New Yorker Pfarrei blüht durch überlieferten Ritus wieder auf — Ein Vorbild für Europa?

Pfarrkirche zu den Unschuldigen Kindern in Manhattan
Pfarr­kir­che zu den Unschul­di­gen Kin­dern in Manhattan

(New York) Die Pfar­rei Holy Inno­cents, die an den Kin­der­mord in Beth­le­hem erin­nert, liegt im New Yor­ker Stadt­teil Man­hat­tan. In einer Gegend, die fast zur Gän­ze von der Geschäfts- und der Unter­hal­tungs­welt geprägt wird, fan­den sich auch zu Sonn­tags­mes­sen nur mehr weni­ge Gläu­bi­ge ein. Im Zuge der Neu­or­ga­ni­sa­ti­on der Pfar­rei­en soll­te sie ganz auf­ge­las­sen wer­den. Dann öff­ne­te sich die Pfar­rei der über­lie­fer­ten Form des Römi­schen Ritus und die Zahl der Meß­be­su­cher ver­drei­fach­te sich. Als New Yorks Erz­bi­schof Timo­thy Dolan davon erfuhr, waren die Schlie­ßungs­plä­ne vom Tisch und die Pfar­rei erhielt einen neu­en Pfar­rer zuge­wie­sen, nach­dem die Pfarr­stel­le seit 2013 vakant war.

Paix Lit­ur­gi­que berich­te­te über einen Prie­ster in utro­que uso am Broad­way. In der Pfar­rei wird, als ein­zi­ger in ganz Man­hat­tan, die Hei­li­ge Mes­se jeden Tag in bei­den For­men des Römi­schen Ritus zele­briert. Holy Inno­cents liegt an 37. West, nur zwei Schrit­te vom Broad­way ent­fernt. Pfar­rer ist seit Dezem­ber 2014 Leo­nard Villa.

Ein indischer Priester brachte den überlieferten Ritus zurück

Gegrün­det wur­de die Pfar­rei 1868 im Süden Man­hat­tans, damals ein Rot­licht­vier­tel, in dem sich dann Tex­til- und Mode­un­ter­neh­men nie­der­lie­ßen. Holy Inno­cents galt lan­ge Zeit, wegen der Nähe zum Broad­way, als Pfar­rei der Schau­spie­ler. Inmit­ten der Geschäfts- und Unter­hal­tungs­welt Man­hat­tans schien sie zuletzt unter­zu­ge­hen. Laut einem Umstruk­tu­rie­rungs­plan der Erz­diö­ze­se, soll­te sie auf­ge­las­sen werden.

Die 1870 erbau­te, neu­go­ti­sche Kir­che birgt die „Kreu­zi­gung“ von Costan­ti­no Brumidi, einem römi­schen Künst­ler, der in Über­see zu Berühmt­heit gelang­te. Von ihm stam­men die Fres­ken in der Rotun­de des New Yor­ker Kapi­tols. Sei­ne künst­le­ri­sche Kar­rie­re hat­te er im Kir­chen­staat begon­nen. Unter ande­rem durch die Aus­schmückung der Kup­pel der Kir­che Madon­na dell’Archetto, der klein­sten Kir­che Roms, die erst jüngst reno­viert wurde.

Auch die „Kreu­zi­gung“ in der Kir­che der Unschul­di­gen Kin­der erfuhr unter Pfar­rer Kal­luma­dy eine Reno­vie­rung. Kal­luma­dy war von 2007–2013 Pfar­rer an der Kir­che. Es war die­ser indi­sche Prie­ster, 1973 in Indi­en zum Prie­ster geweiht, der unter Papst Bene­dikt XVI. den über­lie­fer­ten Ritus ken­nen­lern­te und in der dar­ben­den Pfar­rei ein­führ­te, in die er 2007, dem Jahr des Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum, beru­fen wor­den war.

Die Wende

Zelebration im überlieferten Ritus in Manhattan
Zele­bra­ti­on im über­lie­fer­ten Ritus in Manhattan

Durch die Ein­füh­rung der außer­or­dent­li­chen Form des Römi­schen Ritus fand sich eine neue Gemein­schaft von Gläu­bi­gen in der Kir­che zusam­men: „Eine sehr akti­ve Gemein­schaft, obwohl man­che aus ande­ren Stadt­tei­len kom­men, sogar aus Long Island“, wie der Pfar­rer der Diö­ze­san­zei­tung berichtete.

Nach Pfar­rer Kal­luma­dy wur­de die Pfar­rei vom bekann­ten New Yor­ker Pre­di­ger und Evan­ge­li­sie­rer Rut­ler ver­wal­tet, der eben­falls mit dem über­lie­fer­ten Ritus gut ver­traut ist und fort­führ­te, was sein Vor­gän­ger begon­nen hat­te. Als alle Schlie­ßungs­plä­ne vom Tisch waren, ernann­te Erz­bi­schof Dolan 2014 mit Leo­nard Vil­la einen neu­en und tat­kräf­ti­gen Pfarrer.

Vil­la war 22 Jah­re Pfar­rer in einem ande­ren New Yor­ker Stadt­teil, wo er selbst 2007 die außer­or­dent­li­che Form des Römi­schen Ritus in sei­ner Pfar­rei ein­ge­führt hat­te und das genau am 14. Sep­tem­ber, dem Tag, an dem das Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum offi­zi­ell in Kraft trat. Pfar­rer Vil­la gilt als see­len­eif­ri­ger Prie­ster, ein Wort, das heu­te nicht mehr so geläu­fig ist und einen Prie­ster meint, der sich ernst­haft um das See­len­heil der ihm anver­trau­ten Men­schen sorgt. Auf die ihm gestell­te Fra­ge, wel­che Schwer­punk­te er set­ze, ant­wor­te­te er: Eucha­ri­sti­sche Anbe­tung, Wei­he an das Hei­lig­ste Herz Jesu, Wei­he an das Unbe­fleck­te Herz Mari­ens und das Beichtsa­kra­ment. „Bevor man Chri­stus durch Sein Wort bezeu­gen kann, muß man damit begin­nen, in Sei­ner Gegen­wart und mit der aller­se­lig­sten Jung­frau und Got­tes­mut­ter Maria und dem hei­li­gen Joseph zu leben“.

In der Pfar­rei zu den Unschul­di­gen Kin­dern wird täg­lich die Hei­li­ge Mes­se neben der ordent­li­chen Form auch in der außer­or­dent­li­chen Form des Römi­schen Ritus zele­briert. An Werk­ta­gen in der Mit­tags­zeit („Da haben die Men­schen in Man­hat­tan am besten Zeit“) und am Sonn­tag um 10.30 Uhr („also ganz zen­tral“). Jeden Tag wird in der Kir­che der Rosen­kranz gebe­tet und jeden Tag fin­det Eucha­ri­sti­sche Anbe­tung statt und am Sonn­tag nach­mit­tag wird die Ves­per in der über­lie­fer­ten Form gefeiert.

Paix Lit­ur­gi­que führ­te mit Pfar­rer Leo­nard Vil­la ein Gespräch:

Priester in utroque uso

"Die Kreuzigung" von Brumidi über dem Hochaltar
„Die Kreu­zi­gung“ von Brumidi über dem Hochaltar

Paix Lit­ur­gi­que: Wann haben Sie die außer­or­dent­li­che Form des Römi­schen Ritus kennengelernt?

Leo­nard Vil­la: Ich bin mit der über­lie­fer­ten Lit­ur­gie vor dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil auf­ge­wach­sen und kann­te sie sehr gut, durch die eif­ri­gen deut­schen Redemp­to­ri­sten, die mei­ne Pfar­rei Most Holy Redeemer in New York betreuten.

Paix Lit­ur­gi­que: Fiel es Ihnen schwer, die Zele­bra­ti­on des über­lie­fer­ten Ritus zu lernen?

Leo­nard Vil­la: Da ich seit mei­nem 13. Lebens­jahr Mini­strant war, hat­te ich kei­ne Pro­ble­me mit der außer­or­dent­li­chen Form. Als ich sie zu zele­brie­ren begann, kam mir alles sofort wie­der in Erinnerung.

Paix Lit­ur­gi­que: Sie sind das, was man einen Prie­ster in utro­que uso nennt, der sowohl die eine wie die ande­re Form des Römi­schen Ritus zele­briert. Hat die Zele­bra­ti­on in der außer­or­dent­li­chen Form auf Ihre Zele­bra­ti­on in der ordent­li­chen Form Ein­fluß genommen?

Leo­nard Vil­la: Ich habe mich immer in der außer­or­dent­li­chen Form zu Hau­se gefühlt und ange­sichts der Män­gel in den Rubri­ken des Novus Ordo, muß ich sagen, daß sie schon lan­ge vor dem Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum mei­ne Zele­bra­ti­on in der ordent­li­chen Form beein­flußt hat. Um genau zu sein, hat­te ich irgend­wie die Nei­gung, mich bereits seit mei­ner Prie­ster­wei­he an der außer­or­dent­li­chen Form zu orientieren.

Paix Lit­ur­gi­que: Wie war die Reak­ti­on der Gläu­bi­gen in Ihrer Pfar­rei, als Sie in Yon­kers die außer­or­dent­li­che Form einführten?

Leo­nard Vil­la: Sehr gut. Die Zahl der Gläu­bi­gen war schnell gleich groß wie jene, die die ordent­li­che Form besuch­te. Zwei­mal im Jahr zele­brier­te ich sie auch für die Schü­ler. Alle Mini­stran­ten wur­den in bei­den For­men aus­ge­bil­det. Der Pfarr­chor sang für bei­de For­men des Ritus, eben­so­gut Gre­go­ria­ni­schen Cho­ral wie poly­pho­ne Sakralmusik.

Paix Lit­ur­gi­que: Was auf­fällt und beein­druckt beim Besuch der Hei­li­gen Mes­se in Holy Inno­cents, ist die Viel­falt der Gläu­bi­gen: alle Eth­ni­en, alle Alters­grup­pen, alle sozia­len Schich­ten. Neh­men wirk­lich alle Gläu­bi­gen die außer­or­dent­li­che Form mit der­sel­ben Begei­ste­rung auf?

Leo­nard Vil­la: Was wirk­lich und jeden beein­druckt, der in Holy Inno­cents der außer­or­dent­li­chen Form der Hei­li­gen Mes­se bei­wohnt, hat einen Namen: Ehr­er­bie­tung. Ich wür­de sagen, daß es für alle gilt, wel­cher Form des Ritus sie auch ver­bun­den sein mögen.

Paix Lit­ur­gi­que: Die neue Evan­ge­li­sie­rung, die oft eine Re-Evan­ge­li­sie­rung ist, stellt heu­te eine der größ­ten Her­aus­for­de­run­gen für die Kir­che dar: Da die Pfar­rei nur weni­ge Schritt vom Broad­way und sei­ner Unter­hal­tungs­welt ent­fernt liegt und mit­ten im Her­zen der Geschäfts­welt von Man­hat­tan, müs­sen die Ärmel hoch­ge­krem­pelt werden?

Leo­nard Vil­la: Die Neue­van­ge­li­sie­rung ist nichts ande­res als Evan­ge­li­sie­rung: die Ver­kün­di­gung des katho­li­schen Glau­bens. Hier haben wir die Gele­gen­heit, durch die Lit­ur­gie, durch den Beicht­stuhl, durch Wer­ke der Fröm­mig­keit, den Pfarr­brief und ein gutes Schrif­ten­apo­sto­lat zu evan­ge­li­sie­ren. Wir bau­en gera­de die Legio Mari­ens in der Pfar­rei auf und ich zäh­le gera­de auf sie, um ein mobi­les katho­li­sches Infor­ma­ti­ons­zen­trum auf­bau­en zu kön­nen, eine klei­ne Wan­der­bi­blio­thek, eben­so eine Patri­zi­er­run­de, durch die die Gläu­bi­gen Ver­traut­heit mit ihrem Glau­ben gewin­nen und ihn vertiefen.

Pfarrkirche zu den Unschuldige Kinder
Pfarr­kir­che zu den Unschul­di­ge Kin­der (New York)

Paix Lit­ur­gi­que: Papst Fran­zis­kus for­dert regel­mä­ßig die Katho­li­ken auf, „hin­aus­zu­ge­hen“: Gehen Sie wört­lich hin­aus mit Akti­vi­tä­ten auf die Stra­ßen von Manhattan?

Leo­nard Vil­la: Ich bin immer als Prie­ster geklei­det auch und gera­de, wenn ich auf die Stra­ße tre­te. Das löst Reak­tio­nen aus. Ich habe bereits Beich­ten abge­nom­men, gera­de dort wo ich war. Weil Men­schen mich als Prie­ster erkann­ten und sie der Wunsch über­kam, zu beich­ten. Wir betreu­en, zusam­men mit Nach­bar­pfar­rei­en, eine Initia­ti­ve für Men­schen, die auf der Stra­ße leben. Die Kir­che und die Pfarr­sä­le, aber auch ein klei­ner Laden mit reli­giö­sen Gegen­stän­den und Schrift­tum zieht täg­lich Men­schen an. Und wir hal­ten auch öffent­li­che Pro­zes­sio­nen ab durch die Stra­ßen von Manhattan.

Paix Lit­ur­gi­que: In Euro­pa hat die Säku­la­ri­sa­ti­on über die christ­li­che Gesell­schaft gesiegt. Den­noch: Gibt es von Man­hat­tan aus gese­hen, etwas, wofür Sie die euro­päi­sche Katho­li­zi­tät beneiden?

Leo­nard Vil­la: Die Wur­zeln unse­res Glau­bens lie­gen in Euro­pa, von wo ihn unse­re Vor­fah­ren mit­ge­bracht haben. Ihr habt so vie­le hei­li­ge Orte. Wenn ich nur an Ita­li­en den­ke: Lore­to, Assi­si, Mon­te Cas­si­no, Lanciano …

Paix Lit­ur­gi­que: Ein Schlußwort?

Leo­nard Vil­la: Ich bin über­zeugt, daß die außer­or­dent­li­che Form noch kei­nes­wegs auf­ge­hört hat, der Kir­che ihre Früch­te zu schen­ken und es freut mich, daß sie sich aus­brei­tet. Ich bete dafür, daß sie die ordent­li­che Form beein­flußt und dazu bei­trägt, die­se von den zahl­rei­chen Miß­bräu­chen zu befrei­en, die sie heimsuchen.

Was die New Yorker Pfarrei Europa sagen kann

Paix Lit­ur­gi­que füg­te dem Bei­trag und dem Inter­view drei Anmer­kun­gen an:

1.) Wer Ohren hat, der höre: Eine von Schlie­ßung bedroh­te Kir­che führt die über­lie­fer­te Form des Römi­schen Ritus ein und erlebt eine neue Blü­te. Und das nicht irgend­wo, son­dern mit­ten in Man­hat­tan, dem Zen­trum der „pul­sie­ren­den Moder­ne“. Es gibt eine Alter­na­ti­ve zur Schlie­ßung von Kir­chen: sie dem Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum öff­nen anstatt sie zu ver­kau­fen und in Dis­ko­the­ken, Nacht­klubs, Restau­rants, Geschäf­te oder Luxus­woh­nun­gen umwan­deln zu lassen.

2.) Ame­ri­ka­ni­scher Prag­ma­tis­mus: Als Erz­bi­schof Dolan vom Umschwung in der Pfar­rei durch den über­lie­fer­ten Ritus hör­te, behin­der­te oder igno­rier­te er die­sen nicht, son­dern unter­stütz­te ihn sofort, indem die Pfar­rei aus den Schlie­ßungs- und Reor­ga­ni­sa­ti­ons­plä­nen aus­ge­nom­men wur­de und ernann­te, was nicht mehr vor­ge­se­hen war, wie­der einen eige­nen Pfar­rer. Nicht irgend­ei­nen, son­dern einen Prie­ster mit der nöti­gen lit­ur­gi­schen Sen­si­bi­li­tät, das begon­ne­ne Werk tat­kräf­tig fortzusetzen.

3.) Uni­ver­sa­li­tät: Es war ein indi­scher Prie­ster, der mit­ten in New York wie­der den über­lie­fer­ten Ritus ein­führ­te. Unter den Meß­be­su­chern fin­den sich ame­ri­ka­ni­sche Mana­ger Man­hat­tans neben phil­ip­pi­ni­schem Dienst­per­so­nal neben schwar­zen Fami­li­en aus der Bronx. Das alles unter­streicht die Uni­ver­sa­li­tät des über­lie­fer­ten Ritus, der die­se Men­schen vereint.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Wikicommons/Parish Holy Innocents

6 Kommentare

  1. .….fan­den sich zur Sonn­tags­mes­se nur mehr weni­ge Gläu­bi­ge ein.….
    Genau das ist das Bild was sich momen­tan in fast allen kath. Kir­chen auch bei uns abzeichnet!
    Habe gestern zu Aller­see­len die Hl. Mes­se in der Nach­bar­pfar­rei besucht, wo ein tief­schwar­zer Prie­ster aus Nige­ria die Urlaubs­ver­tre­tung des eben­falls afri­ka­ni­schen Prie­ster­freun­des versah.
    Ein Trau­er­spiel im dop­pel­ten Sin­ne des Wor­tes: In der sehr geräu­mi­gen Kir­che der 3–4000-Seelen-Gemeinde, saßen ca. 40 „älte­re Herr­schaf­ten“ (Durch­schnitts­al­ter ca. 70 Jah­re!) ver­teilt auf den hin­ter­sten Plät­zen des Got­tes­hau­ses. 2/3 des vor­de­ren Rau­mes blieb völ­lig unbesetzt.
    Der des Deut­schen rela­tiv mäch­ti­ge Prie­ster, bedank­te sich am Schluss der Hl. Mes­se in san­gui­ni­scher Manier, über die „ach so leben­di­ge, akti­ve Gemein­de“, die „wirk­lich so gläu­big und freund­lich“ ist! — Letz­te­res mag viel­leicht zutreffen!
    Was tut man nicht alles, um die Spen­den­freu­dig­keit der „gut­gläu­bi­gen“ Gemein­de anzukurbeln!
    Eines muss man uns Deut­schen wirk­lich las­sen — wenn auch die Kir­chen­bän­ke leer blei­ben — im Spen­den sind wir Welt­mei­ster! Das macht uns so schnell kei­ner nach!

  2. Klingt gut, aber in der quan­ti­ta­ti­ven Dar­stel­lung steckt für mich irgend­wie der Wurm drin.

    Zum einen wird man (nicht ganz zu unrecht) argu­men­tie­ren kön­nen, daß sich der Meß­be­such nur ver­la­gert hat.

    Zum ande­ren hat­te der Bischof ohne­hin nichts mehr zu ver­lie­ren. Statt tap­fer den ange­mes­sen­sten Ritus zu för­dern, läßt er für die Hun­de mal was unter den Tisch fal­len – und die juch­zen dazu freu­dig und wedeln mit dem Schwanz.

    Der Wahr­heit woll­te er nicht die­nen, es wur­de ledig­lich einer loka­len Mehr­heit Genü­ge getan, anspruchs­los prag­ma­tisch. Auch die Lit­ur­gie­re­form recht­fer­tig­te ihre Ände­run­gen an der Form des Betens damit, die damals noch vol­len Kir­chen wür­den in Zukunft noch mehr Men­schen anzie­hen â€¦

  3. Ich kann mich @Jean nur anschliessen.
    Natu­er­lich ist das wirk­lich gross­ar­tig, weil nur die ueber­lie­fer­te Mes­se die EINZIG wirk­li­che Form des Aus­drucks unver­ku­er­zten Glau­bens ist.
    Aber lei­der ist der Vat.2 Schrecken in USA genau­so prae­sent wie hierzulande.
    Und als gro­sses Hin­der­nis erweist sich auch die Bin­dung der tra­di­tio­nel­len Ver­ei­ni­gun­gen an die jewei­li­gen Bischoefe.
    Das ist natu­er­lich eines­teils rich­tig, aber bei Hae­re­ti­kern wie Kas­per, Leh­mann und wie sie alle hei­ssen, der Weg in eine Einbahnstrasse.
    Die FSSPX hat es vor­ge­macht, auch wenn es ein Lei­dens­weg war und noch ist, man benoe­tigt Struk­tu­ren, die von der Pike auf wie­der Katho­li­sches unver­ku­er­zt lehren.
    Im Kate­chis­mus­un­ter­richt, bei der Erzie­hungs­be­glei­tung in der Lit­ur­gie und bei den Priesterseminaren.
    Bischof Leb­fe­v­re wuss­te nur zu gut, das ein sol­ches Ansin­nen mit den Kon­zilskle­ri­kern zum Schei­tern ver­ur­teilt war, also ging er den schwe­ren Weg mit der Hil­fe des hl. Gei­stes allein.
    Wae­re es das gewe­sen, was uns die Kon­zils­se­li­gen immer gepre­digt haben, naem­lich Schis­ma, so wae­re nach 10 — 20 Jah­ren alles ver­ges­sen gewesen.
    Aber FSSPX ist auf der rich­ti­gen Spur ( wenn auch im Ein­zel­fal­le manch­mal ueber­trie­ben) und kann bei dem kom­men­den Zusam­men­bruch der „syn­oda­len Spass­ver­ei­ni­gung“ aus eige­ner Kraft der Kir­che Jesu Chri­sti das Gesicht geben wel­ches durch die Jahr­tau­sen­de immer­wa­eh­rend bis zum jueng­sten Gericht gleich ist.
    Trotz­dem gilt, jede ueber­lie­fer­te hl. Mes­se ist ein gro­sser Gewinn, fuer den man dank­bar sein sollte.

  4. Die Hl.Messe aller Zei­ten, ist wahr­schein­lich der ein­zi­ge Weg die Spi­ri­tua­li­tät in die Weltkirche
    zurück zu brin­gen. Die Pro­gres­si­sten die jetzt einen Namen haben, näm­lich “ Kas­pe­ria­ner “ sind
    nur fähig, den Rest der Gläu­bi­gen aus der Kir­che zu ver­trei­ben. Die­se Sakra­men­ten-Zer­stö­rer se-
    hen die Hl. Mes­se als Mahl, ähn­lich der Pro­te­stan­ten. Des­halb ist es für die­se kein Pro­blem Wie-
    der­ver­hei­ra­te­te zur Hl Kom­mu­ni­on zuzu­las­sen. Ähn­lich ver­hält sich die Ein­stel­lung gegen­über den
    Homo-Paa­ren. Die Real­prä­senz Jesu im Aller­hei­lig­sten Altarsa­kra­ment wird nicht mehr als wahr
    ange­nom­men und so kommt eines zum ande­ren, also zum Unglau­ben pur.

  5. Die Kas­pe­ria­ner wan­deln die dt.kath. Kir­che in die dt.evang. Kir­che 2 um (Pfar­re­rin­nen, Haupt­got­tes­dien­ste anstel­le von hl. Mes­sen, Abend­mahl für Alle, Wiederverheiratung,örtlichen „Syn­oden“ usw.). Das wird auch klap­pen — solan­ge der Appa­rat durch die Kir­chen­steu­er ali­men­tiert wird, HÖCHSTENS noch 30 Jah­re — dann ist Schluss! Für die jet­zi­gen Fest­an­ge­stell­ten reicht dies ja. Das Modell in NJ hat Zukunft, garantiert!

  6. Die­ser Arti­kel ist her­vor­ra­gend: in ruhi­ger Spra­che beschreibt er das gewal­ti­ge pasto­ra­le Deba­kel des novus Ordo mit Schlie­ßun­gen von Paro­chi­en und Kir­chen am lau­fen­dem Band;
    und das Auf­blü­hen durch die über­lie­fer­te Form des Römi­schen Ritus.

    An @Jean:
    Ihre Kri­tik betr. quan­ti­ta­ti­ver Dar­stel­lung ver­ste­he ich nicht.
    Die­se Gemein­de war durch die moder­ne Refor­men (modern: naja, alles schon 50 Jah­re alt) abge­wrackt; und sie wur­de wie­der flo­rie­rend durch die Triden­ti­ni­sche Liturgie.
    In der Medi­zin ist die Sterb­lich­keit der här­te­ste Fak­tor bei Stu­di­en- das gilt hier ebenfalls.
    Was nun „Ver­la­ge­run­gen“ betrifft:
    die­se Aus­sa­ge ist nicht sicher: es ist nur Ihre Vermutung.
    Es kann näm­lich ohne Wei­te­res auch sein, daß der über­lie­fer­ten Form der Römi­schen Lit­ur­gie ein spe­zi­el­ler Reiz, ein ganz eige­ner Ruf zu Bekeh­rung durch Lit­ur­gi­sche Wahr­heit und Schön­heit inne­wohnt; und daß gera­de hier­durch Bekeh­rung und inten­si­ves Glau­bens­le­ben aus­ge­löst wird.
    Das wur­de übri­gens schon 1965 for­mu­liert von einer gro­ßen Grup­pe von Angli­ka­nen und angel­säch­si­schen Pro­mi­nen­ten die in einer berühm­ten Akti­on mit Pres­se­auf­ruf in The Times Papst Paul VI baten, die Triden­ti­ni­sche Mes­se bei sei­ner geplan­ten Reform nicht anzutasten.

    Und zwei­tens: wenn sich der ver­mehr­te Besuch die­ser Hl. Mes­se teils auch durch Ver­la­ge­rung von Gläu­bi­gen erklärt: so ist dies zu aller­erst ein Zei­chen, daß den Gläu­bi­gen etwas vor­ent­hal­ten wird.
    Die Moder­ni­sten, sei­en es Bischö­fe, Ordi­na­ria­te oder Deka­ne, kujon­nie­ren doch die tra­di­ti­ons­freund­li­che Gläu­bi­gen wo sie nur kön­nen, sabo­tie­ren und ver­hin­dern den Usus anti­qui­or wie es nur mög­lich ist.
    Hier gilt: wenn den Usus anti­qui­or breit ange­bo­ten wird, wird die­ser ver­mu­te­te Ver­la­ge­rungs­ef­fekt ausbleiben.
    Um die­ses Expe­ri­ment zu wagen, sind die Moder­ni­sten jedoch zu feige.

    Gläu­bi­gen wür­de ich nicht mit „Hun­den“ ver­glei­chen (wenig­stens kön­nen die noch zurück­bei­ssen- das war mit den „schwei­gen­den Läm­mern“ bei den Pädo­phi­lies­kan­da­len noch anders);
    was Sie mit dem „ange­mes­sen­sten Ritus“ mei­nen, ist mir unklar.
    Der Mensch soll­te das Wir­ken des Hl. Gei­stes nicht einschränken:
    Wenn eine zugrun­de­ge­hen­de Paro­chie die herr­li­che tra­di­tio­nel­le Römi­sche Lit­ur­gie ken­nen­lernt und dabei auf­blüht, ist dies ein Grund zu Freude.
    Die Kom­paß­na­del wist in die rich­ti­ge Rich­tung- Die­se Gläu­bi­gen, Sie, ich, wir alle müs­sen arbei­ten bei der wei­te­ren Schiffahrt.

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