eine Kind­heit und Jugend auf dem Land von Ende der 30iger bis Mit­te der 50iger Jah­re eine sol­che in gro­ßer Beschei­den­heit war. Nur eine klei­ne Min­der­heit ging auf das Gym­na­si­um und durf­te Latein ler­nen. Einen Schott wird kaum jemand beses­sen haben, und dass den jun­gen Leu­ten in der Volks­schu­le anhand eines Schott die Mes­se erklärt wur­de, dürf­te die kras­se Aus­nah­me gewe­sen sein. Sowohl die Dame, von der ich spre­che, als auch die Mut­ter von Kosta­di­nov sind offen­kun­dig durch­aus from­me Per­sön­lich­kei­ten. Sie ver­die­nen es nicht, dass leicht­hin abwer­tend über sie geschrie­ben wird. Aber ich erken­ne an, dass Sie bei­de eine Erklä­rung für den Nie­der­gang nach der Reform trotz anfäng­li­cher Begei­ste­rung ver­su­chen. Es ist wohl ein­fach das Emp­fin­den ver­lo­ren gegan­gen, einem tran­szen­den­ten Gesche­hen bei­zu­woh­nen, dass die irdi­schen Gren­zen über­schrei­tet. Liegt es an der Ver­wen­dung der Volks­spra­che statt Latein? Liegt es an der Umkehr der Zele­bra­ti­ons­rich­tung? An bei­dem? Wenn ja zu wel­chem Anteil? Oder ist noch etwas ganz ande­res ursäch­lich? Wie dem auch sei. Es gibt from­me Katho­li­ken, wel­che den Novus Ordo bevor­zu­gen. Auch das muss man respek­tie­ren!

  8. Die jun­ge Genera­ti­on, die sehr oft sel­ten noch zur Mes­se geht, ist die­ser Lit­ur­gie mit hoher Sakra­li­tät gëffnet. Die 68er, die ja die alte Lit­ur­gie zum Teil zer­stört hat, stht ja vor einem Scher­ben­hau­fen, und es es für vie­len Men­schen zu zuge­ben, dass Sie sich geirrt haben.

    Ich bin 57 Jah­re alt, war der Amts­kir­che lan­ge fern geblieben,weil In Frank­reich seit 2004, die Lai­en die BEERDIGUNGSRITUALE auf dem Fried­hof, über­neh­men. Als mei­ne lie­be tief­gläu­bi­ge Oma 2004, ver­starb, hat der Prie­ster, nicht auf den Kirch­hof kom­men wol­len, wegen Zeit­man­gels, und er sag­te auch , dass er kei­ne Unter­schie­de machen wol­le. Da ich als Fran­zo­se nicht aus der Kir­che aus­tre­ten konn­te, bin ich ihr bis 2012, fern geblie­ben. Ich ging nur noch an Fei­er­ta­gen zur Mes­se. Freun­de haben mich nach Saar­lou­is zur triden­ti­ni­schen Mes­se (Petrusbruderschaft)gebracht, und seit die­ser Zeit, gehe ich jeden Sonn­tag wie­der zur Hei­li­gen Mes­se, wenn nicht sogar in der Woche.? wenn es beruf­lich geht.

    • Schön. Den­noch ist Ihnen schon klar, dass die Petrus­bru­der­schaft gera­de Wert dar­auf legt, Teil „der Amts­kir­che“ zu sein?

      • Sie par­ak­ti­siert die triden­ti­ni­sche Mes­se und gibt uns die Mög­lich­keit mein Glau­ben zu festi­gen, gäbe Sie sie nicht, dann wäre ich zur Pius­bru­der­schaft gegan­gen, aber nicht in Frank­reich denn die Tra­dis sind bei uns, nicht sehr auf­ge­schlos­sen und manch­mal ein biss­chen son­der­bar !!!!!

        Die Petrus­bru­der­schaft ver­sucht es im Rah­men der katho­li­schen Kir­che, des­halb ist sie nicht immer bei den Bischö­fen will­kom­men. Die Amts­kir­che mag die Pius­brü­der, die kei­ne Gefahr dar­stel­len, da Sie ja am Ran­de ste­hen, obwohl sie eine ein­drucks­vol­le Stär­ke bil­den. Mir wäre es liber, alle wür­den zusam­men für die TRADITION in der Kir­che kämp­fen, und das Rad umdre­hen..

        Die Tra­di­ti­on hat Zuk­unt in Euro­pa

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