Das Ergebnis der Familiensynode VIII — Roberto de Mattei: Keine Gewinner, nur Verlierer — an erster Stelle die katholische Moral

Kom­men­tar von Rober­to de Mattei*

(Rom) Nach der XIV. Bischofs­syn­ode über die Fami­lie schei­nen alle gewon­nen zu haben. Gewon­nen hat Papst Fran­zis­kus, weil es ihm gelun­gen ist, einen Kom­pro­miß­text zwi­schen den gegen­sätz­li­chen Posi­tio­nen zu fin­den; gewon­nen haben die Pro­gres­si­sten, weil der ver­ab­schie­de­te Text die wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen zur Eucha­ri­stie zuläßt; gewon­nen haben die Kon­ser­va­ti­ven, weil das Doku­ment nir­gends aus­drück­lich die Kom­mu­ni­on für die wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen erwähnt sowie die „Homo-Ehe“ und Gen­der-Theo­rie ablehnt.

Um bes­ser zu ver­ste­hen, wie die Din­ge in Wirk­lich­keit gelau­fen sind, muß man zum Abend des 22. Okto­ber zurück­keh­ren, als den Syn­oden­vä­tern der Schluß­be­richt vor­ge­legt wur­de, der von einer Ad-hoc-Kom­mis­si­on auf der Grund­la­ge der Abän­de­rungs­an­trä­ge (modi) der nach Spra­chen unter­teil­ten Arbeits­grup­pen (Cir­cu­li mino­res) zum Instu­men­tum labo­ris aus­ge­ar­bei­tet wor­den war.

Papst-Entwurf für Schlußbericht abgelehnt

Zur gro­ßen Über­ra­schung der Syn­oden­vä­ter wur­de ihnen am Don­ners­tag Abend nur ein Text in ita­lie­ni­scher Spra­che vor­ge­legt und das zusam­men mit einem aus­drück­li­chen Ver­bot, ihn der Pres­se wei­ter­zu­ge­ben oder den 51 Audi­to­ren oder ande­ren Syn­oden­teil­neh­mern zur Kennt­nis zu brin­gen. Der Text nahm über­haupt kei­ne Rück­sicht auf die 1355 Abän­de­rungs­an­trä­ge, die im Lau­fe der drei Syn­oden­wo­chen ein­ge­bracht wor­den waren. Das Instru­men­tum labo­ris war fak­tisch unver­än­dert bei­be­hal­ten wor­den ein­schließ­lich der Para­gra­phen, die in der Syn­ode­nau­la auf hef­tig­sten Wider­stand der Syn­oden­vä­ter gesto­ßen waren: jene zur Homo­se­xua­li­tät und zu den wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen. Die Dis­kus­si­on war für den näch­sten Mor­gen fest­ge­legt, mit der Mög­lich­keit wei­te­re Abän­de­rungs­an­trä­ge ein­brin­gen zu kön­nen, die über Nacht aus­ge­ar­bei­tet wer­den muß­ten zu einem Text, der in einer Spra­che vor­lag, die nur ein Teil der Syn­oden­vä­ter wirk­lich aus­rei­chend beherrscht.

Am Mor­gen des 23. Okto­ber sah sich Papst Fran­zis­kus, der die Syn­oden­ar­beit immer mit Auf­merk­sam­keit ver­folgt hat­te, einer uner­war­te­ten Ableh­nung des Kom­mis­si­ons­do­ku­ments gegen­über. 51 Syn­oden­vä­ter ergrif­fen das Wort, der Groß­teil sprach sich gegen den vom Papst vor­ge­leg­ten Text aus. Unter ihnen die Kar­di­nä­le Marc Ouel­let, Prä­fekt der Bischofs­kon­gre­ga­ti­on, Kar­di­nal Ange­lo Bag­nas­co, Vor­sit­zen­der der Ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz, Jor­ge Libe­ra­to Uro­sa Savi­no von Cara­cas, Car­lo Caf­farra von Bolo­gna, Erz­bi­schof Joseph Edward Krutz, Vor­sit­zen­der der Ame­ri­ka­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz, die pol­ni­schen Bischö­fe Hen­ryk Hoser von War­schau-Pra­ga, Sta­ni­sław Gądecki, Vor­sit­zen­der der Pol­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz, Zbi­gņevs Stan­ke­vičs von Riga, Tade­usz Kon­dru­sie­wicz, Erz­bi­schof von Minsk, Ignace Bes­si Dog­bo, Bischof von Kat­io­la (Elfen­bein­kü­ste); Hlib Boris Svia­to­slav Lon­chy­na, Bischof der byzan­ti­ni­schen Ukrai­ner in Eng­land und vie­le ande­re mehr. Alle wider­spra­chen in unter­schied­li­chen Tönen dem Text.

Suche nach Kompromiß um tiefen Riß in der Kirche zu vermeiden

Das Doku­ment konn­te nicht am 24. erneut vor­ge­legt wer­den, ohne Gefahr zu lau­fen, von der Syn­oden­mehr­heit nie­der­ge­stimmt zu wer­den und damit einen schwe­ren Riß durch die Kir­che auf­zu­rei­ßen. Die Kom­pro­miß­lö­sung kam von den deut­schen Theo­lo­gen des Cir­cu­lus Ger­ma­ni­cus, dem sowohl Kar­di­nal Kas­per, die Iko­ne des Pro­gres­sis­mus, als auch Kar­di­nal Mül­ler, der Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on ange­hör­ten. Die Kom­mis­si­on wur­de zwi­schen Frei­tag nach­mit­tag und Sams­tag mor­gen mit der Aus­ar­bei­tung eines neu­en Tex­tes beauf­tragt, der am Mor­gen des 24. Okto­ber in der Aula den Syn­oden­vä­tern vor­ge­tra­gen und am Nach­mit­tag abge­stimmt wur­de. Er erhielt für alle 94 Para­gra­phen die not­wen­di­ge Mehr­heit von zwei Drit­teln oder 177 Stim­men der 265 Syn­oden­vä­ter.

Bei der täg­li­chen Pres­se­kon­fe­renz um 13 Uhr kün­dig­te Kar­di­nal Schön­born bereits das Ergeb­nis an, was den umstrit­ten­sten Punkt, den der wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen betraf: „Man spricht dar­über, man spricht mit gro­ßer Auf­merk­sam­keit, doch das Schlüs­sel­wort lau­tet ‚Unter­schei­dung‘, und ich lade sie alle ein, dar­an zu den­ken, daß es kein schwarz und weiß, ein ein­fa­ches Ja oder Nein gibt, es ist zu unter­schei­den, und das ist genau das Wort des hei­li­gen Johan­nes Paul II. in Fami­lia­ris Con­sor­tio: die Pflicht eine Unter­schei­dung zu üben, weil die Situa­tio­nen ver­schie­den sind und die Not­wen­dig­keit die­ser Unter­schei­dung hat Papst Fran­zis­kus, als guter Jesu­it, schon in sei­ner Jugend gelernt: Die Unter­schei­dung bedeu­tet, zu ver­ste­hen ver­su­chen, wel­ches die Situa­ti­on die­ser Fami­lie oder jener Per­son ist.“

Unter­schei­dung und Inte­gra­ti­on ist auch der Titel der Para­gra­phen 84, 85 und 86. Der umstrit­ten­ste Para­graph, die Nr. 86, ent­hält eine Öff­nung gegen­über den wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen und die Mög­lich­keit für sie, Zugang zu den Sakra­men­ten zu erhal­ten, wenn auch die Kom­mu­ni­on nicht aus­drück­lich erwähnt wird. Die­ser Para­graph wur­de mit 178 Ja-Stim­men, 80 Nein-Stim­men und 7 Ent­hal­tun­gen ange­nom­men. Eine ein­zi­ge Stim­me mehr, als das Zwei-Drit­tel-Quo­rum ver­lang­te.

Papst geht aus Synode geschwächt hervor

Das Bild von Papst Fran­zis­kus geht nicht gestärkt, son­dern gelähmt und geschwächt aus der Bischofs­syn­ode her­vor. Er hat­te die Kon­fron­ta­ti­on gesucht und der Syn­ode ent­ge­gen aller anders­lau­ten­den Wort­mel­dun­gen und Abän­de­rungs­an­trä­ge der Syn­oden­vä­ter einen Text vor­ge­legt, der von der Syn­oden­mehr­heit am Mor­gen des 23. Okto­ber offen zurück­ge­wie­sen wur­de, der zu sei­nem „Schwar­zen Tag“ wur­de. Die Schluß­re­de von Papst Ber­go­glio strahl­te kei­nen Enthu­si­as­mus über die Rela­tio fina­lis aus, dafür eine wie­der­hol­te Maß­re­ge­lung gegen die Syn­oden­vä­ter, die die tra­di­tio­nel­len Posi­tio­nen ver­tei­digt haben. Ihnen hielt der Papst am Sams­tag abend unter ande­rem vor: „Es bedeu­tet auch, die ver­schlos­se­nen Her­zen ent­blößt zu haben, die sich oft sogar hin­ter den Leh­ren der Kir­che oder hin­ter den guten Absich­ten ver­stecken, um sich auf den Stuhl des Mose zu set­zen und – manch­mal von oben her­ab und mit Ober­fläch­lich­keit – über die schwie­ri­gen Fäl­le und die ver­letz­ten Fami­li­en zu rich­ten. […] Es bedeu­tet ver­sucht zu haben, die Hori­zon­te zu lich­ten, um jede kon­spi­ra­ti­ve Her­me­neu­tik oder Ver­schlos­sen­heit der Per­spek­ti­ven zu über­win­den, um die Frei­heit der Kin­der Got­tes zu ver­tei­di­gen und zu ver­brei­ten, um die Schön­heit der christ­li­chen Neu­heit zu über­mit­teln, die manch­mal vom Rost einer archai­schen oder ein­fach unver­ständ­li­chen Spra­che über­deckt ist.“ Har­te Wor­te, die Ver­bit­te­rung und Unzu­frie­den­heit zum Aus­druck brin­gen, aber mit Sicher­heit kei­nen Sie­ger zei­gen.

Auch die Pro­gres­si­sten wur­den besiegt, weil nicht nur jeder von ihnen ange­streb­te posi­ti­ve Hin­weis auf die Homo­se­xua­li­tät besei­tigt wur­de, son­dern auch die Öff­nung gegen­über den wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen weit­ge­hend abge­schwächt wer­den konn­te.

Das Gift des Paragraphen 86

Den­noch kön­nen die Kon­ser­va­ti­ven sich nicht als Sie­ger sehen. Wenn 80 Syn­oden­vä­ter, ein Drit­tel der Syn­oden­ver­samm­lung, gegen den Para­graph 86 stimm­te, will das sagen, daß sie auch die­sen für nicht zufrie­den­stel­lend hal­ten. Die Tat­sa­che, daß er wegen einer Stim­me ange­nom­men wur­de, bedeu­tet nicht, daß damit das dar­in ent­hal­te­ne Gift neu­tra­li­siert wur­de.

Laut Rela­tio fina­lis kann sich die Teil­nah­me der wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen am kirch­li­chen Leben in „ver­schie­de­nen Dien­sten“ aus­drücken. Des­halb sei es not­wen­dig, „zu unter­schei­den, wel­che der unter­schied­li­chen, der­zeit im lit­ur­gi­schen, pasto­ra­len, Bil­dungs- und insti­tu­tio­nel­len Bereich prak­ti­zier­ten For­men des Aus­schlus­ses über­wun­den wer­den kön­nen. Sie dür­fen sich nicht nur nicht exkom­mu­ni­ziert füh­len, son­dern kön­nen als leben­di­ge Glie­der der Kir­che leben und rei­fen“ (Nr. 84). „Der Weg der Beglei­tung und der Unter­schei­dung ori­en­tiert die­se Gläu­bi­gen sich ihrer Situa­ti­on vor Gott bewußt zu wer­den. Das Gespräch mit dem Prie­ster im forum inter­num dient der For­mung eine kor­rek­ten Urteils über das, was die Mög­lich­keit einer vol­len Teil­nah­me am Leben der Kir­che behin­dert und über die Schrit­te, die die­se begün­sti­gen und wach­sen las­sen kön­nen“ (Nr. 86).

Was ande­res aber bedeu­tet „leben­di­ge Glie­der“ der Kir­che, wenn nicht der Stand der Gna­de und der Emp­fang der Hei­li­gen Kom­mu­ni­on? Und meint „die vol­le Teil­nah­me am Leben der Kir­che“ für einen Lai­en nicht den Emp­fang des Altarsa­kra­ments? Man sagt, die im lit­ur­gi­schen, pasto­ra­len, Bil­dungs- und insti­tu­tio­nel­len Bereich prak­ti­zier­ten For­men des Aus­schlus­ses kön­nen über­wun­den wer­den, „Fall für Fall“, indem man einer „via dis­cre­tio­nis“ folgt. Kann der Aus­schluß von der sakra­men­ta­len Kom­mu­ni­on über­wun­den wer­den? Der Text behaup­tet das nicht, schließt es aber auch nicht aus. Die Tür ist nicht auf­ge­sto­ßen wor­den, aber doch einen Spalt, wes­halb man nicht bestrei­ten kann, daß sie geöff­net wur­de.

Relatio behauptet kein Recht auf Ehebruch, aber auf Freiheit vom Zwang in Moralfragen

Die Rela­tio behaup­tet nicht das Recht der wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen, die Kom­mu­ni­on emp­fan­gen zu kön­nen (und damit das Recht zum Ehe­bruch). Sie leug­net aber fak­tisch das Recht der Kir­che, öffent­lich die Situa­ti­on der wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen als Ehe­bruch zu bezeich­nen, indem sie die Ver­ant­wor­tung für die Beur­tei­lung dem Gewis­sen der ein­zel­nen Hir­ten und sogar der wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen über­läßt. Um es in der Spra­che von Digni­ta­tis Huma­nae zu sagen: Es han­delt sich nicht um ein Recht, das Ehe­bruch bejaht, aber um ein „nega­ti­ves“ Recht, nicht dar­an gehin­dert zu wer­den, ihn zu prak­ti­zie­ren, oder anders gesagt, ein Recht zur „Frei­heit von Zwang“ in Fra­gen der Moral. Wie in Digni­ta­tis Huma­nae wird die grund­le­gen­de Unter­schei­dung zwi­schen „Forum inter­num“, das das ewi­ge Heil der ein­zel­nen Gläu­bi­gen betrifft, und dem „Forum exter­num“, das das All­ge­mein­wohl der Gemein­schaft der Gläu­bi­gen betrifft, aus­ge­löscht. Die Kom­mu­ni­on ist eben nicht ein bloß indi­vi­du­el­ler Akt, son­dern auch ein öffent­li­cher Akt, der vor der gesam­ten Gemein­schaft der Gläu­bi­gen voll­zo­gen wird. Die Kir­che, ohne in das forum inter­num ein­zu­tre­ten, hat den wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen die Kom­mu­ni­on immer unter­sagt, weil es sich um eine öffent­li­che Sün­de han­delt, die im forum exter­num began­gen wird. Das Moral­ge­setz wird vom Gewis­sen über­wun­den, die zu einer neu­en, nicht nur theo­lo­gi­schen und mora­li­schen, son­dern kir­chen­recht­li­chen Grö­ße wird. Die Rela­tio fina­lis läßt sich, unter die­sem Gesichts­punkt, gut mit den bei­den Motu­pro­prien von Papst Fran­zis­kus ver­ei­nen, deren Bedeu­tung der Histo­ri­ker [Alber­to Mel­lo­ni] der [pro­gres­si­ven] „Schu­le von Bolo­gna“ am 23. Okto­ber im Cor­rie­re del­la Sera her­vor­hob: „Indem er den Bischö­fen das Urteil über die Ehe­nich­tig­keit zurück­gibt, hat Ber­go­glio nicht den Sta­tus der Geschie­de­nen geän­dert, son­dern still­schwei­gend eine enor­me Reform des Papst­tums voll­zo­gen“.

Die „Von-Fall-zu-Fall-Moral“ widerspricht absolutem und universalem Moralgesetz

Der Zuer­ken­nung der Befug­nis an den Diö­ze­san­bi­schof, als Ein­zel­rich­ter nach sei­nem Ermes­sen einen kur­zen Pro­zeß ein­zu­lei­ten und zu einem Urteil zu kom­men, ent­spricht ana­log die Zuer­ken­nung der Unter­schei­dung der mora­li­schen Bedin­gun­gen der wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen an den Diö­ze­san­bi­schof. Wenn der Orts­bi­schof zum Schluß kommt, daß der Weg des geist­li­chen Wachs­tums und der Ver­tie­fung einer Per­son, die in einer neu­en Ver­bin­dung lebt, voll­zo­gen ist, wird die­se die Kom­mu­ni­on emp­fan­gen kön­nen. Die Rede von Papst Fran­zis­kus vom 17. Okto­ber an die Syn­ode benann­te die „Dezen­tra­li­sie­rung“ als Pro­jek­ti­on der „Von-Fall-zu-Fall-Moral“. Der Papst erklär­te in sei­ner Schluß­an­spra­che am 24. Okto­ber: „Und – jen­seits der vom Lehr­amt der Kir­che genau defi­nier­ten dog­ma­ti­schen Fra­gen – haben wir auch gese­hen, daß das, was einem Bischof eines Kon­ti­nen­tes als nor­mal erscheint, sich für den Bischof eines ande­ren Kon­ti­nents als selt­sam, bei­na­he wie ein Skan­dal her­aus­stel­len kann – bei­na­he! –; was in einer Gesell­schaft als Ver­let­zung eines Rech­tes ange­se­hen wird, kann in einer ande­ren eine selbst­ver­ständ­li­che und unan­tast­ba­re Vor­schrift sein; was für eini­ge Gewis­sens­frei­heit ist, kann für ande­re nur Ver­wir­rung bedeu­ten. Tat­säch­lich sind die Kul­tu­ren unter­ein­an­der sehr ver­schie­den, und jeder all­ge­mei­ne Grund­satz – wie ich sag­te: die vom Lehr­amt der Kir­che genau defi­nier­ten dog­ma­ti­schen Fra­gen – jeder all­ge­mei­ne Grund­satz muß inkul­turiert wer­den, wenn er beach­tet und ange­wen­det wer­den soll.“

Die Moral der Inkul­tu­ra­ti­on, jene des „Von Fall zu Fall“, rela­ti­viert und löst das Moral­ge­setz auf, das per defi­ni­tio­nem abso­lut und uni­ver­sal ist. Es gibt weder eine gute Absicht noch mil­dern­de Umstän­de, die eine gute Hand­lung in eine schlech­te ver­wan­deln kön­nen oder umge­kehrt. Die katho­li­sche Moral kennt kei­ne Aus­nah­men: ent­we­der sie ist abso­lut und uni­ver­sal oder sie ist kein Moral­ge­setz. Jene Medi­en lie­gen daher nicht ganz falsch, die über die Rela­tio fina­lis mit Schlag­zei­len wie die­ser berich­te­ten: „Abso­lu­tes Kom­mu­ni­on­ver­bot für wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne fällt“.

Schlußfolgerung: keine Gewinner, nur Verlierer, an erster Stelle die katholische Moral

Die Schluß­fol­ge­rung ist, daß wir vor einem zwei­deu­ti­gen und wider­sprüch­li­chen Doku­ment ste­hen, das allen erlaubt, sich als Sie­ger zu sehen, auch wenn nie­mand gewon­nen hat. Alle wur­den besiegt, vor allem auch die katho­li­sche Moral, die aus der am 24. Okto­ber zu Ende gegan­ge­nen Fami­li­en­syn­ode zutiefst gede­mü­tigt her­vor­geht.

*Rober­to de Mattei, Histo­ri­ker, Vater von fünf Kin­dern, Pro­fes­sor für Neue­re Geschich­te und Geschich­te des Chri­sten­tums an der Euro­päi­schen Uni­ver­si­tät Rom, Vor­sit­zen­der der Stif­tung Lepan­to, Schrift­lei­ter der Monats­zeit­schrift Radi­ci Cri­stia­ne und der Online-Nach­rich­ten­agen­tur Cor­ris­pon­den­za Roma­na, Autor zahl­rei­cher Bücher, zuletzt erschie­nen: Vica­rio di Cri­sto. Il pri­mato di Pie­tro tra nor­ma­li­tà  ed ecce­zio­ne (Stell­ver­tre­ter Chri­sti. Der Pri­mat des Petrus zwi­schen Nor­ma­li­tät und Aus­nah­me), Vero­na 2013; in deut­scher Über­set­zung zuletzt: Das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil – eine bis­lang unge­schrie­be­ne Geschich­te, Rup­pich­teroth 2011. Die Zwi­schen­ti­tel stam­men von der Redak­ti­on.

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cor­ris­pon­den­za Roma­na




Sie lesen gern Katholisches.info? Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!





23 Kommentare

  1. Die Ana­ly­se von Rober­to De Mattei fin­det gleich­sam ihre Zusam­men­fas­sung im Kom­men­tar bei „Glo­ria Glo­bal“ über das Syn­oden-Ergeb­nis:
    -
    „Sowohl Katho­li­ken als auch Radi­ka­le rekla­mie­ren das Abschluss­do­ku­ment der Fami­li­en­syn­ode als Sieg.
    Bei den Teil­neh­mern am Coe­tus Inter­na­tio­na­lis Summo­rum Pon­ti­fi­cum wur­de dage­gen die Fra­ge laut, wie ein zwei­deu­ti­ges Doku­ment – das weder die Irr­tü­mer ver­ur­teilt noch die Wahr­heit klar aus­drückt – ein Sieg sein kann.“
    -
    -

  2. Vie­len Dank an alle Betei­lig­ten für die­se sehr gute Auf­klä­rung und Mög­lich­keit, die Din­ge zu unter­schei­den und rich­tig zu wer­ten.
    Wahr­schein­lich konn­ten die treu­en Kar­di­nä­le und Syn­oden­vä­ter nicht mehr errei­chen, wenn man bedenkt, daß „Papst“ Ber­go­glio mit allen Tricks und unfei­nen Mit­teln, auch der Dif­fa­mie­rung, gear­bei­tet hat. Und das als Papst.
    Es geht wohl bei allem m.Er. um das dro­hen­de Schis­ma aus Sicht der treu­en Kar­di­nä­le und aus der von Papst Bene­dikt. Und ein Schis­ma ist kaum aus­denk­bar. Was wür­de dann sein? Papst Bene­dikt hat klug gehan­delt und ver­ant­wor­tungs­be­wußt. Nun­mehr muß „Papst“ Ber­go­glio wirk­lich Far­be beken­nen- er allein. Er ist jetzt ver­ant­wort­lich, ganz allein (d.h.: mit sei­nen Mit­strei­tern).
    Viel­leicht wird sich zu der gan­zen Pro­ble­ma­tik auch Papst Bene­dikt noch äußern. Er wird die Ver­bie­gung der Moral nicht gut­hei­ßen nach mei­ner Mei­nung.

    Die 80 Syn­oden­vä­ter und auch sicher etli­che ande­re wer­den sich wohl kaum unter­krie­gen las­sen und sich noch bei­zei­ten Gehör ver­schaf­fen. Dann kann es zu Ber­go­gli­os Ent­mach­tung oder zum Schis­ma kom­men, aber die­sen Schwar­zen Peter hat dann „Papst“ Ber­go­glio.
    Es ist auch undenk­bar, daß sein motu pro­prio Kir­chen­ge­setz wird.

    • Ach Fran­zel, das ist doch Wunsch­den­ken. Die Rea­li­tät wird sein, dass die katho­li­sche Moral im Cha­os der dezen­tra­len „Gewis­sens­ent­schei­dun­gen“ auf der Strecke bleibt. Über kurz oder lang wird sich kein Bischof mehr „als Herr über die Gewis­sen sei­ner Gläu­bi­gen auf­spie­len wol­len“, wor­aus folgt, dass de fac­to jeder ein­zel­ne wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­ne sich im Gewis­sen selbst von jeder Schuld frei­spricht. Zusam­men mit der am 08.12. in Kraft tre­ten­den Schei­dung auf katho­lisch hört damit de fac­to die katho­li­sche Ehe­leh­re auf zu bestehen. Die 80 Auf­rech­ten wer­den bei­zei­ten klein bei­geben oder aus ihren Amt gemobbt. Herz­li­chen Glück­wunsch! Was an die­ser Ver­mei­dungs­stra­te­gie, zu der offen­bar Ratz­in­ger sei­nen Bei­trag gelei­stet hat, klug und ver­ant­wor­tungs­be­wusst sein soll, ent­schließt sich mir ange­sichts die­ser Kon­se­quen­zen nicht. Die Ableh­nung des Syn­oden­ent­wurfs und damit das Schei­tern Bego­gli­os wäre die ein­zi­ge Ret­tung für die Kir­che gewe­sen.

      • Aus mei­ner Sicht ging es dar­um, daß Papst Bene­dikt den Ver­än­de­rern nicht in die Fal­le geht. Und er ist ihnen nicht hin­ein­ge­tappt. Nicht mal dem listi­gen Kar­di­nal Schön­born. Es ging m.Er. zuletzt um die Kir­che bzw. die Fra­ge, ob es ein Schis­ma gibt oder nicht. Kar­di­nal Mül­ler sprach das ja Anfang Sep­tem­ber offen an. Und das war gut so, daß die Geg­ner in der Kir­che wis­sen, daß sie nicht uner­kannt sind. Bei einem Schis­ma zum Abschluß der Syn­ode hät­te man Papst Bene­dikt und den Treu­en die Schuld gege­ben. Sie haben die­se Klip­pe aber umschifft.

        Jetzt aber siehts anders aus. Jetzt muß Ber­go­glio „brin­gen“, die Leh­ren bekräf­ti­gen und wenn nicht, sind er und die Sei­nen für ein dann mög­li­ches Schis­ma ver­ant­wort­lich und nicht die auf­rech­ten Kar­di­nä­le. Das ist jetzt der Punkt. Ich sehe das so wie Rober­to de Mattei, daß „Papst“ Fran­zis­kus geschwächt ist. All sei­ne Tricks und Dro­hun­gen und Ver­leum­dun­gen hat­ten nichts gefruch­tet. Er ist nun­mehr in der Defen­si­ve, seit über 2 Jah­ren zum ersten­mal. Und da kommt er nicht mehr her­aus, es sei denn, daß er sich bekehrt.
        Ich mei­ne, man soll­te wei­ter beten, daß der Schlan­ge dann end­gül­tig der Kopf zer­tre­ten wird, womög­lich noch im Novem­ber. Die äuße­ren Rah­men­be­din­gun­gen (Schwä­chung von „Papst“ Ber­go­glio), wür­de ich sagen, sind dafür gege­ben. Und nun gehts ans Inhalt­li­che. Und da kann man nun­mehr den Sack ganz zuma­chen.

      • Fran­zel, bit­te das nicht per­sön­lich zu neh­men, aber Sie gehö­ren in die­sem Forum mit @Antifebronius und @Adrien Antoi­ne zur Pell-Frak­ti­on, die sich das absur­de und für den Fort­be­stand der katho­li­schen Leh­re ganz und gar kata­stro­pha­le Ergeb­nis der Syn­ode schön­re­den. Ich hielt Kar­di­nal Pell und sein State­ment http://www.gloria.tv/media/mSE9f22zAfV zunächst für eine beson­ders trau­ri­ge und bedau­erns­wer­te Don Qui­jo­te­rie. Mitt­ler­wei­le erach­te ich die­se Les­art für eine der ganz beson­ders gefähr­li­chen, weil sie den 80 Auf­rech­ten in den Rücken fällt und Ber­go­glio in die Hän­de spielt, der die­se in sei­ner unver­schäm­ten Syn­oden-Abschluss­re­de als Que­ru­lan­ten abstem­pelt. Die­se Abschluss­re­de zeigt übri­gens ein­mal mehr in aller Deut­lich­keit die Schi­zo­phre­nie die­ses des­po­ti­schen „Pon­ti­fex“, der, trotz aller Beteue­run­gen von frei­er Rede und Gedan­ken­aus­tausch, Bischö­fe, die ihm wider­spre­chen, nach dem Mot­to behan­delt: „Und willst Du nicht mein Bru­der sein, dann schlag ich Dir (ver­bal) den Schä­del ein!“, um im glei­chen Atem­zug vom Jahr der Barm­her­zig­keit zu säu­seln. Nein, wer immer noch glaubt, auf der Syn­ode sei den Lehr­amtstreu­en ein Sieg gelun­gen, der lese die Nach­rich­ten auf gloria.tv vom heu­ti­gen Tage. Übri­gens: was brin­gen Sie immer Ratz­in­ger ins Spiel. Die­se Nach­richt der ber­go­glio­ni­schen Haus­po­stil­le ist mit aller Vor­sicht zu genie­ßen. Je län­ger, je mehr erscheint mir die­ses Gerücht wie­der ein­mal als Ver­such, den Anschein zu erwecken, dass zwi­schen Ratz­in­ger und Ber­go­glio kein Blatt Papier pas­se, um mög­li­chen Kri­ti­kern des Syn­od­en­er­geb­nis­ses von vorn­her­ein die Luft aus den Segeln zu neh­men. Ob aus der Ableh­nung des Syn­oden­pa­piers ein Schis­ma ent­stan­den wäre, ist übri­gens frag­lich. Wäre aber das Syn­oden­pa­pier auch nur in einem Punk­te abge­lehnt wor­den, dann wäre wirk­lich ein Sieg der Lehr­amtstreu­en zu ver­zeich­nen gewe­sen und nur dann wür­de Ihre Aus­sa­ge zu Ber­go­glio, der es aus der Defen­si­ve „brin­gen“ müss­te, zutref­fend. So aber kann sich Ber­go­glio in allem, was er nun vor hat, auf das Syn­oden­pa­pier beru­fen. Denen, die sich nun noch immer in non­cha­lant über­le­ge­ner Gelas­sen­heit zurück­leh­nen und mit der Fuß­spit­ze wip­pend ent­geg­nen: „Ber­go­gli­os kom­men und gehen auch wie­der“, sei gesagt: Jetzt erst beginnt das gro­ße Auf­räu­men, beson­ders in Afri­ka. Und jeden Tag, den Ber­go­glio an der Macht ist, wird er nut­zen, um sei­nen Schwur umzu­set­zen: die Kir­che irreve­si­bel zu ändern(schädigen). Die Syn­ode war eine der weni­gen Chan­cen, ihn aus­zu­brem­sen. Der Kai­ros wur­de wie­der ein­mal ver­passt, weil die Lehr­amtstreu­en, im Gegen­satz zu den Kas­pe­ri­ten, nicht in der Lage sind, aus Feh­lern zu ler­nen und ihre Über­zeu­gun­gen kon­fron­ta­tiv zu ver­tre­ten.

      • Sehr geehr­ter @hicesthodie,
        Ihre Postings lese ich stets mit gro­ßem Inter­es­se: sie zei­gen von tie­fer Lie­be zum Glau­ben und zu der Hl. Kir­che.
        Ganz ver­blüfft (und dazu braucht es tat­säch­lich nicht Gerin­ges) bin ich jedoch, daß Sie hier eine „Pell-Frak­ti­on auf die­sem Forum“ mit @Antifebronius und @Adrien Antoi­ne (das bin dann wohl ich) erwäh­nen.
        Soweit ich mich erin­ne­re, habe ich Kard. Pell in den letz­ten Mona­ten über­haupt nicht erwähnt;
        und in den inter­es­san­ten Postings des geehr­ten @Antifebronius habe ich auch nichts dar­über gele­sen.
        Es ist wahr­schein­lich ein Miß­ver­ständ­nis:
        Natür­lich ist es eine Schan­de, wie die katho­li­sche Leh­re mal­trä­tiert wird, wie das Amt des Pap­stes scha­den nimmt, wie Ber­go­glio wild hin und her springt, wie die Bischö­fe und die Kar­di­nä­le kuschen.
        Und Mut und Schneid haben die Wenig­ste:
        Schön­born sehr fei­ge (er leg­te ein­mal zu Mit­ter­nacht ein Ent­las­sungs­schrei­ben vor einer Haus­tür und ver­schwand dann unbe­kannt ver­reist); sein Pro­fes­sor eben­falls (in Tübin­gen damals geschützt von 2 evan­ge­li­schen Kol­le­gen-Pro­fes­so­ren).
        Aber: die Aus­ein­an­der­set­zung ist nicht vor­bei.
        Gute Sol­da­ten wer­fen nach einer schwe­ren Schlacht nicht ihr Gewehr ins Korn und gehen nach Hau­se, son­dern hal­ten die Front­li­nie und gra­ben sich ein und ver­fe­sti­gen ihre Posi­ti­on.
        Ihr Vor­wurf ist inso­weit humo­ri­stisch, als ich heu­te auf kath.net die Aus­sa­ge v. Kard. Bur­ke und mehr noch die bis­si­ge Kom­men­ta­re von eini­gen Postern kom­men­tier­te- in höf­li­cher und nicht­er­reg­ter Spra­che;
        end­lich wur­de auch ich gesperrt (Tu quo­que fili mi)- aber das meist humo­ri­sti­sche: kei­ne Stun­de spä­ter wur­de ein Arti­kel über Kard. Sarah publi­ziert, mit exakt dem glei­chen Bibel­zi­tat wie in mei­nem gesperr­ten Kom­men­tar.

        Ich mag wohl sehr ger­ne Pell­kar­tof­fel-aber das ist, soviel wie ich weiß, kei­ne „Frak­ti­on“! 🙂

      • Man kann auch alles schlecht­re­den @ hicest­ho­die usw.
        Das zur Abstim­mung gekom­me­ne Schluss­do­ku­ment stammt nicht vom Papst Fran­zis­kus, des­sen Vor­la­ge kei­ne Chan­ce auf Zustim­mung hat­te. Es ist das Pro­dukt einer Nacht­ar­beit in letz­ter Minu­te unter Mit­wir­kung auch von Kar­di­nal Mül­ler.
        Dazu ist im obi­gen Auf­satz „Das Ergeb­nis der Fami­li­en­syn­ode VIII“ |zu beach­ten, was der Autor über das Zustan­de­kom­men der 95 Para­gra­phen, die schluss­end­lich zur Abstim­mung vor­ge­legt wer­den konn­ten, aus­führt.
        Dort heißt es: „Am Mor­gen des 23. Okto­ber sah sich Papst Fran­zis­kus, der die Syn­oden­ar­beit immer mit Auf­merk­sam­keit ver­folgt hat­te, einer uner­war­te­ten Ableh­nung des Kom­mis­si­ons­do­ku­ments gegen­über. 51 Syn­oden­vä­ter ergrif­fen das Wort, der Groß­teil sprach sich gegen den vom Papst vor­ge­leg­ten Text aus.…
        Das Doku­ment konn­te nicht am 24. erneut vor­ge­legt wer­den, ohne Gefahr zu lau­fen, von der Syn­oden­mehr­heit nie­der­ge­stimmt zu wer­den.… Die Kom­mis­si­on wur­de zwi­schen Frei­tag nach­mit­tag und Sams­tag mor­gen mit der Aus­ar­bei­tung eines neu­en Tex­tes beauf­tragt, der am Mor­gen des 24. Okto­ber in der Aula den Syn­oden­vä­tern vor­ge­tra­gen und am Nach­mit­tag abge­stimmt wur­de.“ Das Ergeb­nis ist bekannt. Nicht bekannt ist der Tag des besag­ten Mit­tag­essens von Papst em. Bene­dikt XVI. mit Kar­di­nal Schön­born. Wenn es nicht der Frei­tag , der 23. 10. gewe­sen ist, sind alle Mut­ma­ßun­gen über sei­ne Mit­wir­kung am End­text obso­let.
        Daher fin­de ich es „unter­ir­disch“ von eini­gen Über­ge­schei­ten im Forum, den stets auf der Grund­la­ge der apo­sto­li­schen Her­kunft von 26 der 27 Schrif­ten des NT argu­men­tie­ren­den Papst Eme­ri­tus Bene­dikt XVI vor­schnell dem moder­ni­sti­schen Lager zuzu­ord­nen und Schuld­zu­wei­sun­gen in sei­ne Rich­tung aus­zu­tau­schen, ohne genaue Kennt­nis­se sei­ner Betei­li­gung und ohne sei­ne Chan­cen­lo­sig­keit zu berück­sich­ti­gen, sich gegen die frag­wür­di­gen Anwür­fe aus der Anony­mi­tät her­aus zu weh­ren.

      • @Adrien Antoi­ne

        ich möch­te auch end­lich gesperrt wer­den, wel­ches Bibel­zi­tat hat Ihnen denn die rote Kar­te auf kath.net ein­ge­tra­gen? 😉

        anson­sten sind wir wohl schon so tief gesun­ken die letz­ten 50 Jah­re, dass das Ver­hin­dern des ursprüng­li­chen Doku­ments bereits als Erfolg gefei­ert wer­den muß 🙁

      • Bester @Kostadinov,

        2 Kor­rek­tu­ren:
        — Es war nicht Kard. Sarah, son­dern Kard. Arin­ze, der sasa betref­fen­de Bibel­zi­tat benutz­te;
        „Ich bin der Weg, die Wahr­heit und das Leben“

        -Inzwi­schen hat Kath.net mich offen­sicht­lich „ent­sperrt“:
        ich poste­te gestern nach­mit­tag gg. 16.30, aber gestern abend erschien nichts mehr ( Msgr. Schlegl war lief gera­de auf Hoch­tou­ren 🙂 )
        Heu­te mor­gen stand es dann bei den Kom­men­ta­ren.
        Macht nichts.
        Ein­mal wur­de ein Kom­men­tar mei­ner Wenig­keit mit bibli­schen Aus­sa­gen in einer gepfef­fer­ten Dis­kus­si­on nicht publi­ziert; immer etwas trau­rig für den Autor 😉 )
        Aber dann: zwei Wochen spä­ter wur­de das iden­ti­sche Posting sofort publi­ziert wenn ein eher als kon­ser­va­tiv ein­ge­schätz­ter Kar­di­nal eine kräf­ti­ge Aus­sa­ge gemacht hat­te und etwas unter lin­ken Feu­er geriet.
        Zen­so­ren brau­chen gute magen­säu­re­weh­ren­de Tablet­ten und viel Ner­ven­pil­len (fragt sich nur wel­che Art genau).
        Pell­kar­tof­fel schmecken jedoch sehr gut (:-) )

      • @Adrien Antoi­ne: Ich bezog mich mit der gewiß etwas über­spitzt for­mu­lier­ten Bemer­kung „Pell-Frak­ti­on“ auf den Kom­men­tar von @Antifebronius vom 26.10.15, 15:06 Uhr und Ihre Ant­wort um 16:17 Uhr im Bei­trag: https://www.katholisches.info/2015/10/26/das-ergebnis-der-familiensynode-iv-kardinal-kasper-bin-sehr-zufrieden/

        Mit die­sem Dik­tum ist kei­nes­falls ein Vor­wurf mei­ner­seits ver­bun­den, es ist ledig­lich fest­stel­lend und, wie gesagt, etwas poin­tiert for­mu­liert. Unge­ach­tet des­sen darf ich frei­mü­tig beken­nen, dass auch ich Ihre und @Antifebronius fun­dier­ten und hoch­in­ter­es­san­ten Kom­men­ta­re stets sehr schät­ze und immer mit gro­ßer Sym­pa­thie und inne­rer Zustim­mung lese.

  3. Denk­an­stoß Ich hof­fe, dies packt Sie genau­so, wie es mich gepackt hat!
    Ange­sichts der vie­len Wit­ze und Albern­hei­ten, die zuhauf ver­schickt wer­den, ist die­ses Text ein wenig anders:
    Es soll zum Nach­den­ken anre­gen.
    Die Toch­ter eines pro­mi­nen­ten Ame­ri­ka­ners wur­de in der “Ear­ly Show” inter­viewt, und Jane Clay­son frag­te sie: “Wie konn­te Gott so etwas gesche­hen lassen?” (bezo­gen auf die Anschlä­ge am 11. Sep­tem­ber)
    Anne Gra­ham gab eine äußerst tief­grün­di­ge und ein­sich­ti­ge Ant­wort. Sie sag­te:
    „Ich glau­be, Gott ist zutiefst trau­rig dar­über, genau­so wie wir; aber seit so vie­len Jah­ren sagen wir Gott, daß Er aus unse­ren Schu­len ver­schwin­den soll, aus unse­rer Regie­rung ver­schwin­den soll und aus unse­rem Leben ver­schwin­den soll.
    Und Gen­tle­man, der Er nun eben ist, hat Er sich, glau­be ich, still und lei­se zurück­ge­zo­gen. Wie kön­nen wir von Gott erwar­ten, uns Sei­nen Segen zu spen­den und uns Sei­nen Schutz zu gewäh­ren, wenn wir von Ihm ver­lan­gen, uns allein zu las­sen?“
    Ange­sichts der jüng­sten Ereig­nis­se – Anschlä­ge, Schie­ße­rei­en in Schu­len etc – den­ke ich, daß alles anfing, als Made­lei­ne Mur­ray O’Hare (sie wur­de ermor­det, ihre Lei­che unlängst gefun­den) vor Gericht zog und klag­te, weil sie nicht woll­te, daß Gebe­te in unse­ren Schu­len gespro­chen wer­den …
    … Und wir sag­ten IN ORDNUNG.
    Dann sag­te jemand, daß man an Schu­len bes­ser nicht die Bibel lesen sol­le. (Die Bibel sagt: du sollst nicht töten, du sollst nicht steh­len, und lie­be dei­nen Näch­sten wie dich selbst …)
    … Und wir sag­ten IN ORDNUNG.
    Dann sag­te Dr. Ben­ja­min Spock, daß wir unse­ren Kin­dern nicht den Hin­tern ver­soh­len soll­ten, wenn sie sich schlecht beneh­men, denn ihre klei­nen Per­sön­lich­kei­ten wür­den ver­formt und wir könn­ten ihrer Selbst­ach­tung scha­den (Dr. Spocks Sohn ver­üb­te Selbst­mord). Wir sag­ten, ein Exper­te soll­te doch wis­sen, wovon er redet.
    … Und wir sag­ten IN ORDNUNG.
    Dann sag­te jemand, daß Leh­rer und Direk­to­ren unse­re Kin­der bes­ser nicht dis­zi­pli­nie­ren sol­len, wenn sie sich schlecht beneh­men.
    Die Schul-Admi­ni­stra­to­ren sag­ten, der Lehr­kör­per dür­fe kei­ne Schü­ler anrüh­ren, wenn sie sich schlecht beneh­men, denn wir wol­len doch kei­ne schlech­te Rekla­me, und wir wol­len doch auch nicht geklagt wer­den!
    (Es gibt einen Rie­sen­un­ter­schied zwi­schen dis­zi­pli­nie­ren, berüh­ren, schla­gen, einen Klaps geben, demü­ti­gen, einen Fuß­tritt ver­set­zen etc.!)
    … Und wir sag­ten IN ORDNUNG.
    Dann sag­te jemand: Laßt unse­re Töch­ter doch Abtrei­bun­gen machen, wenn sie wol­len, und sie müs­sen es nicht mal ihren Eltern sagen.
    … Und wir sag­ten IN ORDNUNG.
    Dann sag­te ein wei­ses Mit­glied des Schul­di­rek­to­ri­ums: Da die Buben ja Buben sind und es sowie­so tun wer­den, so geben wir doch unse­ren Söh­nen so vie­le Kon­do­me wie sie wol­len, so daß sie so viel Spaß haben wie sie wol­len, und wir müß­ten es auch deren Eltern nicht sagen, daß sie sie in der Schu­le bekom­men hät­ten.
    … Und wir sag­ten IN ORDNUNG.
    Dann sag­te eines der höch­sten von uns gewähl­ten Orga­ne, daß es doch unwich­tig ist, was wir pri­vat tun, solan­ge wir unse­re Jobs ordent­lich machen.
    Und damit ein­ver­stan­den sag­ten wir, daß es mir doch egal ist, was irgend jemand, ein­schließ­lich des Prä­si­den­ten, pri­vat tut, solang ich nur einen Job habe und die Wirt­schaft gut ist.
    Dann sag­te jemand: Drucken wir doch Zeit­schrif­ten mit Fotos von nack­ten Frau­en und nen­nen es gesun­de, rea­li­sti­sche Wür­di­gung der Schön­heit des Frau­en­kör­pers.
    … Und wir sag­ten IN ORDNUNG.
    Und dann hat jemand die­se Wür­di­gung einen Schritt aus­ge­wei­tet und Fotos von nack­ten Kin­dern ver­öf­fent­licht, um dann noch mit einem Schritt wei­ter sie ins Inter­net zu stel­len.
    Und wir sag­ten IN ORDNUNG, sie haben ja ein Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung.
    Dann kam die Unter­hal­tungs­in­du­strie, die sag­te: Machen wir doch TV Shows und Fil­me, die Vul­gä­res, Gewalt und uner­laub­ten Sex för­dern; Machen wir Musik, die zu Ver­ge­wal­ti­gung, Dro­gen, Mord, Selbst­mord und teuf­li­schen Din­gen ermun­tert.
    Und wir sag­ten, es ist ja nur Unter­hal­tung, es hat ja kei­ne schäd­li­che Aus­wir­kung, außer­dem nimmt das ja ohne­hin nie­mand ernst, also macht ruhig wei­ter.
    Und jetzt fra­gen wir uns, war­um unse­re Kin­der kein Gewis­sen haben, war­um sie nicht zwi­schen rich­tig und falsch unter­schei­den kön­nen, und wes­halb es ihnen egal ist, Frem­de zu töten, ihre Schul­ka­me­ra­den, und sich selbst. Viel­leicht wer­den wir es her­aus­fin­den, wenn wir lang und inten­siv genug nach­den­ken!
    Ich den­ke, es hat eine Men­ge damit zu tun, daß „WIR ERNTEN, WAS WIR SÄEN.“
    Son­der­bar, wie ein­fach die Leu­te Gott aus ihrem Leben ver­dam­men und sich dann wun­dern, war­um die Welt zur Höl­le fährt.
    Son­der­bar, wie ein­fach wir glau­ben, was in den Zei­tun­gen steht, aber in Fra­ge stel­len, was die Bibel sagt.
    Son­der­bar, wie ein­fach man ‘Wit­ze’ über e‑Mail ver­sen­det, die sich dann wie ein Lauf­feu­er ver­brei­ten; aber wenn man beginnt, Bot­schaf­ten zu ver­mit­teln, die Gott betref­fen, dann über­le­gen es sich die mei­sten zwei­mal, ob sie die­se auch wei­ter­lei­ten.
    Son­der­bar, wie rohe, vul­gä­re, geschmack­lo­se und obszö­ne Arti­kel frei im Cyber­space her­um­schwir­ren, daß aber eine öffent­li­che Dis­kus­si­on über Gott in Schu­len und Arbeits­stät­ten unter­drückt wird.
    Ist hier jemand zum Lachen zumu­te?
    Son­der­bar, daß du, wenn du die­se Mes­sa­ge wei­ter­lei­test, sie nicht an vie­le auf dei­ner Adres­sen-Liste schicken wirst, weil du nicht sicher bist, was sie glau­ben, oder was sie über dich den­ken könn­ten, weil du sol­che Nach­rich­ten ver­schickst.
    Son­der­bar, daß wir uns mehr Sor­gen dar­über machen, was ande­re Leu­te über uns den­ken als über das, was Gott über uns denkt.
    Lei­te die­sen Text wei­ter, wenn du meinst, daß es viel­leicht etwas bewirkt. Wenn nicht, ver­giß es ein­fach … kei­ner wird es erfah­ren.
    Aber damit nimmst du ande­ren die Chan­ce, den Denk­pro­zeß wei­ter­zu­füh­ren …
    … Lehn dich dann auch nicht zurück und beschwe­re dich dar­über, in welch schlech­tem Zustand doch unse­re Welt ist!

    • Ergän­zung: Die­ser Text stammt nicht aus mei­ner Feder ! Ich habe ihn aus dem Inter­net kopiert, weil er m.E. zum The­ma passt. Er wur­de auch in der Monats­zeit­schrift „Der Gefähr­te“, Nr. 5, 2015, S. 8–9/Mediatrix-Verlag, abge­druckt, mit dem Hin­weis „Autor unbe­kannt“. In mei­nen Augen kann die Syn­ode, die jetzt zu Ende ging, unse­re kaput­te Zeit­epo­che nicht mehr ret­ten.

  4. Es ist nichts mehr wie es ein­mal war. Die gan­ze Situa­ti­on ist in sei­ner Gesamt­heit höchst un-
    befrie­di­gend. Ein Hick­hack son­der­glei­chen, ein Zir­kel neben dem ande­ren mit ent­spre­chen­den
    Kir­chen­mo­de­ra­to­ren. Für den Glau­ben ist das alles schäd­lich, die­ses Strip­pen zie­hen hin­ter den
    Kulis­sen, die­ser uner­laub­ter Stim­men­fang, ein­fach furcht­bar. Die Spal­tung in der Leh­re woll­te man
    ver­hin­dern, was soll das, die Spal­tung ist doch schon lan­ge da. Da hilft es wenig wenn mit vie­len
    Wor­ten die Ein­heit beschwo­ren wird. Die Spal­tung war schon da, als ein Kar­di­nals­gre­mi­um den
    Sturz Bene­dikt XVI. beschloss und Fran­zis­kus als Favo­ri­ten zur Wahl vor­schlu­gen. Fran­zis­kus ist
    nach eige­nen Wor­ten, der Aus­füh­ren­de der For­de­run­gen der Kar­di­nä­le. So gese­hen haben die
    Pro­gres­si­sten die Nase vorn, denn was jetzt zu einem Patt gewor­den ist, ist das Sprung­brett für
    wei­ter Übel in der Leh­re und noch schlim­mer in der Pra­xis. Nie­mand wird sie auf­hal­ten und Gott
    wird es zulas­sen, weil unser schwa­cher Glau­be nicht fähig war und ist, zu beten, zu mis­sio­nie­ren,
    und zu han­deln. Zu han­deln, indem wir die Bischö­fe auf­rüt­teln, die Gläu­bi­gen zu füh­ren und zu
    leh­ren und dass sie dem Moder­nis­mus abschwö­ren, nicht auf den Zeit­geist hören. Was bleibt ist
    Frust und das Wis­sen, dass das alles schon ange­kün­digt wor­den ist.

  5. Es ist bei­na­he so gelau­fen, wie ich es vor einem Jahr vor­her­ge­sagt hat­te. Auch wenn es knapp wur­de — es wur­den über das Jahr so vie­le glau­bens-/ka­the­chis­mustreue Bischö­fe aus­ge­tauscht, sodass das gewünsch­te Ergeb­nis in den Bereich des Wahr­schein­li­chen gerückt ist — auch wenn eini­ge Kom­pro­mis­se in den For­mu­lie­run­gen abge­run­gen wur­den.
    Wie geht es wei­ter? Jetzt läuft alles, wie nach V.II. — wol­len wir wet­ten? Schon kann nach­ge­le­sen wer­den, dass jeder in die unkla­ren Text­stel­len jene Din­ge hin­ein inter­pre­tiert, die er benö­tigt, zu Hau­se einen Erfolg ver­mel­den zu kön­nen. Die eigent­li­che Zer­reiß­pro­be steht unse­rer Kir­che damit jetzt erst bevor. Der „Kon­zils­geist“ mutiert zum „Syn­oden­geist“ — aber ist des der Hl.Geist?
    In eini­gen Jah­ren mag man­cher Syn­oden­teil­neh­mer dann fest­stel­len, dass wesent­li­che Ver­än­de­run­gen ver­ord­net wur­den, die bei der Syn­ode garan­tiert kei­ne Mehr­heit gefun­den hät­ten…
    Wem ist jetzt gehol­fen? Den Ori­en­tie­rungs­lo­sen und Suchen­den sicher nicht!

  6. Kar­di­nal Kas­pers Master­plan einen Domi­no­ef­fekt zu pro­du­zie­ren, wo eine katho­li­sche Leh­re nach der ande­ren zu Fall kommt bis der katho­li­sche Glau­be nur noch eine lee­re Hül­le ist, rückt Dank Fran­zis­kus Schüt­zen­hil­fe in greif­ba­rer Nähe.

  7. @hicesthodie: vie­len Dank für die Ermög­li­chung, die Stel­lungs­nah­me eines guten und kämp­fe­ri­schen Kar­di­nals zu lesen. Also wenn Kar­di­nal Pell sich der­art äußert, dann zeigt das mir, daß er sich von der Les­art des „Pap­stes“ Ber­go­glio nicht unter­krie­gen läßt. Nur nicht ein­schüch­tern las­sen muß die Devi­se hei­ßen und ihm, wenns sein muß, das Wort im Mun­de umdre­hen.

    Klar: die­ser „Papst“ und sei­ne Getreu­en (auch so vie­le außer­halb der Kir­che) spie­len foul und das von Anfang sei­nes „Pon­ti­fi­kats“. Das sind sei­ne Spiel­re­geln, die er als „Papst“ set­zen kann und dann muß man eben­so mit­spie­len. Und wer zuletzt lacht, lacht doch am besten wie das Sprich­wort sagt.
    Sei­ne Abschluß­re­de zeigt doch, daß es ihm pein­lich war zuzu­ge­ben, sei­ne gesteck­ten Zie­le trotz aller Nebel­ker­zen nicht erreicht zu haben.
    Und nun läuft die Nach­spiel­zeit: da kann man zuver­sicht­lich sein, daß auch die bestehen­den Unklar­hei­ten zugun­sten der katho­li­schen Leh­re noch aus­ge­räumt wer­den.

  8. Wenn die­ser Text, so wie er vor­liegt, von Papst Fran­zis­kus unter­fer­tigt wird, unter­fer­tigt er damit gleich sei­ne eige­ne Abdan­kung. So wie die Syn­ode gelau­fen ist, war das abzu­se­hen. Der ehe­ma­li­ge Prä­si­dent des Bun­des­kri­mi­nal­am­tes, Horst Herold, sag­te ein­mal zu der RAF: „Das sind Mar­xi­sten. Die­se neh­men für ihre Zie­le auch ein­mal eine Nie­der­la­ge in kauf.“ Ähn­lich ver­hält sich Papst Fran­zis­kus. Was geschieht hier:
    1) Das Unheil, das hier sei­nen (vor­läu­fi­gen) Höhe­punkt erreicht, hat schon im II. Vati­ka­num begon­nen. Wo ist in der „Kon­sti­tu­ti­on über die Kir­che“ (Lumen Gen­ti­um) über die sakra­men­ta­le Ehe die Rede, wenn nur in den dür­ren Wor­ten von LG 12 und 35. Nichts fin­det sich über die Unauf­lös­lich­keit der Ehe im Haupt­stück der Kon­zils­leh­re, gar nichts! Viel­mehr wird die Ehe in die „Kon­sti­tu­ti­on über die Sen­dung der Kir­che“, also in die Pasto­ral­kon­sti­tu­ti­on ver­bannt. Dort wird sie eini­ger­ma­ßen aus­rei­chend defi­niert. War­um dort? Da schon damals die Fami­lie unter dem Druck des Mar­xis­mus und des Libe­ra­lis­mus zur Dis­po­si­ti­on stand, hat­ten die Kon­zils­vä­ter nichts eili­ge­res zu tun, als die beson­de­re Stel­lung der Ehe in der Sen­dung der Kir­che zu beto­nen. Die Ehe ist also fak­tisch auf ein pasto­ra­les Anlie­gen redu­ziert wor­den. Ins­ge­samt hat eine aus­rei­chen­de und kor­rek­te Leh­re über die Ehe nicht statt­ge­fun­den.
    2) Durch die unmit­tel­bar nach­fol­gen­de post­kon­zi­lia­re Lehr­amts­tä­tig­keit Papst Paul VI wur­de das Lehr­stück über die Ehe auf die Emp­fäng­nis­ver­hü­tung redu­ziert („Huma­nae Vitae“).
    3) Papst Johan­nes Paul II hat nun in vol­ler Brei­te die NATURRECHTLICHE Sei­te der Ehe in „Fami­lia­ris Con­sor­tio“ her­aus­ge­ar­bei­tet, voll­kom­men kor­rekt, aber an der über­na­tür­li­chen Ein­rich­tung der Ehe knapp vor­bei.
    4) Dar­aus ent­stand ein fast 30 Jah­re andau­ern­der „caus pen­dens“.
    5) Die jetzt tagen­de Bischofs­syn­ode hat nun end­gül­tig die Ehe dem pasto­ra­len Wir­ken der Kir­che zuge­ord­net. Damit ist die „pasto­ra­le Wen­de“ (Karl Rah­ner) zumin­dest für das Sakra­ment der Ehe voll­zo­gen. Der Per­so­na­lis­mus fei­ert fröh­li­che Urständ und die Bischofs­kon­fe­ren­zen wer­den dem katho­li­schen Cha­rak­ter der Hei­li­gen Ehe den Gar­aus machen, da sich jede Bischofs­kon­fe­renz nun anders zum The­ma „Unauf­lös­lich­keit der Ehe“ und der Sün­de der „Homo­se­xua­li­tät“, der gleich­ge­schlecht­li­chen Unzucht stel­len wird (Homo­seg­nun­gen gibt es ja lei­der schon in eini­gen deutsch- und eng­lisch­spra­chi­gen Diö­ze­sen — proh dolor!)
    Damit ist ein Beru­fungs­stand der Kir­che geschleift!

    Als näch­stes folgt der Prie­ster­stand…

    Ich kann der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. nur eines emp­feh­len: Wei­hen Sie gute Prie­ster zu Bischö­fen, damit das pasto­ra­le Wir­ken der Einen, Hei­li­gen Katho­li­schen und Apo­sto­li­schen Kir­che, wel­che die Hei­li­ge Röm­nisch-Katho­li­sche Kir­che IST, die in FORMA SPECIFICA nur noch in der FSSPX vor­han­den ist, fort­be­stehe!

    Ope­ra­ti­on Über­le­ben III!

    ROMA, ROMA, CONVERTERE AD DOMINUM DEUM TUUM!

  9. Geehr­ter @ Kosta­di­nov
    Es gibt nichts zu fei­ern, son­dern nur zu kon­sta­tie­ren und dar­aus rich­ti­ge Schlüs­se zu zie­hen.
    Zum Zustan­de­kom­men der Rela­tio finis war nicht nur das Ver­hält­nis von Ja- und Nein­stim­men zuein­an­der ent­schei­dend, son­dern auch die jewei­li­gen Stimm­ent­hal­tun­gen. Es gab 5 Syn­oda­le, die sich regel­mä­ßig ent­hiel­ten und damit die äußerst knap­pe Annah­me des näch­tens unter Zeit­druck gegen die Vor­la­ge von Papst Fran­zis­kus redi­gier­ten Doku­ments wohl aus Grün­den der Gesamt­ver­ant­wor­tung ermög­lich­ten. Sie und alle ande­ren Ent­hal­tun­gen kön­nen wohl nicht dem Lager der Kas­pe­ria­ner zuge­rech­net wer­den.
    Auf die abge­ge­be­nen Stim­men bezo­gen, habe ich an ande­rer Stel­le gesagt: „Ohne die per­sön­li­chen Son­de­r­ein­la­dun­gen von bel­gi­schen Moder­ni­sten durch Papst Fran­zis­kus, in Ver­bin­dung mit bestimm­ten Nicht­be­rück­sich­ti­gun­gen, wäre die Syn­ode an den Punk­ten 84, 85 und 86 geschei­tert. Dazu ist zu beden­ken, dass das zur Abstim­mung gekom­me­ne Schluss­do­ku­ment nicht von Papst Fran­zis­kus stammt, des­sen eige­ne Vor­la­ge vom 23.10 wegen der eben­falls mani­pu­la­ti­ven Umge­hung von über 1300 Ein­wän­den aus der Syn­ode kei­ne Chan­ce auf Zustim­mung am 24.10 gefun­den hät­te“.
    Inso­fern haben die „Kas­pe­ria­ner“ das vor­lie­gen­de Ergeb­nis der Syn­ode durch ihre mani­pu­la­ti­ve Stra­te­gie, durch inak­zep­ta­ble Teil­neh­mer- und Text­ma­ni­pu­la­tio­nen mora­lisch ent­wer­tet. Damit woll­te ich gegen­über @ Sua­rez gera­de auch auf die damit erfolg­te Ent­wer­tung der von den Kas­pe­ria­nern „ent­wer­te­ten Glau­bens­sub­stanz“ hin­wei­sen – was einer Auf­wer­tung der im römisch-katho­li­schen Lehr­amt gesi­cher­ten Glau­bens­sub­stanz gleich­kommt. Vor allem das Ergeb­nis zu Punkt 85 stellt daher m. E. trotz Errei­chung des Quo­rums einen Selbst­schuss ins eige­ne refor­ma­to­ri­sche Knie dar.

    • tut mir leid, dass sie das mit dem Fei­ern zu wört­lich neh­men, ich for­mu­lie­re manch­mal etwas flap­sig, bin eben nicht so gebil­det wie Sie — aber ich mach mein Bier dann ger­ne wie­der zu, wenn ich nicht fei­ern darf 🙂

      • Wer­ter @ Kon­sta­di­nov!
        Sie beklag­ten sich:“ Anson­sten sind wir wohl schon so tief gesun­ken die letz­ten 50 Jah­re, dass das Ver­hin­dern des ursprüng­li­chen Doku­ments bereits als Erfolg gefei­ert wer­den muß :-(„
        Den Satz ent­nahm ich in mei­ner unge­bil­de­ten Nai­vi­tät, dass Sie in Ihrem Wunsch, aus Grün­den des tie­fen nach­kon­zi­lia­ren Gefal­lenseins sach­lich dar­in bestärkt wer­den woll­ten, das Ver­hin­dern des ursprüng­li­chen Rela­tio-Doku­ments nicht zu fei­ern. Dem­entspre­chend bemüh­te ich mich, Ihnen das Fei­ern des Ver­hin­derns zu ver­mie­sen. Das tut mir jetzt leid, denn ich sehe ein, dass Ihr Ver­zicht auf eine Fla­sche Bier die Sache nicht wert war. Machen Sie Ihre ange­trun­ke­ne Fla­sche wie­der auf! Oder grei­fen Sie sich eine neue! Auweia! Der Satz könn­te der Rela­tio fina­lis ent­ge­gen­ste­hen. Aber ich las­se ihn, wie er ist. Prost!
        Übri­gens: Was Ihrer bis­her unge­still­ten Sehn­sucht nach einer kath.net-Sperrung angeht, ken­ne ich einen Rat­ge­ber mit vier­fa­cher Erfah­rung in den letz­ten fünf Jah­ren.

      • ich hab’s wie­der ver­sucht bei dem Arti­kel mit den Pius­brü­dern 😀

        Nee Spaß bei­sei­te, ich will testen wie genau die einem hier hin­ter­her­sur­fen…

  10. Wie konn­te es dazu kom­men. Erin­nern wir uns ein­mal an die Nacht, in der das Kon­zil das Sche­ma „Über die Reli­gi­ons­frei­heit“ mit einem Feder­strich umge­wor­fen wor­den ist, den Kon­zils­vä­tern abends vor­her um 18:00 das neue Sche­ma der Theo­lo­gen vogelgt wor­den ist, das von Papst Paul VI per­sön­lich abge­seg­net war. So ist auch bei die­ser Sybo­de ver­fah­ren wor­den. Papst Fran­zis­kus hat den schon fer­ti­gen Beschluß über die Umfor­mu­lie­rung des „instru­men­tum Labo­ris“ zum „Post­syn­oda­len Schrei­ben““ mit den kon­ser­va­ti­ven Ände­run­gen „Ratz-Fatz“ durch einen neu­en Text erset­zen las­sen, der noch strem­ger war. Die­ser Text ist mit mehr als 2/3‑Mehrheit abge­lehnt wor­den, weil der Text nicht bekannt war. Die (schein­ba­re) Nie­der­la­ge des Pap­stes hat die Ultra-Moder­ni­sten um Kasper/Schönborn/Danneels/Marx einen Tri­umph ver­schafft. Die Früh­jahrs­voll­ver­samm­lun­gen der Bischö­fe 2016 war­ten nur auf die Ver­ab­schie­dung von weit­rei­chen­den „pasto­ra­len“ Schrit­ten der „Barm­her­zig­keit“. Die schwam­mi­ge For­mu­lie­rung „kul­tu­rel­le Viel­falt“ ist nun wahr­lich ein Mei­ster­stück des „Ver­wir­rers“. Und hier kommt das Päpst­li­che haus ins Spiel, das sich immer eng mit den C9 in allen Hand­lun­gen wäh­rend der Syn­ode abge­spro­chen hat. S. Em. Ger­hard Lud­wig Mül­ler wur­de erpreßt („black­mai­led him…“, wohl mit Vor­gän­gen aus sei­nem Bis­tum in bezug auf die Nicht­wei­ter­ga­be der Akten aus dem „kaff“ an die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on 2004. Damit war so oder so Papst em Bene­dikt XVI end­gül­tig aus dem ver­kehr gezo­gen. Der „Spre­cher“ sei­nes „Schü­ler­krei­ses“ Chri­stoph Car­di­nal Schön­born OP erle­dig­te dann den Rest. („Eure Hei­lig­keit, die Sache ist ver­lo­ren…“). Damit konn­ten sich die Kon­ser­va­ti­ven nicht mehr auf einen Bruch zwi­schen den Päp­sten ver­las­sen. Und Mül­ler in sei­nem Mainz-Fin­ther Tem­pe­ra­ment gab nun klein bei, nach dem Mot­to „Isch will jo kaan Ärscher!“ /„Isch will kei­nen Skan­dal pro­vo­zie­ren.
    Selbst­ver­stän­lich ent­hielt sich S. Em Rpbert Sarah der Stim­me.
    Papst Fran­zis­kus hat­te inzwi­schen beschlos­sen, ein Dikaste­ri­um für die Fami­lie zu schaf­fen. Der Titel „Kon­gre­ga­ti­on“ zeigt an, wel­che macht das zukünf­ti­ge Lai­en­di­kaste­ri­um bekommt. Es wird nur dem Hei­li­gen Vater unter­stellt sein. Es WIRD DIE VOLLMACHT HABEN, EXKOMMUNIKATIONEN AUSZUSPRECHEN. Und wenn an der Spit­ze — wie zu befürch­ten — tat­säch­lich ein Laie ste­hen soll­te. Dann wir DAMIT DER HIERARCHISCHE AUFBAU DER KIRCHE ZERSTÖRT! Man muß es sich vor­stel­len: Ein Laie — HORRIBILE DICTU — spricht gegen­über einem Kle­ri­ker die Exkom­mu­ni­ka­ti­on aus wegen einer pasto­ra­len Ange­le­gen­heit.
    Merkt denn nie­mand auf wel­chem Absturz sich der nach­kon­zi­lia­re Vati­kan befin­det.
    Das geht gegen die Offen­ba­rung, gegen die Dog­men, gegen das IUS DIVINUM! Und die Syn­oden­vä­ter haben durch ihre Blind­heit das mit­ver­ur­sacht.
    Die „Barm­her­zig­keit“ des Moder­nis­mus ist das Schmei­cheln des Satans: „Fra­tres, sobri esto­te et vigi­la­te, quia adver­s­a­ri­us vester dia­bo­lus tam­quam leo rugi­ens cir­cuit, quem devor­et! Cui resis­ti­te FORTES IN FIDE!“ Tu, autem Domi­ne mise­re­re nobis!

  11. Ach ja, wer ein­mal die argen­ti­ni­sche Natio­nal­elf spie­len gese­hen hat, weiß wie bru­tal Foul sie Spie­len (Mara­dona, Mon­zon!)

Kommentare sind deaktiviert.