Osservatore Romano würdigt größten Papst-Kritiker als „großes Vorbild für alle“

Mario Palmaro (1968-2014)
Mario Palma­ro (1968–2014)

(Rom) Eine Pro­vo­ka­ti­on, ein Ver­se­hen? Die neben­ste­hend abge­bil­de­te Anzei­ge umfaßt die gan­ze vier­te Sei­te des Osser­va­to­re Roma­no vom heu­ti­gen 8. Okto­ber und ehrt den scharf­sin­nig­sten und bekann­te­sten Kri­ti­ker von Papst Fran­zis­kus. Ihr gegen­über ver­öf­fent­lich­te die offi­ziö­se Tages­zei­tung des Pap­stes einen hoch­ge­lehr­ten Arti­kel über die neue kri­ti­sche Aus­ga­be der Enar­ra­tio­nes in Psal­mos des Hei­li­gen Augustinus.

Die Anzei­ge erin­nert an den Rechts­phi­lo­so­phen Mario Palma­ro, der auf aka­de­mi­schem Boden Phi­lo­so­phie und Bio­ethik lehr­te und ein frucht­ba­rer katho­li­scher Autor war. Vor allem aber wur­de er im letz­ten Jahr sei­nes zu früh geen­de­ten irdi­schen Lebens zum scharf­sin­nig­sten und inter­na­tio­nal bekann­te­sten Kri­ti­ker von Papst Fran­zis­kus. Ein Jahr nach des­sen Wahl, von einer schwe­ren Krank­heit nie­der­ge­streckt, hat es Gott gefal­len, ihn im Alter von erst 45 Jah­ren von die­ser Welt abzuberufen.

Sei­ne kri­ti­schen Ana­ly­sen zur Ver­welt­li­chung der heu­ti­gen Kir­che wur­den in ver­schie­de­nen Spra­chen publi­ziert, gele­sen und hef­tig dis­ku­tiert. Auf den Sei­ten des Osser­va­to­re Roma­no wird Palma­ro nun als „ein gro­ßes Vor­bild für alle“ präsentiert.

Vor zwei Jahren erschien der Artikel: „Dieser Papst gefällt uns nicht“

„War­um aber gera­de heu­te?“, fragt sich der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster. Ist heu­te sein Geburts­tag? Nein, er wur­de am 5. Juni 1968 gebo­ren. Ist heu­te sein Todes­tag? Eben­so­we­nig. Palma­ro starb am 9. März 2014. Begra­ben wur­de er im über­lie­fer­ten Ritus am Tag vor dem ersten Jah­res­tag der Wahl des argen­ti­ni­schen Pap­stes. Palma­ro hin­ter­ließ sei­ne Frau und drei klei­ne Kinder.

Und doch ist ein Jah­res­tag Anlaß für die Anzei­ge im Osser­va­to­re Roma­no. Vor zwei Jah­ren erschien am 9. Okto­ber in der Tages­zei­tung Il Foglio jener „unver­geß­li­che Arti­kel“, so Magi­ster, den Palma­ro, wie so häu­fig, zusam­men mit sei­nem Freund Ales­san­dro Gnoc­chi ver­faßt hat­te: „Die­ser Papst gefällt uns nicht“.

Es lohnt, den Arti­kel aus der Feder des kon­ge­nia­len Duos Palmaro/Gnocchi erneut zu lesen. Eine erneu­te Lek­tü­re dient auch der Veri­fi­zie­rung, ob ihre Ana­ly­se, kaum mehr als ein hal­bes Jahr nach der Wahl von Papst Fran­zis­kus zutref­fen war oder nicht. Die bei­den Autoren koste­te er die sofor­ti­ge Ent­las­sung als Mit­ar­bei­ter von Radio Maria.

„Dan­ke an den ‚Osser­va­to­re Roma­no‘, der uns anregt, die Schrif­ten Mario Palma­ros wie­der zu lesen, eines wirk­lich ‚gro­ßen Vor­bilds für alle‘“, so San­dro Magister.

Katholisches.info ver­öf­fent­licht aus die­sem Anlaß erneut den bereits 2013 in deut­scher Über­set­zung vor­ge­leg­ten Arti­kel „Die­ser Papst gefällt uns nicht“.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Osser­va­to­re Roma­no (Screen­shot)

3 Kommentare

  1. Viel­leicht herrscht ein wenig End­zeit­stim­mung im Vati­kan. Man scheint irri­tiert und ner­vös zu sein. Heu­te hüh, mor­gen hott.

    Es ist klar, daß es 2 nicht kom­pa­ti­ble Stand­punk­te zu vie­len The­men gibt. Das hat sich seit den 1960er Jah­ren rück­blickend ja zuneh­mend abge­zeich­net. Es muß nun­mehr eine Ent­schei­dung getrof­fen und dann auch die Kon­se­quen­zen gezo­gen wer­den. Ein „Wei­ter so“ ist nicht mehr möglich.
    Ob „Papst“ Ber­go­glio da noch eine gro­ße Rol­le spielt für die Ver­än­de­rer und Destruk­ti­ven? Hat er über­haupt noch etwas zu sagen? Hat­te er jemals etwas zu sagen oder war er ledig­lich ein Stroh­mann für ande­re, der die Auf­ga­be hat­te, das „Volk“ mit aller Thea­tra­lik bei Lau­ne zu halten?

    Wie auch immer: es muß jetzt def­in­tiv ent­schie­den werden.

  2. Es gesche­hen Din­ge die in der Tat nicht zu erklä­ren sind. Da erscheint eine ganz­sei­ti­ge Anzeige
    im Osser­va­to­re Roma­no zu dem Buch “ Die­ser Papst gefällt uns nicht „. Das Buch von dem ver-
    stor­be­nen Mario Palma­ros, zeigt deut­lich die Schwä­chen des Pon­ti­fi­kats Fran­zis­kus auf und wird
    man­chem Kar­di­nal auf der Syn­ode Kopf­schmer­zen berei­ten. Selbst die Kas­pe­ria­ner wer­den ihre
    vor­ge­fass­ten Zie­le über­den­ken müssen.

  3. Ein wun­der­ba­rer Mensch und bis zum Ende tap­fer für den Glau­ben kämpfend.
    Welch ein Vorbild!

    „Justus ut pal­ma flore­bit: sicut cedrus Liba­ni mul­ti­pli­ca­b­itur: plan­ta­tus in domo Domi­ni, in atri­is domus Dei nostri.
    …Bonum est con­fi­teri Domi­no: et psal­le­re nomi­ni Tuo, Altissime“
    (Introitus Mes­se f. einen Beken­ner nicht Papst)

    „Der Gerech­te blüht auf wie eine Pal­me; wie eine Zeder des Lina­nons ver­viel­fäl­tigt er sich;
    gepflanzt steht er im Hau­se Got­tes, in den Vor­hö­fen des Hau­ses unse­res Gottes.
    Es ist gut auf dem Herrn zu betrau­en: und Dei­nem Namen zu sin­ge, Allerhöchste“.

    Ein präch­ti­ges gre­go­ria­ni­sche Stück, lei­der viel zu wenig gesun­gen, aber im Web von der Scho­la der Wie­ner Hof­burg her­vor­ra­gend präsentiert.

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