„Interreligiöse“ Generalaudienz von Papst Franziskus — Die Subtilität zwischen Identitätsverlust und Identitätsverzicht

"Interreligiöse" Generalaudienz vom 28. Oktober 2015
„Inter­re­li­giö­se“ Gene­ral­au­di­enz vom 28. Okto­ber 2015

(Rom) Die Gene­ral­au­di­en­zen der Päp­ste haben einen bestimm­ten Ablauf, das galt bis­her auch unter Papst Fran­zis­kus so. Sie begin­nen mit dem Kreuz­zei­chen, gefolgt von einer Lesung aus der Hei­li­gen Schrift, die in ver­schie­de­nen Spra­chen vor­ge­tra­gen wird. Dar­auf folgt als Mit­tel­punkt der Gene­ral­au­di­enz eine Kate­che­se des Pap­stes, die Fran­zis­kus mit dem Wor­ten „Lie­be Brü­der, Guten Tag“ ein­zu­lei­ten pflegt.

Dazu grüßt das Kir­chen­ober­haupt ange­mel­de­te Pil­ger­grup­pen in der jewei­li­gen Lan­des­spra­che. Da der amtie­ren­de Papst nicht so sprach­ge­wandt ist, wie sei­ne bei­den Vor­gän­ger, ver­zich­te­te er auf die Ein­übung von Aus­spra­chen. An sei­ner Stel­le tra­gen Spre­cher die Kurz­ka­te­che­sen in ande­ren Spra­chen und die Grü­ße an die jewei­li­gen Pil­ger­grup­pen vor.

Fester Bestand­teil der Audi­en­zen ist das gemein­sam gesun­ge­ne Gebet des Vater­un­ser auf Latein und der Apo­sto­li­sche Segen des Pap­stes für die Anwe­sen­den, deren Ange­hö­ri­ge, beson­ders Kran­ke und Kin­der, und die Seg­nung von Andachts­ge­gen­stän­den, die von den Pil­gern mit­ge­bracht wer­den, vor allem Rosen­krän­ze, Ker­zen, Sta­tu­en.

Hier die Gene­ral­au­di­enz vom 21. Okto­ber 2015. Das Video setzt beim eigent­li­chen Beginn der Audi­enz ein:

Am 28. Okto­ber war jedoch vie­les anders. Der Papst begann die Gene­ral­au­di­enz nicht mit dem Kreuz­zei­chen, son­dern mit den Wor­ten: „Bit­ten wir den Herrn, bit­ten wir Gott, daß Gott bei die­ser Audi­enz bei uns sein möge.“ Dann sprach Kar­di­nal Tau­ran über den 50. Jah­res­tag der Kon­zils­er­klä­rung Nostra Aeta­te und gab bekannt, daß Ver­tre­ter ande­rer Reli­gio­nen an der Gene­ral­au­di­enz teil­neh­men, die sich zu einer Tagung über Nostra aeta­te an der Gre­go­ria­na in Rom auf­hal­ten. Das Video setzt wie­der­um beim eigent­li­chen Beginn der Audi­enz ein:

Und nun zum Abschluß der Gene­ral­au­di­enz. Die Gene­ral­au­di­enz vom 21. Okto­ber 2015 ende­te gewohn­heits­ge­mäß mit dem latei­nisch gesun­ge­nen, gemein­sa­men Vater­un­ser und dem Apo­sto­li­schen Segen.

Wie aber ende­te die Gene­ral­au­di­enz vom 28. Okto­ber 2015? Die Orgel stimm­te das Vater­un­ser an, wur­de aber sofort unter­bro­chen. Statt des gemein­sa­men latei­ni­schen Her­ren­ge­bets sag­te Papst Fran­zis­kus:

„Nun, um die­se Audi­enz abzu­schlie­ßen, lade ich alle ein, jeden, still zu beten, jeder nach sei­ner reli­giö­sen Tra­di­ti­on. Bit­ten wir den Herrn, daß er uns mehr zu Brü­dern unter­ein­an­der macht und mehr zu Die­nern für unse­re bedürf­tig­sten Brü­der. Beten wir still“.

Statt des Apo­sto­li­schen Segens sag­te der Papst ledig­lich halb­laut vor sich hin: „Möge der Herr uns alle seg­nen“, was sinn­ge­mäß ins Deut­sche über­tra­gen bedeu­tet: „Möge der Herr uns allen bei­ste­hen“.

Secretum meum mihi berich­te­te von einer 80jährigen Pil­ge­rin, die ein­mal in ihrem Leben den Papst besu­chen woll­te. Trotz der für sie damit ver­bun­de­nen Stra­pa­zen pil­ger­te sie aus einem ande­ren Kon­ti­nent nach Rom und nahm an der Gene­ral­au­di­enz auf dem Peters­platz teil, um den Apo­sto­li­schen Segen und den Segen für ihre Lie­ben zu Hau­se zu erhal­ten. Sie hat­te vor­her meh­re­re Rosen­krän­ze gekauft, um sie vom Papst seg­nen zu las­sen, die sie Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen und Freun­den mit­brin­gen und ihnen schen­ken woll­te. Doch sie erleb­te nichts von alle­dem, da der Papst wegen der Anwe­sen­heit irgend­wel­cher Anders­gläu­bi­ger aus „Respekt“, um deren „Sen­si­bi­li­tät nicht zu ver­let­zen“, die Sen­si­bi­li­tät der Katho­li­ken ver­letz­te. Die 80jährige Pil­ge­rin aus einem ande­ren Kon­ti­nent mein­te dazu ent­täuscht: „Jetzt habe ich ver­stan­den, was mit ‚Hir­te mit dem Geruch der Scha­fe‘ gemeint ist.“

Kar­di­nal Tau­ran hat­te in sei­ner kur­zen, sicht­lich von Alter und Krank­heit gezeich­ne­ten Rede gesagt, Nostra Aeta­te bezeich­ne den Weg, im „festem Bewußt­sein der eige­nen Iden­ti­tät […] gro­ßen Respekt gegen­über den Anders­gläu­bi­gen“ zu zei­gen. Dar­aus wur­de jedoch bei der Gene­ral­au­di­enz wenn nicht ein  Iden­ti­täts­ver­lust so doch ein für alle sicht- und spür­ba­rer Iden­ti­täts­ver­zicht.  Sogar das von Chri­stus selbst gelehr­te Gebet wur­de durch eine all­um­fas­sen­de „Stil­le“ ver­drängt. Eine all­ge­mei­ne Stil­le könn­te jedoch nur hauch­dünn davon getrennt sein, ein Syn­onym für Lee­re zu sein.

Mit einer ver­gleich­ba­ren, irri­tie­ren­den Geste hat­te Papst Fran­zis­kus sein Pon­ti­fi­kat begon­nen, als er die zu sei­ner Wahl ange­rei­sten Jour­na­li­sten nicht öffent­lich seg­ne­te, um deren unter­schied­li­chen Über­zeu­gun­gen zu „respek­tie­ren“.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vatican.va

13 Kommentare

  1. Die­se Hal­tung zeigt Demut und Respekt vor dem Gewis­sen Anders­gläu­bi­ger. Dar­aus etwa den Schluss zu zie­hen, dass damit die Kir­che den Anspruch auf die wah­re Reli­gi­on auf­gibt, wäre mei­ner Mei­nung nach unzu­läs­sig. Jesus Chri­stus als den ein­zi­gen Erlö­ser und Ret­ter aller Men­schen zu ver­kün­den, ist kein Wider­spruch zur Ach­tung der Men­schen, die das nicht glau­ben.

    • Sehr geehr­ter Gali­lei,
      Demü­tig und vol­ler Respekt vor Ihnen als Per­son wei­ße ich dar­auf hin, dass wir Chri­sten wis­sen, dass das von Ihnen genann­te „Gewis­sen Anders­gläu­bi­ger“ nicht die höch­ste Instanz ist.
      Statt des­sen ver­wei­se ich auf das erste Gebot, in dem der wah­re Gott ein­deu­tig defi­niert und her­aus­ge­stellt wird — „ich bin der Herr, Dein Gott“ — und in dem sich die­ser Gott selbst von ande­ren abgrenzt: „Du sollst kei­ne ande­ren Göt­ter neben mir haben.“
      Respekt vor der Per­son ist immer rich­tig und war zu allen Zei­ten rich­tig.
      Respekt vor einer fal­schen Reli­gi­on — und damit vor einem ande­ren Gott — ist es nie.

  2. „Jeder nach sei­ner reli­giö­sen Tra­di­ti­on“!

    Es ist ent­setz­lich, wel­ches Tam­tam um die­se Syn­ode gemacht wird. Jetzt erst, weil Jor­ge noch mehr sei­ne Mas­ke fal­len läßt als sei­ne Vor­gän­ger, kom­men so eini­gen Beden­ken. Alles läuft doch schon ein hal­bes Jahr­hun­dert und die­se Syn­ode ist doch nur eine Fort­set­zung des Kon­zils und wird auch von den Syn­oda­len so gese­hen. Was gibt es da für Auf­re­gun­gen? Ent­we­der man nimmt die­se Päp­ste an und dann ist es nicht erlaubt — auch nicht für Bischof Fel­lay und Pater Frey — Kri­tik an Aus­sa­gen oder Beschlüs­sen des Kon­zils, an die­ser Syn­ode oder an der Gene­ral­au­di­enz zu neh­men oder man erkennt, daß wir in der End­zeit sind und eben man­ches auch in Rom geschieht, was längst vor­her­ge­sagt und sich auch in der Hei­li­gen Schrift befin­det.
    Nie­mand hat sich bis­her auf­ge­regt — auch nicht Bischof Fel­lay — (der die Neue Mes­se als ord­nungs­ge­mäß und „recht­mä­ßig pro­mul­giert“ erklärt und des­halb auch die Kom­mu­ni­on als kon­se­krier­te Hostie anse­hen muss) — wenn dort zuhauf ohne Beich­te zur Kom­mu­ni­on gegan­gen wird. Vor der Erst­kom­mu­ni­on wur­de die Beich­te groß­teils abge­schafft, die Kin­der kön­nen heu­te jedoch sehr wohl in schwe­rer Sün­de leben.
    Der Kon­zils­glau­be, der Nicht­glau­be ist doch das eigent­li­che Desa­ster. Alles ande­re erwächst dar­aus, eben auch der mora­li­sche Ver­fall. Der Moral­ver­lust kommt aus dem Dok­trin­ver­lust und der kommt aus den Kon­zils­de­kre­ten. Der Glau­bens­ver­lust, ver­ur­sacht durch das Kon­zil, fort­ge­setzt durch die Kon­zils­ver­tre­ter, ist das eigent­li­che Desa­ster.
    Wie groß ist die Schuld des Gene­ral­obe­ren, der die­se Neue­run­gen akzep­tiert, das neue Kir­chen­recht, die Neue Mes­se etc.
    Nicht erst die­ser Ber­go­glio ist jetzt der gro­ße Straf­fäl­li­ge, alle sei­ne Vor­gän­ger sind es. Alle die­se Glau­bens­irr­leh­rer sind exkom­mu­ni­ziert. Und des­we­gen gibt es weder einen hei­li­gen Johan­nes XXIII., noch einen hei­li­gen Johan­nes Paul II. Basta! Es gibt nur Unse­li­ge, die ihre Ket­ze­rei vor dem Gericht Got­tes haben ver­ant­wor­ten müs­sen. Für die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. gibt es die­se „Hei­li­gen“ jedoch schon! Die­se Hei­lig­spre­chun­gen waren für sie gera­de mal „frag­wür­dig“! Und jetzt regt man sich über die­se Syn­ode auf, über Ber­go­glio; längst schon läuft es so. Längst läuft das so im Reli­gi­ons­un­ter­richt. Es ist doch allen, auch der FSSPX, bekannt, daß in den Kate­chis­men die christ­li­chen Myste­ri­en absicht­lich unter­schla­gen wer­den. Der Opfer­cha­rak­ter der Hei­li­gen Mes­se fehlt, das Wort „Meß­op­fer“ fin­den sie nicht, die Unter­schei­dung von läss­li­cher und schwe­rer Sün­de gibt es nicht. Es wird weder auf die Not­wen­dig­keit des Buß­sa­kra­men­tes hin­ge­wie­sen noch ler­nen die Kin­der etwas über den Ablaß. Tot­ge­schwie­gen wird die Erb­sün­de, der Teu­fel, der Tod Chri­sti auf Gol­go­tha als OPFER, die Auf­er­ste­hung wird zusam­men­ge­legt mit dem Ster­ben des Men­schen, es gibt also nicht die Unter­schei­dung zwi­schen Fort­le­ben der See­le nach dem Tod und Auf­er­ste­hung am Ende der Welt­zeit..

    • Maka­ri­el @ Ihr Bei­trag zeigt deut­lich die Schwä­chen des II.Vatikanum und erst recht danach, auf. Was so nicht stimmt ist, die Pius­bru­der­schaft, hier Bischof Fel­lay, hat nie
      die Neue Mes­se Pauls VI.anerkannt.

      Gott befoh­len !

      • Aner­kannt schon, zumin­dest in der Edi­tio typi­ca, aber für schlecht befun­den und jeden­falls nie ange­nom­men. .

  3. Aus Respekt vor den Anders­gläu­bi­gen wird er das Chri­sten­tum ver­nich­ten. Der Anti­christ wird sich die Juden vor­neh­men.

  4. Wo lesen Sie etwas von den Vier Letz­ten Din­gen, von ewi­ger Selig­keit und ewi­ger Ver­damm­nis, vom Feg­feu­er, von der Für­bit­te für die Ver­stor­be­nen? Die Erb­sün­den­leh­re ist rund­wegs aus­ge­klam­mert. Die Leh­re von den VIER Letz­ten Din­gen völ­lig unbe­kannt. Die Katho­li­sche Kir­che dage­gen — die ein­zi­ge wah­re Lehr­mei­ste­rin spricht von den VIER Letz­ten Din­gen: TOD — GERICHT — HIMMEL — HÖLLE!
    Die anti­ka­tho­li­sche Kon­zils­sek­te spricht nicht mehr von den „Vier letz­ten Dingen“,sondern von der „Leh­re der Letz­ten Din­ge“, die nun­mehr drei sind: Tod — Auf­er­ste­hung von den Toten — Gericht. Ein völ­lig fal­sches Bild. Ein völ­lig fal­sche Leh­re.
    Den Tod kön­nen sie nicht leug­nen, sonst wür­den die Kon­zils­ge­nos­sen das auch tun. Die „Auf­er­ste­hung von den Toten“ gehört NICHT zu den „Vier Letz­ten Din­ge“. Der Tod, dann das Gericht! Denn nach dem Tod erfolgt das PERSÖNLICHE GERICHT EINES JEDEN MENSCHEN. Jeder Mensch tritt nach sei­nem Tod vor den Rich­ter­stuhl Got­tes. Bei die­sem Gericht fällt für jeden Men­schen die Ent­schei­dung für Him­mel oder Höl­le. Am Wel­ten­en­de schließ­lich erfolgt das JÜNGSTE GERICHT, wo alle Men­schen gemein­sam vor Gott ste­hen zum end­zeit­li­chen Gericht. Der Rich­ter ist der CHRISTKÖNIG, GOTTES SOHN!
    War­um haben sich die Gläu­bi­gen in ihrer ach so neu­zeit­lich ver­wan­del­ten Kon­zils­kir­che das gefal­len las­sen? Und war­um lau­fen sie ihr stän­dig hin­ter­her? Die Auf­re­gung kommt zu spät. Der mora­li­sche Ver­fall wuchs aus der anti­ka­tho­li­schen glau­bens­lo­sen sog. Kon­zils­kir­che. Sie haben bewußt das Gift in den Reli­gi­ons­un­ter­richt gestreut. Wie sol­len Kin­der, die nicht mehr zum Buß­sa­kra­ment ange­hal­ten wer­den, keusch blei­ben kön­nen?
    „Jeder nach sei­ner reli­giö­sen Tra­di­ti­on“! Das ist Kon­zil! Und jeder, der die Kon­zils­sek­te als Katho­li­sche Kir­che hält, muss sich an „Nostra aeta­te“, muß sich an die gesam­ten Kon­zils­de­kre­te, an die­se Syn­ode hal­ten und ver­pflich­ten! Die so beschrie­be­ne Gene­ral­au­di­enz muß er akzep­tie­ren, er muß bil­li­gen „jeder nach sei­ner reli­giö­sen Tra­di­ti­on“. Denn für ihn ist Ber­go­glio der recht­mä­ßi­ge Nach­fol­ger Petri.
    Seht doch die Sache in den Bezie­hun­gen zuein­an­der, im gan­zen Zusam­men­hang! Wer nicht im Zusam­men­hang den­ken kann, hat schon ver­spielt.

  5. Man kann gar nicht laut genug gegen „Nostra Aeta­te“ pro­te­stie­ren.
    Es ist eine Wur­zel ganz vie­ler Uebel in der Kir­che.
    Natu­er­lich nicht woert­lich, aber prak­tisch wur­de Chri­stus als ein­zi­ge Heils­quel­le auf­ge­ge­ben, bzw zur Dis­po­si­ti­on get­sellt.
    Dar­auf fie­len zb. die Mis­si­on im All­ge­mei­nen und auch die wich­ti­ge Juden­mis­si­on im spe­zi­el­len, im Gebrauch und Auf­trag der Kir­che zuru­eck in den Tabu­be­reich.
    Jede Reli­gi­on fuehrt zum Heil, alles ist in sich gut, Gott ist der­sel­be, er heisst halt anders, Allah, Jah­we Bud­dah und sofort.
    Der inne­re Kern der Kir­che wur­de so der Belie­big­keit preis­ge­ge­ben.
    Damit hat­te der schreck­li­che Oeku­me­nis­mus sei­ne dok­tri­nel­le Grund­la­ge, was natu­er­lich kein Dog­ma bedeu­te­te aber von den Anha­en­gern genau­so gese­hen wur­de und wird.
    Mit dem NOM dann wur­de auch noch das Herzs­tu­eck der Kir­che zer­sto­ert und wei­test­ge­hend abge­schafft, nein die Kir­chen­fein­de haben gan­ze Arbeit gelei­stet.
    Die sakri­le­gi­schen Assi­si Gebe­te sowie die Gebets Far­ce in den vat. Gaer­ten sind nur noch Rand­ereig­nis­se, die den Unter­gang beschleu­ni­gen.

  6. Ein Kom­men­ta­tor („Rück­kehr-Öku­me­ne“ in gloria.global), des­sen Bei­trä­ge immer prä­zi­se durch­dacht sind, muss Bischof Fel­lay dar­auf hin­wei­sen, daß wir es nicht nur mit „Zwei­deu­tig­keit“ in die­sem Schluß­be­richt zu tun haben, son­dern mit einem ein­deu­ti­gen Anti­ka­tho­lisch­sein. Er schreibt:
    „Im ent­schei­den­den Punkt, § 85, ist der Beschluss der Syn­ode kein „Tri­umph der Zwei­deu­tig­keit“, son­dern ein „Tri­umph anti­ka­tho­li­scher Ein­deu­tig­keit“, indem dort das all­ge­mei­ne Prin­zip der katho­li­schen Kir­che: „Kei­ne Kom­mu­ni­on für eine Per­son im Zustand der schwe­ren Sün­de“ durch­bro­chen wird.“

    Dazu gibt es nichts mehr zu ergän­zen.

    Aller­dings ist schwer zu ver­ste­hen, wenn er hin­zu­fügt:
    „Die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. soll­te in erster Linie aus Pro­test gegen die schwe­ren Belei­di­gun­gen Got­tes, denen die Syn­ode die Tür geöff­net hat, unver­züg­lich die Gesprä­che mit dem moder­nen Rom über ein Abkom­men abbre­chen.“
    @Rückkehr-Ökumene über­sieht, daß Bischof Fel­lay nie­mals sei­ne schau­ri­gen Ideen und Machen­schaf­ten auf­hö­ren, zurück­neh­men und wider­ru­fen wird. Sei­ne Stel­lung­nah­me beweist es ja!
    Bischof Fel­lay schreibt in sei­ner Stel­lung­nah­me zur Syn­ode:
    „Als Söh­ne der katho­li­schen Kir­che glau­ben wir, daß der Bischof von Rom, Nach­fol­ger des hei­li­gen Petrus, der Stell­ver­tre­ter Chri­sti ist und gleich­zei­tig damit Ober­haupt der gan­zen Kir­che. Sei­ne geist­li­che Gewalt ist im eigent­li­chen Sin­ne jene einer Hir­ten­ge­walt.“
    Und so stif­tet er Ver­wir­rung unter den Gläu­bi­gen. Was sol­len die­se nun tun? Will er erneut den Gläu­bi­gen sagen, es gibt auch in der Katho­li­schen Kir­che ein fehl­ba­res Lehr­amt, ein irren­des Kon­zil, eine irren­de Syn­ode, denen man gehor­chen muss! Oder will er, daß Men­zin­gen jetzt das Lehr­amt der Kir­che sei? Er bekräf­tigt also erneut, daß ein Papst die gan­ze Mensch­heit im Glau­ben und in der Moral in die Irre füh­ren kann. Er bekräf­tigt, daß er wei­ter­hin mit Ber­go­glio im Bun­de ste­hen will.

  7. Wäh­rend die­ser befremd­li­chen Audi­enz sag­te Papst Fran­zis­kus ( nebst Ent­glei­sun­gen wie die Ver­pau­scha­li­sie­rung von „Gläu­bi­gen“; bezo­gen auch auf Ange­hö­ri­ge von Irr­leh­ren) auch Fol­gen­des:

    „Ohne den Herrn, ist nichts mög­lich. Mit ihm wird alles mög­lich!
    Möge unser Gebet ganz dem Wil­len Got­tes fol­gen kön­nen, der wünscht, dass sich alle Men­schen als Brü­der erken­nen und so leben, indem sie eine gro­ße Mensch­heits­fa­mi­lie in der Har­mo­nie der Unter­schied­lich­keit bil­den“.
    -

    Dies soll also „der Wil­le Got­tes sein“ ?
    Hier­für soll die Ewi­ge Wahr­heit Jesus Chri­stus
    den Kreu­zes­tod erlit­ten haben und glor­reich auf­er­stan­den sein ?

    Für ein „har­mo­ni­sches“ Neben­ein­an­der von Irr­leh­re und Wahr­heit ????

    Die­se Eigen­in­ter­pre­ta­ti­on dürf­te ihre Wur­zel in die­ser wei­te­ren päpst­li­chen Aus­sa­ge ( mit Sei­ten­hieb auf die Tra­di­ti­on ?!) fin­den:
    -
    „Obwohl kei­ne Reli­gi­on vor fun­da­men­ta­li­sti­schen und extre­mi­sti­schen Abwei­chun­gen von Indi­vi­du­en oder Grup­pen gefeit sei, müss­ten die posi­ti­ven Wer­te in den Blick genom­men wer­den, die die­se leb­ten und vor­schlü­gen und die Quel­len der Hof­fung sei­en.“
    -

    Irr­leh­ren als „Quel­len der Hoff­nung“ ?

  8. Die 80-jäh­ri­ge Pil­ge­rin aus einem ande­ren Kon­ti­nent, die mit unge­seg­ne­ten Rosen­krän­zen wie­der abrei­sen muss­te, tut mir leid.

    Aber auch sie hät­te wis­sen kön­nen resp. damit rech­nen müs­sen, dass Fran­zis­kus durch­aus bereit ist, den Herrn Jesus hint­an­zu­stel­len, so z.B. gleich nach sei­ner Wahl gegen­über den Jour­na­li­sten anläss­lich sei­nes ersten Pres­se­emp­fangs.

    Für eine Rom-Rei­se bzw. Auf­su­chung der hl. Stät­ten wür­de ich momen­tan eigens einen Zeit­punkt wäh­len, zu dem er nicht in der Ewi­gen Stadt ist.

  9. @Michael
    Sie schrei­ben: Es (= nostra aeta­te) ist eine Wur­zel vie­ler Übel in der Kir­che. So ist es lei­der. es ist die Wur­zel vie­ler fal­schen Vor­stel­lun­gen und Defi­ni­tio­nen. Der Grund­ge­dan­ke ist bereits damals die Gra­dua­li­tät.
    Erlau­ben Sie mir zwei Gedan­ken zu dem Text.
    Es heißt im 1. Kapi­tel: Gemäß ihrer Auf­ga­be (der Kir­che), Ein­heit und Lie­be unter den Men­schen und damit auch unter den Völ­kern zu för­dern, fasst sie vor allem das ins Auge, was den Men­schen gemein­sam ist und sie zur Gemein­schaft unter­ein­an­der führt. Ich habe bis­her immer geglaubt, dass die erste Auf­ga­be der Kir­che das See­len­heil ist und erst sekun­där die Ein­heit und Lie­be… Die­se Zei­len sind nicht katho­lisch! Die Väter des Turm­bau­es zu Babel hat­ten die­sel­be Phi­lo­so­phie
    Im 3. wird das Ver­hält­nis zu den Mus­li­men behan­delt: Mit Hoch­ach­tung betrach­tet die Kir­che auch die Mus­lim, die den allei­ni­gen Gott anbe­ten, den leben­di­gen und in sich sei­en­den, barm­her­zi­gen und all­mäch­ti­gen, den Schöp­fer Him­mels und der Erde (5), der zu den Men­schen gespro­chen hat. -> Dür­fen wir Allah als Gott bezeich­nen, wenn wir die Defi­ni­ti­on zu Grun­de legen, die Bene­dikt XVI in Regens­burg gebracht hat? Bene­dikt sag­te: Allah ist an kei­ne Kate­go­rie gebun­den, weder an die Lie­be noch an sein eige­nes Wort. Danach kann ich unter Allah einen all­mäch­ti­gen Dik­ta­tor erken­nen. An kei­ne Kate­go­rie bedeu­tet, weder an die Lie­be, noch an die Barm­her­zig­keit, noch an sei­ne Heils­zu­sa­gen. Im Übri­gen gel­ten sei­ne Barm­her­zig­keit, sein Lie­be etc. nur sei­nen Gläu­bi­gen, den Mus­li­men, und nicht den Ungläu­bi­gen. Ein voll­kom­me­ner Gott sieht anders aus. Und das ist eben der von uns ver­ehr­te drei­ei­n­i­ge Gott.
    In die Beur­tei­lung soll­te mit ein­flie­ßen, dass im Nach­hin­ein drei füh­ren­de Mit­ar­bei­ter von Kar­di­nal Bea und damit gei­sti­ge Väter von nostra aeta­te unab­hän­gig von­ein­an­der gesagt haben: „Sie hät­ten die­ses Doku­ment nie und nim­mer unter­schrie­ben.“ Es waren, Malachei Mar­tin, Stan­sky und Pater Schmidt. Sie waren wohl ange­wi­dert von dem poli­ti­schen und dem diplo­ma­ti­schen Gescha­che­re um den Text, der ja nicht vom Kon­zils­kol­le­gi­um und den Aus­schüs­sen zu defi­niert wor­den war, son­dern von der Diplo­ma­tie. Es bleibt die Fra­ge, war­um haben über 2000 Bischö­fe die­sem Text mehr­heit­lich zuge­stimmt? und war­um wird die­ser Text heu­te nicht revi­diert, son­dern gefei­ert?

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