Das Ergebnis der Familiensynode II — Schlußrede von Papst Franziskus

Papst Franziskus bei der Schlußansprache
Papst Fran­zis­kus bei der Schlußansprache

(Rom) Der Schluß­be­richt der Syn­ode, die Rela­tio fina­lis mit ihren 94 Para­gra­phen, wur­de nur in ita­lie­ni­scher Spra­che vor­ge­legt, was anneh­men läßt, daß sie auch den Syn­oden­vä­tern nur in ita­lie­ni­scher Spra­che zur Abstim­mung vor­lag. In ver­schie­de­nen Spra­che wur­de hin­ge­gen die Schluß­re­de von Papst Fran­zis­kus an die Bischofs­syn­ode ver­teilt und ver­öf­fent­licht. Im Gegen­satz dazu war sei­ne Eröff­nungs­re­de eben­falls nur ita­lie­nisch ver­brei­tet wor­den. Erst nach meh­re­ren Tagen folg­ten eini­ge wei­te­re Über­set­zun­gen. In deut­scher Spra­che liegt sie bis heu­te nicht vor.

Die Über­set­zun­gen signa­li­sie­ren, was im Vati­kan für wich­tig betrach­tet wird und damit zusam­men­hän­gend, was öffent­lich von Bedeu­tung sein soll. Die­se Bedeu­tung wird nicht dem Schluß­be­richt zuge­schrie­ben, son­dern, der päpst­li­chen Schluß­an­spra­che und damit — der kirch­li­chen Tra­di­ti­on ent­spre­chend —  der päpst­li­chen Interpretation.

.

Meine Herren Patriarchen, Kardinäle und Bischöfe,
liebe Brüder und Schwestern,

zual­ler­erst möch­te ich dem Herrn dan­ken, der unse­ren syn­oda­len Weg in die­sen Jah­ren gelei­tet hat durch den Hei­li­gen Geist, der der Kir­che nie­mals sei­ne Unter­stüt­zung versagt.

Ich dan­ke wirk­lich von Her­zen dem Gene­ral­se­kre­tär der Syn­ode Kar­di­nal Loren­zo Bal­dis­se­ri, dem Unter­se­kre­tär Bischof Fabio Fabe­ne, und mit ihnen dan­ke ich dem Rela­tor Kar­di­nal Peter Erdö sowie dem Spe­zi­al­se­kre­tär Bischof Bru­no For­te, den dele­gier­ten Prä­si­den­ten, den Sekre­tä­ren, den Kon­sul­to­ren, den Über­set­zern, den Sän­gern und allen, die uner­müd­lich und mit gan­zer Hin­ga­be an die Kir­che gear­bei­tet haben: Herz­li­chen Dank! Und ich möch­te auch der Kom­mis­si­on dan­ken, die das Schluss­do­ku­ment ver­fasst hat: Eini­ge haben die Nacht durchgearbeitet.

Ich dan­ke euch allen, lie­be Syn­oden­vä­ter, brü­der­li­che Dele­gier­te, Audi­to­ren, Asses­so­ren, Pfar­rer und Fami­li­en, für eure akti­ve und frucht­ba­re Beteiligung.

Ich dan­ke auch den „Unge­nann­ten“ und all denen, die mit ihrem Ein­satz im Stil­len groß­her­zig zu den Arbei­ten die­ser Syn­ode bei­getra­gen haben.

Ihr alle könnt mei­nes Gebe­tes sicher sein, dass der Herr euch mit dem Über­fluss sei­ner Gna­den­ga­ben beloh­nen möge!

Wäh­rend ich die Arbei­ten der Syn­ode ver­folg­te, habe ich mich gefragt: Was bedeu­tet es für die Kir­che, die­se der Fami­lie gewid­me­te Syn­ode abzuschließen?

Selbst­ver­ständ­lich bedeu­tet es nicht, dass alle mit der Fami­lie zusam­men­hän­gen­den The­men zum Abschluss gebracht wor­den sind, son­dern viel­mehr, dass ver­sucht wur­de, sie mit dem Licht des Evan­ge­li­ums, der Über­lie­fe­rung und der zwei­tau­send­jäh­ri­gen Geschich­te der Kir­che zu erhel­len und sie mit der Freu­de der Hoff­nung zu durch­flu­ten, ohne in die simp­le Wie­der­ho­lung des­sen zu ver­fal­len, was nicht zur Dis­kus­si­on steht oder bereits gesagt wor­den ist.

Sicher bedeu­tet es nicht, erschöp­fen­de Lösun­gen für alle Schwie­rig­kei­ten und Zwei­fel gefun­den zu haben, wel­che die Fami­lie her­aus­for­dern und bedro­hen, son­dern die­se Schwie­rig­kei­ten und Zwei­fel ins Licht des Glau­bens gestellt, sie auf­merk­sam geprüft und furcht­los in Angriff genom­men zu haben, ohne den Kopf in den Sand zu stecken.

Es bedeu­tet, alle ange­regt zu haben, die Bedeu­tung der Insti­tu­ti­on der Fami­lie und der auf Ein­heit und Unauf­lös­lich­keit gegrün­de­ten Ehe zwi­schen einem Mann und einer Frau zu ver­ste­hen und sie als grund­le­gen­de Basis der Gesell­schaft und des mensch­li­chen Lebens zu würdigen.

Es bedeu­tet, die Stim­men der Fami­li­en und der Hir­ten der Kir­che, die nach Rom gekom­men waren und auf ihren Schul­tern die Lasten und Hoff­nun­gen, den Reich­tum und die Her­aus­for­de­run­gen der Fami­li­en aus aller Welt tru­gen, gehört und zu Gehör gebracht zu haben.

Es bedeu­tet, die Leben­dig­keit der katho­li­schen Kir­che bewie­sen zu haben, die kei­ne Angst hat, die betäub­ten Gewis­sen auf­zu­rüt­teln oder sich die Hän­de schmut­zig zu machen, indem sie leb­haft und frei­mü­tig über die Fami­lie diskutiert.

Es bedeu­tet ver­sucht zu haben, die Wirk­lich­keit, bes­ser noch: die Wirk­lich­kei­ten von heu­te mit den Augen Got­tes zu sehen und zu deu­ten, um in einem histo­ri­schen Moment der Ent­mu­ti­gung und der gesell­schaft­li­chen, wirt­schaft­li­chen und mora­li­schen Kri­se, in dem das Nega­ti­ve vor­herrscht, die Her­zen der Men­schen zu ent­zün­den und mit der Flam­me des Glau­bens zu erleuchten.

Es bedeu­tet, allen bezeugt zu haben, dass das Evan­ge­li­um für die Kir­che eine leben­di­ge Quel­le ewi­ger Neu­heit bleibt – ein Zeug­nis gegen die, wel­che es „indok­tri­nie­ren“ und zu toten Stei­nen machen wol­len, mit denen man die ande­ren bewer­fen kann.

Es bedeu­tet auch, die ver­schlos­se­nen Her­zen ent­blößt zu haben, die sich oft sogar hin­ter den Leh­ren der Kir­che oder hin­ter den guten Absich­ten ver­stecken, um sich auf den Stuhl des Mose zu set­zen und – manch­mal von oben her­ab und mit Ober­fläch­lich­keit – über die schwie­ri­gen Fäl­le und die ver­letz­ten Fami­li­en zu richten.

Es bedeu­tet bekräf­tigt zu haben, dass die Kir­che eine Kir­che der „Armen vor Gott“ und der Sün­der auf der Suche nach Ver­ge­bung ist und nicht nur eine der Gerech­ten und der Hei­li­gen – ja, eine Kir­che der Gerech­ten und der Hei­li­gen, wenn die­se sich als Arme und als Sün­der fühlen.

Es bedeu­tet ver­sucht zu haben, die Hori­zon­te zu lich­ten, um jede kon­spi­ra­ti­ve Her­me­neu­tik oder Ver­schlos­sen­heit der Per­spek­ti­ven zu über­win­den, um die Frei­heit der Kin­der Got­tes zu ver­tei­di­gen und zu ver­brei­ten, um die Schön­heit der christ­li­chen Neu­heit zu über­mit­teln, die manch­mal vom Rost einer archai­schen oder ein­fach unver­ständ­li­chen Spra­che über­deckt ist.

Auf dem Weg die­ser Syn­ode haben die ver­schie­de­nen Mei­nun­gen, die frei – und lei­der manch­mal mit nicht gänz­lich wohl­wol­len­den Metho­den – aus­ge­drückt wur­den, zwei­fel­los den Dia­log berei­chert und belebt und so ein leben­di­ges Bild einer Kir­che dar­ge­bo­ten, die kei­ne „vor­ge­fass­ten For­mu­la­re“ ver­wen­det, son­dern aus der unver­sieg­ba­ren Quel­le ihres Glau­bens leben­di­ges Was­ser schöpft, um den Durst der ver­trock­ne­ten Her­zen zu stil­len. ((Vgl. Brief an den Groß­kanz­ler der „Pon­ti­fi­cia Uni­ver­sidad Cató­li­ca Argen­ti­na“ zum hun­dert­jäh­ri­gen Jubi­lä­um der theo­lo­gi­schen Fakul­tät, 3. März 2015.))

Und – jen­seits der vom Lehr­amt der Kir­che genau defi­nier­ten dog­ma­ti­schen Fra­gen – haben wir auch gese­hen, dass das, was einem Bischof eines Kon­ti­nen­tes als nor­mal erscheint, sich für den Bischof eines ande­ren Kon­ti­nents als selt­sam, bei­na­he wie ein Skan­dal her­aus­stel­len kann – bei­na­he! –; was in einer Gesell­schaft als Ver­let­zung eines Rech­tes ange­se­hen wird, kann in einer ande­ren eine selbst­ver­ständ­li­che und unan­tast­ba­re Vor­schrift sein; was für eini­ge Gewis­sens­frei­heit ist, kann für ande­re nur Ver­wir­rung bedeu­ten. Tat­säch­lich sind die Kul­tu­ren unter­ein­an­der sehr ver­schie­den, und jeder all­ge­mei­ne Grund­satz – wie ich sag­te: die vom Lehr­amt der Kir­che genau defi­nier­ten dog­ma­ti­schen Fra­gen – jeder all­ge­mei­ne Grund­satz muss inkul­turiert wer­den, wenn er beach­tet und ange­wen­det wer­den soll. ((Vgl. Päpst­li­che Bibel­kom­mis­si­on, Fede e cul­tu­ra alla luce del­la bibbia. Atti del­la Ses­sio­ne ple­naria 1979 del­la Pon­ti­fi­cia Com­mis­sio­ne Bibli­ca, Turin 1981; Zwei­tes Vati­ka­ni­sches Kon­zil, Dogm. Konst. Gau­di­um et spes, 44.)) Die Syn­ode von 1985, die den zwan­zig­sten Jah­res­tag des Abschlus­ses des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils fei­er­te, hat die Inkul­tu­ra­ti­on beschrie­ben als die „inne­re Umfor­mung der authen­ti­schen Kul­tur­wer­te durch Ein­bin­dung in das Chri­sten­tum und zugleich die Ein­wur­ze­lung des Chri­sten­tums in die ver­schie­de­nen mensch­li­chen Kul­tu­ren“ ((Schluss­do­ku­ment (7. Dezem­ber 1085) in: Schluss­do­ku­ment der Außer­or­dent­li­chen Bischofs­syn­ode 1985 und die Bot­schaft an die Chri­sten in der Welt, hg. vom Sekre­ta­ri­at der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz (Ver­laut­ba­run­gen des Apo­sto­li­schen Stuhls 68), Bonn 1985, Abschn. D, Kap. 7)). Die Inkul­tu­ra­ti­on schwächt nicht die ech­ten Wer­te, son­dern zeigt deren wah­re Kraft und ihre Authen­ti­zi­tät, denn sie pas­sen sich an, ohne sich zu ver­wan­deln, ja, sie bewir­ken gewalt­los und stu­fen­wei­se eine Umfor­mung der ver­schie­de­nen Kul­tu­ren. (( „Auf­grund ihres pasto­ra­len Auf­trags muss die Kir­che immer auf­merk­sam auf die geschicht­li­chen Ver­än­de­run­gen und auf die Ent­wick­lung der Men­ta­li­tä­ten blei­ben. Selbst­ver­ständ­lich nicht, um sich ihnen zu unter­wer­fen, son­dern um die Hin­der­nis­se zu über­win­den, die sich der Annah­me ihrer Emp­feh­lun­gen und ihrer Wei­sun­gen ent­ge­gen­stel­len kön­nen“, Inter­view mit Kar­di­nal Geor­ges Cot­tier in: La Civil­tà  Cat­to­li­ca, 3963–3964, v. 8. August 2015, S. 272.))

Wir haben gese­hen – auch durch den Reich­tum unse­rer Ver­schie­den­hei­ten –, dass die Her­aus­for­de­rung, die wir vor uns haben, immer die­sel­be ist: das Evan­ge­li­um dem Men­schen von heu­te zu ver­kün­den und dabei die Fami­lie vor all den ideo­lo­gi­schen und indi­vi­dua­li­sti­schen Angrif­fen zu schützen.

Und ohne je der Gefahr des Rela­ti­vis­mus zu erlie­gen oder auch jener, die ande­ren zu ver­teu­feln, haben wir ver­sucht, uns voll­kom­men und mutig der Güte und der Barm­her­zig­keit Got­tes anzu­schlie­ßen, die unse­re mensch­li­chen Kal­kü­le über­steigt und nichts ande­res will, als „DASS ALLE MENSCHEN GERETTET WERDEN“ (1 Tim, 2,4). So woll­ten wir die­se Syn­ode in den Zusam­men­hang des Außer­or­dent­li­chen Jubi­lä­ums­jah­res der Barm­her­zig­keit ein­fü­gen, das die Kir­che zu leben beru­fen ist, und die­sen Zusam­men­hang leben­dig erfahren.

Liebe Mitbrüder,

die Erfah­rung der Syn­ode hat uns auch bes­ser begrei­fen las­sen, dass die wah­ren Ver­tei­di­ger der Leh­re nicht jene sind, die den Buch­sta­ben ver­tei­di­gen, son­dern die, wel­che den Geist ver­tei­di­gen; die nicht die Ideen, son­dern den Men­schen ver­tei­di­gen; nicht die For­meln, son­dern die Unent­gelt­lich­keit der Lie­be Got­tes und sei­ner Ver­ge­bung. Das bedeu­tet kei­nes­wegs, die Bedeu­tung der For­meln – sie sind not­wen­dig! – , der Geset­ze und der gött­li­chen Gebo­te zu schmä­lern, son­dern die Grö­ße des wah­ren Got­tes zu prei­sen, der an uns nicht nach unse­ren Ver­dien­sten und auch nicht nach unse­ren Wer­ken, son­dern ein­zig nach dem unbe­grenz­ten Groß­mut sei­ner Barm­her­zig­keit han­delt (vgl. Röm 3,21–30; Ps 130; Lk 11,37–54). Es bedeu­tet, die stän­di­gen Ver­su­chun­gen des älte­ren Bru­ders (vgl. Lk 15,25–32) oder der eifer­süch­ti­gen Arbei­ter (vgl. Mt 20,1–16) zu über­win­den. Ja, es bedeu­tet, die Geset­ze und die Gebo­te, die für den Men­schen geschaf­fen sind und nicht umge­kehrt (vgl. Mk 2,27), noch mehr zur Gel­tung zu bringen.

In die­sem Sinn bekom­men die gebüh­ren­de Reue, die Wer­ke und die mensch­li­chen Anstren­gun­gen eine tie­fe­re Bedeu­tung, nicht als Ent­gelt für das ohne­hin nicht käuf­li­che Heil, das Chri­stus uns am Kreuz unent­gelt­lich erwirkt hat, son­dern als Ant­wort an den, der uns zuerst geliebt und uns um den Preis sei­nes unschul­di­gen Blu­tes geret­tet hat, als wir noch Sün­der waren (vgl. Röm 5,6).

Die erste Pflicht der Kir­che ist nicht die, Ver­ur­tei­lun­gen und Bann­flü­che aus­zu­tei­len, son­dern jene, die Barm­her­zig­keit Got­tes zu ver­kün­den, zur Umkehr auf­zu­ru­fen und alle Men­schen zum Heil des Herrn zu füh­ren (vgl. Joh 12,44–50).

Der seli­ge Paul VI. hat dafür wun­der­ba­re Wor­ten gefun­den: „Wir kön­nen also den­ken, dass jede unse­re Sün­de oder Flucht vor Gott in ihm eine Flam­me noch inten­si­ve­rer Lie­be ent­zün­det, einen Wunsch, uns zurück­zu­ge­win­nen und uns wie­der in sei­nen Heils­plan ein­zu­fü­gen […] Gott offen­bart sich in Chri­stus als unend­lich gut […] Gott ist gut. Und nicht nur in sich selbst; Gott – sagen wir es unter Trä­nen – ist gut für uns. Er liebt und sucht uns, er denkt an uns, kennt und inspi­riert uns, und er erwar­tet uns: Er wird – wenn man das so sagen kann – glück­lich sein an dem Tag, an dem wir umkeh­ren und sagen: Herr, in dei­ner Güte ver­zeih mir! So wird also unse­re Reue zur Freu­de Got­tes.“ ((Homi­lie (23. Juni 1968): Inseg­na­men­ti VI (1968), 1177–1178.))

Auch der hei­li­ge Johan­nes Paul II. bekräf­tig­te: „Die Kir­che lebt ein authen­ti­sches Leben, wenn sie das Erbar­men bekennt und ver­kün­det […] und wenn sie die Men­schen zu den Quel­len des Erbar­mens des Hei­lan­des führt, wel­che sie hütet und aus denen sie aus­teilt.“ ((Enzy­kli­ka Dives in Miser­i­cor­dia, 13. Er sag­te auch: „Im Oster­ge­heim­nis […] erscheint uns Gott als der, der er ist: ein Vater mit zärt­li­chem Her­zen, der ange­sichts der Undank­bar­keit sei­ner Kin­der nicht auf­gibt und immer bereit ist zu ver­zei­hen.“ (Regi­na Cae­li, [23. April 1995]: L’Osservatore Roma­no [dt.], 25. Jg., Nr. 17, S. 3; Inseg­na­men­ti XVIII, 1 [1995], 1035). Und den Wider­stand gegen die Barm­her­zig­keit beschrieb er so: „Die Men­ta­li­tät von heu­te scheint sich viel­leicht mehr als die der Ver­gan­gen­heit gegen einen Gott des Erbar­mens zu sträu­ben und neigt dazu, schon die Idee des Erbar­mens aus dem Leben und aus den Her­zen zu ver­drän­gen. Das Wort und der Begriff ‚Erbar­men‘ schei­nen den Men­schen zu befrem­den“ (Enzy­kli­ka Dives in miser­i­cor­dia [30. Novem­ber 1980], 2).))

Und auch Papst Bene­dikt XVI. sag­te: „Die Barm­her­zig­keit ist in Wirk­lich­keit der Wesens­kern der Bot­schaft des Evan­ge­li­ums, sie ist der Name Got­tes selbst […] Alles, was die Kir­che sagt und voll­bringt, zeigt die Barm­her­zig­keit, die Gott dem Men­schen ent­ge­gen­bringt und somit jedem von uns. Wenn die Kir­che die Auf­merk­sam­keit auf eine ver­kann­te Wahr­heit oder ein ver­ra­te­nes Gut lenkt, so tut sie dies stets beseelt von der barm­her­zi­gen Lie­be, damit die Men­schen das Leben haben und es in Fül­le haben (vgl. Joh 10,10)“. ((Regi­na Cae­li [30 März 2008]: L’Osservatore Roma­no [dt.], 38. Jg., Nr. 14, S. 1; Inseg­na­men­ti IV, 1 (2008), 489–490; und als er von der Macht der Barm­her­zig­keit spricht, sagt er: »Sie ist es, die dem Bösen eine Schran­ke setzt. In ihr drückt sich das ganz eige­ne Wesen Got­tes aus – sei­ne Hei­lig­keit, die Macht der Wahr­heit und der Lie­be« (Homi­lie am Sonn­tag der Gött­li­chen Barm­her­zig­keit [15. April 2007]: L’Osservatore Roma­no [dt.], 37. Jg., Nr. 6, S. 2; Inseg­na­men­ti III, 1 [2007], 667). ))

In die­sem Licht und dank die­ser Gna­den­zeit, wel­che die Kir­che erlebt hat, als sie über die Fami­lie sprach und dis­ku­tier­te, füh­len wir uns wech­sel­sei­tig berei­chert. Und vie­le von uns haben das Wir­ken des Hei­li­gen Gei­stes erlebt; er ist der eigent­li­che Prot­ago­nist und Urhe­ber der Syn­ode. Für uns alle klingt das Wort „Fami­lie“ nicht mehr wie vor der Syn­ode, so dass wir in ihm bereits die Zusam­men­fas­sung ihrer Beru­fung und die Bedeu­tung des gan­zen syn­oda­len Weges mit­hö­ren. ((Eine akro­sti­chi­sche Ana­ly­se des Wor­tes „FAMIGLIA – Fami­lie“ hilft uns, die Sen­dung der Kir­che in ihren Auf­ga­ben gegen­über der Fami­lie zusam­men­zu­fas­sen (ein Buch­sta­ben­spiel, das lei­der in der Über­set­zung nicht wie­der­zu­ge­ben ist [Anm. d. Übers.]). Forma­re – erzie­hen: die neu­en Genera­tio­nen dazu erzie­hen, die Lie­be ernst­haft zu leben, nicht als einen indi­vi­dua­li­sti­schen Anspruch, der sich nur auf das Ver­gnü­gen und auf die „Weg­werf­men­ta­li­tät“ grün­det, son­dern wie­der an die ech­te, frucht­ba­re und dau­er­haf­te Lie­be zu glau­ben als den ein­zi­gen Weg, um aus sich her­aus­zu­ge­hen, um sich dem ande­ren zu öff­nen, um sich aus der Ein­sam­keit zu befrei­en; um den Wil­len Got­tes zu leben; um sich voll zu ver­wirk­li­chen; um zu begrei­fen, dass die Ehe der »Bereich [ist], in dem sich die gött­li­che Lie­be offen­bart; um die Hei­lig­keit des Lebens, eines jeden Lebens zu ver­tei­di­gen; um die Ein­heit und die Unauf­lös­lich­keit des ehe­li­chen Ban­des zu ver­tei­di­gen als ein Zei­chen der Gna­de Got­tes und der Fähig­keit des Men­schen, ernst­haft zu lie­ben« (Homi­lie in der Mes­se zur Eröff­nung der Syn­ode [4. Okto­ber 2015]: L’Osservatore Roma­no [dt.] 45. Jg., Nr. 41, S. 3) und um die Ehe-Vor­be­rei­tungs­kur­se zu nut­zen als Gele­gen­heit, den christ­li­chen Sinn des Ehe­sa­kra­men­tes zu ver­tie­fen. Anda­re – gehen: auf die ande­ren zugehen, denn eine in sich ver­schlos­se­ne Kir­che ist eine tote Kir­che; eine Kir­che, die nicht aus der eige­nen Umzäu­nung her­aus­geht, um alle zu suchen, auf­zu­neh­men und zu Chri­stus zu füh­ren, ist eine Kir­che, die ihre Sen­dung und ihre Beru­fung Lügen straft. Mani­festa­re – kund­tun: die Barm­her­zig­keit Got­tes kund­tun und sie ver­brei­ten unter den not­lei­den­den Fami­li­en, den ver­las­se­nen Men­schen, den ver­nach­läs­sig­ten Alten, den durch die Tren­nung der Eltern ver­letz­ten Kin­dern; unter den armen Fami­li­en, die ums Über­le­ben kämp­fen; unter den Sün­dern, die an unse­re Türen klop­fen, und unter den Fern­ste­hen­den; unter den Men­schen mit Behin­de­run­gen und unter allen, die sich an Leib und See­le ver­letzt füh­len; unter den Paa­ren, die von Schmerz, Krank­heit, Tod oder Ver­fol­gung gequält sind. Illu­mi­na­re – erleuch­ten: die Gewis­sen erleuch­ten, die oft von schäd­li­chen und unter­schwel­li­gen Dyna­mi­ken ein­ge­kreist sind und die sogar ver­su­chen, den Platz des Schöp­fer­got­tes ein­zu­neh­men – die­se Dyna­mi­ken müs­sen ent­tarnt und bekämpft wer­den unter voll­kom­me­ner Ach­tung der Wür­de jedes Men­schen. Guada­gna­re – gewin­nen: in Demut das Ver­trau­en in die Kir­che, das auf­grund des Ver­hal­tens und der Sün­den ihrer eige­nen Kin­der ernst­lich geschwun­den ist, zurückgewin­nen und wie­der auf­bau­en; lei­der haben das nega­ti­ve Zeug­nis und die Skan­da­le, die von eini­gen Kle­ri­kern inner­halb der Kir­che ver­übt wur­den, ihre Glaub­wür­dig­keit ver­letzt und den Glanz ihrer Heils­bot­schaft ver­dun­kelt. Lavor­a­re – arbei­ten: inten­siv arbei­ten, um die gesun­den Fami­li­en, die treu­en Fami­li­en, die kin­der­rei­chen Fami­li­en, die unge­ach­tet der täg­li­chen Mühen wei­ter ein bedeu­ten­des Zeug­nis der Treue zu den Leh­ren der Kir­che und den Gebo­ten des Herrn geben, zu unter­stüt­zen und zu ermu­ti­gen. Idea­re – ersin­nen: eine neue Fami­li­en­pa­sto­ral ersin­nen, die auf dem Evan­ge­li­um beruht und die kul­tu­rel­len Unter­schie­de respek­tiert; eine Pasto­ral, die fähig ist, die Fro­he Bot­schaft in anzie­hen­der, fro­her Spra­che zu ver­mit­teln und den Her­zen der jun­gen Men­schen die Angst zu neh­men, end­gül­ti­ge Ver­pflich­tun­gen ein­zu­ge­hen; eine Pasto­ral, die den Kin­dern eine beson­de­re Auf­merk­sam­keit wid­met, die die eigent­li­chen Opfer der fami­liä­ren Ris­se sind; eine inno­va­ti­ve Pasto­ral, die eine ange­mes­se­ne Vor­be­rei­tung auf das Ehe­sa­kra­ment durch­führt und die bestehen­de Pra­xis ein­stellt, die sich oft mehr um den äuße­ren Anschein und die For­ma­li­tä­ten küm­mert, als um eine Erzie­hung zu einer Ver­pflich­tung, die das gan­ze Leben lang dau­ert. Amare – lie­ben: bedin­gungs­los alle Fami­li­en lie­ben und beson­ders jene, die eine schwie­ri­ge Zeit durch­ma­chen – kei­ne Fami­lie darf sich allein oder von der Lie­be bzw. von der Umar­mung der Kir­che aus­ge­schlos­sen füh­len; der wirk­li­che Skan­dal besteht in der Angst zu lie­ben und die­se Lie­be kon­kret zu zeigen.))

In der Tat, die Syn­ode abzu­schlie­ßen, bedeu­tet für die Kir­che, wie­der wirk­lich „gemein­sam vor­an­zu­ge­hen“, um in alle Tei­le der Welt, in jede Diö­ze­se, in jede Gemein­schaft und in jede Situa­ti­on das Licht des Evan­ge­li­ums, die Umar­mung der Kir­che und die Unter­stüt­zung durch die Barm­her­zig­keit Got­tes zu bringen!

Dan­ke!

29 Kommentare

  1. Auf einen Punkt möch­te ich hier hin­wei­sen. Der Papst sagt:
    „Und ohne je der Gefahr des Rela­ti­vis­mus zu erlie­gen oder auch jener, die ande­ren zu ver­teu­feln, haben wir ver­sucht, uns voll­kom­men und mutig der Güte und der Barm­her­zig­keit Got­tes anzu­schlie­ßen, die unse­re mensch­li­chen Kal­kü­le über­steigt und nichts ande­res will, als DASS ALLE MENSCHEN GERETTET WERDEN“ (1 Tim, 2,4). In dem Zitat aus 1 Tim, 2,4 fehlt der ent­schei­den­de Nach­satz … „und zur Erkennt­nis der Wahr­heit gelan­gen.“ Es ist lei­der zur Mode gewor­den. wenn es bes­ser passt, nur mit hal­ben Zita­ten zu arbei­ten. Dabei hät­te gera­de in der Erkennt­nis der Wahr­heit das eigent­li­che Ziel der Syn­ode bestanden.

    • Wenn ein Mensch geret­tet wird und in die Ewig­keit ein­geht, dann kommt er genau dadurch zur Erkennt­nis der Wahr­heit — in der Schau Got­tes. Die Ret­tung ist die Vor­aus­set­zung dafür. So ver­ste­he ich das voll­stän­di­ge Zitat.
      Hier auf Erden wird die Wahr­heit nie voll­kom­men sein, auch nicht in der Kir­che! Nach­dem die Kir­che natür­lich durch den Hl. Geist gelei­tet wird, aber aus Men­schen besteht, ist es gar nicht mög­lich, dass sie im Besitz der vol­len Wahr­heit ist. Wäre das so, dann hät­te es es kei­nes ein­zi­gen Kon­zils bzw. kei­ner ein­zi­gen päpst­li­chen Lehr­de­fi­ni­ti­on bedurft. Und über so man­che päpst­li­che Lehr­aus­sa­ge spricht man heu­te lie­ber nicht mehr, weil sie abso­lu­ter Unsinn waren (z.B. die Aus­sa­gen der päpstl. Bibel­kom­mi­si­on unter Pius X. über die Wort­wört­lich­keit der Gene­sis, eine Enzy­kli­ka gegen die Eisen­bahn und vie­les ande­re mehr — man lese nur den Den­zin­ger). Die Kir­che ist seit 2000 Jah­ren immer auf dem Weg, der auch manch­mal sehr ver­schlun­gen sein kann. Der Blick in die Kir­chen­ge­schich­te zeigt das nur zu deutlich.
      Man soll­te sich das immer vor Augen hal­ten, wenn man in Ver­su­chung kommt, die eige­ne Anschau­ung als die Anschau­ung der „wah­ren katho­li­schen“ Kir­che zu betrach­ten und damit einen Abso­lut­heits­an­spruch gel­tend zu machen. Das ist ver­mes­sen und letzt­lich Gotteslästerung.

      • Alles was sie sagen kann Wahr­heit und genau­so Lüge sein. Wenn die Wis­sen­schaft Rich­tig­kei­ten her­vor­bringt und dies als Wahr­heit ver­kauft, dann sind das sehr gefähr­li­che Lügen. Wenn die Quan­ten­phy­sik Wahr­heit wäre, dann wäre die ortho­do­xe Inter­pre­ta­ti­on nicht schon längst über­holt wor­den; denn Wahr­heit ändert sich nicht, sonst ist es nicht mehr Wahr­heit. Und den­ken wir an all die Para­do­xa in der gesam­ten Phy­sik und Wis­sen­schaft, die immer durch neue Theo­rien gelöst wer­den und durch neue Theo­rien wie­der neue Para­do­xa geschaf­fen wer­den. Ein nicht enden­wol­len­der Unsinn von Spe­ku­la­tio­nen, wie Urknall und Evo­lu­ti­on ‑eher noch blöd­sin­ni­ger als der Schöp­fungs­be­richt der wenig­stens noch von Weis­heit zeugt als Wesens­merk­mal ‑ein ande­rer Glau­be, der Glau­be an die Wis­sen­schaft oder der Glau­be nicht an Gott zu glau­ben oder glau­ben zu müs­sen. Die Kirch­ver­tre­ter haben ihre Feh­ler gemacht in den 2000 Jah­ren, wes­halb Hun­dert­tau­sen­de von Prie­stern in der fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on auch unter die Guil­lo­ti­ne kamen. Àhnlich wird auch den Wis­sen­schaft­lern für ihr Feh­ler erge­hen, wenn die Men­schen erken­nen wer­den, dass sie durch die Wis­sen­schaft um die Wahrn­heit betro­gen wur­den, indem sie Spe­ku­la­tio­nen als Wahr­heit ver­kauf­ten. Chri­stus erhebt sich selbst zur Wahr­heit mit Abso­lut­heits­an­spruch. Er sagt, „Ich bin die Wahr­heit und der Weg, nicht bloss Wahr­heits­trä­ger.“ Eine Per­son ist die Wahr­heit, Jesus! Dann kann nicht Moham­med oder irgend­ei­ner, ob Papst oder Bischof oder Wis­sen­schaft­ler die Wahr­heit sein und eine Per­son ist der Weg und nicht nur das Ziel auf dem Weg, wie die Wis­sen­schaft es ist. Chri­stus ist die Kir­che, das Haupt, ob nun sei­ne Vetre­ter lehr­amt­li­che Häre­si­en ver­brei­ten oder nicht, letzt­end­lich geht es nicht um Anschau­ung oder Got­tes­lä­ste­rung, son­dern um Aberken­nung der abso­lu­ten Wahr­heit Jesu Chri­sti und somit um die Sün­de gegen den hl. Geist für die Chri­stus erbar­mungs­los das ewi­ge Feu­er versprich

      • @Galilei,
        Der geehr­te @Regino hat voll­kom­men zurecht auf das Erken­nen der Wahr­heit („…ad agni­tio­nem veri­ta­tis veni­re“) hingewiesen.

        In dem 2. Petrus­brief 3,9 steht in die­sem Zusam­men­hang aus­drück­lich geschrieben:…sed omnes ad poe­ni­ten­ti­am rever­ti“ (…aber daß alle sich zu Buße bekehren);
        Ähn­li­ches im alten Testa­ment bei Eze­chi­el 18,23.

        Die fun­da­men­tal­ste Stel­le fin­det sich jedoch in Psalm 51, den wahr­schein­lich am mei­sten gebe­te­ten Psalm in der Geschich­te, dem Miserere:
        ( Nach den Aus­füh­run­gen d.. gro­ßen Phi­lo­so­phen Robert Spa­e­mann in „Die Psal­men /Meditationen eines Chri­sten“, Klett-Cot­ta, 2014, Stutt­gart sei hier verwiesen):
        „…Denn ich erken­ne mei­ne Bos­heit..“- und dann steht da tat­säch­lich EGO(ICH) cog­no­vi; wir sind in der Sün­de ver­strickt, teils durch eige­nes Abwei­chen von Got­tes Weg, teils strau­chelnd in Schwä­che und Pro­ble­men, die man teils auch nicht selbst als Erste bewirkt hat.
        Und dann kommt V. 8:
        (nach der Septuagint/Vulg. LXX):“…Ecce enim veri­tatem dil­exi­sti, incer­ta et occul­ta sapi­en­tiae tuae mani­festasti mihi“:
        „Sie­he, die Treue/Wahrheit liebst Du; die gehei­men und ver­bor­ge­nen Din­ge Dei­ner Weis­heit hast Du mir offenbart“.
        Wir wis­sen sehr wohl wie wir uns gott­ge­fäl­lig zu ver­hal­ten haben, wir haben die Hl. Schrift in Über­fül­le, die Kir­chen­vä­ter, unse­re gan­ze Erziehung.
        Das Pro­blem ist doch viel­mehr daß die Sün­de betö­rend ist, ange­nehm, daß wir als Well­ness­men­schen doch ger­ne Aus­flüch­te suchen um unse­re sün­den zu ver­brä­men- und daß eini­ge auch in per­sön­li­cher Hybrus ande­ren Schul­di­gen ger­ne mit Fei­gen­blät­tern dekorieren.
        Das Myste­ri­um ini­qui­ta­tis ist etwas wesent­lich Dunk­les, es ist Gott fremd.
        …Gott liebt die Wahr­heit, Er ist Liebe.
        Er schenkt uns die Frei­heit, um voll auf Ihn zuzugehen.
        Dafür braucht es ein cor con­tri­stum et humi­lia­tum- ein zer­knirsch­tes Herz; Reue und Buße und Umkehr auf dem Weg: „con­ver­sio“- des­halb auch Bekehrung.
        Und das ist wodurch wir Anschluß fin­den an das Opfer des Herrn, und so an Sei­ne Auferstehung.
        Das Johan­nes­evan­ge­li­um nennt Jesus Chri­stus nicht umsonst den Logos, das Wort: Er ist in die Welt gekom­men um Sich zu offenbaren.
        Sein Wort ist mehr als deut­lich genug- es war auch 2000 Jah­re lang deut­lich genug.
        Die nur noch mäßig ver­deck­te trot­te­li­ge Ver­su­che die Gött­li­che Offen­ba­rung umzu­in­ter­pre­tie­ren damit die eige­ne Sün­dig­keit nun plötz­lich weni­ger oder auch nichts zäh­le, sind zum Heulen:
        es ist Selbst­be­trug und Belei­di­gung der All­macht Gottes.

  2. „Jeder all­ge­mei­ne Grund­satz muß inkul­turiert wer­den, wenn er beach­tet und ange­wen­det wer­den soll.“ — Die­ser Satz des Pap­stes ist äußerst inter­es­sant. Über Jahr­hun­der­te haben christ­li­che Grund­sät­ze zur Kul­tur der west­li­chen Gesell­schaf­ten gehört. Heu­te ver­schwin­det zuneh­mend das Ver­ständ­nis für die­se Grund­sät­ze; unter dem Deck­man­tel der Tole­ranz wer­den die­se Grund­sät­ze regel­recht ver­wor­fen und abge­lehnt. Genau hier ist die Her­aus­for­de­rung für die Kir­che: Die christ­li­chen Grund­sät­ze neu zu inkul­turie­ren. Genau dies wird aber nicht gesche­hen, wenn man unter der Über­schrift der Barm­her­zig­keit den Men­schen laue Sät­ze prä­sen­tiert, statt ihnen kraft­voll (und den­noch nicht unbarm­her­zig!) die wah­re Leh­re zu ver­kün­den und Irr­we­ge auf­zu­zei­gen. Eine neue Inkul­tu­ra­ti­on der christ­li­chen Grund­sät­ze wird nach mei­ner Ein­schät­zung nach die­sem Syn­oden­pa­pier nicht gelingen!

  3. Hm. Ist nun die Kom­mu­ni­on für wie­der­ver­hei­ra­te Geschie­de­ne zuge­las­sen oder soll der Prie­ster vor­her eine Mün­ze schmei­ßen wenn er sich nicht ganz sicher ist?
    Per Mari­am ad Christum.

  4. @Shuca: „Hm. Ist nun die Kom­mu­ni­on für wie­der­ver­hei­ra­te Geschie­de­ne zuge­las­sen oder soll der Prie­ster vor­her eine Mün­ze schmei­ßen wenn er sich nicht ganz sicher ist?“

    Genau in die­ser zurück­blei­ben­den Unsi­cher­heit liegt das tota­le (Sich-) Ver­sa­gen der Syn­ode gegen­über der Wahrheit. 

    Man hat die Klar­heit auf­ge­ge­ben. Man erwähnt sie nicht ein­mal mehr. Man kratzt sie vorsch­tig an. Man berührt sie wie einen hei­ßen Herd. Man schleicht drum her­um, wie eine Kat­ze um den hei­ßen Brei. Damit aber zieht man kei­nen feuch­ten Hering vom Tel­ler und über­zeugt schon gar kei­nen Athe­isten oder Agnostiker. 

    Ja man bleibt eigent­lich wich­ti­ge Ant­wor­ten schul­dig. Jesus warnt die Men­schen vor dem ver­lo­ren gehen. „Hurer und Ehe­bre­cher wer­den das Reich Got­tes nicht schau­en!“ „Homo­sex ist eine him­mel­schrei­en­de Sün­de!“ Jawohl, auch wenn Ihnen @Galielie das nicht passt. 

    Wir kön­nen die Wahr­heit Chri­sti nicht auf die Ebe­ne von gechan­nel­ten Bot­schaf­ten her­ab­wür­di­gen, was ins­be­son­de­re der Autor Dave Hunt immer wie­der anmahnt — und damit die Bibel als ‚eine‘ Inspi­ra­ti­ons­quel­le neben vie­len rela­ti­vie­ren. Die Bibel ist abso­lut wahr, weil sie gute und voll­kom­me­ne Früch­te hervorbringt!

    Unsi­che­re Offen­ba­run­gen sind kei­ne Offen­ba­run­gen, son­dern Lügen. Tritt man von der Wahr­heit zurück, weil man kei­ne mensch­li­chen Gefüh­le und Ani­mo­si­tä­ten — und nicht zuletzt den von Dämo­nen besetz­ten Geist — herausfordern/verletzen will, offen­bart man demü­tig, wie @Galilei es so gern möch­te, dass man sie, die Wahr­heit und auch Christ­su nicht kennt. 

    Chri­sten müs­sen in der Voll­macht Jesu spre­chen, sonst über­hört man sie. Das wird auch die Frucht die­ser Syn­ode sein, wes­halb sich ein Kar­di­nal Kas­per so die­bisch freut. Schon sein Grin­sen ist eine Über­zeich­nung der dehn­ba­ren Wischi­wa­schi­brgrif­fe der Syn­ode — und damit sei­ne Les­art, so als wol­le er sagen: „Was, die Kom­mu­ni­on für die WvG wur­de nicht ein­mal benannt? Das ist ja pri­ma, damit haben wir alle, ja wirk­lich alle Spiel­räu­me, die wir brau­chen, um unse­re ‚huma­ne Strei­chel-Kir­che‘ zu bauen.“ 

    Man muss dabei aber soviel sagen: ‚Doch‘@Galilei, wir ken­nen die Fül­le der Wahr­heit von Jesus, der sag­te, wer mich sieht, der sieht den Vater. Ich bin der Weg und die Wahr­heit und das Leben. Nie­mand kommt zum Vater außer duch mich.

    Mir scheint, Sie ver­wech­seln ‚Wahr­heit‘ mit ‚Gottesschau‘/‚Gottesanschauung. Das ist uns im Glau­ben aber gar nicht zuge­sagt. VIel­mehr hat Jesus auf das Kreuz als das Zei­chen auf dem Weg des Heils gewie­sen. Nie­mand kommt zum Vater ohne das Kreuz.

    Von daher ist es bestür­zend, wenn die Kir­che sich nicht mehr auf die Voll­macht unse­res Herrn Jesus Chri­stus beruft.

    Ich weiß nicht @Gallilei, wie sehr sie in der Eso­te­rik verwickelt/verstickt sind. Mir scheint aber in Anbe­tracht Ihrer stets auf die Quan­ten­phy­sik ver­wei­sen­den Aus­füh­run­gen doch eine enor­me Bin­dung vorzuliegen.

    Auch wenn ich@Leo Laemm­lein ein­mal schrieb, er lese zuviel Dave Hunt, so wür­de ich gera­de Ihnen, @Galilei, das Buch „Die okk. Inva­sii­on“ die­ses Autors emphehlen.

  5. Die­se Rede ist irgend­wie „dun­kel“.
    Dun­kel in Andeu­tun­gen, die man nicht ins Licht der kla­ren Aus­sa­ge zu heben vermag.
    Dun­kel in ihren Folgerungen.
    Dun­kel in ihren Wert­set­zun­gen, die Dif­fe­ren­ziert­heit vor­gau­keln, in Wahr­heit aber ein­fach nur ver­wir­ren­de Vag­hei­ten bleiben.

    Wenn F. sagt, was in der einen Kul­tur so und so gese­hen wer­de, wer­de in der ande­ren ganz anders emp­fun­den etc., wür­de ich ger­ne wis­sen, was er meint:
    Meint der den Ein­satz von Chi­li-Pul­ver in einem Hühnchen-Curry?
    Oder meint er, ob die eine Kul­tur schrei­en­de Far­ben in der Klei­dung liebt und eine ande­re es vor­zieht, sich schwarz zu kleiden?
    Oder meint er eine eher lang­sa­me, melan­cho­li­sche Nei­gung oder ein feu­ri­ges Tem­pe­ra­ment, das im einen Fall ruhi­ge schot­ti­sche Tän­ze im Kilt und im ande­ren Fall wil­de, bei­ne­schleu­dern­de Bal­kan-Sie­be­ner in wei­ßen Spit­zen­rock­ho­sen hervorbringt?

    Unter all die­sen Äußer­lich­kei­ten steckt doch welt­weit immer wie­der nur der Mensch. Über­all gebä­ren die Frau­en auf die­sel­be natür­li­che Wei­se ihre Kin­der, über­all ist das Herz ver­letzt, wenn es betro­gen oder belo­gen wird und jeder emp­fin­det die Bestia­li­tät eines kalt­blü­ti­gen Mor­des — gleich ob das in der Mon­go­lei, am Nord­pol oder in Pata­go­ni­en ist.

    Das „Gesetz“, so sagt es der hl. Pau­lus, ist den Hei­den eben­so ins Herz geschrie­ben. Und die Kir­che lehrt als Dog­ma, dass alle Men­schen von Natur aus wis­sen kön­nen, dass ein Gott ist.
    Schau­en wir in die Welt: sie wis­sen es. es ist erstaun­lich, wie leicht man sich all­über­all mit jedem über die ele­men­tar­sten reli­giö­sen Über­zeu­gun­gen unter­hal­ten kann. Es trägt auch jeder in sich das Wis­sen, dass er eines Tages Rechen­schaft abge­ben muss. Jeder, lie­be er nun den Chi­li am Hühn­chen oder nicht, und tra­ge er nun einen Tar­tan oder eine wei­ße Rock­ho­se beim Tanzen.
    Wor­auf es ankommt: bei­de essen, bei­de tanzen.
    Und bei­de wis­sen im Her­zen, dass da ein hei­li­ger Gott ist.
    Sie wis­sen es, egal, was an der Ober­flä­che vor­ge­spie­gelt wird.

    Die Kir­che ist immer in die­ser Tie­fe beim Men­schen gewe­sen und nicht an der Ober­flä­che der Sit­ten und Gebräuche.

    In die­ser Tie­fe ist nicht Jude noch Grie­che noch Mann noch Frau.
    Die­se Tie­fe ist der Ort, an dem Chri­stus gebo­ren wer­den will.

    Wo aber Chri­stus ist, muss, MUSS, die Sün­de weichen.

    F. unter­schlägt, dass Chri­stus in uns hin­ein will und nicht ein­fach nur vom Him­mel aus sei­ne Barm­her­zig­keit her­ab­reg­nen lässt.

  6. Über zwei eigen­ar­ti­ge For­mu­lie­run­gen bin ich doch gestolpert:

    1) „dass das Evan­ge­li­um für die Kir­che eine leben­di­ge Quel­le ewi­ger Neu­heit bleibt –
    ein Zeug­nis gegen die, wel­che es „indok­tri­nie­ren“ und zu toten Stei­nen machen wol­len, mit denen man die ande­ren bewer­fen kann.“ — Was ist denn eigent­lich mit „ewi­ger Neu­heit“ gemeint? Soll­te etwas für die Kir­che (!) ewig neu geschaf­fen werden?
    Neuheit??

    2) „jeder all­ge­mei­ne Grund­satz muss inkul­turiert wer­den, wenn er beach­tet und ange­wen­det wer­den soll“ — „inkul­turiert“! MUSS! SOLL!
    Der Glau­be soll­te doch nicht unter Zwang, son­dern frei­wil­lig und mit Über­le­gung ange­nom­men wer­den. („Oder habt ihr den Glau­ben viel­leicht unüber­legt ange­nom­men?“ 1 Kor. 15,2)
    Der Satz klingt nach tief­ge­fro­re­ner Lie­be, die auch als Keu­le benutzt wer­den kann.

    Was der hl. Pau­lus den Korin­thern sagt, gilt hin­sicht­lich der Syn­ode wohl auch oder vor allem für Europa:
    „Eini­ge Leu­te wis­sen nichts von Gott; ich sage das, damit ihr euch schämt.“ (1 Kor 15,34)

  7. Nach­trag zu mei­nem Kom­men­tar vom 27. Okto­ber 2015 um 9:52:

    Ich fra­ge mich ob die­se Sät­ze 1) und 2) vor dem Hin­ter­grund des im Sep­tem­ber von der UNO ver­ab­schie­de­ten 17-Punk­te Plans der Agen­da 2030 oder hin­sicht­lich einer UNO der Reli­gio­nen zu lesen ist.

    • @ Agri­co­la

      Zu der Fra­ge habe ich gestern in einem andern Thread schon was gesagt — hier: https://www.katholisches.info/2015/10/22/konziliare-selbstanpassung-der-kirche-an-welt-und-zeitgeist/comment-page‑1/#comment-65680

      Die Begriffs­ver­wir­rung liegt tat­säch­lich an die­ser Stelle!
      Das eine ist ein Begriff des „Neu­en“, der dem Hege­lia­nis­mus ent­springt: das „Neue“ ist so immer vor­läu­fig und wird von wie­der Neu­em „prä­zi­siert“.
      Man kann natür­lich in ein­grenz­ba­ren Zusam­men­hän­gen genau die­ses Phä­no­men beob­ach­ten. Zum Bei­spiel in der For­schung: man kommt immer „wei­ter“ in der Erkennt­nis und das, was gestern das „Neue­ste“ war, ist heu­te veraltet.
      Und selbst­ver­ständ­lich gibt es sol­che Din­ge auch in der Religion.

      Aller­dings — und das ist das gewich­ti­ge Aller­dings, man kann die­se Beob­ach­tung, die der natür­li­chen Begrenzt­heit des mensch­li­chen Gei­stes Rech­nung trägt, nicht auf „alles“ übertragen.
      Zumin­dest das, was Gott objek­tiv in Chri­stus offen­bart, ist die­sem dro­hen­den „Ver­al­ten“ nicht ausgesetzt.
      Wenn also die Kir­che in der Ver­gan­ge­heit sol­che Sät­ze als von Gott offen­bart defi­nert hat, die wir Dog­men nen­nen, dann kön­nen sie nie­mals mehr veralten.

      Das, was „neu“ gewor­den ist in Chrstus, ist und bleibt das Neue in Ewig­keit. Das Neue ist ja das Ewi­ge, das in unser sterb­li­ches, der Zeit unter­wor­fe­nes Fleisch getre­ten ist.

      F. macht wie alle Moder­ni­sten kei­nen Unter­schied mehr zwi­schen dem einen und dem andern.

      Nun muss man ihm aber zugu­te hal­ten, dass im katho­li­schen Lager Kon­ser­va­ti­ve zuhauf unter­wegs sind, die ihrer­seits das eine nicht vom andern unter­schei­den kön­nen. Sie hal­ten die zeit­li­che Mas­ke­ra­de man­cher katho­li­scher Gepflo­gen­hei­ten, gewis­se rein poli­ti­sche Mei­nun­gen oder irgend­wel­che mysti­schen Erleb­nis­se für „ewig“ und behan­deln sie so, als sei­en sie auf einer Stu­fe mit einer dog­ma­ti­schen Aussage.
      Die­se Leu­te sind in aller Regel hoch­ag­gres­siv. Und es ist wahr: sie bewer­fen ande­re in einer besi­pi­el­lo­sen Dün­kel­haf­tig­keit beim gering­sten Anlass mit ver­ba­len Stei­nen und machen sie nie­der, oft ohne deren Gedan­ken­gang über­haupt ver­stan­den zu haben…

      Es ist tra­gisch, aber genau die­se Kon­ser­va­ti­ven haben dem „Hege­lia­nis­mus“ in der Kir­che die Muni­ti­on gelie­fert, haben ihm jedes Argu­ment in die Hand gespielt, denn wer will sich mit deren ekel­haf­tem, unmo­ra­li­schen Auf­tre­ten gemein machen, der nicht selbst eine „Macke“ hat?

      Den­noch ist es per­fi­de, wenn ein „Papst“ sich das Ver­sa­gen der Kon­ser­va­ti­ven zunut­ze macht, um damit dem Ver­sa­gen der Pro­gres­si­ven die Bahn frei zu geben.

      Welch ein heil­lo­ses Durcheinander!

      • Herz­li­chen Dank für die erhel­len­den Ausführungen.

        Frei­lich ist es nicht falsch, was F. sagt, vor allem auch hin­sicht­lich der regu­la fidei pro­xi­ma, oder hin­sicht­lich Mat­thä­us 13,52: „Da sprach er: Dar­um, ein jeg­li­cher Schrift­ge­lehr­ter, zum Him­mel­reich gelehrt, ist gleich einem Haus­va­ter, der aus sei­nem Schatz Neu­es und Altes hervorträgt.“

        Die Leh­re ist an das Wort gebun­den. Es ver­langt nach unse­rem Zeug­nis — FÜR IHN, dem fleisch­ge­wor­de­nen Wort, nicht „gegen die, wel­che es „indok­tri­nie­ren“ und zu toten Stei­nen machen wol­len.“ — Aus Lie­be zu IHM, nicht aus Bos­heit gegen die, die.…
        Das also, was unter „ewi­ge Neu­heit“ (trotz­dem ein selt­sa­mer Begriff) zu ver­ste­hen ist, wur­de durch eine ein­zi­ge Tat, das Erlö­sungs­werk, den Süh­ne­tod Jesu Chri­sti, ermög­licht; das wodurch Gott den Men­schen in sei­ner Wür­de noch wun­der­ba­rer erneu­ert hat. 

        Den­noch erin­nert die For­mu­lie­rung mit „Quel­le“ und „Neu­heit“ an den „Kon­zils­geist“: eher an eine Ein­la­dung, durch das Evan­ge­li­um Neu­hei­ten zu pro­du­zie­ren, als auf die ewi­ge Neu­heit hinzuführen.

      • @ Agri­co­la

        Ich stim­me Ihnen ja zu — F. for­mu­liert so, dass man das Vor­läu­fi­ge, noch nicht ganz Ent­fal­te­te, das stets der Erneue­rung bedarf, nicht unter­schie­den bekommt von der „Neu­heit“ des Neu­en Bun­des, der aber ewig und nicht mehr wan­del­bar ist und das Gesetz des Mose ja kei­nes­wegs auf­hebt, son­dern nun ganz erfüllt und zurecht­rückt. Das hat jeden­falls Jesus gesagt — kein Jota woll­te er ver­än­dert wis­sen an die­sem eben­falls aus dem Ewi­gen ins Zeit­li­che hin­ein­ra­gen­den Gesetz, das den Sinn für die Hei­lig­keit Got­tes schär­fen sollte.

        Die unter­schied­li­che Per­spek­ti­ve zeigt uns ein Satz Jesu auch an die­ser Stelle:

        „Him­mel und Erde wer­den ver­ge­hen, mein Wort aber wird nicht ver­ge­hen.“ (Mt. 24, 35)

        In der Begrenzt­heit des Men­schen kann die Neu­heit Jesu Chri­sti erst suk­zes­si­ve erfasst wer­den. Jeder erlebt das an sich selbst: man macht einen Rei­fungs­pro­zess durch und wird nach und nach (im besten Fall) „erneu­ert“. Man „zieht den neu­en Men­schen an“: 

        „Erneu­ert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neu­en Men­schen an, der nach Gott geschaf­fen ist in wah­rer Gerech­tig­keit und Hei­lig­keit.“ (Eph. 4)

        Ja, das ist tat­säch­lich ein stän­di­ges Wach­sen und „Ver­bes­sern“, ein ech­tes „sem­per refor­man­da“. In der Tod­ver­fal­len­heit, in der Zeit­lich­keit schafft Gott — geni­al — die Mög­lich­keit zur Erneue­rung. Er nutzt die Zeit des Abster­bens zum Wachs­tum. Welch eine Barmherzigkeit!

        Die Wor­te Jesu aber sind dem nicht unter­wor­fen, was von ihm kommt, muss die­sen Erneue­rungs­pro­zess nicht durch­lau­fen, denn es ist das Ewi­ge und Neue und bleibt daher auch in „Ewig­keit“. Man­che ver­wech­seln sei­ne Güte, die unser Fleisch annahm, mit der Sünd­haf­tig­keit, die immer im Vor­läu­fi­gen stecken­bleibt. So, als wäre er, ein­mal inkar­niert, der­sel­ben Vor­läu­fig­keit unter­wor­fen wie die Sün­der. Das ist er aber nicht! Was er sag­te, ist ewig. Und gera­de zur Ehe sprach er mehr als eindeutig!

        Wir haben so ein Maß aus der Ewig­keit erhal­ten, ein neu­es Maß, anhand des­sen wir an unse­rer Erneue­rung aktiv mit­ar­bei­ten können.

        Stel­len wir die­ses Maß aber eben­falls zur Dis­po­si­ti­on, wird aus unse­rer Erneue­rung ein­fach wie­der nur die Zeit des Abster­bens — egal wie pom­pös wir sie gestalten.

        Und geau die­se Dif­fe­ne­renz bleibt uns F. schul­dig. Aber nicht nur er…

  8. „Die Kir­che ist immer in die­ser Tie­fe beim Men­schen gewe­sen und nicht an der Ober­flä­che der Sit­ten und Gebräu­che.“ (Zeit­schnur)
    Ein wich­ti­ger und zen­tra­ler Satz, den man sich ein­rah­men sollte.

    • Der Mensch ist ein , vom Gott geschaf­fe­nes Geschöpf, als ein Gan­zes. Sei­ne Haut ist nicht ein Sack für die Orga­ne, son­dern ein Organ. Das Äusse­re des Men­schen gehört zum Inne­ren des Men­schen, das Äusse­re ver­bin­det und trennt den Men­schen im Lebens­raum. So sind christ­li­che Gebräu­che und Sit­ten, untrenn­bar mit dem Men­schen verbunden.Das gilt eben­so für die Christ­li­che Kul­tur, die das Gan­ze mit den Chri­sten und der Kir­che ist. Ausser­dem, sag­te bereits Chri­stus, wo die Kir­che ist.

  9. Ich habe die Abschluss­re­de des Fran­zis­kus genau­er ange­schaut und eini­ge For­mu­lie­run­gen analysiert.

    „Es bedeu­tet, allen bezeugt zu haben, dass das Evan­ge­li­um für die Kir­che eine leben­di­ge Quel­le ewi­ger Neu­heit bleibt – ein Zeug­nis gegen die, wel­che es „indok­tri­nie­ren“ und zu toten Stei­nen machen wol­len, mit denen man die ande­ren bewer­fen kann. „ sag­te Fran­zis­kus und warf mit Stein­brocken auf glau­bens­treue Katholiken. 

    Der Papst ist doch der­je­ni­ge, der will, dass das Evan­ge­li­um nur noch aus toten Buch­sta­ben besteht, weil er Pra­xis und Leh­re trennt und glaubt ein Katho­lik brau­che nicht sein Leben nach dem Glau­ben zu rich­ten, son­dern glaubt der Glau­ben müs­se sich nach dem Leben der Men­schen richten. 

    Und wei­ter sagt er: 

    „Es bedeu­tet auch, die ver­schlos­se­nen Her­zen ent­blößt zu haben, die sich oft sogar hin­ter den Leh­ren der Kir­che oder hin­ter den guten Absich­ten ver­stecken, um sich auf den Stuhl des Mose zu set­zen und – manch­mal von oben her­ab und mit Ober­fläch­lich­keit – über die schwie­ri­gen Fäl­le und die ver­letz­ten Fami­li­en zu richten.“ 

    Auf den Stuhl Moses kön­nen sich die recht­gläu­bi­ge Bischö­fe nicht set­zen, da bereits Fran­zis­kus dort sitzt und von dort aus auf recht­gläu­bi­ge Katho­li­ken eindrischt. 

    Ver­kehr­te Welt, der Papst, der eigent­lich Garant für Kon­ti­nui­tät, Schutz und Bewah­rung der Leh­re sein soll attackiert Katho­li­ken, die treu zur Leh­re ste­hen, sie ernst neh­men und die für sie prak­ti­sche Aus­wir­kung hat. Die anti­ka­tho­li­schen libe­ra­len Günst­lin­ge, die mit drecki­gen Tricks spie­len, die hin­ter­häl­tig ver­sucht haben die Syn­ode zu mani­pu­lie­ren, die sich hin­ter dem Wort Barm­her­zig ver­stecken um die Sün­de gut­zu­hei­ßen und um die eige­ne Kir­che in die Pfan­ne zu hau­en, kri­ti­siert Fran­zis­kus natür­lich nicht: 

    Papst Fran­zis­kus soll erst mal selbst auf­hö­ren mit gespal­te­ner Zun­ge zu spre­chen. Auf­hö­ren sich hin­ter einer dop­pel­deu­ti­gen, vagen, unkla­ren und ver­wir­ren­den Spra­che zu ver­stecken und sich hin­ter dem Wort Barm­her­zig­keit zu ver­schan­zen, dann kann er den kon­ser­va­ti­ven Katho­li­ken vor­wer­fen sich hin­ter der Leh­re zu ver­stecken. Die­ser Papst redet von ver­let­zen Fami­li­en und sagt nicht, dass Sün­de und Rebel­li­on gegen Gott die Fami­li­en und den Men­schen ver­let­zen und dass die Akzep­tanz der Sün­de daher nicht die Hei­lung ist, son­dern nur die Ver­let­zung zementiert.
    Der Sün­der ist nicht nur das arme, erletz­te und harm­lo­se Opfer, son­dern auch der Ver­ur­sa­cher der Verletzung. 

    Ein Papst, der Barm­her­zig­keit als Waf­fe gegen die Leh­re benutzt, macht aus der Leh­re eine tote Deko­ra­ti­on ohne prak­ti­sche Bedeu­tung für das Leben der Gläu­bi­gen. Offen­bar will Fran­zis­kus eine tote Leh­re damit der katho­li­sche Glau­be in der Pra­xis tot ist, er will somit den Kol­laps des Katholizismus.

  10. Teil II der Ana­ly­se der Abschlussrede:

    Die­se For­mu­lie­rung von Fran­zis­kus war für mich sehr merkwürdig:

    „um die Schön­heit der christ­li­chen Neu­heit zu über­mit­teln, die manch­mal vom Rost einer archai­schen oder ein­fach unver­ständ­li­chen Spra­che überdeckt „

    Aus­ge­rech­net Fran­zis­kus beschwert sich über die Unver­ständ­lich­keit der Spra­che, der der nie klar und ver­ständ­lich spricht, son­dern wirr, miss­ver­ständ­lich und dop­pel­deu­tig. Alles klar, ein schwam­mi­ges, mehr­deu­ti­ges Syn­oden­do­ku­ment ohne nöti­ge Klar­heit, wo Miss­ver­ständ­nis­se und Inter­pre­ta­tio­nen in allen Rich­tun­gen vor­pro­gram­miert sind, soll die Schön­heit der christ­li­chen Bot­schaft und die Lösung der Kir­che ver­ständ­li­cher über­mit­teln und für Klar­heit sorgen. 

    Ich fra­ge mich manch­mal für wie blöd uns der Papst und die Kar­di­nä­le eigenltich halten. 

    Von der Schön­heit der CHRISTLICHEN WAHRHEIT scheint die­ser Papst nicht son­der­lich ange­tan zu sein, da er sie mit Christ­li­chen Neu­hei­ten erset­zen will. Wozu brau­chen wir über­haupt Christ­li­che Neu­hei­ten, wenn das Christ­li­che, was da und bekannt ist, brach­liegt? Was sind die­se christ­li­chen Neuheiten? 

    Der Papst hat sich mei­ner Mei­nung nach mit der Schluss­re­de demas­kiert. Er ist vol­ler Hybris, Selbst­ge­rech­tig­keit und von der moder­nen ver­dor­be­nen Jesui­ten Spi­ri­tua­li­tät erfüllt. 

    Was man erah­nen konn­te, ist mit der Abschluss­re­de des Pap­stes Gewiss­heit- Fran­zis­kus hat die gan­ze Zeit gemein­sa­me Sache macht den inter­nen Kir­chen­zer­stö­rern gemacht um einen Domi­no­ef­fekt zu erzie­len, nach dem eine katho­li­sche Leh­re nach der ande­ren zu Fall kommt. Daher ist er wütend, dass die kon­ser­va­ti­ven Bischö­fe nicht genug gekuscht und gespurt haben und die Leh­re nicht kom­plett den Wöl­fen zum Fraß über­las­sen haben.

  11. Der Begriff „Neu­heit“ ist tat­säch­lich ein schil­lern­der Begriff. Nicht ganz falsch, aber als ver­ba­le Waf­fe wirk­sam — je nach Zusam­men­hang (vgl. oben die Kom­men­ta­re mit @zeitschnur).

    Der Aspekt der Spra­che ist dies­be­züg­lich inter­es­sant und ent­lar­vend. Nun bräuch­te es also einer Spra­che, die die­se „Neu­heit“ über­mit­telt — nach­dem das Kir­chen­la­tein längst auf­ge­ge­ben wur­de, eine Spra­che, die in größt­mög­li­cher Klar­heit auch und vor allem in der hl. Mes­se sich dem Myste­ri­um ehr­furchts­voll zu nähern ver­sucht, einer für die Kir­che ein­heit­li­chen und ein­heits­stif­ten­den Sprache.

    Es wird wohl eine Spra­che sein, in der jeder sei­ne für ihn ver­ständ­lich eige­ne Neu­heit über­mit­telt. So ähn­lich wie dies ja oft­mals schon bei Für­bit­ten im NOM passiert.
    Die Grund­la­ge für die­se „Ver­ständ­lich­keit“ dürf­te wohl das sub­jek­ti­ve Gewis­sen sein.

  12. Wer­te @ Sarah!

    Vie­lem von dem, was Sie erar­bei­tet haben, kann ich zustim­men, nicht aber fol­gen­den pau­scha­li­sie­ren­den Satz:

    „Alles klar, ein schwam­mi­ges, mehr­deu­ti­ges Syn­oden­do­ku­ment ohne nöti­ge Klar­heit, wo Miss­ver­ständ­nis­se und Inter­pre­ta­tio­nen in allen Rich­tun­gen vor­pro­gram­miert sind, soll die Schön­heit der christ­li­chen Bot­schaft und die Lösung der Kir­che ver­ständ­li­cher über­mit­teln und für Klar­heit sorgen“.
    Das zur Abstim­mung gekom­me­ne Schluss­do­ku­ment stammt nicht vom Papst Fran­zis­kus. Im Gegen­teil ! Es ist das Pro­dukt einer Nacht­ar­beit in letz­ter Minu­te unter Mit­wir­kung auch von Kar­di­nal Mül­ler usw.
    Dazu ist im Auf­satz „Das Ergeb­nis der Fami­li­en­syn­ode VIII – Rober­to de Mattei: Kei­ne Gewin­ner, nur Ver­lie­rer – an erster Stel­le die katho­li­sche Moral“ vom 27. Okto­ber 2015 11:00 |zu beach­ten, was der Autor über das Zustan­de­kom­men der 95 Para­gra­phen, die schluss­end­lich zur Abstim­mung vor­ge­legt wer­den konn­ten, ausführt.

    „Zur gro­ßen Über­ra­schung der Syn­oden­vä­ter wur­de ihnen am Don­ners­tag Abend nur ein Text in ita­lie­ni­scher Spra­che vor­ge­legt und das zusam­men mit einem aus­drück­li­chen Ver­bot, ihn der Pres­se wei­ter­zu­ge­ben oder den 51 Audi­to­ren oder ande­ren Syn­oden­teil­neh­mern zur Kennt­nis zu brin­gen. Der Text nahm über­haupt kei­ne Rück­sicht auf die 1355 Abän­de­rungs­an­trä­ge, die im Lau­fe der drei Syn­oden­wo­chen ein­ge­bracht wor­den waren. Das Instru­men­tum labo­ris war fak­tisch unver­än­dert bei­be­hal­ten wor­den ein­schließ­lich der Para­gra­phen, die in der Syn­ode­nau­la auf hef­tig­sten Wider­stand der Syn­oden­vä­ter gesto­ßen waren: jene zur Homo­se­xua­li­tät und zu den wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen. Die Dis­kus­si­on war für den näch­sten Mor­gen fest­ge­legt, mit der Mög­lich­keit wei­te­re Abän­de­rungs­an­trä­ge ein­brin­gen zu kön­nen, die über Nacht aus­ge­ar­bei­tet wer­den muß­ten zu einem Text, der in einer Spra­che vor­lag, die nur ein Teil der Syn­oden­vä­ter wirk­lich aus­rei­chend beherrscht.….….

    Am Mor­gen des 23. Okto­ber sah sich Papst Fran­zis­kus, der die Syn­oden­ar­beit immer mit Auf­merk­sam­keit ver­folgt hat­te, einer uner­war­te­ten Ableh­nung des Kom­mis­si­ons­do­ku­ments gegen­über. 51 Syn­oden­vä­ter ergrif­fen das Wort, der Groß­teil sprach sich gegen den vom Papst vor­ge­leg­ten Text aus.….…

    Das Doku­ment konn­te nicht am 24. erneut vor­ge­legt wer­den, ohne Gefahr zu lau­fen, von der Syn­oden­mehr­heit nie­der­ge­stimmt zu wer­den und damit einen schwe­ren Riß durch die Kir­che auf­zu­rei­ßen. Die Kom­pro­miß­lö­sung kam von den deut­schen Theo­lo­gen des Cir­cu­lus Ger­ma­ni­cus, dem sowohl Kar­di­nal Kas­per, die Iko­ne des Pro­gres­sis­mus, als auch Kar­di­nal Mül­ler, der Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on ange­hör­ten. Die Kom­mis­si­on wur­de zwi­schen Frei­tag nach­mit­tag und Sams­tag mor­gen mit der Aus­ar­bei­tung eines neu­en Tex­tes beauf­tragt, der am Mor­gen des 24. Okto­ber in der Aula den Syn­oden­vä­tern vor­ge­tra­gen und am Nach­mit­tag abge­stimmt wur­de. Er erhielt für alle 94 Para­gra­phen die not­wen­di­ge Mehr­heit von zwei Drit­teln oder 177 Stim­men der 265 Syn­oden­vä­ter.“.….…. Fort­set­zung folgt

    • Forts.:
      „Unter­schei­dung und Inte­gra­ti­on ist auch der Titel der Para­gra­phen 84, 85 und 86. Der umstrit­ten­ste Para­graph, die Nr. 86, ent­hält eine Öff­nung gegen­über den wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen und die Mög­lich­keit für sie, Zugang zu den Sakra­men­ten zu erhal­ten, wenn auch die Kom­mu­ni­on nicht aus­drück­lich erwähnt wird. Die­ser Para­graph wur­de mit 178 Ja-Stim­men, 80 Nein-Stim­men und 7 Ent­hal­tun­gen ange­nom­men. Eine ein­zi­ge Stim­me mehr, als das Zwei-Drit­tel-Quo­rum verlangte“.
      Daher fin­de ich es „unter­ir­disch“ von eini­gen Über­ge­schei­ten im Forum, den auf der Grund­la­ge der apo­sto­li­schen Her­kunft von 26 der 27 Schrif­ten des NT argu­men­tie­ren­den Papst Eme­ri­tus Bene­dikt XVI. aus der Anony­mi­tät her­aus dem neo­mo­der­ni­sti­schen Lager zuzu­ord­nen und Schuld­zu­wei­sun­gen in sei­ne Rich­tung aus­zu­tau­schen — ohne genaue Kennt­nis­se sei­ner Betei­li­gung an der End­re­dak­ti­on, über die abge­stimmt wur­de und ohne sei­ne Chan­cen­lo­sig­keit zu berück­sich­ti­gen, sich gegen die frag­wür­di­gen Anwür­fe zu wehren.

  13. In Wirk­lich­keit gibt es zwei Schluss­re­den des Pap­stes: eine, die er wirk­lich gehal­ten hat, die aber nicht ver­öf­fent­licht wur­de; und eine ande­re, die er nicht gehal­ten hat, die aber ver­öf­fent­licht und welt­weit pro­mo­tet wur­de — sie ist oben im Arti­kel wie­der­ge­ge­ben. Angeb­lich stim­men die bei­den Reden In den ersten drei Absät­zen über­ein, danach sind sie völ­lig verschieden.
    Das jeden­falls ent­neh­me ich einem Video von Wil­liam Tap­ley. Tap­ley selbst stützt sich auf ande­re Infor­ma­tio­nen, denen ich nicht nach­ge­gan­gen bin.
    „Vati­can Decep­ti­on: Whe­re is Pope’s Speech?“
    https://youtu.be/6zSJ9iM7GMs

    • Die Ori­gi­nal­re­de des Pap­stes, in der er zum Bei­spiel die Tra­di­tio­na­li­sten nament­lich angriff, ist der Schluss­skan­dal die­ser Skan­dal­syn­ode. Viel­leicht soll­te die Redak­ti­on die­se Ver­si­on besor­gen und ver­öf­fent­li­chen. Dar­in kommt die wah­re Gesin­nung des Pap­stes zum Vor­schein, die er sonst so gern hin­ter Zwei­deu­tig­kei­ten ver­schlei­ert. Dar­um auch wur­de sie nicht ver­öf­fent­licht bzw. wie­der zurück­ge­zo­gen, da wo sie doch ver­öf­fent­licht wur­de, wie auf der Web­site einer US-Diözese.

  14. Hier ist die Schluss­re­de von Papst Fran­zis­kus, wie ver­öf­fent­licht auf der Web­site der katho­li­schen Diö­ze­se von Ral­eigh (North Caro­li­na, USA), aber auch (was Wil­liam Tap­ley ent­gan­gen ist) bei Radio Vati­can. Die­se tat­säch­lich gehal­te­ne Rede sei hier wie­der­ge­ge­ben für den Fall, dass sie von den vor­er­wähn­ten Netz­sei­ten weg­ge­nom­men wer­den sollte:
    .
    Pope Fran­cis speech at the con­clu­si­on of the Synod

    (Vati­can Radio) At the con­clu­si­on of the Extra­or­di­na­ry Syn­od on the Fami­ly, Pope Fran­cis addres­sed the assem­bled Fathers, thanking them for their efforts and encou­ra­ging them to con­ti­nue to journey. 

    Below, plea­se find Vati­can Radio’s pro­vi­sio­nal trans­la­ti­on of Pope Fran­cis‘ address to the Syn­od Fathers: 

    Dear Emi­nen­ces, Bea­ti­tu­des, Excel­len­ci­es, Bro­thers and Sisters,

    With a heart full of appre­cia­ti­on and gra­ti­tu­de I want to thank, along with you, the Lord who has accom­pa­nied and gui­ded us in the past days, with the light of the Holy Spirit.

    From the heart I thank Car­di­nal Loren­zo Bal­dis­se­ri, Secreta­ry Gene­ral of the Syn­od, Bishop Fabio Fabe­ne, under-secreta­ry, and with them I thank the Rela­tors, Car­di­nal Peter Erdo, who has worked so much in the­se days of fami­ly mour­ning, and the Spe­cial Secreta­ry Bishop Bru­no For­te, the three Pre­si­dent dele­ga­tes, the tran­scri­bers, the con­sul­tors, the trans­la­tors and the unknown workers, all tho­se who have worked with true fide­li­ty and total dedi­ca­ti­on behind the sce­nes and without rest. Thank you so much from the heart.

    I thank all of you as well, dear Syn­od fathers, Fra­ter­nal Dele­ga­tes, Audi­tors, and Asses­sors, for your acti­ve and fruit­ful par­ti­ci­pa­ti­on. I will keep you in pray­er asking the Lord to reward you with the abundance of His gifts of grace!

    I can hap­pi­ly say that – with a spi­rit of col­le­gia­li­ty and of syn­oda­li­ty – we have tru­ly lived the expe­ri­ence of “Synod,” a path of soli­da­ri­ty, a “jour­ney together.”

    And it has been “a jour­ney” – and like every jour­ney the­re were moments of run­ning fast, as if wan­ting to con­quer time and reach the goal as soon as pos­si­ble; other moments of fati­gue, as if wan­ting to say “enough”; other moments of enthu­si­asm and ardour. The­re were moments of pro­found con­so­la­ti­on listening to the testi­mo­ny of true pastors, who wise­ly car­ry in their hearts the joys and the tears of their faith­ful peop­le. Moments of con­so­la­ti­on and grace and com­fort hea­ring the testi­mo­nies of the fami­lies who have par­ti­ci­pa­ted in the Syn­od and have shared with us the beau­ty and the joy of their mar­ried life. A jour­ney whe­re the stron­ger feel com­pel­led to help the less strong, whe­re the more expe­ri­en­ced are led to ser­ve others, even through con­fron­ta­ti­ons. And sin­ce it is a jour­ney of human bein­gs, with the con­so­la­ti­ons the­re were also moments of deso­la­ti­on, of ten­si­ons and tempt­ati­ons, of which a few pos­si­bi­li­ties could be mentioned:
    .
    Fort­set­zung folgt

    • 2. Fort­set­zung
      .
      And this is the Church, the viney­ard of the Lord, the fer­ti­le Mother and the caring Tea­cher, who is not afraid to roll up her slee­ves to pour oil and wine on people’s wound; who doesn’t see huma­ni­ty as a hou­se of glass to judge or cate­go­ri­ze peop­le. This is the Church, One, Holy, Catho­lic, Apo­sto­lic and com­po­sed of sin­ners, need­ful of God’s mer­cy. This is the Church, the true bri­de of Christ, who seeks to be faith­ful to her spou­se and to her doc­tri­ne. It is the Church that is not afraid to eat and drink with pro­sti­tu­tes and publi­cans. The Church that has the doors wide open to recei­ve the nee­dy, the penitent, and not only the just or tho­se who belie­ve they are per­fect! The Church that is not asha­med of the fal­len bro­ther and pre­ten­ds not to see him, but on the con­tra­ry feels invol­ved and almost obli­ged to lift him up and to encou­ra­ge him to take up the jour­ney again and accom­pa­ny him toward a defi­ni­ti­ve encoun­ter with her Spou­se, in the hea­ven­ly Jerusalem.

      The is the Church, our Mother! And when the Church, in the varie­ty of her cha­risms, expres­ses herself in com­mu­ni­on, she can­not err: it is the beau­ty and the strength of the sen­sus fidei, of that super­na­tu­ral sen­se of the faith which is besto­wed by the Holy Spi­rit so that, tog­e­ther, we can all enter into the heart of the Gos­pel and learn to fol­low Jesus in our life. And this should never be seen as a source of con­fu­si­on and discord.

      Many com­men­ta­tors, or peop­le who talk, have ima­gi­ned that they see a dis­pu­ta­tious Church whe­re one part is against the other, doub­ting even the Holy Spi­rit, the true pro­mo­ter and gua­ran­tor of the uni­ty and har­mo­ny of the Church – the Holy Spi­rit who throughout histo­ry has always gui­ded the bar­que, through her Mini­sters, even when the sea was rough and chop­py, and the mini­sters unfaith­ful and sinners.

      And, as I have dar­ed to tell you , [as] I told you from the begin­ning of the Syn­od, it was necessa­ry to live through all this with tran­quil­li­ty, and with inte­rior peace, so that the Syn­od would take place cum Petro and sub Petro (with Peter and under Peter), and the pre­sence of the Pope is the gua­ran­tee of it all.

      We will speak a litt­le bit about the Pope, now, in rela­ti­on to the Bishops [laug­hing]. So, the duty of the Pope is that of gua­ran­te­eing the uni­ty of the Church; it is that of remin­ding the faith­ful of their duty to faith­ful­ly fol­low the Gos­pel of Christ; it is that of remin­ding the pastors that their first duty is to nou­rish the flock – to nou­rish the flock – that the Lord has ent­ru­sted to them, and to seek to wel­co­me – with father­ly care and mer­cy, and without fal­se fears – the lost sheep. I made a mista­ke here. I said wel­co­me: [rather] to go out and find them.

    • 3. Fort­set­zung
      .
      His duty is to remind ever­yo­ne that aut­ho­ri­ty in the Church is a ser­vice, as Pope Bene­dict XVI clear­ly exp­lai­ned, with words I cite ver­ba­tim: “The Church is cal­led and com­mits herself to exer­cise this kind of aut­ho­ri­ty which is ser­vice and exer­cises it not in her own name, but in the name of Jesus Chri­st… through the Pastors of the Church, in fact: it is he who gui­des, pro­tects and cor­rects them, becau­se he loves them deeply. But the Lord Jesus, the supre­me She­pherd of our souls, has wil­led that the Apo­sto­lic Col­le­ge, today the Bishops, in com­mu­ni­on with the Suc­ces­sor of Peter… to par­ti­ci­pa­te in his mis­si­on of taking care of God’s Peop­le, of edu­ca­ting them in the faith and of gui­ding, inspi­ring and sustai­ning the Chri­sti­an com­mu­ni­ty, or, as the Coun­cil puts it, ‘to see to it… that each mem­ber of the faith­ful shall be led in the Holy Spi­rit to the full deve­lo­p­ment of his own voca­ti­on in accordance with Gos­pel prea­ching, and to sin­ce­re and acti­ve cha­ri­ty’ and to exer­cise that liber­ty with which Christ has set us free (cf. Pres­by­terorum Ordi­nis, 6)… and it is through us,” Pope Bene­dict con­ti­nues, “that the Lord rea­ches souls, inst­ructs, guards and gui­des them. St Augu­sti­ne, in his Com­men­ta­ry on the Gos­pel of St John, says: ‘let it the­re­fo­re be a com­mit­ment of love to feed the flock of the Lord’ (cf. 123, 5); this is the supre­me rule of con­duct for the mini­sters of God, an uncon­di­tio­nal love, like that of the Good She­pherd, full of joy, given to all, atten­ti­ve to tho­se clo­se to us and soli­ci­tous for tho­se who are distant (cf. St Augu­sti­ne, Dis­cour­se 340, 1; Dis­cour­se 46, 15), gent­le towards the wea­kest, the litt­le ones, the simp­le, the sin­ners, to mani­fest the infi­ni­te mer­cy of God with the reas­su­ring words of hope (cf. ibid., Epist­le, 95, 1).”

      So, the Church is Christ’s – she is His bri­de – and all the bishops, in com­mu­ni­on with the Suc­ces­sor of Peter, have the task and the duty of guar­ding her and ser­ving her, not as masters but as ser­vants. The Pope, in this con­text, is not the supre­me lord but rather the supre­me ser­vant – the “ser­vant of the ser­vants of God”; the gua­ran­tor of the obedience and the con­for­mi­ty of the Church to the will of God, to the Gos­pel of Christ, and to the Tra­di­ti­on of the Church, put­ting asi­de every per­so­nal whim, despi­te being – by the will of Christ Hims­elf – the “supre­me Pastor and Tea­cher of all the faith­fu­l” (Can. 749) and despi­te enjoy­ing “supre­me, full, immedia­te, and uni­ver­sal ordi­na­ry power in the Chur­ch” (cf. Cann. 331–334).

      Dear bro­thers and sisters, now we still have one year to matu­re, with true spi­ri­tu­al dis­cern­ment, the pro­po­sed ide­as and to find con­cre­te solu­ti­ons to so many dif­fi­cul­ties and innu­me­ra­ble chal­len­ges that fami­lies must con­front; to give ans­wers to the many dis­cou­ra­ge­ments that sur­round and suf­fo­ca­te families.

    • Schluss
      .
      One year to work on the “Syn­odal Rela­ti­o” which is the faith­ful and clear sum­ma­ry of ever­ything that has been said and dis­cus­sed in this hall and in the small groups. It is pre­sen­ted to the Epi­scopal Con­fe­ren­ces as “linea­men­ta” [gui­de­li­nes].

      May the Lord accom­pa­ny us, and gui­de us in this jour­ney for the glo­ry of His Name, with the inter­ces­si­on of the Bles­sed Vir­gin Mary and of Saint Joseph. And plea­se, do not for­get to pray for me! Thank you!

      [The hymn Te Deum was sung, and Bene­dic­tion given.]

      Thank you, and rest well, eh?

      Quel­le:
      http://dioceseofraleigh.org/content/pope-francis-speech-conclusion-synod

  15. Fort­set­zung
    .
    — One, a tempt­ati­on to hosti­le infle­xi­bi­li­ty, that is, wan­ting to clo­se oneself wit­hin the writ­ten word, (the let­ter) and not allo­wing oneself to be sur­pri­sed by God, by the God of sur­pri­ses, (the spi­rit); wit­hin the law, wit­hin the cer­ti­tu­de of what we know and not of what we still need to learn and to achie­ve. From the time of Christ, it is the tempt­ati­on of the zea­l­ous, of the scru­pu­lous, of the soli­ci­tous and of the so-cal­led – today – “tra­di­tio­na­list­s” and also of the intellectuals.
    — The tempt­ati­on to a dest­ruc­ti­ve ten­den­cy to good­ness [it. buo­nis­mo], that in the name of a decep­ti­ve mer­cy binds the wounds without first curing them and trea­ting them; that tre­ats the sym­ptoms and not the cau­ses and the roots. It is the tempt­ati­on of the “do-gooders,” of the fear­ful, and also of the so-cal­led “pro­gres­si­ves and liberals.”
    — The tempt­ati­on to trans­form stones into bread to break the long, hea­vy, and pain­ful fast (cf. Lk 4:1–4); and also to trans­form the bread into a stone and cast it against the sin­ners, the weak, and the sick (cf Jn 8:7), that is, to trans­form it into unbe­ara­ble bur­dens (Lk 11:46).
    — The tempt­ati­on to come down off the Cross, to plea­se the peop­le, and not stay the­re, in order to ful­fil the will of the Father; to bow down to a world­ly spi­rit ins­tead of puri­fy­ing it and ben­ding it to the Spi­rit of God.
    — The tempt­ati­on to neglect the “depo­si­tum fidei” [the depo­sit of faith], not thin­king of them­sel­ves as guar­di­ans but as owners or masters [of it]; or, on the other hand, the tempt­ati­on to neglect rea­li­ty, making use of meti­cu­lous lan­guage and a lan­guage of smoot­hing to say so many things and to say not­hing! They call them “byzantinisms,” I think, the­se things…
    Dear bro­thers and sisters, the tempt­ati­ons must not frigh­ten or dis­con­cert us, or even dis­cou­ra­ge us, becau­se no discip­le is grea­ter than his master; so if Jesus Hims­elf was temp­ted – and even cal­led Beel­ze­bul (cf. Mt 12:24) – His disci­ples should not expect bet­ter treatment.
    Per­so­nal­ly I would be very worried and sad­den­ed if it were not for the­se tempt­ati­ons and the­se ani­ma­ted dis­cus­sions; this move­ment of the spi­rits, as St Igna­ti­us cal­led it (Spi­ri­tu­al Exer­cises, 6), if all were in a sta­te of agree­ment, or silent in a fal­se and quie­tist peace. Ins­tead, I have seen and I have heard – with joy and appre­cia­ti­on – spee­ches and inter­ven­ti­ons full of faith, of pasto­ral and doc­tri­nal zeal, of wis­dom, of frank­ness and of cou­ra­ge: and of par­re­sia. And I have felt that what was set befo­re our eyes was the good of the Church, of fami­lies, and the “supre­me law,” the “good of soul­s” (cf. Can. 1752). And this always – we have said it here, in the Hall – without ever put­ting into que­sti­on the fun­da­men­tal truths of the Sacra­ment of mar­ria­ge: the indis­so­lu­b­i­li­ty, the uni­ty, the faith­ful­ness, the fruit­ful­ness, that openness to life (cf. Cann. 1055, 1056; and Gau­di­um et spes, 48).
    .
    Schluss folgt

Kommentare sind deaktiviert.