Geheime Manöver zur Wahl von Papst Franziskus? — Der Schatten Kardinal Martinis über der Kirche

Carlo Maria Kardinal Martini
Car­lo Maria Kar­di­nal Mar­ti­ni

Von Andre­as Becker

(Rom/Brüssel) Die jüng­sten Ent­hül­lun­gen der bei­den flä­mi­schen Histo­ri­ker Karim Schel­kens und Jür­gen Met­te­pen­nin­gen über die Exi­stenz eines gehei­men Netz­werks in der katho­li­schen Kir­che, sor­gen unter Katho­li­ken für erheb­li­che Irri­ta­tio­nen. Immer häu­fi­ger wird dabei auch die Fra­ge nach der Recht­mä­ßig­keit der Wahl von Papst Fran­zis­kus gestellt. Ein Signal dafür, in wel­che inne­re Span­nung und Ver­un­si­che­rung der argen­ti­ni­sche Papst, der so gut mit der außer­ka­tho­li­schen Welt umge­hen kann, die katho­li­sche Kir­che geführt hat.

„Wenn nur ein Teil stimmt, ist es Grund alarmiert zu sein“

„Wenn gewis­se Din­ge auch nur annä­hernd stim­men soll­ten, wären sie bereits Grund alar­miert zu sein“, schrieb etwa Mau­ro Faver­za­no von Cor­ris­pon­den­za Roma­na zur Vor­stel­lung der Bio­gra­phie von Kar­di­nal God­fried Dan­neels durch die bei­den Histo­ri­ker. „Wenn sie sich dann auch noch als wahr her­aus­stel­len, ver­wan­delt sich die Sor­ge in eine Tra­gö­die. Das ist der erste Gedan­ken, der einem nach der Prä­sen­ta­ti­on der in Bel­gi­en her­aus­ge­brach­ten, erschüt­tern­den Bio­gra­phie über Kar­di­nal Dan­neels spon­tan in den Sinn kommt“, so Faver­za­ni.

„Die bei­den Histo­ri­ker haben zwei­fel­los ihre Arbeit gemacht: Sie selbst haben den gewähl­ten Zugang als ‚wis­sen­schaft­lich‘ bezeich­net und es besteht kein Grund dar­an zu zwei­feln, hat­ten sie doch Zugang zu den per­sön­li­chen Archi­ven des Kar­di­nals.“

Gesi­chert ist, daß alles 1996 auf Initia­ti­ve des dama­li­gen Erz­bi­schofs von Mai­land, des Jesui­ten und Kar­di­nals Car­lo Maria Mar­ti­ni begann, der sich selbst als Gegen­spie­ler Johan­nes Pauls II. und als „Ante­pa­pa“, als „künf­ti­ger Papst“ sah. Damals ver­sam­mel­te Mar­ti­ni gleich­ge­sinn­te Kir­chen­ver­tre­ter in einem Geheim­zir­kel mit dem erklär­ten Ziel, den als uner­träg­lich emp­fun­de­nen Ein­fluß von Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger, dem dama­li­gen Prä­fek­ten der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on zurück­zu­drän­gen. „Gleich­ge­sinnt“ mein­te die Posi­ti­on Kar­di­nal Mar­ti­nis, den Geist der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on, dem sich die Kir­che seit 200 Jah­ren wider­setzt, auch in der Kir­che zu über­neh­men, um damit die Kluft zwi­schen Welt(geist) und Kir­che wie­der zu schlie­ßen. Kon­kret geht es bei die­ser Grup­pen­bil­dung nicht um irgend­ein Ein­zel­the­ma, son­dern um ein, grund­le­gend ver­schie­de­nes, sich aus­schlie­ßen­des Kir­chen­ver­ständ­nis, das – per­so­ni­fi­ziert – auf der einen Sei­te Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger und auf der ande­ren Car­lo Maria Kar­di­nal Mar­ti­ni SJ zeig­te. Eine kate­go­ri­sche Gegen­po­si­ti­on, die kei­nes­wegs mit dem Tod Mar­ti­nis 2012 ende­te, son­dern mit der Wahl Jor­ge Mario Ber­go­glio 2013 einen uner­war­te­ten Sieg errang.

Bistum St. Gallen bestätigt Existenz des Geheimzirkels „Gruppe Sankt Gallen“

Der Geheim­zir­kel nann­te sich „Grup­pe Sankt Gal­len“ nach dem Ort ihrer Tref­fen, die in der gleich­na­mi­gen Schwei­zer Bischofs­stadt statt­fan­den. Das ist kei­ne Bezeich­nung, die von den Autoren Schel­kens und Met­te­pen­nin­gen stammt. So nann­te sich die Grup­pe selbst. Die Ein­la­dung dazu, die gehei­men Tref­fen in St. Gal­len durch­zu­füh­ren, kam vom dama­li­gen St. Gal­ler Bischof, Ivo Fürer.

Dies wur­de inzwi­schen, eben­so wie die Exi­stenz des Geheim­zir­kels, vom Bis­tum Sankt Gal­len in einer Pres­se­er­klä­rung bestä­tigt. Was nicht mehr geleug­net wer­den kann, bestä­tigt man, ver­sucht gleich­zei­tig aber die tat­säch­li­che Bedeu­tung zu ver­harm­lo­sen. So spricht das „ertapp­te“ Bis­tum in sei­ner Erklä­rung von „freund­schaft­li­chem Aus­tausch“, zu dem sich die Kar­di­nä­le und Bischö­fe unter Aus­schluß der Öffent­lich­keit getrof­fen hät­ten. Das Bis­tum legt vor allem Wert dar­auf, zu beto­nen, daß der amtie­ren­de Bischof und Nach­fol­ger Fürers, Msgr. Mar­kus Büchel nie Mit­glied „die­ses Zir­kels“ war, er habe aber als dama­li­ger Bischofs­vi­kar am Ran­de Kennt­nis von die­sen Tref­fen gehabt.

Der voll­stän­di­ge Wort­laut der Pres­se­er­klä­rung des Bis­tums St. Gal­len:

Ein pri­va­ter Freun­des­kreis hat sich ab 1996 bis 2006 regel­mä­ssig getrof­fen. Ange­regt hat­ten die­se Tref­fen der mitt­ler­wei­le ver­stor­be­ne Kar­di­nal Car­lo Maria Mar­ti­ni und der dama­li­ge Bischof des Bis­tums St. Gal­len, Ivo Fürer.

Weder Kar­di­nal Car­lo Maria Mar­ti­ni noch Bischof Ivo Fürer waren zu die­ser Zeit noch Mit­glied des Rates der Euro­päi­schen Bischofs­kon­fe­ren­zen CCEE, aber die Mit­glie­der des Freun­des­krei­ses hat­ten sich teils über den CCEE ken­nen­ge­lernt.

Befreun­de­te Bischö­fe und Kar­di­nä­le wünsch­ten sich wei­ter­hin einen Aus­tausch unter­ein­an­der. Selbst­ver­ständ­lich haben sie sich in ihren jähr­li­chen pri­va­ten Tref­fen in St. Gal­len über die Situa­ti­on der Kir­che unter­hal­ten. Zur Spra­che kam auch, ins­be­son­de­re ange­sichts des sich ste­tig ver­schlech­tern­den Gesund­heits­zu­stan­des von Johan­nes Paul II. (er starb am 2. April 2005), wel­che Qua­li­tä­ten ein neu­er Papst mit­brin­gen soll­te.

Bei der Papst­wahl von Joseph Ratz­in­ger (Papst Bene­dikt XVI. /2005/115 Kar­di­nä­le) haben sich die Kar­di­nä­le, die sich regel­mä­ssig in St. Gal­len getrof­fen hat­ten, im Prä­kon­kla­ve aus­ge­tauscht. Soweit zu ver­neh­men war, erhielt Kar­di­nal Ber­go­glio bereits in die­ser Papst­wahl eine bedeu­ten­de Zahl von Stim­men.

Die Wahl von Papst Fran­zis­kus 2013 (115 Kar­di­nä­le) ent­sprach der Ziel­set­zung, die in St. Gal­len ver­folgt wur­de – heisst es in der Bio­gra­fie von Kar­di­nal Daneels.

Dies bestä­tigt Bischof Ivo Fürer, der aus sei­ner Freu­de an der Wahl des Argen­ti­ni­ers nie ein Geheim­nis mach­te. Den St. Gal­ler Freun­des­kreis aber in Zusam­men­hang zu brin­gen mit dem Rück­tritt von Papst Bene­dikt ist falsch. Denn die Tref­fen fan­den nach 2006 gar nicht mehr statt, der Rück­tritt von Papst Bene­dikt war 2013.“

Damit wird letzt­lich, wenn auch mini­mie­rend, alles bestä­tigt, was ange­sichts der in Zusam­men­ar­beit mit Kar­di­nal Dan­neels zustan­de­ge­kom­me­nen Bio­gra­phie über sei­ne Per­son nicht mehr anders mög­lich war: die Exi­stenz der Grup­pe, die Geheim­hal­tung, die Papst-Fra­ge, die Ver­su­che, Ein­fluß auf das Kon­kla­ve zu neh­men.

Enthüllungen zu Gruppe Sankt Gallen und Team Bergoglio von „unverdächtiger“ Seite

Joseph Kardinal Ratzinger und Jorge Mario Kardinal Bergoglio Gegenspieler beim Konklave 2005
Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger und Jor­ge Mario Kar­di­nal Ber­go­glio (rechts) Gegen­spie­ler beim Kon­kla­ve 2005

Bemer­kens­wert ist, daß die­se Ent­hül­lun­gen – jene von Austen Ive­r­eigh über das Team Ber­go­glio (Kas­per, Leh­mann, Dan­neels und Murphy‑O’Connor) zur Beein­flus­sung des Kon­kla­ve 2013 und jene von Schelkens/Mettepenningen über die Grup­pe St. Gal­len zur Beein­flus­sung des Kon­kla­ve 2005 jeweils zugun­sten von Jor­ge Mario Kar­di­nal Ber­go­glio – nicht aus Krei­sen kom­men, den eine Distanz zu Papst Fran­zis­kus oder den genann­ten Kar­di­nä­len unter­stellt wer­den könn­te. Die Ent­hül­lun­gen stam­men von Autoren, die den Kar­di­nä­len, über die sie Bio­gra­phien ver­öf­fent­lich­ten und den Posi­tio­nen die­ser Kar­di­nä­le nahe­ste­hen.

„Das Buch von Met­te­pen­nin­gen und Schel­kens ent­hüllt, wie Dan­neels 1999 in die­sen unge­wöhn­li­chen Kreis ein­trat. Allein schon, daß so etwas behaup­tet wird, ist eben­so erstaun­lich wie schwer­wie­gend. Noch schlim­mer ist, daß der Betrof­fe­ne es bei der Buch­vor­stel­lung in der Herz-Jesu-Basi­li­ka am Koekel­berg bei Brüs­sel öffent­lich bestä­tig­te“, so Faver­za­ni.

Kardinal Danneels: Unsere Gruppe „hieß Sankt Gallen, wir nannten sie aber ‚die Mafia‘ “

Dan­neels leg­te gera­de­zu leicht­sin­nig und schockie­rend zugleich noch einen Scheit drauf: „Der modi­sche Name war ‚Grup­pe von Sankt Gal­len‘, wir aber nann­ten sie ‚die Mafia‘“. Daß Met­te­pen­nin­gen über die Mikro­pho­ne von Radio 1 in Bel­gi­en schnell anmerk­te, die Grup­pe habe sich „lie­be­voll“ die „Mafia“ genannt, schwächt die Sache nicht ab.

Was Kar­di­nal Mar­ti­ni zusam­men mit gleich­ge­sinn­ten Kar­di­nä­len und Bischö­fen in der Kir­che auf­bau­te, war ein Geheim­zir­kel und damit eine mafia-ähn­li­che Struk­tur. Das Still­schwei­gen, das die „Brü­der“ hiel­ten, war so eisern, daß selbst inner­kirch­li­che Ermitt­lun­gen nichts erbrach­ten. Papst Johan­nes Paul II. hat­te, da Gerüch­te über die Exi­stenz „selt­sa­mer Tref­fen“ oder gar „eines gehei­men Netz­werks“ in Umlauf waren und bis in den Vati­kan dran­gen, Kar­di­nal Rui­ni, sei­nen Kar­di­nal­vi­kar von Rom mit Erhe­bun­gen beauf­tragt. Rui­ni schei­ter­te an der „Omertà “, der Geheim­hal­tung, und muß­te mit lee­ren Hän­den nach Rom zurück­keh­ren. Das hat­te zur Fol­ge, daß man im Vati­kan die Gerüch­te als unbe­wie­sen ad acta leg­te.

Rekrutierungsfeld COMECE — Wie konnte Minderheitenposition im Konklave eine Mehrheit finden?

„Mit­glied die­ser ‚Mafia‘“, so Faver­za­ni, „war der nie­der­län­di­sche Bischof Adria­an van Luyn, unter ande­rem Vor­sit­zen­der der COMECE, der Bischofs­kon­fe­renz der Euro­päi­schen Uni­on.“ Sein Nach­fol­ger in die­sem Amt ist seit 2012 Kar­di­nal Rein­hard Marx. Nur ein Teil der Mit­glie­der des Geheim­zir­kels ist bekannt, dar­un­ter die Kar­di­nä­le Kas­per, Leh­mann, Hume, Sil­ve­stri­ni, Dan­neels, Mar­ti­ni, Bischof Fürer und van Luyn. Die Mit­glied­schaft des Groß­teils ist wei­ter­hin unbe­kannt. Man weiß ledig­lich, daß sich dar­un­ter auch „öster­rei­chi­sche und fran­zö­si­sche“ Bischö­fe fin­den.

Die zen­tra­le Fra­ge, die sich vie­le der­zeit stel­len, ist: Wie konn­te die Min­der­hei­ten­po­si­ti­on, die der Geheim­zir­kel um den Jesui­ten Mar­ti­ni ver­trat, im Kon­kla­ve 2013 zu einer Zwei­drit­tel­mehr­heit für Kar­di­nal Jor­ge Mario Ber­go­glio, den Kan­di­da­ten der „Grup­pe Sankt Gal­len“ ali­as „Team Ber­go­glio“ wer­den? Da es nur acht Jah­re zuvor im Kon­kla­ve eine sat­te Zwei­drit­tel­mehr­heit für Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger gege­ben hat­te, ist ein grund­le­gen­der Rich­tungs­wan­del einer Mehr­heit der Kar­di­nä­le, von denen zudem mehr als die Hälf­te erst von Papst Bene­dikt XVI. ernannt wor­den war, aus­zu­schlie­ßen.

Martinis Rücktrittsforderung an Benedikt XVI. — Wurde gegen Wahlordnung des Konklave verstoßen?

Kardinal Carlo Maria Martini Mailand + 2012
Kar­di­nal Mar­ti­ni, Erz­bi­schof von Mai­land, + 2012

Das Bis­tum St. Gal­len bestä­tig­te, daß die Tref­fen bis 2006 in der Bischofs­stadt statt­fan­den. Daß sich die Grup­pe in jenem Jahr, nach dem geschei­ter­ten Ver­such, die Wahl von Papst Bene­dikt XVI. zu ver­hin­dern, auf­ge­löst hät­te, soll­te nicht dar­aus geschlos­sen wer­den. Der Fort­be­stand des Geheim­zir­kels wird durch Austen Ive­r­eighs Bio­gra­phie über Kar­di­nal Murphy‑O’Connor bestä­tigt, die bereits im Novem­ber 2014 erschie­nen ist. Ive­r­eigh war es, der mit der von ihm als „Team Ber­go­glio“ bezeich­ne­ten Grup­pe von vier Kar­di­nä­len gewis­ser­ma­ßen die Ent­hül­lung der Grup­pe Sankt Gal­len vor­weg­nahm (sie­he Orga­ni­sier­ten Kas­per, Leh­mann, Dan­neels, Murphy‑O‘Connor eine ver­bo­te­ne Kam­pa­gne zur Wahl Ber­go­gli­os?).

Kar­di­nal Mar­ti­ni starb im August 2012. Laut dem pro­gres­si­ven Jesui­ten Sil­va­no Fausti, for­der­te Mar­ti­ni nur zwei Mona­te vor sei­nem Tod Papst Bene­dikt XVI. bei ihrer letz­ten per­sön­li­chen Begeg­nung unum­wun­den zum Rück­tritt auf (sie­he Als Mar­ti­ni von Bene­dikt XVI. den Rück­tritt for­der­te). Ein Macht­kampf um die Kir­che von sol­cher Bedeu­tung und Här­te, daß er bis in den Tod reich­te. Ein Macht­kampf, der Mar­ti­nis Tod über­dau­er­te: Erstaun­li­cher­wei­se trat Bene­dikt XVI. tat­säch­lich acht Mona­te spä­ter für die Öffent­lich­keit völ­lig über­ra­schend zurück und mach­te damit den Weg für das Pon­ti­fi­kat von Kar­di­nal Jor­ge Mario Ber­go­glio frei, etwas, was sich 2005 nicht ein­mal Kar­di­nal Mar­ti­ni erhofft hat­te. Damals war Mar­ti­nis Ordens­mit­bru­der aus Argen­ti­ni­en als Kan­di­dat auf­ge­bo­ten wor­den, um mit 40 Stim­men von 117 Wahl­be­rech­tig­ten, knapp aber mach­bar, die Wahl von Kar­di­nal Ratz­in­ger zu blockie­ren. Die Mög­lich­keit, Ber­go­glio zum Papst machen zu kön­nen, hielt damals nie­mand aus Mar­ti­nis Kreis für rea­li­stisch.

Nicht zu ver­ges­sen ist auch der aggres­si­ve Ton­fall, mit dem Kar­di­nal Wal­ter Kas­per nach Bene­dikts Rück­tritt im Vor­kon­kla­ve „warn­te“, sich in die Papst­wahl ein­zu­mi­schen. Kas­per war zur glei­chen Zeit, was nach­träg­lich sei­ne Ner­vo­si­tät erklärt, fre­ne­tisch damit beschäf­tigt, einer der Archi­tek­ten des Pon­ti­fi­kats Fran­zis­kus zu wer­den (sie­he Die War­nung an Bene­dikt XVI. von einem … Kas­per – Anti-Ratz­in­ger-Pon­ti­fi­kat in Pla­nung).

Wo tag­te der Geheim­zir­kel seit 2006? Wel­chen Ein­fluß hat­te er auf den uner­war­te­ten Rück­tritt von Bene­dikt XVI.? Wie orga­ni­sier­te er die Wahl von Papst Fran­zis­kus und kam es dabei zu Ver­stö­ßen gegen die Rechts­ord­nung der Kir­che und die Wahl­ord­nung des Kon­kla­ve? Letz­te­res muß nicht sein, ist ange­sichts der geziel­ten Geheim­hal­tung einer Frak­ti­ons­bil­dung in der Kir­che auf höch­ster Ebe­ne, deren Mit­glie­der sich selbst, ob scherz­haft oder nicht, als „Mafia“ bezeich­ne­ten, aber alles ande­re denn aus­ge­schlos­sen.

Text: Andre­as Becker
Bild: MiL/katholisches.info (Mon­ta­ge)

46 Kommentare

  1. Auf kath.net wird das ja schon als ledig­lich „unschick­li­ches Ver­hal­ten“ der Grup­pe her­un­ter­ge­spielt.

    • nach­dem jetzt schon eini­ge Spe­zia­li­sten ver­su­chen, die hier gepo­ste­ten Bei­trä­ge dann auf kath.net gegen einen zu ver­wen­den, muss ich mir noch über­le­gen, unter wel­cher Wod­ka-Mar­ke oder unter wel­chem einem bul­ga­ri­schen Fuß­bal­ler ent­lehn­ten Pseud­onym (Sto­itch­kov, Aspa­ruchov?) ich künf­tig hier posten wer­de… :-p

      • Aber lie­ber Kosta­di­nov,

        Sie wer­den doch nichts gegen die neue Barm­her­zig­keit in unse­rer durch­ge­kas­per­ten Kir­che sagen wol­len oder etwa doch!

        😉

      • Würd ich doch nie tun — ich halt’s mit Küng, der es toll fin­det, dass ein Papst so rich­tig durch­re­gie­ren kann — wit­zi­ger­wei­se fin­det er es erst unter die­sem Pon­ti­fi­kat toll, bei den bei­den Vor­gän­gern hat er die Kol­le­gia­li­tät ver­misst. Mir geht es eher umge­kehrt 😀

  2. Der jet­zi­ge Bischof von St. Gal­len, Mar­cus Büchel, unter­streicht gleich­sam, dass auch gesin­nungs­mä­ssig die Bezeich­nung „Grup­pe Sankt Gal­len“ nicht ver­fehlt sein dürf­te. Bischof Büchel am 7. August 2015 in einem Brief an alle „Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter in der Seel­sor­ge“ mit fol­gen­den haar­sträu­ben­den Aus­sa­gen:
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    „Mensch­li­che Bezie­hun­gen haben vie­le Dimen­sio­nen, weil jede Per­son in sich meh­re­re Dimen­sio­nen trägt. Eine davon ist die Sexua­li­tät. Für die För­de­rung des Wohls der Per­son ist weni­ger die hete­ro- oder homo­se­xu­el­le Nei­gung ent­schei­dend als viel­mehr der ver­ant­wor­tungs­vol­le Umgang mit Sexua­li­tät und allen Dimen­sio­nen in einer Bezie­hung (wie Acht­sam­keit, Sorg­falt, Respekt oder Treue).

    Hier dür­fen wir gera­de als katho­li­sche Gläu­bi­ge auf das Gewis­sen jedes und jeder Ein­zel­nen ver­trau­en. Freu­en wir uns an jeder Bezie­hung, in der sich die Part­ner als gleich­wer­ti­ge, wert­vol­le, gelieb­te Kin­der Got­tes anneh­men, die Wür­de des ande­ren ach­ten und das Wohl der Per­so­nen beför­dern!“
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  3. Die unbe­streit­ba­ren Äuße­run­gen Dan­neels las­sen erken­nen, dass syste­ma­tisch das Pon­ti­fi­kat Papst Bene­dikts unter­lau­fen wur­de. Die glei­chen Kräf­te, die jetzt auf ein­mal ihre Papst­treue ent­deckt haben, waren ein­deu­tig unge­hor­sam. Bedenkt man, wie kon­se­quent Papst Bene­dikt den Miss­brauch von Kin­dern(!) in der Kir­che durch Prie­ster(!) abzu­stel­len such­te, muss einen die Oppo­si­ti­on die­ser Grup­pe gegen Joseph Ratz­in­ger schon sehr zu den­ken geben.

    Wie ich aus per­sön­li­chen Gesprä­chen weiß, herrsch­ten schon in den 80er Jah­ren ver­hee­ren­de Zustän­de in den Prie­ster­se­mi­na­ren. Als Papst Bene­dikt das gan­ze Aus­maß der pädo­phi­len Struk­tu­ren in der Kir­che bekannt wur­de, han­del­te er sofort und sehr ent­schie­den. So durf­ten Homo­se­xu­el­le nicht län­ger in den Semi­na­ren aus­ge­bil­det wer­den. Damit war aber klar, dass es zu einer mas­si­ven Kon­fron­ta­ti­on kon­trä­rer Kräf­te inner­halb der Kir­che kom­men wird. Papst Bene­dikt fand dann wohl nicht mehr die Kraft, die­sen Kräf­ten wirk­sam etwas ent­ge­gen­zu­set­zen, man muss sich ja nur mal sei­nen phy­si­schen Zustand kurz vor der Rück­tritt in Erin­ne­rung rufen.

    Es ist doch auf­fäl­lig, dass seit­dem auf der Agen­de steht, die Leh­re der Kir­che müs­se hin­sicht­lich Homo­se­xua­li­tät geän­dert wer­den. Wür­de das ein­tre­ten, dann hät­ten Homo­se­xu­el­le wie­der frei­en Zugang zu den Prie­ster­se­mi­na­ren! Alle Maß­nah­men, die Papst Bene­dikt im Zuge des schänd­li­chen Miss­brauchs von Kin­dern in der Kir­che ergrif­fen hat, wären mit einem Schlag Geschich­te, weil die theo­lo­gi­sche Basis fehl­te!

    An allen Fron­ten wird der­zeit ver­harm­lost, selbst auf angeb­lich unab­hän­gi­gen katho­li­schen Medi­en. Die Aus­fäl­le von Kar­di­nal Marx gegen „Blog­ger“ waren wohl mehr der Ner­vo­si­tät geschul­det, dass hier noch mehr hoch­kom­men könn­te, was man um jeden Preis unter dem Tisch hal­ten will.

    Ent­we­der es gibt einen sehr schmerz­haf­ten Rei­ni­gunsg­pro­zess oder aber der Glau­be wird in wei­ten Tei­len der Kir­che in Euro­pa völ­lig dege­ne­rie­ren.

    • Kir­chen­op­fer berich­ten, dass die Rate an Über­grif­fen in den 50er, 60er und 70er Jah­ren am höch­sten war. Von schwu­len Prie­stern, die ihre Sexua­li­tät mit ande­ren Män­nern aus­leb­ten, ging dabei eher wenig Gefahr aus. Im Gegen­satz zu Kle­ri­kern, wel­che Pro­ble­me mit ihrer Sexua­li­tät und/oder Per­sön­lich­keit hat­ten oder sich ihrer sexu­el­len Iden­ti­tät unsi­cher waren. Die­se Erfah­run­gen bestä­ti­gen sich auch durch wis­sen­schaft­li­che Unter­su­chun­gen.

      Dass Joseph Ratz­in­ger irgend­wann ent­schie­den gegen pädo­kri­mi­nel­le Mit­brü­der vor­ge­gan­gen wäre ist mir neu. Kon­kret wann und wie? Wenn er sich dafür ein­ge­setzt haben soll­te, homo­se­xu­el­le Prie­ster aus­zu­gren­zen, dann kann das ganz ande­re Hin­ter­grün­de haben.

      Ange­li­ka Oetken, Ber­lin-Köpe­nick, eine von 9 Mil­lio­nen Erwach­se­nen in Deutsch­land, die in ihrer Kind­heit und/oder Jugend Opfer schwe­ren sexu­el­len Miss­brauchs wur­den

      • Ver­ehr­te Frau Oetken,
        dass Ihnen zuge­füg­te Leid ist ent­setz­lich. Ich wage nicht, hier irgend­et­was zu schrei­ben, was Sie als Ihr Lei­den rela­ti­vie­rend emp­fin­den könn­ten. Miss­brauch ist das schlimm­ste Ver­bre­chen, ob an Jungs oder Mäd­chen ver­übt, was man einem Men­schen zufü­gen kann!

        Die mir bekann­ten Infor­ma­tio­nen bele­gen, dass in der katho­li­schen Kir­che Miss­brauch von Min­der­jäh­ri­gen vor­nehm­lich durch homo­se­xu­el­le Täter ver­übt wur­de. Es wär mir neu, wenn dies nicht so stimm­te.

        Ich nen­ne hier nur den Fall des ehe­ma­li­gen und mitt­ler­wei­le ver­stor­be­nen Vati­kan­bot­schaf­ter Józef Weso­low­ski.

        Was die Zah­len und die kla­ren sexu­el­len Prä­fe­ren­zen der Täter angeht, kann in der Tat schon ein Blick in Wiki­pe­dia unter dem Stich­wort „Sexu­el­ler Miss­brauch in der römisch-katho­li­schen Kir­che“ klä­rend sein.

      • Frau Oetken, ich neh­me an, dass ihr Fall straf­recht­lich ver­folgt wur­de und der Täter ver­ur­teilt. Das Ihr Leid schwer zu ver­ar­bei­ten war und ist, ver­ste­he ich. Sol­che Ver­let­zung eines Kin­des hin­ter­lässt eine, kaum hei­len­de Wun­de. Jedoch,diese Wun­de dürf­te kein Titel, Keu­le wer­den, gegen­über denen, die nicht schul­dig sind. Eine Schuld wird ger­ne an gera­de pas­send-schei­nen­de Stel­le, platz­iert, beson­ders an ver­mut­lich schwa­cher Stel­le. So wer­den erneut die Unschul­di­gen geschän­det. In immer grö­ße­rem Umfang wer­den so die Unschul­di­gen ver­ge­wal­tigt und „ver­ge­wal­tigt“. Schau­en wir auf das Kreuz.

      • Die Sta­ti­sti­ken aus den USA sagen etwas ande­res.

        Unter­su­chun­gen aus den USA, gemäß dem John Jay Report, einer Unter­su­chung, die von der US-Bischofs­kon­fe­renz in Auf­trag gege­ben wur­den, sodass die Ergeb­nis­se von den betrof­fe­nen Hier­ar­chen nicht mani­pu­liert wer­den konn­ten, behaup­ten:

        „The John Jay report found that 81% of the vic­tims were male. 22% of vic­tims were youn­ger than age 10, 51% were bet­ween the ages of 11 and 14, and 27% were bet­ween the ages 15 and 17 years.“

        Also 81% der Opfer war männ­lich und 51% zwi­schen 11 und 14, 27% zwi­schen 15 und 17. Ins­ge­samt 78 % ent­spricht dem Beu­te­sche­ma der Kna­ben­schän­der, wie man sie frü­her nann­te und nur 22% der Kin­der­schän­der.

        Also Päd­era­stie und nicht Pädo­phi­lie in der Mehr­heit der Fäl­le.

        Dar­über mehr in:

        https://en.wikipedia.org/wiki/Catholic_sex_abuse_cases_in_the_United_States

        https://en.wikipedia.org/wiki/John_Jay_Report

        Der John Jay Report ist hier ein­zu­se­hen:

        http://www.usccb.org/issues-and-action/child-and-youth-protection/upload/The-Nature-and-Scope-of-Sexual-Abuse-of-Minors-by-Catholic-Priests-and-Deacons-in-the-United-States-1950–2002.pdf

        Die­se Unter­su­chung ist von nie­man­den ange­zwei­felt wor­den und nach mei­nem Wis­sen han­delt es sich bis­her um die größ­te Unter­su­chung die­ser Art.

      • „Die mir bekann­ten Infor­ma­tio­nen bele­gen, dass in der katho­li­schen Kir­che Miss­brauch von Min­der­jäh­ri­gen vor­nehm­lich durch homo­se­xu­el­le Täter ver­übt wur­de. Es wär mir neu, wenn dies nicht so stimm­te.“

        @Suarez,

        das heißt, die­se Prie­ster hat­ten mehr­heit­lich Bezie­hun­gen zu erwach­se­nen Män­nern UND miss­brauch­ten par­al­lel Jun­gen?

        Ex-Nun­ti­us Weso­low­ski wur­de von der Domi­ni­ka­ni­schen Staats­an­walt­schaft wegen des Miss­brauchs von Jun­gen ver­folgt. Bei ihm wur­den aber auch Fil­me gefun­den, auf denen der Miss­brauch von Mäd­chen zu sehen war. Ob Weso­low­ski die selbst kon­su­miert oder ledig­lich für Ande­re beschafft hat, weiß ich nicht. Auch nicht, inwie­weit Mäd­chen zu sei­nen Opfern zähl­ten.

        Beim Miss­brauch durch Kle­ri­ker soll­te man beden­ken, dass der Zugriff auf Mäd­chen für sie lan­ge Zeit eher begrenzt war. Mini­strie­ren durf­ten nur Jun­gen, vie­le Ordens­schu­len nah­men nur Kna­ben auf. Da der Lust­ge­winn bei sadi­stisch gepräg­ten Täte­rIn­nen vor Allem dar­in besteht, das kind­li­che Opfer mit­tels sexu­el­ler Prak­ti­ken und sexua­li­sier­ter Akti­vi­tä­ten zu quä­len, zu degra­die­ren und zu ent­wer­ten, sind vie­le Pädo­kri­mi­nel­le, was das Geschlecht der Kin­der angeht nicht unbe­dingt fest­ge­legt.

      • @Methodus,

        nein, wie die mei­sten Miss­brauchs­ver­bre­cher wur­de „mein“ Täter nie belangt. Das hat kul­tu­rel­le Grün­de und folgt einer lan­gen Tra­di­ti­on.

        Was mei­ne eige­ne Geschich­te angeht, habe ich mich von den Ver­hal­tens­wei­sen und Ein­stel­lun­gen der damals Ver­ant­wort­li­chen distan­ziert, indem ich ihnen ver­ge­ben habe.

        Den Zusatz, mit dem ich mei­ne Bei­trä­ge für gewöhn­lich kenn­zeich­ne, habe ich nur gewählt, um dar­auf auf­merk­sam zu machen, wie ver­brei­tet Miss­brauchs­ver­bre­chen sind.

      • @Tradition und Glau­ben,

        bei der vom John Jay Col­le­ge durch­ge­führ­ten Unter­su­chung wur­den Akten zu ange­zeig­ten Fäl­len ana­ly­siert. Am Vor­ge­hen ist metho­disch nichts aus­zu­set­zen. Aber die Ergeb­nis­se kön­nen allen­falls etwas über die Akten­füh­rung der unter­such­ten Diö­ze­sen aus­sa­gen. Reprä­sen­ta­tiv, was Ver­brei­tung und Art kle­ri­ka­ler Miss­brauchs­kri­mi­na­li­tät betrifft, kön­nen sie nicht sein. Soweit ich infor­miert bin, hat die­sen Anspruch noch kei­ner der mit der Unter­su­chung kirch­lich ver­ant­wor­te­ter Miss­brauchs­kri­mi­na­li­tät befass­ter Wis­sen­schaft­ler erho­ben. Auch Prof. Pfeif­fer nicht, der ja nach­dem er fest­stel­len muss­te, dass er wür­de sei­ne Arbeit nicht ordent­lich durch­füh­ren kön­nen, auf eige­ne Kosten Daten erhob.

        Aus die­sem Grund habe ich oben ja „Kir­chen­op­fer berich­ten“ geschrie­ben. Authen­ti­sche, glaub­haf­te Infor­ma­tio­nen über das Vor­ge­hen der Täter wer­den Sie nur von Opfern erhal­ten. Und es gibt Grün­de, war­um sich nur die wenig­sten davon zu Wort mel­den:

        a) aus Sor­ge vor Aus­gren­zung und Ver­fol­gung, auch im Hin­blick auf ihre Ange­hö­ri­gen
        b) weil sie weib­li­che Opfer sind und des­halb eher Häme als Ver­ständ­nis zu erwar­ten haben
        c) weil sie die Taten abge­spal­ten muss­ten
        d) weil sie, als die Über­grif­fe gescha­hen so jung waren, dass sie sie nicht expli­zit, d.h. sprach­lich erin­nern konn­ten

        Des­halb wird die ein­zi­ge Auf­klä­rung, die als aus­sa­ge­kräf­tig gel­ten kann, nach wie vor von den Opfern, den Mit­be­trof­fe­nen und ihren Unter­stüt­ze­rIn­nen betrie­ben. Zu denen Tei­le der Wis­sen­schaft, der Justiz, des medi­zi­nisch-the­ra­peu­ti­schen Betriebs, der Medi­en und der Kir­che selbst gehö­ren.

        Scherz­haft, aber das nur halb, der Rest ist vol­ler Ernst, nen­nen wir die­se Grup­pe „AUA“ (Aller­er­ste Unab­hän­gi­ge Auf­ar­bei­tungs­kom­mis­si­on). „AUA“ hat zahl­rei­che Mit­glie­der und ist auf der gan­zen Welt ver­or­tet. Wer weiß, viel­leicht bekommt „AUA“ ja irgend­wann die Gele­gen­heit die Erkennt­nis­se zusam­men zu füh­ren und zen­tral zu ver­öf­fent­li­chen.

      • Frau Oetken,das ist natür­lich noch schmerzlicher,diese Hilf­lo­sig­keit nochmals…Ihre See­le zer­brach nicht,das zählt.Gott beschüt­ze Sie.

      • Sehr geehr­te Frau Oetken,

        Ihre Aus­sa­gen sind ‑lei­der für die Kir­che- total wahr.
        Ähn­li­che, wenn nicht iden­ti­sche, begeg­net man immer wie­der in vie­len Län­dern im westen und auf min­de­stens 3 Kon­ti­nen­ten.
        Ihrer Hal­tung kann man nur höch­ste Bewun­de­rung und Respekt zol­len.

        Was Ihre Fra­ge betrifft, war­um die­se Män­ner in kirch­li­chen Lei­tungs­po­si­tio­nen dies alles getan und ver­tuscht, teils auch noch pro­pa­giert haben:
        wenn man dies auf­merk­sam stu­diert und die Hin­ter­grün­de der Täter und Ihr Umfeld ana­ly­siert, kommt man zu der ein­deu­ti­gen Fest­stel­lung:
        weil die­se Her­ren die Hl. Kir­che in ihrer See­le ver­letz­ten woll­ten, in Auf­stand gegen den Her­ren, gegen Gott; in Hybris, ähn­lich und iden­tisch mit Satan.
        Es ist ganz ein­fach Hoch­ver­rat in den lei­ten­den Gre­mi­en, on Hoch bis unten.
        Abscheu­lich-Anti­christ­lich und des­halb ver­tuscht und nie zum Ende auf­ge­ar­bei­tet.
        Und rezi­di­vie­rend: machen Sie sich kei­ne Illu­sio­nen:
        bis jetzt lau­fen Prot­ago­ni­sten von vor 20–25 Jahr noch stolz her­um, sind unein­sich­tig, und freu­en sich gera­de in den letz­ten Jah­ren daß es wie­der berg­auf geht mit die­ser Bri­ga­de (cfr. Dan­neels mit sei­nen Adla­ten).
        Jeder hat die Freun­de die er sel­ber aus­wählt.
        „Who am I to judge?“-„Ich wer­de die Täter selbst bestra­fen!“
        In die­sem Tohu­wa­bo­hu ver­traue man auf den Erz­engel St. Micha­el und auf die Zusa­ge Unse­res Herrn: „…sed port­ae infe­ri non pra­e­valeb­unt“.
        Es wird noch sehr viel aus­ge­mi­stet wer­den müs­sen- packen wir es an!

        Exo­ria­tur ex ossi­bus ultor

      • @Adrien Antoi­ne,

        die wis­sen­schaft­li­che Auf­ar­bei­tung von Gut­ach­ten und kirch­li­chen Akten­ver­mer­ken zu Täter­prie­stern legen nahe, dass vie­le von ihnen ihre Ver­bre­chen spi­ri­tu­ell begrün­det und auf­ge­wer­tet haben. Wie und wo sie die­se Hal­tung ent­wickel­ten, ist eine wich­ti­ge Fra­ge. Es scheint in allen kle­ri­ka­len Lagern Prie­ster­se­mi­na­re gege­ben zu haben, die regel­rech­te Täter­ne­ster waren. D.h. es wur­den Opfer aus­ge­sucht, ent­spre­chend indok­tri­niert und vie­le von denen wur­den spä­ter selbst zu Tätern. Eini­ge die­ser Ein­rich­tun­gen wur­den geschlos­sen, ande­re bestehen immer noch.
        Aus der Sicht einer Außen­ste­hen­den muss ich lei­der sagen: der Katho­li­sche Glau­ben bie­tet für sol­che Vor­gän­ge beste Vor­aus­set­zun­gen.

        Um das Ver­ständ­nis für einen wei­te­ren wich­ti­gen Punkt, näm­lich die kol­lek­ti­ve Ver­tu­schung kle­ri­ka­ler Miss­brauchs­ver­bre­chen zu för­dern, möch­te ich dar­auf hin­wei­sen, dass es typi­sche Tät­er­ei­gen­schaf­ten gibt, die einer Orga­ni­sa­ti­on wie dem Katho­li­schen Kle­rus sehr nüt­zen.

        Es han­delt sich um Fer­tig­kei­ten, die die Söh­ne psy­chisch kran­ker und mul­ti­modal über­grif­fi­ger Müt­ter ent­wickeln um in einem dys­funk­tio­na­len fami­liä­ren Kli­ma zu über­le­ben:

        a) sich nahe­zu per­fekt in das Gegen­über hin­ein­füh­len kön­nen
        b) grund­sätz­lich nie­man­dem ver­trau­en
        c) eine weit­ge­hen­de Kon­trol­le der eige­nen Emo­tio­nen
        d) gro­ßer Ehr­geiz
        e) mani­pu­la­ti­ve Fähig­kei­ten, was Spra­che, Mimik und Gestik angeht

        Sol­che Men­schen wir­ken auf Ande­re schnell ver­trau­ens­er­weckend, eig­nen sich in einem auto­ri­tä­ren Gefü­ge für Füh­rungs­auf­ga­ben, sind system­treu und bereit, für die Insti­tu­ti­on auch Regeln zu über­tre­ten und Geset­ze zu bre­chen. Wei­ter­hin sind sie oft gute Geschäfts­leu­te und begab­te Spen­den­samm­ler.

        Und sobald deren Vor­ge­setz­te ihre Miss­brauchs­ver­bre­chen doku­men­tie­ren konn­ten, bestens erpress­bar.

        Und wie schon erwähnt: sie fin­den die­se Män­ner in allen Grup­pie­run­gen der Katho­li­schen Kir­che. Dar­um wird die Katho­li­sche Kir­che die Miss­brauchs­kri­mi­na­li­tät, die sie zu ver­ant­wor­ten aus eige­nem Antrieb nie auf­klä­ren. Alles was dazu bis­her geplant und instal­liert wur­de ist nichts als PR.

      • „Frau Oetken,das ist natür­lich noch schmerzlicher,diese Hilf­lo­sig­keit nochmals…Ihre See­le zer­brach nicht,das zählt.Gott beschüt­ze Sie.“

        @Methodus,

        Dan­ke für Ihre guten Wün­sche!

        Zum The­ma „Schmerz und Hilf­lo­sig­keit“: auch da ist mein Fall typisch für Vie­le der Mil­lio­nen ande­rer Betrof­fe­ner, die unter uns leben. Als Kind war mir gar nicht bewusst, dass der Täter hät­te ange­klagt und ver­ur­teilt wer­den müs­sen. Und die Men­schen, die damals Ver­ant­wor­tung tru­gen es aus Über­for­de­rung und/oder falsch ver­stan­de­ner guter Absicht unter­lie­ßen, die Kin­der in mei­nem Umfeld und mir zu hel­fen.
        Denn Kin­des­miss­brauch war so ver­brei­tet und sexu­el­le Gewalt gleich­sam fest und selbst­ver­ständ­lich in der dama­li­gen All­tags­kul­tur ver­brei­tet, dass kaum jemand auf die Idee kam, das zu hin­ter­fra­gen oder dar­über zu spre­chen.
        Erst als ich schon längst erwach­sen war und begann, mich mit der Welt in der ich auf­ge­wach­sen war aus­ein­an­der­zu­set­zen, konn­te ich das Gan­ze sor­tie­ren.

        Des­halb kann ich auch sehr gut nach­voll­zie­hen, war­um vie­le Kir­chen­op­fer sich erst lan­ge Zeit nach der Tat damit aus­ein­an­der­set­zen, vie­le sich nie, man­che nach Jahr­zehn­ten mel­den.

  4. Der Schat­ten der über der Wahl Fran­zis­kus liegt,wird immer dunk­ler. Wenn man liest welch In-
    tri­gen geschmie­det wur­den um Ber­go­gli­os zum Papst zu machen, dann stellt sich die Fra­ge in
    Bezug auf den Hl. Geist nicht mehr. Viel­mehr muss man an den Papst­ma­cher Jesu­it Kar­di­nal Cario Maria Mar­ti­ni den­ken, der 2012 in die Ewig­keit abbe­ru­fen wur­de. Wenn alles so zutrifft, was
    jetzt bekannt gewor­den ist, dann hat er vor Gott einen schwe­ren Stand gehabt. Die ande­re Fra­ge
    ist die nach den ande­ren Übel­tä­tern, die auch betei­ligt waren und sind. Die­se Kir­chen­män­ner
    im vor­ge­rück­ten Alter, haben kei­nen Skru­pel und offen­sicht­lich auch kei­ne Got­tes­furcht, also
    kei­nen Glau­ben. Dar­an krankt die Kir­che von der Spit­ze her.

  5. Wenn ich mich nicht irre sol­len die zwei Autoren eben­so wie die „Grup­pe Sankt Gal­len“ der Homo-Sze­ne auf­ge­schlos­sen gegen­über sein. Es ist aber unsin­nig zu den­ken man ver­öf­fent­licht so etwas bevor man den Sieg auch ein­ge­fah­ren hat, da steckt mehr tak­ti­sche Fines­se hin­ter, die Leu­te sind ja nicht auf den Kopf gefal­len. Ich den­ke das man sich damit eine Opti­on eröff­nen will Fran­zis­kus zu rasie­ren falls die­ser auf die Idee käme zurück­zu­ru­dern. Allei­ne die Tat­sa­che das er die FSSPX in der letz­ten Zeit mehr­fach in den öffent­li­chen Fokus setz­te löst bei allen Homos und rot-grü­nen Radi­ka­linskis Flie­ger­alarm aus. Fran­zis­kus ist alles ande­re als dumm, er ist sehr gewieft, ver­gleicht man Papst Bene­dikt XVI. und Papst Fran­zis­kus mit Schach­fi­gu­ren, wäre Bene­dikt der Läu­fer, manch­mal auch als Bischof dar­ge­stellt im Schach, und Fran­zis­kus wäre der Sprin­ger, der Rei­ter. DIe Beson­der­heit beim Sprin­ger ist, es ist die ein­zi­ge Figur die bei einem Zug zwei Rich­tun­gen ein­schla­gen kann und eine hohe Beweg­lich­keit hat. Momen­tan bedient er ja noch alle Frak­tio­nen mit sei­nen Aus­sa­gen und Gesten, das könn­te aber jeder­zeit anders enden. Ich den­ke das Buch ist eine rei­ne tak­ti­sche Opti­on.

  6. Ich fra­ge mich, was die­se Grup­pe über solch einen lan­gen Zeit­raum ver­bun­den hat, denn 1996 bis 2013 ist eine lan­ge Zeit.

    1. Sym­pa­thie ist gut.
    2. Gemein­sa­me Inter­es­sen sind bes­ser.
    3. Gegen­sei­ti­ge Erpress­bar­keit ist am Besten.

    Zumal sie so lan­ge unent­deckt blie­ben und jetzt sozu­sa­gen gewollt ans Licht kom­men.

    In die Mafia ist es schwer hin­ein­zu­kom­men, aber es ist völ­lig unmög­lich sie lebend zu ver­las­sen.

    Was mag sich den bei den Tref­fen in St. Gal­len abge­spielt haben? Mir kom­men da Sze­nen aus Vison­tis „Göt­ter­däm­me­rung“ in den Sinn. Viel­leicht nicht so ver­fehlt?

    Das ist inter­es­sant: Kard. Mar­ti­ni soll mit Bene­dikt über des­sen Rück­tritt gespro­chen haben und er tritt tat­säch­lich acht Mona­te spä­ter zurück.

    Viel­leicht war Benedikt/Ratzinger auch erpress­bar und ist es immer noch?

    Sein Vor­ge­hen gegen die Homo­se­xua­li­sie­rung war m.E. unge­nü­gend, da man Kan­di­da­ten mit schwa­chen homo­se­xu­el­len Ten­den­zen wei­hen kann.

    Es heißt: ‚die­je­ni­gen, die Homo­se­xua­li­tät prak­ti­zie­ren, die tief­sit­zen­de homo­se­xu­el­le Ten­den­zen auf­wei­sen oder eine soge­nann­te homo­se­xu­el­le Kul­tur unter­stüt­zen“, nicht als Kan­di­da­ten für ein Prie­ster­se­mi­nar oder zu den Wei­hen zulas­sen kön­nen.

    Wenn aber jemand mit schwa­chen Ten­den­zen in ein Semi­nar ein­tritt oder nach der Wei­he in die ent­spre­chen­den Krei­se kommt, wo man ja auch „Frisch­fleisch“ braucht, dann wer­den aus schwa­chen Ten­den­zen star­ke Ten­den­zen.

    Pius V hat in „Hor­ren­dum illud sce­lus“ (1568) alle homo­se­xu­el­len Kle­ri­ker in den Lai­en­stand ver­setzt, sie ihrer Pri­vi­le­gi­en beraubt und der welt­li­chen Gewalt über­ge­ben.

    Nach­zu­le­sen hier;
    http://wdtprs.com/blog/2006/11/official-document-from-rome-on-homosexual-activity-by-clerics/

    Er wie­der­holt damit die Bestim­mun­gen des Kon­zils von Late­ran (des wie­viel­ten muß ich noch nach­schau­en)

    Es war schon also mehr als ein­mal soweit, vgl. Liber gomorrhia­nus, XI. Jhd.

    Es scheint sich zu bewahr­hei­ten, dass wenn man sie nicht aus dem Kle­ri­ker­stand ent­fernt, sie die Ober­hand gewin­nen, des­sen Zeu­gen wir jetzt sind.

    Es wür­de zwar lee­rer wer­den, aber bes­ser. Wiki­pe­dia spricht von einem Anteil zwi­schen 25% und 50% in den USA.

    Eige­ne Beob­ach­tun­gen:

    1. Weltk­le­rus 25 %.
    2. Jesui­ten 30% bis 40%, Domi­ni­ka­ner ein wenig dar­un­ter.
    3. Ordi­na­ria­te, aka­de­mi­sche Welt (Aka­de­mien, Fakul­tä­ten) und ab Weih­bi­schö­fen auf­wärts tat­säch­lich 50%.

    Alle Anga­ben ohne Gewähr. Und wahr­schein­lich je höher in der Hier­ar­chie, desto grö­ßer die Dich­te. Es ist wirk­lich dia­bo­lisch.

    Kyrie elei­son! (Nicht nach Bischof Wil­liam­son, eige­ne Schöp­fung).

    • Im Übri­gen möch­te ich Ihre Anmer­kun­gen und Beob­ach­tun­gen nur unter­strei­chen.
      Die alten Päp­ste haben die Zer­stö­rungs­kraft der Sodo­mie inner­halb des Kle­rus sehr ener­gisch bekämpft da sie um die Gefahr wuß­ten und sich nicht scheu­ten dage­gen vor­zu­ge­hen. Es gibt auch sehr schar­fe Ver­ord­nun­gen von Paul IV. und Six­tus V. zur Aus­rot­tung der Sodo­mie im stadt­rö­mi­schen Kle­rus. (Es wird viel­leicht der Ein­wand kom­men „das hät­te nichts gebracht“. Trotz­dem sie haben es als Ärger­nis benannt und woll­ten es aus­lö­schen. Das ist der gro­ße Unter­schied zur heu­ti­gen Pra­xis Wo dies erstens offi­zi­ell voll­stän­dig ver­schwie­gen wird und zwei­tens es sank­ti­ons­los gedul­det wird. Nor­mal emp­fin­den­de Pfar­her­ren, wel­che Bezie­hun­gen mit Frau­en ein­ge­hen haben dage­gen ungleich mehr und oft mit erheb­li­chen Kon­se­quen­zen zu rech­nen.) Übri­gens leben gera­de im Bis­tum St. Gal­len eini­ge bedeu­ten­de Pfarr­her­ren offen in „Homo­se­xu­el­len Bezie­hun­gen“. Einer schreibt sogar auf „kath.ch“ einen „Blog“.
      Daß „schwa­chen Ten­den­zen“ schein­bar kein Wei­he­hin­der­nis dar­stel­len ist natür­lich brand­ge­fähr­lich und wur­de von den alten Päp­sten nie­mals so ver­te­ten.
      Die­se Dif­fe­ren­zie­rung ist auch nicht ver­nünf­tig.

    • Sehr gutes Posting.
      Sie haben den Nerv der Sache getrof­fen.
      Zu ähn­li­chen wenn nicht iden­ti­schen Ver­mu­tun­gen sind auch ande­re gekom­men.

  7. Es ist offen­kun­dig kei­ne „Ver­schwö­rungs­theo­rie“ wenn man sagt, daß es inner­kirch­lich eine Ver­schwö­rung gegen die Kir­che von unge­ahn­tem Aus­maß gibt.
    Jetzt, wo sie ihrem Ziel so nahe sind wie nie zuvor, fan­gen sie sel­ber an zu reden. War­um auch noch etwas ver­tu­schen?
    Die Revo­lu­ti­on frißt ihre Kin­der.

    Da tun die treu­en Kar­di­nä­le wie auch Papst Bene­dikt gut dar­an, sich abseits zu hal­ten und sich nicht in die Dia­do­chen­kämp­fe des Kas­per/­Mar­x/­Ber­go­glio- Lagers ver­wickeln zu las­sen.

  8. „Aber ich wer­fe dir vor, dass du das Weib Ise­bel (= Zau­be­rei) gewäh­ren lässt; sie gibt sich als Pro­phe­tin aus und lehrt mei­ne Knech­te und ver­führt sie, Unzucht zu trei­ben und Fleisch zu essen, das den Göt­zen geweiht ist. Ich habe ihr Zeit gelas­sen umzu­keh­ren; sie aber will nicht umkeh­ren und von ihrer Unzucht ablas­sen.
    Dar­um wer­fe ich sie auf das Kran­ken­bett und alle, die mit ihr Ehe­bruch trei­ben, brin­ge ich in gro­ße Bedräng­nis, wenn sie sich nicht abkeh­ren vom Trei­ben die­ses Wei­bes.
    Ihre Kin­der wer­de ich töten, der Tod wird sie tref­fen und alle Gemein­den wer­den erken­nen, dass ich es bin, der Herz und Nie­ren prüft, und ich wer­de jedem von euch ver­gel­ten, wie es sei­ne Taten ver­die­nen.“ (Off 2, 20–23) — Lan­ge wird Gott Vater alle­dem nicht mehr zuschau­en.…

    • Das bezieht sich aller­dings wohl auf eine kon­kre­te fal­sche Pro­phe­tin in der dama­li­gen Gemein­de in Thya­ti­ra.
      Ise­bel ist der Name der heid­ni­schen Frau des israe­li­ti­schen Königs Ahab, die ihn und das Volk dazu ver­führ­te, die Baa­le anzu­be­ten.
      Der Name ist hier Meta­pher für eine fal­sche Pro­phe­tin, die wahr­schein­lich den Niko­lai­tis­mus ver­kün­de­te. Er bedeu­tet: sexu­el­le Frei­zü­gig­keit und das syn­kre­ti­sti­sche Teil­neh­men an heid­ni­schen Ritua­len i.S. der „Öku­me­ne“ (wie man heu­te sagen wür­de).

      Man kann das sicher auf unse­re Situa­ti­on über­tra­gen, wobei die fal­sche Pro­phe­tin heu­te der Kle­rus selbst ist. Johan­nes Paul II. hat­te kei­ne Scheu, syn­kre­ti­stisch zu han­deln. Auch Bene­dikt übri­gens nicht! Aber das Volk ver­penn­te das, weil sie ja so brav taten, wenn es um Sex ging. Aber weder Johan­nes Paul II., noch Bene­dikt grif­fen durch, wenn es um den Kle­rus und sei­ne sexu­el­len Machen­schaf­ten ging. Paul VI. sowie­so nicht — auf ihm lastet ja der Vor­wurf, selbst … anders­her­um gewe­sen zu sein. Ob das eine Ver­leum­dung ist oder nicht, weiß ich nicht, aber auch er griff nicht durch. Dabei gescha­hen gera­de zu sei­ner Zeit sehr vie­le sexu­el­le Ver­bre­chen durch Kle­ri­ker.

      Ich will mich durch from­me Enzy­kli­ken nicht blen­den las­sen, wenn in der Pra­xis alles anders aus­sieht. Papier ist gedul­dig. Was steht nicht alles auf dem Papier!

      • @zeitschnur
        Ja, das ist ein Aspekt. Der ‚Geist‘ der Ise­bel bedeu­tet dar­über hin­aus auch der Miß­brauch von Macht, da sie ja als Köni­gin mit Mani­pu­la­ti­on herrsch­te und z.B. sich den Wein­berg des Nabot, den sie ermor­den ließ, sich unrecht­mä­ßig aneig­ne­te. Eben­so bedeu­tet die­ser ‚Geist der Ise­bel‘ Lüge, Zau­be­rei und Ver­fol­gung des wah­ren Gei­stes der Pro­phe­ten, da sie den Pro­phe­ten Elia ver­fol­gen ließ, der sehr unter ihr litt.

  9. Viel­leicht gibt es auch einen Zusam­men­hang zwi­schen dem Gerücht eines angeb­li­chen Mord­kom­plotts an Papst Bene­dikt und die­ser „Mafia-Grup­pe“. Kar­di­nal Romeo ver­kün­de­te im Herbst 2011 bei sei­nen Gesprä­chen in Chi­na selbst­si­cher, so als wenn er dies genau wis­se, dass der Hei­li­ge Vater inner­halb der näch­sten 12 Mona­te ster­ben wür­de. In die­sem Zusam­men­hang gab es u.a. auch ein Doku­ment, dass in deut­scher Spra­che ver­faßt war. Die­ses Geheim­dos­sier wur­de von Kar­di­nal Darío Cas­tril­lón Hoyos an den Staats­se­kre­tär und den per­sön­li­chen Sekre­tär des Pap­stes geschickt. Mit­te Janu­ar habe sich Hoyos in die­ser Ange­le­gen­heit auch per­sön­lich mit dem Papst getrof­fen
    Dies wur­de zwar vom Vati­kan demen­tiert… Aber wir wis­sen es alle, der Vati­kan nimmt es nicht immer genau mit der Wahr­heit.

  10. Sehr geehr­te @Angelika Oett­gen: Kar­di­nal Ratz­in­ger und dann Papst Bene­dikt ist, seit­dem die­se Din­ge bekannt gewor­den waren, von Beginn an kom­pro­miß­los für Offen­le­gung und Bestra­fung der Täter/Priester ein­ge­tre­ten. Das sind Fak­ten, die Ihnen mög­li­cher­wei­se nicht in den Kram pas­sen. Denn infor­mie­ren kann man sich.
    Lei­der ist es so, daß die Fein­de der Kir­che (auch in der Kir­che selbst) , wenn man sich da mal umsieht im Inter­net, nichts, aber rein gar nichts Gutes an Papst Bene­dikt las­sen und die Wahr­heit ver­dre­hen wie und wo es nur geht.

    Im Übri­gen: die Fäl­le, in denen Prie­ster sich ver­gan­gen haben, sind nur ein Bruch­teil (weit weni­ger als 1% — es liegt im unte­ren Pro­mil­le­be­reich) von dem, was da ins­ge­samt pas­siert ist. Noch heu­te sind die „Grü­nen“ über­zeugt davon und pro­pa­gie­ren es auch, daß der Sex mit Kin­dern etwas Gutes sei- für die Kin­der! Das soll ja den Kin­dern bereits in der Grund­schu­le so bei­gebracht wer­den: sie­he Baden-Würt­tem­berg; und womög­lich ist das auch in Ber­lin der Fall.
    Waren Sie mal auf so einer Demo gegen das Böse?

    • @Franzel,

      sind Sie so gut bekannt mit Herrn Joseph Ratz­in­ger, dass Sie Ihre Annah­men zu „Fak­ten“ dekla­rie­ren mögen? Ich ver­las­se mich lie­ber auf die Berich­te von Kir­chen­op­fern.

      Was die ver­schie­de­nen Milieus angeht, in denen miss­braucht wur­de: die „Grü­nen“ unter­schei­den sich in der Hin­sicht nicht von ande­ren Grup­pen wie Ordens­ge­mein­schaf­ten oder Sport­ver­ei­nen. Miss­brauch ist ein fester Bestand­teil unse­rer tra­di­tio­nel­len Sexu­al­kul­tur.

      Zur „Sexu­al­päd­ago­gik der Viel­falt“: dass der Bil­dungs­plan der Lan­des­re­gie­rung Baden Wür­tem­berg vor­sieht, den Kin­dern zu ver­mit­teln Pädo­kri­mi­na­li­tät sei etwas Gutes, wäre mir neu. Die Debat­te ist not­wen­dig, denn gute Sexu­al­päd­ago­gik ist eine anspruchs­vol­le Sache. Die Dis­kus­si­on soll­te aber nicht pole­misch geführt wer­den. Sonst könn­te man noch den­ken, es geht Den­je­ni­gen, die sich da so enga­gie­ren gar nicht um den Schutz von Kin­dern. Son­dern nur dar­um Auf­se­hen zu erre­gen und Stim­mun­gen zu erzeu­gen.

      Was die „Fein­de der Kir­che“ betrifft: die sit­zen wohl eher mit­ten in ihr drin. Ich habe im Zuge mei­ner ehren­amt­li­chen Arbeit vie­le sehr enga­gier­te, ver­trau­ens­wür­di­ge und tief gläu­bi­ge Chri­sten ken­nen gelernt. Aber auch eini­ge erle­ben müs­sen, die vor Allem Eines sind: eit­le und selbst­ge­rech­te kar­rie­re­g­ei­le Funk­tio­nä­re.

      Die Men­schen haben das Ver­trau­en in die Römisch Katho­li­sche Kir­che ver­lo­ren. Weil von deren Spit­zen­per­so­nal zwar viel gela­bert, aber fast nichts gegen Miss­brauchs­kri­mi­na­li­tät getan wur­de. War­um das so ist, dar­über kön­nen wohl nur die­se Män­ner selbst Aus­kunft geben.

      • Lie­be Ange­li­ka Oetken! (darf ich Sie so ver­trau­lich anspre­chen?)
        „Die Men­schen haben das Ver­trau­en in die Römisch Katho­li­sche Kir­che ver­lo­ren.“
        Zäh­len Sie sich auch zu die­sen Men­schen oder konn­ten Sie im Glau­ben durch­hal­ten?
        Es tut weh zu lesen, was Ihnen wider­fah­ren ist.
        Ein Kind ist schutz­los — und die­se Schutz­lo­sig­keit aus­zu­nüt­zen, ist mehr als infam. Es ist ein Ver­bre­chen an der See­le die­ses Kin­des oder Jugend­li­chen.
        Da gibt es nichts drum­her­um zu reden.
        Trotz allem hof­fe ich, dass Sie unge­ach­tet die­ser schlim­men Erfah­rung Ihr Leben bewäl­ti­gen konn­ten.
        Ich weiß es ja nicht, aber viel­leicht hilft Ihnen trotz allem der Glau­be an den ver­kün­den­den, lei­den­den und wie­der­auf­er­stan­de­nen Jesus Chri­stus.
        Wenn Sie sich aller­dings von Glau­be und Kir­che enttfernt haben soll­ten, müs­sen wir dies im Respekt vor Ihrer Ent­schei­dung akzep­tie­ren.
        Viel Gutes für Sie!

      • @Marienzweig,

        ich bin zwar getauft, aber evan­ge­lisch-luthe­risch. Und weder gläu­big, noch gehö­re ich einer Kir­che an.
        2009 kam ich in Kon­takt mit kirch­li­chen Miss­brauchs­op­fern. Mit eini­gen von ihnen arbei­te ich eng zusam­men. Im Lau­fe der Zeit ging mir auf, wel­che Bedeu­tung die katho­li­schen Miss­brauchs­fäl­le für das The­ma ins­ge­samt haben. Das betrifft Spra­che, Justiz, Wis­sen­schaft, Opfer­my­then, Kul­tur und nicht zuletzt den Umgang mit Sexua­li­tät.
        Seit­dem set­ze ich mich ver­mehrt damit aus­ein­an­der.

    • Noch ein Nach­trag: Papst Bene­dikt XVI. hat­te sich uner­müd­lich für die Offen­le­gung der Unta­ten wie auch für die Bestra­fung sol­cher Prie­ster ein­ge­setzt. Er war hier hart, rich­tig hart. Vor allem aber litt er mit den Opfern mit. Für ihn selbst war das Gan­ze unfaß­bar und zer­schnitt sein Herz. Bei kei­nem sei­ner Besu­che in sol­chen Län­dern mit Miß­brauchs­op­fern ließ er sich neh­men, mit die­sen zusam­men­zu­kom­men und mit ihnen zu lei­den und sie zu trö­sten.

      Lei­der fan­den und fin­den die Medi­en kein Wort über die 99,99 % oder so der Miß­brauchs­op­fer, die nicht von Prie­stern, was unent­schuld­bar ist, ver­ge­wal­tigt wur­den kör­per­lich, gei­stig, see­lisch, son­dern von oft­mals ganz „nor­ma­len“ Men­schen.
      Und von den „Grü­nen“ bzw. Grün­Rot ist da auch wenig die Rede, die bis heu­te nichts ande­res tun, als die Kin­der der geist­gen Ver­ro­hung und Ver­ge­wal­ti­gung aus­zu­lie­fern. Von den Abtrei­bungs­op­fern (mehr als 10 Mil­lio­nen- und täg­lich etwa 1000 mehr) war bei Grün­Rot noch nie die Rede. Der Schutz des unge­bo­re­nen Kin­des vor der Ermor­dung war und ist bei Rot­Grün kein The­ma; im Gegen­teil: sie wur­de und wird bis heu­te pro­pa­giert.

      • Zu min­de­stens zwi­schen Georg und Joseph Ratz­in­ger scheint es in Bezug auf sexua­li­sier­te Miss­hand­lun­gen, wozu auch Sadis­mus der sich in kör­per­li­cher Gewalt äußert zählt, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­hemm­nis­se gege­ben zu haben
        http://www.regensburg-digital.de/domspatzen-vergewaltigungen-bis-in-die-90er/13032010/#comment-9967
        http://www.regensburg-digital.de/domspatzen-vergewaltigungen-bis-in-die-90er/13032010/#comment-9858

        Oder kön­nen Sie sich vor­stel­len, dass ein Mann der spä­ter zum Papst gewählt wird so etwas igno­riert?!? Oder sich sogar dar­an betei­ligt?

      • „Lei­der fan­den und fin­den die Medi­en kein Wort über die 99,99 % oder so der Miß­brauchs­op­fer, die nicht von Prie­stern, was unent­schuld­bar ist, ver­ge­wal­tigt wur­den kör­per­lich, gei­stig, see­lisch, son­dern von oft­mals ganz „nor­ma­len“ Men­schen.“

        Stu­di­en kom­men zu dem Ergeb­nis, dass 60 — 90 Pro­zent der Miss­brauchs­ver­bre­chen inner­halb von Fami­li­en oder im fami­liä­ren Nah­feld gesche­hen. Das sagt aber nichts dar­über aus, wie hoch die Rate von Pädo­kri­mi­nel­len inner­halb des Kle­rus ist. Denn wie wir alle wis­sen leben weit­aus mehr männ­li­che Per­so­nen in Fami­li­en als dass sie den Prie­ster­be­ruf aus­üben.

        Die Medi­en berich­ten inzwi­schen rela­tiv gleich­mä­ßig über die ver­schie­de­nen Miss­brauchs­kon­tex­te. Auch über Opfer, die durch Täter aus dem fami­liä­ren Nah­feld miss­braucht wur­den. Aller­dings steht da jeder Betrof­fe­ne erst­mal für sich. Über Opfer­grup­pen lässt es sich leich­ter schreiben.Und die Umstän­de bei fami­liä­rem Miss­brauch sind natür­lich viel bana­ler, als wenn ein Kind von einem spä­te­ren Bischof oder einem gefei­er­ten Reform­päd­ago­gen miss­braucht wird.

      • „Abtrei­bung“ ist ein wich­ti­ges Stich­wort. Unge­woll­te Schwan­ger­schaf­ten, gera­de wenn sie Teen­ager oder sogar Kin­der betref­fen, sind häu­fig das Ergeb­nis von Ver­ge­wal­ti­gung und Miss­brauch.
        Gera­de in Kul­tu­ren, in denen Sexua­li­tät aus reli­giö­sen Grün­den auf die Aspek­te der Fort­pflan­zung redu­ziert wird. Was sie unge­fähr in den Bereich der Vieh­zucht rückt. Und so men­schen­ver­ach­ten­den Über­grif­fen Vor­schub lei­stet.

        Da hilft nur Mensch­lich­keit, Auf­klä­rung, Prag­ma­tis­mus.

      • Ich glau­be, ver­ehr­te Frau Oetken, jetzt ver­hed­dern Sie sich.

        Der christ­li­che Glau­be ent­fal­tet Sexua­li­tät erst sinn­voll und zwar auf das Leben hin. Nicht die blo­ße Trieb­be­frie­di­gung fin­det Ihre Recht­fer­ti­gung, wie das im auf­klä­re­ri­schen Den­ken der Fall ist. Da wo Sexua­li­tät zur blo­ßen Trieb­ab­fuhr wird, ent­fällt die Fra­ge nach Schuld. Dar­um wer­den heu­te jun­ge Frau­en mas­sen­haft in die Pro­sti­tu­ti­on gezwun­gen, ohne dass das sitt­li­che Bewusst­sein dar­an anstoß näh­me. Hier wird also eine ein­deu­ti­ge Form der Ver­ge­wal­ti­gung zum legi­ti­men Aus­drucks­mit­tel der Trieb­be­frie­di­gung. Eine Vor­stel­lung von Sexua­li­tät, die von der Schöp­fungs­ord­nung abstra­hiert, kann nicht ein­mal gegen die bru­tal­sten sexu­el­len Prak­ti­ken Ein­spruch erhe­ben. Alles ist dann erlaubt und gilt ledig­lich als Aus­druck mensch­li­chen Suchens. Wo wol­len Sie in einem sol­chen Denk­sy­stem über­haupt noch Miss­brauch fest­ma­chen? Ich gebe Ihnen sehr zu beden­ken, dass gera­de dann, wenn Sexua­li­tät auf den Trieb redu­ziert wird, Ihr kon­kre­tes Leid gar nicht mehr als sol­ches erschei­nen wür­de.

        Man muss sich doch nur mal anschau­en mit wel­chem Zynis­mus heu­te Pro­sti­tu­ti­on zum Beruf dekla­riert wird und so das Leid der Frau­en nicht nur rela­ti­viert, son­dern gänz­lich aus­ge­blen­det wird. Die Bereit­stel­lung des Kör­pers zur Trieb­ab­fuhr wird dabei zur blo­ßen Dienst­lei­stung am Kun­den, deren see­li­sche Fol­gen man sich ent­gel­ten lässt.

        Gegen die­se Sicht stellt sich die katho­li­sche Sexu­alleh­re und hof­fen wir für die geschun­de­nen See­len, dass das so bleibt.

      • @Suarez,

        Ihr Kom­men­tar bestä­tigt doch mein Posting. Ich schrieb „in denen Sexua­li­tät auf die Aspek­te der Fort­pflan­zung redu­ziert wird“ und nicht „in denen Sexua­li­tät auf die (männ­li­che) Trieb­ab­fuhr redu­ziert wird“. Das ist näm­lich ein gro­ßer Unter­schied.
        Wenn ich näm­lich ler­ne, dass Sexua­li­tät nur erlaubt ist, wenn sie der Fort­pflan­zung dient, dann habe ich kei­ne Gele­gen­heit sie als ein Geschenk zu erle­ben, das Lust und Freu­de spen­det. Denn es ist immer das Mäd­chen, bzw .die Frau, die das Risi­ko der Schwan­ger­schaft, als Fol­ge unge­schütz­ten sexu­el­len Ver­kehrs trägt. Wo sol­che Vor­stel­lun­gen ver­brei­tet sind, gibt es auch viel sexu­el­le Gewalt. Die Frau wird auf ihre Repro­duk­ti­on redu­ziert und ihr damit ein gro­ßes Stück Auto­no­mie und Wert vor­ent­hal­ten. Der Mann gleich­zei­tig über­for­dert. Er bekommt kei­ne Gele­gen­heit zu ler­nen, wie er Sexua­li­tät so prak­ti­zie­ren kann, dass bei­de Part­ner sie genie­ßen kön­nen. Wir haben dann genau das, was in der Por­no- und Pro­sti­tu­ti­ons­kul­tur insze­niert wird. Die­ser Bereich kari­kiert sozu­sa­gen das Tra­di­tio­nel­le. Und bil­det damit das Gegen­teil von bei­der­seits lust­voll prak­ti­zier­ter Sexua­li­tät.

        Und genau die­se Sicht schafft die Grund­la­ge für die vie­len For­men der sexu­el­len Aus­beu­tung, die wir über­all fin­den.

      • @Suarez,

        sowie­so erschließt sich mir nicht, war­um ein so gro­ßes Gewe­se um Sexua­li­tät gemacht wird. Nicht zuletzt im Chri­sten­tum.
        Es ist doch ähn­lich wie mit dem Süßig­kei­ten- und Fern­seh­kon­sum bei Kin­dern. Ver­bie­te ich ihn oder schrän­ke ihn stark ein, dann wird es erst rich­tig inter­es­sant. Vor Allem: die Kin­der ler­nen nicht, ihr Ver­hal­ten selbst zu steu­ern und auf ihre Bedürf­nis­se zu ach­ten.
        Bin ich dage­gen als Erwach­se­ne ein gutes Vor­bild und bie­te den Kin­dern auch ande­re attrak­ti­ve Beschäf­ti­gun­gen an, dann erle­ben sie sich als selbst­wirk­sam und Süßes oder Fern­se­hen als lust­vol­le oder inter­es­san­te Ange­le­gen­heit. Aber eine unter vie­len ande­ren, die sowohl gut tun, als auch zu viel wer­den kön­nen. Die­se ver­meint­lich „gefähr­li­chen“ oder „ver­bo­te­nen“ Din­ge wer­den damit zu All­täg­lich­kei­ten und lau­fen nicht Gefahr von den Kin­dern als unan­ge­mes­sen erstre­bens­wert ein­ge­schätzt zu wer­den.

        Und vie­le Men­schen, die auf ein lan­ges Leben zurück­blicken, in dem sie auch sexu­ell aktiv waren sagen: „es war oft gut, aber es gab auch vie­le ande­re schö­ne Sachen“.

      • Frau Oetken,

        Ihr Bild von Sexua­li­tät ist inso­fern ver­zerrt, als sie einer­seits auf blo­ße Lust­be­frie­di­gung ori­en­tiert wird, ande­rer­seits aber einen Sinn haben soll, der über Trieb­be­frie­di­gung hin­aus­geht.

        Ich den­ke, da gera­ten Sie schnell in den Nihi­lis­mus der Lust. Lust erfährt ja gera­de in der Erfül­lung ihre Ver­nich­tung, um sich in einer ste­ten Stei­ge­rung zu per­ver­tie­ren, bis sie in ihr Gegen­teil, die Unlust, den Ekel, umschlägt.

        Sexua­li­tät ist dann sinn­voll und wird auch so erfah­ren, wenn sie Lie­be und Ver­ant­wor­tung ein­schließt. Ver­ant­wor­tung meint dann aber auch die Ver­ant­wor­tung für das Leben und nicht sei­ne Nega­ti­on.

        Dar­um kann Lie­be nur in der Fami­lie wirk­lich rei­fen, außer­halb der Fami­lie wird Sexua­li­tät schnell zur selbst­zer­stö­ren­den Lust­be­frie­di­gung.

  11. „Ihr Bild von Sexua­li­tät ist inso­fern ver­zerrt, als sie einer­seits auf blo­ße Lust­be­frie­di­gung ori­en­tiert wird, ande­rer­seits aber einen Sinn haben soll, der über Trieb­be­frie­di­gung hin­aus­geht.“

    @Suarez,

    wo habe ich beschrie­ben, wel­ches Bild ich von Sexua­li­tät habe? Oben habe ich ledig­lich gefragt, war­um dem The­ma soviel emo­tio­na­li­sier­te Auf­merk­sam­keit — das mei­ne ich mit „Gewe­se“ — gewid­met wird.

    Über das prä­fe­rier­te Fami­li­en­bild debat­tie­ren die Funk­tio­nä­re der Katho­li­schen Kir­che ja ab mor­gen auf ihrer Syn­ode. Jeden­falls offi­zi­ell.
    War­ten wir doch mal ab, was sie danach ver­mel­den.

    • Ich den­ke, Sie wid­men hier dem The­ma Sexua­li­tät eine sehr gro­ße emo­tio­na­le Auf­merk­sam­keit, nicht ich oder ande­re.

      Sie haben durch­aus Ihr Bild von Sexua­li­tät hier gezeich­net, wohl nicht voll­stän­dig und auch nicht schlüs­sig, aber doch deut­lich. Für mich bleibt die­ses Bild wider­sprüch­lich und mit diver­sen Kli­schees behaf­tet. Da Sie abwer­tend von „Funk­tio­nä­ren“ der Katho­li­schen Kir­che schrei­ben, fra­ge ich mich, wel­chen Sinn Sie hier einem Gedan­ken­aus­tausch bei­mes­sen?

      • Die Füh­rungs­ebe­ne der Katho­li­schen Kir­che wid­met dem The­ma „Sexua­li­tät“ eine gan­ze Syn­ode. Und ich fra­ge mich, war­um die­se Män­ner die­ser Ange­le­gen­heit einen solch gro­ßen Stel­len­wert bei­mes­sen.

        Der Begriff „Funk­tio­när“ ist für mich voll­kom­men wert­frei. „Kir­chen­funk­tio­när“ nut­ze ich auf dem sel­ben Rang wie „Gewerk­schafts­funk­tio­när“ oder „Par­tei­funk­tio­när“.

        Wel­chen Sinn der Aus­tausch auf Blogs hat? Gute Fra­ge. Kommt auf den Blog, sei­ne Admi­ni­stra­ti­on und die Fori­stIn­nen an.

  12. @Angelika Oetken: Ich glau­be Ihnen nicht.
    War­um soll­te ich Ihnen irgend­et­was glau­ben, was Sie hier schrei­ben, wenn Sie Papst Bene­dikt in den Schmutz zie­hen? Es ist klar, daß die anti-christ­li­chen Frei­mau­rer­me­di­en nichts unter­las­sen haben, um den Papst und sei­nen Bru­der zu kri­mi­na­li­sie­ren. Die­sel­ben Medi­en aber pre­di­gen Tag für Tag die Ver­ge­wal­ti­gung von Kin­dern, Frau­en und Män­nern.
    Wenn der Prä­lat Ratz­in­ger einem der Buben mal einen Klaps gege­ben hat­te, ist das nichts Anstö­ßi­ges. Das müs­sen auch manch­mal Eltern tun, nicht ger­ne. Auch Eltern sind kei­ne Super­men­schen. Und wer kei­nen Klaps gibt, gibt mehr als genug nicht-sicht­ba­re, „gei­sti­ge“ Klap­se. Und das ist sehr per­vers und unehr­lich dazu. Also blei­ben Sie bit­te auf dem Tep­pich @Angelika Oetken bzw. kom­men Sie mal vom Hoch­sitz da hin­un­ter.

    Nur Rot-Grü­ne, Mar­xi­sten und son­sti­ge dämo­nisch Inspi­rier­ten erzie­hen ihre Kin­der nicht, aber pre­di­gen die­sen alle Arten von Unzucht und hal­ten sie zum Lügen und Betrü­gen an- und geben selbst „Anschau­ungs­un­ter­richt“.

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