Kardinals-Aufstand gegen Papst Franziskus – Beschwerdebrief gegen „vorherbestimmten“ Ausgang der Synode

Kardinäle proben Aufstand
Kar­di­nä­le pro­ben Auf­stand

(Rom) Drei­zehn Kar­di­nä­le, alle­samt Syn­oda­len, haben sich mit einem Beschwer­de­brief an Papst Fran­zis­kus gewandt. Dar­in erhe­ben sie Pro­test gegen den Ein­druck, der Aus­gang der Bischofs­syn­ode über die Fami­lie könn­te bereits fest­ste­hen.

Unru­he lag in der Luft, seit die Syn­oden­ar­bei­ten vor einer Woche eröff­net wur­den. Papst Fran­zis­kus hat­te ver­gan­ge­ne Woche selbst uner­war­tet das Wort in der Syn­ode­nau­la ergrif­fen und vor einer „kon­spi­ra­ti­ven Her­me­neu­tik“, sprich Ver­schwö­rungs­theo­rien gewarnt. Beob­ach­tern war spä­te­stens ab die­sem Augen­blick klar, daß hin­ter den Kulis­sen dicke Luft herrsch­te.

Der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster ver­öf­fent­lich­te heu­te mor­gen ein Schrei­ben, das drei­zehn Kar­di­nä­le an Papst Fran­zis­kus gerich­tet haben, um gegen den Ver­dacht zu pro­te­stie­ren, die Syn­ode könn­te letzt­lich eine blo­ße Schein­syn­ode sein, falls es der Wahr­heit ent­spre­chen soll­te, daß ihr Aus­gang bereits vor Syn­oden­be­ginn fest­ge­legt wor­den sei.

Vati­kan­spre­cher Lom­bar­di bestä­tig­te kurz dar­auf die Echt­heit des Schrei­bens, beeil­te sich am Mon­tag­vor­mit­tag aber den Jour­na­li­sten mit­zu­tei­len, daß der Mai­län­der Erz­bi­schof, Ange­lo Kar­di­nal Sco­la, der aus­sichts­reich­ste Gegen­kan­di­dat im Kon­kla­ve, sowie der Pari­ser Erz­bi­schof And­re Vingt-Trois nicht zu den Unter­zeich­nern des Brie­fes gehö­ren wür­den. Zum Schrei­ben selbst woll­te der Vati­kan­spre­cher nichts sagen, da es sich um ein „ver­trau­li­ches“ Schrei­ben hand­le.

Zu den Unter­zeich­nern gehört hin­ge­gen Kar­di­nal Geor­ge Pell, den Papst Fran­zis­kus in den C9-Kar­di­nal­s­rat und zum Prä­fek­ten des neu­en Wirt­schafts­se­kre­ta­ri­ats des Vati­kans beru­fen hat­te. Kar­di­nal Pell über­reich­te den Beschwer­de­brief per­sön­lich dem Papst.

Die Unterzeichner:

Kar­di­nal Geor­ge Pell, Prä­fekt des Wirt­schafts­se­kre­ta­ri­ats (Austra­li­en)
Kar­di­nal Ger­hard Mül­ler, Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on (Deutsch­land)
Kar­di­nal Robert Sarah, Prä­fekt der Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on (Gui­nea)
Kar­di­nal Car­lo Caf­farra, Erz­bi­schof von Bolo­gna (Ita­li­en)
Kar­di­nal Tho­mas Col­lins, Erz­bi­schof von Toron­to (Kana­da)
Kar­di­nal Timo­thy Dolan, Erz­bi­schof von New York (USA)
Kar­di­nal Wil­lem Eijk, Erz­bi­schof von Utrecht (Nie­der­lan­de)
Kar­di­nal Peter Erdö, Erz­bi­schof von Esz­ter­gom-Buda­pest (Ungarn) und Gene­ral­be­richt­erstat­ter der Bischofs­syn­ode
Kar­di­nal Wil­frid Fox Napier, Erz­bi­schof von Dur­ban (Süd­afri­ka) und stell­ver­tre­ten­der Syn­oden­vor­sit­zen­der
Kar­di­nal Jor­ge Uro­sa Savi­no, Erz­bi­schof von Cara­cas (Vene­zue­la)
Kar­di­nal Mau­ro Pia­cen­za, Groß­pö­ni­ten­ti­ar und ehe­ma­li­ge Prä­fekt der Kle­rus­kon­gre­ga­ti­on

Die Erz­bi­schö­fe von Mai­land und Paris woll­ten offen­bar nicht, daß die Sache publik wird. Wie es tat­säch­lich um ihre Unter­schrift steht, wird sich in den näch­sten Tagen wohl klä­ren.

Mit einem knap­pen und unzwei­deu­ti­gen Brief unter­brei­te­ten die drei­zehn Kar­di­nä­le jeden­falls dem Papst ihre „Sor­gen“ und die wei­te­rer Syn­oden­vä­ter. Die „Sor­gen“ betref­fen ein mög­li­cher­wei­se bereits fest­ste­hen­des Syn­od­en­er­geb­nis und das Instru­men­tum labo­ris, das als Richt­schnur und Grund­la­ge für ein Schluß­do­ku­ment als unge­eig­net bezeich­net wird.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL

36 Kommentare

  1. Bei allem Respekt vor Ihrer Bericht­erstat­tung: ich zäh­le nur 10 Kar­di­nä­le, nicht 13! Oder woll­ten drei unge­nannt blei­ben?
    Wie auch immer, ob 10 oder 13, ist es beschä­mend, daß das Kar­di­nals­kol­le­gi­um ent­we­der über­wie­gend aus Moder­ni­sten und/oder aus Feig­lin­gen besteht, denn die über­wie­gen­de Mehr­heit hüllt sich ja in Schwei­gen, oder sehe ich das falsch?
    Außer­dem: Die­ser „Kar­di­nals-Auf­stand“ geht bestimmt so ähn­lich aus wie See­hofers „Auf­stand“ gegen Mer­kel: wie das Horn­ber­ger Schie­ßen.
    Mer­kel fährt Deutsch­land gegen die Wand, und Franz die Kir­che, und alle Welt schaut zu und klatscht ent­we­der Bei­fall oder zuckt hän­de­rin­gend mit den Ach­seln.

    • Naja, geschätz­te® siri, da haben Sie schon recht, aber Ihr State­ment trägt auch nicht gera­de dazu bei, den Mut zu heben..

      Es ist doch schon ein sehr erstaun­li­cher und nicht zu ver­ach­ten­der Vor­gang, dass sich ‑ob nun 10 oder 13 — Kar­di­nä­le erman­nen, die­sem Mani­pu­la­tor ihr: So nicht! ent­ge­gen­zu­schleu­dern.

      • @hicesthodie:
        Wie kann man noch opti­mi­stisch sein, bei einem sol­chen „Papst“ und sei­nem „Kas­per-le-Thea­ter“?
        Wer nur noch eini­ger­ma­ßen kla­ren Blick hat, der sieht den Unter­gang der „Tita­nic“ vor sei­nen Augen, aber die Bord­ka­pel­le, ange­führt von Kas­per, Marx und Kon­sor­ten, spielt lusti­ge Musik: Wir haben uns doch alle soooo lieb!!
        Ich habe, im Alter von 70+, vor eini­gen Wochen die­ser „Kir­che“ Adieu gesagt, schwe­ren Her­zens, aber das ist mei­ne Kir­che nicht mehr! Da kann ich ja gleich bei den Adven­ti­sten oder den Mor­mo­nen anheu­ern. Oder sehen sie noch einen ekla­tan­ten Unter­schied? Das Adieu war übri­gens wört­lich gemeint, obwohl ich immer mehr glau­be, daß „Dieu“ mit die­sem wil­den Hau­fen nichts mehr gemein haben will.

      • Ich ver­ste­he Sie. Aber es ist doch noch immer die Kir­che, die sich der Herr mit sei­nem Blut erkauft hat, wenn auch nun­mehr ent­stellt und unter die Räu­ber gefal­len! Ich hof­fe und bete, dass es end­lich, end­lich zur Schei­dung der Gei­ster kommt, denn nur so ist eine Gesun­dung mög­lich.

      • @siri: rich­ti­ger wäre es, so lan­ge und so laut zu trom­meln für die Wahr­heit, dass man sie hin­aus­wirft. Aber nicht so.

      • @siri

        Ich ver­ste­he Ihren Schritt sehr gut.
        Die jet­zi­ge Gescheh­nis­se schmer­zen sehr vie­le Men­schen sehr tief- und nur weni­ge Men­schen haben den Mut tap­fer die Kon­se­quenz zu zie­hen.

        Obwohl ich dem hoch­ge­ehr­tem Kom­men­ta­tor @Pater Pio sehr hoch­schät­ze, mei­ne ich daß sei­ne Aus­sa­ge hier nicht ganz zutrifft.
        Es han­delt sich m. bescheid. Erach­tens um eine ande­re Sicht von Kir­che:

        Unser Herr Jesus Chri­stus hat gesagt: „Wo zwei oder mehr von Euch in mei­nem Namen zusam­mensind, da bin Ich in Eurer Mit­te“.

        Und dann als „Gesamt­pa­ket“:
        „- Du bist der Chri­stus, der Sohn des Leben­di­gen Got­tes!
        — Und Du bist Petrus und auf die­sem Fel­sen (Gr. Petra) wer­de ich mei­ne Kirche/Ecclesia/Auswahlversammlung grün­den“.

        Petrus hat sei­ne Stel­lung nur durch sei­ne Fun­die­rung in dem Glau­ben.
        Ich bin mich sicher daß @siri sich nicht aus dem Cor­pus mysti­cum Chri­sti, aus der Una Sanc­ta Catho­li­ca Eccle­sia und aus dem Cre­do aus­klinkt;
        daß dage­gen vie­le lot­ter­li­che Klubs nichts damit zu tun haben- im Aus­land spricht man offen von einer „Bastard­kir­che“ ist mehr als klar.
        Am Besten wur­de dies durch das dünn­lip­pi­ge und ein­ma­li­ge Kom­men­tar deut­lich des gro­ßen Dan­neels­freunds, Moder­ni­sten und Freund von allen lin­ken und LGBT-freund­li­che Revo­luz­zern in Nord­bel­gi­en, dem groß­re­la­ti­vie­ren­den Moral­theo­lo­gen Roger Burg­gaeve SDB anläß­lich des Skan­dals um den pädo- (und homo)philen Bischof v. Brüg­ge vanG­he­lu­we deut­lich:
        da sag­te Burg­grae­ve doch plötz­lich und ver­dutzt-salopp:
        „Das ist wirk­lich das intrin­si­sche Übel“.
        Das intrin­si­sche Übel- genau, der Teufel-Satan.Daß eini­ge der loka­len Klubs von Satan beses­sen sind und er sich aus­tobt, ist über­deut­lich.
        Und das das gehört bekämpft.

        In der ersten Front­li­nie spielt es unter Sol­da­ten übri­gens kei­ne Rol­le von wel­che Ein­heit oder wel­che Haut­far­be ein Kom­mi­li­to­ne hat.
        Salus ani­ma­rum supre­ma lex: das Heil der See­len ist ober­stes Gesetz.
        Wenn man in einem ver­ir­ren­dem Klub see­li­schen Scha­den lei­det, geht man bes­ser zu einer viel­leicht klei­ne­ren aber tüch­ti­ge­ren Par­al­lel­di­vi­si­on.

        Bevor ich jetzt ver­ris­sen wer­de:
        das ist urchrist­li­che Tra­di­ti­on:
        sede­ce­re et con­sci­en­tia esse con­ten­tum.
        So geschrie­ben bei Sene­ca und schon rezi­piert bei St. Pau­lus.
        Und ein­deu­tig for­mu­liert vom Hl. Kle­mens v. Rom in sei­nem Brief an die Korin­ther (stand übri­gens in der Anti­ke vor­über­ge­hend in dem Kanon des Neu­en Testa­ments)
        Chri­stus mea spes

    • Die Kar­di­nä­le Sco­la, Erdö, Vingt-Trois und Pia­cen­za demen­tie­ren mitt­ler­wei­le signiert zu haben. Jetzt weiß man was Ber­go­glio mit sei­ner Schel­te „kon­spi­ra­ti­ver Her­me­neu­tik“ gemeint hat.

      • „Außer­dem: Die­ser „Kar­di­nals-Auf­stand“ geht bestimmt so ähn­lich aus wie See­hofers „Auf­stand“ gegen Mer­kel: wie das Horn­ber­ger Schie­ßen.“

        Damit wer­den Sie wohl recht behal­ten.
        Es ist aus­zu­schlie­ßen, daß die­se wirk­lich ihre Stim­men erhe­ben und Ber­go­glio ins Gesicht wider­spre­chen und ver­lau­ten „non pos­su­mus“.
        Es wird irgend ein Papier geben, wel­ches jeder belie­big so lesen kann wie er möch­te.

    • Ich lese 11 Namen. Viel­leicht wei­sen die bei­den feh­len­den Namen auf die Erz­bi­schö­fe Vingt-Trois und Sco­la hin.
      Sei es wie es sei — ein geord­ne­tes, gut struk­tu­rier­tes Tref­fen sieht anders aus.
      Die­se chao­ti­sche, wenig ver­trau­en­er­wecken­de Situa­ti­on könn­te auch als ein Bild für die Zer­ris­sen­heit und Kon­fu­si­on der Kir­che gese­hen wer­den.

  2. Pas­send zum unkla­ren aktu­el­len Hin und Her sag­te Pater Lom­bar­di heu­te auch noch Fol­gen­des bez. des „Schluss­be­rich­tes“:
    -
    „Der Schluß­be­richt wird am Mor­gen des Sams­tag, 24. Okto­ber, in der Syn­ode­nau­la prä­sen­tiert; am Nach­mit­tag stimmt die Ver­samm­lung über ihn ab, und dann wird die­ses Doku­ment – der Natur der Syn­ode ent­spre­chend – dem Hei­li­gen Vater über­reicht, dem dann die Ent­schei­dung dar­über obliegt, was er mit dem Bericht macht. Was wir heu­te nicht genau wis­sen, ist, wie der Papst befin­den wird – ob er uns wie letz­tes Jahr sagt ‚Ver­öf­fent­licht das sofort’, oder ob er sagt ‚Dan­ke schön, den Bericht behal­te ich mir und mache eine Apo­sto­li­sche Exhor­ta­ti­on dar­aus’. Er könn­te auch sagen: ‚Ich den­ke ein paar Tage dar­über nach, und dann ver­öf­fent­li­chen wir ihn’.“
    -

    • Lom­bar­di ist ein Scherz­keks. Wie Ber­go­glio reagiert, ist doch son­nen­klar. Gelingt es, die Syn­oda­len über den Tisch zu zie­hen, wird das Pam­phlet sofort vom Schub­ka­sten in die haus­ei­ge­ne Drucke­rei gege­ben. Gelingt es nicht, dann geht das Pam­phlet eben drei Tage spä­ter in Druck­le­gung, so ein­fach ist das, wenn Ergeb­nis­se schon vor­her fest­ste­hen.

    • „Ich den­ke ein paar Tage dar­über nach .….“
      Also, mit Ver­laub, Den­ken scheint mir nicht zu den her­aus­ra­gen­den Eigen­schaf­ten von Bor­go­glio zu gehö­ren. Viel­mehr scheint er der Devi­se zu hul­di­gen: Erst reden, und dann erst Gehirn ein­schal­ten.
      Es tut mir leid, aber noch nie habe ich in mei­nem lan­gen Leben so viel sinn­frei­es Geschwätz von einem, der sich Papst nennt, ver­nom­men. Und was sich in Rom zur Zeit abspielt als Bischofs­syn­ode, das ist in mei­nen Augen nichts ande­res als eine Show, und die beherrscht Franz ja — bes­ser noch als Peter Fran­ken­feld.

  3. Der Appell wur­de vom Papst prak­tisch zurück­ge­wie­sen und ist bis­lang ohne Ant­wort geblie­ben.
    Die Zahl der Unter­zeich­nen­den wird unter­schied­lich ange­ge­ben, weil ein­zel­ne nicht genannt wer­den woll­ten oder zurück­zo­gen.
    Der Text­laut des Appells ist anschei­nend bekannt gewor­den.
    http://biblefalseprophet.com/2015/10/12/francis-rejects-letter-from-cardinals-requesting-fixes-to-instrumentum-laboris-and-synod-procedures/

  4. Die­se gan­ze Syn­ode ist eine kom­plet­te Far­ce, man kann nicht abstim­men ueber das 6. Gebot oder Homo oder son­sti­ge Greu­el.
    Ja und natu­er­lich gibt es auch ein paar Amtstra­e­ger die gegen die­sen Unsinn sind.
    Aber mehr auch nicht, den „Tan­ker“ Franz wird nicht von Ruder­boet­chen aufgehalten,wie auch?
    Zb. Kar­di­nal Muel­ler, viel­leicht in sei­nem Amt zu ande­ren Erkennt­nis­sen gekom­men als er es noch vor Jah­ren in sei­nem Buch ueber die hl. Mes­se kund­ge­tan hat.
    Will sagen, auch die­se net­ten Kar­di­nae­le haen­gen letzt­lich an den oert­li­chen Bischofs­kon­fe­ren­zen oder eben wie Muel­ler an Franz direkt.
    Am Ende sind sie alle vom Ungeist des 2.Vat durch­drun­gen evtl. ein bischen kon­ser­va­tiv, aber mehr auch nicht.
    War­um erkennt kei­ner, das der „Nostra Aeta­te“ Gott ein tota­ler Irr­weg ist ?
    Nein solan­ge sich an der Grund­den­ke nichts aen­dert ‚geht die Tal­fahrt unge­bremst wei­ter Rich­tung Abgrund.
    Und auch die­se Geschwaetz, das der Papst alles darf, ist hohl und dumm und wird auch durch Wie­der­ho­lung nicht rich­tig.
    Blei­ben wir beim Schand­do­ku­ment Nostra Aeta­te, wenn der Papst ver­ku­en­det das unser Gott und die ande­ren Goe­tt­ter alle den­sel­ben Heils­weg dar­stel­len, irrt er und ist ein Hae­re­ti­ker.
    Das darf er nicht und nie­mand soll­te die­sem Irr­weg fol­gen.
    Syn­ode weg subi­to !

  5. Der Papst hat das letz­te Wort. 13 Kar­di­nä­le pro­te­stie­ren in die­sem gro­ßen Ver­wirr­spiel. Nach
    Mei­nung die­ser Kar­di­nä­le kann es sein, dass das Ergeb­nis fer­tig in der Schub­la­de liegt. Das
    wäre nichts neu­es nach den Ver­laut­ba­run­gen der letz­ten Tage in und über die Syn­ode. Den Kar-
    dinä­len muss man Mut atte­stie­ren, beson­ders Kar­di­nal Mül­ler, denn durch die­se Akti­on wer­den
    sie vom Papst lang­fri­stig bestraft wer­den.

    • Natür­lich liegt das Ergeb­nis längst druck­reif in der Schub­la­de. Die­se Metho­de hat sich doch schon beim II. Vati­ca­num bewährt. Da wur­den doch die — damals noch über­wie­gend stör­ri­schen — Kon­zils­vä­ter mit fer­ti­gen Doku­men­ten kon­fron­tiert, die sie nur noch — unter Vor­spie­ge­lung fal­scher Tat­sa­chen! — zu unter­schrei­ben hat­ten.
      Lesen Sie dazu das Buch „Die Unter­mi­nie­rung der katho­li­schen Kir­che“ von Mary Ball Mar­ti­nez, aus dem Jahr 1992. Die­se Frau war 15 Jah­re lang vati­ka­ni­sche Kor­re­spon­den­tin für gro­ße US-Zeit­schrif­ten, u.a. „The Wan­de­rer“ und „The Ame­ri­can Spec­ta­tor“ , wäh­rend des Kon­zils, und hat­te Ein­blick und Zugang zu vie­len sonst ver­schlos­se­nen Zir­keln. Das Buch ist gebraucht noch immer bei Ama­zon erhält­lich.
      Höchst emp­feh­lens­wert!

    • Reagie­ren Sie, wie beliebt. Seit­dem deut­lich zu wer­den scheint, dass kath.net in die Hän­de der Kas­pe­ria­ner gefal­len ist, braucht es Sie nicht zu wun­dern, dass dort mit­ge­hol­fen wird, die mög­lichst schnel­le Auf­lö­sung des mehr als bri­san­ten Brie­fes in Luft zu beschleu­ni­gen. Aber noch ist nicht aller Tage Abend!

  6. Ich bin zuver­sicht­li­cher. Eine Schei­dung der Gei­ster muss kom­men, weil der Nie­der­gang not­wen­dig immer tie­fer hin­ab­führt, und man­chen Kar­di­nä­len ist es doch zuzu­trau­en, dass sie „aus Baby­lon her­aus­ge­hen“, um nicht län­ger Anteil an ihren Sün­den und Pla­gen zu haben. Es wer­den dar­un­ter wohl eini­ge sein, die Jor­ge Ber­go­glio auch im Kon­kla­ve ihre Stim­me ver­sagt haben. Wenn eine dem Glau­ben ent­ge­gen­ge­setz­te Seel­sor­ge amt­lich ein­ge­führt wird (in der Pra­xis besteht sie ja schon seit lan­gem in Tei­len der Welt­kir­che) ist das ein Tren­nungs­grund, genau­er gesagt: ein Grund, öffent­lich fest­zu­stel­len dass der Papst ins Schis­ma gegan­gen ist.

  7. Die­ser Beschwer­de­brief ist doch Zwer­gen­auf­stand!
    Und halb­her­zig, wie es aus­sieht noch dazu.
    Kar­di­nä­le, die nicht genannt wer­den wol­len.… wenn ich das schon höre!
    Das sind doch Feig­lin­ge.
    Auch sie brin­gen offen­bar kein ech­tes Rück­grat auf. Das ist bloß der stöh­nen­de Ver­such eines Zu-Tode-Getrof­fe­nen, sich noch ein­mal auf­zu­rich­ten, bevor es end­gül­tig abwärts geht.

    Die­je­ni­gen, die hier eine „Schei­dung der Gei­ster“ her­bei­seh­nen, müss­ten aller­dings sagen, wel­che Gei­ster sie mei­nen.
    Offen­bar ist nur noch eine Schei­dung ver­schie­de­ner böser Gei­ster mög­lich, und das ist eine Schein-Gei­ster­schei­dung, die dazu geeig­net wäre, den letz­ten Rest noch ent­fernt Gläu­bi­ger mit in den Abgrund zu rei­ßen. Mit Hur­ra-Rufen wür­den sol­che Gläu­bi­ge sol­chen Gei­stern fol­gen, weil die die Ehe­leh­re noch fest­hal­ten, ohne zu erken­nen, dass bei den­sel­ben Her­ren auf ande­ren Gebie­ten gro­ße Fra­ge­zei­chen ste­hen.

    Denn man wird den Ein­druck nicht los, dass auch die schein­bar „glau­bens­treu­en“ Kar­di­nä­le (was erst noch zu prü­fen wäre jen­seits des lei­di­gen Ehe­the­mas!) nur bedingt treu sind. Eine Beja­hung der kirch­li­chen Ehe­leh­re ist schließ­lich kein all­ge­mei­ner Aus­weis für Glau­bens­treue. Aber genau an dem Punkt beißt sich die Schlan­ge in den Schwanz: Es inter­es­siert auch die ein­fa­chen Gläu­bi­gen nicht, ob die­se Leu­te sonst glau­bens­treu sind — sie inter­es­siert nur das Ehe­the­ma.

    Dass die so groß­ar­ti­gen Kar­di­nä­le, die hel­den­haft „die“ Leh­re der Kir­che ver­tre­ten, gleich wie­der fei­ge zurück­tre­ten, im Zwei­fels­fall nicht gese­hen wer­den wol­len und — wie wir ver­neh­men — im noch zwei­feln­de­ren Zwei­fels­fall auch nichts gesagt haben wol­len, zeigt doch, dass sie ent­we­der erpress­bar oder erbärm­lich fei­ge sind.

    Die­se Räu­ber­ban­de, auch wenn ein paar der Räu­ber wenig­stens täg­lich die gei­sti­ge Unter­wä­sche wech­seln und nicht gar so sehr stin­ken wie der Ban­den­chef, ist nicht die Kir­che.

    • Das haben Sie sehr gut gesagt. Ledig­lich dann, wenn die Recht­gläu­big­keit in Ehe­fra­gen mit einer all­ge­mei­nen Recht­gläu­big­keit ein­her­geht, darf man für die See­len der auf­stän­di­schen Kar­di­nä­le hof­fen. Aber wird man heu­te noch Kar­di­nal, wenn man den Libe­ra­lis­mus als schwer­ste aller Sün­den bezeich­net und ihn offen bekämpft?

    • @Zeitschnur,

      Die Feig­heit und der irr­sin­ni­ger Kada­ver­ge­hor­sam der glau­bens­treu­en und kon­ser­va­ti­ven Kar­di­nä­le und Bischö­fe scha­den der Kir­che ernorm. Lie­ber las­sen die­se die Kir­che unter­ge­hen als einem destruk­ti­ven Papst zu wider­spre­chen und ihm die Gefolg­schaft zu ver­wei­gern. Gera­de wegen dem Papst­kult und der Papst­an­be­te­rei der kon­ser­va­ti­ven und glau­bens­treu­en Katho­li­ken ver­kommt die katho­li­sche Kir­che, die Braut Chri­sti zum Pri­vat­spiel­zeug des Pap­stes. Selbst Petrus auf dem das Papst­amt fußt, hat­te die­se Stel­lung des Pap­stes nicht inne. Ihm hat Pau­lus im Ange­sicht wider­spro­chen, als die­se sich von der Leh­re enfernt hat­te und ihn kor­ri­giert.

      Wenn der Papst sich gegen Chri­stus stellt, dann stel­len sich auch die kon­ser­va­ti­ven Kar­di­nä­le und Bischö­fe gegen Chri­stus, der Papst ist schließ­lich unfehl­bar und nicht Chri­stus. Dem Papst und nicht Chri­stus haben sie bedin­gungs­lo­sem Gehor­sam geschwo­ren. Daher kann man nicht auf die kon­ser­va­ti­ven Kar­di­nä­le und Bischö­fe zäh­len, wenn es dar­um geht die Leh­re und die Kir­che vor der Will­kür eines Pap­stes zu schüt­zen. Außer Gejam­me­re, hei­ße Luft und Durch­hal­te­pa­ro­len kommt von denen nichts.
      Die libe­ra­len Bischö­fe und Kar­di­nä­le gehor­chen weder Chri­stus noch Papst und fah­ren damit sehr gut in der Kir­che.

      • Zarah @ …wegen Papst­kult und Papst­an­be­te­rei … und glau­bens­treue Katho-
        liken ver­kommt die katho­li­sche Kirche…Sehr star­ker Tobak den Sie fabri­zie­ren
        und es sind pro­te­stan­ti­sche Argu­men­te die vor­ge­bracht wer­den. Die Pro­tes-
        tan­ten kön­nen seit Luther die­ses Amt nicht ertra­gen, denn in der Luther­bi­bel
        ist davon nichts zu lesen. Das Wort Jesu … du bist Petrus der Fels auf dem
        ich mei­ne Kir­che baue…ist somit nicht bekannt. Außer­dem unter­stel­len Sie
        den gläu­bi­gen Chri­sten, dass sie dem Papst und nicht Chri­stus die Treue geschwo­ren haben„,spätestens jetzt müss­ten Sie erken­nen, welch Unsinn
        Sie ver­zap­fen…

      • @ Zarah

        Da ist aber nun wirk­lich Ihr Tem­pe­ra­ment mit Ihnen durch­ge­gan­gen!

        Das Papst­amt dient nicht einer Glau­bens­despo­tie, son­dern garan­tiert die Ein­heit der Kir­che. Der Papst ist Die­ner des Her­ren und schon von daher ist der Papst immer an den rech­ten Glau­ben gebun­den. Einen Auto­ma­tis­mus gibt es hier natür­lich nicht, der Miss­brauch des Amtes aus­schlös­se, sol­chen Miss­brauch hat es in der Geschich­te schon mehr­fach gege­ben, doch damit ist das Papst­amt und sein Pri­mat in Fra­gen der Leh­re nicht infra­ge gestellt. Sie und @zeitschnur miss­trau­en im Grun­de genom­men dem Hl.Geist, der trotz der mas­si­ven Män­gel des mensch­li­chen Cha­rak­ters, immer wie­der auf geheim­nis­vol­le Wei­se ein­greift, was nicht heißt, dass die Kir­che kei­ne veri­ta­ble Kri­sen erle­ben kann, gera­de auch, wenn sich die Per­son des Amtes nicht als wür­dig erweist.

        Sie gera­ten mit Ihrem Papst­ver­ständ­nis sehr schnell in eine pro­te­stan­ti­sche Hal­tung, hüten Sie sich davor, denn dann ver­liert sich der Glau­be in Belie­big­keit. Der Papst stellt wei­ter­hin die Ein­heit des Glau­bens her, mal kaum wahr­nehm­bar, mal deut­lich und kräf­tig. Papst Bene­dikt war ein Papst, der die Ein­heit des Glau­ben gestärkt hat und Papst Fran­zis­kus scheint eher nicht das Talent dazu zu haben. Aber auf Regen­ta­ge fol­gen ja bekannt­lich immer wie­der Son­nen­ta­ge.

      • zu dem The­ma hat mir die­ser Arti­kel (auf eng­lisch) sehr gefal­len: http://www.onepeterfive.com/getting-real-about-catholic-history-a-brief-review-of-papal-lapses/

        Er zitiert Mel­chi­or Kano auf dem Kon­zil von Tri­ent: «Petrus braucht weder unse­re Lügen noch unse­re Schmei­che­lei. Jene, die blind und unter­schei­dungs­los jede Ent­schei­dung des Pap­stes ver­tei­di­gen, sind genau die, wel­che die Auto­ri­tät des Hl. Stuhls am mei­sten unter­gra­ben — sie zer­stö­ren sein Fun­da­ment anstatt es zu ver­stär­ken» (mei­ne beschei­de­ne Über­set­zung)

      • Geehr­te @Zarah,

        Sehr kräf­tig aber zutref­fend for­mu­liert.
        Ich habe gro­ßes Respekt und tie­fe Sym­pa­thie für den hoch­ge­lehr­ten @Suarez und sei­ne Kom­men­ta­re.
        Hier bin ich jedoch ande­rer Mei­nung als er.
        Wenn man die Tex­te der Urkir­che liest, und wohl beson­ders den Brief von Cle­mens von Rom an die Korin­ther (67// 96–97 n. Chr.), fällt einem unmit­tel­bar das Feh­len von dik­ta­to­ria­lem Geha­be auf; das Wich­tig­ste ist — und Cle­mens war mög­lich nur Geistliche/Bischof und noch kein­Bi­schof v. Rom, enn er die­sen wich­ti­gen Brief schrieb- das Zusam­men­kom­men von Pho­bos tou Theou (Got­tes­furcht) mit Sofro­suné (Beson­nen­heit), Demut und das akti­ve Tun und Zei­gen von Kathéko: gezie­men­der Ach­tung.
        Wort und Tat sind eins-oder um Buf­fon zu zitie­ren: „Le style c’est l’hom­me“.
        Die Hl. Schrift und die Tra­di­ti­on, das Gesam­te der Kir­chen­ge­schich­te und die Theo­lo­gie der Kir­chen­vä­ter sind der Kom­pass;
        was die Sakra­men­ta­li­tät der Wei­hen in den letz­ten Jahr­zehn­ten betrifft, habe ich- sicher vor­ein­ge­nom­men durch vanG­he­lu­we, Dan­neels und Kon­sor­ten- bei sehr vie­len Per­so­nen star­ke Zwei­fel.

  8. Ver­ehr­ter @ Adri­en Antoi­ne
    Kön­nen Sie mir Ihren Klam­mer­aus­druck zum
    Brief von Cle­mens von Rom an die Korin­ther (67// 96–97 n. Chr.) erklä­ren? Vor allem inter­es­siert mich in die­sem Zusam­men­hang die Jah­res­zahl 67. Wor­auf nimmt sie Bezug?
    Dan­ke!

    • Geehr­ter @Sophus,

      Ver­zei­hen Sie mei­ne spä­te Ant­wort (Es gibt im Augen­blick so viel zum Lesen!)

      In der Lite­ra­tur wird das Ent­ste­hungs­da­tum des 1 Brief v. Cle­mens v. Rom unter­schied­lich ange­ge­ben:
      Fast immer wird dazu die Anga­be in 1Clem 1,1 betr. „Miß­ge­schicke und Unglücks­fäl­le“ benutzt:
      Die älte­re Lite­ra­tur und die Aus­ga­be v. Ger­hard Schnei­der (Fon­tes Chri­stia­ni, 1994, Her­der in Frei­burg i. Br.) bezie­hen dies auf die Domi­tia­ni­sche Kir­chen­ver­fol­gung (S. 19–20, dort: 96–97 n.Chr.); dort jedoch auch die Anga­be daß ande­re hier die nero­ni­sche Kir­chen­ver­fol­gung mei­nen (des­halb ca. 67 n. Chr.).
      Klaus Ber­ger (Das Neue Testa­ment und früh­christ­li­che Schrif­ten, Insel Ver­lag 2001, Frank­furt a. Main) datiert (S. 686) auf ca. 75 n. Chr.
      Schnei­der refe­riert jedoch auch Lin­de­mann (HNT 1992) der aus ande­ren Grün­den auch zu ca. 95 n. Chr. kommt.

      Nur: ich bin kein wis­sen­schaft­li­cher Spe­zia­list.
      Ich ver­su­che die­se Tex­te nur sehr andäch­tig und im gläu­bi­gem Geist zu lesen.

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