Der SPIEGEL vertuscht seine Verstrickung mit NS- und SS-Führern – VorSPIEGELeien (1)

Augstein, Wolff und Heidegger am 26. September 1966
Aug­stein, Wolff und Hei­deg­ger am 26. Sep­tem­ber 1966

(Ham­burg) Der Deut­sche Pres­se­rat hat das Wochen­ma­ga­zin Der Spie­gel wegen sei­ner Bericht­erstat­tung zum Fall des zurück­ge­tre­te­nen Lim­bur­ger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst gerügt. Eine Rüge, die in der Sache zu spät kommt und damit kei­ne Aus­wir­kun­gen mehr hat. Umso mehr Grund, sich grund­sätz­li­cher mit dem Spie­gel zu befas­sen.

1966 inter­view­te der SPIE­GEL-Her­aus­ge­ber Rudolf Aug­stein mit sei­nem Adla­tus, dem ehe­ma­li­gen SS-Haupt­sturm­füh­rer Georg Wolff, das anti­se­mi­tisch ein­ge­färb­te ehe­ma­li­ge NS-Par­tei­mit­glied Mar­tin Hei­deg­ger. Was die drei als Erbe der Nazi-Ideo­lo­gie bis zum Ende der Ade­nau­er­zeit ver­band, war eine anti­kle­ri­ka­le Hal­tung und die Bekämp­fung des poli­ti­schen Katho­li­zis­mus’. Die­se Ein­stel­lung ver­band sich in der Früh­zeit des SPIEGELS mit einer Ver­harm­lo­sung von NS-Ver­bre­chern und der Ver­tu­schung ihrer mör­de­ri­schen Unta­ten. Aug­stein selbst war dafür ver­ant­wort­lich, denn er hat­te in den Grün­der­jah­ren sei­ner Zeit­schrift etwa ein Dut­zend hoch­ran­gi­ge SS-Füh­rer und NS-Ver­ant­wort­li­che als Mit­ar­bei­ter sei­nes Blat­tes ange­heu­ert. Histo­ri­ker und Medi­en­spe­zia­li­sten konn­ten in frü­hen Aus­ga­ben des SPIEGELS zahl­rei­che natio­nal­so­zia­li­sti­sche Hetz­for­meln, den SS-Jar­gon und anti­de­mo­kra­ti­schen Impul­se nach­wei­sen.

Eine Serie von Hubert Hecker.

In der Aus­ga­be 45/2015 will der SPIEGEL wie­der mal einen „Schand­flecken“ in der Früh­ge­schich­te der Bun­des­re­pu­blik aus­ge­macht haben. Der dama­li­ge katho­li­sche Bun­des­kanz­ler Ade­nau­er war von Anfang an der Lieb­lings­feind von Blatt-Grün­der Aug­stein. In die­ser Tra­di­ti­on mar­kiert die Redak­ti­on des Ham­bur­ger Nach­rich­ten­ma­ga­zins immer wie­der die „reak­tio­nä­re Ade­nau­er-Ära“. Im neu­sten Fall attackiert sie den dama­li­gen Bun­des­kanz­ler, weil der ab 1950 nach sorg­fäl­ti­ger Über­prü­fung und „von Fall zu Fall ent­schei­den“ woll­te, ob ehe­ma­li­ge NSDAP-Mit­glie­der in höhe­re Mini­ste­ri­al­rän­ge auf­ge­nom­men wer­den könn­ten. In SPIE­GEL-typi­scher Über­trei­bungs-Manier fragt das Blatt: „Wie braun waren die Grün­der­jah­re der Repu­blik?“ Dabei hät­te das Ham­bur­ger Nach­rich­ten­ma­ga­zin allen Grund, an die eige­ne Nase zu fas­sen und dabei die brau­nen Sekre­te sei­ner eige­nen Früh­ge­schich­te ans Tages­licht zu för­dern. Der SPIE­GEL-Grün­der Aug­stein hat­te damals leicht­fer­tig eine Anzahl NS- und SS-Füh­rer in die Redak­ti­on geholt. Bei deren Anstel­lung ging er — im Unter­schied zu Ade­nau­er — ohne sorg­fäl­ti­ge Prü­fung und Bewer­tung ihrer brau­nen Ver­gan­gen­heit vor.

Augstein stellte hochrangige SS-Schreibtischtäter ein

Beim Ein­stel­lungs­ge­spräch im Jah­re 1950 frag­te der Her­aus­ge­ber und Chef­re­dak­teur Rudolf Aug­stein den damals 36jährigen Bewer­ber Georg Wolff : „Haben Sie Juden erschos­sen?“. Als Wolff mit „Nein“ ant­wor­te­te, sag­te der SPIE­GEL-Chef: „Dann sind Sie ein­ge­stellt.“ So berich­te­te es Wolff in sei­ner Bio­gra­phie.

Über des­sen Ver­gan­gen­heit als SS-Haupt­sturm­füh­rer und Mit­ar­bei­ter des SD im besetz­ten Nor­we­gen muss­te Aug­stein grob im Bil­de sein. Er wuss­te auch, dass Juden­er­schie­ßun­gen nur von den unte­ren SS-Rän­gen aus­ge­führt wur­den. Inso­fern ziel­te Aug­steins Fra­ge dar­auf, hoch­ran­gi­ge SS-Füh­rer her­aus­zu­fi­schen, die nie eigen­hän­dig Erschie­ßun­gen vor­ge­nom­men hat­ten, weil sie nur als Schreib­tisch­tä­ter an der Juden- und Dis­si­den­ten­ver­fol­gung betei­ligt waren. Bei der oben gestell­ten Aug­stein-Fra­ge hät­te auch Adolf Eich­mann die Ein­stel­lungs­hür­de für die SPIE­GEL-Redak­ti­on genom­men, wenn der nicht intel­lek­tu­ell so beschränkt gewe­sen wäre.

Schon in der Stu­den­ten­zeit wur­de Georg Wolff als „vor­bild­li­cher Natio­nal­so­zia­list“ beur­teilt. In Nor­we­gen mach­te er sich als SS-Spe­zia­list für die Über­wa­chung und Drang­sa­lie­rung der Bevöl­ke­rung nütz­lich. In die­ser Funk­ti­on war er auch an der Zusam­men­stel­lung von Listen für Gei­sel­er­schie­ßun­gen betei­ligt. Das war für Aug­stein kein Hin­der­nis, ihn in der SPIE­GEL-Hier­ar­chie bald zum stell­ver­tre­ten­den Chef­re­dak­teur zu beför­dern.

Mit der Ein­stel­lungs­me­tho­de: Wer kei­ne Juden erschos­sen hat, wird als Redak­teur ange­stellt, mach­te sich Aug­stein scham­los die umstrit­te­nen Ent­na­zi­fi­zie­rungs­ver­fah­ren zu Nut­ze. Bei denen konn­ten sich vie­le hoch­ran­gi­ge Nazis dank ihrer guten Ver­net­zung mit „Per­sil­schei­nen“ frei­kau­fen. Dar­über hin­aus waren die SS-Ver­bre­chen an NS-Schreib­ti­schen oder im fer­nen Nor­we­gen und Russ­land von den ein­ge­setz­ten Lai­en­rich­tern schwer zu ermit­teln. So war das Ergeb­nis viel­fach ent­spre­chend dem cha­rak­te­ri­sie­ren­den Spruch: „Die Klei­nen hängt man, die Gro­ßen lässt man lau­fen“ – zum SPIEGEL.

Noch im Jah­re 2007 ver­such­te der Res­sort­lei­ter für Zeit­ge­schich­te, Klaus Wieg­re­fe, im Inter­view mit dem ehe­ma­li­gen Redak­ti­ons-Geschäfts­füh­rer Hans Det­lev Becker die­se Zusam­men­hän­ge zu ver­tu­schen: Man habe angeb­lich von den SS-Ver­bre­chen nichts gewusst und die Ent­na­zi­fi­zie­rungs­ur­tei­le als Per­sil­schei­ne akzep­tiert. Bemer­kens­wert ist die Äuße­rung vom ehe­ma­li­gen Geschäfts­füh­rer Becker, Aug­stein und der frü­he SPIEGEL hät­ten weder Inter­es­se an Nazi-Zeit und NS-Poli­tik gehabt noch am poli­ti­schen Kampf für Demo­kra­tie in der Ade­nau­er­zeit.

Der Kopf der SS-Seilschaft in der SPIEGEL-Redaktion

Der Spiegel 40/1966, der am 26. September 1966 erschienen ist
Der Spie­gel 40/1966, der am 26. Sep­tem­ber 1966 erschie­nen ist

Wolff war auf allen Stu­fen sei­ner Kar­rie­re als NS-Schreib­tisch­tä­ter von dem SS-Bri­ga­de-Füh­rer Franz Alfred Six (+1975) geför­dert wor­den. Der Holo­caust-Prot­ago­nist Six war als einer der rang­höch­sten SS- und SD-Füh­rer maß­geb­lich für die Pla­nung und Durch­füh­rung des mil­lio­nen­fa­chen Juden­mords ver­ant­wort­lich. Dage­gen nahm der Six unter­stell­te Adolf Eich­mann nur die Rol­le eines sub­al­ter­nen Beam­ten ein. Nach dem Krieg trug der hohe SS-Füh­rer sei­ne Recht­fer­ti­gung wie ein Schild vor sich her: ‚Ich habe zu kei­ner Zeit per­sön­lich an Juden­er­schie­ßun­gen teil­ge­nom­men.’ Hein­rich Himm­ler hat­te auch nie per­sön­lich auf Juden geschos­sen. Ihm war sogar schlecht gewor­den, wenn er bei Erschie­ßun­gen nur als Zuschau­er dabei war.

Six stand als ehe­ma­li­ge Pro­fes­sor für Zei­tungs­wis­sen­schaft und spä­te­rer Pro­pa­gan­da-Direk­tor im NS-Außen­mi­ni­ste­ri­um nach dem Krieg im engen Kon­takt mit der SPIE­GEL-Redak­ti­on. Aug­stein nutz­te des­sen Seil­schaft-Kon­tak­te zur Orga­ni­sa­ti­on Geh­len. Nach Six’ Ver­haf­tung 1947 durch ame­ri­ka­ni­sche Stel­len gab der SPIEGEL dem Kriegs­ver­bre­cher mit einem schä­bi­gen Denun­tia­ti­ons­ar­ti­kel Schüt­zen­hil­fe. Spä­ter publi­zier­ten Aug­stein, Wolff und ande­re SPIE­GEL-Jour­na­li­sten in einem von Six gelei­te­ten Ver­lag. Als Dozent an der „Aka­de­mie für Füh­rungs­kräf­te der Wirt­schaft“ pro­pa­gier­te Six das Füh­rer­prin­zip – so wie Hit­ler in sei­ner Rede am 27. 1. 1932 im Düs­sel­dor­fer Indu­strie­club vor dama­li­gen Wirt­schafts­füh­rern.

Kontinuität der nationalsozialistischen Denkungsart

SS-Haupt­sturm­füh­rer Horst Mahn­ke (+1985) war der wich­tig­ste Mit­ar­bei­ter von SS-Gene­ral Six – auch bei den Erschie­ßun­gen von etwa 200 Juden und Kom­mu­ni­sten nahe Smo­lensk im August 1941. Spä­ter war er als per­sön­li­cher Refe­rent von Six mit­ver­ant­wort­lich für die Pro­pa­gan­da im NS-Außen­mi­ni­ste­ri­um.

Zwei­ein­halb Jah­re war Mahn­ke als NS-Haupt­be­la­ste­ter inter­niert, danach ver­ur­teil­te ihn ein Ent­na­zi­fi­zie­rungs­aus­schuss zu 400 DM Geld­stra­fe, woge­gen er erfolg­reich pro­zes­sier­te. Kurz nach Mahn­kes Anstel­lung als SPIE­GEL-Redak­teur im Jah­re 1950 stell­te er mit der anti­se­mi­ti­schen Ent­hül­lungs­ge­schich­te „Am Caf­fee­han­del betei­ligt“ die Kon­ti­nui­tät sei­ner natio­nal­so­zia­li­stisch gepräg­ten Den­kungs­art unter Beweis. Dar­auf­hin beför­der­te ihn Aug­stein schon 1952 zum Res­sort­lei­ter „Aus­land“.

Gelernt ist gelernt: Goebbels-Propagandisten wechseln zum SPIEGEL

Mahn­ke konn­te sich bei die­ser Redak­ti­ons­ar­beit ins­be­son­de­re auf einen alten NS-Bru­der im Gei­ste stüt­zen: Wilf­red von Oven (+2008) war ein fana­ti­scher Natio­nal­so­zia­list, der in frü­hen Jah­ren aus SA und NSDAP aus­ge­tre­ten war, weil ihm die Nazis nicht radi­kal genug auf­tra­ten. Im Polen­feld­zug betei­lig­te sich von Oven an Mas­sa­kern, was ihm spä­ter die Beför­de­rung zu Goeb­bels per­sön­li­chem Refe­ren­ten ein­brach­te. Da er als anti­se­mi­ti­scher Hetz­pro­pa­gan­dist selbst auch kei­ne Juden erschos­sen hat­te, nahm ihn Aug­stein in die SPIE­GEL-Redak­ti­on auf und schick­te ihn 1951 mit einem per­sön­lich unter­zeich­ne­ten Emp­feh­lungs­schrei­ben als Aus­lands­kor­re­spon­dent nach Argen­ti­ni­en.

Ein wei­te­rer Goeb­bels­ver­trau­ter, SS-Sturm­bann­füh­rer Erich Fischer, wur­de Wer­be­lei­ter im Düs­sel­dor­fer SPIE­GEL-Büro. Der Kri­mi­nal­rat, SS-Sturm­bann­füh­rer Dr. Bern­hard Weh­ner, mach­te sich für den SPIEGEL auf­la­ge­stei­gernd ver­dient durch sei­ne Kri­po- und Land­ser-Serie über Arthur Nebe. 1949 schrieb der ehe­ma­li­ge Gesta­po­chef und SS-Ober­füh­rer Rudolf Diels die SPIE­GEL-Serie: „Die Nacht der lan­gen Mes­ser…“. Auch der lang­jäh­ri­ge Chef vom Dienst, Johan­nes Mat­t­hie­sen, war als ehe­ma­li­ger SS-Unter­schar­füh­rer ein­schlä­gig vor­be­la­stet. Der Redak­teur Kurt Blau­horn hat­te sein jour­na­li­sti­sches Hand­werk als frü­he­rer NS-Pro­pa­gan­dist gelernt.

Ein SS-Mann vom Typ Heydrich liefert SPIEGEL-Artikel

Schließ­lich agier­te der ehe­ma­li­ge SS-Ober­sturm­bann­füh­rer Paul Karl Schmidt – ali­as Paul Carell — als SPIE­GEL-Redak­teur und zeit­wei­se exter­ner Autor. Vom Lei­ter der „Kampf­aus­schüs­se gegen den jüdi­schen Intel­lek­tua­lis­mus“ und stu­den­ti­scher Red­ner bei den Ver­bren­nun­gen „undeut­scher Bücher“ im Mai 1933 kämpf­te sich Schmidt bis zum Mini­ste­ri­al­di­rek­tor im NS-Außen­mi­ni­ste­ri­um Rib­ben­trops hoch. Dort war er für Pres­se­be­ob­ach­tung und Pro­pa­gan­da zustän­dig. Im engen Kon­takt mit Franz Six for­cier­te Schmidt von sei­ner Dienst­stel­le aus die Juden­de­por­ta­tio­nen aus der Slo­wa­kei und Ungarn. Für die pro­pa­gan­di­sti­sche Absi­che­rung der Depor­ta­ti­on von Buda­pe­ster Juden schlug der SS-Mann vom Typ Heyd­rich vor, den unga­ri­schen Juden Spreng­stoff­de­pots und Sabo­ta­ge­plä­ne zu unter­schie­ben. Die­se aggres­si­ve Betei­li­gung Schmidts an der Juden­ver­nich­tung wur­de schon 1947 in der Zei­tung „Welt“ ver­öf­fent­licht und war dem SPIE­GEL-Her­aus­ge­ber Aug­stein sicher­lich bekannt.

Rudolf Aug­stein scheint mit den ehe­ma­li­gen SS-Offi­zie­ren eine geziel­te Koope­ra­ti­on ein­ge­gan­gen zu sein: „Eine ‚beschö­ni­gen­de Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung‘ und die ‚öffent­li­che Reha­bi­li­tie­rung‘ aus­ge­wähl­ter SS-Grö­ßen sei­en dabei laut Koch der Preis dafür gewe­sen, von der ‚ver­schwo­re­nen Himm­ler-Gar­de‘ den Stoff zu bekom­men, mit dem sich Auf­la­ge machen ließ“ – so der NZZ-Jour­na­list Peter Fer­di­nand Koch.

Das ‚Enthüllungsmagazin’ verhüllt seine braune Vergangenheit

Die SPIE­GEL-Chef­re­dak­tio­nen üben sich seit Jahr­zehn­ten im Beschö­ni­gen, Ver­drän­gen und Ver­dre­hen der brau­nen Ver­gan­gen­heit ihres Blat­tes. In dem Jubi­lä­ums­ar­ti­kel von 1997 zum 50jährigen Bestehen des Maga­zins wur­den die ehe­ma­li­gen SS-SPIE­GEL-Schrei­ber der frü­hen Jah­re ein­fach unter­schla­gen. Immer­hin wur­den zwei von fünf SPIE­GEL-Res­sorts von hoch­ran­gi­gen SS-Füh­rern a. D. besetzt, der ehe­ma­li­ge SS-Haupt­sturm­füh­rer Wolff brach­te es sogar zum stell­ver­tre­ten­den Redak­ti­ons­lei­ter.

Hässliche Befunde von unangenehmen Tatsachen

Seit dem Ver­tu­schungs­ar­ti­kel von 1997 haben Histo­ri­ker und Medi­en­ex­per­ten das Nazi-Netz­werk in der SPIE­GEL-Redak­ti­on der 50er Jah­re ansatz­wei­se erforscht. Mei­stens reagier­te die Chef­re­dak­ti­on mit Her­un­ter­spie­len oder Aus­sit­zen bei den publi­zier­ten Ent­hül­lun­gen über den nazi-infi­zier­ten SPIEGEL. Anläss­lich des 50. Jah­res­ta­ges der soge­nann­ten SPIE­GEL-Affä­re im Jahr 2012, bei der das Blatt sich als angeb­lich füh­ren­des Auf­klä­rungs­or­gan selbst­be­ju­bel­te, sah sich die Redak­ti­on durch den bis­he­ri­gen Glaub­wür­dig­keits­ver­lust zu einer Histo­ri­ker-Kon­fe­renz gezwun­gen. Aber auch deren „häss­li­che Befun­de von unan­ge­neh­men Tat­sa­chen“ beschö­nig­te, ver­harm­lo­ste und ver­dreh­te das angeb­li­che Auf­klä­rungs­ma­ga­zin in bewähr­ter Wei­se:

Die Chefredaktion vertuscht, verdreht und wiegelt ab

  • Der Medi­en­hi­sto­ri­ker Lutz Hach­mei­ster konn­te „gut ein Dut­zend über­zeug­te Natio­nal­so­zia­li­sten“ als Redak­ti­ons­mit­ar­bei­ter in den frü­hen SPIE­GEL-Jah­ren aus­ma­chen. Dage­gen gab schon vor Jah­ren Chef­re­dak­teur Georg Mas­cu­lo die For­mel von einer „Hand­voll Leu­te“ mit brau­nem Cou­leur aus – so auch im SPIEGEL vom 10. 3. 2014.
    „¢ Aus den über­zeug­ten Nazis, die auch als SPIE­GEL-Redak­teu­re ihre anti­se­mi­ti­sche und nazi­freund­li­che Gesin­nung unter Beweis stell­ten, mach­te Mas­cu­lo angeb­lich geläu­ter­te Wen­de­häl­se, die ihre „brau­ne Ver­gan­gen­heit“ hin­ter sich gelas­sen hät­ten.
    „¢ Hach­mei­ster arbei­tet die Kon­ti­nui­tät der NS-Netz­wer­ke bei den SS-SPIE­GEL-Redak­teu­ren her­aus, brau­ne Seil­schaf­ten, die sich — „sehr gut ver­netzt“ — per­so­nell und ideo­lo­gisch unter­stütz­ten. Die Chefra­dak­ti­on will dage­gen Glau­ben machen, dass nur iso­lier­te „ein­zel­ne ehe­ma­li­ge SS-Offi­zie­re“ in der Redak­ti­on gewirkt hät­ten.

SS-Jargon und Landser-Ton im SPIEGEL

  • Die­se angeb­lich ver­ein­zel­ten Redak­teu­re aus der „mitt­le­ren SS-Offi­ziers­ebe­ne“ hät­ten die Redak­ti­ons­li­nie nie nach­hal­tig beein­flus­sen kön­nen, behaup­te­te Mas­cu­lo. Dage­gen weist Hach­mei­ster nach, dass das NS-Netz­werk in der SPIE­GEL-Redak­ti­on mehr­heit­lich aus Spit­zen­kräf­ten der natio­nal­so­zia­li­sti­schen Funk­ti­ons­eli­te bestand, die in Aug­steins Blatt „ihren SS-Jar­gon“ ein­brach­ten und deren The­men­set­zung prä­gend für das Maga­zin wur­den. Der Histo­ri­ker Nor­bert Frei fand den SPIE­GEL-Aus­ga­ben der ersten Deka­de „zahl­rei­che“ an natio­nal­so­zia­li­sti­sche Het­ze erin­nern­de For­meln und Ver­harm­lo­sun­gen von NS-Ver­bre­chen.
    „¢ Frei resü­miert, dass der SPIEGEL der vier­zi­ger und fünf­zi­ge Jah­re Gegen­auf­klä­rung und Ver­tu­schung betrie­ben habe, etwa indem Aug­stein und sei­ne SS-Redak­ti­ons­rie­ge die alli­ier­te Auf­klä­rung zu Nazi- und Kriegs­ver­bre­chern mas­siv kri­ti­sier­ten und hin­ter­trie­ben. Erst gegen Ende der 50er Jah­re sei­en Ansät­ze zu einem auf­klä­re­ri­schen Kon­zept erkenn­bar gewor­den. Mas­co­lo ver­brei­te­te dage­gen wei­ter­hin die selbst­er­fun­de­ne Legen­de, dass der SPIEGEL von Grün­dungs­an­fang an für Demo­kra­tie und Auf­klä­rung gewe­sen wäre, was die „Hand­voll Nazis“ in der Redak­ti­on nicht hät­ten gefähr­den kön­nen.
  • Auch im Heft vom 10. 3. 2014 wird an der selbst­ge­strick­ten Mär von der NS-Auf­klä­rung seit 1947 wei­ter­ge­ba­stelt: „Der SPIEGEL bemüh­te sich von Anfang an um die Auf­klä­rung der NS-Geschich­te“ – so der SPIE­GEL-Autor Romain Leick. In den wei­te­ren Fol­gen die­ser Seri­en wird die­ses Selbst­be­SPIE­GE­Lungs­mär­chen in allen Aspek­ten zer­stört.

Augstein stellte ehemalige SS-Führer mit anti-demokratischen Impulsen ein

Entnazifizierungsprozess im Spruchkammerverfahren
Ent­na­zi­fi­zie­rungs­pro­zess im Spruch­kam­mer­ver­fah­ren

Aber selbst eige­ne SPIE­GEL-Bei­trä­gen stra­fen die­se Legen­de Lügen: Zum 8. 1. 2007 inter­view­te der Zeit­ge­schichts­re­dak­teur Klaus Wieg­re­fe einen SPIE­GEL-Redak­teur der ersten Stun­de, den ehe­ma­li­gen Redak­ti­ons­ge­schäfts­füh­rer und spä­te­ren Ver­lags­di­rek­tor Hans Det­lev Becker.
Fra­ge: Hat der SPIEGEL in der ersten Deka­de eine Bot­schaft gehabt – etwa: ‚Wir kämp­fen für Demo­kra­tie’? Beckers Ant­wort: „Also ich bestimmt nicht. (…) Und Aug­stein nach mei­ner Erin­ne­rung auch nicht.“

Wenn Aug­stein nicht für die Demo­kra­tie der jun­gen Bun­des­re­pu­blik kämpf­te – wofür dann? Jeden­falls ist es dann nicht mehr ver­wun­der­lich, dass Aug­stein hoch­ran­gi­ge NSDAP-Mit­glie­der und SS-Leu­te mit „anti­de­mo­kra­ti­schen Impul­sen“ (Becker) ohne Beden­ken ein­stell­te. Dafür gibt eben­falls wie­der eine SPIE­GEL-Maxi­me der frü­hen Jah­re ein ent­lar­ven­des Zeug­nis: „Ent­na­zi­fi­ziert war ent­na­zi­fi­ziert“, was sogar in die Arti­kel­über­schrift geho­ben wird. Aug­stein und sei­ne Leu­te wuss­ten, dass die dama­li­ge „Ent­na­zi­fi­zie­rung“ durch die deut­schen Spruch­kam­mer­ge­rich­te eine Far­ce war in der Bewer­tung von NS-Ver­bre­chen und SS-Tätern, ent­spre­chend belu­stig­ten sie sich dar­über.

Wenn der SPIEGEL trotz­dem die­se for­ma­le Per­sil­schein-Ent­na­zi­fi­zie­rung als Ein­stel­lungs­be­din­gung akzep­tiert, so soll­te das hei­ßen: Wir inter­es­sie­ren uns nicht für die brau­ne Ver­gan­gen­heit unse­rer SS-Leu­te. Wir wol­len gar kein Wis­sen über die Ver­bre­chen unse­rer Redak­teu­re haben, son­dern das Wis­sen unse­rer ehe­ma­li­gen SS-Funk­tio­nä­re über die NS-Syste­me sowie deren Kon­tak­te und Kom­pe­ten­zen nutz­bar machen, um auf­la­gen­stei­gern­de Arti­kel und Seri­en zu schrei­ben sowie die Regie­rung in Bre­douil­le zu brin­gen. Denn Aug­stein hat­te zwar kein Inter­es­se dar­an, für die jun­ge Demo­kra­tie zu kämp­fen, aber er brach­te alle Ener­gie auf, die demo­kra­tisch gewähl­te Ade­nau­er­re­gie­rung zu bekämp­fen.

Der SPIEGEL als treibende Kraft beim Verdrängen der Nazi-Zeit

Was Aug­stein, Becker & Co. an Ver­drän­gung der NS-Ver­gan­gen­heit prak­ti­zier­ten, das wur­de nach 1968 in lin­ken wie in SPIE­GEL-Krei­sen allein der „reak­tio­nä­ren Ade­nau­er-Ära“* ange­hef­tet – mit der Zuschrei­bung, dass die Ade­nau­er-Regie­rung „Kul­tur, Poli­tik, Wirt­schaft, Justiz und auch die deut­sche Pres­se“ so gelenkt hät­te, dass sie „das natio­nal­so­zia­li­sti­sche Erbe mehr ver­dräng­ten als es auf­zu­ar­bei­ten“ Auf sol­chem Hin­ter­grund phan­ta­sie­ren SPIE­GEL-Leu­te ihr Blatt gern als ein Leucht­turm der Auf­klä­rung in der Bran­dung der Reak­ti­on.

Der ehe­ma­li­ge Chef­re­dak­teur Mas­cu­lo wider­spricht aller­dings sei­ner eige­nen SPIE­GEL-Auf­klä­rungs­the­se, wenn er zugibt, dass „der SPIEGEL im Ver­drän­gen der Nazi­zeit nicht bes­ser war als der Rest der Repu­blik“.
Aber auch die­ses Ein­ge­ständ­nis ist eine Unter­trei­bung: Der SPIEGEL der frü­hen Jah­re war füh­rend im Ver­drän­gen der Nazi­ver­bre­chen, da Aug­stein mit der SS-Rie­ge in der Redak­ti­on exzel­len­te Pro­pa­gan­di­sten ange­stellt hat­te. Die­se Leu­te gehör­ten zu den trei­ben­den Kräf­ten zuerst bei der Pla­nung und Aus­füh­rung der Nazi-Ver­bre­chen und spä­ter in der SPIE­GEL-Redak­ti­on bei der Ver­drän­gung oder Ver­harm­lo­sung der NS-Unta­ten und sogar der Glo­ri­fi­zie­rung von NS-Kriegs­ver­bre­chern.

Vertuschung auch von der SPIEGEL-Erbin

Eine Ver­tu­sche­rin der brau­nen SPIE­GEL-Ver­gan­gen­heit scheint auch die Toch­ter des Blatt-Grün­ders, Fran­zis­ka Aug­stein, zu sein. In einer Gesprächs­run­de am 17. 3. 2013 zu dem Film „Unse­re Müt­ter, unse­re Väter“ wur­de sie von May­brit Ill­ner als Anklä­ge­rin gegen die „ver­harm­lo­sen­de Wort­wahl“ zur NS-Geschich­te ein­ge­führt: Was „Ver­strickung in das NS-System“ genannt wer­de, sei „Mord aus Hab­gier“ gewe­sen.

Als die Mit­ei­gen­tü­me­rin im SPIE­GEL-Geschäft dann aber auf die Ein­stel­lun­gen von Nazis in der ersten Deka­de des Blat­tes ange­spro­chen wur­de, ver­such­te sie mit der eben noch kri­ti­sier­ten jour­na­li­sti­schen Wort­wen­dig­keit die Nazi-Infil­tra­ti­on der frü­hen SPIE­GEL-Redak­ti­on zu ver­harm­lo­sen und zu ver­tu­schen.

Ausweichen, Abwiegeln, Vertuschen der „Historikerin“, wenn es um die eigene Zeitschriften-Geschichte geht

Engste Mitarbeiter von SPIEGEL-Chefredakteur Rudolf Augstein (Teil einer Fotomontage aus KONKRET 05/92)
Eng­ste Mit­ar­bei­ter von SPIE­GEL-Chef­re­dak­teur Rudolf Aug­stein (Teil einer Foto­mon­ta­ge aus KONKRET 05/92)

Gesprächs­lei­te­rin Ill­ner lei­te­te die­se Sequenz mit der Bemer­kung ein, dass „Ihr Vater, Frau Aug­stein, wenig­stens zwei Kol­le­gen aus der Nazi­zeit in die Redak­ti­on geholt“ hät­te. Dabei ist die Wen­dung bemer­kens­wert, dass die bei­den gemein­ten SS-Haupt­sturm­füh­rer a. D., Georg Wolff und Horst Mahn­ke, als „Kol­le­gen“ von Rudolf Aug­stein ange­spro­chen wer­den, der doch nur als klei­ner Volon­tär ein Jahr lang bei der Goeb­bels­pres­se Erfah­run­gen mit der Nazi-Pro­pa­gan­da gesam­melt hat­te.

Fran­zis­ka Aug­stein ging sofort auf die Abwie­ge­lungs- und Aus­weich­tour mit der Bemer­kung, dass „zwei rich­ti­ge Nazis“ angeb­lich nur „in der Bild­re­dak­ti­on gear­bei­tet“ hät­ten, ande­re „in der schrei­ben­den oder recher­chie­ren­den Redak­ti­on beschäf­tigt“ wor­den sei­en. Sie ver­tuscht mit die­ser ‚Wort­wahl’, dass es sich bei den SPIE­GEL-ange­stell­ten „Nazis“ eben nicht um ein­fa­che NS-Leu­te han­del­te, son­dern um SS-Prä­to­ria­ner, die zur Funk­ti­ons­eli­te der mör­de­ri­schen NS-Füh­rung von Hit­ler, Goeb­bels und Himm­ler gehör­ten. Die ehe­ma­li­gen SS-Füh­rer waren auch nicht mit jour­na­li­sti­schen Rand­auf­ga­ben „beschäf­tigt“, wie Frau Aug­stein ver­harm­lo­send sug­ge­riert, son­dern wur­den schon früh vom Chef­re­dak­teur Aug­stein als Res­sort-Lei­ter mit Ver­ant­wor­tung beauf­tragt und Wolff sogar als stell­ver­tre­ten­der Chef­re­dak­ti­on ins Zen­trum der SPIE­GEL-Füh­rung beför­dert.

Mit Chuzpe zur VorSPIEGELung falscher Fährten

Die fol­gen­de Begrün­dung der SPIE­GEL-Erbin ist als fre­che Ver­dre­hung eine typi­sche Vor­SPIE­GE­Lung fal­scher Tat­sa­chen: „Man brauch­te Leu­te, die sich aus­kann­ten in den Struk­tu­ren des Natio­nal­so­zia­lis­mus; die wuss­ten, wie der Appa­rat und die Befehls­ket­ten funk­tio­nier­ten. “ Frau Aug­stein tut so, als wenn die ehe­ma­li­gen SS-Füh­rer des­halb ein­ge­stellt wor­den wären, damit sie mit ihren inter­nen NS-Kennt­nis­sen zur Auf­ar­bei­tung und Auf­klä­rung über das NS-Regime und sei­ne Ver­bre­chen bei­tra­gen soll­ten. Tat­säch­lich wur­den sie eher im gegen­tei­li­gen Sin­ne ein­ge­setzt: In der Serie über Kaf­fee-Schmug­gel konn­ten Wolff und Mahn­ke sub­ku­tan ihre anti­se­mi­ti­sche Ideo­lo­gie wei­ter­füh­ren; bei den SPIE­GEL-Berich­ten über die Nürn­ber­ger Nach­fol­ge­pro­zes­se und die ein­sit­zen­den NS-Ver­bre­cher in Lands­berg sowie bei den diver­sen Reichs­tags­brand-Arti­keln benutz­ten die ehe­ma­li­gen SS-SPIE­GEL-Redak­teu­re ihre Struk­tur-Kennt­nis­se vom Natio­nal­so­zia­lis­mus, um die Nazi-Ver­bre­chen und –Ver­bre­cher zu ver­tu­schen und zu ver­harm­lo­sen.

Die Öffentlichkeit für dumm verkaufen

Von SS-Schreibtischtätern angeordnet: Opfer der Judenerschießungen in BabiYar, 1941
Von SS-Schreib­tisch­tä­tern ange­ord­net: Opfer der Juden­er­schie­ßun­gen in Babi­Yar, 1941

Frau Aug­stein wei­ter: „Man hat beim SPIEGEL damals jeman­den gefragt: ‚Hast du dir was zuschul­den kom­men las­sen?’ Wenn der­je­ni­ge sag­te ‚Nein’, dann hat man ihn genom­men.“ Die Jour­na­li­stin Aug­stein ver­steht sich auf die ver­wi­schen­de Wort­wahl von ‚man’ und ‚der­je­ni­ge’ zur Ver­schleie­rung von Tat­be­stän­den: Horst Mahn­ke z. B. war nicht irgend­ein ‚jemand’, son­dern ein füh­ren­der Holo­caust-Pla­ner und somit ‚Haupt­be­la­ste­ter’, der nach dem Krieg zwei­ein­halb Jah­re im alli­ier­ten Inter­nie­rungs­la­ger ein­saß– und das wuss­te SPIE­GEL-Grün­der Aug­stein auch bei der Ein­stel­lung von Mahn­ke.

Immer­hin ließ sich einer der Gesprächs­teil­neh­mer, Die­ter Tho­mas Heck, nicht ein­fach so von Frau Aug­stein für dumm ver­kau­fen und frag­te dazwi­schen: „Geht das so schnell, dass man ein­fach nur ‚nein’ sagen muss?“ In der Tat wirft die ver­däch­tig schnel­le Ein­stel­lung von SS-Füh­rern in die dama­li­ge SSPIE­GEL-Redak­ti­on und das demon­stra­ti­ve Des­in­ter­es­se an deren ver­bre­che­ri­scher NS-Ver­gan­gen­heit Fra­gen nach dem Kal­kül die­ses Vor­ge­hens auf. Wie oben schon gezeigt, war Aug­stein gezielt an hoch­ran­gi­gen SS-Leu­ten inter­es­siert wegen ihren sozi­al­tech­ni­schen und poli­tisch-pro­pa­gan­di­sti­schen Kom­pe­ten­zen sowie deren Netz­werk-Bezie­hun­gen zu den NS-durch­seuch­ten Geheim­dien­sten der frü­hen BRD.

Journalistische Augenwischerei und Achselzucken

Die Behaup­tung von Frau Aug­stein: „Man muss­te sich auf das Wort der Leu­te ver­las­sen.“ ist eben­falls Augen­wi­sche­rei. Der dama­li­ge Redak­ti­ons­ge­schäfts­stel­len­lei­ter Heinz-Det­lev Becker deu­te­te es an: Man woll­te von der Nazi-Ver­gan­gen­heit gar nichts wis­sen. Ein Ent­na­zi­fi­zie­rungs-Per­sil­schein genüg­te für die Ein­stel­lung, obwohl oder gera­de weil die ver­ant­wort­li­chen SPIE­GEL-Leu­te wuss­ten, dass die­se Ver­fah­ren bezüg­lich der Nazi-Ver­bre­chen und –Ver­bre­cher eine Far­ce waren.

Und dann tischt Frau Aug­stein eine wei­te­re Dumm­stel­lungs-Lüge auf: „Was soll man denn machen? Man kann das nicht nach­prü­fen. Ver­su­chen Sie mal im Jahr 1946 Akten zu fin­den und den Wer­de­gang eines Man­nes von 1939 bis 45 raus­zu­fin­den.“ Und dabei rollt sie mit den Augen, zuckt mit den Ach­seln und fuch­telt mit den Hän­den her­um, als wenn sie mit ihren Gesten die Ver­tu­schungs­wir­kung ihrer Wor­te unter­stüt­zen woll­te.

Recherchieren, um zu denunzieren — SPIEGEL-typisch?

Mahn­ke und Wolf wur­den nicht 1946 ein­ge­stellt, son­dern 1950, als der SPIEGEL bereits gut eta­bliert war. Schon damals bil­de­te sich Aug­stein und sei­ne Leu­te viel auf ihre inve­sti­ga­ti­ven Recher­chen ein – und dann soll­te es nicht mög­lich gewe­sen sein, die Ver­gan­gen­heit eines hohen SS-Füh­rers zu durch­leuch­ten? Jeden­falls zeig­te die SPIE­GEL-Redak­ti­on in einem schä­bi­gen Denun­tia­ti­ons­ar­ti­kel schon 1949, dass sie bei ehe­ma­li­gen SS-Leu­ten, die gegen Aug­steins Pro­jek­te arbei­te­ten, sehr inten­siv recher­chie­ren konn­te. In dem SPIE­GEL-Arti­kel „Merkt euch den Namen Hirsch­feld“ wer­den detail­liert die Spu­ren und Tätig­kei­ten eines SS-Man­nes durch­leuch­tet, der sich im Dien­ste der Alli­ier­ten für Auf­klä­rung von NS-Ver­bre­chen gegen die spä­te­ren Aug­stein-Ver­trau­te Mahn­ke und Six gestellt hat­te.

Die NS-Verbrechen des SS-Führers Mahnke lagen bei der Einstellung in die SPIEGEL-Redaktion klar zu Tage

Und im Übri­gen brauch­te der SPIE­GEL-Her­aus­ge­ber über Mahn­ke gar nicht groß recher­chie­ren: Die Tages­zei­tung ‚Die Welt’ hat­te schon 1947 im Rah­men der Bericht­erstat­tung von den Nürn­ber­ger Nach­fol­ge-Pro­zes­sen von den ver­bre­che­ri­schen Akti­vi­tä­ten des SS-Haupt­sturm­füh­rers Mahn­ke berich­tet. Der hat­te als füh­ren­der Pro­pa­gan­dist des NS-Außen­mi­ni­ste­ri­ums 1944 vor­ge­schla­gen, unga­ri­schen Juden Ver­bre­chen in die Schu­he zu schie­ben, damit man nach außen eine Begrün­dung für den Abtrans­port aller Juden von Ungarn nach Ausch­witz vor­wei­sen könn­te.

* Der berüch­tig­te Nazi-Jurist und NS-Staats­an­walt Edu­ard Dre­her, der mehr­mals für klei­ne­re Dieb­stäh­le KZ- und Todes­stra­fe gefor­dert hat­te, wur­de maß­geb­lich von SPD-Poli­ti­kern zu sei­ner Nach­kriegs­kar­rie­re geför­dert: 1951 gelang­te er auf Emp­feh­lung des SPD-Poli­ti­kers Adolf Arndt in Justiz­mi­ni­ste­ri­um. Spä­ter war es der SPD-Staats­se­kre­tär und Mini­ster Horst Ehm­ke, der Dre­her als Spit­zen­be­am­ten hielt. Noch 1981 bedau­er­te der dama­li­ge Staats­se­kre­tär Gün­ther Erkel (SPD) die „Anwür­fe“ gegen Dre­her.

Wei­ter­ge­hen­de Lite­ra­tur:
Lutz Hach­mei­ster, Hei­deg­gers Testa­ment: Der Phi­lo­soph, der SPIEGEL und die SS, 2014
ders.: Ein deut­sches Nach­rich­ten­ma­ga­zin. Der frü­he „Spie­gel“ und sein NS-Per­so­nal. In: Lutz Hach­mei­ster, Frie­de­mann Sie­ring (Hrsg.): Die Her­ren Jour­na­li­sten. Die Eli­te der deut­schen Pres­se nach 1945, 2002

Text: Hubert Hecker
Bild: Der Spiegel/Konkret (Screen­shots)




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16 Kommentare

  1. Es ist ins­ge­samt ein Pro­blem, dass sehr vie­le Kräf­te und Per­so­nen nach dem Krieg ver­sucht haben, sich als „Opfer“ oder „Hel­den“ hin­zu­stel­len, die natür­lich gar nichts mit der NS-Zeit zu tun, geschwei­ge denn Hit­lers Poli­tik unter­stützt und mit umge­setzt hät­ten.

    Es waren alte Seil­schaf­ten, die da nach wie vor grif­fen. Natür­lich war Ade­nau­er invol­viert — auch sei­ne Bio­gra­fie weist in der Nazi­zeit merk­wür­di­ge Wider­sprü­che auf. Aber wir haben es auch an Grass gese­hen und vie­len ande­ren. Ich den­ke an die gan­zen Fäl­le aus der Ver­gan­gen­heit: Wald­heim, Fil­bin­ger etc. Und alle hin­gen in irgend­wel­chen poli­ti­schen Pro­jek­ten, die in der Bun­des­re­pu­blik vor­wärts­dräng­ten.
    Nicht anders ist es mit den katho­li­schen „Leucht­tür­men“. Der angeb­li­che „Wider­stand“ Bischof Gra­bers schmolz auf eine klei­ne Abwe­sen­heit bei einer Ver­an­stal­tung zusam­men, dabei wuchs sei­ne Hit­ler­be­ju­be­lung plötz­lich mit ent­deck­ten „Werkblätter“-Ausgaben von 1933 ins Uner­mess­li­che.

    War­um also soll nicht auch der „Spie­gel“ genau­so ver­lo­gen sein wie katho­li­sche Bischö­fe, Sozi­al­de­mo­kra­ten und bür­ger­li­che „Nazi­be­für­geg­ner“?

    Ich fin­de es aber — von Schuld­zu­wei­sun­gen, ja: berech­tig­ten Schuld­zu­wei­sun­gen bei allen Genann­ten (!) — so unheim­lich, dass damals offen­bar eine Situa­ti­on war, der fast nie­mand unschul­dig stand­hal­ten konn­te.

    Selbst Leu­te, die eigent­lich kei­ne Nazis waren wie Ade­nau­er, erga­ben sich doch an bestimm­ten Punk­ten, als ob einer sie fern­ge­steu­ert hät­te.

    Ist das nicht sehr beäng­sti­gend, und wie wür­den wir alle­samt reagie­ren, wenn es an uns kommt?

    • Wären Sie so freund­lich, Ihre Behaup­tun­gen bezüg­lich Ade­nau­er und Gra­ber zu prä­zi­sie­ren und mit Quel­len­an­ga­ben zu bele­gen. Haben Sie eines die­ser Werk­blät­ter je in Hän­den gehabt und die von Ihnen inkri­mi­nier­ten Gra­ber Arti­kel je gele­sen, per­sön­lich ana­ly­siert und in den histo­ri­schen Kon­text gestellt? Falls nicht, fra­ge ich Sie, war­um kol­po­ri­tie­ren Sie dann sol­che Gerüch­te und links-jüdi­sche Anti­fa­mär­chen, die Sie u. a. aus unse­riö­sen Quel­len wie die­sem Blätt­chen da oben auf­sau­gen und hier in der Pose des Anklä­gers aus­streu­en als ob es sich um gött­li­che Offen­ba­run­gen han­del­te.

      • Ach du lie­ber Him­mel!
        Was für ein gif­ti­ger Wort­schwall!
        Wel­che Quel­le auch immer man Ihnen vor­leg­te, sie wür­den das also ohne­hin nicht glau­ben wol­len, habe ich Sie da rich­tig ver­stan­den?

        Bei Inter­es­se: In den „Werk­blät­tern“ des Bun­des Neu­deutsch­land v.a. 1933. Eine gigan­ti­sche Hit­ler­be­ju­be­lung. Er hielt ihn für den Ret­ter des Hl. Römi­schen Rei­ches etc. und äußer­te sich extrem anti­se­mi­tisch.

        Es gibt Din­ge, die sind unab­hän­gig vom Zeit­kon­text ver­werf­lich, nicht wahr?
        War­um ver­tei­di­gen Sie sonst nicht die Auf­lö­sung des Ehe­sa­kra­men­tes?
        Andern­falls muss man auch das im „Zeit­kon­text“ ver­ste­hen…

        „Mes­sen mit zwei­er­lei Maß“ nennt man das, was Sie pro­pa­gie­ren.
        Im Klar­text: die Wahr­heit has­sen.

        Aber bit­te: Was nicht sein kann, das nicht sein darf.

        Ich fin­de ein­gie von Gra­bers Ide­en und gedan­ken sehr inter­es­sant und stim­me ihm auch zu, aber er hat nun mal die­sen zwei­fel­haf­ten Fleck, und er stand dazu nicht!

        Im übri­gen hat er von einem über­stei­ger­ten Wunsch nach poli­ti­scher Ver­wirk­li­chung des alten Hl. Römi­schen Rei­ches, gleich mit wel­chen Ver­be­chern, offen­bar nicht abge­las­sen.

        Er hat spä­ter die­se Idee unbe­dingt in der ent­ste­hen­den EU ver­wirk­licht sehen wol­len und dar­über auch Vor­trä­ge gehal­ten, die einem klei­nen Bänd­chen über „Euro­pa“ ver­öf­fent­licht sind.

        Glau­ben Sie, was Sie wol­len. Die Fak­ten aber lie­gen auf dem Tisch.

      • Nein, Sie haben mich offen­sicht­lich nicht ver­stan­den und Ihre im Grun­de sub­stanz­lo­se wie aggres­si­ve Ent­geg­nung auf die nun wirk­lich freund­lich for­mu­lier­te Anfra­ge bestä­tigt nur mei­ne Befürch­tung, dass Sie wie­der ein­mal die­ses Forum nut­zen, um mit kri­tik­los über­nom­me­nen „Lese­früch­ten“ aus SPIEGEL und WIKIPEDIA, den links­ideo­lo­gi­schen Ide­en­schmie­den par excel­lence, die Leser die­ser katho­li­schen Nach­rich­ten­sei­te auf bil­li­ge wie ver­ant­wor­tungs­lo­se Wei­se zu pro­vo­zie­ren. Den Werk­blät­tern des Bun­des Neu­deutsch­land, einem jener von Anfang an von den Nazis ver­folg­ten katho­li­schen Jugend­or­ga­ni­sa­tio­nen und ins­be­son­de­re dem dar­in ver­öf­fent­lich­ten Gedan­ken des von den Nazis unter Poli­zei­be­ob­ach­tung gestell­ten Gra­bers zum Sar­cum Impe­ri­um „gigan­ti­sche Hit­ler­be­ju­be­lung“ und „extre­men Anti­se­mi­tis­mus“ zu unter­stel­len ist gera­de­zu gro­tesk. Die­se Aus­sa­gen kön­nen nur getrof­fen wer­den, wenn man jenen Arti­kel Gra­bers nicht ein­mal ansatz­wei­se zur Kennt­nis genom­men hat.

      • …und ich ver­gaß zu Ade­nau­er, der eben­falls sich eine Mon­ar­chie mit Hit­ler als Reichs-Prä­si­dent vor­stel­len konn­te: http://www.konrad-adenauer.de/dokumente/briefe/brief-dora-pferdmenges — und das im Juni 1933 und auch zuvor schon für Koali­tio­nen sei­ner Par­tei mit der NSDAP plä­diert hat­te. Schau­en Sie sich nur die gesam­te Web­site dort mal genau an…

        Und von die­sen Merk­wür­dig­kei­ten gibt es bei ihm noch viel mehr. Ins­ge­samt ein Hin­weis, dass er Hit­ler total unter­schätzt hat.

        Auch hier: Glau­ben Sie was Sie wol­len.

        Im übri­gen been­de­te ich mein Aus­gangs­po­sting mit einem letz­ten Satz.
        Der bleibt nach wie vor mei­ne Schluss­fol­ge­rung.

      • @ hicest­ho­die

        Sie tun mir wirk­lich leid — „freund­lich“ nen­nen Sie Ihre per­sön­li­chen Aus­fäl­lig­kei­ten gegen mich?

        Abge­se­hen davon, das natür­lich nicht alles, was in den von Ihnen gehass­ten Medi­en an Infor­ma­tio­nen steckt, auf­grund Ihres Has­ses bereits sach­lich falsch sein muss (!), sind mei­ne Dar­le­gun­gen nicht sub­stanz­los, son­dern ent­hal­ten sogar eine sub­stan­zi­el­le Brinsanz, die auch der Grund für Ihren Aus­bruch sein dürf­te.

        Ja, mei­ne hand­fe­sten Hin­wei­se ent­hal­ten eine Bri­sanz, deren sach­li­cher Gehalt Ihr Pro­blem sein dürf­te.

        Ich ver­ste­he, dass damit „hei­le, katho­li­sche Wel­ten“ zu Staub zer­fal­len. Ich muss das ja selbst erlei­den!

        Den­noch kom­men wir um die Wahr­heit nicht her­um.

        Ver­ges­sen Sie nicht, dass es die Wahr­heit ist, die uns frei macht.
        Zim­mern Sie sich dage­gen selbst in ein from­mes Gespinst ein, das sich im hel­len Licht der Wahr­heit nicht hal­ten lässt, haben Sie am Ende den Scha­den.

        Ich bin hier höcht­sens der Bote.
        Und wie schon immer erschlug man lie­ber den Boten der Nach­richt, als dass man bereit gewe­sen wäre, sich mit der Nach­richt aus­ein­an­der­zu­set­zen.

      • Wis­sen Sie, Frau Zeit­schnur, ich will Ihnen, als Nach­ge­bo­re­ne, noch zugu­te hal­ten, dass Sie Geschich­te, hier näher­hin die Zeit des III. Reichs, von sei­nem Ende her betrach­ten und beur­tei­len, so wie die aller­mei­sten, die sich heu­te Histo­ri­ker oder histo­risch Inter­es­sier­te nen­nen und sich eine Mei­nung erlau­ben, ohne ernst­haf­tes Bemü­hen, sich in die Zeit­läuf­te hin­ein­zu­den­ken. Was ich Ihnen jedoch nicht nach­se­he, ist Ihre unver­schäm­te, lüg­ne­ri­sche Arro­ganz, mit der Sie aus nich­tig­sten Grün­den über Men­schen den Stab bre­chen („uner­mess­li­che Hit­ler­be­jub­lung“, „ver­lo­ge­ne katho­li­sche Bischö­fe“), nur weil es in Ihr selbst­ge­strick­tes ideo­lo­gi­sches Welt­bild passt. Dar­in sind Sie den Schmier­fin­ken die­ses Revol­ver­blat­tes, des­sen Ela­bo­ra­te für die unbe­darf­ten Jün­ger einer ver­meint­lich auf­ge­klär­ten Moder­ne als Evan­ge­li­ums­er­satz die­nen, an deren an Lügen und Ruf­mord gren­zen­den Ver­zer­run­gen sie unum­stöß­lich und nur all­zu­ger­ne glau­ben, weil sie in schö­ner Regel­mä­ßig­keit Sün­den­böcke lie­fern, gegen die man die unbe­wäl­tig­ten Aggres­sio­nen über die eige­nen Unzu­läng­lich­kei­ten unge­niert aus­le­ben und sich beim gna­den­lo­sen Stei­ne­wer­fen und Zur-Stadt-Hin­aus­trei­ben noch als Gut­mensch füh­len kann. Sie kon­stru­ie­ren aus einer lau­ni­gen Bemer­kung in einem Pri­vat­brief Ade­nau­ers vom Sep­tem­ber 33 sei­ne Nazi­kom­pli­zen­schaft. Das nen­ne ich bös­wil­li­ge Ver­leum­dung. Fakt ist, dass mit dem Sturz der Mon­ar­chie in Deutsch­land ein Macht­va­ku­um ent­stand, dass die Wei­ma­rer Repu­blik nicht fül­len konn­te. Hät­te es den Unrechts­frie­den von Ver­sailles nicht gege­ben und wäre Deutsch­land nach 1918 Mon­ar­chie geblie­ben, es hät­te nie­mals einen Adolf Hit­ler, zumin­dest nicht in die­ser Macht­fül­le geben kön­nen. Die­se Ein­sicht setzt sich unter ideo­lo­gie­frei­en Histo­ri­kern lang­sam durch. In die­sem Zusam­men­hang muss man Ade­nau­ers Aus­sa­ge sehen, die er übri­gens traf, lan­ge bevor es über­haupt abzu­se­hen war, was für dämo­ni­sches Poten­ti­al in die­sem Des­po­ten steck­te und man ihn also zwangs­läu­fig unter­schät­zen muss­te, weil sei­ne Teu­fe­lei­en eben bis dato unvor­stell­bar und noch immer als ein­zig­ar­tig in der Geschich­te Euro­pas gel­ten. Was wer­fen Sie also nach Ade­nau­er oder Gra­ber mit Stei­nen? Was ist deren Ver­bre­chen? Dass sie nach der Kata­stro­phe des Ersten Welt­krie­ges nach Ori­en­tie­rung und neu­en Lösungs­an­sät­zen für den Auf­bau einer trag­fä­hi­gen Gesell­schafts­ord­nung such­ten? Dass Sie nicht vor­aus­sa­hen, was Sie dank der Gna­de der spä­ten Geburt heu­te zu wis­sen mei­nen? Ade­nau­er und Gra­ber haben wäh­rend der Nazi­dik­ta­tur ein­deu­tig in Oppo­si­ti­on zu Hit­ler und sei­nem Ras­se­wahn gestan­den. Das sind die Fak­ten, ver­ehr­te Zeit­schnur. Dar­an ändern auch die links­po­li­tisch moti­vier­ten Miss­in­ter­pre­ta­tio­nen ihrer hin­ter­las­se­ner Schrif­ten nichts, schon gar nicht jene aus den Redak­ti­ons­stu­ben gewen­de­ter SS- und NSDAP-Mit­glie­der, die mit der Besu­de­lung von katho­li­schen Nazi­geg­nern nur von ihrer eige­nen schwe­ren Ver­strickung in das NS-Unrecht ablen­ken wol­len.

      • Fort­set­zung: Deren Säu­len­hei­li­ge Grass und Jens sind da übri­gens die Per­fi­de­sten, weil Heuch­le­risch­sten von allen.

      • Also wis­sen Sie, @ hicest­ho­die, Ihre unver­schäm­ten Aus­fäl­le gegen mei­ne per­son gehen mir gegen den Strich — sol­che leu­te ent­schul­di­gen ger­ne im anch­hin­ein alles mög­li­che. Sie haben sich nicht im Griff.

        Ab Ihrem 4. Satz habe ich dem­nach auch nicht wei­ter­ge­le­sen.

        Ent­we­der Sie gewöh­nen sich einen respekt­vol­len Debat­ten­stil mir gegen­über an, oder ich lese Ihren Kram nicht. Ganz ein­fach.

        Die Sün­den-Ver­tei­di­ger (sofern die Sün­den nur rechts außen genug liegen,hat man jedes Ver­ständ­nis, das man dann auf der lin­ken Sei­te wie­der abknappst…) spre­chen sich durch ihren unsach­li­chen und stets in der Sache argu­ment­frei­en Stil selbst das Urteil.

      • Scha­de, dass Sie nur­mehr lesen, was und wie’s Ihnen gefällt, Fr. Zeit­schnur!

        Mit ein wenig mehr Sou­ve­rä­ni­tät wür­den Sie sich an die im sach­li­chen Teil durch­aus inter­es­san­ten und bedenk­wür­di­gen Aspek­te hal­ten, statt sich etwas pri­ma­don­nen­haft abzu­wen­den.

        Jeden­falls scheint ange­sichts der Lebens­lei­stung der betref­fen­den Per­so­nen auch mir Ihre Beur­tei­lung völ­lig unver­hält­nis­mä­ßig. Denn wie haben sie — Ade­nau­er und Mgr. Gra­ber — geen­det? Haben Sie dar­an auch etwas aus­zu­set­zen?

        Wenn man, wie ich sel­ber und ja auch Sie, der Kir­che und dem Glau­ben mal eine gan­ze Pha­se den Rücken zuge­kehrt hat­te, soll­te spä­ter die Kali­bi­rie­rung beim Feu­ern erst recht über­prüft wer­den. Pau­lus sagt nicht, „Und wer steht, der gebe acht…“, son­dern „Und wer GLAUBT, er ste­he, der…“

      • @zeitschnur: Tja, was soll man die­sen Ihren State­ments noch ent­ge­ge­nen!? Ich glau­be, Sie spre­chen für sich.

    • Ach Du lie­ber Him­mel, nun kommt auch noch @ Car­lo und moniert, dass ich per­sön­li­che Belei­di­gun­gen und hetz­ti­ra­den nicht lese,

      Aber Sie haben ja offen­bar mein Posting, das in hicest­ho­die die­sen irra­tio­na­len Shitstorm aus­ge­löst hat, erst gar nicht gele­sen…

      Viel­leicht stei­gen Sie von ihrem Ross her­un­ter und holen das erst mal nach.

      Dann erüb­rigt sich auch Ihre mora­lin­saue­re Ermah­nung.

      Ins­be­son­de­re mei­ne drei letz­ten Satz oben ist eine Rela­ti­vie­rung gewe­sen. Der immer gleich aus­ra­sten­de hicest­ho­die hat den nicht gele­sen (oder nicht ver­stan­den wie so oft)… Sind Sie inzwi­schen auch so begriffs­stut­zig und unsach­lich?

  2. Der Spie­gel war von Anfang an ein lin­kes Agi­ta­ti­ons-Blatt. Der Haupt­geg­ner und oft ange­fein­det,
    war die katho­li­sche Kir­che. Glei­cher­ma­ßen war und ist es das Maga­zin der soge­nann­ten Gebil-
    deten und ver­brei­tet damit ein gewis­ses Image. Des­halb kann man bei jeder Gele­gen­heit Zeit-
    genos­sen sehen, die den Spie­gel unter dem Arm tra­gen. Auch vie­len katho­li­schen Geist­li­chen,
    war es nicht zu scha­de, sich mit die­sem ein­sei­ti­gen Blatt zu zei­gen. Es gibt doch heu­te kein Me-
    dium, dass nicht auch Lügen ver­brei­tet, so dass es für den Spie­gel legi­tim erscheint, hier mit­zu-
    hal­ten. Sogar christ­li­che Blät­ter, wenn sie auch nicht bewusst Unwahr­hei­ten ver­brei­ten, die­nen
    mit ihrer ein­sei­ti­gen Sicht, nicht der Wahr­heit, sie­he Syn­ode.

    • Viel­leicht ist es aber auch schon von Anfang an eine Illu­si­on, man kön­ne wirk­lich 100% frei­en Jour­na­lis­mus betrei­ben.

      Jede Wirk­lich­keits­wahr­neh­mung ist und bleibt nun mal per­spek­ti­visch. Man kann dies nur ver­su­chen, mög­lichst ein­zu­däm­men, aber los­wer­den kann man es nie.

      Wenn sich dann Zeit­schrif­ten noch ein beson­de­res, poli­ti­sches oder reli­giö­ses Pro­fil geben, dann sind sie damit IMMER ten­den­zi­ös. Das ist „nor­mal“.

      Man muss sie eben als ten­den­zi­ös rezi­pie­ren.
      Aber vie­le schwö­ren wie­der­um auf ihre „Blät­ter“ als sei­ne die Wahr­heits­ga­ran­ten.
      Egal ob auf lin­ker oder rech­ter Sei­te.

      Hier soll­ten wir alle und gegen­über allem etwas Distanz ein­neh­men. Das wäre eine gro­ße Hil­fe, um rei­fer zu wer­den.

  3. Spieg­lein, Spieg­lein in der Hand, wer ver­tuscht am besten im gan­zen Land?
    Frau (Spiegel-)Königin ihr seid die größ­te hier, aber die Kir­che, über den sie­ben Ber­gen, bei den neun Zwer­gen ist dar­in noch tau­send Mal bes­ser als ihr!

  4. Ja,es ist tat­säch­lich Illu­si­on zu glauben,es gäbe eine „freie“ Pres­se oder eine unab­hän­gi­ge Bericht­erstat­tung.
    Sie ist doch ein Instru­ment der Mani­pu­la­ti­on der Massen und mit Sicher­heit auch IMMER anti­christ­lich.
    Was glaubt man,was nach der Wen­de geschah und wer genau wo wie­der sass !?
    Ist ja auch klar,denn wer in dem einen System kon­form ging,geht auch im näch­sten konform,das wis­sen die Mäch­ti­gen ganz genau und dar­um müs­sen wir uns gar nicht wun­dern.
    Und ja wir sind schon wie­der mit­ten­drin im näch­sten System,es gibt ja schon genug Denk und Sprechverbote,wer was wer­den will, muss wie­der Kon­for­mi­tät bekun­den a la Herrn Schwei­ger usw.usw. also nichts Neu­es unter der Son­ne !

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