Das Ergebnis der Familiensynode V — Hat die Kirche die Weisheit über die Natur des Menschen verloren?

Kardinal Kasper und Papst Franziskus
Kar­di­nal Kas­per und Papst Franziskus

Syn­oden-Anmer­kun­gen von Giu­sep­pe Nar­di (4)

(Rom) Nach zwei Jah­ren Bischofs­syn­ode über die Fami­lie scheint alles wie gehabt. Es gibt einen Schluß­be­richt der Syn­oden­vä­ter mit 94 Para­gra­phen, der mit Zwei­drit­tel­mehr­heit beschlos­sen wur­de und die Syn­oden­emp­feh­lung an den Papst dar­stellt. Der Text des Doku­men­tes scheint letzt­lich kei­ne wirk­li­che Rol­le zu spie­len. Er ist durch Undeut­lich­keit geprägt. Jeder kann hin­ein­in­ter­pre­tie­ren oder her­aus­le­sen, was er will. Genau das geschieht bereits seit Bekannt­wer­den des Tex­tes (wenn auch vor­erst nur im ita­lie­ni­schen Wort­laut). Die welt­li­chen Medi­en ver­kün­den die „Öff­nung“. Die katho­li­schen Medi­en bie­ten ein inzwi­schen schon struk­tu­rell gewor­de­nes Bild des viel­stim­mi­gen Durcheinanders.

Papier ist geduldig oder Der Geist hinter dem Buchstaben

Die „Kon­ser­va­ti­ven“ kön­nen mit über­zeug­tem Brust­ton behaup­ten, daß die Leh­re „geret­tet“ wur­de und die Kom­mu­ni­on für wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne im Schluß­be­richt nicht ein­mal erwähnt wird. Doch dem steht dia­me­tral die Genug­tu­ung von Kar­di­nal Kas­per gegen­über, der „sehr zufrie­den“ über den Syn­oden­aus­gang ist. Wie das? Sei­ne Linie habe „über­wo­gen“, obwohl sein zen­tra­les Anlie­gen nicht ein­mal direk­te Erwäh­nung gefun­den hat?

Der Schluß­be­richt zeich­net sich vom ersten Augen­blick als Lehr­bei­spiel für das Aus­ein­an­der­klaf­fen von Inhalt und Wirk­lich­keit ab. Man könn­te auch sagen: Die Rela­tio fina­lis ist ein Beleg­stück dafür, daß Papier gedul­dig ist.

Hat­te nicht bereits der „Geist des Kon­zils“ über die Kon­zils­do­ku­men­te obsiegt? Und hat­te nicht Papst Fran­zis­kus am Syn­oden­be­ginn selbst die Syn­ode in die „Kon­ti­nui­tät“ des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils gestellt? Der Sprung vom „Kon­zils­geist“ zum „Syn­oden­geist“ ist dann nicht mehr weit.

Es gibt eine wirk­li­che Syn­ode, die nach den Gesetz­mä­ßig­kei­ten der Diplo­ma­tik im Wort­laut ihrer Doku­men­te authen­tisch zum Aus­druck kommt.

Es gibt dane­ben aber auch eine Syn­ode der Medi­en und mehr noch einen „Geist der Syn­ode“, der sich in der Absicht derer wider­spie­gelt, die die­se Syn­ode gewollt, durch­ge­führt und gelenkt haben.

Wel­che Syn­ode gilt? Wel­che setzt sich durch?

„Strukturelle“ Defensive der Verteidiger der katholischen Glaubenslehre

Die glau­bens­treu­en Katho­li­ken, die Ver­tei­di­ger der kirch­li­chen Ehe- und Moral­leh­re haben sich, das steht schon fest, ein­mal mehr in die Defen­si­ve drän­gen las­sen — eine struk­tu­rel­le Defen­si­ve, um auf der sozio­lo­gi­schen Ebe­ne zu blei­ben, die den Syn­oden­ma­chern und auch Papst Fran­zis­kus so wich­tig ist.

Vor der Syn­ode hat­ten Kar­di­nä­le, Bischö­fe und katho­li­sche Lai­en um einen Text gebe­ten, der sich durch Klar­heit aus­zeich­net. Die Grün­de lie­gen seit den Erfah­run­gen mit dem Kon­zil, der Nach­kon­zils­zeit und dem Schluß­be­richt der Syn­ode 2014 auf der Hand. Gewor­den ist es aber ein Text der gewohn­ten Unschär­fe und der Mehr­deu­tig­kei­ten, ein Text des irgend­wie alles und irgend­wie nichts.

Eine sol­che Unschär­fe zwingt die Ver­tei­di­ger des Ehe­sa­kra­ments in die Defen­si­ve, weil sie einer­seits das Sakra­ment und des­sen Unauf­lös­lich­keit gegen inner­kirch­li­che Gegen­spie­ler ver­tei­di­gen müs­sen, gleich­zei­tig aber nicht Roß und Rei­ter wirk­lich beim Namen nen­nen kön­nen oder tun wer­den. Sie wer­den statt des­sen eisern ver­su­chen, den Schluß­be­richt für sich zu rekla­mie­ren. Das mag im Sin­ne der Kon­ti­nui­tät und auf die gesam­te Kir­chen­ge­schich­te irgend­wann ein­mal auch als rich­tig erschei­nen. Der­zeit tut es das aber kaum. Denn der­zeit ist die Mehr­deu­tig­keit die­ses und ande­rer Doku­men­te der Lebens­atem der pro­gres­si­ven Agen­da. Die Kas­pe­ria­ner leben von der Ambi­va­lenz der Tex­te. Das erklärt auch die Genug­tu­ung und Freu­de Kas­pers über den Schluß­be­richt. Er ist zufrie­den, daß die Syn­ode nicht durch kla­re For­mu­lie­run­gen die Tür für bestimm­te The­men zuge­macht und damit den Hand­lungs­spiel­raum des Pap­stes ein­ge­engt hat.

Eini­ge Kar­di­nä­le, die sich mit Ein­satz für die Ver­tei­di­gung des Ehe­sa­kra­ments geschla­gen haben, auch um den Preis, dadurch viel­leicht beim amtie­ren­den Papst in Ungna­de zu fal­len, beto­nen bereits, daß im Schluß­be­richt nichts ent­hal­ten ist, was der katho­li­schen Leh­re wider­spricht. Dem mag auch so sein. Ange­sichts der Gegen­spie­ler mag das sogar ein erstaun­li­ches Ergeb­nis sein. Genügt es aber, von einem Doku­ment einer Bischofs­syn­ode sagen zu kön­nen, viel­leicht noch mit dem unter­schwel­li­gen Ton der Erleich­te­rung, es ent­hal­te nichts, was der katho­li­schen Leh­re wider­spricht? Kaum etwas könn­te mehr über den aktu­el­len Zustand der Kir­che aus­sa­gen, als die­ser beschei­de­ne Anspruch, mit dem sich höch­ste, glau­bens­treue Kir­chen­ver­tre­ter schon zufrie­den geben. Die Aus­sa­ge läßt zwei­fel­los Rea­li­täts­be­wußt­sein erken­nen. Gera­de dar­in liegt das Niederschmetternde.

Unklarheit ist das Wohlfühlbiotop der Progressiven

Die Unklar­heit spielt den Pro­gres­si­ven in die Hän­de, auf wel­cher Ebe­ne auch immer. Allein dies zu erken­nen und zu durch­schau­en, wäre ein ent­schei­den­der Schritt zur Gene­sung der Kir­che. Ihres­glei­chen wer­den bis hin­un­ter zu den Dorf­pfar­rern die Bot­schaft ver­ste­hen, auch oder gera­de weil es kei­ne direk­ten oder deut­li­chen Wor­te gab. Dar­an kann kein Zwei­fel bestehen.

Und die „Kon­ser­va­ti­ven“ spie­len den Pro­gres­si­ven in die Hän­de, unbe­ab­sich­tigt, solan­ge sie mehr­deu­ti­ge Doku­men­te ver­tei­di­gen und den ver­zwei­fel­ten, letzt­lich zum Schei­tern ver­ur­teil­ten Ver­such unter­neh­men, sie für sich zu rekla­mie­ren. Das hät­te nur Erfolg, wenn es in der Kir­che eine wirk­lich gemein­sa­me all­ge­mein aner­kann­te Grund­la­ge und Sicht­wei­se gäbe. Die gibt es heu­te aber nicht mehr wirklich.

Eine nicht zu über­se­hen­de Min­der­heit der Syn­oden­vä­ter hat den umstrit­ten­sten Para­gra­phen wegen ihrer Unklar­heit die Zustim­mung ver­wei­gert. Ihnen käme nun eine zen­tra­le Rol­le zu. Man­che wer­de sie über­neh­men. Im soge­nann­ten west­li­chen Euro­pa wird die Kon­kor­danz über­wie­gen. Man wird die Ein­heit beto­nen und mit unter­schied­li­chen Posi­tio­nen neben­ein­an­der her­le­ben, ohne sie laut beim Namen zu nen­nen. Die Pro­gres­si­ven kön­nen also unge­stört ihre Wühl­ar­beit fort­set­zen. Unter dem offi­zi­el­len Dach der Kir­che ver­su­chen sie die Fun­da­men­te der Kir­che aus­zu­gra­ben und von katho­li­schen in pro­te­stan­ti­schen Humus umzu­pflan­zen. Dabei geht es letzt­lich gar nicht um den Pro­te­stan­tis­mus, son­dern um den in der Welt der­zeit vor­herr­schen­den Rela­ti­vis­mus. Der Pro­te­stan­tis­mus, daher der in katho­li­schen Krei­sen belieb­te Hin­weis auf eine Pro­te­stan­ti­sie­rung, hat den Weg in den Rela­ti­vis­mus nur frü­her ange­tre­ten. Gemeint ist letzt­lich eine End­sta­ti­on bei einem Chri­sten­tum ohne Gott, jeden­falls ohne einen leben­di­gen Gott.

Hat Kirche ihre Weisheit über die Natur des Menschen verloren?

Kurz­um also, alles wie gehabt. Jedem das Sei­ne, Haupt­sa­che die eini­gen­de Klam­mer kann doch noch ein­mal her­um­ge­legt wer­den und alle Gegen­sät­ze nomi­nell unter dem gemein­sa­men Dach ver­ei­nen. Eine ver­paß­te Chan­ce, die eine gei­sti­ge Schwä­che auf höch­ster kirch­li­cher Ebe­ne erken­nen läßt. Das wie­der­um ver­wun­dert gar nicht so sehr, nach 50 Jah­ren Nach­kon­zils­zeit, die genau von die­sem Geist geprägt waren. Ein hal­bes Jahr­hun­dert sind fast zwei Genera­tio­nen von Katho­li­ken, die in die­sem Kli­ma einer schwa­chen, defen­si­ven, stän­dig beschul­dig­ten und sich ent­schul­di­gen­den Kir­che her­an­ge­wach­sen sind und geformt wur­den. Der Mensch als Sün­der ist zum unaus­sprech­li­chen Tabu gewor­den. Das Syn­oden­pa­pier lie­fert den jüng­sten Beweis. Die Din­ge müs­sen „posi­tiv“ gese­hen wer­den. So hat es Kar­di­nal Schön­born bereits 2014 mit sei­nem Gra­dua­li­täts-Prin­zip for­mu­liert. So wie­der­hol­te er es weni­ge Tage vor Syn­oden­be­ginn hoch­of­fi­zi­ell mit vati­ka­ni­scher Druck­erlaub­nis in einem Inter­view mit der römi­schen Jesui­ten­zeit­schrift Civil­tà  Cat­to­li­ca. So hat es Papst Fran­zis­kus zum Syn­oden­ab­schluß ver­kün­det: „Es ist die Zeit der Barm­her­zig­keit, nicht der Ver­ur­tei­lun­gen“. Die Kir­che hat nur eine ein­zi­ge Hal­tung ein­zu­neh­men, die der Bring­schuld gegen­über dem nur mehr lei­den­den, nicht mehr aber sün­di­gen­den Men­schen, gegen­über dem Men­schen, der nur mehr Opfer, aber nicht mehr Täter ist.

Kein zukunfts­wei­sen­des Modell, da es der gesam­ten Weis­heit der Kir­che über das mensch­li­che Sein und sei­ner gefal­le­nen Natur wider­spricht. Die Welt mag sich ein­bil­den, mit­tels Gedan­ken­kon­strukt, Wil­lens­be­kun­dung oder gar staat­li­chem Gesetz die Natur des Men­schen bestim­men und sogar ändern zu kön­nen. Die Kir­che weiß es bes­ser, und die Kir­chen­ver­tre­ter soll­ten es zumin­dest bes­ser wissen …

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: lettera43 (Screen­shot)

17 Kommentare

  1. Vie­len Dank, Herr Nar­di, für Ihren bis­her BESTEN Text! Ich habe dem nur hin­zu­zu­fü­gen, dass die Kon­ser­va­ti­ven den Mut haben müss­ten, die­se AFTERKIRCHE der seli­gen Katha­ri­na von Emme­rick zu ver­las­sen (HURE BABYLON sage ich nicht mehr, nach­dem man mir PROTESTANTISMUS vor­ge­wor­fen hat!)

    • Und wohin sol­len die „Kon­ser­va­ti­ven“, die die von Ihnen sog „After­kir­che“ ver­las­sen sol­len, gehen???
      Extra eccle­si­am nul­la salus. Ubi Petrus ibi eccle­sia. Haben Sie die­se Glau­bens­wahr­hei­ten für sich abge­schafft? Auch das wäre ganz „pro­te­stan­tisch“.

      • @Balthasar,

        Ich bit­te Sie: Fran­zis­kus ist Fran­zis­kus und nicht Petrus.
        Ich bin Adri­en (Hadria­nus) und nicht Godefridus.

        Mich wür­de nur inter­es­sie­ren, wie Sie dann die Apo­sto­li­sche Arme­ni­sche Kir­che sehen?
        Mei­nen Sie dann wirk­lich, daß das Volk das als erstes das Chri­sten­tum als Staats­re­li­gi­on bekam, „pro­te­stan­tisch“ wäre?
        Und mei­nen Sie dann wirk­lich daß die Wei­hen von vanG­he­lu­we in Brüg­ge sakra­men­tal gül­tig waren?
        (Bis jetzt schweigt man eisern betr. die­se Frage)

    • War­um sol­len die glau­bens­treue Katho­li­ken abhau­en, wenn es unge­müt­lich wird? Recht­gläu­bi­ge Katho­li­ken kön­nen doch nicht stän­dig ent­we­der im fata­li­sti­schen Kada­ver­ge­hor­sam ver­har­ren oder sich devot den libe­ra­len Kir­chen­zer­stö­rern erge­ben oder sich in den Kata­kom­ben zurück­zie­hen, damit sie im stil­len Käm­mer­lein beten oder abhau­en. Was ist mit blei­ben und kämp­fen für den Glauben?
      Was ist mit erbit­ter­ten Wider­stand lei­sten gegen die­je­ni­gen, die unter dem Deck­man­tel der Barm­her­zig­keit die Braut Christ mit Dreck bewer­fen und besu­deln wol­len? Die treu­en Katho­li­ken dür­fen nicht die Kon­fron­ta­ti­on scheu­en und dür­fen nicht sich die gelieb­te Kir­che von den inter­nen anti-katho­li­schen libe­ra­len Bischö­fen, die die Kir­che kapern wol­len um sie unter fal­scher Flag­ge zu füh­ren, weg­rau­ben las­sen und ihnen das Feld räu­men. Gehen sol­len die Judas­se und die Pseu­do- Katho­li­ken, die eine ande­re Kir­che als die Katho­li­sche haben wol­len. Es wird Zeit, dass ech­te Katho­li­ken ihre Lethar­gie, Pas­si­vi­tät, Fata­lis­mus und Klein­mut able­gen um end­lich in den Kampf gegen die inter­nen Kir­chen­fein­de zu ziehen. 

      Mit Häre­ti­kern kann ein Recht­gläu­bi­ge kei­ne Kol­le­gia­li­tät haben ohne Ver­rat an der eige­nen Kir­che zu ver­üben. Die Pius­brü­der soll­ten lie­ber rein in die katho­li­schen Kir­che und den glau­bens­treu­en Katho­li­ken beim Auf­räu­men hel­fen, anstatt immer nur von drau­ßen aus zu jammern

  2. Es wird wei­ter an der Leh­re vor­bei han­tiert. Vom Kon­zil­geist gelei­tet, ist natür­lich der Schlussbe-
    richt der Syn­ode so aus­leg­bar wie das Kon­zil sel­ber. Wenn ein Kar­di­nal Kas­per zufrie­den mit der
    Syn­ode ist, dann ist das ein Zei­chen, dass noch etwas nach­kommt, dann direkt von Franziskus.
    Es ist so wie vie­le ver­mu­tet haben, jeder kocht sein Süpp­chen auf sei­ne Wei­se, oder auf Weisung
    der Bischofs­kon­fe­renz. Wohin soll das Chri­sten­volk denn gehen, wenn kei­ne kla­re Glaubensrich-
    tung vor­ge­ge­ben ist und wird ? So wird kom­men, was so kom­men muss, dass der Glau­be seinen
    letz­ten Glanz ver­liert und der gott­lo­se Weg, welt­weit fort­ge­setzt wird.

    • @ fre­di­us,

      Ihre Ein­schät­zung habe ich ähn­lich schon ausgedrückt.

      Wir haben hier einen Pfar­rer, der sich kei­ne Frei­hei­ten her­aus­nimmt, das All­ge­mei­ne Sün­den­be­kennt­nis bei jeder Mes­se beten läßt und nicht die all­ge­mei­ne Zwangs­ab­so­lu­ti­on, erzwun­gen durch „Herr erbar­me dich!“ praktiziert.

      Es ist eine Spur Hoch­mut in diie Kir­che ein­ge­zo­gen, der Rauch Satans behin­dert das Wir­ken des Hei­li­gen Gei­stes, den all­zu­vie­le mit dem Geist des Kon­zils gleichsetzen.

      Jetzt wird es noch auf­re­gen­der, schon ist der Geist der Syn­ode aus­ge­ru­fen. Sein Wir­ken dürf­te min­de­stens so ver­hee­rend sein, wie sein revo­luz­ze­ri­scher Vorgänger.

      • @fredius: „schon ist der Geist der Syn­ode aus­ge­ru­fen“. Nur wit­zig, dass auch die­sen Geist kaum einer hören will. Die Außen­wir­kung der Syn­ode hal­te ich für mar­gi­nal. Das Pro­blem dürf­te sein, in wie weit sich die glau­bens­treu­en Bischö­fe, Prie­ster und Lai­en infi­zie­ren las­sen vom Relativismus.
        Denn sage mir, mit wem du umgehst, und ich sage dir, wer du bist.
        Ein­zi­ges Ziel ist die Unter­wan­de­rung der Kir­che von innen.

  3. Tatsächlich,die Braut Chri­sti wird immer mehr zur Hure !
    „Geh her­aus aus ihr,mein Volk…“ heißt es nicht so?
    Ich habe hier bei mir vor Ort kei­ne Gemein­de gefunden,die uns auf­neh­men wollte,wir waren anschei­nend zusehr an Glau­bens­fra­gen interessiert!
    Die woll­ten auch niemanden,der in ihre Vet­tern­wirt­schaft hineinschaut,es war echt grauslig.
    Und dafür viel­leicht noch Kirchensteuer!?
    In mei­nen Augen ist das Ablaß­han­del und eigentllich ein no go für die kath.Kirche.
    Jesus sag­te doch,wo zwei in mei­nem Namen bei­sam­men sind,da bin ich mit­ten unter Euch,das muß nun genügen.
    In der Kir­chen­misch­po­ke ist Jesus Chri­stus garan­tiert nicht mehr dabei.

  4. @Balthasar: ich bin froh, dass ich 2000–2013 Pro­te­stant war. So bin ich auf die Situa­ti­on eines HÄRETISCHEN Pap­stes vor­be­rei­tet wor­den. Eigent­lich müss­te ich jetzt SEDISVAKANTIST sein. Aus PRAGMATISCHEN Grün­den blei­be ich aber bei der PETRUS- und PIUS-Bruderschaft.b

    • Nun, noch haben wir einen Papst, wenn er auch auf die Aus­übung sei­ner Amts­voll­mach­ten ver­zich­tet hat. Die Sedis­va­kanz tritt in mei­nen Augen erst mit dem Tod von Bene­dikt XVI. ein.

  5. Was alle, die die Leh­re der Kir­che im Sinn der Leh­re Jesu lie­ben, tun können:
    1. Beten
    2. Sich infor­mell ver­net­zen mit dem Ziel, inner­halb der Kir­che neu zu evan­ge­li­sie­ren und sich in der gegen­wär­ti­gen „bösen“ Zeit gegen­sei­tig Halt und Unter­stüt­zung zu geben.
    Es hilft nicht, zu jammern.
    Kar­di­nal Bur­ke hat­te in einer Pre­digt gesagt, dass das letz­te Kapi­tel der Kir­chen­ge­schich­te schon geschrie­ben ist — und es ist das glor­reich­ste Kapi­tel der Geschich­te. Frü­her oder spä­ter kommt es! Und der Kar­di­nal hat gesagt: „Keep faith!“ (Unser Herr Jesus Chri­stus hat gesagt: Wird der Men­schen­sohn Glau­ben fin­den, wenn er kommt?)
    Wenn die Gläu­bi­gen inner­halb der ‚real exi­stie­ren­den‘ Kir­che aus­hal­ten, wird die­se nicht unter­ge­hen, bis unser Herr kommt!

  6. Eine bril­lan­te Ana­ly­se, die ich ganz und gar tei­le und der nichts hin­zu­zu­fü­gen ist, ver­ehr­ter Herr Nar­di. Man wursch­telt wei­ter, wie gehabt, und über­lässt den Kas­pe­ria­nern das Feld. Neu an der Situa­ti­on ist nur, dass Letz­te­re sich nun mehr gewiss sein dür­fen, den, der qua Amt eigent­lich der ober­ste Hüter der Leh­re sein soll, gänz­lich auf ihrer Sei­te zu haben. Das trägt zur völ­li­gen Ver­wir­rung und Spal­tung und also zusätz­li­chen Schwä­chung der Lehr­amts­treu­en bei. Wir sehen, wie alles zusam­men­hängt und nach Plan ver­läuft: der Ratz­in­ger-Sturz muss­te gesche­hen, damit unter Ber­go­glio die bösen Früch­te am Baum des Kon­zils voll­ends zur Rei­fe gelan­gen kön­nen. Es bleibt zu hof­fen, dass da, wo Men­schen ver­sa­gen, Gott einen Weg zur Ret­tung der Kir­che und des wah­ren Glau­bens findet.

  7. @ hicest­ho­die und Uli
    Ihre Zuschrif­ten sind zutref­fend und ich pflich­te jedem Ihrer Wor­te zu.
    Beten ist das Wichtigste
    Die Mis­si­on Bene­dikts ist noch nicht beendet.
    Dar­an glau­ben, dass der Heils­weg Jesu Chri­sti wei­ter­führt, auch dann wenn wir Ihn nicht erkennen.
    Uns dar­auf ver­las­sen, dass Gott auf krum­men Wegen gera­de schreibt und uns gera­de führt.

  8. Es gibt aller­dings sehr wohl Inhal­te, die der katho­li­schen Leh­re wider­spre­chen. Zum Bei­spiel, dass Homo­se­xu­el­le nicht dis­kri­mi­niert wer­den sol­len. Wenn einer ehr­lich wäre, dann wür­de er sagen, dass das nicht so ist. Ohne Dis­kri­mi­ni­ren (lat. Unter­schei­den) wird das Salz nicht vom Abwas­ser getrennt und wird fad und ekelhaft.

  9. @Heinrich
    „Die Mis­si­on Bene­dikts ist noch nicht beendet.“

    Ja, das hat man gese­hen, falls die Mel­dung stimmt, dass (Papst) Bene­dikt mit Kar­di­nal Schön­born intern zu Mit­tag speiste.
    Er hat­te dabei sub­jek­tiv sicher­lich eine gute Absicht damit ver­knüpft, aber war es auch gut getan?
    Ließ Bene­dikt sich ein­span­nen und hat er damit kon­kret nicht die Bewah­rer geschwächt?

  10. Kar­di­nal Kas­pers Master­plan einen Domi­no­ef­fekt zu pro­du­zie­ren, wo eine katho­li­sche Leh­re nach der ande­ren zu Fall kommt bis der katho­li­sche Glau­be nur noch eine lee­re Hül­le ist, rückt Dank Fran­zis­kus Schüt­zen­hil­fe in greif­ba­rer Nähe.

  11. Inter­es­sant und prin­zi­pi­ell von der Ana­ly­se her ähn­lich war auch gleich am 25.1015 die­ser Blog­ar­ti­kel von Jür­gen Erba­cher: http://blog.zdf.de/papstgefluester/2015/10/25/synode-zu-ehe-und-familie-tag-21/

    Was mich beim Lesen die­ses Arti­kels spon­tan beschäf­tig­te war folgendes:

    Sie schrei­ben, Herr Nardi:

    „Eini­ge Kar­di­nä­le (…) beto­nen bereits, daß im Schluß­be­richt nichts ent­hal­ten ist, was der katho­li­schen Leh­re widerspricht…“

    Ich muss­te sofort an die frü­her gän­gi­ge Aus­sa­ge den­ken, die man in Druck­wer­ken mit „Impri­matur“ fand: 

    „Nihil obstat“ — Es steht nichts entgegen.

    Über­haupt wur­de die kirch­li­che Aner­ken­nung (Appro­ba­ti­on) von Wun­dern und Erschei­nun­gen eben­so wie theo­lo­gi­scher, phi­lo­so­phi­scher, poe­ti­scher oder kon­tem­pla­ti­ver Lite­ra­tur stets „nega­tiv“ vor­ge­nom­men. Man über­prüf­te, ob die frag­li­che Sache etwas ent­hal­te, was gegen den Glau­ben oder die Sit­ten ver­sto­ße. War das nicht der Fall, erkann­te man sie an — es stand nichts ent­ge­gen, und des­we­gen „stand fest“, dass es gut war („cons­tat de…“).

    Man ver­fuhr so nach dem Wort Jesu, dass der, der nicht gegen ihn ste­he, für ihn ste­he (Mk. 9, 40). Die über­ängst­li­che Fra­ge des eng­her­zi­gen oder dün­kel­haf­ten Glau­bens, ob das schein­bar dem Glau­ben nicht Wider­spre­chen­de nicht doch sogar vom Satan gewirkt wor­den sein könn­te, hat die Kir­che dabei stets abge­wie­sen. Im Grun­de sah sie die Sache extrem prag­ma­tisch: Na und? Wenn der Teu­fel ein­mal in einer ein­ge­grenz­ten Situa­ti­on Gott loben soll­te, dann ist die­ses Got­tes­lob für sich selbst den­noch wahr. Pech für den Bösen!

    Ist aber die­ses alte kirch­li­che „Nihil obstat“ das­sel­be wie die­ses aktu­el­le „Es steht der Leh­re nicht entgegen“?

    Der erste Unter­schied ist schon ein­mal der, dass es ja sonst immer der Bischof war, der das „Nihil obstat“ an das ver­gab, was vom nied­ri­gen kle­rus, Ordens­leu­ten oder Lai­en kam. Dass er selbst den Glau­ben aktiv und direkt reprä­sen­tie­ren soll­te, mach­te das, was er wie­der­um tat, nicht zu etwas, das mit dem Titel „Nihil obstat“ ver­se­hen wur­de. Er war in die­sem Fall Rich­ter, der das gel­ten­de Recht in sei­ner gan­zen Per­son vertrat.

    Man mag das ange­mes­sen anse­hen für leh­ren­de Aus­sa­gen aus der Lai­en­schaft. Sie dür­fen natür­lich auch reflek­tie­ren und sich theo­lo­gisch oder fromm äußern, und die Kir­che hat das immer auch ein­be­zo­gen in ihr Lehr­ge­bäu­de, indem sie eben über­prüf­te, ob „nihil obstat“ — nihil obstat gegen das, was das Lehr­amt definiert.
    Dass aber das Lehr­amt selbst inzwi­schen gewis­ser­ma­ßen abtaucht in die Ebe­ne der Lai­en und ein omi­nö­ser „sen­sus fide­li­um“ dann mehr oder weni­ger intui­tiv und will­kür­lich dar­über debat­tiert, ob dem, was das Lehr­amt pro­du­ziert, „nihil obstat“ — das ist absurd.

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