Kardinal Müller: „Der Glauben ist keine Meinung. Protestantisierung der Kirche stoppen“

Glaubenspräfekt Kardinal Gerhard Müller
Glau­bens­prä­fekt Kar­di­nal Ger­hard Müller

(Rom/Santiago de Chi­le) Kar­di­nal Ger­hard Mül­ler, der Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, hielt vor weni­gen Tagen vor den Bischö­fen Chi­les eine wich­ti­ge Anspra­che in einer Zeit gro­ßer Ver­wir­rung und Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit. Der Glau­bens­prä­fekt beleuch­te­te mit gro­ßer Klar­heit eini­ge bedenk­li­che Ten­den­zen in der katho­li­schen Kir­che. Unter ande­rem for­der­te er die Bischö­fe auf, wach­sam Pro­te­stan­ti­sie­rungs­ten­den­zen in der Kir­che zu bekämpfen.

Die umstrit­te­ne Ant­wort von Papst Fran­zis­kus in der luthe­ri­schen Kir­che in Rom zur Inter­kom­mu­ni­on zwi­schen Katho­li­ken und Pro­te­stan­ten war zu die­sem Zeit­punkt noch nicht bekannt. Mit der „Mei­ster­lei­stung“ päpst­li­cher (Des-)Orientierungshilfe „Ja, Nein, Jein, ent­schei­det sel­ber“ im zen­tra­len Bereich des Altarsa­kra­ments wird sich der Glau­bens­prä­fekt noch beschäf­ti­gen müssen.

Die voll­stän­di­ge Rede des Kar­di­nals erfolg­te nicht vom spa­ni­schen Ori­gi­nal, son­dern von einer zugäng­li­chen ita­lie­ni­schen Über­set­zung, was eini­ge Unsi­cher­hei­ten in sich birgt.

.

Geschätzte Brüder im Episkopat:

1.

Das ist die geeig­ne­te Gele­gen­heit, um Euch, als direk­ter Mit­ar­bei­ter von Papst Fran­zis­kus in einem beson­ders schwie­ri­gen Bereich der kirch­li­chen Akti­vi­tät, eini­ge Über­le­gun­gen mit­zu­tei­len, die ich von beson­de­rer Wich­tig­keit für die­sen Moment hal­te, den die Kir­che in der Welt und auch in Chi­le durchlebt.

Omnes cum Petro

2.

In unse­ren Ohren, wie auch in jenen der Apo­stel, deren Nach­fol­ger wir sind, ertönt die kla­re Bestä­ti­gung des Herrn: „Du bist Simon, der Sohn des Johan­nes. Du wirst jetzt Kephas hei­ßen, das bedeu­tet Petrus (der Fels)“ (Joh 1,40–42). Und auch die­ses Zeug­nis des Petrus auf die Fra­ge Jesu an sei­ne Jün­ger: „Als Jesus in das Gebiet von Cäs­area Phil­ip­pi kam, frag­te er sei­ne Jün­ger: Für wen hal­ten die Leu­te den Men­schen­sohn? Sie sag­ten: Die einen für Johan­nes den Täu­fer, ande­re für Eli­ja, wie­der ande­re für Jere­mia oder sonst einen Pro­phe­ten. Da sag­te er zu ihnen: Ihr aber, für wen hal­tet ihr mich? Simon Petrus ant­wor­te­te: Du bist der Mes­si­as, der Sohn des leben­di­gen Got­tes! Jesus sag­te zu ihm: Selig bist du, Simon Bar­jo­na; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offen­bart, son­dern mein Vater im Him­mel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf die­sen Fel­sen wer­de ich mei­ne Kir­che bau­en und die Mäch­te der Unter­welt wer­den sie nicht über­wäl­ti­gen. Ich wer­de dir die Schlüs­sel des Him­mel­reichs geben; was du auf Erden bin­den wirst, das wird auch im Him­mel gebun­den sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Him­mel gelöst sein“ (Mt 16,13–19). Mit beson­de­rer Kraft müs­sen wir heu­te die War­nun­gen und Gewiß­hei­ten beden­ken, die Jesus dem Petrus über­mit­telt hat: „Simon, Simon, der Satan hat ver­langt, daß er euch wie Wei­zen sie­ben darf. Ich aber habe für dich gebe­tet, daß dein Glau­be nicht erlischt. Und wenn du dich wie­der bekehrt hast, dann stär­ke dei­ne Brü­der“ (Lk 22,31–32). Und er sand­te ihn, die Scha­fe zu wei­den, die Petrus erhielt, nach­dem er sei­ne Lie­be zu Jesus bekannt hat­te (Joh 21,15–17).

3.

In einer Zeit, in der in eini­gen Berei­chen der Kir­che die Ein­heit mit dem Ober­haupt die not­wen­di­ge Vita­li­tät unse­res Glau­bens zu ver­lie­ren scheint, bin ich der Mei­nung, lie­be Brü­der im Bischofs­amt, daß eine per­sön­li­che Bekräf­ti­gung unse­rer Ver­bun­den­heit mit dem Papst not­wen­dig ist, indem wir den wei­sen Rat des hei­li­gen Petrus Chry­so­lo­gus im Brief an Euty­ches befol­gen. „Wir ermah­nen Dich, ehr­wür­di­ger Bru­der, in Gehor­sam alles anzu­neh­men, was der hei­lig­ste Papst von Rom geschrie­ben hat; weil der seli­ge Petrus jenen hilft, die die Wahr­heit des Glau­bens suchen. Zumal wir, des Frie­dens und des Glau­bens wegen, nicht Fra­gen ange­hen kön­nen, die den Glau­ben betref­fen, außer in Gemein­schaft mit dem Bischof von Rom“ (Hei­li­ger Petrus Chry­so­lo­gus, Brief an Euty­ches, 2).

Suaviter in modo, fortiter in re

4.

Im Bekennt­nis des wah­ren katho­li­schen Glau­bens mit Petrus zu sein ist beson­ders wich­tig für jene, die im Namen des Herrn zusam­men mit dem Ober­haupt die über die gan­ze Welt ver­teil­ten Par­ti­ku­lar­kir­chen lei­ten, in denen und durch die die ein­zi­ge hei­li­ge Katho­li­sche Kir­che besteht. Zahl­reich sind die Her­aus­for­de­run­gen, die heu­te den Glau­ben betref­fen, auch in Ame­ri­ka und in Chi­le. Wir müs­sen den Herrn um den Mut bit­ten, ihnen mit Weis­heit und Uner­schrocken­heit zu begegnen.

5.

Eini­ge die­ser Her­aus­for­de­run­gen rüh­ren von der Unwis­sen­heit her und ver­an­las­sen uns, mit grö­ße­rem Ein­satz im Bereich der Evan­ge­li­sa­ti­on und der Mis­si­on zu wir­ken, in dem die Kir­che in Latein­ame­ri­ka und der Kari­bik als Ergeb­nis der Kon­fe­renz von Apa­re­ci­da im Ein­satz ist. Ande­re stam­men aus theo­lo­gi­schen und pasto­ra­len Berei­chen, in die Irr­tü­mer und Ver­zer­run­gen ein­ge­drun­gen sind, die wir als Hir­ten aus­fin­dig machen, ver­ur­tei­len und kor­ri­gie­ren müs­sen. Das ist ein schwie­ri­ger, doch not­wen­di­ger und immer aktu­el­ler Bereich in unse­rem Ein­satz als Hir­ten für das Volk Got­tes. Der hei­li­ge Tho­mas ist beson­ders anspruchs­voll mit uns: „Wenn das Salz sei­nen Geschmack ver­liert … Wenn jene, die über ande­ren ste­hen, schei­tern, sind sie nicht zu ande­rem geeig­net, als vom Lehr­amt ent­fernt zu wer­den“ (Hei­li­ger Tho­mas von Aquin, Catena Aurea, Bd. 1, S. 262).

6.

In die­sem Sinn ist es not­wen­dig, daß über die per­sön­li­che Arbeit eines jeden Bischofs in sei­ner Diö­ze­se, die uner­setz­lich, not­wen­dig und nicht an ande­re Orga­ne dele­gier­bar ist, hin­aus, die Glau­bens­kom­mis­si­on der Bischofs­kon­fe­renz ein leben­di­ger und wirk­sa­mer Orga­nis­mus ist, da sie ein wirk­li­ches Instru­ment der Mit­ar­beit für die Kon­fe­renz und die Bischö­fe ist, die sie in Anspruch nehmen.

Die Bischofskonferenz, Grenzen und Beiträge

7.

Wie wir gut wis­sen, fin­det, seit der Schaf­fung der Bischofs­kon­fe­ren­zen als Ergeb­nis der Arbei­ten des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils, ein kon­stan­te Klä­rung der Auf­ga­be, der Natur und der Art zu arbei­ten der Par­ti­ku­lar­kir­chen statt, die sie ver­sam­meln. Der hei­li­ge Papst Johan­nes Paul II. ließ, nach einer lan­gen Zeit der Über­le­gung und in Beant­wor­tung einer Anfra­ge von Bischö­fen bei der Syn­ode von 1985, das Apo­sto­li­sche Schrei­ben Apo­sto­los suos von 1998 ver­öf­fent­li­chen. Auch heu­te bleibt die Tat­sa­che ein Grund zur Sor­ge, daß das Han­deln der Bischofs­kon­fe­ren­zen mit mehr oder weni­ger Kraft und je nach Gegend in eini­gen Fäl­len, die Ver­ant­wor­tung „iure divi­no“ des Diö­ze­san­bi­schofs beein­träch­tigt hat, daher hilt auch heu­te, was Papst Johan­nes Paul II. bezüg­lich des Umstan­des sag­te, daß die Kon­fe­ren­zen bestehen, um „den Bischö­fen zu hel­fen und nicht um sie zu erset­zen“ (Nr. 18). Wie wir wis­sen, wur­de die­ses Doku­ment erlas­sen, um eini­ge Ideen zu klä­ren, die in eini­gen theo­lo­gi­schen Krei­sen zum Cha­rak­ter der Bischofs­kon­fe­renz zir­ku­lier­ten, und bekräf­tig­te, daß sie für „die gemein­sa­me Aus­übung eini­ger Hand­lun­gen des Bischofs­am­tes dient zur Ver­wirk­li­chung jener einem jeden Bischof für die gan­ze Kir­che zukom­men­de Hir­ten­sor­ge“ (Nr. 13), und nicht als Form der Aus­übung einer kol­le­gia­len, bischöf­li­chen Akti­vi­tät, die ihrer Natur nach nur dem gesam­ten Bischofs­kol­le­gi­um und immer nur zusam­men mit ihrem Ober­haupt zukommt und nie ohne die­ses. Zudem woll­te es erklä­ren, daß die lehr­amt­li­chen Doku­men­te nur bei Ein­stim­mig­keit, der Zustim­mung aller und eines jeden, Exi­stenz­be­rech­ti­gung haben oder in irgend­ei­ner Wei­se die Bischö­fe reprä­sen­tie­ren kön­nen (vgl. Nr. 20).

8.

Die pasto­ra­len Kon­se­quen­zen eines ange­mes­se­nen Ver­ständ­nis­ses und einer ange­mes­se­nen Umset­zung der Bischofs­kon­fe­renz sind offen­kun­dig. Papst Fran­zis­kus woll­te ein Zei­chen in die­sem Sinn set­zen, indem er die Bestim­mun­gen über das Ver­fah­ren für die Nich­tig­keits­er­klä­rung des Ehe­ban­des erließ und den Diö­ze­san­bi­schö­fen, so wie es ihrer Natur ent­spricht, eine Schlüs­sel­rol­le in die­sen heik­len Ange­le­gen­hei­ten zuwies, die sich damit jenen näher machen, die in die­sem Bereich leiden.

Aktuelle Gefahren des ethischen Relativismus

9.

Es ist offen­kun­dig, daß sich heu­te in eini­gen Berei­chen der Glau­bens­un­ter­wei­sung Ele­men­te des libe­ra­len Pro­te­stan­tis­mus ein­ge­schli­chen haben. Das ist beson­ders offen­kun­dig in den euro­päi­schen Natio­nen, ist aber auch in der latein­ame­ri­ka­ni­schen Rea­li­tät nicht unbe­kannt. Ein man­gel­haf­tes Ver­ständ­nis der theo­lo­gi­schen Natur der Bischofs­kon­fe­ren­zen hat das sofor­ti­ge Abdrif­ten in die Gefahr zur Fol­ge, den orga­ni­sa­to­ri­schen Stil der refor­mier­ten Gemein­schaf­ten anzu­neh­men. Auch wenn es sich nicht um einen theo­lo­gi­schen Zugang an sich han­delt, wird dar­aus ein ein­heit­li­cher, einer „Natio­nal­kir­che“ ver­gleich­ba­rer „pasto­ra­ler Stil, wie man es in gewis­sen Akzent­set­zun­gen in Inhalt und Vor­gangs­wei­se und in den not­wen­di­gen Anpas­sun­gen der diö­ze­sa­nen pasto­ra­len Pro­gram­me an die­se Akzen­te und Inhal­te fest­stel­len kann. Es ist zu ver­mei­den, daß der pasto­ra­le Dienst der Bischö­fe in den ver­schie­de­nen Rän­gen der Bischofs­kon­fe­renz sich fak­tisch in eine Art Zen­tral­re­gie­rung der Kir­che in einem Land oder einer Regi­on ver­wan­delt, die, obwohl nicht ver­pflich­tend, im Bereich der Par­ti­ku­lar­kir­che so prä­sent wird, daß eine Nicht-Fol­ge­lei­stung als Man­gel an kirch­li­cher Gemein­schaft betrach­tet wird. Die Ein­heit in der Viel­falt ist eine der Gaben, die der Herr Sei­ner Kir­che geschenkt hat. Es ist not­wen­dig, daß jeder Hir­te spürt, daß er die vol­le Frei­heit hat, sei­ne Her­de gemäß den Ein­ga­ben des Hei­li­gen Gei­stes in Über­ein­stim­mung und Gemein­schaft mit sei­nen direk­ten Mit­ar­bei­tern zu orga­ni­sie­ren und zu leiten.

10.

Wie bereits Papst Johan­nes Paul II., dann mit Nach­druck Bene­dikt XVI. und jetzt Papst Fran­zis­kus tadel­ten, ist die Ten­denz zum Rela­ti­vis­mus, die in der Welt auf hef­ti­ge Wei­se gegen­wär­tig ist, und da wir in die­se ein­ge­taucht sind, ist sie auch in der Kir­che prä­sent. Es gibt vie­le Zei­chen dafür. Erin­nern wir uns an die Ableh­nung, die in eini­gen theo­lo­gi­schen Krei­sen die Erklä­rung Domi­nus Jesus vom 6. August 2000 aus­lö­ste. Die­se Krei­se haben nicht nach­ge­ge­ben. Sie sind noch da und fin­den neu­en Aus­druck, den wir, als Hir­ten, imstan­de sein müs­sen, zu kon­trol­lie­ren, zu ana­ly­sie­ren und zu erleuch­ten. Eine die­ser neu­en Aus­drucks­for­men ist ein gewis­ser reli­giö­ser Syn­kre­tis­mus, der bean­sprucht, die ver­schie­de­nen reli­giö­sen Leh­ren mit dem christ­li­chen Glau­ben gleich­zu­set­zen und damit die christ­li­che Offen­ba­rung zu relativieren.

11.

Auf die glei­che Wei­se hat die­ser Rela­ti­vis­mus auch auf die Bezie­hun­gen mit den ande­ren christ­li­chen Kon­fes­sio­nen ein­ge­wirkt, durch einen Öku­me­nis­mus, der uns unter gewis­sen Umstän­den die authen­ti­sche christ­li­che Bot­schaft auf­ge­ben läßt, um ledig­lich eine bloß natür­li­che reli­giö­se Wahr­heit zu ver­kün­den. Als Fol­ge die­ses Rela­ti­vis­mus haben sich die grund­le­gend­sten anthro­po­lo­gi­schen Wahr­hei­ten über die mensch­li­che Per­son auf­ge­löst und der offen­sicht­lich­ste Aus­druck dafür ist der Pri­mat der Gen­der-Theo­rie, die eine völ­li­ge anthro­po­lo­gi­sche Wen­de im christ­li­chen Ver­ständ­nis der Per­son, der Ehe, des Lebens usw. voraussetzt.

12.

Ich weiß, daß die­ser Rela­ti­vis­mus in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auch mit Nach­druck nach Chi­le gelangt ist und daß die Gen­der-Theo­rie sich in den Berei­chen und Geset­zen über die Fami­lie und die Ver­tei­di­gung des Lebens von der Zeu­gung bis zum natür­li­chen Tod aus­ge­brei­tet hat. In eini­gen Krei­sen wer­den in Fort­set­zung eini­ger Ver­sio­nen der Befrei­ungs­theo­lo­gie wei­ter­hin neue „Theo­lo­gien“ indi­ge­nen, femi­ni­sti­schen und öko­lo­gi­schen Cha­rak­ters ent­wickelt. Dabei han­delt es sich um radi­ka­le Anpas­sun­gen des Glau­bens an die Lebens­be­din­gun­gen der Völker.

13.

Ich den­ke, daß das für die Hir­ten ein Grund zu einer gründ­li­chen Über­le­gung ist: Es geht nicht nur dar­um, sich die­sen zu wider­set­zen, son­dern auch Wege auf­zu­zei­gen, die­se ver­lo­ren­ge­gan­ge­nen Krei­se zurück­zu­ge­win­nen. Der hei­li­ge Augu­sti­nus sagt in sei­ner Pre­digt über die Hir­ten, daß der Herr „im vor­aus unse­re Ohren gegen jene stär­ken woll­te, die sich – wie Er selbst warn­te – im Lau­fe der Geschich­te erhe­ben wer­den mit der Behaup­tung „Chri­stus ist da, Chri­stus ist dort“. Er hat uns gebo­ten, ihnen kein Gehör zu schen­ken. Wir haben kei­ne Ent­schul­di­gung, wenn wir nicht auf die so kla­re, so offe­ne, so offen­kun­di­ge Stim­me des Hir­ten hören, daß nicht ein­mal der Kurz­sich­tig­ste und gei­stig Zurück­ge­blie­bend­ste sagen kann: ich habe nicht ver­stan­den“ (Die Ein­heit der Kir­che, 11,28).

Der theologische Dissens

14.

Wie in vie­len ande­ren Län­dern muß­ten auch die Bischö­fe Chi­les sich dem theo­lo­gi­schen Abweich­ler­tum stel­len, vor allem in Fra­gen der katho­li­schen Moral, aber auch in ande­ren aka­de­mi­schen Berei­chen von vita­ler Bedeu­tung. Es ist ein Phä­no­men, das von der Kon­gre­ga­ti­on schon immer stu­diert wur­de, das aber in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten beson­ders auf­ge­tre­ten ist. In die­sem Bereich ist den Hir­ten eine Wach­sam­keit und ein klu­ges, aber klä­ren­des Han­deln gebo­ten, vor allem wenn davon die Glau­bens­leh­re betrof­fen ist. Als Nach­fol­ger der Apo­stel, „emp­fan­gen die Hir­ten der Kir­che ‚vom Herrn … die Sen­dung, alle Völ­ker zu leh­ren und das Evan­ge­li­um jed­we­dem Geschöpf zu ver­kün­den. So sol­len alle Men­schen … das Heil erlan­gen‘. Ihnen ist damit die Auf­ga­be anver­traut, das Wort Got­tes zu bewah­ren, dar­zu­le­gen und zu ver­brei­ten, des­sen Die­ner sie sind“ (Instruk­ti­on Donum veri­ta­tis, 14).

15.

In die­sem Zusam­men­hang ist die Anzei­ge und die Mit­tei­lung an die höhe­re Stel­le nicht aus­rei­chend. Es ist not­wen­dig, die Irr­tü­mer mit Mut und Ent­schlos­sen­heit zu berich­ti­gen und die Mas­sen­me­di­en zu nüt­zen, damit allen die Wahr­heit klar wird, die immer erstrah­len muß. „Zu allen Zei­ten ist die Theo­lo­gie wich­tig, damit die Kir­che auf den Plan Got­tes ant­wor­ten kann, der will, ‚daß alle Men­schen geret­tet wer­den und zur Erkennt­nis der Wahr­heit gelan­gen‘ (1 Tim 2,4). Doch in Zei­ten gro­ßer gei­sti­ger und kul­tu­rel­ler Umbrü­che wird sie noch wich­ti­ger, auch wenn sie dann beson­de­ren Gefah­ren aus­ge­setzt ist, denn sie muß sich bemü­hen, in der Wahr­heit ‚zu blei­ben‘ (vgl. Joh 8,31) und zugleich die neu­en Pro­ble­me, die sich dem mensch­li­chen Geist stel­len, berück­sich­ti­gen. In unse­rem Jahr­hun­dert und zumal bei der Vor­be­rei­tung und Durch­füh­rung des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils hat die Theo­lo­gie viel zu einem tie­fe­ren ‚Ver­ständ­nis der über­lie­fer­ten Din­ge und Wor­te‘ bei­getra­gen, frei­lich auch Momen­te der Kri­se und Span­nung erlebt, und sie erlebt sie wei­ter“ (Donum Veri­ta­tis, 1).

16.

„Der Dis­sens kann ver­schie­de­ne For­men anneh­men. In sei­ner radi­kal­sten Aus­prä­gung möch­te er die Kir­che umwan­deln und dabei einem Modell des Pro­te­stes fol­gen, wie es in der poli­ti­schen Gesell­schaft ver­wen­det wird. Häu­fi­ger wird die Mei­nung ver­tre­ten, der Theo­lo­ge sei nur dem unfehl­ba­ren Lehr­amt zu fol­gen gehal­ten, wäh­rend nach Art eines gewis­sen theo­lo­gi­schen Posi­ti­vis­mus die ohne Inan­spruch­nah­me des Cha­ris­mas der Unfehl­bar­keit vor­ge­leg­ten Leh­ren kei­ner­lei ver­pflich­ten­den Cha­rak­ter hät­ten, wobei dem ein­zel­nen vol­le Frei­heit gelas­sen wür­de, ihnen anzu­hän­gen oder nicht“ ( Donum Veri­ta­tis, 33). „Der Theo­lo­ge wird in die­sen Fäl­len nicht auf die Mas­sen­me­di­en zurück­grei­fen, son­dern viel­mehr die ver­ant­wort­li­che Auto­ri­tät anspre­chen, denn durch das Aus­üben von Druck auf die öffent­li­che Mei­nung kann man nicht zur Klä­rung von lehr­haf­ten Pro­ble­men bei­tra­gen und der Wahr­heit die­nen“ (Donum Veri­ta­tis, 30)

17.

„Für eine loya­le Ein­stel­lung, hin­ter der die Lie­be zur Kir­che steht, kann eine sol­che Situa­ti­on gewiß eine schwe­re Prü­fung bedeu­ten. Sie kann ein Auf­ruf zu schwei­gen­dem und beten­dem Lei­den in der Gewiß­heit sein, daß, wenn es wirk­lich um die Wahr­heit geht, die­se sich not­wen­dig am Ende durch­setzt“ ( Donum Veri­ta­tis, 31).

Der Einfluß der Humanwissenschaften in der Theologie

18.

Ein Aspekt, der heu­te als neu­es Ele­ment auf­rtitt, ist ein Über­ge­wicht an human­wis­sen­schaft­li­chen Zugän­gen für die theo­lo­gi­sche Ana­ly­se. Beson­ders jene, die dar­in bestehen, das Füh­len des Vol­kes Got­tes zu bestimm­ten Fra­gen bewei­sen zu wol­len und die­ses als neu­es Füh­len der Gläu­bi­gen im Gegen­satz zu dem dar­stel­len zu wol­len, das für Jahr­zehn­te, Jahr­hun­der­te oder Jahr­tau­sen­de gegol­ten hat. „Der Dis­sens zieht fer­ner zuwei­len eine sozio­lo­gi­sche Argu­men­ta­ti­on her­an, nach der die Mei­nung einer gro­ßen Zahl von Chri­sten direk­ter und ange­mes­se­ner Aus­druck des ‚über­na­tür­li­chen Glau­bens­sinns‘ wäre“ (Donum Veri­ta­tis, 35).

19.

In Wirk­lich­keit kön­nen die Mei­nun­gen der Gläu­bi­gen nicht ein­fach als “sen­sus fidei“ gleich­ge­setzt wer­den. „Die­ser ist näm­lich eine Eigen­art des theo­lo­ga­len Glau­bens, der als Gabe Got­tes, die das per­sön­li­che Ja zur Wahr­heit schenkt, nicht irren kann. Die­ser per­sön­li­che Glau­be ist zugleich Glau­be der Kir­che, denn Gott hat der Kir­che die Hut des Wor­tes anver­traut, und was des­we­gen der Gläu­bi­ge glaubt, ist das, was die Kir­che glaubt. Daher schließt der ‚sen­sus fidei‘ sei­ner Natur nach die tie­fe Über­ein­stim­mung von Geist und Herz mit der Kir­che, das ‚sen­ti­re cum Eccle­sa‘, ein“ ( Donum Veri­ta­tis, 35).

20.

Manch­mal sind der Man­gel an Unter­schei­dung und die Ver­wir­rung zwi­schen dem geist­li­chen Leben und der psy­cho­lo­gi­schen Dimen­si­on der Per­son, die mit moder­nen Metho­den ana­ly­siert wer­den, offen­kun­dig. Die­ser Aspekt beein­flußt den Aus­bil­dungs­pro­zes­se der Men­schen, sowohl für das Prie­ster­tum, das geweih­te Leben als auch für die in der Pasto­ral täti­gen Lai­en. Die ver­schie­de­nen psy­cho­lo­gi­schen Strö­mun­gen stel­len eine Quel­le des Wis­sens über die mensch­li­che Per­son dar, die unfehl­bar scheint, so wie ihre Metho­den als ein siche­rer Weg erschei­nen, Resul­ta­te der Sta­bi­li­tät, der Nor­ma­li­tät und der per­sön­li­chen Ent­wick­lung zu erzie­len. So wer­den sie als Haupt­weg zur Unter­schei­dung in Beru­fung, Aus­bil­dung und inne­rem Wachs­tum ange­wandt. Daher rührt das Ver­schwin­den und die Gering­schät­zung für die Bedeu­tung der gött­li­chen Gna­de im geist­li­chen Leben, das auf eine rein natür­li­che Ebe­ne redu­ziert wird. Und man pro­du­ziert eine Ent­stel­lung des Zwecks der Sakra­men­te, des Gebets und der über­lie­fer­ten Leh­re der Kir­che über das christ­li­che Leben und die Berufung.

Vom Glauben ausgehen

21.

In die­sem Erfor­schen der Rea­li­tät als Teil der theo­lo­gi­schen Auf­ga­be wer­den als “Zei­chen der Zeit“ alle Klas­sen von Ereig­nis­sen, Denk- und Han­dels­wei­sen der Zeit­ge­nos­sen betrach­tet, ange­fan­gen bei jenen, über die man nach­denkt und für die man ent­schei­det, wel­cher Linie die Kir­che in ihrem pasto­ra­len Han­deln fol­gen soll. Man sagt mit einer gewis­sen Leicht­fer­tig­keit, daß die­se Zei­chen ein „Spre­chen“ Got­tes zur Kir­che dar­stel­len. Auf die­se Wei­se wird die (all­ge­mei­ne, objek­ti­ve und uni­ver­sa­le) Gött­li­che Offen­ba­rung rela­ti­viert; und die Hei­li­ge Schrift wird dienst­bar gemacht, um die­se Inhal­te zu „erleuch­ten“. Auf die­se Wei­se wird die „Pasto­ral“ auf die Sum­me mensch­li­cher Ein­grif­fe redu­ziert, sei es für das Indi­vi­du­um, sei es für die All­ge­mein­heit, und kon­zen­triert sich auf welt­li­che Ansprü­che. Damit wird das Feh­len der tran­szen­den­ten, heil­brin­gen­den und über­na­tür­li­chen Dimen­si­on des pasto­ra­len Auf­trags der Kir­che klar. Es ist not­wen­dig, dar­auf zu behar­ren, daß unse­re theo­lo­gi­sche Über­le­gung und ihre pasto­ra­len Kon­se­quen­zen vom Geof­fen­bar­ten aus­ge­hen. Daher rührt auch die Bedeu­tung einer ange­mes­se­nen Ver­kün­di­gung der Inhal­te des Kate­chis­mus der Katho­li­schen Kir­che, den der Hei­li­gen Johan­nes Paul II. der Kir­che geschenkt hat „als gül­ti­ges und legi­ti­mes Werk­zeug im Dienst der kirch­li­chen Gemein­schaft an, fer­ner als siche­re Norm für die Leh­re des Glau­bens“ (Apo­sto­li­sche Kon­sti­tu­ti­on Fidei Depo­si­tum, 4).

22.

Der grund­le­gen­de Text in die­sem Sinn ist das Dekret Optatem toti­us Num­mer 1, wo es um die Lehr­plä­ne der theo­lo­gi­schen Fächer im Licht des Glau­bens unter Füh­rung des kirch­li­chen Lehr­am­tes geht. Dar­in wird ein­deu­tig die nicht nur wis­sen­schaft­li­che, im ari­sto­te­li­schen und moder­nen Sinn des Wor­tes, son­dern auch spe­ku­la­tiv-onto­lo­gi­sche Dimen­si­on der Theo­lo­gie aner­kannt. Mehr noch, die Theo­lo­gie selbst wird in Funk­ti­on des gesam­ten Lebens der Kir­che, der Gläu­bi­gen und des Theo­lo­gen gese­hen.. Die­se Vor­gangs­wei­se setzt vor­aus, daß die gesam­te theo­lo­gi­sche Arbeit von der Hei­li­gen Schrift beseelt und gestützt sein muß. Die ver­schie­de­nen Etap­pen sehen das Stu­di­um der bibli­schen The­men vor, die Dar­le­gung des refle­xi­ven Zugangs, den die patri­sti­sche Tra­di­ti­on bie­tet, eben­so die Dog­men­ge­schich­te im Kon­text der Kir­chen­ge­schich­te, die spe­ku­la­ti­ve Ver­tie­fung der Heils­ge­heim­nis­se in ihrem Zusam­men­hang, und ihre Inte­gra­ti­on in die ver­schie­de­nen For­men des kirch­li­chen Lebens (vor allem der lit­ur­gi­schen und spi­ri­tu­el­len), die theo­lo­gi­sche Ver­ant­wor­tung ange­sichts der Pro­ble­me der Men­schen unse­rer Zeit. Der Aus­gangs­punkt der theo­lo­gi­schen Unter­su­chung ist, im Gegen­satz zum phi­lo­so­phi­schen, „dog­ma­tisch“ im Sin­ne, daß er sich mit dem Wort Got­tes, all­ge­mein gespro­chen, iden­ti­fi­ziert, und das durch die theo­lo­gi­sche Über­le­gung nicht in Fra­ge gestellt wer­den kann, ohne daß sie in ihrem erkennt­nis­theo­re­ti­schen Auf­trag, ihrem Auf­trag den Glau­ben zu begrei­fen, scheitert.

Die­ses Wort Got­tes ver­langt, jedes Mal bes­ser gekannt und ver­stan­den zu wer­den. In die­sem Begrei­fen des Glau­bens schrei­tet die Theo­lo­gie mit den ihr eige­nen Metho­den vor­an (fidens qua­rens intel­lec­tum). Die bei­den Haupt­mo­men­te ihrer Auf­merk­sam­keit sind der posi­ti­ve Moment des audi­tus fidei (Bewußt­wer­den des Glau­bens der Kir­che durch ihre geschicht­li­che Ent­wick­lung aus­ge­hend vom bibli­schen The­ma) und der refle­xi­ve Moment des intel­lec­tus fidei auf sei­ner dar­le­gen­den, spe­ku­la­ti­ven und aktua­li­sie­ren­den Ebe­ne. Daher ist das Objekt des theo­lo­gi­schen Arbei­tens der Glau­be der Kir­che in sei­ner Bezo­gen­heit auf die Gött­li­che Offen­ba­rung, bezüg­lich der sich die Theo­lo­gie fragt: Was bedeu­tet sie? Wie ist sie zu inter­pre­tie­ren und kann für den Mensch begreif­bar wer­den? Wie kann man ihre inne­re Bedeu­tung für ihn unterstreichen?

Die Arbeit der Kirche für gesunde Bereiche, damit sie den Mißbrauch meiden

23.

Ich weiß, daß die Kir­che in Chi­le wie nur weni­ge Natio­nen wegen des Miß­brauchs eini­ger Kle­ri­ker gelit­ten hat. Das ist ein schmerz­li­ches und kom­ple­xes The­ma, dem vie­le Bischofs­kon­fe­ren­zen gegen­über­stan­den, doch die chi­le­ni­sche ist dar­in wei­ter mit der jüng­sten Appro­ba­ti­on und Bekannt­ma­chung der „Richt­li­ni­en, Obsor­ge und Hoff­nung“, als Gesetz für jede kirch­li­che Juris­dik­ti­on, die bereits im gan­zen Land in Kraft getre­ten sind.

24.

Seit Papst Johan­nes Paul und dann Bene­dikt XVI. eine kla­re und nach­drück­li­che Poli­tik begon­nen haben, wur­de die Kon­gre­ga­ti­on geru­fen, die­se Pro­ble­me zu lösen. Papst Fran­zis­kus, wie wir wis­sen, hat mit Nach­druck und Ent­schie­den­heit die­se Arbeit fort­ge­setzt. Dafür ist aber eine ent­schie­de­ne Akti­on der Bischö­fe in ihren Diö­ze­sen unver­zicht­bar, die dar­auf abzielt, ein gesun­des pasto­ra­les Umfeld zu schaf­fen, in dem der Macht­miß­brauch, der dem sexu­el­len Miß­brauch immer vor­aus­geht, völ­lig aus­ge­rot­tet ist.

25.

Zusam­men damit müs­sen, wie in ande­ren Natio­nen, Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men und effi­zi­en­te Schutz­maß­nah­men für Min­der­jäh­ri­ge, die miß­braucht wur­den, beschlos­sen wer­den, die als grund­le­gen­des Ele­ment die Wie­der­gut­ma­chung des ver­ur­sach­ten Übels mit ein­schlie­ßen. In die­sem Doku­ment des chi­le­ni­schen Epi­sko­pats schei­nen mir beson­ders die fest­ge­leg­ten Prin­zi­pi­en erwäh­nens­wert, die sich im Schutz der Min­der­jäh­ri­gen, Inte­gri­tät des prie­ster­li­chen Dien­stes, Trans­pa­renz, Ver­ant­wor­tung und Zusam­men­ar­beit mit der Gesell­schaft und den Behör­den zusam­men­fas­sen las­sen. Die­se Grund­sät­ze wer­den die Aus­mer­zung die­ser Gei­ßel aus dem Leben der Kir­che zum Ergeb­nis haben, die unschul­di­gen Men­schen sol­ches Übel zuge­fügt und der Kir­che viel von ihrem Anse­hen genom­men hat.

26.

Ehr­wür­di­ge Brü­der Bischö­fe, dan­ken wir dem Herrn für alle Gaben, die Er der Kir­che geschenkt hat und alles Gute, daß Er zum Wohl der Men­schen die­ses geseg­ne­ten Lan­des ver­wirk­licht hat. Der Herr gibt uns viel Grund zur Freu­de, doch wie wir alle wis­sen, hat die­se Freu­de ihre Wur­zeln immer im Kreuz. Bit­ten wir unse­re Him­mels­mut­ter, der Köni­gin und Schutz­frau Chi­les, Für­spre­che­rin zu sein, damit ihrem Sohn immer treu blei­be und der Kir­che, die Er uns als Sakra­ment des Heils geschenkt hat.

Einleitung/Übersetzung: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Vatican.va (Screen­shot)

52 Kommentare

  1. Und was bedeu­tet das „O.K.- Zei­chen“ auch bekannt unter der trip­le 6, mit der man Mül­ler so „aus­sa­ge­kräf­tig“ getrof­fen (abge­lich­tet) hat?

  2. Gott sei Dank gibt es sie, die Kar­di­nä­le, wie hier Kar­di­nal Mül­ler, Prä­fekt der Glaubenskongrega-
    tion, die zur rech­ten Zeit das rech­te sagen. Her­vor­ste­chend ist hier die Aus­sa­ge über die schlei-
    chen­de Pro­te­stan­ti­sie­rung der katho­li­schen Kir­che, die beson­ders in den deutsch­spra­chi­gen Bi-
    schofs­kon­fe­ren­zen deut­lich wird. Kar­di­nal Mül­ler macht auch deut­lich, dass jeder ein­zel­ne Bi-
    schof für sei­nen Bereich, die Hir­ten­auf­ga­be des Leh­rens und Lei­tens, in Selbst­ver­ant­wor­tung zu
    tra­gen hat und sich nicht hin­ter der Bischofs­kon­fe­renz ver­stecken kann. Er warnt auch vor einem
    Abglei­ten in einen leich­ten und ver­wäs­ser­ten Glau­ben und dem Zeit­geist, der alle­mal atheistisch
    ist. Was auch auf­fällt ist, dass der Prä­fekt sehr scho­nend mit Fran­zis­kus umgeht und ihn als
    Papst her­aus stellt.

  3. Die Sprachkeu­le „Pro­te­stan­ti­sie­rung“ der Kir­che schließt ein, daß alles, was die evan­ge­li­schen Gemein­schaf­ten ein­ge­rich­tet haben, von Übel sei und gegen Bibel und Ver­nunft stünde.

    Die Sprachkeu­le „Anpas­sung an den Zeit­geist“ meint, daß alles, was die Neu­zeit zur Erkennt­nis über die Welt und die Gesell­schaft bei­getra­gen hat, schlecht sei. Dazu gehö­ren vor allem Dinge 

    — wie die Gleich­stel­lung der Geschlechter,
    die mit Hin­weis auf (1) den Eng­li­schen Leh­rer, (2) „Bot­schaf­ten“ einer „Him­mels­mut­ter“ und (3) nach ihren per­sön­li­chen Erfah­run­gen mit ihren Haus­halts-Besor­ge­rin­nen von nicht weni­gen Theo­lo­gen abge­lehnt wird sowie

    — die Erklä­rung der Menschenrechte
    — die demo­kra­ti­sche Staatsform.

    • sie sind ein Frei­mau­rer, wie im Buche-nicht viel­leicht dem Mit­glie­der­ver­zeich­nis aber dem Sin­ne nach-Büchel-Spalter,voller Vor­ur­tei­le, kurz­sich­tig und verbohrt.orientieren Sie sich an den ver­gan­ge­nen Bei­trä­gen punk­to Frei­mau­re­rei, Büchel­räu­ber­syn­ode etc in die­sem Forum-ich wün­sche Ihnen viel inne­ren sen­sum cum Eccle­sia und der Frie­de Chri­sti wird über Sie kommen.

    • Das ist auch die gröss­te Schan­de für die Kir­che heu­te, dass sie sich der Staats­re­li­gi­on der angeb­li­chen Men­schen­rech­te unter­wor­fen hat. Es ist, wie wenn die Chri­sten der ersten Jahr­hun­der­te das Opfer für den römi­schen Staats­kult gelei­stet hätten.

    • „Die Sprachkeu­le „Pro­te­stan­ti­sie­rung“ der Kir­che schließt ein, daß alles, was die evan­ge­li­schen Gemein­schaf­ten ein­ge­rich­tet haben, von Übel sei und gegen Bibel und Ver­nunft stünde.“

      Das haben Sie sehr schön ins Wort geho­ben. Genau­so ist es. Hät­te es die­sen Luther nicht gege­ben, wie­viel Krie­ge, wie­viel Elend und sinn­lo­ser Streit wäre der Mensch­heit erspart geblie­ben. So trifft auch ihn das Her­ren­wort: „Es wäre bes­ser, wenn er nie gebo­ren wäre.“

      • hicest­ho­die

        //So trifft auch ihn das Her­ren­wort: „Es wäre bes­ser, wenn er nie gebo­ren wäre.“//

        Ich fin­de Ihr Urteil über Mar­tin Luther sehr wag­hal­sig. Ich wür­de mich das nicht trau­en, obwohl die Geschich­te sei­ner letz­ten Lebens­ta­ge und sei­nes Ster­bens unheim­lich zu lesen sind. Nur Jesus Chri­stus der Sohn Got­tes kann­te und kennt alle Men­schen­her­zen. Ich unter­stel­le Ihnen nicht, dass Sie sich das auch zuschrei­ben, aber soll­ten Sie dann nicht behut­sa­mer im Urtei­len sein?
        Was die ver­gan­ge­nen Glau­bens­krie­ge in Deutsch­land und Euro­pa angeht, so war dar­an nicht nur die pro­te­stan­ti­sche Sei­te betei­ligt. Von bei­den Sei­ten wur­de viel Übles getan, und auch in gegen­sei­ti­gen Ver­fol­gun­gen stand man ein­an­der kaum nach.
        „Elend“ und „sinn­lo­sen“ Streit in der Kir­che gab es wahr­lich schon vor der Refor­ma­ti­on. Ich erin­ne­re nur an das soge­nann­te Mor­gen­län­di­sche und das Gro­ße Abend­län­di­sche Schis­ma. Gera­de dass letz­te­re statt­fand, wird all­ge­mein als eine der geschicht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ange­se­hen, dass es zur Refor­ma­ti­on kom­men konnte.
        Tra­di­tio­nel­le Katho­li­ken machen es sich mit ihren Schuld­zu­wei­sun­gen oft zu einfach.

      • @ hic est hodie

        Bit­te beach­ten Sie, dass es *vor* Mar­tin Luther bereits eine hus­si­ti­sche und wal­den­si­sche Bewe­gung gege­ben hat. Die Ver­bren­nung von Jan Huss auf dem Schei­ter­hau­fen des Kon­zils von Kon­stanz wirk­te als Fanal. Übri­gens: in vie­len Gemäl­den schaut daher unter Luthers Rock eine Gans her­aus (Hus = Gans).

        Beden­ken Sie bit­te auch, dass die evan­ge­li­sche Rück­be­sin­nung mehr durch Johan­nes Cal­vin und Huld­reich Zwing­li Kraft gewann — und zwar bis heu­te. Die mei­nungs­bil­den­de pro­te­stan­ti­sche Theo­lo­gie welt­weit ist über­wie­gend refor­miert geprägt, nicht lutherisch.

      • Dann las­sen wir Pro­te­stan­ten sprechen:
        In Luthers Todes­jahr 1546 begann mit dem Schmal­kal­di­schen Krieg der erste Reli­gi­ons­krieg in Deutsch­land. Melan­chthon wuss­te das Gesche­hen ein­zu­schät­zen: „Das gan­ze Was­ser der Elbe reicht nicht aus, um die Trä­nen zu näh­ren, die das Desa­ster der Reform bewei­nen. Das Leid kennt kein Heil­mit­tel“ (Epi­sto­le, IV, 100) .

        Unmit­tel­bar nach dem 2. Welt­krieg, als die Kir­chen zer­stört und die übrig geblie­be­nen über­füllt waren, konn­te etwas kla­rer gese­hen wer­den. Im Jahr 1946, 400 Jah­re nach Luthers Tod, hat im danie­der­lie­gen­den, von den alli­ier­ten Sie­gern vier­fach geteil­ten Deutsch­land nie­mand im Ent­fern­te­sten dar­an gedacht, die­ses Datums zu geden­ken, geschwei­ge denn Luther zu fei­ern. Viel­mehr hat der evan­ge­lisch-luthe­ri­sche Bischof Dibe­li­us von Ber­lin ein­ge­stan­den, dass ohne den Eigen­wil­len Luthers den Deut­schen viel Leid erspart wor­den wäre.“

  4. Eine schon lan­ge mah­nen­de Stim­me: Hw Prof. May über den Öku­me­nis­mus als Anleh­nung an das pro­te­stan­ti­sche Prin­zip der Auflösung
    -
    „Eine Erneue­rung der Kir­che kann es nur geben,
    wenn sie sich vom Pro­te­stan­tis­mus ein­deu­tig absetzt, denn der
    Pro­te­stan­tis­mus ist das Prin­zip der Auflösung.
    Die Kir­che braucht kei­nen Ökumenismus.
    Für den Ver­kehr mit Anders­gläu­bi­gen hat sie das Gebot der Nächstenliebe.“
    -

  5. Mül­ler ist nur eine Rand­fi­gur und für ein paar neo­kon­ser­va­ti­ve Sprü­che gut.
    Die Regie über Ber­go­glio führt Kasper.
    Er könn­te den Herrn in Weiß mal an ein paar Grund­re­geln der Mes­se erin­nern (Knie­beu­ge)
    Aber wahr­schein­lich wäre er tags dar­auf Küster auf den äusse­ren Hebriden.
    Nein auch die­ser Herr über­zeugt nicht wirlich.

    • Kard. Mül­ler ist ein neo­kon­ser­va­ti­ver Theo­lo­ge und ami­cus der Befreiungstheologie.
      Es han­delt sich um Gra­ben­kämp­fe inner­halb des libe­ra­len Lagers:
      neo­kon­ser­va­ti­ve (gemä­ßig­te Libe­ra­le) gegen ultra-pro­gres­si­ve (Radi­kal­li­be­ra­le).
      Dazwi­schen ein Sumpf, der je nach kir­chen­po­li­ti­scher Groß­wet­ter­la­ge in die eine oder ande­re Rich­tung torkelt.

  6. @michael:

    Der Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on hat einen immens wich­ti­gen Posten im Vati­kan, sein Wort hat nach wie vor Gewicht. Sei­ne Spra­che ist, wie bei Papst Bene­dikt anfangs nicht ein­fach zu ver­ste­hen, man muss sich dazu erst ein­le­sen. Natür­lich sind ihm Gren­zen gesetzt, denn wenn er in ein­fa­che­rer Spra­che sagen wür­de, dies oder jenes ist Häre­sie und der Papst darf das nicht, dann wären die dar­aus ent­ste­hen­den Kon­se­quen­zen sei­tens einer pro­gres­si­ven katho­li­schen Pres­se nicht gera­de ein­la­dend. Dass bei der Bischofs­syn­ode nichts Schlim­me­res her­aus­ge­kom­men ist, ist mit Sicher­heit Kar­di­nal Mül­ler zu ver­dan­ken, als Wort­füh­rer der Kon­ser­va­ti­ven an der Stel­le von Kar­di­nal Bur­ke. Bur­ke wähl­te ja eine kla­re­re, direk­te­re Spra­che, man wuss­te gleich was er sagen woll­te, jedoch wur­de er nach der Syn­ode 2014 ohne ech­ten Grund aus der römi­schen Kurie ent­fernt, wie man weiß, und als Patron des Mal­te­ser­or­dens ein­ge­setzt, einem wie Katho­li­sches berich­te­te, eigent­lich über­flüs­si­gen Ehrenposten.

  7. Ein kla­res Bekennt­nis von Kar­di­nal Mül­ler zu S. H., Papst Franziskus:

    „In einer Zeit, in der in eini­gen Berei­chen der Kir­che die Ein­heit mit dem Ober­haupt die not­wen­di­ge Vita­li­tät unse­res Glau­bens zu ver­lie­ren scheint, bin ich der Mei­nung, lie­be Brü­der im Bischofs­amt, daß eine per­sön­li­che Bekräf­ti­gung unse­rer Ver­bun­den­heit mit dem Papst not­wen­dig ist, indem wir den wei­sen Rat des hei­li­gen Petrus Chry­so­lo­gus im Brief an Euty­ches befol­gen. „Wir ermah­nen Dich, ehr­wür­di­ger Bru­der, in Gehor­sam alles anzu­neh­men, was der hei­lig­ste Papst von Rom geschrie­ben hat; weil der seli­ge Petrus jenen hilft, die die Wahr­heit des Glau­bens suchen. Zumal wir, des Frie­dens und des Glau­bens wegen, nicht Fra­gen ange­hen kön­nen, die den Glau­ben betref­fen, außer in Gemein­schaft mit dem Bischof von Rom“ (Hei­li­ger Petrus Chry­so­lo­gus, Brief an Euty­ches, 2).“

    Dan­ke, Kar­di­nal Mül­ler für die­ses kla­re Bekennt­nis zum Hl. Vater und der katho­li­schen Kirche.

    • Ein kla­res Bekennt­nis zum Papst­tum ist wohl rich­tig; aber Treue und Anhäng­lich­keit zu die­sem Papst der so vie­les zer­stört hat ??

    • Welch‘ *Glanz in uns­rer Hüt­te*.…. Der kath­net-Chef @ gan­dalf beehrt die­ses Forum mit einer per­sön­li­chen Stellungnahme.

      Scha­de, Gan­dalf, dass Sie Punkt 3 nur ober­fläch­lich lesen bzw. ver­ste­hen können…?
      Wo lesen Sie unter 3. ein kla­res Bekennt­nis zu Franziskus??

      Kar­di­nal Mül­ler legt hier ein lich­tes Bekennt­nis zur katho­li­schen Kir­che, des­sen Haupt Chri­stus ist, ab. Eine äußerst klug vor­ge­tra­ge Rede in Ver­wen­dung / mit Zitat des wei­sen Rates des hei­li­gen Petrus Chry­so­lo­gus im Brief an Eutyches.

      Der Kar­di­nal erwähnt mit kei­nem Wort die Per­son Fran­zis­kus. Es ist zuläs­sig, ja nahe­lie­gend, dass die­se Ermah­nungs-Rede eben­so an die Per­son Fran­zis­kus, der sich als Bischof von Rom titu­liert, gerich­tet ist. Jeder Bischof ist hier ange­spro­chen „to whom it may concern“. 

      Besorgt spricht der Kar­di­nal die Ein­heit mit dem (Ober)Haupt der Kir­che an. In Ein­heit zu sein mit dem Haupt der Kir­che, Chri­stus, heißt für die Bischö­fe vor allem: das Wort Got­tes unver­kürzt und unver­än­dert zu ver­kün­den, treu zu Leh­re und Tra­di­ti­on der kathol. Kir­che ste­hen sowie das Hir­ten­amt des Bischofs, so wie der Herr es auf­ge­tra­gen hat, treu auszuüben. 

      Der Kar­di­nal schreibt:
      „.… eine per­sön­li­che Bekräf­ti­gung unse­rer Ver­bun­den­heit mit dem Papst not­wen­dig ist,.…“
      Danach folgt das Zitat, der wei­se Rat lautet:
      „Wir ermah­nen Dich, ehr­wür­di­ger Bru­der, in Gehor­sam alles anzu­neh­men, was der hei­lig­ste Papst von Rom geschrie­ben hat; weil der seli­ge Petrus jenen hilft, die die Wahr­heit des Glau­bens suchen. Zumal wir, des Frie­dens und des Glau­bens wegen, nicht Fra­gen ange­hen kön­nen, die den Glau­ben betref­fen, außer in Gemein­schaft mit dem Bischof von Rom“ (Hei­li­ger Petrus Chry­so­lo­gus, Brief an Euty­ches, 2).

      Der hei­lig­ste Papst von Rom, auf den der wei­se Rat Bezug nimmt, ist der Apo­stel Petrus, der seli­ge Petrus, der erste Papst (und nicht Franziskus).

      Was der Kar­di­nal unter 3. sagt, ist nicht ein­fach eine plum­pe Ermah­nung, son­dern trifft mit­ten ins Herz der Kir­che im aktu­el­len Zeit­ge­sche­hen. Mit fei­ner Klin­ge auf höch­stem Niveau — spi­ri­tu­ell, theo­lo­gisch, chri­sto­zen­trisch, katho­lisch — teilt Kar­di­nal Mül­ler sich hier mit.

    • Wer­ter @ Gandalf
      Sie lesen aus dem Text „ein kla­res Bekennt­nis von Kar­di­nal Mül­ler zu S. H., Papst Fran­zis­kus“ her­aus und dan­ken „Kar­di­nal Mül­ler für die­ses kla­re Bekennt­nis zum Hl. Vater und der katho­li­schen Kirche“.
      Glau­ben Sie, dass Sie den Text in sei­ner Trag­wei­te ver­stan­den haben – „in einer Zeit, in der in eini­gen Berei­chen der Kir­che die Ein­heit mit dem Ober­haupt die not­wen­di­ge Vita­li­tät unse­res Glau­bens zu ver­lie­ren scheint“?
      Wer schickt sich heu­te an, die in den neu­te­sta­ment­li­chen Schrif­ten apo­sto­lisch bezeug­te Offen­ba­rung Jesu Chri­sti, die Basis unse­res Glau­bens, durch die Erwä­gung in Fra­ge zu stel­len, ob ein Papst aus „Barm­her­zig­keit“ nicht doch die lehr­amt­lich ver­bind­li­che Ent­schei­dun­gen fäl­len darf, im Wider­spruch zur „in den hl. Schrif­ten offen­bar gemach­ten Erst­wahr­heit“, die Zulas­sung von geschie­de­nen Wie­der­ver­hei­ra­te­ten zur hl. Eucha­ri­stie im Zustand der Tod­sün­de grund­sätz­lich zu gestat­ten? Da ist doch zu fra­gen: Wer trägt heu­te die Schuld an die­sem Ver­lust an Ein­heit mit dem Ober­haupt? Papst Fran­zis­kus oder die stän­dig von ihm als Pela­gia­ner und Pha­ri­sä­er beschimpf­ten Gläu­bi­gen, die am über­lie­fer­ten Glau­ben fest­hal­ten wol­len und heu­te an ihm die Wor­te rich­ten müs­sen: „Wir ermah­nen Dich, ehr­wür­di­ger Bru­der, in Gehor­sam alles anzu­neh­men, was der hei­lig­ste Papst von Rom geschrie­ben hat; weil der seli­ge Petrus jenen hilft, die die Wahr­heit des Glau­bens suchen“. Und sie fügen hin­zu: „Zumal (auch) wir, des Frie­dens und des Glau­bens wegen, nicht Fra­gen ange­hen kön­nen, die den Glau­ben betref­fen, außer in Gemein­schaft mit dem Bischof von Rom“ . Denn sie haben nicht ver­ges­sen, dass ihnen die­se Gemein­schaft durch zwei unred­li­che Fra­ge­bo­gen­ak­tio­nen im Vor­feld der Fami­li­en­syn­oden von Gene­ral­se­kre­tär Kar­di­nal Bal­dis­se­ri und ihren Hir­ten ver­wehrt wor­den ist.

    • @gandalf

      „Dan­ke, Kar­di­nal Mül­ler für die­ses kla­re Bekennt­nis zum Hl. Vater und der katho­li­schen Kirche.“

      Wenn es eines sol­chen Bekennt­nis­ses sei­tens des Prä­fek­ten der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on bedarf, dann belegt das ein­drück­lich, in welch kata­stro­pha­lem Zustand sich die Kir­che der­zeit befin­det. Lei­der hat man in wei­ten Krei­sen der katho­li­schen Kir­che immer noch nicht ver­stan­den, dass man sich im Rela­ti­vis­mus nir­gends behei­ma­ten kann, weder in der Poli­tik, der Ehe, noch in der Wis­sen­schaft und schon gar nicht im Glauben. 

      Wo an die Stel­le der kla­ren Glau­bens­ver­kün­di­gung die Phra­se tritt, wo im Nebel des Unbe­stimm­ten ledig­lich Barm­her­zig­keit beschwo­ren wird, da schwin­det der Glau­be dahin. Ihm fehlt schlicht die Nah­rung, die ihn am Leben erhält. Papst Fran­zis­kus hat das zwei­fel­haf­te Talent zu ent­zwei­en statt zu einen. Gerech­tig­keit wird von ihm in einen Gegen­satz zur Barm­her­zig­keit gestellt und so eine Glau­bens­wirk­lich­keit beschwo­ren, in der Wahr­heit kei­nen letzt­ver­bind­li­chen Maß­stab bildet. 

      Kar­di­nal Mül­lers Wor­te bedeu­ten nicht, dass ein Papst den gefor­der­ten Gehor­sam nicht miss­brau­chen könn­te, im Gegen­teil, gera­de da steht der Papst selbst im Gehor­sam gegen­über Got­tes Wil­len. Nur rich­ten eben nicht wir, son­dern Gott allein und er wird rich­ten, das ist der feste Glau­be der Kirche.

  8. Bzgl. Punkt 3 auf Papst Fran­zis­kus bezo­gen: also von wegen Häre­ti­ker, Schis­ma­ti­ker, fal­scher Pro­phet, Ver­wir­rer usw.
    Gar nichts von alle­dem, son­dern ein ein­deu­ti­ges Bekennt­nis zum Petrus­amt wie die Kir­che es lehrt.
    Weiß der „Bischof von Rom“ das alles auch!, denn das ist doch kei­ne Einbahnstraße.
    Und wis­sen vor allem die mit­tel- und west­eu­ro­päi­schen Bischö­fe das auch?

  9. Prostestantisierung;Alles im P. ist gut und recht und heilsam,insofern es von der hl. Mut­ter der kath . Kir­che über­nom­men wurde.Wenn aber der Fels Petri ver­las­sen wird- dh.der eige­ne fabri­zier­te Glau­be über den über­lie­fer­ten Glau­ben der catho­li­ca gestellt wird-dann lan­det man auf Schutt, Schot­ter und Schla­mas­sel-eben auf Sand.Dann ver­liert der Mensch zuerst den Glau­ben und dann bald den gesun­den Menschenverstand.
    nb in den 90er Jah­ren kur­sier­te im Vati­kan die Mei­nung, der gröss­te Teil der CH Kir­che wür­de abfal­len, wenn dort ein ent­spre­chen­der anti­kath. Pro­ga­pan­dist wäre-Zwei waren da ‑aber blass und unbe­deu­tend, des­halb ungefährlich.Heute: der eine vestorben(Haag), der ande­re Exit(=Euthansie)Anwärter-auch nicht mehr gefähr­lich-ver­san­det, vorbei.
    daher: hl. Bru­der Klaus, alle Heil­gen und Seli­gen Hel­ve­ti­ens-und es sind deren so vie­le-bit­tet für uns um Erhal­tung des wah­ren Glaubens.

  10. Man kann Ihren Gedan­ken @C.Eckstein gut fol­gen, wenn man sich vor Augen hält, was Kar­di­nal Mül­ler unter Punkt 2 geäu­ßert hat. Und das ent­kräf­tigt in der Tat die Wor­te von @Gandalf.
    Dort sagt der Kardinal:“…Mit beson­de­rer Kraft müs­sen wir heu­te die War­nun­gen und Gewiß­hei­ten beden­ken, die Jesus dem Petrus über­mit­telt hat: „Simon, Simon, der Satan hat ver­langt, daß er euch wie Wei­zen sie­ben darf. Ich aber habe für dich gebe­tet, daß dein Glau­be nicht erlischt. Und wenn du dich wie­der bekehrt hast, dann stär­ke dei­ne Brü­der“ (Lk 22,31–32). …“ — Das ist deutlich.

    Das zu sagen gera­de von Chi­le aus, dem Ende der Welt sozu­sa­gen, zeugt in der Tat von der gro­ßen Besorg­nis von Kar­di­nal Mül­ler. Die Wor­te des Herrn aus dem Mund des Kar­di­nals sind also genau für „Papst“ Fran­zis­kus gedacht: “ …wenn du dich wie­der bekehrt hast,…“

  11. @sophus
    „Viel­mehr hat der evan­ge­lisch-luthe­ri­sche Bischof Dibe­li­us von Ber­lin ein­ge­stan­den, dass ohne den Eigen­wil­len Luthers den Deut­schen viel Leid erspart wor­den wäre.“
    „„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„„,

    Otto Dibe­li­us war *kein* Lutheraner!
    Er beklei­de­te ab 1925 das Amt des Gene­ral­su­per­in­ten­den­ten der Kurmark: einer Unionskirche.
    Auch die EKD, deren Rats­vor­sitzn­der er spä­ter wur­de, ist eine Unionskirche.
    .
    Die sie­ben luthe­ri­schen Lan­des­kir­chen in Deutsch­land haben die Ver­ei­nig­te Evan­ge­lisch-Luthe­ri­sche Kir­che Deutsch­lands (VELKD) als Dachorganisation.

  12. Dibe­li­us war natür­lich Luthe­ra­ner. Er wur­de in Wit­ten­berg aus­ge­bil­det. Die „Uni­ons­kir­che“ ist eine staat­li­che Fik­ti­on des preu­ßi­schen Königs, der in sei­nem Reich die Pro­te­stan­ten des AB und des HB ein­fach zwangs­fu­sio­nier­te. Das heißt aber nicht, daß ein neu­er „Uni­ons­glau­be“ ent­stan­den ist, son­dern nur, dass eben die AB-Gemein­den neben den HB-Gemein­den (je nach Gegend) wei­ter­exi­stier­ten, aber alle eben von oben ver­ord­net, der Preu­ßi­schen Uni­on ange­hör­ten. Dibe­li­us eben war ein AB in die­ser Uni­on, die den abschrecken­den Wahn­witz des Staats­kir­chen­tums ver­deut­licht, dem sich der Pro­te­stan­tis­mus durch sei­nen Abfall von Rom aus­ge­lie­fert hat. Jede Sün­de zieht Fol­gen nach sich…

  13. @Hedwig
    Es ent­spricht *nicht* den Tat­sa­chen, dass Otto Dibe­li­us Luthe­ra­ner war und in Wit­ten­berg aus­ge­bil­det wurde!
    Er stu­dier­te in Ber­lin und Gie­ssen, wo er auch promovierte
    In Wit­ten­berg besuch­te er ledig­lich das Predigerseminar.
    .
    Was das Wert­ur­teil über den „abschrecken­dem Wahm­witz des Staats­kir­chen­tums“ anbe­langt, so wäre hier­zu sehr viel zu sagen. Dies aber gehört in eine ande­re Schublade.

    • @Baselbieter
      Machen Sie sich über mich lustig oder über die Leser insgesamt?
      Was war denn Dibe­li­us Ihrer geschei­ten Mei­nung nach? Er hat in Wit­ten­berg stu­diert und war Luthe­ra­ner. Anson­sten wäre er Cal­vi­nist gewe­sen, war er aber nicht. Ter­ti­um non datur.

      • Geehr­te Frau Hed­wig: Wenn Sie es so wol­len, dann ist Otto Dibe­li­us natür­lich Luthe­ra­ner gewe­sen: per me licet.
        Aber sach­lich unrich­tig ist, dass er in Wit­tem­berg „stu­diert“ hat: res ali­ter se habet. Dort war Otto Dibe­li­us im König­lich Preu­ssi­schen Pre­di­ger­se­mi­nar. Aber viel­leicht rufen Sie ein­mal den Lebens­lauf von Otto Dibe­li­us bei Wiki­pe­dia auf.
        ;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;

        Tan­tum illud dico in re „ter­ti­um non datur“. Es gibt bis heu­te vie­le Kir­chen und Gemein­den, die sich auf die Refor­ma­ti­on von Huld­reich Zwing­lich grün­den sowie (wie in der Badi­schen Lan­des­kir­che) typi­sche Unionsgemeinden.

      • @Baselbieter
        Ich been­de die Dis­kus­si­on mit Ihnen, Sie sind ein Wich­tig­tu­er und wol­len recht­ha­ben, wo Sie es auch nicht haben. Ihre Behaup­tung lau­te­te, Dibe­li­us sei KEIN Luthe­ra­ner gewe­sen, was er aber war. Das igno­rie­ren Sie ein­fach. Zur Kennt­nis genom­men. Zur Ablen­kung rei­ten Sie dar­auf her­um, ob man Dibe­li­us‘ Stu­di­um in Wit­ten­berg, so nen­nen kann oder nicht.
        Ver­äp­peln Sie doch ande­re Leute…

      • Wenn man den kur­zen Dia­log ver­folgt, ist dies nicht nur eine ange­mes­se­ne, son­dern auch prä­zi­se Back­pfei­fe für den Latein­brocken säu­seln­den Rammel.

  14. Seit der Bischofs­syn­ode heißt es auch bei Kar­di­nal Mül­ler — außer Spe­sen nichts gewe­sen. Wenn Mül­ler wirk­lich die Pro­te­stan­ti­sie­rung der Kir­che stop­pen woll­te, dann hät­te er die Chan­ce in der Syn­ode genutzt und Fran­zis­kus widerstanden.

    • Das ging auf der Syn­ode noch nicht. Da hat­te der Papst alle tak­ti­schen Vor­tei­le auf sei­ner Sei­te. Es wäre nichts erreicht wor­den, wenn es da nach Ihnen @Zarah gegan­gen wäre- ganz im Gegenteil.
      Jetzt aber hat er sich aus dem Nach­bar­land Argen­ti­ni­ens zu Wort gemel­det. Was wol­len Sie eigentlich?

  15. @ Gan­dalf
    Das Auf­tre­ten des Prä­fek­ten der Kon­gre­ga­ti­on für die Glau­bens­leh­re vor den Bischö­fen Chi­les hat Tra­di­ti­on und wird gewöhn­lich zu pro­gram­me­ti­schen Aus­sa­gen genutzt. In die­ser Tra­di­ti­on muss auch die Rede von Kuri­en­kar­di­nal Mül­ler ver­stan­den wer­den. Die chi­le­ni­schen Bischö­fe hören sie vor dem Hin­ter­grund der Rede von Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger vom 13. Juli 1988 in glei­cher Funk­ti­on, der damals auf die pro­gres­si­vi­sti­sche Rezep­ti­on des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils ein­ge­geg­an­gan war und gesagt hat­te: „Vie­le Aus­füh­run­gen ver­mit­teln den Ein­druck, dass nach dem Vati­ka­num II jetzt alles anders ist und das Frü­he­re alles kei­ne Gül­tig­keit mehr haben kann, oder, in den mei­sten Fäl­len, die­se nur noch im Lich­te des Vati­ka­num II hat. Das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil behan­delt man nicht als Teil der leben­di­gen Tra­di­ti­on der Kir­che, son­dern direkt als Ende der Tra­di­ti­on und so, als fan­ge man ganz bei Null an. Die Wahr­heit ist, dass das Kon­zil selbst kein Dog­ma defi­niert hat und sich bewusst in einem nied­ri­ge­ren Rang als rei­nes Pasto­ral­kon­zil aus­drücken woll­te; trotz­dem inter­pre­tie­ren es vie­le, als wäre es fast das Super­dog­ma, das allen ande­ren die Bedeu­tung nimmt“. Wie sehr Kar­di­nal Ratz­in­ger das Pro­blem der moder­ni­sti­schen Ver­fäl­schung der Tex­te des Kon­zils am Her­zen lag­zeigt sich in sei­nem Inter­view, das er aus glei­chem Anlass der chi­le­ni­schen Zeit­schrift „Com­mu­nio­ne et Liberazione„gegeben hat­te. Dar­in ant­wor­tet er auf die Fra­ge „Was kön­nen Sie uns berich­ten, was Ihnen in Ihrem Leben Schmerz berei­tet hat?“ auf fol­gen­de Weise:
    „Es ist schwie­rig, eine sol­che Fra­ge zu beant­wor­ten!… Gelieb­te Men­schen zu ver­lie­ren, ist immer ein gro­ßer Schmerz. Es schmerzt mich auch sehr zu sehen, wie man die Erfah­rung des Kon­zils mit einer ein­sei­ti­gen Betrach­tungs­wei­se zer­stört hat. Ich erin­ne­re mich noch so gut dar­an, wie viel Begei­ste­rung ich in Bezug auf das Kon­zil emp­fand…, als der Kar­di­nal von Köln mich als Exper­ten aus­wähl­te, und wir bei­de dach­ten, wir wür­den einen gro­ßen Bei­trag zur Kir­che von heu­te und mor­gen lei­sten. Ich ent­sin­ne mich, dass wir vol­ler Hoff­nung auf eine Ver­jün­gung der Kir­che zurück­kehr­ten. Als ich 1967/68 Pro­fes­sor in Tübin­gen war, sah ich, wie sie so anders das Kon­zil inter­pre­tiert hat­ten. Es begann die vor allem von Theo­lo­gen der Theo­lo­gi­schen Fakul­tä­ten geführ­te 68er Revo­lu­ti­on. Und ich sah, wie einer von ihnen — von dem ich wuss­te, dass er vom Glau­ben abge­fal­len war, da er es mir selbst gesagt hat­te — einer, der an nichts glaub­te, zu leh­ren begann, sei­ne Mei­nung sei der wah­re Katho­li­zis­mus. Es han­del­te sich um eine glat­te Lüge. Die­se Zer­stö­rung eines so viel­verpre­chen­den Anfangs des­sen, was das Kon­zil gewe­sen war, füg­te mir einen gro­ßen Schmerz zu.“
    Dies zum Kon­text der Rede des gegen­wär­ti­gen Prä­fek­ten für die Glau­bens­leh­re vor den Bischö­fen Chi­les, gespro­chen für die Ohren von Papst Fran­zis­kus, der früh durch­blicken hat las­sen, das „unvoll­ende­te“ Kon­zil been­den zu wol­len — natür­lich im „Geist des Kon­zils“, ganz im Sin­ne Kar­di­nal Kaspers.

    • @ Gan­dalf

      Die Ursa­che des Par­tei­en­streits um die Umset­zung des Kon­zils ist geblieben:
      — hier die Konzilsschriften,
      — dort der „Geist des Kon­zils“, die Min­der­mei­nung von Kon­zils­theo­lo­gen, die sich um den wah­ren Geist des Kon­zils, nie­der­ge­legt in den Schrif­ten des Kon­zils, nicht kümmern.
      Wäh­rend die Pro­gres­si­vi­sten den Bruch mit den Kon­zi­li­en der Ver­gan­gen­heit beto­nen, ver­steht die vom kirch­li­chen Lehr­amt sel­ber gege­be­ne Inter­pre­ta­ti­on das Kon­zil in Kon­ti­nui­tät mit der bis­he­ri­gen Geschich­te der Kir­che und ihrer Konzilien.
      In den Grund­sät­zen, so Bene­dikt in der Weih­nachts­an­spra­che 2005, sei die Kon­ti­nui­tät zur Tra­di­ti­on nie auf­ge­ge­ben wor­den, ledig­lich ihre Art der Anwen­dung auf neue Zusam­men­hän­ge konn­te geän­dert wer­den. Das „wah­re Kon­zil“ gese­hen in Kon­ti­nui­tät zur Tra­di­ti­on hat nach Papst Bene­dikt XVI. Früch­te getra­gen, was in der Stil­le gesche­hen, aber immer deut­li­cher sicht­bar gewor­den sei, und es tra­ge auch wei­ter­hin Früch­te. Der sog. „Geist des Kon­zils“ habe Ver­wir­rung gestif­tet, doch er habe sich nicht sel­ten das Wohl­wol­len der Mas­sen­me­di­en und auch eines Tei­les der moder­nen Theo­lo­gie zunut­ze machen kön­nen. Das sag­te er zu Beginn sei­nes Pontifikats!
      Heu­te kann man sich bei­de schnell zum Feind machen. Bischö­fe und Prie­ster, die die­sem „Geist des Kon­zils“ in Wahr­neh­mung ihrer Hir­ten­pflich­ten wider­ste­hen, wel­che die sog. Anthro­po­lo­gi­sche Wen­de in der Pasto­ral nicht mit­ma­chen, die sich viel­mehr an die Tex­te des Kon­zils hal­ten und getreu dem Kate­chis­mus den Glau­ben der Kir­che von Kan­zeln und Kathe­dern ver­brei­ten, müs­sen sich zuneh­mend vor der sprung­be­rei­ten Bös­wil­lig­keit moder­ni­stisch aus­ge­rich­te­ter Medi­en und den klei­nen und grö­ße­ren Gemein­hei­ten unbarm­her­zi­ger Amts­brü­der hüten, denn unter Papst Fran­zis­kus ist mit den Kasperianern

      In einem Gespräch mit dem bra­si­lia­ni­schen TV-Sen­der Glo­bo in Rio hat er gesagt, das Kon­zil inspi­rie­re die Kir­che wei­ter­hin. Die Umset­zung eines Kon­zils benö­ti­ge für gewöhn­lich 100 Jah­re. „Wir haben gera­de ein­mal die Hälf­te die­ser Zeit­span­ne hin­sicht­lich Vati­ka­num II herumgebracht“.
      Mitt­ler­wei­le ist Papst Fran­zis­kus mit sei­nem immer deut­li­che­ren Zutun zur Hoff­nung der Pro­gres­si­vi­sten um Kar­di­nal Kas­per gewor­den, die jene als Pela­gia­ner und Pha­ri­sä­er abstem­peln, die sich am bis­he­ri­gen Lehr­amt orientieren.
      Das allein­se­lig­ma­chen­de Zau­ber­wort heißt „Barm­her­zig­keit“ – nicht die gött­li­che Barm­her­zig­keit im End­ge­richt ist gemeint, son­dern eine irdi­sche von Men­schen­hand, die es zulas­sen wür­de, dass Wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne nach sub­jek­ti­vem Gewis­sens­ent­scheid den Leib Chri­sti auch im objek­ti­ven Zustand der Tod­sün­de emp­fan­gen könn­ten. Sind so die Kno­ten lös­bar, die der „Ungeist des Kon­zils“ zuge­zo­gen hat?
      @ Sua­rez sagt oben:
      „Wo an die Stel­le der kla­ren Glau­bens­ver­kün­di­gung die Phra­se tritt, wo im Nebel des Unbe­stimm­ten ledig­lich Barm­her­zig­keit beschwo­ren wird, da schwin­det der Glau­be dahin. Ihm fehlt schlicht die Nah­rung, die ihn am Leben erhält. Papst Fran­zis­kus hat das zwei­fel­haf­te Talent zu entzweien“.…

      • Kor­rek­tur: Des abge­bro­che­ne Neben­satz am Ende de ersten Abschnitts lautet:
        .…, denn unter Papst Fran­zis­kus ist mit den Kas­pe­ria­nern der „Geist des Kon­zils“ wie­der erstan­den und fei­ert unter des­sen „inspi­rier­ten“ Schutz fröh­li­che Urständ!

    • Hoch­ver­ehr­ter Sophus,
      betrach­tet man sich rück­blickend, was der jun­ge Ratz­in­ger in den Jah­ren 1962 bis 1965 zum Kon­zil z.B. in sei­ner Bericht­erstat­tung über das Kon­zil schrieb, so muss man fest­stel­len, dass der jun­ge Ratz­in­ger vie­les von dem an Kri­tik teil­te, was heu­te Papst Fran­zis­kus immer wie­der aus der Schub­la­de des Kon­zil­gei­stes her­vor­kramt. Da ist z.B. in Bezug auf die vor­kon­zi­lia­re Lit­ur­gie die Rede vom Archäo­lo­gis­mus. Der jun­ge Ratz­in­ger zeig­te noch eine fast nai­ve Bewun­de­rung für Kar­di­nal Sue­n­ens, des­sen Wir­ken von Anfang an das Kon­zil in eine Rich­tung trieb, die dann spä­ter von Dan­neels und ande­ren radi­ka­li­siert wurde. 

      „Ohne viel Wor­te drück­te die Per­sön­lich­keit des Pap­stes eine Ermu­ti­gung zur Offen­heit und zum Frei­mut aus. Es wird noch ein­ge­hend dar­über zu reden sein, dass auf die­se Wei­se die seit der Jahr­hun­dert­wen­de immer von Neu­em spür­ba­re und immer von Neu­em hem­men­de Neu­ro­se des Anti­mo­der­nis­mus ihrer Über­win­dung ent­ge­gen­zu­ge­hen scheint und ein neu­es Bewusst­sein sich aus­prägt, wie man in der Kir­che in brü­der­li­cher Offen­heit, ohne den Gehor­sam des Glau­bens zu ver­let­zen, mit­ein­an­der spre­chen kann.“ (Joseph Ratz­in­ger, GS, BD 7/1, „Die erste Sit­zungs­pe­ri­ode des zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils. Ein Rück­blick, S. 296 ff.)

      Ratz­in­ger muss­te dann erken­nen, dass er und ande­re zu Zau­ber­lehr­lin­gen gewor­den waren, die den „Geist des Kon­zils“, der längst zum Ungeist gewor­den war, nicht mehr in die Besen­kam­mer der Kri­tik ver­ban­nen konn­ten. Der den Glau­ben zer­set­zen­de Rela­ti­vis­mus der Auf­klä­rung hat­te nun­mehr auch in der katho­li­schen Kir­che Ein­zug genom­men und ver­rich­tet dort Schritt um Schritt sein Werk. Bald wur­de Ratz­in­ger klar, dass der Besen, mit dem man ledig­lich eini­gen Staub aus der Kir­che zu keh­ren glaub­te, den Glau­ben selbst aus der Kir­che her­aus­kehr­te. Als Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on such­te Kar­di­nal Ratz­in­ger dann, dem Ungeist zumin­dest so weit zu steu­ern, dass zumin­dest noch Rudi­men­te des Fun­da­men­tes erhal­ten blie­ben. Je älter Ratz­in­ger wur­de, desto deut­li­cher wur­de ihm wohl bewusst, wie ver­häng­nis­voll die anfäng­li­che Nai­vi­tät vie­ler gut gesinn­ter Kon­zil­teil­neh­mer sich aus­ge­wirkt hat­te. Aus Auf­bruch wur­de Abbruch. Der Glau­be wur­de nicht erneu­ert im Sin­ne einer Ver­le­ben­di­gung des Glau­bens son­dern ver­wäs­sert und so weit ein­ge­trübt, dass er heu­te tat­säch­lich kei­ner­lei Rele­vanz im öffent­li­chen Leben mehr hat. Der Öku­me­nis­mus befruch­te­te die Glau­bens­wirk­lich­keit nicht, son­dern ließ sie verdorren. 

      Papst Fran­zis­kus lebt noch heu­te im Gei­ste die­ser Früh­pha­se des Kon­zils, er scheint sich gegen jeg­li­che Erfah­rung abzu­schot­ten, die den „Geist des Kon­zils“ infra­ge stel­len könn­te. Damit steht er zwar im Wider­spruch zum erklär­ten Geist der Offen­heit, wie ihn Johan­nes XXIII. bei Kon­ziler­öff­nung for­der­te, kann sich aber durch die­se Abschot­tung gegen die Rea­li­tät einer Kir­chen­wirk­lich­keit schüt­zen, die tat­säch­lich kaum noch jeman­den inter­es­siert. Der Papst wird zuneh­mend zu einem blo­ßen Reprä­sen­tan­ten eines ent­leer­ten Glaubens.

  16. @ Sophus:
    Ihre Bei­trä­ge sind so inhalts­reich wie inhalts­schwer. Ein Dienst an der Wahr­heit. Ich lese das mit Gewinn. Danke!
    Die­se Tex­te zusam­men­zu­stel­len, ist rich­tig Arbeit und zeitintensiv.

    @ Sua­rez, auch ein Dan­ke­schön an Sie.

    • Man beach­te, auf kath.net füh­ren sol­che Bei­trä­ge mitt­ler­wei­le zur Sper­rung! Soweit hat sich der Kon­zil­geist schon in unse­ren Lan­den aus­ge­brei­tet, dass jed­we­der qua­li­fi­zier­te Wider­spruch gegen sei­ne Aus­wüch­se als unbarm­her­zig radi­kal unter­drückt wird. Dies soll kein „Gejam­mer“ sein, wie hier schon von Lesern mir vor­ge­wor­fen, son­dern der nüch­ter­ne Befund des Zustan­des der „Kir­che im Aufbruch“.

      • Auf­bruch oder Abbruch?

        als ich damals kath.net ent­deck­te, hat­te ich den Ein­druck, das wäre eine Sei­te wider den Kon­zils­geist (noch unter dem Pon­ti­fi­kat Bene­dikts) — irgend­wann hat das dann gedreht, naja was soll’s die Ver­tre­ter des Kon­zils­gei­stes dürf­ten ja alle weit über 70 sein, und Nach­wuchs gibt’s nicht…

      • Lie­ber Kostadinov,
        wie agil die­ser „Kon­zil­geist heu­te ist, sehen Sie am Kom­men­tar­be­reich bei kath.net, der mitt­ler­wei­le vom Rela­ti­vis­mus voll­stän­dig domi­niert ist. Die Kon­zils­vä­ter ster­ben zwar aus, sind es gro­ßen­teils längst, nur der Ungeist, der in der Rezep­ti­on des Kon­zils gebo­ren wur­de, erfreut sich mun­te­rer Gesund­heit. Fun­dier­te Kri­tik fin­den Sie auf genann­tem Forum schon lan­ge nicht mehr.

        Die Deka­denz schrei­tet also wei­ter vor­an, gesell­schaft­lich, poli­tisch und kirch­lich. Je arm­se­li­ger der Glau­be wird, je mehr er sich auf das Phra­sen­haf­te redu­ziert, desto wüten­der wird er von denen ver­tei­digt, die an ihrer ima­gi­nier­ten Welt­sicht um jeden Preis fest­hal­ten, weil sie ihnen in einer Welt, in der es längst kei­nen Halt mehr gibt, den letz­ten Halt gibt.

      • Die „Dis­kus­sio­nen“ auf kath.net wer­den immer tri­via­ler. Liest man unter dem von Ihnen ver­link­ten Arti­kel doch allen ern­stes, dass sich @ AvM nicht so wich­tig nimmt und alle lieb hat. Sagt Ihnen Guil­do Horn was? Das theo­lo­gi­sche Niveau bewegt sich bei kath.net mitt­ler­wei­le auf dem des Schla­gers. Selbst der wacke­re @ Wal­di per­p­etu­iert sei­ne immer glei­che Kri­tik, die man ihm erlaubt, weil sie am Ende doch harm­los ist. 

        Apro­pos Gesin­nungs­po­li­zei, wo ist eigent­lich @Gandalf abge­blie­ben, der sich hier kurz phra­sen­haft zu Wort mel­de­te, um dann wie­der in der Ver­sen­kung zu ver­schwin­den. Wo ihm das Zen­sur­mit­tel der Mode­ra­ti­on fehlt, traut er sich nicht aus der Deckung. So sind sie, die neu­en Hel­den des Katholizismus.

      • Von Guil­do Horn hab ich schon mal gehört, aber mich wür­den Sie eher auf nem Iron Mai­den Kon­zert tref­fen (nur für den Fall, dass mir die Her­ren Charles X und Ambro­si­os, die von Stil und Inhalt her fast eine Per­son sein könn­ten, wie­der hinterhersurfen) 😀

        das ist ein Unter­schied wie zwi­schen Kum­ba­ya und „Hier liegt vor dei­ner Majestät“

        aber wor­auf ich die Beto­nung gelegt hat­te, war, dass jetzt sogar der nun wirk­lich nicht tra­di­tio­na­li­sti­sche Adson dort unter Feu­er kommt… sagt eigent­lich alles
        und hoch­lo­gisch geht es zu, die Kar­di­nä­le Sarah und Napier wer­den inhalt­lich immer noch gefei­ert, aber wenn jemand den Papst scheel anschaut, der etwas ganz ande­res zu sagen scheint, wird man in den Boden gerammt, jetzt wär’s nur noch­lu­stig zu spe­ku­lie­ren, was dort geschrie­ben wür­de, wäre der näch­ste Papst Sarah, Bur­ke, Napier oder vllt wie­der jmd aus Polen 😀

      • Naja, ob das nicht eher ein insze­nier­tes „Unter Feu­er Neh­men“ ist, damit man den Anschein der Kon­tro­ver­se wahrt? Zumin­dest bleibt man doch all­ge­mein und unbe­stimmt. Das Per­fi­de am neu­en, schein­barm­her­zi­gen Kir­chen­geist ist, dass er jeden zum Pha­ri­sä­er stem­pelt, der nicht dem Rela­ti­vis­mus das Wort redet. Wer sich sub­stan­ti­ell gegen sol­che Vor­wür­fe zur Wehr setzt, wird mit Zen­sur über­zo­gen. Es ist nicht mal das „Fähn­chen nach dem Wind hän­gen“, son­dern es ist das sub­til ins Werk gesetz­te Pro­gramm einer Öku­me­ne, die klar zum Ziel hat, die katho­li­sche Kir­che dem Pro­te­stan­tis­mus immer wei­ter anzu­nä­hern. Für die­ses Pro­gramm muss lang­fri­stig die katho­li­sche Glau­bens­leh­re destru­iert wer­den, was man im Step by Step Ver­fah­ren durchzieht.

        Übri­gens for­der­te Kar­di­nal Sue­nen, einer der ein­fluss­reich­sten Kon­zils­vä­ter, offen im Vati­ca­num II. das Frau­en­prie­ster­tum. Dar­um hat Johan­nes Paul II. die­sen häre­ti­schen For­de­run­gen spä­ter end­gül­tig einen Rie­gel vorgeschoben. 

        Das Den­ken eines Sue­nen wirkt aber bis auf unse­re heu­ti­ge Zeit fort. War­um ist Bel­gi­en der­art her­un­ter­ge­kom­men, was die katho­li­sche Kir­che, ja was den christ­li­chen Glau­ben all­ge­mein anbe­trifft, ganz abge­se­hen von den ver­hee­ren­den Zustän­den in Staat und Justiz — sie­he Pädo­phi­len­skan­da­le bis hin zu die­sem bestia­li­schen Marc Dutroux und den bis heu­te nicht auf­ge­klär­ten Ver­wick­lun­gen der Poli­tik und Justiz.

    • Wer­ter @ C.Eckstein
      Sie resü­mie­ren zutref­fend: „Was der Kar­di­nal unter 3. sagt, ist nicht ein­fach eine plum­pe Ermah­nung, son­dern trifft mit­ten ins Herz der Kir­che im aktu­el­len Zeit­ge­sche­hen. Mit fei­ner Klin­ge auf höch­stem Niveau – spi­ri­tu­ell, theo­lo­gisch, chri­sto­zen­trisch, katho­lisch – teilt Kar­di­nal Mül­ler sich hier mit.“ Was dage­gen @ Gan­dalf dem Abschnitt 3. ent­nimmt, stellt m.E. ledig­lich eine sei­ner übli­chen Devo­tio­nen zur Absi­che­rung sei­ner Forums­in­ter­es­sen im Vati­kan dar. Die Platt­heit sei­ner Wort­mel­dung aller­dings ver­wun­dert und ver­dient Wider­spruch! Dank auch Ihnen und @ Suarez !

      • Ver­ehr­ter @ C.Eckstein, ver­ehr­ter @ Sophus,
        ich neh­me stark an, dass ihrem sub­stan­ti­ier­ten Wider­spruch kei­ne Erwi­de­rung zuteil wird.

      • Hoch­ver­ehr­ter @ Suarez!
        Zu Ihrem ful­mi­nan­ten heu­ti­gen Bei­trag von 9.35, für den ich mich , wohl im Sin­ne aller Mit­le­sen­den, aller­herz­lichst bedan­ke, darf ich zu den Grün­den des frü­hen Mei­nungs­um­schwung von Prof. Joseph Ratz­in­ger noch etwas bezüg­lich sei­ner ver­än­der­ten Sicht­wei­se schon vor 1970 beifügen:
        Er hat bekannt­lich bereits 1970 ein Buch „Über die Zukunft der Kir­che“ ver­öf­fent­licht, in dem es u.a. über die Not­wen­dig­keit, die rei­ne Fül­le des Glau­bens zu erhal­ten und nicht dem Zeit­geist zu opfern, heißt:
        »Die Zukunft der Kir­che kann und wird auch heu­te nur aus der Kraft derer kom­men, die tie­fe Wur­zeln haben und aus der rei­nen Fül­le ihres Glau­bens leben. Sie wird nicht von denen kom­men, die nur Rezep­te machen. Sie wird nicht von denen kom­men, die nur dem jewei­li­gen Augen­blick sich anpas­sen. Sie wird nicht von denen kom­men, die nur ande­re kri­ti­sie­ren, aber sich selbst als unfehl­ba­ren Maß­stab anneh­men. Sie wird also auch nicht von denen kom­men, die nur den beque­men Weg wäh­len. Die der Pas­si­on des Glau­bens aus­wei­chen und alles das für falsch und über­holt, für Tyran­nei und Gesetz­lich­keit erklä­ren, was den Men­schen for­dert, ihm wehe tut, ihn nötigt, sich selbst preiszugeben.…..
        Der Vor­gang wird umso schwe­rer sein, als sek­tie­re­ri­sche Eng­stir­nig­keit genau so wird abge­schie­den wer­den müs­sen wie groß­spre­che­ri­sche Eigen­wil­lig­keit. Man kann vor­her­sa­gen, dass dies alles Zeit brau­chen wird. Der Pro­zess wird lang und müh­sam sein, so wie ja der Weg von den fal­schen Pro­gres­sis­men am Vor­abend der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on, bei denen es auch für Bischö­fe als schick galt, über Dog­men zu spot­ten und viel­leicht sogar durch­blicken zu las­sen, dass man auch die Exi­stenz Got­tes kei­nes­wegs für sicher hal­te, bis zur Erneue­rung des 19. Jahr­hun­derts sehr weit war.“
        Zusam­men­fas­send kann wohl mit Ihrer Zustim­mung gesagt werden:
        Nicht das Kon­zil selbst hat in den letz­ten 50 Jah­ren zum Nie­der­gang des kirch­li­chen Lebens geführt, son­dern des­sen Ver­fäl­schung durch den „Geist des Kon­zils“, der von Anbe­ginn dem Ungeist histo­risch-kri­ti­scher Moder­ni­sten ent­sprun­gen ist, die unter Robert Bult­manns Ein­fluss mit den Evan­ge­li­en auch die römisch-katho­li­sche Kir­che ent­my­tho­lo­gi­siert sehen woll­ten und die eigent­li­chen Tex­te des Kon­zil igno­rier­ten und damit ver­rie­ten. Was unmit­tel­bar folg­te, war die Zeit von Tau­sen­den von Dis­pen­sen, der Flucht von Zehn­tau­sen­den aus Zöli­bat und Prie­ster­tum, der Ent­lee­rung der Prie­ster­se­mi­na­re und Klö­ster, des Zusam­men­bruchs der Dis­zi­plin, der Ver­un­si­che­rung bis in den Lehr­be­trieb der Uni­ver­si­tä­ten und Schu­len, der Preis­ga­be der im Kate­chis­mus nie­der­ge­leg­ten Leh­re der Kir­che, der Ver­dun­stung des Glau­bens und des Schwunds an Moral , nicht nur der Ehe­mo­ral – ein Pro­zess, der bis heu­te anhält und unter Papst Fran­zis­kus durch den pasto­ra­len Groß­ein­satz von „Barm­her­zig­keit“ aus Men­schen­hand über­deckt wer­den soll.

      • Wie weit kath.net auf dem Weg des Rela­ti­vis­mus nun schon zu gehen bereit ist, zeigt die Hand­ha­bung des Gast­kom­men­tars von Mathi­as von Gers­dorff vom 24 Novem­ber 2015, 10:00 mit der Über­schrift: „Eine Abtrei­bung wird in Deutsch­land immer leich­ter. Tho­mas Stern­berg stellt sich damit auf die Sei­te der Kul­tur des Todes, vor der Johan­nes Paul II. so sehr warn­te.“ So weit Mathi­as von Gersdorff!
        Bei kath.net. lau­tet die Über­schrift: „Neu­er ZdK-Chef Stern­berg will sich für Donum Vitae ein­set­zen“. Damit bezieht sich das Forum auf eine Aus­sa­ge Stern­bergs gegen­über dem „Dom­ra­dio“, das Streit­the­ma „Donum Vitae“ müs­se vom Tisch: „Ich habe es bereits bei mei­ner Antritts­re­de gesagt, dass in der näch­sten Zeit der Ein­satz von katho­li­schen Män­nern und Frau­en für das unge­bo­re­ne Leben, das sie bei „Donum vitae“ lei­sten, kein Streit­punkt in der Kir­che mehr sein wird. Sol­che unnö­ti­gen Streit­the­men müs­sen rela­tiv rasch aus­ge­räumt werden.“
        Der satt­sam als Edel­re­la­ti­vist bekann­te Kom­men­ta­tor Charles X. durf­te dazu unbe­hel­ligt von der Mode­ra­ti­on vor 10 Stun­den zugun­sten von kirch­lich aus­ge­stell­ten Bera­tungs­schei­nen, die sei­ner­zeit Erz­bi­schof Johan­nes Dyba „Tötungs­schei­ne“ genannt hat­te, das Wort ergreifen:
        „Es wird Zeit,…dass man den ver­hängs­vol­len Aus­stieg aus der Schwan­ge­ren­kon­flikt­be­ra­tung, der so vie­len Unge­bo­re­nen das Leben geko­stet hat durch unse­re (!) unter­las­se­ne Hil­fe, revi­diert. Dan­ke, Herr Sternberg!“
        Charles X hat für die­se ent­glei­ste Ver­dre­hung der Tat­sa­chen von der Mode­ra­ti­on weder Wider­spruch erfah­ren, noch ist sein Satz gelöscht, noch ihm selbst Kom­men­tar­sper­rung ange­droht, noch gar an ihm voll­zo­gen wor­den. Da konn­te er sich wohl auf den gleich­ge­sinn­ten @ bücher­wurm ver­las­sen, ali­as Lore Lor­le­berg, Diplom­theo­lo­gin der Theo­lo­gi­schen Fakul­tät der Uni­ver­si­tät Freiburg.…..

Kommentare sind deaktiviert.