Erzbischof von Aleppo: Russische Militärintervention gibt Christen Syriens „neue Hoffnung“

Erzbischof Jeanbart von Aleppo: "Putin hilft der Sache der Christen"
Erz­bi­schof Jean­bart von Alep­po: „Putin hilft der Sache der Chri­sten“

(Damas­kus) In einem Exklu­siv­in­ter­view mit Radio Téle­vi­si­on Suis­se (RTS), dem öffent­lich-recht­li­chen Rund­funk für die Welsch­schweiz, sprach der Erz­bi­schof von Alep­po, Jean-Clé­ment Jean­bart, über die Reak­tio­nen der syri­schen Chri­sten auf die rus­si­sche Mili­tär­of­fen­si­ve gegen den Isla­mi­schen Staat (IS) und zur Stüt­zung von Staats­prä­si­dent Assad.

„Wla­di­mir Putin hilft der Sache der Chri­sten“, sag­te der Erz­bi­schof bei einem Auf­ent­halt in Genf, wo sich der UNO-Men­schen­rechts­rat mit dem Schick­sal der syri­schen Chri­sten befaßt. Dabei, so der Erz­bi­schof, dür­fe man sich nicht dar­über hin­weg­täu­schen, daß der rus­si­sche Prä­si­dent dabei die Inter­es­sen sei­nes Lan­des in der Regi­on im Auge habe. Das gel­te für alle betei­lig­ten Staa­ten, auch für den Westen, an dem Erz­bi­schof Jean­bart in der Ver­gan­gen­heit bereits hef­ti­ge Kri­tik geübt hat­te.

Msgr. Jean­bart gilt auch auf inter­na­tio­na­lem Par­kett als einer der füh­ren­den Ver­tre­ter der syri­schen Chri­sten. Er ist Erz­bi­schof der mit Rom unier­ten Mel­ki­ti­schen Grie­chisch-Katho­li­schen Kir­che von Alep­po und Apo­sto­li­scher Visi­ta­tor der Mel­ki­ti­schen Kir­che in West­eu­ro­pa.

 

Schon 2003 sag­te der Erz­bi­schof gegen­über Schwei­zer Medi­en zur Stim­mung unter den Chri­sten: „Die einen von uns haben Angst, die ande­ren sind der Ansicht, daß kei­ne unmit­tel­ba­re Gefahr besteht. Daß die USA etwas im Schil­de füh­ren, ist aber durch­aus mög­lich, und wir müs­sen uns dar­auf vor­be­rei­ten, denn sie betrei­ben Des­in­for­ma­ti­on.“

2011 bra­chen die Kämp­fe sun­ni­ti­scher Krei­se gegen die syri­sche Regie­rung aus, die von isla­mi­schen Dschi­had-Mili­zen  kon­trol­liert wer­den, wie dem Isla­mi­schen Staat (IS) und Al-Nus­rah. Die Chri­sten wer­den ermor­det, ver­trie­ben oder müs­sen sich dem demü­ti­gen­den Dhim­mi-System des Islam unter­wer­fen, das sie zu recht­lo­sen Men­schen zwei­ter Klas­se macht.

Auf einen solche Schritt des Westens habe man vergeblich gewartet

Der Unter­schied zu ande­ren Staa­ten lie­ge jedoch dar­in, daß Ruß­land kon­kret zugun­sten der Chri­sten ein­greift. „Ein Schritt, auf den wir von Sei­ten der west­li­chen Staa­ten seit Jah­ren ver­ge­bens war­ten“, so ein Assi­stent des Erz­bi­schofs im Anschluß an das Inter­view.

Alep­po wur­de 2012 von Isla­mi­sten über­rollt, die erz­bi­schöf­li­che Resi­denz wur­de geplün­dert. Zum Teil wur­de die Stadt von Regie­rungs­trup­pen zurück­er­obert. Den­noch lebt Msgr. Jean­bart wei­ter­hin in sei­ner Stadt, die heu­te geteilt ist. „Das ist mein Platz“, sagt er dazu.

Die rus­si­sche Mili­tär­in­ter­ven­ti­on gebe den Chri­sten Syri­ens „neue Hoff­nung“. Wie der Erz­bi­schof sag­te, kön­ne er im christ­li­chen Volk die­se „neue Hoff­nung“ ver­spü­ren.

Auch Staats­prä­si­dent Assad habe Greu­el began­gen, so der Erz­bi­schof. Ange­sichts der Gesamt­la­ge und der Greu­el­ta­ten der Gegen­sei­te, hal­te er die Wei­ge­rung Frank­reichs für „extre­mi­stisch“, sich Ver­hand­lun­gen mit dem syri­schen Prä­si­den­ten zu ver­wei­gern.

Jean­barts Assi­stent mein­te, die Chri­sten bräuch­ten Ver­hand­lun­gen, alle Syrer bräuch­ten Ver­hand­lun­gen. Wer sol­che ver­zö­ge­re, scha­de den Chri­sten und scha­de ganz Syri­en.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Ora Pro Siria

68 Kommentare

  1. Das ist sehr inter­es­sant. hier wur­de ja gleich die inter­ven­ti­on Ruß­lands ver­hin­dert. es war von anfang an falsch, die lega­le Regie­rung Syri­ens mit Assad an der Spit­ze zu bekämp­fen. Was wol­len sei­ne Fein­de ? Die Demo­kra­tie ? Ganz bestimmt nicht. Es geht um die Reich­tü­mer die­ses Lan­des, von denen hier nie­mand redet.

    • Rein­hold @ Sie haben inso­fern recht, dass Sie sinn­ge­mäß sagen, die lega­le Regie­rung
      unter Assad wur­de von Anfang an, jetzt schon jah­re­lang ver­teu­felt und bekämpft. Die
      Medi­en haben durch ihre ein­sei­ti­gen Berich­te dazu bei­getra­gen, dass Assad als Agres-
      sor sei­nes eige­nen Vol­kes dar­ge­stellt wur­de und wird. Nie­mand spricht von den bezahl-
      ten Agen­ten die immer wie­der dafür sorg­ten, dass die Flam­me des Has­ses nicht ver-
      löschen konn­te. Ame­ri­ka hat mit Sicher­heit sei­ne Hän­de im Spiel, wie im gan­zen Nahen Osten, wo ein Dra­ma dem ande­ren folgt. Die Men­schen und die Chri­sten spie­len in die-
      sem Rei­gen über­haupt kei­ne Rol­le. Der aktu­el­le Coup ist jetzt die Völ­ker­wan­de­rung mit
      den kom­men­den Pro­ble­men. Nur ein Träu­mer kann den­ken, dass das Zufall ist. In der
      Poli­tik und dem Macht­stre­ben gibt es kei­ne Zufäl­le.

      • Das ist mei­ne Rich­tung, die Sie tref­fend prä­zi­siert haben. Indes wür­de ich von der Völ­ker­wan­de­rung nicht reden, es geht um das Mil­li­ar­den­ge­schäft der Schleu­ser.

  2. Die Nach­rich­ten­la­ge über die Inter­ven­ti­on Putins ist sehr wider­sprüch­lich. Man hört dies und man hört das. Die einen sagen, er bom­bar­die­re v.a.Rebellen gegen Assad bzw. die Stadt Homs und ihr Umland — also gera­de nicht das vom IS kon­trol­lier­te Gebiet.

    Der Arti­kel oben sug­ge­riert, „end­lich“ tue einer was „für die Chri­sten“…

    Naja!

    Der Erz­bi­schof oben gibt ja selbst zu, dass er auch den Moti­ven der Rus­sen nicht über den Weg traut.
    Assad führt ein kri­mi­nel­les Regime.
    Im Moment wird ja nicht diku­tiert, dass da der wun­der­ba­re Assad ist, der uner­klär­li­cher­wei­se von IS-Rebel­len und ande­ren Rebel­len sei­nes Lan­des beraubt wird, son­dern es geht dar­um, wie man ange­sichts der verw­zick­ten gemenge­la­ge mit lau­ter schlech­ten Mög­lich­kei­ten stra­te­gisch am besten vor­geht.
    Hamed Abdel-Samad — so habe ich ihn ver­stan­den — wür­de dann eher Assad stüt­zen, um mit dem IS fer­tig­zu­wer­den. Aber nicht, weil Assad okay wäre.
    Wie „legal“ die Regie­rung Assad ist, müs­sen ande­re prü­fen, Leu­te, die etwas von Völ­ker­recht und Staat­recht ver­ste­hen. Aber gene­rell wird eine Dik­ta­tur nicht dadurch legal, dass sie schon lan­ge andau­ert und von einem schlim­men Vater auf einen eben­so schlim­men Sohn „ver­erbt“ wur­de…
    Man muss sich dann nur fra­gen, war­um lan­ge vor dem IS schon so vie­le christ­li­che Syrer nach Euro­pa flo­hen, und war­um sie ein Mani­fest gegen das Assad-Regime ver­fasst haben: http://www.deutschlandfunk.de/syrien-praesident-assad-tritt-als-beschuetzer-der-christen.886.de.html?dram:article_id=285082

    Hier eine Kost­pro­be aus die­sem Arti­kel — zum Wei­ter­le­sen emp­foh­len:

    „Der Staats­prä­si­dent muss in Syri­en laut Ver­fas­sung ein Mus­lim sein. Und über die extre­men Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen des Assad-Regimes, über Will­kür­haft und Fol­ter in den Gefäng­nis­sen muss­ten die geist­li­chen Ober­häup­ter der syri­schen Chri­sten immer schwei­gen. Mar­wan Khou­ry:

    „Ins­ge­samt gibt es lei­der vie­le Bischö­fe und christ­li­che Wür­den­trä­ger, die Teil des syri­schen Regimes sind. Das sind Leu­te, die vom Regime pro­fi­tie­ren.“

    Samir Matar geht noch wei­ter: Alle Geist­li­chen in Syri­en sei­en direkt mit dem Geheim­dienst ver­ban­delt gewe­sen. Wer sich dem Assad-Regime nicht beug­te, der ris­kier­te sei­ne Exi­stenz und sein Leben – auch als Christ, betont der Jour­na­list:

    „Eini­ge Kir­chen­ver­tre­ter waren mutig und tru­gen Ver­ant­wor­tung, doch lei­der wur­den sie vom Regime bekämpft. Ein Bei­spiel dafür ist die Ermor­dung des Prie­sters Bas­si­li­us Nas­sar in Hama 2012. „“

    • Assad führt doch kein kri­mi­nel­les Regime. Sie reden ein­fach dem Main­stream nach.
      Das ist Unter­tans­den­ken, das Sie hier ver­brei­ten, Unter­tan der Medi­en­ob­rig­keit.

    • Nichts „Naja!“, son­dern syste­ma­ti­sches Vor­ge­hen:

      Erst waren die ach so guten Rebel­len da, erst danach der IS. In die­ser Rei­hen­fol­ge muss Syri­en wie­der sta­bi­li­siert wer­den.

      Im Übri­gen soll­ten Sie sich nicht aus­schließ­lich via MSM infor­mie­ren.
      https://www.youtube.com/watch?v=NXSnm4H5DiU

      • Sie reden Blöd­sinn und unter­stel­len mir Din­ge, die ich nicht gesagt habe — wo bit­te habe ich von den „ach so guten Rebel­len“ gespro­chen?

        Ich sprach von drei schlech­ten Mög­lich­kei­ten.

        Sind Sie inzwi­schen auch auf der Ebe­ne gelan­det, wo Sie, wenn ich sage: „Ich hal­te A für falsch!“ anschlie­ßend her­um­po­sau­nen und ein gro­ßens pole­mi­sches Pfau­en­rad schla­gen, ich hät­te gesagt „Ich hal­te A für wahr“?

        Das dau­ern­de dümm­li­che Gehet­ze gegen die Main­streamm­edi­en ist mir zu blöd — vor allem, wenn ich dann die para­no­iden „frei­en“ Medi­en im Inter­net zur Kennt­nis gebracht bekom­me, die eine Art frei­wil­li­ge Gehirn­wä­sche betrei­ben und völ­lig unge­bremst ihrer­seits ihre Ideo­lo­gien ver­brei­ten.…
        Da hat man die Wahl zwi­schen Pest und Cho­le­ra.

        Des­halb ist aber auch nicht auto­ma­tisch alles falsch, was berich­tet wird…

        Im übri­gen — was habe ich denn oben gesagt über das State­ment Abdel-Samads, dem ich weit­ge­hend Glau­ben schen­ke?
        Na?

      • 1. Sie reden Blöd­sinn, indem SIE mir unter­stel­len, ich hät­te Ihnen etwas unter­stellt. Ich pfle­ge, Zita­te zu kenn­zeich­nen.

        2. Ich habe mei­nen Stand­ort nicht geän­dert.

        3. Eben­falls unsorg­fäl­tig gele­sen: ich schrieb „nicht aus­schließ­lich […] MSM“.

        4. Obwohl ich Ihre Schrei­be äußerst schät­ze, mach ich nicht den Papa­gei, Gnä­dig­ste!

        Schließ­lich: bit­te zurück auf die Sach­ebe­ne — dan­ke.

      • Wer spricht von „Papa­gei“?
        It’s all in your head!
        Sie schrie­ben von den „ach so guten Rebel­len“ als Ant­wort auf mich und als Kor­rek­tur.
        Ich habe aber nir­gends von „guten Rebel­len“ gespro­chen. War­um unter­le­gen Sie es dann mir?

        Ste­hen Sie doch zu dem, was Sie schrei­ben, auch wenn Sie es her­nach zurück­neh­men.

      • Nach­trag: Auch in die­sem Kom­men­tar von heu­te in der NZZ sieht es nicht gut aus für den hl. Putin und sei­ne Inter­ven­ti­on:

        http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/putins-flucht-aus-der-sackgasse‑1.18626802

        Man kann natür­lich sagen, das sei alles gelo­gen, aber wer will es bewei­sen, dass es gelo­gen ist?
        Assad ist erklär­ter­ma­ßen Putins Ver­bün­de­ter. Und ein Sturz Assads wür­de Russ­land den Ein­fluss auf Syri­en blei­bend neh­men. Daher bom­bar­diert er auch haupt­säch­lich die wei­ter im Westen ope­rie­ren­den Anti-Assad-Rebel­len und zu einem weit­aus gerin­ge­ren Teil den IS.

      • Und noch ein Nach­trag:

        Laut Abend­nach­rich­ten rückt der IS aber gera­de auf Alep­po vor. Putins Bom­bar­de­ments gegen die Rebel­len hel­fen dem­nach, wenn das so stimmt erst mal dem IS, des­sen besetz­te Gebie­te zu erobern.

      • Es ist nicht Russ­land, das einen von Tune­si­en bis zu Ägyp­ten resp. eben Syri­en wüten­den „ara­bi­schen Früh­ling“ aus­ge­löst und unter­stützt hat.

        Selbst­ver­ständ­lich hat Putin in Syri­en rus­si­sche Inter­es­sen im Auge, schließ­lich sind die Gren­zen bei­der Län­der nur 600km ent­fernt. Außer­dem liegt in Syri­en der ein­zi­ge rus­si­sche Mit­tel­meer­stütz­punkt.

        Zur Erin­ne­rung: Einer der Bun­des­ver­tei­di­gungs­mi­ni­ster schwa­dro­nier­te einst, dass die BRD am Hin­du­kusch ver­tei­digt wer­de.

        Eige­ne Inter­es­sen zu ver­tre­ten ist in Deutsch­land natür­lich gaa­anz ver­werf­lich. Schließ­lich ist eine Bun­des­tags­vi­ze­prä­si­den­tin sogar stolz dar­auf, die ggw. Flücht­lings­po­li­tik nach dem Bei­spiel Kohls bei der Euro-Ein­füh­rung wider die Bevöl­ke­rung durch­zu­set­zen.
        http://www.weltwoche.ch/weiche/hinweisgesperrt.html?hidID=555175

      • Nach Pla­ton ist die Demo­kra­tie nicht die Staats­form par excel­lence (wie übri­gens kei­ne wie auch immer!), zumal sie zur Tyran­nei ver­lei­tet. Wir erle­ben das ab und zu auch in der CH, oft in ver­dünn­ter Form. Dan­ke @ Leo Laemm­lein!

      • @ Leo Lämm­lein

        Sol­che Kom­men­ta­re sind ein­fach nur absurd — ist etwa die Dik­ta­tur „bibli­sche Leh­re“?

        Und wenn Sie schon mei­nen, dazu etwas sagen zu sol­len, dann infor­mie­ren Sie doch erst, was die Kir­che dazu tat­säch­lich reflek­tiert hat (ein Dog­ma gibt es hier­zu aller­dings sowie­so nicht — wie auch!).

        Nach Tho­mas ist die Demo­kra­tie immer­hin unten guten Staats­for­men immer noch sub­su­miert, wenn er sie auch nicht als die beste ansieht.

        „Tyran­nei“ aber sieht er als größ­te Gefahr der Mon­ar­chie — nicht der Demo­kra­tie.

        Er reflek­tiert auch über das Recht, sich eines Tyran­nen zu ent­le­di­gen — als eines Rech­tes, das aber geord­net aus­ge­führt wer­den muss.

        Die­ser Bewer­tung der Staats­for­men schließt sich auch Leo XIII. an, eben­so Pius X, eben­so Pius XI, eben­so Pius XII.

  3. Erz­bi­schof Jean­bart in einem Inter­view im Jah­re 2011 (!):
    -
    „Die inter­na­tio­na­len Medi­en stel­len die syri­sche Wirk­lich­keit nicht ehr­lich dar, sie wer­fen Öl ins Feu­er.
    Die syri­schen Chri­sten (rund 10% der Bevöl­ke­rung) leben mitt­ler­wei­le in Angst und Schrecken leben. Im Fal­le einen Umstur­zes ist die Zukunft der Min­der­hei­ten in Syri­en gene­rell in Gefahr, da die Regie­rung dann in die Hän­de der Isla­mi­sten fal­len wür­de.

    In Homs sei­en bereits Dut­zen­de Chri­sten durch Auf­stän­di­sche ermor­det wor­den, was zu ihrer Abwan­de­rung aus eini­gen Vier­teln führ­te.
    Mitt­ler­wei­le wer­den Leu­te von Gang­stern am hel­len Tag getö­tet oder gekid­nappt, um hohe Löse­gel­der zu for­dern.
    Frü­her gab es noch Sicher­heit; jetzt ver­las­sen die Chri­sten, die es sich lei­sten kön­nen, das Land.

    Allein ein auf­rich­ti­ger Dia­log kann das Land aus der Kata­stro­phe ret­ten, aber die von den amtie­ren­den Macht­ha­bern ange­kün­dig­ten Refor­men las­sen auf sich war­ten und die Oppo­si­ti­on wei­gert sich, zu ver­han­deln.
    […]
    Die inter­na­tio­na­len Medi­en sind in ihrer über­wie­gen­den Mehr­heit gegen die syri­sche Regie­rung und ver­brei­ten­sehr oft fal­sche Nach­rich­ten über die Rea­li­tät sei­nes Lan­des. 
    [.…]
    Die Medi­en reden nicht über die Unter­wan­de­run­gen in Syri­en durch Extre­mi­sten und durch Söld­ner, die aus der Tür­kei, aus dem Irak, aus Jor­da­ni­en, aus Liby­en, aus Paki­stan und aus dem Kreis alter Afgha­ni­stan­kämp­fer kom­men. …
    Wir sehen, wie von außen der Westen erbit­tert gegen unse­ren Prä­si­den­ten kämpft und im Innern bewaff­ne­te isla­mi­sti­sche Grup­pen, die in gewis­se Zonen des Lan­des kom­men und Tod und Ent­set­zen säen. Lei­der sind schon meh­re­re Tau­send unschul­di­ge Zivi­li­sten sowie Mili­tärs – min­de­stens 2000 Sol­da­ten, Poli­zi­sten und ein­fa­che Zivi­li­sten – Opfer des Has­ses und der Feind­se­lig­keit die­ser Grup­pen gewor­den. Oft wur­den sie bru­tal gefol­tert, ver­stüm­melt und getö­tet“. 

    Er ist wahr, dass die gro­ße Mehr­heit der Syrer und vor­an die Chri­sten, grund­le­gen­de, tie­fe Refor­men und Ver­än­de­run­gen in der Regie­rung des Lan­des for­dern an erster Stel­le, den Weg­fall der Dik­ta­tur der Ein­heits­par­tei und eine auf wah­rer Frei­heit errich­te­te Demo­kra­tie, die die unver­äu­ßer­li­chen Rech­te aller respek­tiert.
    Aber es ist genau­so wahr, dass sehr weni­ge Syrer eine plötz­li­che Ver­än­de­rung wün­schen, die das Land in ein Blut­bad, in ein kata­stro­pha­les Vaku­um und eine gro­ße Ver­zweif­lung zu stür­zen droht.“
    -

    Der Hoch­ach­tung ver­die­nen­de Erz­bi­schof von Alep­po in einem Schrei­ben an „Kir­che in Not“ im Jah­re 2015 über die Not der ver­blie­be­nen Gläu­bi­gen und sei­nen Bei­stand für sie:

    -
    „Lasst mich mit mei­nem Volk wei­nen, das ver­ge­wal­tigt und dahin­ge­mor­det wird. Lasst mich den vie­len Fami­li­en in Alep­po bei­ste­hen, die ihre Toten bekla­gen“
    -

  4. Es ist sehr lobens­wert, daß Ruß­land der von den fana­ti­schen Moham­me­da­nern und ihrem inter­na­tio­na­len Dschi­ha­dis­mus bedräng­ten syri­schen Regie­rung zu Hil­fe eilt und sei­nen Bünd­ner Prä­si­dent Dr. Baschar al-Assad stützt und rüstet. Nicht min­der löb­lich das Enga­ge­ment der Kir­che Ruß­lands für die so gefähr­de­ten Christ­gläu­bi­gen der Levan­te. In vie­len Städ­ten Ruß­lands fin­den Samm­lun­gen statt, deren Erlös aus­schließ­lich den Christ­gläu­bi­gen zu gute kommt. Sowohl für huma­ni­tä­re Aus­stat­tung als auch für die Bewaff­nung christ­li­cher Selbst­ver­tei­di­gungs­mi­li­zen.
    Da Frank­reich bis in die erste Hälf­te des letz­ten Jahr­hun­derts pri­mä­re Schutz­macht der levan­ti­ni­schen Chri­sten­ge­mein­de war ist deren Hal­tung in der kon­kre­ten Kri­se äußerst trau­rig und bit­ter.

    • Was aber, wenn es wahr ist, dass die Rus­sen v.a. Homs und das Umland bom­bar­die­ren?
      Was nützt das den syri­schen Chri­sten kon­kret?

      Dass die mil­den Gaben der rus­si­schen Men­schen hel­fen, ist klar. Und natür­lich wun­der­bar. Aber die mili­tä­ri­sche Stra­te­gie?

      • Das syri­sche Kriegs­thea­ter ist höchst kom­plex. Die syri­sche Regie­rung bekämpft mit Hil­fe sei­ner Bun­des­ge­nos­sen Iran und Ruß­land den Ter­ro­ris­mus (dazu gehö­ren nicht nur IS son­dern auch die sog. „Rebel­len“ oder „gemäßigte/moderate Isla­mi­sten“ oder „FSA“ wel­che durch meh­re­re West­li­che Staa­ten und ihre ara­bi­schen Allier­ten gerü­stet wer­den). Syri­en ist gehol­fen wenn die legi­ti­me Regie­rung wie­der ver­mehrt ihr Gewalt­mo­no­pol durch­setz­ten kann in Gebie­ten wel­che es auch dau­er­haft hal­ten kann, hier ist Ruß­land nun ihr behilf­lich gewor­den.
        Die Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen IS und „Auf­stän­di­schen“ ist gro­tesk und albern. Die moham­me­da­ni­schen Mord­bren­ner, gegen wel­che die syri­sche Armee und bei­geord­ne­te Mili­zen in die­sen Stun­den mit rus­si­scher Luft­un­ter­stüt­zung in einer Offen­si­ve anstür­men sind kei­nen Deut bes­ser als „IS“.
        Es wäre sinnlos,.wenn Ruß­land IS-Gebie­te ver­mehrt angrei­fen wür­de. Erstens ist die­ses Gebiet wohl unwie­der­bring­lich für Damas­kus ver­lo­ren zwei­tens sind die dor­ti­gen Wider­sa­cher des IS ent­we­der selbst Isla­mi­sten oder Kur­den. Aus die­sen Gebie­ten hat sich die syr. Armee z.T. bereits vor Jah­ren zurück­ge­zo­gen da die Regie­rung ihre Kräf­te und Res­sour­cen bün­deln muß. Hier wäre über­haupt kein Nut­zen von Sei­ten Damas­kus (und damit sei­nem rus­si­schen Ver­bün­de­ten) ein­zu­grei­fen wenn sich die­se Fana­ti­ker dort gegen­sei­tig bekämp­fen. Die Sache Rest­sy­ri­ens ent­schei­det sich dort wo Ruß­land z.Z. sei­ne Luft­schlä­ge unter­nimmt nicht in Rak­ka oder Deir ez-Zor.

      • Das Argu­ment, dass alles, was vom IS besetzt ist, wohl unwie­der­bring­lich ver­lo­ren ist, ver­ste­he ich — aller­dings muss man dann auch zuge­ben, dass einem die Chri­sten, die dort evtl. noch leben, stra­te­gisch egal sind.

        Die Ver­all­ge­mei­ne­rung der ver­schie­de­nen Rebel­len­grup­pen — das erscheint mir nicht rich­tig. Sie wol­len dar­auf hin­aus, dass sie sich nur gra­du­ell unter­schei­den, aber dann kann man auch das Assad-Regime — auf der ideo­lo­gi­schen Ebe­ne — als nur gra­du­ell davon ent­fernt betrach­ten. Schwie­rig.

        Den­noch: gestern war zu hören, der IS rücke gera­de nach Alep­po vor. Für mich hört es sich so an, als bomb­ten die Rus­sen u.U. dem IS gera­de den Weg frei.
        Man ma ja ideo­lo­gisch zwi­schen „gemäßg­ten“ Assad-Regime-Be-Kämp­fern und IS kei­nen grund­le­gen­den Unter­schied sehen. Aber was die poli­ti­schen Inter­es­sen betrifft, muss da ein Unter­schied sein, sonst kämpf­ten sie ja nicht gegen­ein­an­der.

        Was ist also mit der Pro­ble­ma­tik, dass die Rus­sen kon­tra­pro­duk­tiv vor­ge­hen?

      • Putin inter­ess­sie­ren weder die Rebel­len noch der IS, dar­um braucht er auch nicht dif­fe­ren­zie­ren. Er benutzt die Bom­ben wie man sie nut­zen soll­te, als Werk­zeug der Kriegs­kunst. Wenn er ein­mal rich­tig husten wür­de wären die alle­samt ratz fatz weg, glei­che Mög­lich­keit hät­te die Nato wenn sie woll­te, das ist eine Sache von 10 maxi­mal 14 Tagen in ganz Syri­en Ord­nung zu schaf­fen und alles zu säu­bern. Also wie in dem von Madame Zeit­schnur (20:06) ver­link­ten Arti­kel behaup­tet wird Putin hät­te ein man­geln­des Ver­ständ­nis in Sachen Stra­te­gie kann ich nicht nach­voll­zie­hen, momen­tan ist er dem Rest der Welt immer um min. 3 Schach­zü­ge vor­aus. Wie mal erwähnt, ich bin kein Putin Fan, aber eine gute Lei­stung muss man ihm ate­stie­ren. Viel­leicht soll­te man mal im Westen anfan­gen nach­zu­den­ken, war­um Luft­ab­wehr­sy­ste­me dort auf­ge­baut wer­den obwohl kein Geg­ner eine Luft­waf­fe hat, oder wie­so mas­sen­haft Nukle­ar­spreng­köp­fe an die Küste dort mit­tels U‑Boot ver­legt wur­den eben­falls sind die Bom­bar­de­ment­zie­le sehr klar gewählt, es sieht aus als will er sich eine Lan­dungs­zo­ne gemach auf­bau­en. Ich blei­be dabei er holt sich die Tür­kei am Ende, wie er die aus der NATO bekommt wird defi­ni­tiv sein Mei­ster­stück aber ich zweif­le nicht dar­an das er es schafft, eine Opti­on wäre Grie­chen­land als Fak­tor NATO-Tür­kei-kick, sogar die USA haben sol­che Über­le­gun­gen ja schon in man­chen Krei­sen in Erwä­gung gezo­gen, da die Tür­kei ein eige­nes Spiel da unten schein­bar spielt und für den Westen ein Risi­ko­fak­tor ist. Das der Westen nichts getan hat, dar­an sieht man ja das hier kei­ne Chri­sten mehr regie­ren, auch wenn die­se Pseu­do-Kanz­le­rin sich mal ger­ne als Chri­stin bezeich­net und das mit einer Tod­sün­de (Maß­lo­sig­keit) doku­men­tiert wie im Fal­le Flücht­lings­the­ma­tik.

      • Nun, stra­te­gisch geht Ruß­land rich­tig vor. Es unter­stützt die syri­sche Regie­rung bei der Arron­die­rung ihrer Herr­schafts­sphä­re im syri­schen Kern­land. War­um soll Ruß­land IS-Stel­lun­gen im Nor­den und Nord­osten des Lan­des bom­bar­die­ren? Wel­chen Nut­zen hät­te dies für die Regie­rung, die sich von dort weit­ge­hend zurück­zie­hen muß­te? Das wäre Ver­schwen­dung von Res­sour­cen und tak­tisch unklug. Zer­mür­ben sich IS und „mode­ra­te Auf­stän­di­sche“ dort oben gegen­sei­tig, wird dies den Druck auf die von der Regie­rung gehal­te­nen Ter­ri­to­ri­en abneh­men las­sen.

      • @ J.R.Ratkaj

        Fürch­te, wir sind nicht in der Posi­ti­on, stra­te­gi­sche Pro­gno­sen zu stel­len. Ich weiß, dass viel Kon­ser­va­ti­ve auf Putin set­zen. Bei ihm igno­rie­ren sie alles Frag­wür­di­ge und schie­ßen sich auf den bit­ter­bö­sen Oba­ma ein.
        Aber schon bei der Ukrai­ne-Kri­se herrsch­te Tra­di-Eupho­rie, von der nichts übrig­ge­blie­ben ist.
        Putin ist ein Blen­der und Ver­füh­rer, nicht anders als Oba­ma. Er hat nur weni­ger Macht, und das allei­ne ist lei­der kein mora­li­scher Aus­weis.

      • @ Frau zeit­schnur
        In nur einem Punkt haben Sie Recht, weder Putin noch Oba­ma sind wah­re Freun­de der Chri­sten. Putin wird sogar mit christ­li­chen Kol­la­te­ral­schä­den kal­ku­lie­ren falls not­wen­dig, und bezüg­lich der Ukrai­ne, wur­de alles aus rus­si­scher Sicht rich­tig gemacht, es ist wirk­lich west­li­che Verlen­dung zu Erwar­ten er hät­te sich die Ukrai­ne ein­ver­leibt, nicht mal west­li­che Mili­tärs den­ken so, das ist Jour­na­li­sten­phi­lo­so­phie.
        Im Krieg zäh­len Schick­sa­le nicht, aber wenn Putin gewieft ist rich­tet er irgend­wann nach Lage der Situ­ta­ti­on Eva­ku­ie­rungs­mög­lich­kei­ten bzw. Schutz­maß­nah­men für Chri­sten ein, um der Pro­pa­gan­da wil­len lei­sten könn­te er es sich anhand der Über­le­gen­heit und Hand­lungs­frei­heit. Für die Chri­sten wäre es ein Hoff­nungs­schim­mer, so gese­hen ist die Hand­lungs­un­fä­hig­keit unse­rer west­li­chen Athe­isten­po­li­ti­ker ein Segen momen­tan für das Chri­sten­tum der Levan­te. Die Wort­wahl „Hei­li­ger Krieg“ der rus­si­chen Prie­ster las­sen auf die­se Pro­pa­gan­da und ent­spre­chen­de Maß­nah­men hof­fen. Der Glau­be, die Hoff­nung und der Mut der Chri­sten Alep­pos hät­te es ver­dient, was für ein Kon­trast zu den deut­schen Bischö­fen die wie Milch­bu­bis vor ein paar Homos ein­knicken, Gott wird Deutsch­land dafür bit­ter stra­fen, was für eine Gott­lo­sig­keit. Schnei­det Euch mal davon eine Schei­be ab, Ihr Bischö­fe, was wollt Ihr für Chri­sten sein?

      • @zeitschnur
        Noch ein Prä­ven­tiv­schlag bevor Sie ant­wor­ten, las­sen sie den Men­schen die Hoff­nung die gehört zum Christ sein schließ­lich dazu, Glau­ben, Beten und Hof­fen gehört zur Lie­be Chri­sti. Man spricht nicht in Russ­land von einem „Hei­li­gen Krieg“ wenn man nicht ent­spre­chend han­delt, soviel ist sicher. Gro­ße Wor­te erfor­dern auch gro­ße Taten, auch wenn die­se noch aus­ste­hen.

      • Ich möch­te mich nicht zu Prä­si­dent Putin und sei­ner Amts­füh­rung in Ruß­land äußern. In der Ukrai­ne ver­hält es sich anders da dort auch Katho­li­ken und Unia­ten betrof­fen sind. Aber das ist hier nicht The­ma. Aller­dings ist sein Ein­grei­fen in Syri­en im Kon­kre­ten eine gute Sache. Sie wur­de von vie­len dort gera­de­zu erfleht. Andern­falls wäre die syri­sche Regie­rung bald kol­la­biert und die fana­ti­sche Moham­me­da­ner-Inter­na­tio­na­le hät­te bald das gan­ze Land in sei­ner Klaue.

      • @ Hein­rich & @ Rat­kaj

        Ich weiß, dass — sagen wir: man­che syri­schen Chri­sten — die Inter­ven­ti­on Putins begrü­ßen.
        Und ich gebe Ihne auch recht damit, dass der Mensch immer eine kon­kre­te Hoff­nung sucht in die­sem Leben.
        Aller­dings soll­te unse­re Hoff­nung auf den sein, der Him­mel und Erde gemacht hat, und der hat uns kein Reich hier auf Erden ver­spro­chen, son­dern das Kreuz.
        Auch das muss immer wie­der erin­nert wer­den — bei allem Wunsch nach irdi­schem Glück.
        Wie die Lage der Chri­sten in Syri­en ist, wis­sen wir nicht wirk­lich so genau. Ich weiß aber, dass schon vor 10 und vor 20 Jah­ren Chri­sten aus die­sem furcht­ba­ren land flo­hen und hier Asyl erhiel­ten. Ich weiß das, weil mein Mann mit den Ver­fah­ren zu tun hat­te.
        Sicher ging es Chri­sten in Syri­en bes­ser als in jedem ande­ren ara­bi­schen Land (außer dem Liba­non), aber des­we­gen sind den­noch sehr vie­le Fra­ge­zei­chen zu set­zen. Auch unter den Osma­nen ging es den syrern ver­gleichs­wei­se gut, was aber die Osma­nen­herr­schaft nicht zu einem Eldo­ra­do machen kann.

        Das Assad-Regime hat­te — wie alle panar­bi­schen Rest­stücke — einen lai­zi­sti­schen und teil­wei­se kom­mu­ni­sti­schen Hin­ter­grund. Das garan­tier­te immer­hin so etwas wie Reli­gi­ons­frei­heit (ich erin­ne­re dar­an, dass aber die Tra­di­tio­na­li­sten die­sel­be ja ableh­nen!), wies aber alle Män­gel auf, die wir von „Füh­rern“ und kom­mu­ni­sti­schen Regi­men her ken­nen.

        Ich habe aus­drück­lich zuge­stan­den, dass die Stüt­zung Assads im Moment die stra­te­gisch beste Lösung sein dürf­te.

        Putin aber hal­te ich für einen undurch­sich­ti­gen Mann. Noch vor weni­gen jahr­zehn­ten war er KGB-Chef, also der Teu­fel in Per­son und heu­te ist er ein Engel für die Chri­sten, und dies ohne dass er zwi­schen­durch einen erkenn­ba­ren Gesin­nungs­wan­del voll­zo­gen hät­te. Er will eine eura­si­sche gegen­macht schaf­fen, die alte Macht des Sowjet­rei­ches rekon­stru­ie­ren.

  5. Ich glau­be und ver­traue dem syri­schen Erz­bi­schof mehr als den ame­ri­ka-knech­tisch infil­trier­ten Aussen­ste­hen­den mit vor­ein­ge­nom­me­nem Hass gegen Putin — der sicher kein Wai­sen­kna­be ist, aber sich als acht­ba­rer Staats­mann erweist. Mer­kel mit ihrer ein­ge­präg­ten Erich­ge­sin­nung ist für mich sehr sehr frag­wür­dig — war es nicht das durch die DDR per­fek­tio­nier­te Hit­ler­den­ken — was einen Men­schen zur Hybris und zum All­macht­ge­ha­be ver­lei­tet?
    Assad muss nach der Befrie­dung unbe­dingt sein dik­ta­to­ri­sches Tun able­gen — das muss sorg­fäl­tig auf­ge­ar­bei­tet wer­den, etwa im Sin­ne einer Wahr­heits­kom­mis­si­on — wenn nicht, muss er gehen — nicht bevor alles geord­net und der Weg frei steht zur Rück­kehr der so vie­len gequäl­ten Migran­ten.
    Der Ein­wand, die Geist­lich­keit wäre ein­ge­bun­den in staat­li­che Geheim­dien­ste ist übli­che Pra­xis der Dik­ta­tur (es geht um Leben und Über­le­ben) — übri­gens auch in Mer­kels DDR!
    Aber ratio­ne aeter­ni­ta­tis — ein Mönch des Höh­lenk­lo­sters in Kiew wur­de befragt — dies war eben wie­der eröff­net wor­den, da taten sich bedroh­li­che kir­chen­feind­li­che Sze­na­ri­en auf: „Was erwar­ten Sie jetzt für Ihre Kir­che?“ Sei­ne Ant­wort: „Wir hof­fen nicht auf die­se oder jene Syste­me, son­dern nur auf das Wir­ken des All­hei­li­gen Gei­stes“.

    • … „sein (Assads) dik­ta­to­ri­sches Tun…“ …also doch.…

      Lie­be Hedi Züger, noch nie­mals in der gesam­ten Welt­ge­schich­te hat ein Dik­ta­tor oder eine Herr­scher­cli­que sein/ihr dik­ta­to­ri­sches Tun „abge­legt“. Dar­über gibt es auch wis­sen­schaft­li­che Unter­su­chun­gen

      • Da haben Sie lei­der sehr recht — aber kann man ihn nicht — wenn die Situa­ti­on berei­nigt ist in die Wüste schicken bezw. dem inter­na­tio­na­len Gerichts­hof über­ge­ben? Ich weiss dass ich manch­mal ein­fach zu idea­li­stisch den­ke. aber das wün­schen bezw erhof­fen tut ein­fach gut.

      • Hedi Züger: Nein, da hat sie nicht recht — geben Sie nicht zu schnell auf!

        Auf­grund der ein­deu­ti­gen Mehr­heits­ver­hält­nis­se konn­te das alte Süd­afri­ka durch­aus als „Herr­scher­cli­que“ bezeich­net wer­den, die ihr unhalt­ba­res System sehr wohl friedlich/freiwillig ableg­te und sich — wie Sie betr. Assad schrie­ben — einer Truth and Recon­ci­lia­ti­on Com­mis­si­on stell­te.

        Man könn­te ja auch noch Fran­co etc. pp. nen­nen.

        Ver­lie­ren wir also — ins­be­son­de­re wegen des Hl. Gei­stet — nie­mals die Hoff­nung.

      • Assad dürf­te ein ande­res Kali­ber sein als die alte Herr­scher­cli­que in Süd­afri­ka. Nur eine gro­ße Blind­heit kann das ver­schlei­ern!

        Und da @ Car­lo Fran­co nennt — einen Mann, der ein­deu­tig poli­ti­sche Ver­be­chen began­gen hat, was NATÜRLICH nicht die Kom­mu­ni­sten in Spa­ni­en recht­fer­ti­gen soll!!! — ist das Ihre „Hoff­nung im Hl. Geist“ @ Car­lo? Sol­che Hoff­nun­gen haben einen blas­phe­mi­schen Cha­rak­ter.

        Und ganz abge­se­hen davon, wie wir zum Kle­ri­kal­fa­schis­mus auch ste­hen mögen — er hät­te heu­te kei­ner­lei Chan­ce mehr ange­sichts der Lage.

        Man könn­te wirk­lich in gro­ßes Weh­kla­gen aus­bre­chen, wenn man die­se gei­sti­ge Ver­wir­rung hier betrach­tet. Der Kle­ri­kal­fa­schis­mus hat „aus dem Fleisch“ Ret­tung gesucht, Euro­pa mit Leid und Not über­zo­gen, auch wenn man die­ser Not ein ver­lo­ge­nes kath. Fei­gen­blatt auf­zeich­nen woll­te.

        Weiß denn hier nie­mand, dass der Kir­che hier kein welt­li­cher Erfolg ver­hei­ßen wur­de, son­dern das Kreuz?

        Ist das hier wirk­lich ein christ­li­ches Forum, oder ist es ein rein poli­ti­sches Forum mit rech­ter Schlag­sei­te?

      • Es geht doch bei der gan­zen Ausan­der­set­zung nicht dar­um, ob Assad ein guter Mensch ist oder Putin Russ­lands natio­na­le Inter­es­sen wahr­nimmt. Zu letz­te­rem wur­de er gewählt, das allein ist sein Auf­tag. Auch wenn Deut­sche das nicht mehr ver­ste­hen, wie eine Regie­rung den Inter­es­sen ihres Vol­kes die­nen kann.
        Es geht aus­schließ­lich dar­um, wer die syri­schen Chri­sten ret­ten kann. Und das ist nur Assad mit Putins Hil­fe.
        Die Regie­rung Assad ist die völ­ker­recht­lich legi­ti­me Regie­rung. Bewaff­ne­te Grup­pen gegen sie zu unter­stüt­zen, wie es die USA tun, ist völ­ker­rechts­wid­rig, also ein Ver­bre­chen. Und zu Assad gibt es der­zeit kei­ne Alter­na­ti­ve.
        Was die Syrer nach dem Krieg mit ihrem Land machen, geht uns nichts an. Aber mit dem west­li­chen Demo­kra­tie­ge­säu­sel wur­de seit fünf­zehn Jah­ren nur Unheil ange­rich­tet. Das das nur „Feh­ler“ waren und nicht bewusst her­bei­ge­führt, kann ich nicht wirk­lich glau­ben.

        @Zeitschnur: Bei allem Respekt, aber was die ziel­füh­ren­de Ope­ra­ti­ons­füh­rung ist, kön­nen wir hier nicht wirk­lich beur­tei­len. Dazu feh­len unsd allen aus­rei­chen­de Infor­ma­tio­nen, und Ihnen sicher auch, bei aller Wert­schät­zung, der fach­li­che Hin­ter­grund (ich hat­te an der OSH in Tak­tik immer­hin eine „2“).

      • Ah ja, erst apo­dik­tisch schrei­ben, es hät­te

        „noch nie­mals in der gesam­ten Welt­ge­schich­te […] ein Dik­ta­tor oder eine Herr­scher­cli­que sein/ihr dik­ta­to­ri­sches Tun „abge­legt“.

        Wer­den dage­gen Bei­spie­le gebracht, sind die nicht nur „ein ande­res Kali­ber“ (es lebe Fr. Zeit­schnurs Gra­dua­li­tät), son­dern man wird ob blo­ßer Namens­nen­nung direkt noch zum Anhän­ger der Kle­ri­kal­fa­schi­sten abge­stem­pelt. Ts ts.

        Und reden Sie sich nicht her­aus: Hoff­nungs­lo­sig­keit ist eine Sün­de wider den Hl. Geist. Ihre ad per­so­nam-Spe­ku­la­tio­nen wol­len Sie bit­te unter­las­sen.

      • @ Wolf­gang Franz

        Sicher, sicher — nur über­se­hen Sie, was auch an dem vie­len Geschie­ße eini­ger Poster liegt, die mir ande­res unter­stell­ten, dass ich schon im ersten Post die­ser stra­te­gi­schen Rich­tung ja aus­drück­lich zuge­stimmt habe.

      • @ Car­lo

        Kom­men Sie auf den Tep­pich — Sie schie­ßen weit übers Ziel hin­aus.
        Wenn Sie sehen, mit wel­cher Ver­bis­sen­heit die Assad-Dyna­stie an ihrer Macht kleb­te… dafür muss­te man sogar die Ver­fas­sung ändern, nur damit ein Sohn dieThron­fol­ge fort­setz­te, die in ihr nicht ver­an­kert ist…

        Sol­che Macht­ha­ber gehen nie frei­wil­lig. Das erin­nert ein wenig an Nord­ko­rea und sei­ne Kim-Dyna­stien. Und auch das, Ver­ehr­te­ster, ist, wenn Sie so wol­len, eine „lega­le“ Regie­rung dort in Nord­ko­rea. Sie ist aller­dings in vie­len Din­gen natür­lich noch viel schlim­mer als Assad.

        Und es ist wohl eine Bin­sen­weis­heit, dass nicht jeder Regie­ren­de von der­sel­ben Art ist wie jeder ande­re auf die­sem Glo­bus.
        Was Sie als „Gra­dua­li­tät“ dif­fa­mie­ren, ist hier in die­sem Fall eine not­wen­di­ge Dif­fe­ren­zie­rung.

        Damit auch Sie es kapie­ren: Ich ste­he nicht auf der Sei­te der USA, auch nicht des „Demo­kra­tie­ge­säu­sels“.

        Ich habe in mei­nem ersten Posting aus­drück­lich die Stra­te­gie, Assad vor­erst zu stüt­zen, bejaht.

        Ich möch­te noch ein­mal Hamed Abdel-Samad anfüh­ren, der jedoch meint, dass nur eine Boden­of­fen­si­ve den Sturz Assads auf­hal­ten könn­te. Sind die Rus­sen dazu bereit?

    • Viel­leicht soll­ten die Syrer, die Ein­hei­mi­schen, in die­sem Land,entscheiden, ob „Assad gehen muss“. Es soll­ten die, die in die­sem Trüm­mer­hau­fen dort übrig blie­ben, die dort auf­bau­en wer­den, falls der Tod es erlaubt, ent­schei­den. Und nicht, schon wie­der, die „Ande­ren“. Hier geht es nicht mehr um For­men der Herr­schafft in der Ver­gan­gen­heit, hier geht es „NUR“ um das Leben, der Letz­ten, die dort sind. Und die kämp­fen, jeder an sei­nem Platz. Wahr­heits­kom­mis­si­on? klingt z.Zt. wie Hohn.

  6. zeit­schnur
    Ihre Erwi­de­rung ist, wie­der ein­mal, weit ent­fernt davon, Ant­wort auf mei­ne Fra­gen zu geben, denn nur Fra­gen stell­te ich. Ich habe Sie damit anschei­nend über­for­dert.

    • Anders­her­um wird ein Schuh draus: Das kommt davon, wenn man nur noch Ver­schwö­rungs­fil­me im Netz ansieht und den evan­ge­li­ka­len Begriff „biblisch“ wie eine Keu­le her­um­schwenkt. das schmä­lert offen­kun­dig das katho­li­sche Rezep­ti­ons- und Refle­xi­ons­ver­mö­gen.

      Lesen Sie doch ein­fach mein Posting mal in Ruhe oben — dann wer­den Sie sehen, dass ich jede ein­zel­ne Ihrer Fra­gen beant­wor­tet habe.

      • Ant­wor­ten von Ihnen ? Was soll das mit dem Rezep­ti­ons­ver­mö­gen ? Das ver­steht doch nie­mand, weil es hier nicht her­paßt. Offen­bar wird das Lexi­kon auf­ge­schla­gen und ein Begriff in die untaug­li­che Soße rein­ge­mengt.

    • Das ist ja auch das, was Putin sagt.
      Eine sol­che Sicht­wei­se wür­de aber ande­rer­seits bedeu­ten, dass man in Wahr­heit dies sagt:

      Die Syrer sind nicht in der Lage, sich zu sta­bi­li­sie­ren, ohne einen — ob nun „legi­tim“ oder nicht ist hier gar nicht die Fra­ge — Dik­ta­tor.

      Nie­mand will im Ernst behaup­ten, dass im Irak Sad­dam oder in Ägyp­ten Muba­rak zukunfts­fä­hi­ge oder gar „gute“ Füh­rer waren. Eben­so Assad.

      Was für vie­le der intel­li­gen­ten Leu­te aus den Regio­nen unend­lich bit­ter ist, ist , dass man ihnen nicht zutraut, so, als sei­en sie Idio­ten oder Völ­ker mit einer „Geh­stö­rung“, und sei­en nur unter einem Dik­ta­tor „sicher“, auch dann, wenn der bereits tau­sen­de von ihnen getö­tet hat.

      Zu prü­fen wäre erst noch die Ver­strickung der syri­schen Kir­che in das Regime. das ist ähn­lich wie im Irak. Und es ist eben­so in Russ­land, wo auch die ortho­do­xe Kir­che in einer dubio­sen Bezie­hung zum kom­mu­ni­sti­schen Regime stand und steht.

      Man kann ja nicht sagen: Alles, was irgend­wie christ­lich ist, hat recht und muss geson­dert beschützt wer­den.

      Wenn das so wäre — ich wäre sofort dabei.
      Wenn man aber bedenkt, dass Kir­chen­obe­re — die viel­leicht nicht weni­ger kor­rupt sind als unse­re, für das Kir­chen­vok nicht weni­ger ent­täu­schend als F. für uns — sehen­den Auges ihre Her­de geop­fert haben könn­ten, dann wird es kom­pli­ziert.

      Wer hier im Forum weiß denn dar­über Genaue­res?

  7. Assad als Mit­glied einer reli­giö­sen Min­der­heit bot als Dik­ta­tor Syri­ens Schutz für Min­der­hei­ten, wie die Chri­sten.
    Ich wür­de nicht blind­lings alles glau­ben, was syri­sche Bischö­fe sagen.
    Assad ist nach allen glaub­wür­di­gen Zeug­nis­sen ein furcht­ba­rer Mann. Mit ihm wird es kei­ne Zukunft geben. Man hört ja sogar, dass Assad Selbst­mord­at­ten­tä­ter in den Irak geschickt hat, um zu ver­hin­dern, dass dort eine gewis­se Sta­bi­li­tät ein­kehrt. Das berich­tet z.B. Samir Matar. Assad bom­bar­diert + beschießt die eige­ne Bevöl­ke­rung schon seit Jah­ren.
    Putin ist ein Falsch­spie­ler. Jetzt tut er so anti-isla­mi­stisch, aber er kol­la­bo­riert genau­so mit dem Iran und der His­bol­lah.
    Was er ganz genau will, ist nicht durch­sich­tig.
    Er hat auch Gift­gas an die Syrer gelie­fert, das Assad gegen die eige­ne Bevöl­ke­rung ein­setzt.
    Wer will denn da noch „Hoff­nung“ schöp­fen und vor allem auf was und wen?

    • Das fana­ti­sier­te sun­ni­ti­sche Pre­ka­ri­at Syri­ens hat mit Ter­ro­ris­mus auf­be­gehrt wur­de dabei von Anfang an aus dem Aus­land unter­stützt . Die Regie­rung schlägt die­sen ter­ro­rist. Auf­stand nun nie­der. Oder ver­sucht es zumin­dest mit den beschei­den vor­lie­gen­den Mit­teln. Min­der­hei­ten stüt­zen weil sie um ihr Über­le­ben rin­gen die Regie­rung, Ruß­land steht als Bünd­ner mit Iran zur Sei­te. Iran (und Hez­bol­lah) sind qua­li­ta­tiv mit den sun­ni­ti­schen Moham­me­da­nern nicht zu ver­glei­chen. Das haben schon die Kar­me­li­ten erkannt, wel­che Cle­mens VIII. nach Per­si­en ent­sand­te um ein Bünd­nis gegen die sun­ni­ti­schen Mord­bren­ner (damals den Türken)zu son­die­ren. So haben die Päp­ste folg­lich recht freund­schaftl. Bezie­hun­gen zu Per­si­en unter­hal­ten.
      Ich habe gese­hen wie syrisch-ortho­do­xe Bischö­fe Waf­fen und Gerät der syri­schen Armee geseg­net haben. Mögen die­se Waf­fen obsie­gen. Denn für Ale­wi­ten und die Chri­sten ist sehr wohl eine Hoff­nung wenn die Waf­fen der Regie­rung und ihrer Ver­bün­de­ten die moham­me­da­ni­schen Mord­bren­ner mit aller Macht bekämp­fen. „Demo­kra­tie“ oder der­glei­chen ist das Ende die­ser Mino­ri­tä­ten und Anbruch eines pri­mi­ti­ven sun­ni­ti­schen Schrecken­re­gimes (man sieht ja auch wel­che Sub­jek­te aus Syri­en nach Euro­pa „flie­hen“. aggres­si­ve, bru­ta­le, Ver­ge­wal­ti­ger, Illi­te­ra­ten, sun­ni­ti­sche Fana­ti­ker, die jedes Gesetzt bre­chen etc).

      • Sie müs­sen mir schon zuge­ste­hen, dass ich Ihre Gra­dua­li­tät hier nur als zynisch bezeich­nen kann. das ist nicht per­sön­lich gemeint, son­dern bezieht sich auf die unend­lich vie­len Ermor­de­ten im Iran. Der Iran hat die welt­weit höch­ste Zahl an Hin­rich­tun­gen. Auch die His­bol­lah ist nichts wei­ter als eine Moder­bren­ner-Baga­ge.
        Bei aller Wert­schät­zung — aber Sie ver­grei­fen sich hier mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit.
        Wenn es um sol­che Ver­bre­chen geht, wie sie die Sun­na UND die Schia bege­hen, kann man nicht mehr damit kom­men, dass der zwei­te Mör­der ja imemrhin angeb­lich nicht ganz so schlimm sei.
        Der schii­ti­sche Isla­mis­mus IST furcht­bar und ver­mut­lich haben Sie noch nie mit einem Men­schen gespro­chen, der aus dem Iran. Eine mei­ner Freun­din­nen ist mit einem Ira­ner ver­hei­ra­tet. Durch sie lern­te ich vie­le Ira­ner ken­nen. Vie­le davon waren dort Fol­ter­op­fer gewe­sen und von Hinich­tung bedroht. Sie tru­gen die Male ihres Lei­dens am Kör­per und in der Sel­le: Nar­ben, schlim­me post­trau­ma­ti­sche Stö­run­gen und ech­te, unheil­ba­re Ent­wur­ze­lung. ich kann­te auch einen Arme­ni­er aus dem Iran. Sie wol­len mit Sicher­heit nicht wis­sen, was es von die­sem Mann zu berich­ten gibt, denn damit wür­de Ihr gan­zes Kon­strukt zusam­men­stür­zen.
        Ich beschwö­re Sie, dar­über nach­zu­den­ken, ob es wirk­lich rich­tig ist, als Christ, Ver­bre­cher, Mör­der und Teu­fel schön­zu­re­den, nur weil man sich ein bestimt­mes Welt­bild in den Kopf hat set­zen las­sen, das ja auch nicht weni­ger als die „west­li­che Les­art“ zu einem gro­ßen Teil Pro­pa­gand aund Lüge sein könn­te.

        Wir müs­sen eine Situa­ti­on aus­hal­ten, in der es nur fal­sche Lösun­gen gibt.

      • Naja, bezüg­lich Iran kann ich Ihren Stand­punkt nicht tei­len.
        Ich ken­ne das Land recht gut aus eige­ner Anschau­ung über vie­le Jah­re. Die­ses Land ist inner­halb der isla­mi­schen Län­dern eine posi­ti­ve Aus­nah­me.
        Auch kann der Dia­log mit dem dor­ti­gen schii­ti­schen Kle­rus ein durch­aus fruch­ba­rer sein wenn es um Ver­stän­di­gung geht. (egal wie man jetzt zu Kar­di­nal Schön­born steht, die Gesprä­che wel­che er und ande­re dort füh­ren sind durch­aus lobens­wert) Die staat­lich aner­kann­ten Kir­chen genie­ßen weit­ge­hen­den Schutz und Kult­frei­heit. Frei­lich ist aber das Land eine schii­ti­sche Theo­kra­tie und es gibt Ein­schrän­kun­gen. Aber es geht nicht an, daß man Iran sein Staats­recht vor­schrei­ben dürf­te. Ich gebe aber zu, daß ich par­te­isch bin (ich könn­te Ihnen eben­so von ortho­do­xen Chri­sten und Kle­ri­ker dort erzäh­len wel­che das Regime gut­hei­ßen weil sie in Sicher­heit dort leben und wirt­schaf­ten dür­fen). Aber das sind ande­re auch. Michel Aoun z.B. auch, sehr zu recht wie ich den­ke.

      • Es geht mir auch nicht um Ver­herr­li­chung des momen­ta­nen Systems in Ruß­land oder Iran. Das ist auch nicht unse­re Sache. Aller­dings unter­stel­le ich bei­den Län­dern nicht per se Schlech­tig­keit auch nicht in ihrem syri­schen Enga­ge­ment. Eben gera­de dort nicht. In gewis­ser Wei­se ver­fol­gen bei­de ver­gleichs­wei­se gute Ansät­ze um bei der kon­kre­ten Syri­en­fra­ge zu blei­ben.

      • @ J.G. Rat­kaj

        Da sind die gro­ßen christ­li­chen Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen aber ande­rer Mei­nung:
        https://www.opendoors.de/verfolgung/laenderprofile/iran/

        http://www.menschenrechtsverein.org/index.php/cat/61/aid/2726/title/Weltverfolgungsindex_2015:_Christenverfolgung_im_Iran_nimmt_zu

        Und vor knapp zwei Jah­ren noch berich­te­te dom­ra­dio dies: http://www.domradio.de/themen/christenverfolgung/2013–11-25/hunderttausende-iranische-christen-sind-von-hinrichtung-bedroht

        Im Iran steht auf die Kon­ver­si­on zum Chri­sten­tum immer noch die Todes­stra­fe.
        Das nen­nen Sie eine „recht gute Lage“ im Ver­gleich zu was eigent­lich?

        Und auch amnesty’s Bericht deckt sich mit dem, was christ­li­che Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen berich­ten:
        http://www.amnesty.de/laenderbericht/iran

        Noch etwas zu Ihrer „eige­nen Anschau­ung“. Es gab in den 70ern Leu­te, die nach Chi­le gin­gen und Stein und Bein schwo­ren, dass es dort kei­ner­lei Ver­fol­gung oder Men­schen­rehcts­ver­let­zun­gen gäbe durch Pino­chet.

        Wie wir heu­te wis­sen, sind dort im Gehei­men sogar schlimm­ste Ver­bre­chen gesche­hen.

        Mei­nen Sie denn, dass Sie als Aus­län­der im Iran vor­ge­führt bekom­men, was dort schief läuft? Glau­ben Sie, die vie­len Opfer erzäh­len Mär­chen, nur weil Sie nichts mit­be­kom­men haben von den Vebre­chen. ?Täu­schen sich wirk­lich SÄMTLICHE Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen?

        Und zuletzt eine Insti­tu­ti­on, die man nicht unter Ver­dacht stel­len soll­te: Kir­che in Not sagt dies:

        „Wir möch­ten dar­auf auf­merk­sam machen, dass der Iran immer noch eines der Län­der der Erde mit der gering­sten Reli­gi­ons­frei­heit ist.“

        „Zwar rühmt sich Prä­si­dent Ahma­di­ned­schad damit, dass die christ­li­che Min­der­heit “glei­che Rech­te genie­ße”, doch tat­säch­lich sind die Chri­sten­ge­mein­schaf­ten inzwi­schen in Ghet­tos abge­drängt und zu eth­ni­schen Min­der­hei­ten redu­ziert wor­den. Die­se schwie­ri­ge sozia­le Lage hat auch zur Fol­ge, dass vie­le ira­ni­sche Chri­sten das Land ver­las­sen, da sie zuneh­mend weni­ger Mög­lich­kei­ten haben, am öffent­li­chen Leben teil­zu­neh­men und einer Arbeit nach­zu­ge­hen.“

        Wei­ter­le­sen hier: http://www.kirche-in-not.de/aktuelle-meldungen/2009/06–08-gebet-fuer-christen-im-iran

        Und mit die­sem Land kol­la­bo­riert Putin.

        Zum Schluss aber will ich auf­merk­sam machen auf eine Ein­schät­zung des Fran­zis­ka­ner-Custos in Syri­en von 2012, die genau die­se Fra­ge des Arti­kels behan­delt:

        „Auf die Fra­ge, ob er die auf Bewah­rung des Sta­tus quo aus­ge­rich­te­te Poli­tik syri­scher Kir­chen­füh­rer für den rich­ti­gen Weg hal­te, sag­te Piz­zabal­la: „Ich ver­ste­he die­se bewähr­te Hal­tung gut. Sie hat aber kei­ne Zukunft. Denn ob es einem gefällt oder nicht: Das Regime hat kei­ne Zukunft. Mir ist aber schon klar, dass man die Situa­ti­on nach sei­nem Ende fürch­tet.“ Der mel­ki­tisch-katho­li­sche Patri­arch Gre­gor III. Laham hat­te bei­spiels­wei­se dafür plä­diert, Assad eine zwei­te Chan­ce zu geben.“

        http://www.kirche-in-not.de/aktuelle-meldungen/2012/04–10-syrien-franziskanerkustos-gegen-intervention

        Ich den­ke, das alles spricht für sich und wider­legt die­se Mei­nung, der Sie anhän­gen bzw. rela­ti­viert sie erheb­lich.

      • Kei­ne Ein­wän­de betref­fend der geschil­der­ten Situa­ti­on.

        Dar­über­hin­aus soll­te man aber nicht in Schnapp­at­mung gera­ten, ohne sich in die eige­ne Hand zu bei­ßen, denn auch die BRD kol­la­bo­riert „mit die­sem Land“:
        http://www.handelsblatt.com/politik/international/iranreise-des-sigmar-gabriel-iran-empfaengt-die-deutsche-wirtschaft/12075998.html
        http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015–07/sigmar-gabriel-iran-reise-kritik

        Und natür­lich — wie seit eh und je — auch mit Sau­di-Ara­bi­en & Co.
        http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014–05/ruestung-waffen-export-gabriel

        Also, kei­ne gro­be Ein­sei­tig­keit zu Tage legen.

      • Iran ist eine Kul­tur­na­ti­on, eine posi­ti­ve Aus­nah­me inner­halb der isla­mi­schen Län­dern. Ich bezie­he mich auf Kle­ri­ker der Chaldä­er und der Assy­rer in Iran. Sie sind regime­treu und betreu­en ihre Gemein­den, wel­che ver­gleichs­wei­se in weit­ge­hen­den Frie­den leben und schadf­fen kön­nen. Die­se Kle­ri­ker berich­ten von Ver­wir­run­gen durch Evan­ge­li­ka­le wel­che das Aus­kom­men ihrer Kir­chen mit der Staats­macht gefähr­den.
        Prä­si­dent Putin tut gut dar­an mit Iran zu koope­rie­ren. Bes. in der Ent­schei­dung des syri­schen Schick­sals wird die­ses Bünd­nis zumin­dest Tei­le des Lan­des vor kom­plet­ter Ver­hee­rung durch sun­ni­ti­sche Fana­ti­ker bewah­ren.

      • @ Car­lo

        Rich­tig, Sie soll­ten auf­hö­ren, schnapp­zu­at­men… um Deutsch­land geht es doch in die­sem Thread gar nicht, und ich habe schließ­lich mit kei­nem Wort etwas über deut­sche Poli­tik und Wir­schafts­be­zie­hun­gen gesagt, noch die­sel­be folg­lich ver­tei­digt.

        Klar soweit?

      • @ J.G. Rat­kaj

        Die Per­ser sind eine alte Kul­tur­na­ti­on, rich­tig.

        Aber des­we­gen ist der Isla­mis­mus in der heu­ti­gen ira­ni­schen „Repu­blik“ nicht harm­lo­ser als der in sun­ni­ti­schen Hor­ror­staa­ten.

        Sie geebn ja selbst zu, dass Sie die Sicht „regime­treu­er“ ori­en­ta­li­scher Chri­sten im Iran (!!!!!) ein­neh­men, also die Sicht von Per­so­nen, die von sehr vie­len ande­ren höchst­wahr­schein­lich als Kol­la­bo­ra­teu­re und Ver­rä­ter betrach­tet wer­den.

        Gera­de­zu ekel­haft ist es von­sei­ten sol­cher Chaldä­er, die Evan­ge­li­ka­len in die­sem Zusam­men­hang der „Ver­wir­rungs­stif­tung“ zu beschul­di­gen.

        Natür­lich gefällt es den Chaldä­ern nicht, wenn ihnen die Mit­glie­der abge­wor­ben wer­den!
        Und natür­lich mis­sio­nie­ren Evan­ge­li­ka­le gefahr­los eher bei Chri­sten als bei Mus­li­men — denn wie gesagt: dar­auf steht die Todes­tra­fe. es muss ein groß­ar­ti­ges „Regime“ sein! Und noch groß­ar­ti­ger sind „Chri­sten“, die das­sel­be machen, was F. & Co hier hnsihct­lich des west­li­chen Zeit­gei­stes machen: eine gna­den­lo­se, über Lei­chen gehen­de Anpas­se­rei an den ira­nisch-isla­mist­si­chen Zeit­geist.

        Immer­hin gibt es die Auf­for­de­rung zur Mis­si­on, und Ihre lie­ben Chaldä­er ver­ra­ten die­se Auf­for­de­rung Jesu, um „regime­treu“ zu sein. Im Klar­text: Um dem isla­mi­sti­schen Druck, der immer­hin mit dem Tod droht, zu will­fah­ren, nur ja auch nie­man­den zu Chri­stus zu füh­ren!

        Was regen Sie sich dann über F. auf?
        Jeder passt sich an sei­ne Lage an.

        Aber christ­lich ist das nicht.
        Da sind selbst die Evan­ge­li­ka­len feu­ri­ger und eif­ri­ger für Chri­stus als die­ses ange­pass­te und fei­ge Kir­chen­füh­rer­volk — egal ob hier oder dort, das nur ihren Stand ind er Welt sichern will und dafür jeden Kom­pro­miss schließt.

      • @ J.G. Rat­kaj

        Ich möch­te zu dem The­ma ori­en­ta­li­sche Kir­chen und Mis­si­on noch was nach­tra­ge. Ich habe ein­mal für eine Buch­ver­öf­fent­li­chung ein lan­ges Inter­view mit einem ira­ni­schen Kon­ver­ti­ten geführt, der aller­dings letzt­end­lich dann in einer evan­ge­li­ka­len Gemein­schaft lan­de­te. War­um lan­de­te er da?.

        Das gro­ße Pro­blem der ori­en­ta­li­schen Kir­chen ist, dass sie Mus­li­men, die um Auf­nah­me bit­ten, sehr häu­fig die­se Auf­nah­me regel­recht ver­wei­gern und damit den Auf­trag Chri­sti so tief ver­ra­ten, wie man es sich nicht schlim­mer den­ken könn­te.

        Und war­um das?

        Weil es ihnen nur um ihren erbärm­li­chen Macht­er­halt, das klei­ne biss­chen Spiel­raum in einem anti­christ­li­chen Staat geht. Die „Regime­treue“ ver­langt ihnen ab, nie­man­den zu mis­sio­nie­ren. Wenn sie es doch tun, kann das bis zur Todes­tra­fe und einer wei­te­ren Ghet­toi­sie­rung hin geahn­det wer­den. Und davor kuschen sie! Lie­ber las­sen nicht weni­ge dort einen Mus­lim, der die Tau­fe begehrt, in die Höl­le fah­ren, bevor sie etwas von ihren schein­ba­ren „Pri­vi­le­gi­en“ auf­ge­ben wür­den. Zum Glück gibt es die „Begier­de­tau­fe“!
        Aber es liegt kein Segen drauf: die Mehr­zahl der Chri­sten ist inzwi­schen aus dem Ori­ent abge­wan­dert und die­se „Hir­ten“ sit­zen nun auf ihren wert­lo­sen Pfrün­den her­um und bejam­mern den Nie­der­gang ihrer Kir­chen. Sie sind selbst mit­schuld dar­an!
        In aller Regel hofie­ren sie den Islam auch noch und faseln etwas vom fried­li­chen und eigent­li­chen Islam daher.
        Und dann, wenn sie wie­der mal einen A…tritt bekom­men haben, jam­mern sie und wol­len Hil­fe, aber im näch­sten Moment kip­pen sie auch schon wie­der um und schlei­men ihren ach so guten isla­mi­schen Her­ren hin­ter­her, ob die nun „Assad“ hei­ßen oder „Ahma­di­ned­schad“ ist dabei völ­lig wurscht.

      • Das ist eben Ihre Sicht.
        Die ori­en­ta­lisch ortho­do­xen und unier­ten Hier­ar­chen ver­su­chen ihre Schar zu ret­ten und nicht auf­zu­wüh­len zur Unbot­mä­ßig­keit gegen die Ord­nung. Ich ken­ne per­sön­lich meh­re­re Bischö­fe von dort. Das sind Glau­bens­zeu­gen, wah­re Väter ihrer Gemein­den. Ich kann die­sen nur Aner­ken­nung und Respekt zol­len.

  8. Zeit­schnur wor­belt den Main­streamm­edi­en doch nach etwas bei­gemengt ist der Anti­män­ner­kampf nach EMMA. Das bringt uns doch alles nicht wei­ter. Das Wesent­li­che in der Sache darf nicht zer­re­det wer­den. Zu Beginn der Run­de hat Fre­se­ni­us in sei­nem Kom­men­tar die Din­ge benannt. Wir brau­chen kei­ne Schnit­zel­jag­den mehr.

    • „Fre­se­ni­us“ — wie sang einst Grö­ne­mey­er: „Män­ner sind schon als Baby blau“, kön­nen nicht mal Namen rich­tig ver­ste­hen und schrei­ben, und dann fah­ren sie offen­bar rein emo­tio­nal auf mar­ki­ge Sprü­che ab…

      Gebt nicht so ein erbärm­li­ches Bild ab, Män­ner! Das ist Euer größ­tes Pro­blem! Gott sei Dank nicht aller Män­ner…

      Wel­che „Medi­en“ nehmt Ihr denn wahr, und woher wisst Ihr, dass dort alles „wahr“ ist. Wir sind doch immer ein Stück weit aufs Glau­ben ange­wie­sen, weil wir vie­les nicht 100% prü­fen kön­nen…

      Man muss sich fra­gen, ob Berich­te wahr­schein­lich sind. Wahr­schein­lich sind sie dann, wenn es auch ande­re Quel­len gibt, die das bestä­ti­gen, was in ihnen behaup­tet wird. Wahr­schein­lich sind sie, wenn sie schlüs­sig wir­ken, wenn man sie mit ande­ren Fak­ten „abgleicht“. Aber dazu muss man mehr lesen als nur rechts­ge­rich­te­te „Bild“-Medien.
      Tota­le Sicher­heit gibt es nicht, alles ist Inter­pre­ta­ti­on und „Les­art“.

      Also auf die Füße, Ihr Män­ner, und ab heu­te wird nicht bloß ver­zwei­felt „zurück­ge­schos­sen“ ohne Sinn und Ver­stand, son­dern ab heu­te wird das Gehirn trai­niert.
      Dann wird alles bes­ser, und Ihr wer­det sehen, dass Frau Zeit­schnur klu­ge Män­ner über alles liebt.
      Klar soweit?

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