Das Ergebnis der Familiensynode VII – Das Ratzinger-Schönborn-Essen

Mittagessen im Kloster?
Mit­tag­essen im Kloster?

(Rom) Die Tages­zei­tung La Repub­bli­ca ver­öf­fent­lich­te in ihrer heu­ti­gen Aus­ga­be eini­ge Hin­ter­grün­de und Details über das Zustan­de­kom­men von Schluß­be­richt und Zwei-Drit­tel-Mehr­heit. Damit stellt nach dem bür­ger­li­chen Medi­en­flagg­schiff Cor­rie­re del­la Sera auch des­sen lin­kes Pen­dant La Repub­bli­ca Wiens Erz­bi­schof Kar­di­nal Chri­stoph Schön­born in den Mit­tel­punkt, dem eine nicht genau defi­nier­te ent­schei­den­de Rol­le zuge­schrie­ben wird, daß die Syn­ode letzt­lich nicht doch geschei­tert ist, obwohl alles danach aus­ge­se­hen hat­te. Ein Schei­tern wäre es gewe­sen, wenn die Syn­ode nicht die vom Papst gewünsch­te Grund­rich­tung abge­seg­net hätte.

„Syn­ode: „Wenn nicht der eme­ri­tier­te Papst gewe­sen wäre, wäre die Kata­stro­phe schlim­mer.“ So lau­tet die Schlag­zei­le von La Repub­bli­ca gefolgt vom Satz: „Das Syn­oden­ab­kom­men, das nach einem Mit­tag­essen Ratz­in­ger-Schön­born zustan­de kam. Mül­ler vom Schach­zug über­rascht: dann die Über­ein­kunft mit Kas­per. Der Papst: ‚Anstren­gen­de Arbeit, die vie­le Früch­te tra­gen wird‘.“

Brachte Mittagessen mit Benedikt XVI. die Wende?

Repub­bli­ca-Vati­ka­nist Mar­co Ansal­do schreibt dem öster­rei­chi­schen Pur­pur­trä­ger und dem eme­ri­tier­ten Papst Bene­dikt XVI. die schließ­lich beschlos­se­ne Über­ein­kunft zu, die die Syn­ode vor dem „Schei­tern“ geret­tet habe. Papst Bene­dikt XVI. habe sich über den Gang der Syn­oden­ar­beit genau infor­mie­ren las­sen. Die Syn­ode habe sich zwi­schen den Kas­pe­ria­nern und den Ver­tei­di­gern der Ehe- und Moral­leh­re in einer Sack­gas­se befunden.

Da sei es zu einem Mit­tag­essen im Klo­ster Mater Eccle­siae zwi­schen Bene­dikt XVI. und Kar­di­nal Chri­stoph Schön­born gekom­men. Ein Mit­tag­essen, das der Wie­ner Erz­bi­schof gewünscht habe, wie es in Rom heißt. Der von Schön­born zustan­de gebrach­te Kom­pro­miß­text des Cir­cu­lus Ger­ma­ni­cus wur­de mit Abstri­chen zum Vor­bild für den Schluß­be­richt der Syn­ode. Das Ziel lau­te­te, doch noch einen „gemein­sa­men Punkt zwi­schen Refor­mern und Kon­ser­va­ti­ven vor der Schluß­ab­stim­mung“ zu fin­den, so La Repub­bli­ca.

Bereits im zwei­ten Absatz wird die eigent­li­che Kat­ze aus dem Sack gelas­sen. Die wirk­li­che Bot­schaft der Bericht­erstat­tung die­ser bedeu­ten­den Medi­en lau­tet: der „jun­ge Erz­bi­schof von Wien, der für vie­le als Papa­bi­le in einem künf­ti­gen Kon­kla­ve gilt“.

Doch zurück zum Syn­oden­schluß­be­richt: Das Mit­tag­essen Schön­born-Bene­dikt XVI. habe eini­ge Tage vor dem ver­gan­ge­nen Sams­tag statt­ge­fun­den und wur­de unter „Höf­lich­keits­be­su­chen“ ehe­ma­li­ger Ratz­in­ger-Schü­ler ver­bucht. Der 2013 zurück­ge­tre­te­ne deut­sche Papst tue sich beim Gehen schwer, doch sein Kopf funk­tio­nie­re noch ein­wand­frei, so Ansal­do. Er habe „auf­merk­sam – aus der Fer­ne – die Pha­sen der Syn­oden­de­bat­te mitverfolgt“.

Der „Anfüh­rer der Kon­ser­va­ti­ven“ sei Glau­bens­prä­fekt Ger­hard Kar­di­nal Mül­ler, der die Gesam­mel­ten Wer­ke des deut­schen Pap­stes als Her­aus­ge­ber betreut. Mehr weiß Ansal­do nicht zu berich­ten. Die Ableh­nung der zen­tra­len Stel­le des Schluß­do­ku­ments wäre aber, das steht fest, einer Gefolg­schafts­ver­wei­ge­rung gleich­ge­kom­men, eine öffent­li­che Bla­ma­ge für Papst Fran­zis­kus, die ihn zu einer Art Lame Duck der katho­li­schen Kir­che gemacht hät­te. In die­ser Situa­ti­on, so legt es Ansal­do nahe, habe Schön­born als Aus­weg aus der Sack­gas­se den Gang zu Bene­dikt XVI. angetreten.

Schlußbericht „nicht ohne Konflikte“, doch schließlich reichte Kardinal Müller die Hand

Auch das schreibt Repub­bli­ca nicht expi­zit, legt aber nahe, daß umge­kehrt das plötz­li­che Ein­len­ken von Glau­bens­prä­fekt Mül­ler irgend­wie auf Bene­dikt XVI. zurückgehe.

Daß Mül­ler „am Ende den Pro­gres­si­sten Schön­born, Marx und Kas­per die Hand reich­te“, wer­de von man­chen als Wunsch inter­pre­tiert, die Syn­ode nicht zu spal­ten und damit den von Papst Fran­zis­kus gewünsch­ten Schub zurück­zu­wei­sen, so Ansal­do. Mül­lers plötz­li­ches Ein­len­ken „war eine gro­ße Über­ra­schung“, zitiert Ansal­do pro­gres­si­sti­sche Syn­oden­krei­se. Der Schluß­be­richt „ging nicht ohne Kon­flikt durch, fand aber am Ende eine gemein­sa­me Basis“, zitiert Repub­bli­ca.

In der schwie­ri­gen und mühe­vol­len Schluß­pha­se der Ver­hand­lun­gen habe Kar­di­nal Kas­per die Sum­ma des hei­li­gen Tho­mas von Aquin zitiert, wo die­ser zur pru­den­tia mah­ne. Und statt des Wor­tes „Kom­mu­ni­on“ fand das Wort „Unter­schei­dung“ Ein­gang in das Papier. Ein Reiz­wort für Kar­di­nal Mül­ler ver­schwand und ein Wort, das dem Jesui­ten auf dem Papst­thron beson­ders wich­tig ist, hielt Ein­zug. Mül­ler akzep­tier­te am näch­sten Mor­gen den von den Pro­gres­si­ven vor­ge­schla­ge­nen Kompromiß.

„Es war ein Wunder“

„Es war ein Wun­der“, kom­men­tier­te der pro­gres­si­ve Pater Tho­mas Rosi­ca, Assi­stent von Vati­kan­spre­cher Lom­bar­di für die eng­lisch­spra­chi­ge Pres­se, denn nur wegen einer ein­zi­gen Stim­me erreich­te der Para­graph zu den wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen die nöti­ge Mehr­heit. Letzt­lich die Stim­me Mül­lers, wenn man es so sehen will. Damit konn­te auch das The­ma wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­nen offi­zi­ell von der Syn­ode dem Papst über­ge­ben wer­den, der nun die Mög­lich­keit hat, dazu zu ent­schei­den. Hät­te die Syn­ode genau die­sen Punkt abge­lehnt, um den sich zwei Jah­re die gan­ze Syn­ode dreh­te, wäre es für den Papst schwie­rig geworden.

„Der Papst war gestern sicht­lich zufrie­den“, so La Repub­bli­ca. In der Schluß­mes­se im Peters­dom dank­te der Papst den „Syn­oden­brü­dern“ und mein­te: Die Syn­ode „war anstren­gend, aber sie wird sicher viel Frucht brin­gen“. Gleich­zei­tig maß­re­gel­te er erneut Katho­li­ken, die „aus­gren­zen“ woll­ten und denen ande­re, die nicht ihrem Bild ent­spre­chen, „lästig sind“. Doch nun sei die „Zeit der Barm­her­zig­keit“ und nicht der „Ver­ur­tei­lun­gen“.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: MiL

69 Kommentare

  1. Man hat ein mög­lich erschei­nen­des Schis­ma zunächst wohl abge­wen­det, aber es fragt sich wie­viel der Kom­pro­miß, die Ein­heit der Kir­che wert sein wird und wie lan­ge er tra­gen wird. Die Kas­per-Sei­te kann sich jeden­falls durch­aus freu­en- und der Kar­di­nal tuts ja auch‑, weil die Türen geöff­net blei­ben und das heißt, daß sog. wvh. Geschie­de­ne nun doch auf brei­ter Front die hl. Kom­mu­ni­on emp­fan­gen wer­den dür­fen wie es aus­sieht. Wel­cher Prie­ster vor Ort wird das nun noch ver­wei­gern kön­nen gera­de im „Jahr der Barmherzigkeit“?

    Kar­di­nal Mül­ler aber hats nicht leich­ter. Ja, so funk­tio­niert Macht.

  2. Also hat Bene­dikt den Ver­tei­di­gern der Leh­re einen Dolch­stoß ver­setzt? Ein Schis­ma wäre doch ein bes­se­rer Aus­weg gewe­sen als die jet­zi­ge Hän­ge­par­tie, oder? Ver­ste­he nicht ganz.

  3. Wenn die­se Bericht­erstat­tung der Wahr­heit ent­spre­chen soll­te, dann hät­te Ratz­in­ger Ber­go­glio den Kopf geret­tet und Mül­ler düpiert. Nun­ja, der „jun­ge“ Schön­born hat wohl auch mehr Charme, als der kan­ti­ge Glau­bens­wäch­ter. Was für ein Wahn­sinn: eine Stim­me, und Ber­go­glio hät­te ein­packen kön­nen. Am besten, man zieht den Vor­hang vor die­se gan­ze Cho­se: Plau­di­te, amici, come­dia fini­ta est.

  4. Papst Leo XIII. in sei­ner Enzy­kli­ka über die Ein­heit der Kir­che „Satis cogni­tum“ vom 29. Juni 1896:
    „Es gibt nichts Gefähr­li­che­res als die­se Irr­leh­rer; über alles reden sie zwar tadel­los, mit einem Wört­chen aber ver­der­ben sie, wie mit einem Tröpf­lein Gift, den rei­nen und unver­fälsch­ten Glau­ben an die gött­li­che und folg­lich auch an die apo­sto­li­sche Überlieferung“

  5. Wenn das wirk­lich stimmt, so zeigt es, dass Ratz­in­ger nicht die Hei­li­gen­ge­stalt war und ist, zu der ihn vie­le Tra­dis machen und dass es durch­aus auch Kon­ti­nui­tä­ten mit dem Pon­ti­fi­kat des Nach­fol­gers gibt! Wäre Ratz­in­ger ein Hei­li­ger, hät­te er spä­te­stens jetzt LAUT sei­ne Stim­me gegen Ber­go­glio erhe­ben müs­sen! Aber den Mut einer KATHARINA VON SIENA hat er eben doch nicht! Und mit jedem wei­te­ren Monat, den er lebt, erscheint sein Rück­tritt immer fragwürdiger …

    • Nur ruhig Blut @Michael Koppe.
      Die gro­ße Hei­li­ge Katha­ri­na von Sie­na war aber nicht Papst. Offen gegen „Papst“ Ber­go­glio die Stim­me zu erhe­ben, wäre als Auf­ruhr ange­se­hen wor­den. Und das wäre das Aller­letz­te, was die Kir­che hät­te gebrau­chen kön­nen. Dann wäre Papst Bene­dikt erle­digt gewe­sen und mit ihm die treu­en Kar­di­nä­le und alle Gläu­bi­gen. Dann hät­te das Ber­go­glio-Lager freie Fahrt für alles gehabt. Papst Bene­dikt ist den Geg­nern nicht auf den Leim gegan­gen, selbst nicht dem hoch­gei­sti­gen Kar­di­nal Schön­born, soll­te er das vor­ge­habt haben.
      So aber ist „Papst“ Ber­go­glio geschwächt. Er ist nun­mehr, der immer in der Offen­si­ve war, in der Defen­si­ve und kommt da nicht mehr her­aus, außer er kehrt um zu den Leh­ren und ver­kün­det diese.

  6. @hicesthodie „eine Stim­me“: wie funk­tio­niert der Abstim­mungs­mo­dus? Weiß man etwas dar­über? Ich ver­mu­te, nicht durch Hand­he­ben und abzäh­len. Denn annä­hernd hun­dert­mal durch­zäh­len hal­te ich nicht für prak­ti­ka­bel. Bleibt viel­leicht ein Knopf zu drücken? Und der Com­pu­ter wer­tet dann aus, wenn er nicht schon vor­pro­gram­miert war… Abge­se­hen davon, kann eine Zwei­drit­tel­mehr­heit in ihrer Zustim­mung genau­so irren wie eine Drit­tel­min­der­heit in ihrer ableh­nen­den Hal­tung und umge­kehrt. Über Glau­bens­wahr­hei­ten lässt sich nun mal nicht abstimmen.
    Übri­gens gehe ich im Fall der Knopf­drück­va­ri­an­te im Zeit­al­ter der Total­über­wa­chung davon aus, daß regi­striert wird, wer wie abge­stimmt hat. Nur so macht es „Sinn“.

  7. „Auch das schreibt Repub­bli­ca nicht expi­zit, legt aber nahe, daß umge­kehrt das plötz­li­che Ein­len­ken von Glau­bens­prä­fekt Mül­ler irgend­wie auf Bene­dikt XVI. zurückgehe.“
    Das Ver­trau­en von Glau­bens­prä­fekt Mül­ler zu Bene­dikt XVI scheint sehr groß zu sein!
    Es wird wohl schwie­rig sein das Blatt Papier zu fin­den das zwi­schen unse­ren bei­den Päp­sten sich angeb­lich ver­steckt oder nicht ver­steckt hat.
    Per Mari­am ad Christum.

  8. Ja, das ist die Hand­schrift Ratz­in­gers — ewi­ge Kom­pro­mis­se, das Zusam­men­kon­ti­nu­ie­ren unver­söhn­ter Wider­sprü­che in der Hoff­nung auf eine natür­li­che Lösung im Sin­ne einer katho­li­schen „Loya Djir­ga“. Haupt­sa­che, der Laden bricht nicht aus­ein­an­der, Haupt­sa­che man pfuscht wei­ter, haupt­sa­che, die Kir­che geht sprich­wört­lich mit ihren Päp­sten in die Höl­le als ohne sie in den Himmel.
    Furcht­bar — ja, das ist Ratzinger!
    So sind auch alle sei­ne Schrif­ten im Längs­schnitt sei­nes Lebens: wider­sprüch­lich, wider­sprüch­lich, wider­sprüch­lich, aber dabei sehr stilvoll.

    Und das lie­ben die post­mo­der­nen Men­schen: Haupt­sa­che der Stil brilliert.

    • Alle, die sich immer noch ein­bil­den, es käme je zu einem „Schis­ma“ — es wird zu allem kom­men, nur dazu nicht.
      Die­se Zei­ten sind vorbei.
      Heu­te sol­len alle gezwun­gen wer­den, mit unterzugehen.

      • @zeitschnur
        das den­ke ich auch, Schis­men und Exkom­mu­ni­ka­tio­nen gehoe­ren zu der Schwarz — Weiss Kate­go­rie der Kir­che, die sich in einer „Plu­ra­len“ Gemein­schaft von selbst verbieten.
        Die Koep­fe heu­te den­ken demo­kra­tisch und nicht mehr hierarchisch.
        Ber­go­glio flir­tet mit allen, von extrem links bis zu Bischof Fel­lay von der FSSPX, alles kein Pro­blem, alles wird dialogisiert.
        Der Ket­zer Kueng beisst sich sicher­lich sonst­wo­hin, denn unter Ber­go­glio-Kas­per- und Co. haet­te er sei­ne Lehr­erlaub­nis nie ver­lo­ren, nein er wae­re als der lie­be Freund Hans ( Herr Leh­mann aus Mainz) hoch­will­kom­men im Vati­kan ein- und ausgegangen.
        Ueber Bene­dikt hart zu urtei­len ist nicht gerecht, erstens kennt man die genau­en Umsta­en­de nicht aus sei­ner Sicht (er aeu­ssert sich nicht) und man darf nicht ver­ges­sen, das er ein Ver­tei­di­ger des Papst­tums ist, incl. der Per­son die auf dem Stuhl Petri sitzt.
        Er ist 100 % loy­al, auch wenn man das nicht ver­ste­hen mag.
        Die Kir­che Jesu Chri­sti jeden­falls, ist am Ort Rom von sehr vie­len Sata­nen ange­fu­ellt, die sie in die Hoel­le zie­hen wollen.
        Es wird ihnen nicht gelin­gen, not­falls erle­ben wir viel­leicht noch ein neu­es Rom, was dann viel­leicht an einem ande­ren Ort ste­hen wird.
        Da Euro­pa sich vom Glau­ben getrennt hat, weht der hl. Geist evtl. bald ganz woan­ders, war­ten wir es ab.

      • Sehr rich­tig. Trotz­dem las­sen sie sich noch immer von Ratz­in­ger blen­den und set­zen ihre infan­ti­len Hoff­nun­gen auf ihn. Ber­go­glio und Ratz­in­ger machen sich sicher­lich dar­ob lustig, da bei­de in der Tat sich sehr ergänzen.
        Ratz­in­ger war zeit­le­bens durch und durch Libe­ra­ler. Der Unter­schied war nur der, daß sich Kir­chen­leu­te und Theo­lo­gen sei­ner Genera­ti­on wie Klaus Küng noch wei­ter radi­ka­li­sier­ten wäh­rend Ratz­in­ger „kon­ser­va­tiv“ sei­nen Libe­ra­lis­mus der 1950er bewahr­te. Des­we­gen erscheint Ratz­in­ger Nach­ge­bo­re­nen als „kon­ser­va­tiv“. Bei eini­gen deut­schen „Tra­di­tio­na­li­sten“ spielt natür­lich mit, daß er „Deut­scher“ und noch dazu „Bay­er“ ist. Da hört dann jedes Den­ken auf.

      • Darf ich Sie was fra­gen, wer­ter Herr Rat­kaj? Ich bin Jahr­gang 1972 und seit ich mich erin­nern kann, war Ratz­in­ger ‎in der (ver)öffentlich(t)en Mei­nung der böse kon­ser­va­ti­ve Hard­li­ner, Groß­in­qui­si­tor, ‎Panzerkardinal etc. Ich bin natür­lich in der PostVII-Kir­che auf­ge­wach­sen und mei­nen Eltern war ‎Ratzinger das „Boll­werk“ gegen Küng, Kas­per, Befrei­ungs­theo­lo­gie etc.‎
        Wenn Sie ihn als gemä­ssig­ten Libe­ra­len (zumin­dest ver­steh ich ihren Post so) bezeich­nen, wer ‎wäre dann ein wirk­lich Kon­ser­va­ti­ver im posi­ti­ven Sin­ne? Lef­eb­v­re? Fel­lay? Unter den jet­zi­gen ‎röm. Kar­di­na­len kann’s ja kei­ner sein, weil alle irgend­wie in der Kon­zils­kir­che wurzeln?‎

      • @ J.G. Ratkaj

        Neu­lich hab ich das schon mal erwähnt — ich habe im Inter­net die Lese­pro­be von Stef­fen Köh­ler über „Bene­dikt XVI. — die neue Tra­di­ti­on“ gelesen.
        Die Beob­ach­tun­gen die­ses Autors, die er auch sehr gut belegt, sind viel­leicht der Schlüs­sel zu der wider­sprüch­li­chen Theo­lo­gie Ratzingers.

        http://roell-verlag.de/epages/bffcc1fb-060d-4066-bf9c-ddec607b2cb7.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/bffcc1fb-060d-4066-bf9c-ddec607b2cb7/Products/978–3‑89754–258‑7

      • Wir sind doch schon längst im Schis­ma oder nicht? Seit­dem man sich beim After­kon­zil vom Hoch­al­tar abwand­te, wand­te man den Rücken dem Herrn zu und leg­te sich nackt auf den Volks­al­tar Luthers. Es ist ein „schwei­gen­des Schis­ma“, damit es nicht gehört wird und der from­me Katho­lik nicht nach der Wahr­heit fragt, die beste Täu­schung ist immer noch die die man nicht bemerkt.

      • Ich bin Jg. 1929 und sage klar gemein­sam mit mei­nem bei­na­he Alters­ge­nos­sen dem geschätz­ten Wbf. Max Zie­gel­bau­er: die „alte“ Kir­che ist mir lieber.
        Es gab bis weit in die 1980er noch genü­gend alt­gläu­bi­ge (d.h. Hier­ar­chen wel­chen den über­lie­fer­ten Glau­ben der Väter treu­lich und unver­fälscht bewahr­ten) Bischö­fe, frei­lich dann schon alle­samt eme­ri­ti da natür­lich Paul VI. die Alters­gren­ze brauch­te und wider apo­sto­li­schen Brauch dekre­tier­te um die­se Hier­ar­chen kalt zu stel­len und sie so in einer ekkle­sio­lo­gi­schen Ano­ma­lie „in Pen­si­on schick­te“. anson­sten hät­te das Zer­stö­rungs­werk von „Erneue­rung und Reform,“ nie­mals so erfolg­reich in Angriff genom­men wer­den können.
        Um im deutsch­spra­chi­gen Raum mei­ner momen­ta­nen Umge­bung zu blei­ben (Ich leb­te von 1947–61 in Rom, 1961-bis heu­te mit Aus­nah­me eini­ger Jah­re in Bra­si­li­en aus­schließ­lich in CH und nach 1994 auch ver­mehrt neben der Schweiz wie­der im hei­mat­li­chen Ungarn): Die Chu­rer Bischö­fe Von­der­ach und Haas waren noch aus­ge­zeich­ne­te Hir­ten im Sin­ne der „alten“ Kir­che. Von­der­ach hat zwar viel nach­ge­ben müs­sen weil auch auf ihn erheb­li­cher Druck laste­te und er auch anfangs den Früh­lings­ge­füh­len des Kon­zils etwas erlag doch als­bald bezeug­te er fol­ge­rich­tig ernüch­tert den dra­ma­ti­schen Ver­fall der katho­li­schen Reli­gi­on eben durch die­ses Kon­zil, er war ein durch und durch katho­li­scher Bischof alter Schu­le. Daher pro­te­gier­te er auch Bischof Wolf­gang und wünsch­te ihn als sei­nen Nach­fol­ger. Msgr. Haas ist im deutsch­spra­chi­gen Raum heu­te der ein­zi­ge gute Hir­te von dem man kla­re Ori­en­tie­rung und Anlei­tung noch erwar­ten kann und sie auch bekommt. +Vitus ist per­sön­lich fromm und inte­ger, nicht weni­ger als Bischof Wolf­gang, aber er hat über­haupt kei­ne Füh­rungs­kom­pe­tenz und nicht das Behar­rungs­ver­mö­gen Bischof Wolf­gangs. Bischof Haas ist auch nicht „kon­ser­va­tiv“ son­dern alt­gläu­big. „kon­ser­va­tiv“ ist eine Bezeich­nung, wel­che erst auf­kam als sich das Lager der Neue­rer in Radi­kal­re­for­mer und vor­sich­ti­ge Refor­mer auf­spal­te­te. (z.B. hat in den 1950er in Rom nie­mand gesagt Cana­li, Otta­via­ni, Tede­schi­ni, Nasal­li Roc­ca di Cor­ne­lia­no oder Mas­si­mi sei­en „kon­ser­va­tiv“. Sie waren eben streng katho­lisch und wider jede Adap­ti­on an den Zeit­geist) Der Graf von Schön­born gilt ja als „kon­ser­va­tiv“. In die­sem Sin­ne ist Ratz­in­ger auch „kon­ser­va­tiv“. Die­se Bezeich­nung „kon­ser­va­tiv“ ist ein Unter­schei­dungs­merk­mal inner­halb des pro­gres­si­ven Lagers sel­ber, ein Lager wel­ches nun seit den spä­ten 1960ern voll­stän­dig den Welt­epi­sko­pat domi­niert. Tei­le die­ses pro­gres­si­ven Lagers haben sich soweit radi­ka­li­siert, daß die etwas Vor­sich­ti­ge­ren nun als­bald als „kon­ser­va­tiv“ gel­ten. Daher lie­gen zwi­schen dem „kon­ser­va­ti­ven“ Ratz­in­ger und dem Kar­di­nal Otta­via­ni auch Wel­ten und ein unüber­brück­ba­rer Gegensatz.

    • Das ist völ­li­ger Unsinn, was Sie schrei­ben und bös­wil­lig dazu, lei­der. Sie haben von Tuten und Bla­sen offen­bar kei­ne Ahnung und sind nicht an der Kir­che inter­es­siert. Das sage ich, denn genau so schrei­ben Sie. Ich tue Ihnen damit kein Unrecht.

      • @Konstadinow
        „Ich bin Jahr­gang 1972 und seit ich mich erin­nern kann, war Ratz­in­ger ‎in der (ver)öffentlich(t)en Mei­nung der böse kon­ser­va­ti­ve Hard­li­ner, Groß­in­qui­si­tor, ‎Panzerkardinal etc.“
        Ich bin auch lan­ge auf ihn rein­ge­fal­len. „Ver­öf­fent­li­che Mei­nung“ ja genau dar­um geht es. Das Spiel der Ver­wir­rung läuft auf vie­len Schie­nen. Johan­nes XXIII war der „Gute Papst“ und Ratz­in­ger der „Pan­zer­kar­di­nal“. Hier wer­den ver­schie­de­ne Srö­mun­gen der Katho­li­ken ange­spro­chen und bedient und dann wer­den alle gemei­sam auf das sel­be Ziel getrie­ben. Man soll­te sich mal die „Sub­si­stit in Leh­re“ mal genau durch den Kopf gehen las­sen und so schwie­rig wie es ist man kann den öku­me­ni­schen Angriff auf die Kir­che erkennen.
        Per Mari­am ad Christum.

  9. Ein die­ses Ergeb­nis tref­fend umschrei­ben­der Kom­men­tar bei „Glo­ria Global“:
    -
    „Sowohl Katho­li­ken als auch Radi­ka­le rekla­mie­ren das Abschluss­do­ku­ment der Fami­li­en­syn­ode als Sieg.
    Bei den Teil­neh­mern am Coe­tus Inter­na­tio­na­lis Summorum Pon­ti­fi­cum wur­de dage­gen die Fra­ge laut, wie ein zwei­deu­ti­ges Doku­ment – das weder die Irr­tü­mer ver­ur­teilt noch die Wahr­heit klar aus­drückt — ein Sieg sein kann.“
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  10. Ist die Ein­heit wirk­lich so viel mehr wert als die Wahr­heit? Ver­ste­he ich nicht ganz, aber ich schät­ze Papst Eme­ri­tus Bene­dikt als sehr wei­sen Mann, der sich auf alle Kir­chen­vä­ter ver­steht. Was von ihm kommt, wür­de ich auch blind anneh­men. Ver­trau­en wir auf den HERRN!

    • @ Seve­rin

      „Ist die Ein­heit wirk­lich so viel mehr wert als die Wahrheit?“

      Es ist viel schlim­mer, die Schein-Ein­heit ist mehr wert als die Wahrheit.

  11. Papst Bene­dikt, wenn ich das rich­tig deu­te, woll­te sicher­lich nicht, daß ein Schis­ma mit sei­nem Namen ver­bun­den ist, weil man ja in die­sem Fal­le, wäre es ein­ge­tre­ten, sagen und behaup­ten könn­te, die treu­en Kar­di­nä­le hät­ten mit sei­ner Unter­stüt­zung es dazu kom­men lassen.
    Hier war wahr­schein­lich zum jet­zi­gen Zeit­punkt die Ein­heit der Kir­che wich­ti­ger, zumal es ja auch offen­sicht­lich dem Papst gelang, das Kasper‑, Marx‑, Schön­born- „Lager“ zu soz. Zuge­ständ­nis­sen zu bewegen. 

    Nun­mehr aber hat es „Papst“ Ber­go­glio allein in sei­ner Hand. Wenn er nicht umkehrt und ohne Wenn und Aber die Leh­ren ver­kün­det (also bspw. kei­ne Kom­mu­ni­on für wvh. Geschie­de­ne außer die­se leben wie „Bru­der und Schwe­ster“, keusch, zusam­men, sowie Rück­nah­me sei­nes motu pro­prio), dann ist er! ver­ant­wort­lich für ein mög­li­ches Schis­ma. Der Ball liegt bei ihm und es liegt in sei­ner Ver­ant­wor­tung, ob‚s zum Schis­ma kommt oder nicht m.Er.

    Also Papst Bene­dikt hat sehr ver­ant­wor­tungs­voll und klug gehan­delt. Die Tat­sa­che, daß er von Kar­di­nal Schön­born auf­ge­sucht wur­de, ist auch ein Beleg, daß sei­ne Stim­me auch in die­sen Krei­sen offen­kun­dig nach wie vor Gewicht hat. Er ist im Innern der eigent­li­che Papst. Das zeigt ja die­se gan­ze Geschich­te hier.
    Kar­di­nal Mül­ler, ein enger Mit­ar­bei­ter von Papst Bene­dikt, muß­te sich hier wohl ein Stück weit bewe­gen, denn er konn­te nicht mit dem Kopf soz. durch die Wand gehen. Das hät­te nichts gebracht, son­dern ganz im Gegen­teil immensen Scha­den ver­ur­sacht für ihn wie auch für Papst Bene­dikt und die gan­ze Kir­che: es war sicher­lich ein Stück weit Selbst­ver­leug­nung, aber dar­in besteht ja auch (manch­mal) die Nach­fol­ge Christi.

  12. Allein ein Dis­ku­tie­ren über sol­che The­men, die längst abge­schlos­sen sind durch die Katho­li­sche Kir­che, ver­rät ihren Glau­bens­ab­fall. Nicht die Moral ist in erster Linie ver­kom­men, son­dern der GLAUBE. Das ist doch das eigent­li­che Pro­blem! Der Ver­rat am Glau­ben zei­tigt sol­che Früch­te. Für einen Katho­li­ken indis­ku­ta­bel. Des­we­gen ist nicht zu ver­ste­hen, wes­halb so viel Auf­he­bens um die­se Syn­ode gemacht wird. Ein Katho­lik hat damit über­haupt nichts zu tun, wenn sich Nicht­ka­tho­li­ken über eine längst abge­schlos­se­ne Sache unter­hal­ten. Denn die­se Syn­ode rüt­telt an den Wän­den der Geset­ze und hat alle Schran­ken zum Ein­sturz gebracht, egal, wie sie schluß­end­lich aus­fällt. Ein Katho­lik hat sich damit gar nicht zu befas­sen. Was Nicht­ka­tho­li­sche bera­ten und beschlie­ßen, geht uns doch gar nichts an.
    Viel­mehr soll­te uns das inter­es­sie­ren, was in unse­rem Euro­pa gera­de pas­siert. War­um ist das kein The­ma? Es ist eben gera­de die Fol­ge die­ses Glau­bens­ab­falls in Rom als Stra­fe Gottes. 

    Und wie ist das mög­lich, daß die­se Medi­en nahe­zu ins­ge­samt und geschlos­sen hin­ter jene ste­hen, die unser Land aus­sa­gen und aus­plün­dern wol­len, sich steu­ern las­sen von ganz oben und Unrecht jenen tun, die nichts Arges wol­len als ihre Bür­ger verteidigen?

    Benützt von oben, haben die­se Dis­kus­si­ons­lei­ter und Pla­gia­to­ren nichts ande­res zu tun, als will­fäh­rig und dienst­wil­lig dem Plan der Neu­en Welt­ord­nung zu die­nen und dazu braucht es jetzt eben — lan­ge schon vor­be­rei­tet bis ins Detail — das Cha­os, die Bedrückung, die Hoff­nungs­lo­sig­keit und Ent­mu­ti­gung. Und dazu wer­den auch Sen­dun­gen gemacht. Dafür geben Sie sich her!

    Jene, die für ihr Vater­land ein­tre­ten, sich abkämp­fen und ankämp­fen gegen die, die dem Vater­land scha­den, sol­che wer­den ver­un­glimpft von die­sen Medi­en, machen gar eine Sprech­stun­de von „Het­ze im Netz“. Ja um Him­mels­wil­len wer hetzt denn eigent­lich? Sind das Het­zer und Hasser, die ihr christ­li­ches Abend­land ver­tei­di­gen oder sind nicht viel­mehr jene Het­zer und Hasser, die ihre eige­nen Lands­leu­te has­sen, die die Rech­te ihrer eige­nen Bür­ger has­sen, die die Kir­che has­sen und die Gott has­sen. Ist das nicht der Grund, war­um sol­che Sen­dun­gen gemacht wer­den, um Het­ze und Haß gegen jene zu säen, die dem Unrecht ent­ge­gen­tre­ten? Sind dann eini­ge weni­ge unter die­ser Grup­pie­rung, die sich absicht­lich in die­se ein­ge­schli­chen haben und Radau machen, wird die­ses gan­ze Bünd­nis beschimpft, ver­leum­det und diffamiert.

  13. Die Kon­ser­va­ti­ven haben auch 50 Jah­re nach dem Kon­zil das dia­lek­ti­sche Den­ken immer noch nicht ver­stan­den und sich zum x‑ten Mal mit der dia­lek­ti­schen Metho­de über­töl­peln lassen.
    Natür­lich geht es Kaper und Kon­sor­ten nicht dar­um die Leh­re zu ändern, son­dern dar­um, sie ihrer unum­schränk­ten Gül­tig­keit zu berau­ben und zur The­se zu rela­ti­vie­ren. Die Leh­re bleibt also unver­än­dert erhal­ten, hat aber jetzt nur noch den Sta­tus einer These.
    Die schwam­mi­gen Wischi-Waschi For­mu­lie­run­gen in den Syn­oden­tex­ten bil­den dann das Ein­falls­tor für die Anti­the­se. Kas­per und Co fürch­ten ein­deu­ti­ge, kla­re For­mu­lie­run­gen wie der Teu­fel das Weih­was­ser, weil sie auf der Grund­la­ge von Klar­heit und Prä­zi­si­on ihre Anti­the­sen nicht ein­schleu­sen können.
    Dass Kas­per mit der Syn­ode „sehr zufrie­den“ ist, zeigt, dass es gelun­gen ist, genü­gend Ein­falls­to­re zu platz­ie­ren, auf deren Grund­la­ge jetzt Tat­sa­chen geschaf­fen wer­den können.
    Der zur The­se gewor­de­nen Leh­re der Kir­che steht also nun­mehr die Anti­the­se gegen­über und es kommt zu einem dia­lek­ti­schen Pro­zess, einem Abnut­zungs­kampf zwi­schen The­se und Anti­the­se (Ratz­in­gers „Schlei­fung der Bastio­nen“) an deren Ende die Kon­ser­va­ti­ven ermü­det und zer­mürbt der Syn­the­se zustimmen.
    Wenn man glaubt, das jetzt der Frie­de ein­kehrt, hat man sich getäuscht, weil die Syn­the­se nun­mehr die neue The­se bil­det, der wie­der­um eine Anti­the­se gegen­über­ge­stellt wird und das gan­ze Spiel geht von vor­ne los. Für die Hege­lia­ner ist das dia­lek­ti­sche Prin­zip der Motor des Fortschritts.
    Dass die Kon­ser­va­ti­ven die­ses immer glei­che Sche­ma ein­fach nicht durch­schau­en, deu­tet auf eine schwe­re phi­lo­so­phi­sche Unter­be­lich­tung hin.
    Mit der alten Scho­la­stik ist jeden­falls kein Blu­men­topf mehr zu gewinnen.
    Nach­dem das Kind also in den Brun­nen gefal­len ist, müs­sen sich die Kon­ser­va­ti­ven jetzt auf­raf­fen, die unum­schränk­te Gül­tig­keit der Leh­re der Kir­che wiederherzustellen.
    Dazu muss dem jesui­tisch-frei­mau­re­ri­schen Lehr­amt Ber­go­gli­os ein katho­li­sches Lehr­amt gegen­über­ge­stellt wer­den, wie dies Kar­di­nal Erdö zu Beginn der Syn­ode gemacht hat.

    • Ihre Beschrei­bung trifft die Sache wohl ziem­lich genau.
      Nur Ihre Ansicht, dass man mit der Scho­la­stik kei­nen Blu­men­topf mehr gewin­nen kön­ne, fin­de ich nicht überzeugend.
      Die „Unter­be­lich­tung der Kon­ser­va­ti­ven in phi­lo­so­phi­scher Hin­sicht“ gilt ja auch auf scho­la­sti­schem Gebiet.
      Wer auch nur einen Abschnitt aus der Sum­ma durch­dacht hat, muss doch ent­decken, dass auch in ihr ein „dia­lek­ti­sches Prin­zip“ vor­han­den ist. Der ein­zi­ge Unter­schied ist dabei, zu der Dia­lek­tik, die Sie beschrei­ben, dass die Kir­che im Für und Wider zu einer Fra­ge bei allem, was Dog­ma ist, bereits eine end­gül­ti­ge Fol­ge­rung gezo­gen hat, bei ande­ren Din­gen, die weni­ger gra­vie­rend erschei­nen, aber nach wie vor die Dia­lek­tik ste­hen lässt.
      Tho­mas führt dann die Argu­men­te an, die für eine Sache spre­chen und setzt ihnen die ent­ge­gen, die gegen eine Sache spre­chen. Oft ergreift er selbst kei­ne erkenn­ba­re Posi­ti­on, oft aber tut er es. Man muss immer sehr genau hinsehen.
      Mir fällt bei all den Her­ren im Deduk­ti­ons­wahn im Tra­di­la­ger oft auf, dass sie nicht ein­mal in der Lage sind, die­se Struk­tur in Tho­mas‘ Deduk­tio­nen zu erken­nen. Sie behaup­ten glatt, Tho­mas habe dies oder jenes gesagt, dabei ist es bei ihm nur Tei­lar­gu­ment einer nicht gelö­sten The­se-Anti­the­se-Aus­ein­an­der­le­gung und kei­nes­wegs zwin­gend sei­ne Option.

      Ich ver­mu­te, dass das Pro­blem nicht die Fra­ge der blo­ßen Metho­de der Abwä­gung von The­sen und Anti­the­sen ist, son­dern die Wei­ge­rung der „Hege­lia­ner“, eine Opti­on als „wahr“ zu ergrei­fen und von da aus wei­ter­zu­den­ken. Sie machen die Schwe­be der „Für-wider-Kon­struk­ti­on“ zum „Lebens­prin­zip“, das, je wei­ter man fort­schrei­tet, irgend­wann die Wahr­heit immer „näher“ erschei­nen lässt
      Ein Scho­la­sti­ker geht hier zumin­dest u.U. wei­ter und ergreift eine Posi­ti­on. Bereits ergrif­fe­ne Posi­tio­nen, ins­be­son­de­re, wenn sie dog­ma­tisch defi­niert sind, nimmt er dage­gen zur Aus­gangs­ba­sis für wei­te­re Deduk­tio­nen. Ihre Anti­the­se ver­wirft er dagegen.
      Hegel­sche Dia­lek­tik „schleift“ das alles solan­ge ab, bis man sich der Wahr­heit wenig­stens immer mehr annähert.
      Wie ich zur Stra­te­gie Bene­dikts bereits gestern sag­te: eine Art katho­li­scher Loya Djir­ga. Man labert so lan­ge her­um, bis alle ein­stim­mig Ja sagen.

      Pseu­do­scho­la­stik kann — wenn sie falsch ange­wen­det wird — zu einer Art Erstar­rung füh­ren. Und ich den­ke, das ist auch das Pro­blem der moder­nen Scho­la­stik.… sie kup­fert das ab, was sie von Tho­mas falsch ver­stan­den hat, weil sie schon den Wunsch Leos XIII., die scho­la­sti­sche Metho­de für hier und heu­te frucht­bar zu machen, miss­ver­stan­den hat in dem Sin­ne, als sol­le sie nun Tho­mas als gehei­mes „Lehr­amt“ durch­su­chen nach Ant­wor­ten. Tho­mas hat aller­dings auch viel Gewag­tes oder längst Wider­leg­tes fabri­ziert, auch das berück­sich­tig­te Leo XIII., Pius X. rela­ti­vier­te bereits die­se Vor­sicht Leos XIII. aus­drück­lich, und danach ging es steil berg­ab mit der „phi­lo­so­phi­schen Belich­tung der Konservativen“.

    • Genau so ist es. Man könn­te es auch psy­cho­lo­gisch for­mu­lie­ren: die Kas­pe­ri­ten set­zen absicht­lich nicht durch­setz­ba­re Maxi­mal­for­de­run­gen, um den Lehr­amts­treu­en Kom­pro­miss­lö­sun­gen abzu­rin­gen, die die­sen dann wie Sie­ge erschei­nen. Aber schon im Kom­pro­miss rückt man von der Leh­re ab und trägt somit im zwei­ten Schritt dazu bei, den Maxi­mal­for­de­run­gen zur all­ge­mei­nen Akzep­tanz zu ver­hel­fen. Ganz im Gegen­satz zu Ihnen sehe ich aber gera­de im Feh­len einer gründ­li­chen scho­la­ti­schen Aus­bil­dung die Ursa­che dafür, dass man die Bischö­fe mit der­art bil­li­gen Tricks über den Tisch zie­hen kann, weil ein­fach der ana­ly­ti­sche Geist, der die Din­ge bis zur letz­ten Kon­se­quenz zu durch­den­ken und abzu­wä­gen ver­mag, nicht geschult ist.

  14. Es wird so viel gere­det in bezug frem­der Reli­gio­nen: Was uns ver­bin­det, das Ver­bin­den­de her­aus­grei­fen, wir haben so vie­les gemeinsam.
    Schul­kin­der sol­len in einem Wett­be­werb die drei Welt­re­li­gio­nen dar­stel­len und das Ver­bin­den­de her­aus­stel­len. Juden, Chri­sten, Islam, egal ob Gott oder Allah, das ist wun­der­bar! Kinds­ver­der­ber seid ihr!
    Die gemein­sa­men Wer­te pfle­gen, heißt es. Unsinn! Was ver­bin­det uns denn mit wem? Haben wir eigent­lich was Ver­bin­den­des? Ja haben wir!
    Uns ver­bin­det das eine, daß alle Men­schen ohne Aus­nah­me beru­fen sind, das ewi­ge Heil zu erlan­gen. Jenen, die sich die­sem Heil wider­set­zen, gehö­ren wir nicht an. Uns ver­bin­det, daß jedem Men­schen die Erb­schuld anhaf­tet, wenn er in die­se Welt tritt. Ist die­se Erb­schuld nicht getilgt, schafft sie nur Böses und kann nur Böses schaf­fen! Doch Ange­la schafft es, damit fer­tig zu wer­den. Auch die Syn­oda­len haben dies längst über Bord gewor­fen. Was also? Es ist doch die­se Syn­ode nur so zu betrach­ten, als wür­den sich evan­ge­li­sche Gemein­den in einem Forum tref­fen. Dar­über spre­chen doch Katho­li­ken gar nicht!

    Und was plär­ren unse­re Poli­ti­ker her­um, allen Men­schen kom­me glei­cher­ma­ßen Men­schen­wür­de zu? Nein! Kommt ihnen nicht zu, wenn sie die Wür­de Got­tes miß­ach­ten. Die eigent­li­che Men­schen­wür­de besteht im Kind-Got­tes-Ver­hält­nis, im Stand der Gna­de sein, in der Freund­schaft Got­tes leben. Das ist die ein­zi­ge Wür­de des Men­schen: sei­ne Bezie­hung zu Gott. Zu die­ser Freund­schaft gelangt man durch die TAUFE — durch sonst nichts! Das sind die Grund­wer­te eines jeden wah­ren Katho­li­ken! Das sind die Grund­wer­te eines jeden christ­li­chen Staa­tes. Von die­ser angeb­lich christ­li­chen Regie­rung längst als lächer­lich emp­fun­den, von den Syn­oda­len in Rom längst nicht mehr geglaubt!

    Es kann kei­ne Zusam­men­füh­rung der ver­schie­de­nen Reli­gio­nen geben. Das aber ist der Plan! Auch der Plan in Rom! Wir las­sen uns aber nicht ver­ein­nah­men für die­ses neue System!
    Wir ste­hen auf der Rech­ten Sei­te, denn da gehö­ren wir hin! Wir sind nicht fana­tisch, nicht Het­zer und nicht Ket­zer, son­dern Chri­sten! Und wir sind Radi­ka­le ein­zig in der Ver­tei­di­gung der Königs­herr­schaft Unse­res Herrn Jesus Chri­stus und unse­res Glau­bens. Der wah­re Grund­stein, das Fun­da­ment eines jeden wah­ren Katho­li­ken ist CHRISTUS. Somit sind alle Katho­li­ken Fun­da­men­ta­li­sten. Sie bau­en auf CHRISTUS, dem Fun­da­ment der Wahr­heit und der Einig­keit. Weil CHRISTUS DIE WAHRHEIT ist, besitzt auch die von Chri­stus gegrün­de­te Kir­che, die Römisch-Katho­li­sche Kir­che, allein die ein­zi­ge Wahr­heit. Und nur sie! Wer sie anta­stet, steht AUSSERHALB ihr!

    • Bra­vo @Makariel ganz mei­ne Meinung,
      dann gehen wir end­lich nach Rom und been­den die­sen „Not­ra Aeta­te“ Quatsch.
      Ein 5 Zei­ler ueber die Tole­ranz gege­nu­e­ber ande­ren Reli­gio­nen tuts auch.
      Als naech­stes Ver­bot des NOM und Ein­fueh­rung der triden­ti­ni­schen Mes­se als Regel, danach faellt etwa 90% der Kle­ri­ker ab und der Rest ist die klei­ne Her­de die Chri­stus bei sei­ner Wie­der­kunft erwartet.
      Ein Traum, ich fuerch­te momen­tan noch, aber .….….…. !

  15. Bezeich­nend, dass die mei­sten hier (mit rühm­li­cher Aus­nah­me von @Zeitschnur) zu die­sem end­gül­ti­gen Beweis schwei­gen, dass Ratz­in­ger gar nicht der ist, zu dem ihn die Com­mu­ni­ty hier über Jah­re gemacht hat. Er hat mit Tra­di­tio­na­lis­mus so viel zu tun wie wie eine Eidech­se mit einem Leo­par­den. Zeit­schnur sagt es gaz rich­tig: Ratz­in­ger ist ein „stil­vol­ler“ Moder­nist. Nicht mehr und nicht weni­ger. Er hat wie alle Kon­zil­späp­ste viel zum Zer­stö­rungs­werk an der Kir­che bei­getra­gen. Aber das wol­len sie hier nicht sehen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

  16. Was stört uns, in die rech­te Ecke gestellt zu wer­den? Rechts zu ste­hen ist für uns eine Ehre, denn sie ist die Sei­te GOTTES. Was stört uns, dies­be­züg­lich ver­ach­tet zu wer­den? Wir ste­hen bewußt auf der rech­ten Sei­te, denn dann, wenn der Herr kommt, sind jene geret­tet, die dort ste­hen! Es gibt seit Beginn der Welt eine Schei­dung der Guten und der Bösen und das wird blei­ben bis in alle Ewig­keit! Es gibt eine Ver­wer­fung der Gott­lo­sen und eine ewi­ge Beloh­nung der Got­tes­fürch­ti­gen. Die gan­ze Mensch­heit wird eine Schei­dung erle­ben am Jüng­sten Tag: Es gibt kei­ne Ver­mi­schung des Irr­tums mit der Wahr­heit. Es gibt kei­ne Ver­mi­schung der Völ­ker weder hier noch drüben:
    „Wenn aber der Men­schen­sohn kom­men wird in Sei­ner Herr­lich­keit und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron sei­ner Herr­lich­keit set­zen und es wer­den sich ver­sam­meln vor ihm alle Völ­ker, und er wird sie von­ein­an­der schei­den, wie der Hirt die Scha­fe von den Böcken schei­det. Die Scha­fe wird er zu sei­ner Rech­ten stel­len, die Böcke zu sei­ner Lin­ken. Dann wird der König denen zu sei­ner Rech­ten sagen: ‚Kommt, ihr Geseg­ne­ten mei­nes Vaters. Nehmt in Besitz das Reich, das euch berei­tet ist seit Grund­le­gung der Welt.‘ Dann wird er zu denen auf der lin­ken Sei­te spre­chen: ‚Wei­chet von mir ihr Ver­fluch­ten, in das ewi­ge Feu­er, das dem Teu­fel und sei­nem Anhang berei­tet ist.‘ “

    Es gibt eine Schei­dung und GOTT Selbst voll­zieht die­se Scheidung!

    • Was hat das bit­te­schön mit „rechts“ zu tun, wenn man als Katho­lik auf der Unauf­lös­lich­keit der Ehe besteht?

      Wenn einer meint, er müs­se als Katho­lik auch gleich noch rechts­ge­rich­te­te POLITISCHE Optio­nen zuhauf mit dem Glau­ben ver­mi­schen, dann ist das sein Pro­blem und nicht katholisch.

      Wenn ich aber ein­fach an der Unauf­lös­lich­keit der Ehe fest­hal­te als Christ, dann dürf­te ich auch die Rech­ten gegen mich haben.
      Wer nicht völ­lig blind und taub ist, muss doch sehen, dass gera­de die Rech­ten in ihren Vor­gän­gern (Roya­li­sten, Reak­tio­nä­ren, bis hin zu Faschi­sten) ein gera­de­zu ekel­haf­tes Ver­ständ­nis von ehe­li­cher Treue hat­ten. Kaum ein Mon­arch, der nicht der Hure­rei ver­fiel und selbst­ver­ständ­lich dem Ehe­bruch; kaum ein Reak­tio­när, der nicht in sexu­el­le Ent­glei­sun­genund Exzes­se ver­wickelt war (wenn man erst ma ein­steigt in die Quel­len des 19. Jh wird einem schwarz vor Augen!), und die Exzes­se der Faschi­sten sind ohne­hin bekannt — wie soll­te ma auch von Mör­dern erwar­ten, dass sie dann aus­ge­rech­net die Ehe hei­li­gen, wenn sie das Leben schon nicht für hei­lig halten!

      „Rech­te“ und „Lin­ke“ sind alle­samt dem Ehe­bruch zuge­neigt, bloß mit ver­chie­de­nen Argu­men­ten und auf der Basis ver­schie­de­ner sünd­haf­ter Prä­mis­sen. Auch die Homo­se­xua­li­tät war beson­ders sti­li­siert bei den Rech­ten — man den­ke nur an Röhm & Co.

      Ich jeden­falls hof­fe, nur eine Ehre zu haben, und die soll­te ein Wort sein: Christus.
      Ich hof­fe, dass Chri­stus selbst mir hilft, dabei auch zu bleiben.
      Sie sagen es selbst: Es gibt kei­ne Ver­mi­schung mit dem Irr­tum. Alles, was poli­tisch rechts ist, ist aber genau­so Irr­tum wie alles, was links ist — auch wenn das eine oder ande­re „Bruch­stück­chen“ akzep­ta­bel scheint.
      Oder wol­len wir einen rechts­ra­di­ka­len „Addi­tis­mus“ pfle­gen, der dann aber genau­so häre­tisch ist wie der theo­lo­gi­sche Additismus?

      • Hal­lo Zeitschnur,
        Katho­li­ken soll­ten immer zur Rech­ten der Wahr­heit ste­hen. Zur Rech­ten der Wahr­heit scha­ren sich die von den Böcken getrenn­ten Scha­fe. Zu ihrer rech­ten Sei­te ergießt die durch­bohr­te Wahr­heit Was­ser und Blut und damit alle Gnaden.
        Es ist den Fein­den der Wahr­heit gelun­gen, im poli­ti­schen Raum die Begrif­fe „rechts“ und „links“ zu ver­wir­ren. Ins­be­son­de­re ist es ihnen gelun­gen den natio­na­len Sozia­lis­mus auf die rech­te Sei­te des poli­ti­schen Spek­trums zu schie­ben, was natür­lich falsch ist, wenn man auf das Selbst­ver­ständ­nis der natio­na­len Sozia­li­sten und ihrer Wirt­schafts­pro­gram­me blickt.

      • @ arrow

        Naja — ich wür­de mal die Rechts-Links-Vor­stel­lung vom Jüng­sten Gericht nicht mit der aus der Sitz­ver­tei­lung im Reich­tag her­rüh­ren­den Bezeich­nung von „Links“ und „Rechts“ im poli­ti­schen Sinn ver­wech­seln wollen…

        Äpfel und Bir­nen soll man nie vergleichen…

  17. Das Ergeb­nis gefällt mir nicht, weil es schein­bar so ist wie @ Seve­rin schreibt, dass die Ein­heit über die Wahr­heit gesiegt hat. Trotz­dem fra­ge ich mich, ob das zum jet­zi­gen Zeit­punkt nicht auch Got­tes Wil­le ist? Viel­leicht woll­te Gott das Schis­ma nicht. Er denkt lang­mü­ti­ger, wie wir unge­dul­di­gen Men­schen. Zusam­men­ge­fasst: Eine aus­schließ­lich poli­ti­sche Beur­tei­lung des Ergeb­nis­ses der Syn­ode, birgt die Gefahr, dass die heils­ge­schicht­li­che Dimen­si­on nicht beach­tet wird.

    • Hans, aus Ihnen spricht die Angst vor der letz­ten Kon­se­quenz und die jahr­zehn­te­lan­ge Indok­tri­na­ti­on der Kon­zi­lia­ren, für die die Wah­rung der Ein­heit das Gol­de­ne Kalb ist, um das sie ohne Sinn und Ver­stand wie die Der­wi­sche tan­zen. Wel­che Ein­heit siegt denn da über die Wahr­heit!? Haben wir bei all dem Tau­mel ver­ges­sen, dass es immer nur eine Ein­heit in der Wahr­heit geben kann und dass die Katho­li­sche Kir­che nur dort fort­exi­stiert, wo sie eins in der Wahr­heit ist! Damit die Kir­che fort­be­stehe, hät­te es des Sie­ges der Wahr­heit über die fau­le Ein­heit im Kom­pro­miss bedurft. Das ist die zutiefst heils­ge­schicht­li­che Dimen­si­on die­ses Dra­mas und das, was auf der Syn­ode her­aus­kam ist — im besten Fal­le! — aus­schließ­lich kir­chen­po­lisch-stra­te­gi­schem, auf Men­schen­weis­heit beru­hen­dem Den­ken geschuldet.

  18. Ach je:
    Ein Mit­tag­essen hat also die Syn­ode gerettet!

    Die Klar­heit wur­de — wie­der ein­mal — der gewünsch­ten Ein­heit wegen (wel­cher auch immer) mit fal­scher Diop­trie geop­fert. So kann nun vie­les im Trü­ben bleiben. 

    Schon mit summorum pon­ti­fi­cum hat­te Bene­dikt XVI — aus­drück­lich um der Ein­heit der Kir­che wil­len! — zwei For­men für den römi­schen Ritus zuge­las­sen und somit — bei aller Freu­de für den Ritus anti­quus, der ja nie auf­ge­ho­ben war — eine „Gra­dua­li­tät“ und die Mehr­deu­tig­keit des post­mo­der­nen Plu­ra­lis­mus befördert.
    Eine Ein­heit der Kir­che, die der Ein­deu­tig­keit ent­behrt. Eine Ein­heit in weit umfas­sen­der Beliebigkeit.

    • Jetzt ver­steht man auch war­um der Papst jeden Ange­lus mit „bon bran­zo“ abschließt! Essen hält eben Leib und See­le zusam­men — aber im Ernst, es ist wirk­lich der Trep­pen­witz des Monats: Papa Eme­ri­tus Bene­dikt, des­sen Anwe­sen­heit auf der Syn­ode par­tout nicht erwünscht und der des­halb schon im Vor­feld von jeg­li­cher Stel­lung­nah­me aus­ge­schlos­sen war — die­ser alte Papst muss wie die gute Fee im Mär­chen, die Syn­ode retten!
      Wer es fas­sen kann, der fas­se es!

  19. „Papst“ Ber­go­glio und sei­ne Ver­trau­ten haben mög­li­cher­wei­se einen Pyr­rhus-Sieg errun­gen, falls überhaupt.
    Papst Bene­dikt hat sie offen­kun­dig auf­lau­fen las­sen und das mit­tels des Herrn Kar­di­nals Schönborn.
    Die har­schen Reak­tio­nen von „Papst“ Ber­go­glio sind dafür unum­stöß­li­ches Beleg.
    Kir­chen­po­li­tisch hat Ber­go­glio ver­lo­ren. Jetzt gehts dar­um, auch inhalt­lich die „Din­ge“ in trocke­ne Tücher zu bringen.

  20. Der Rela­ti­vis­mus erle­digt sich selbst, mit inne­rer Not­wen­dig­keit, denn er führt zwin­gend in den Nihi­lis­mus. Nietz­sche hat in sei­ner „histo­ri­schen Phi­lo­so­phie“ Meta­phy­sik destru­iert und so alles zu geschicht­lich gewor­de­nen Phä­no­me­nen erklärt. Alle Geset­ze, Gebo­te, Nor­men, und Wer­te der Moral sei­en geschicht­lich gewor­den und unter­lä­gen dem Gesetzt der Ver­wand­lung und eben auch dem Ver­ge­hen. Es gibt kein Sein, son­dern es gibt nur das Wer­den. Alles fließt, wie schon bei Hera­klit. Sinn, wie er in der Auf­klä­rung noch als ihr Selbst­zweck der Befrei­ung von der „Unmün­dig­keit“ postu­liert wur­de, wird von Nietz­sche revi­diert. Es kann in der Moder­ne kei­nen Sinn geben, weil es nichts Bestän­di­ges gibt. Alles das, was der Mensch bis­her in gut zwei­tau­send Jah­ren unter mensch­li­chem Leben ver­stan­den hat, wird hin­fäl­lig. Für Nietz­sche löst sich mit der Destruk­ti­on von Sinn die Mensch­lich­keit des Men­schen auf. Was den Men­schen bis­lang über die blo­ße Bedeu­tungs­lo­sig­keit eines ephe­me­ren Natur­er­eig­nis­ses hin­aus­ge­ho­ben hat, was ihn erst zu einer gei­sti­gen und zu einer kul­tu­rel­len Gestalt gemacht hat, ver­schwin­det. Der Reich­tum, die Sub­stanz der Mensch­lich­keit wird zer­stört. Die Welt, die einen Sinn hat­te, sieht Nietz­sche mit dem Chri­sten­tum ver­schwin­den. Und der Mensch ver­sinkt im Ani­ma­li­schen, wird zum Tier, das alle Schuld ver­liert, weil es gar nicht schuld­haft han­deln kann. Am Ende steht das blo­ße Mit­leid mit der Krea­tur Mensch, wobei alles mensch­lich ist.

    Betrach­tet man sich die The­sen von Kar­di­nal Kas­per, so erkennt man, dass das, was Nietz­sche als „histo­ri­sche Phi­lo­so­phie“ bezeich­ne­te, heu­te als „histo­ri­sche Theo­lo­gie“ sein Pen­dant fin­det. Der im Abstrak­ten ver­an­ker­te kas­per­sche Barm­her­zig­keits­be­griff lässt in der katho­li­schen Theo­lo­gie eben­falls jeg­li­chen Sinn ver­schwin­den. Glau­be wird als ste­tes Wer­den inter­pre­tiert, wobei die Sub­stanz des Glau­bens sich in Nichts auf­löst, denn allem Gewor­de­nen folgt sei­ne Auf­he­bung im Wie­der-Wer­den. Was christ­li­cher Glau­be ange­sichts eines sol­chen theo­lo­gi­schen Histo­ris­mus über­haupt noch ande­res sein soll als blo­ßer Schein, könn­te Kas­per und sei­ne Ver­fech­ter nicht ein­mal sagen. Sie unter­schla­gen daher schlicht, dass sie nichts in den Hän­den hal­ten. Die von Kas­per und Ber­go­lio pro­pa­gier­te Barm­her­zig­keit ist leer, ein sinn­los gewor­de­nes Postu­lat, eine Lüge! Damit voll­zieht sich eine radi­ka­le Ent­lee­rung des christ­li­chen Glau­bens hin zum Nihi­lis­mus, der nur noch die Insti­tu­ti­on als Schein aufrechterhält.

    • Ergän­zung

      Theo­lo­gisch hat sich Kar­di­nal Kas­per mitt­ler­wei­le auf einen Zwerg redu­ziert, der mit sei­nem vie­len Getö­se von Barm­her­zig­keit ledig­lich eine theo­lo­gi­sche Maus gebiert. 

      Die Syn­ode hat die­sen Rela­ti­vis­mus nicht sank­tio­niert, sie lässt ihn ins Lee­re der Phra­se lau­fen. Mögen Kas­per und Marx auch noch so oft von jetzt kom­men­den Ver­än­de­run­gen spre­chen, wenn dann wird es die Furie des Ver­schwin­dens sein, die zual­ler­erst den pro­gres­si­ven Geist in den Orkus des Nichts wer­fen wird.

      • Lie­ber @Suarez,

        ich stim­me Ihn zu, auch Ihren sehr inter­es­san­ten und berei­chern­den Aus­füh­run­gen in frü­he­ren Kom­men­ta­ren zur Kri­tik am Den­ken der Auf­klä­rung, dem ihm zugrun­de lie­gen­den Nihi­lis­mus und des­sen Fei­gen­blatt, dem per­pe­tu­tie­ren­dem Fortschrittsdenken.

        Aller­dings bin ich nicht über­zeugt und habe kei­ne gro­ßen Hoff­nun­gen, dass Ihr letz­ter Absatz
        // Die Syn­ode hat die­sen Rela­ti­vis­mus nicht sank­tio­niert, sie lässt ihn ins Lee­re der Phra­se lau­fen. Mögen Kas­per und Marx auch noch so oft von jetzt kom­men­den Ver­än­de­run­gen spre­chen, wenn dann wird es die Furie des Ver­schwin­dens sein, die zual­ler­erst den pro­gres­si­ven Geist in den Orkus des Nichts wer­fen wird//
        zutrifft, wenn es in der Schluss­re­de Fran­zis­kus‘ heißt:

        „Und – jen­seits der vom Lehr­amt der Kir­che genau defi­nier­ten dog­ma­ti­schen Fra­gen – haben wir auch gese­hen, dass das, was einem Bischof eines Kon­ti­nen­tes als nor­mal erscheint, sich für den Bischof eines ande­ren Kon­ti­nents als selt­sam, bei­na­he wie ein Skan­dal her­aus­stel­len kann – beinahe!“,
        oder:
        „Wir haben gese­hen – auch durch den Reich­tum unse­rer Ver­schie­den­hei­ten –, dass die …“,
        oder:
        „Es bedeu­tet, allen bezeugt zu haben, dass das Evan­ge­li­um für die Kir­che eine leben­di­ge Q u e l l e e w i g e r N e u h e i t bleibt – ein Zeug­nis gegen die, wel­che es „indok­tri­nie­ren“ und zu toten Stei­nen machen wol­len, mit denen man die ande­ren bewer­fen kann.“
        https://www.katholisches.info/2015/10/26/das-ergebnis-der-familiensynode-ii-schlussrede-von-papst-franziskus/
        (vgl. auch die Kom­men­ta­re von @zeitschnur)

      • Lie­ber @ Agricola,
        die von Ihnen zitier­ten Aus­sa­gen von Papst Fran­zis­kus sind, da gebe ich Ihnen Recht, schon ein Aus­druck der „Furie des Ver­schwin­dens“. Nur begreift eben Ber­go­lio nicht, dass die „Furie des Ver­schwin­dens“ zual­ler­erst den pro­gres­si­ven Geist selbst erfasst, weil die­ser an sei­ner Sub­stanz­lo­sig­keit suk­zes­si­ve irre wird. Kas­per und Ber­go­lio zeh­ren noch vom Fun­da­ment der Leh­re, dass sie aus­höh­len und besei­ti­gen wol­len. Je weni­ger da ist, was man zer­stö­ren kann, desto hoh­ler wird das Spiel. Ber­go­lio und Kas­per erfas­sen die Kon­se­quenz ihres Den­kens nicht, ande­re wer­den es tun und vor allem wird der sich beschleu­ni­gen­de Ver­fall des Glau­bens in Euro­pa und Tei­len Latein­ame­ri­kas sehr bald mas­si­ve Ero­si­ons­er­schei­nun­gen zei­ti­gen. Dann wird der Nihi­lis­mus offen­bar und es wird, so hof­fe und ver­traue ich, eine Rück­be­sin­nung auf das bin­den­de Wort geben. Kar­di­nal Bur­ke ist hier heu­te schon eine wich­ti­ge Stim­me. Ber­go­lio ist ein roman­ti­sie­ren­der Links­ka­tho­lik, dem die Befrei­ungs­theo­lo­gie das Den­ken rest­los ver­dor­ben hat. Der Mann ist gefan­gen in sei­nen theo­lo­gi­schen Schi­mä­ren. So geht es einem, der als Tiger abspringt und als Bett­vor­le­ger lan­det. Das hat doch alles kei­ne theo­lo­gi­sche Tie­fe, das ist fla­ches, teils nur noch alber­nes Gere­de, das jeder Poli­ti­ker auch von sich gibt. Ein Papst macht sich mit sol­chen Reden nur lächerlich.

      • Wer­ter Sua­rez, das haben Sie sehr schön beschrie­ben. Allein, ich glau­be, dass es Ber­go­glio genau um die­ses Ver­schwin­den geht, sei­ne Hand­lun­gen also sehr bewußt gesetzt und kei­nes­falls unre­flek­tiert sind. Er macht nicht sich, son­dern die Kir­che lächer­lich und will sie als Unheils­an­stalt ad absur­dum füh­ren. Begrei­fen Sie jetzt die Dimen­si­on des Kampfes!?

  21. Erstaun­lich, dass man­che dar­über erstaunt sind. Besieht man Ratzinger/Benedikt XVI. näher, so ist doch alles von einer ire­nisch-kom­pro­miss­le­ri­schen Hal­tung geprägt, oder etwa nicht?

  22. Wie zu erwar­ten war, ging es in der Welt­bi­schofs­syn­ode zu Ehe und Fami­lie 2015 im Kern um die Glaub­wür­dig­keit und Ver­bind­lich­keit der in den Evan­ge­li­en über­lie­fer­ten Wor­te Jesu und damit um die Fra­ge, wel­ches Offen­ba­rungs­ge­wicht sie in der heu­ti­gen Zeit noch haben – ange­sichts der Ergeb­nis­se der histo­risch-kri­ti­schen Leben-Jesu-For­schung, die die Echt­heit fast aller Wor­te Jesu bestreitet.
    Schwer rela­ti­vi­stisch wog in die­sem Zusam­men­hang schon im Vor­feld der Außer­or­dent­li­chen Syn­ode 2014 die Bezweif­lung der Histo­ri­zi­tät der Wor­te Jesu zu Ehe, Ehe­bruch und Ehe­schei­dung, wodurch auch die kirch­li­che Tra­di­ti­on ins Zwie­licht geriet. Dazu wur­de mit der Her­ein­nah­me der „Lebens­rea­li­tät“ als drit­te Offen­ba­rungs­quel­le durch den deutsch­spra­chi­gen Flü­gel eine lebens­na­he Beant­wor­tung der Fra­ge nach der Zulas­sung von Wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen zur hei­li­gen Kom­mu­ni­on, sowie der inner­kirch­li­chen Bewer­tung von part­ner­schaft­lich leben­den Homo­se­xu­el­len mit media­ler Unter­stüt­zung ange­strebt. Es zeich­ne­te sich früh ab, dass sich auf der Syn­ode mit Hil­fe von Papst Fran­zis­kus die spät­da­tie­ren­den Pro­gres­si­vi­sten im Gefol­ge Kar­di­nal Kas­pers trotz ihrer unhalt­ba­ren rela­ti­vi­sti­schen Theo­lo­gie-Ansät­ze durch­set­zen woll­ten und bereit waren, die Das Wort Got­tes der Evan­ge­li­en zugun­sten einer gewis­sen Barm­her­zig­keits­pa­sto­ral aus dem Geist der Zeit zu rela­ti­vie­ren. Ein­zig dies zu errei­chen und hohe Erwar­tun­gen zu wecken, ist die Syn­ode ein­be­ru­fen wor­den. Ander­seits hoff­te Kuri­en­kar­di­nal Mül­ler, der Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, die­je­ni­gen Syn­oda­len hin­ter sich zu scha­ren, die der in den apo­sto­li­schen Schrif­ten und der Tra­di­ti­on der Kir­che über­lie­fer­ten gött­li­chen Wahr­heit ver­trau­ten und an der kirch­li­chen Ehe­leh­re fest­hal­ten woll­ten, wie sie im Apo­sto­li­schem Schrei­ben „Fami­lia­ris Con­sor­tio“ (1981) von Papst Johan­nes Pauls II. ent­schie­den wor­den ist. Das Ergeb­nis liegt vor: Alle 94 Punk­te des End­do­ku­ments sind mit einer 2/3 Mehr­heit rati­fi­ziert wor­den. Aber ohne die per­sön­li­chen Son­de­r­ein­la­dun­gen von bel­gi­schen Moder­ni­sten durch Papst Fran­zis­kus, in Ver­bin­dung mit bestimm­ten Nicht­be­rück­sich­ti­gun­gen, wäre die Syn­ode an den Punk­ten 84, 85 und 86 geschei­tert. Inso­fern haben die „Kas­pe­ria­ner“ das Ergeb­nis der Syn­ode durch ihre mani­pu­la­ti­ve Stra­te­gie mora­lisch entwertet.

    • Hoch­ver­ehr­ter @Sophus,

      die „Kas­pe­ria­ner“ ent­wer­ten die Glaubenssubstanz! 

      Und die geht weit über das Mora­li­sche hinaus. 

      Es ist ja gera­de das Unheil, dass Kas­per, Ber­go­lio und ande­re links­ka­tho­li­sche Bischö­fe, mit dem Eigent­li­chen des Glau­bens, der Auf­er­ste­hung rein gar nichts mehr anfan­gen kön­nen. Das gan­ze theo­lo­gi­sche Den­ken kreist im Säku­la­ren und führt dann letzt­end­lich zur „Furie des Ver­schwin­dens“, zur Ent­lee­rung des Sinns. Die stets medi­al nett postu­lier­te Barm­her­zig­keit ist schon auf Grund ihrer Abstrakt­heit und damit man­geln­den Kon­kret­heit völ­lig sub­stanz­los. Inso­fern ver­liert sich Moral hier im Boden­lo­sen. Da die Barm­her­zig­keit allen und allem gilt, wird Umkehr gänz­lich über­flüs­sig und damit das die Moral über­haupt Begründende. 

      Ber­go­lio ist gera­de dabei, die gesam­te Auto­ri­tät des Papst­am­tes zu destru­ie­ren. Selbst wenn er als Papst noch so auto­ri­tär auf­tritt, es fehlt ein­fach die tra­gen­de Legi­ti­ma­ti­on, das bin­den­de gött­li­cher Offen­ba­rung. Bei mir zeigt sich das zuneh­mend dar­in, dass ich anfan­ge über Kas­per, Marx und Ber­go­lio und noch eini­ge ande­re nur noch zu lachen. Ich kann sie nicht mehr ernst neh­men, sie erschei­nen mir wie zwie­lich­ti­ge Figu­ren in her­un­ter­ge­kom­me­nen Staa­ten, die nur noch albern daherreden. 

      In letz­ter Zeit grei­fen in unse­rer Gemein­de zudem die absur­de­sten lit­ur­gi­schen Ein­fäl­le unter der Regie der Pasto­ral Gogo-Girls um sich und las­sen die Hei­li­ge Mes­se zu einer pein­li­chen Kin­der­stun­de wer­den. Wo aber nichts mehr zum Abar­bei­ten mehr da ist — also die Leh­re gänz­lich ais dem Bewusst­sein ver­schwun­den ist — zieht der gro­ße Stumpf­sinn her­auf. Das Jahr der Barm­her­zig­keit wird immer deut­li­cher zum Jahr des abso­lu­ten Stumpf­sinns. Kas­per in sei­ner Eitel­keit trifft das durch­aus, weil er eben doch weit­aus intel­li­gen­ter ist als sei­ne Anhänger.

      • Lie­ber @Suarez,

        wenn die Fun­da­men­te der Leh­re durch die „Furie des Ver­schwin­dens“ geschleift sind, ist der Boden pla­niert als Bau­platz für eine „Neue“ Kir­che — und in einer Atmo­sphä­re flä­chen­decken­den Stumpf­sinns kann man auch einen mul­ti­re­li­giö­sen Gräu­el errich­ten (ver­ges­sen wir nicht die Wor­te im Buch Dani­el 12,11). Und dass Kas­per und Ber­go­lio so naiv oder dumm sei­en, dass sie die Kon­se­quenz ihres Den­kens und Tuns nicht erfas­sen könn­ten, kann ich nicht glau­ben — wenn Sie und ich es schon begrei­fen kön­nen. Es pas­siert doch mit vol­ler Absicht!

        Was die Destruk­ti­on der Auto­ri­tät des Papst­am­tes betrifft, so wur­de die­se spä­te­stens mit Paul VI sicht­bar, als er die Tia­ra ableg­te. Es war weni­ger der demü­tig-beschei­de­ne Akt als der er trans­por­tiert wur­de als viel­mehr ein sym­bo­li­scher von weit­rei­chen­der Bedeu­tung. Ihre Fort­set­zung fand die Destruk­ti­on dann bspw. in den Assi­si-Tref­fen oder in der Anbie­de­rung an die Jugend (vgl. JP II und Rock ’n‘ Roll) bis schließ­lich zum Rück­tritt Bene­dikts XVI.
        Viel­leicht wäre Papst Johan­nes Paul I die letz­te Chan­ce gewe­sen, die Ent­wick­lung zu ver­hin­dern, denn es gab — wie oben J.G. Rat­kaj 27. Okto­ber 2015 um 16:42 schreibt) — „bis weit in die 1980er Jah­re noch genug alt­gläu­bi­ge (d.h. Hier­ar­chen wel­chen den über­lie­fer­ten Glau­ben der Väter treu­lich und unver­fälscht bewahr­ten) Bischö­fe“. Er wur­de aber bekannt­lich nach 30 Tagen gestoppt.

      • Hoch­ver­ehr­ter @ Suarez
        Mein Schluss­pas­sus lau­tet: „Ohne die per­sön­li­chen Son­de­r­ein­la­dun­gen von bel­gi­schen Moder­ni­sten durch Papst Fran­zis­kus, in Ver­bin­dung mit bestimm­ten Nicht­be­rück­sich­ti­gun­gen, wäre die Syn­ode an den Punk­ten 84, 85 und 86 geschei­tert“. Dazu ist zu beden­ken, dass das zur Abstim­mung gekom­me­ne Schluss­do­ku­ment nicht von Papst Fran­zis­kus stammt, des­sen eige­ne Vor­la­ge vom 23.10 wegen der eben­falls mani­pu­la­ti­ven Umge­hung von über 1300 Ein­wän­den aus der Syn­ode kei­ne Chan­ce auf Zustim­mung am 24.10 gefun­den hät­te Das Schluss­do­ku­ment ist das Pro­dukt einer Nacht­ar­beit in letz­ter Minu­te unter Mit­wir­kung auch von Kar­di­nal Müller.
        Inso­fern haben die „Kas­pe­ria­ner“ das vor­lie­gen­de Ergeb­nis der Syn­ode zu den genann­ten Punk­ten durch ihre mani­pu­la­ti­ve Stra­te­gie mora­lisch ent­wer­tet. Dar­auf ent­geg­nen Sie ganz rich­tig, „ Die „Kas­pe­ria­ner“ ent­wer­ten die Glau­bens­sub­stanz! Und die geht weit über das Mora­li­sche hin­aus“. Das ist nicht zu bezweifeln.

        Was ich mein­te, ist die Ent­wer­tung vor allem der 2/3 Mehr­hei­ten zu den genann­ten Punkt durch die im Vor­feld und wäh­rend der Syn­ode ver­such­ten und vor­ge­nom­me­nen, mora­lisch inak­zep­ta­blen Teil­neh­mer­ma­ni­pu­la­tio­nen. Damit woll­te ich gera­de auch auf die damit erfolg­te Ent­wer­tung der von den Kas­pe­ria­nern „ent­wer­te­ten Glau­bens­sub­stanz“ hin­wei­sen – was einer Auf­wer­tung eben die­ser Glau­bens­sub­stanz gleich­kommt. Das Ergeb­nis vor allem zu Punkt 85 stellt daher m. E. einen Selbst­schuss ins eigen Knie dar und dürf­te wei­te­ren Ver­su­chen der Mani­pu­la­ti­on in Rich­tung „Zulas­sung zur Kom­mu­ni­on für Wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne“ erheb­li­che Pro­ble­me bereiten.

  23. Schü­ler und Leh­rer tref­fen sich bei einer Schüs­sel Sup­pe. Beim Essen kann man ja gut nach­den­ken und so wird der Kom­pro­miß gefun­den. Die­se Ereig­nis zeigt ein­mal mehr den abso­lu­ten Tief­stand der Röm. Kir­che. BXVI. hat sich mal wie­der als den geoutet, der er schon immer war und geblie­ben ist, als unbe­kehr­ter Softimodernist.

    • Die Gerüch­te­kü­che ist wie­der mäch­tig am Bro­deln und kei­ner weiß wie’s wirk­lich war!
      Ob Sup­pe oder Pasta gereicht wur­de, ob das Essen über­haupt statt­fand, ob Schön­born sich den Rat von Papst Bene­dikt hol­te oder ihn ein­fach nur besuch­te, ob es über­haupt zu einem Tref­fen kam — alles steht doch in den Sternen!
      Sei­en wir also nicht vor­schnell im Urteilen!

    • Fein, jetzt wis­sen Sie und alle hier die WAHRHEIT, ein­ge­stimmt und die „Freu­de“ über den „end­gül­ti­gen Beweis“, lt. @Innozenz ist gross. @Zeitschnur hat recht und Herr Rat­kaj fin­det ‚genau das, vom @PETRUS, ehm.„hervorragend zusam­men­ge­fasst“. ENDLICH? Wor­um ging es denn? Um Alles! Aber ja, neben­bei, end­lich den Bene­dikt zu ent­blö­ssen, outen, wie wich­tig es ist, gera­de den Bene­dikt die „Klei­der“ zu ent­rei­ssen und „ES“ end­lich den Sei­nen, zu zei­gen. Am Ende, wer­det Ihr alle, wer­den wir alle, vor unse­rem Herr, nackt, ste­hen, in der Ewi­gen Wahr­heit Jesu Christi.

      • Dass, genau da und jetzt, ein all­ge­mei­ner „Outing“ statt­fin­det, dass eben­so die Wah­re Hir­ten und treue Chri­sten, das Zeug­nis abge­ben, dass der Hei­li­ger Geist, genau in die­ser Zeit spricht… wäre doch ein Anlass, die Ehr­furcht zum All­mäch­ti­gem, zu spü­ren, sich ver­nei­gen, knien und Vater unser, jedes Wort, bewusst, in Demut, zu beten.

  24. @ Agri­co­la

    Was die „Destruk­ti­on“ des Papst­am­tes betrifft, fin­de ich hier eini­ges vermischt. 

    Die Tia­ra in der Form, wie Paul VI. sie ableg­te, gab es ohne­hin erst seit dem 14. Jh, die Krö­nungs­for­mel dazu erst seit dem 16. Jh. Die Vor­läu­fer der Papst­hau­ben vor die­ser 3‑Ring-Tia­ra sahen anders aus. Die Rin­ge kamen erst nach und nach dazu.
    Sie war zuvor Kro­ne ori­en­ta­li­scher Köni­ge — welt­li­cher Herr­scher, also nie­mals ein geist­li­ches Symbol!
    Hin­zu kommt, dass die Tia­ra inner­halb der Kir­che vom Papst nicht getra­gen wer­den durf­te, son­dern nur außer­halb, gewis­ser­ma­ßen wenn er als „welt­li­cher“ Herr­scher auf­trat. Also auch die Kir­che hat stets dar­auf geach­tet, dass die­se Kopf­be­deckung nicht mit einem lit­ur­gi­schen Klei­dungs­stück ver­wech­selt wurde.

    Durch die fak­ti­sche „Destruk­ti­on“ des Papst­tums als welt­li­cher Herr­schaft ist die Tia­ra tat­säch­lich frag­lich gewor­den. Sie ghör­te wohl auch nie­mals zu der lit­ur­gisch vor­ge­schrie­be­nen Staf­fa­ge des Papstes.
    Sie ist ziem­lich ein­deu­tig ein Sym­bol der Macht im Rin­gen mit dem Kai­ser. Sie soll­te dabei eigent­lich „Weihe“/„Lehre“/„Jurisdiktion“ darstellen.

    Nach der Beset­zung des Kir­chen­staa­tes durch die ita­lie­ni­schen Trup­pen war es aber mit der welt­li­chen Herr­schaft end­gül­tig und wohl für immer vorbei.
    Und man muss es in aller Klar­heit sagen: Wäre die Kir­che danach zusam­men­ge­bro­chen, wäre sie nicht die Braut Chri­sti gewe­sen, denn die­se Braut ist nicht davon abhän­gig, ja, sie KANN gar nicht davon abhän­gig sein, dass sie in der Welt Macht hat.
    Wäre sie das, wäre ihr Herr nicht Chri­stus, son­dern des­sen Feind, der ihm damals die Macht in der Welt anbot…
    Die Kir­che kann zeit­wei­se Macht haben, aber es gehört nicht zum Kern ihrer Sendung.
    Vor unse­ren Augen spiel­te sich den­noch seit­her ein gigan­ti­scher Zusam­men­bruch ab, den man zunächst mit der Über­zeich­nung des Papst­tums kaschie­ren bzw. „ret­ten“ woll­te (Vat. I).
    Der auf­ge­bläh­te Appa­rat, der auf­grund welt­li­cher Macht ent­stan­den war, sinkt wie ein mor­sches Gebil­de in sich zusam­men — er kann nicht das gewe­sen sein, was zur Braut Chri­sti wesen­haft gehört!
    Die Tia­ra ist inso­fern ein frag­wür­di­ges Utensil.

    Ob aber nun das, was Paul VI. sich dabei dach­te, als er sie ableg­te, dem ent­spricht, was ich da durchdenke?

    Wenn man das hier liest wohl schon: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/mehr-als-eine-karitative-geste

    In jedem Fall ist die Tia­ra unzeit­ge­mäß, ganz ein­fach des­halb, weil der Papst kei­ne welt­li­che Macht mehr hat.

    Es ist die­se Sache für mich eines der typi­schen Bei­spie­le auf­sei­ten der Tra­di­tio­na­li­sten, sich an etwas auf­zu­hän­ge, was nicht zum wah­ren Amt des Pap­stes gehört und dem Wesen der Kir­che an sich sogar ent­ge­gen­steht: die Welt und die Macht und das Anse­hen in ihr!

    Es ist m.E. anders: der Tag, an dem der Papst wie­der eine Tia­ra tra­gen wird bzw. etwas Ver­gleich­ba­res, ist der Tag des Antichristen.

    Denn der Papst trug kei­ne sol­che Tia­ra die ersten 1000 Jah­re — allei­ne DASS er sie plötz­lich als Macht­sym­bol trug, kann Wahn und Gna­de zugleich sein.

    • Ich ver­ste­he Ihre Ein­wän­de voll­kom­men, denn das König­tum Chri­sti ist nicht von die­ser Welt. Auch, dass dadurch das Papst­tum in eine völ­lig welt­li­che Macht kor­rum­piert sein könnte.

      1) Den­noch
      ist Er, Chri­stus, König, und des­sen König­tum wur­de lan­ge angekündigt:
      1Chr 14,2 So erkann­te David, dass ihn der Herr als König von Isra­el bestä­tigt hat­te; denn wegen sei­nes Vol­kes Isra­el war Davids König­tum zu hohem Anse­hen gelangt.
      1Chr 17,11 Wenn dei­ne Tage erfüllt sind und du zu dei­nen Vätern gehst, dann wer­de ich einen von dei­nen Nach­kom­men, einen von dei­nen Söh­nen, als dei­nen Nach­fol­ger ein­set­zen und sei­nem König­tum Bestand verleihen.
      1Chr 17,14 In mei­nem Haus und in mei­nem König­tum wer­de ich ihm ewi­gen Bestand ver­lei­hen; sein Thron wird für immer bestehen bleiben.
      1Chr 28,7 Ich will sei­nem König­tum ewi­gen Bestand ver­lei­hen, wenn er mann­haft mei­ne Gebo­te und Anord­nun­gen befolgt, wie es heu­te der Fall ist.

      2) Den­noch:
      Soll­te es doch selbst­ver­ständ­lich sein, dass der Papst die Insi­gni­en des König­tums (Chri­sti) nicht dort trägt, wo ER doch selbst im Taber­na­kel vor­han­den ist; son­dern nur dort SEINEN Besitz als König sicht­bar macht, wo ER nicht unmit­tel­bar im hl. Sakra­ment leben­dig zuge­gen ist.

      3) Den­noch:
      „Sie [die Tia­ra] soll­te dabei eigent­lich „Weihe“/“Lehre“/“Jurisdiktion“ dar­stel­len.“ — Als Sym­bol des­sen — zu Hei­li­gen, Len­ken und Leh­ren — ver­ste­he ich sie. Ich glau­be nicht, dass Paul VI dies nicht poten­ti­ell auch mit in Betracht bezo­gen hat, für so naiv oder dumm hal­te ich ihn nicht.
      Die welt­li­che Wür­de (oder bes­ser Bür­de) lei­tet sich vom Vika­ri­at Chri­sti ab. Allein in SEINER Nach­fol­ge liegt die Legi­ti­ma­ti­on, Wür­de und das Königtum.
      Es zeigt sich auch dar­in, dass die Über­ga­be­ze­re­mo­nie nicht von einem Gre­mi­um welt­li­cher Herr­scher, son­dern vom ersten unter den Kar­di­nal­s­dia­ko­nen voll­zo­gen wurde.
      In dem von Ihnen auf­ge­zeig­ten Link heißt es doch:
      „Sie [die die Über­ga­be­ze­re­mo­nie der Tia­ra] oblag dem ersten unter den Kar­di­nal­dia­ko­nen, der dabei stets die fol­gen­den Wor­te sprach: „Emp­fan­ge die drei­fach gekrön­te Tia­ra und wis­se, dass Du der Vater der Für­sten und Köni­ge, der Len­ker des Erd­krei­ses und der Vikar Jesu Chri­sti, unse­res Erlö­sers, auf Erden bist.“ Der welt­li­che Cha­rak­ter der Tia­ra kam dar­in zum Aus­druck, dass sie nur bei höfi­schen Auf­trit­ten getra­gen wur­de; bei Got­tes­dien­sten dage­gen trug der Papst die Mitra.“ (sie­he oben 2))

      Das Tra­gen der Tia­ra ist Auf­ga­be, das König­tum Chri­sti in der Welt sicht­bar zu machen, dar­in liegt die Legi­ti­ma­ti­on und Macht­fül­le für die Welt (nicht von der Welt oder durch die Welt).

      Eine sel­te­ne Abbil­dung einer Lore­to-Madonn­na mit Tia­ra aus dem frü­hen 18.Jh. (wenn nicht spä­ten 17. Jh.) — ver­mut­lich als Muter der Kir­che — möge die­se sym­bo­li­sche Bedeu­tung verdeutlichen.
      http://www.bistum-eichstaett.de/pfarrei/kipfenberg/kirchen/st-georg/kircheninneres/

      • … so eine Tia­ra-Mut­ter­got­tes habe ich auch schon mal im Gabri­el-Evan­ge­li­ar gese­hen, kann lei­der kein Link dazu fin­den. Das ist ein Evan­ge­li­ar im Beu­ro­ner Kunststil.

        Ihre Gedan­ken sind für mich eben­falls nach­voll­zieh­bar. Aber ich fin­de die Ange­le­gen­heit eben doch „schil­lernd“…

        Ihre Chro­nik-Zita­te wür­de ich doch noch ein­mal kor­ri­gie­rend unter­su­chen wollen:

        „1Chr 28,7 Ich will sei­nem König­tum ewi­gen Bestand ver­lei­hen, wenn er mann­haft mei­ne Gebo­te und Anord­nun­gen befolgt, wie es heu­te der Fall ist.“

        Die­ses Zitat stammt von David aus einer Rede, die Gott an ihn gehal­ten hat. Gemeint ist hier aber zunächst ein­mal Salo­mo, der damals (noch) „mann­haft“ die Gebo­te und Anord­nun­gen hielt. Wie wir wis­sen, ging es aber mit der Mann­haf­tig­keit berg­ab und er ver­fiel — ähn­lich wie schon der Vater, aber ohne Reue und Ein­sicht — der aus­ufern­den Sexua­li­tät und danach dem Götzendienst.

        Inter­es­sant auch, dass Gott von David kein Haus erbaut bekom­men möch­te, weil er „Krie­ge geführt und Blut ver­gos­sen hat“ (1. Chr. 28, 3).
        Damit wird aus­ge­spro­chen, dass auf einem „Sieg“, der auf welt­li­chem Erfolg ruht, wie auf Sand gebaut wird — das ist unrein und unwür­dig für das Werk Gottes.
        David fragt sich spä­ter ja selbst, wie Gott trotz all dem sei­nem arm­se­li­gen Haus Bestand schen­ken will.

        „1Chr 17,14 In mei­nem Haus und in mei­nem König­tum wer­de ich ihm ewi­gen Bestand ver­lei­hen; sein Thron wird für immer bestehen bleiben.“

        Zu beach­ten ist hier die For­mu­lie­rung Got­tes. Der „ewi­ge Bestand“ des kom­men­den Königs — und David begriff, dass es nicht um Salo­mo gehen konn­te an die­ser Stel­le, wie er in Vers 17 kund­tut („fer­ne Zukunft“) — wird nicht in einem welt­li­chen Haus und nicht in einem welt­li­chen König­tum sein.
        Der Pro­phet Nathan rich­tet David von Gott aus: Nicht in dei­nem, son­dern in MEINEM Haus und Köing­tum hat die­ser zukünf­ti­ge König Bestand.

        Ins­ge­samt wird für mich eines sehr deutlich:

        Gott lässt sich auf die Arm­se­lig­keit des Men­schen ein. Nicht weil er es müss­te oder nicht anders könn­te, son­dern weil er den Sün­der in die Erwir­kung des Heils mit ein­be­zie­hen will.

        Trotz all dem bleibt ste­hen, was Gott David durch Nathan sagen lässt (1. Chr. 17, 4):

        „Nicht du sollst mir das Haus bau­en, damit ich dar­in wohne.
        Seit dem Tag, als ich Isra­el aus Ägyp­ten her­aus­ge­führt habe, habe ich bis zum heu­ti­gen Tag nie in einem Haus gewohnt, son­dern bin von Zelt zu Zelt, von Wohn­stät­te zu Wohn­stät­te mitgewandert.
        Habe ich in der Zeit, als ich bei den Israe­li­ten von Ort zu Ort zog, jemals zu einem der Rich­ter Isra­els, die ich als Hir­ten über mein Volk ein­ge­setzt hat­te, ein Wort gesagt und sie gefragt: War­um habt ihr mir kein Haus aus Zedern­holz gebaut?“

        Die­se Umkeh­rung Got­tes, dass nicht der Mensch IHM ein Haus bau­en kann auf Erden, son­dern ER dem Men­schen eine ewi­ge Hüt­te baut in sei­nem Hais und sei­nem Reich — die­se Umkeh­rung ist hier der Schlüs­sel zum rech­ten Verstehen.

      • Falsch wäre ein eng­her­zi­ger Pau­per­is­mus — Jesus lässt sich ent­ge­gen dem Gemau­le der männ­li­chen Jün­ger tat­säch­lich von einer Frau als der König sal­ben, der er ist, mit teu­ren Ölen, die er sehr wohl für sich ver­gie­ßen lässt und nicht den Armen zukom­men las­sen will.
        Eine Frau hat ihn gesalbt.
        Eine Frau hat ihn gebo­ren, eine Frau hat ihn zum König gesalbt und einer Frau ist er als Auf­er­stan­de­ner zuerst erschienen.
        Bevor die übli­chen Ver­däch­ti­gen wie­der ihre anti­fe­mi­ni­sti­sche Plat­te auf­le­gen — das ist von aller­größ­ter Bedeu­tung für die frag­li­che Sache, dass Frau­en hier die­se Auf­ga­be hat­ten und haben, die das König­tum Chri­sti und sei­ne Instal­la­ti­on in die­ser Welt realisiert.
        Die ihn gebar, stand unter dem Kreuz bei ihm, als sein König­tum in die­ser Welt zer­tre­ten wer­den sollte.
        Die ihn salb­te, von der sag­te Jesus, bis ans Ende der Zei­ten wer­de man sich ihrer und ihrer Tat erin­nern. Aber er setzt etwas zutiefst Auf­rüt­teln­des hin­zu. Die Sal­bung, die die­se Frau vor­nahm, soll­te ihn — ihrer Inten­ti­on nach — als den Herrn und König sal­ben. Er aber kehrt dies um und deu­tet ihre Tat anders: sie sal­be ihn bereits für das Begräbnis.

        Viel­leicht ste­chen mir die­se Epi­so­den so ins Auge, weil ich eine Frau bin. 

        Die gan­ze Ver­dich­tung die­ses Geheim­nis­ses, dass sein Reich in der Welt, aber nicht von der Welt ist, wird hier deutlich.

        Nein — nicht der Mensch baut IHM ein Haus und der gro­ße Gott nimmt nicht Platz in dem Haus, das der Mensch ihm meint, bau­en zu können.

        Der gro­ße Gott leb­te lie­ber in flüch­ti­gen Zel­ten und sein König­tum voll­zog er an den Men­schen, die in der mas­ku­li­nen Herr­schafts­ma­schi­ne­rie mei­stens gar nichts gel­ten: den Frau­en. Ihnen gibt er sein König­tum zu irdi­schen Leb­zei­ten in die Hand, ihnen, auf deren Zeug­nis nie­mand etwas geben will.
        Nicht umsonst singt Maria dies: „Auf die Nied­rig­keit sei­ner Magd hat er geschaut… die Mäch­ti­gen stürzt er vom Thron…“
        Aber die­ser Sturz der Mäch­ti­gen erfolgt nicht vordergründig.
        Die­ser Sturz erfolgt, indem er schein­bar nicht geschieht…

        Auf­fal­lend auch sei­ne Rede an den Men­schen, dem er sich zuerst zeig­te nach der Auferstehung:
        Maria Mag­da­le­na woll­te ihn an den Knö­cheln umfas­sen. Es heißt, dass sie vor ihm nie­der­fiel, und er ver­wehr­te ihr in die­ser Stel­lung die Berührung.
        Er ver­wehrt ihr tat­säch­lich die irdi­sche Devo­ti­on, wie man sie dem irdi­schen Herr­scher entgegenbringt.
        Sei­ne Erklä­rung, war­um er das nicht will, ist aus­ge­spro­chen eigenartig:
        Er sagt, er müs­se erst noch zu sei­nem Vater aufsteigen.
        Über die­se merk­wür­di­ge Aus­sa­ge in dem Zusam­men­hang habe ich oft nachgedacht.
        Er will also die Devo­ti­on, wie man sie dem irdi­schen Köng gegen­über voll­zieht, nicht. Er will erst zu sei­nem vater, und von da aus soll die Devo­ti­on ihren Sinn erhalten.
        Und nun kommt der Auf­trag, den er einer Frau gibt, um ihn den Män­nern zu sagen:
        „Ich gehe hin­auf zu mei­nem Vater und Eurem Vater, zu mei­nem Gott und eurem Gott.“
        Wer genau liest, erkennt, das Jesus sich hier nicht als König prä­sen­tiert, son­dern als Sohn des Vaters.

      • Sein Sohn-Sein schafft die Ver­bin­dung zwi­schen Gott und Mensch, stellt die ver­lo­re­ne Eben­bild­lich­keit wie­der her. Er ist Sohn Davids, also ein irdi­scher Königs­sohn UND Gottessohn.
        Nie­mand kann über­se­hen, dass das König­tum des Hau­ses David damals nur noch ein schat­ten in der Erin­ne­rung Isra­els war. Bethe­le­hem war ein klei­nes Nest und die Nach­kom­men Davids waren zurück­ge­sun­ken in einen ein­fa­chen irdi­schen Stand.

        Die Tia­ra, wenn man sie also als ein so „dop­pel­bö­di­ges Sym­bol“ ver­ste­hen wil, wie Sie, @ Agri­co­la es ver­ste­hen, wäre annahmbar.
        Aber wur­de sie denn wirk­lich so verstanden?
        Man erkennt doch allei­ne an vie­len Postings hier, dass sich das katho­li­sche Herr­schafts­ver­ständ­nis erschreckend ver­welt­licht hat. Im Grun­de bil­den tra­di­tio­na­li­sti­sche Reak­tio­nä­re hichts ande­res aus als die Pro­gres­si­ven. Es ist nur ein poli­ti­scher Rich­tungs­un­ter­schied, kein geistlicher..
        Geist­lich sind die bei­den Lager näm­lich mehr kon­form, als man es ger­ne hätte…

        Dass der Papst Chri­sti Herr­schaft über das All aus­drückt, mag in die­sem her­aus­ge­ar­bei­te­ten Sin­ne rich­tig sein. Logisch auch, dass die Got­tes­mut­ter als im Him­mel bereits Gekrön­te die­se Herr­schaft noch viel deut­li­cher und ech­ter, als ein Papst das könn­te, ausdrückt.

        Und es kann sein, das glau­be ich Ihnen sofort, dass Paul VI. nicht nur einem kissbrauch­ten Sym­bol das Ade gab, son­dern auch dem geheim­nis­vol­len König­tum Chri­sti in die­ser Welt…

        Ach, es ist soviel Schind­lu­der getrie­ben wor­den mit dem Opfer Chri­sti. Es haben so vie­le Unbe­ru­fe­ne sei­nen Herr­schafts­an­spruch für ihre eige­nen Zwecke ver­prasst. Wie der ver­lo­re­ne Sohn hat das Abend­land vom Vater sein Erbe gefor­dert und es ver­schleu­dert in den Bor­del­len die­ses Äons. Nun sitzt es im Schwei­ne­trog und sei­ne alten „Freun­de“ haben es verlassen.

        Die Offen­ba­rung aber sagt uns, dass die­ser ver­lo­re­ne Sohn nicht zurück­keh­ren wird, son­dern Gott wei­ter­hin lästern wird bis zum bit­te­ren Ende.

        Das soll­te uns alle auf­rüt­teln und bis ins Mark erzit­tern las­sen, denn wer von uns wäre nicht in aller­größ­ter Gefahr, in die­sem gigan­ti­schen Erd­rutsch mit abzugleiten?

  25. „Syn­ode: „Wenn nicht der eme­ri­tier­te Papst gewe­sen wäre, wäre die Kata­stro­phe schlimmer.“
    Und wenn sei­ne Inter­pre­ta­ti­on des „Drit­ten Geheim­nis“ von Fati­ma nicht der Wahr­heit ent­spricht dann möch­te ich bei der kom­men­den Kata­stro­phe weit weg sein.
    „Ehre sei Gott in der Höhe und Frie­den den Men­schen auf Erden sei­ner Gnade“.
    Per Mari­am ad Christum.

    • Papst Bene­dikt XVI. ist selbst Teil des 3. Geheim­nis­ses von Fati­ma. Er ist letzt­lich der in weiß geklei­de­te Bischof, auf den sie aus Geweh­ren und mit Pfei­len schie­ßen- und geschos­sen haben. Er selbst ist Zeu­ge Chri­sti wie die (wirk­li­chen) Chri­sten ins­be­son­de­re der isla­mi­schen Länder.
      Er ist Nach­fol­ger von Papst Bene­dikt XV., der im Jah­re 1917 Papst war. Mit Papst Bene­dikt XVI. schließt sich da soz. der Kreis.
      Wann Papst Bene­dikt XVI. in die ewi­ge Selig­keit abbe­ru­fen sein wird, dann ist die Kir­che füh­rungs­los und dann begin­nen die gro­ßen Ver­fol­gun­gen auch bei uns- sehr wahrscheinlich.

    • Rich­tig @ Ulrich!
      Daher fin­de ich es „unter­ir­disch“ von eini­gen Über­ge­schei­ten im Forum, den auf der Grund­la­ge der apo­sto­li­schen Her­kunft von 26 der 27 Schrif­ten des NT argu­men­tie­ren­den Papst Eme­ri­tus Bene­dikt XVI. dem neo­mo­der­ni­sti­schen Lager zuzu­ord­nen und Schuld­zu­wei­sun­gen in sei­ne Rich­tung aus­zu­tau­schen – ohne genaue Kennt­nis­se sei­ner Betei­li­gung an der End­re­dak­ti­on, über die abge­stimmt wur­de und ohne sei­ne Chan­cen­lo­sig­keit zu berück­sich­ti­gen, sich gegen die frag­wür­di­gen Anwür­fe aus der Anony­mi­tät her­aus zu wehren.

  26. Bene­dikt war mit all sei­nen Schwä­chen, Ver­säum­nis­sen und Fehl­ent­schei­dun­gen im Ver­gleich zu Fran­zis­kus gera­de­zu eine Lichtgestalt.

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