Vor der Bischofssynode – Vorrangige Option für die Familie (XLIV)

Die Ehe, ein Sakrament
Die Ehe, ein Sakra­ment

Aus der Hand­rei­chung Vorran­gi­ge Opti­on für die Fami­lie. 100 Fra­gen und 100 Ant­wor­ten im Zusam­men­hang mit der bevor­ste­hen­den Bischofs­syn­ode über die Fami­lie vom 4. bis 25. Okto­ber 2015 im Vati­kan.

87. Fra­ge: Und wer wären die „ver­letz­ten Men­schen“?

Ant­wort: In der aktu­el­len Debat­te bezieht sich die­se For­mu­lie­rung auf Men­schen, die im Stand der schwe­ren und öffent­li­chen Sün­de leben: unver­hei­ra­tet Zusam­men­le­ben­de, wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne, homo­se­xu­el­le Paa­re usw. Dadurch, dass man sie als „ver­letzt“ bezeich­net, umgeht man ein mora­li­sches Urteil, indem man nur einen Aspekt ihrer kon­kre­ten Situa­ti­on her­vor­hebt, die zwar rich­tig, aber zweit­ran­gig ist. Also bezeich­net man sie mit einem Begriff, der Mit­leid erzeu­gen soll: es sind ja nur „ver­letz­te Per­so­nen“, viel­leicht unschul­di­ge Opfer, denen man kei­ne schwe­re Schuld auf­er­le­gen darf.

Ange­sichts einer „ver­letz­ten Per­son“ ist natür­lich die nor­ma­le Reak­ti­on, sich ihr zu nähern, um zu hel­fen. In unse­rem Fall wird, um das psy­cho­lo­gi­sche Leid der jewei­li­gen Per­son nicht wei­ter zu ver­schlim­mern, auf die­se Wei­se jeg­li­ches mora­li­sche Urteil als unan­ge­bracht zurück­ge­wie­sen. Statt­des­sen wird emp­foh­len, die­sen Per­so­nen mit einem Gefühl von „Barm­her­zig­keit“ und „Zärt­lich­keit“ ent­ge­gen­zu­kom­men, als ein­zi­ge Basis für eine Bewer­tung ihrer Situa­ti­on und damit für eine ihr ange­mes­se­ne Pasto­ral. Am Ende die­ses Pro­zes­ses besteht die Gefahr, dass vor lau­ter Mit­leid der sünd­haf­te Zustand auch noch gerecht­fer­tigt wird. Das bedeu­tet eine Ände­rung der Grund­wer­te der kirch­li­chen Leh­re, alles, um der „ver­letz­ten Per­son“ nicht noch mehr Leid zuzu­fü­gen.

88. Fra­ge: Ist dies nicht genau die in dem bekann­ten Gleich­nis vom „barm­her­zi­gen Sama­ri­ter“ emp­foh­le­ne Hal­tung?

Ant­wort: Im Gegen­teil. Das schö­ne Gleich­nis vom „barm­her­zi­gen Sama­ri­ter“ wird hier miss­ver­stan­den. Wenn es nach der heu­ti­gen domi­nie­ren­den Men­ta­li­tät aus­ge­legt wür­de, wür­de es tat­säch­lich zu einem para­do­xen Ergeb­nis füh­ren. Der hel­fen­de Sama­ri­ter wäre dem­nach so bemüht, wei­te­re Lei­den des Ver­wun­de­ten zu ver­hin­dern, die Schwe­re sei­ner Ver­let­zun­gen zu ver­harm­lo­sen und ihn vor schmerz­haf­ten Behand­lun­gen zu bewah­ren, die sei­ne Hei­lung her­bei­füh­ren könn­ten, dass er sich nur dar­um küm­mern wür­de, schmerz­lin­dern­de Medi­ka­men­te zu ver­ab­rei­chen. Damit wür­de er ein vor­über­ge­hen­des Lei­den in ein chro­ni­sches ver­wan­deln. Um den Ver­wun­de­ten nicht mit Schuld­ge­füh­len zu beun­ru­hi­gen, wür­de der Hel­fer ihm auch nicht emp­feh­len, den gefähr­li­chen Weg, auf dem er über­fal­len wur­de, in Zukunft zu mei­den; der Ärm­ste, schlecht gepflegt und schlecht bera­ten, lie­fe daher Gefahr, das­sel­be noch ein­mal zu erle­ben.

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Anga­ben zur Hand­rei­chung:
Aldo di Cil­lo Pagotto/Robert F. Vasa/Athanasius Schnei­der: Vor­ran­gi­ge Opti­on für die Fami­lie. 100 Fra­gen und 100 Ant­wor­ten im Zusam­men­hang mit der Syn­ode. Vor­wort von Jor­ge A. Kar­di­nal Medi­na, Edi­zio­ni Sup­pli­ca Filia­le, Roma 2015, www. supplicafiliale.org

Die gedruck­te Aus­ga­be in deut­scher Spra­che kann ange­for­dert wer­den bei:
Deut­sche Gesell­schaft zum Schutz von Tra­di­ti­on, Fami­lie und Pri­vat­ei­gen­tum (TFP)
Gla­dio­len­stra­sse 11
60437 Frank­furt am Main
segreteria.supplicafiliale [a] outlook.com
www.tfp-deutschland.org

1 Kommentar

  1. Wenn es um die Auf­lö­sung oder Ver­wäs­se­rung der Ehe­sa­kra­men­te, oder über­haupt der Sakra-
    men­te geht, muss man dem ent­ge­gen­tre­ten und kann kei­ner­lei Barm­her­zig­keit ins Feld füh­ren.
    Got­tes Gebo­te und Wei­sun­gen, sind nicht für Gott son­dern für den Men­schen da und sind Mei-
    len­stei­ne hin zur Ewig­keit. Dem Men­schen wür­de letzt­lich nicht gehol­fen, son­dern er wür­de auf die brei­te Stra­sse kom­men, die von Gott weg­führt.

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