Konzelebranten

(Rom) Mei­ne from­me Groß­mutter war anfangs schwer beein­druckt, ja begei­stert, als sie das erste Mal eine Kon­ze­le­bra­ti­on meh­re­rer Prie­ster erleb­te. Sie zähl­te die (Kon)Zelebranten und stell­te im Anschluß freu­dig fest, „elf Mes­sen“ bei­gewohnt zu haben. Das erschien ihrer gläu­bi­gen See­le phä­no­me­nal. Als ihr jemand, dem ent­ge­gen, die Kon­ze­le­bra­ti­on als eine ein­zi­ge Mes­se erklär­te, schüt­tel­te sie dar­über unver­stän­dig den Kopf. Die elf Mes­sen hät­te sie ver­stan­den, die Kon­ze­le­bra­ti­on meh­re­rer Prie­ster an einem Meß­op­fer blieb ihr fremd und unver­ständ­lich. Oder hat­te sie da doch etwas mißverstanden?

Nun kom­men zu bestimm­ten Anläs­sen, etwa bei Papst­mes­sen, Dut­zen­de, manch­mal Hun­der­te oder gar Tau­sen­de Prie­ster zusam­men. Nach dem neu­en Ritus kön­nen, ja sol­len alle kon­ze­le­brie­ren, erkenn­bar an den lit­ur­gi­schen Gewän­dern. Damit aber wären sie Zele­bran­ten und hät­ten sich wäh­rend der hei­li­gen Lit­ur­gie auch ent­spre­chend zu ver­hal­ten. Doch selbst Prie­ster schei­nen gele­gent­lich flie­ßend zwi­schen sakra­men­ta­ler und zere­mo­ni­el­ler Kon­ze­le­bra­ti­on zu pen­deln. Woh­nen sie als Zele­bran­ten oder wie das gläu­bi­ge Volk an einer Mes­se bei?

Die Ver­öf­fent­li­chung der neben­ste­hen­den Bil­der, ich habe zwei aus­ge­sucht, auf dem Bild­schirm hät­te ich vie­le mehr, wol­len kei­ne unzu­läs­si­ge Ver­all­ge­mei­ne­rung sein. Ein Denk­an­stoß soll­ten sie alle­mal sein.

Text: Andre­as Becker
Bild: MiL/SMM/SkyNews (Screen­shots)

14 Kommentare

  1. Ich habe mir dar­über auch Gedan­ken gemacht.

    Da die Kon­ze­le­bra­ti­on durch Bun­gi­ni ein­ge­führt wur­de, so kann sie nichts Gutes sein und sie wur­de im römi­schen Ritus, soweit ich weiß, nie­mals praktiziert.

    Es ging wohl dar­um die Anzahl der Mes­sen zu redu­zie­ren, denn Prie­ster wur­den und wer­den aus­drück­lich auf­ge­for­dert nicht allei­ne zu zele­brie­ren, im Sin­ne einer mis­sa pri­vata, son­dern, falls sie zele­brie­ren wol­len, einer Kon­ze­le­bra­ti­on beizuwohnen.

    Aber da scheint auch theo­lo­gisch etwas quer zu lie­gen. Denn der Prie­ster han­delt ja in per­so­na Chri­sti. Mann könn­te sagen, je mehr Prie­ster desto mehr Christus(se) am Altar.

    Es scheint aber, dass die kon­ze­le­brier­ten Mes­sen als sol­che weni­ger Gna­den­reich wir­ken und dass sich die Anwe­sen­heit Chri­sti, hier ist nicht das Sakra­ment gemeint, wel­ches statt­fin­det, irgend­wie redu­ziert. Die Hei­lig­keit wird sicher­lich nicht gesteigert.

    Dies sind nur Ahnun­gen. Viel­leicht weiß jemand mehr dazu zu sagen. Ich wür­de mich freuen.

    Da sich alle lit­ur­gi­schen Ände­run­gen desa­kra­li­sie­rend aus­ge­wirkt haben, so ist es bei die­ser eben­so der Fall.

    • Es gab auch vor der Reform im römi­schen Ritus die Kon­ze­le­bra­ti­on, näm­lich bei der Prie­ster­wei­he. Die Neu­ge­weih­ten haben mit dem wei­hen­den Bischof immer schon — auch im triden­ti­ni­schen Ritus — kon­ze­le­briert. Das ist also nichts Neues.
      Die Kon­ze­le­bra­ti­on ist dann ange­bracht, wenn sie ein Zei­chen für die Ein­heit des Pres­by­te­ri­ums ist. Also bei der Mes­se eines Bischofs mit sei­nen Prie­stern und bei der Eucha­ri­stie­fei­er für ein Deka­nat oder bei der Abend­mahls­mes­se am Gründonnerstag.
      Anson­sten ist aber durch­aus ange­bracht, dass bei einer Mes­se anwe­sen­de Prie­ster wie nor­ma­le Gläu­bi­ge mit­fei­ern, wenn ihnen kei­ne beson­de­re Funk­ti­on bei der Fei­er zukommt. Wie heißt es so schön: das Wich­tig­ste im Leben eines Prie­sters ist nicht die Prie­ster­wei­he, son­dern die Taufe!

      • Den­noch waren sol­che Mas­sen­kon­ze­le­bra­tio­nen nicht üblich und auch beim Vati­ca­num II haben die Bischö­fe ein­zeln täg­lich zelebriert.
        Das „Zei­chen der Ein­heit“ wird inzwi­schen wie eine aus­ge­lei­er­te Unter­ho­se angewandt.
        Das hat etwas Blasphemisches…
        …anders als bei einer ja nicht so häu­fi­gen Priesterweihe…

      • @ Gali­lei

        Selbst­ver­ständ­lich ist mir die Tat­sa­che, dass es vor dem Kon­zil die Kon­ze­le­bra­ti­on bei der Prie­ster­wei­he gab bekannt, wie jedem Kind wohl auch. Eben­so weiß ich, dass es in der Ost­kir­che Kon­ze­le­bra­tio­nen gibt, wor­auf sich das V2 auch beruft.

        Ich habe auf tie­fer gehen­de theo­lo­gi­sche Argu­men­te gehofft, die lei­der aus­ge­blie­ben sind. Scha­de! Nie­mand von den Mit­po­stern scheint über die sozio­lo­gi­sche oder psy­cho­lo­gi­sche Ebe­ne hin­aus­zu­ge­hen. Tja.

      • @ Tra­di­ti­on und Glauben

        Tat­säch­lich muss aber vor jeder wei­te­ren Über­le­gung geklärt sein, ob die Kon­ze­le­bra­ti­on tat­säch­lich nach der Tra­di­ti­on nicht erlaubt ist.

        Es ist also not­wen­dig, erst ein­mal die­se Fra­ge zu beant­wor­ten — schau­en Sie noch mal ganz run­ter. Ich habe (nach einer Ver­wechs­lung der Art. gestern, dies­mal den rich­ti­gen Arti­kel aus der Sum­ma refe­riert zu dem Thema.

        Vor lau­ter „Ite ad Tho­mam“ hat man aber lei­der ver­ges­sen, dass Tho­mas nicht das Lehr­amt war oder ist. Zumal er in die­sem Punkt kei­ne end­gül­ti­ge Mei­nung ausspricht (!).

        Es ist dage­gen ein Fak­tum, dass man in der West­kir­che Kon­ze­le­bra­ti­on von schon vor die­ser Zele­bra­ti­on geweih­ten Prie­stern immer abge­lehnt hatte.

        Ihr geist­li­ches Argu­ment, das durch Kon­ze­le­bra­ti­on die Anzahl der Hl. Mess­op­fer verin­gert wird und so auch der Gna­den­schatz, der erwirkt wird, sich ver­rin­gert, ist ja ein gän­gi­ges Argu­ment und nicht von der Hand zu weisen.

        Für mich ist aber die Fra­ge ohne­hin offen, ob NOM-Mes­sen über­haupt noch gül­tig sind — sie wol­len kein Mess­op­fer mehr sein und statt­des­sen das omi­nö­se Pascha-Myste­ri­um fei­ern, dazu Gemein­schaft, gemein­sa­mes Brot­bre­chen und was weiß ich noch alles. Da ist sowie­so zwei­fel­haft, ob hier noch ein Gna­den­schatz erwirkt wird.
        Aus der Sicht des Zer­stö­rers Paul VI. aber viel­leicht eine dop­pel­te Siche­rung: Falls die NOM-Mes­sen doch noch ein biss­chen gül­tig sein soll­ten, dann ver­rin­gern wir ihre Wir­kung durch Miss­brauch der an sich legi­ti­men Konzelebration.

    • Sie haben das schön zusammengefasst.
      Es genügt aber auch die Betrach­tung der hier ein­ge­stell­ten Bil­der um die­se Neue­rung und Inno­va­ti­on, wel­che es in der latei­ni­schen Kir­che nie­mals vor­her gab abzulehnen.

  2. Was kann das bewir­ken, wenn zahl­rei­che Bischö­fe und Prie­ster am Altar ste­hen und mitzelebrie-
    ren. Nun, es kann Gemein­schaft, Ein­heit und Freu­de ver­mit­teln. Es kann auch ein schö­nes opti-
    sches Bild und Wür­de ver­mit­teln. Auf jeden Fall bes­ser, als wenn ein Prie­ster in der Kirchenbank
    Platz nimmt und in den Rei­hen der Lai­en zur Hl.Kommunion geht. Die Mas­sen-Kon­ze­le­bra­ti­on wur-
    de in der heu­ti­gen Form nach dem II.Vatikanum ein­ge­führt. Das wird von vie­len Bischö­fen und
    Prie­stern genutzt und so umge­ben sie sich mit Lai­en am Opfer­al­ter und wol­len so Ein­heit mit dem
    Got­tes­volk demon­strie­ren. Oft über­neh­men dann Lai­en die Auf­ga­ben des Prie­sters durch Austei-
    lung der Hl.Kommunion, wäh­rend der Prie­ster auf dem Prie­ster­sitz Platz nimmt. Selbst das Puri- fizie­ren der Hl.Gefäße erfolgt durch die Lai­en und der Prie­ster bleibt sit­zen. So kommt eines zum
    ande­ren beim Kir­chen­volk, die einen ärgern sich, ande­re fin­den das in Ord­nung. Mas­sen- Kon-
    zele­bra­ti­on soll­te die Aus­nah­me blei­ben. Wich­ti­ger wäre, dass zele­brie­ren­de Prie­ster mehr Wür-
    de, Sakra­li­tät und Andacht ver­mit­tel wür­den. Nur so kann der Glau­be ver­mit­telt werden.

  3. Der hei­lig­mä­ßi­ge Bischof Rudolf Gra­ber von Regens­burg sag­te damals: „Wenn elf Inge­nieu­re gemein­sam auf einen Knopf drücken, um ein Kraft­werk in Gang zu set­zen, dann set­zen sie ein Kraft­werk in Gang. Wenn aber elf Inge­nieu­re jeder für sich auf einen Knopf drücken, dann set­zen sie elf Kraft­wer­ke in Gang.“ Die Kon­ze­le­bra­ti­on war der Beginn der Zer­stö­rung der prie­ster­li­chen Meß­fröm­mig­keit. Außer­dem setz­te man damit an die Stel­le des in per­so­na Chri­sti han­deln­den Opfer­prie­sters das anonym han­deln­de Kol­lek­tiv einer Mahl­ge­mein­schaft. Aus der Erlaub­nis wur­de ein Zwang, heu­te kann ein Prie­ster auf Rei­sen in der Regel nur noch mit sei­nem Meß­kof­fer am Zim­mer zele­brie­ren, weil das in den zu kon­zi­lia­ren Gebets­häu­sern mutier­ten ehe­ma­li­gen katho­li­schen Kir­chen in aller Regel nicht mehr mög­lich ist.

  4. Der hier schreibt, ist ein ent­schie­de­ner Geg­ner der — weit­hin ver­wahr­lo­sten — „Bugni­ni- Konzelebrationen“.
    Wer an sol­chem Unfug ein­mal hat teil­neh­men müs­sen, weiß wie viel bana­les Geschwätz unter den Kon­ze­le­bran­ten oft abgeht.
    Es erstaunt jedoch , mit wel­cher Leich­tig­keit die Dis­kus­si­ons­bei­trä­ger ihre Mei­nung kundtun.
    Die Sach­kennt­nis bleibt auf der Strecke.
    Man stel­le sich vor, man las­se Leu­te — mehr oder weni­ger nach ihrem Geschmack oder ihrer Befind­lich­keit — dar­über dis­ku­tie­ren, wie der Bau eines Ver­kehrs­flug­zeu­ges zu pla­nen sei oder wie ein Chir­urg bei einer Nie­ren­ope­ra­ti­on vor­zu­ge­hen habe — nota bene, die Ver­glei­che gehen davon aus, das es auch in der Theo­lo­gie um Leben und Tod geht.
    Allein die Unbe­küm­mert­heit, mit der — in den mei­sten Fäl­len — dreist ohne viel Sach­kennt­nis argu­men­tiert wird, ist eine schon Fol­ge des unglück­se­li­gen 2. Vat. Konzils.
    Um Klar­heit zu schaf­fen müss­te man fast jeden Satz der bei­den Bei­trä­ge kommentieren.
    Nur so viel:
    1. Es gab die Kon­ze­le­bra­ti­on immer schon bei Prie­ster- und Bischofs­wei­he — viel­leicht kann sich noch auf You­Tube die Bischofs­wei­hen von Écône im Jahr 1988 anse­hen. Vgl. auch Sum. Teol. 3 q. 82 a. 2.
    2. Eine zere­mo­ni­el­le Kon­ze­le­bra­ti­on hat man in Rom noch im Jahr 1967 in Form der „Cap­pel­la Car­di­na­li­zia“ (ana­log zu „Cap­pel­la Papa­le“) sehen können.

    • …und was qua­li­fi­ziert dann Sie hier — anders als alle ande­ren — sach­kun­dig dis­ku­tie­ren zu dürfen?
      Doch nicht etwa der Pius­bo­nus, der von der Ein­bil­dung lebt, die wah­re Tra­di­ti­on bes­ser zu ken­nen als alle anderen?

      Die genann­te Sum­ma-Stel­le („theo­lo­gi­ca“ übri­gens mit th!) besagt über das Kon­ze­le­bra­ti­ons­pro­blem nicht direkt etwas — auch nicht indi­rekt. Es legt nur dar, ob der Zele­brant auch der Spen­der des Sakra­men­tes sein muss und legt ver­schie­de­ne Mei­nun­gen der Väter dazu dar. Die Vor­stel­lung, dass alle Prie­ster, durch einen ver­tre­ten, wie ein Mann, zele­brie­ren, liegt ganz außer­halb die­ses Artikels.

      • Ich muss mich kor­ri­gie­ren — ich hat­te aus Ver­se­hen Arti­cu­lus 3 statt 2 gele­sen. Ich bit­te um Entschuldigung.

        Es stimmt also, was Sie schrei­ben — in Arti­cu­lus 2 wird debat­tiert, ob eine Wand­lung der Hostie durch meh­re­re mög­lich sei.

        Tho­mas stellt das Für und Wider gegen­ein­an­der, kommt aber — und das wird wohl auch der Grund der Unei­nig­keit sein — zu kei­nem kla­ren Ergebnis.

        Die Ableh­nung der Kon­ze­le­bra­ti­on wird lt. Tho­mas auf­grund drei­er Argu­men­te von man­chen vorgezogen:

        1. Es wür­de auch immer nur einer tau­fen und nicht mehrere.
        2. Die Über­flüs­sig­keit von meh­re­ren zur Wand­lung der Hosti­en in einem Moment
        3. Die Deu­tung von Aug., die Eucha­ri­stie sei „Sakra­ment der Einheit“

        Tho­mas legt die Erwi­de­run­gen auf die refe­rier­ten Argu­men­te dar:

        ad 1. ) ist ein Ver­gleich von Äpfeln mit Bir­nen: Jesus hat tat­säch­lich nicht gleich­zei­tig mit den Apo­steln getauft, als er den Tauf­be­fehl gab. Er voll­zog aber die Eucha­ri­stie gemein­sam und gleich­zei­tig mit den Aposteln.

        ad 2.) Kon­ze­le­bra­ti­on­wie­der­holt nicht die Wand­lung einer und der­sel­ben Hostie durch alle Kon­ze­le­bran­ten, son­dern rich­tet deren Sinn auf die Wand­lung, die einer voll­zieht. Bei der Prie­ster­wei­he ist die Kon­ze­le­bra­ti­on not­wen­dig, weil der ange­hen­de Prie­ster wäh­rend die­ser Mess­fei­er ja erst auf die Stu­fe derer erho­ben wird, die zele­brie­ren dürfen.

        ad. 3) Das Sakra­ment der Ein­heit ist es inso­fern, als alle eins sind! Es ist daher gleich, ob einer oder meh­re­re am Altar ste­hen, solan­ge man sich an den Ritus hält.
        _____________

        Bei Tho­mas fin­den wir also sogar eher ein „Pro“ zu der Frage.

    • Ich habe sel­ber noch mehr­mals sei­ner­zeit einer cap­pel­la car­di­na­li­zia bei­gewohnt, auch Bischfs­kon­se­kra­tio­nen nach altem For­mu­lar aber die­se haben wirk­lich nichts mit der gän­gi­gen kon­zi­lia­ren Mas­sen­kon­ze­le­bra­tio­nen gemein.

  5. @ zeit­schnur

    Vie­len Dank für Ihre Ausführungen.

    @ alle

    Mir ist der Gedan­ke gekom­men, dass der Zwang zur Kon­ze­le­bra­ti­on die indi­vi­du­el­le Chri­stus-Bezie­hung des Prie­sters lädie­ren und somit sei­ne indi­vi­du­el­le prie­ster­li­chen Iden­ti­tät zugun­sten einer kol­lek­ti­ven Iden­ti­tät inner­halb eins Prie­ster­kol­lek­tivs ver­än­dern sollte.

    1. Man soll­te ja nicht allei­ne zele­brie­ren, son­dern sich einer Kon­ze­le­bra­ti­on einschließen.

    2. Bei der Kon­ze­le­bra­ti­on ist man, außer der „Mit­wand­lung“ mei­stens nur Zuschauer.

    3. Man wird trä­ger und lit­ur­gisch pas­si­ver, weil man nur herumsitzt.

    4. Wür­de der Prie­ster allein, z.B. auf sei­nem Zim­mer zele­brie­ren und alle Lesun­gen lesen, so wür­de er zwei­fels­oh­ne alles viel inten­sie­ver erle­ben und sich dadurch heiligen.

    5. Bei einer Kon­ze­le­bra­ti­on, sogar in einer klei­ne­ren Men­ge und in kei­ner Mas­se, steht man „zum Publi­kum hin“ und „zieht eine Show ab“, was sich auf ande­re Berei­che über­trägt, sie­he die tan­zen­den Bischö­fe in Rio. Natür­lich die „Show“ allei­ne vom wir­kungs­vol­len Ästhe­ti­schen betrach­tet beim Vetus Ordo viel grö­ßer, aber sie fin­det ver­sus Deum statt, sodass die Mit­wir­ken­den die „Publi­kums­re­ak­tio­nen“ nicht mitbekommen.

    Die o.a. Punk­te sind auch sozio­lo­gisch und noch kei­ne Theo­lo­gie, aber ich bin mir sicher, dass die Kon­ze­le­bra­ti­on noch wei­ter die Iden­tiät vie­ler Prie­ster unter­gra­ben kann. Denn sie kön­nen sagen: „Schaut wir sind da, wir sind wer, aber nur im Kol­lek­tiv“. Das berü­hum­te Mit­ein­an­der. Und dar­aus ergibt sich die Soli­da­ri­tät im Bösen, mit­ge­gan­gen, mit­ge­han­gen, wel­che beson­ders bei Skan­da­len sicht­bar wird.

    • Bei der heu­te gän­gi­gen Kon­ze­le­bra­ti­on habe ich noch eine ande­re Assoziation:

      Es ist im Prin­zip ein „cha­ris­ma­ti­scher“ Akt im moder­nen Sinn. Wie auch hier schon bemerkt, ist die Gren­ze zwi­schen der Rol­le eines geweih­ten Zele­bran­ten und der eines akti­ven Lai­en nicht mehr zu unterschieden.
      Dafür ham­pelt man im Kol­lek­tiv um den Altar — nicht Fisch, nicht Fleisch. Mir hat mal ein Prie­ster berich­tet, in einer Fort­bil­dung hät­ten sie zu 70 konzelebriert (!).
      Die­sen Akt kann man nur noch cha­ris­ma­tisch verstehen!

      Der Cha­ris­ma­tis­mus lebt von einer kol­lek­ti­ven Zwangs­hand­lung, die nie­man­dem mehr ein Aus­sche­ren erlaubt. Nur noch als „Volks­kör­per“ steht man vor Gott. Der Cha­ris­ma­tis­mus ist daher unglaub­lich faschi­sto­id ange­legt… und kei­ner merkt das!

      Es hat orgia­sti­sche Züge…

      Wie anders dage­gen die­se Stil­le, die herrsch­te, als bei Syn­oden oder Kon­zi­li­en jeder Geweih­te sei­ne eige­ne Mes­se täg­lich zele­brier­te — an irgend einem Sei­ten­al­tar in St. Peter oder wo auch immer. Ja, wel­che Stil­le war das, ein Raum der Stil­le, in dem Jesus wirk­lich Raum neh­men konnte.

      Die­se Stil­le Gottes…

      Damit ist es vor­bei, sowie­so, und die Kon­ze­le­bra­ti­on ist nur noch ein Trig­ger, um alles zu cha­ris­ma­ti­sie­ren. Paul VI. war ja ein erklär­ter Cha­ris­ma­ti­ker, eben­so JP II, auch Ratz­in­ger äußer­te sich bis zuletzt sehr posi­tiv über sie und hre Rol­le in der Kir­che. Den Vogel schießt nun F. ab — der lässt sich von Cha­ris­ma­ti­kern sogar segnen.

Kommentare sind deaktiviert.