Eine couragierte und glaubenstreue Klosterfrau

Äbtissin Freifrau Philippina von Guttenberg mit dem Abbatissa-Stab
Äbtis­sin Frei­frau Phil­ip­pi­na von Gut­ten­berg mit dem Abbatissa-Stab

Frei­frau Phil­ip­pi­na von Gut­ten­berg kämpf­te als letz­te Äbtis­sin des alten Hil­de­gar­dis­klo­sters Eib­in­gen gegen ein anti­rö­mi­sches Ver­welt­li­chungs-Pro­gramm im kur­fürst­li­chen Bis­tum Mainz. Ihr cou­ra­gier­tes Ein­tre­ten gegen die Selbst­sä­ku­la­ri­sa­ti­on der Kir­che vor 200 Jah­ren ist ein mut­ma­chen­des Zei­chen für glau­bens­treue Katho­li­ken heute. 

Ein Bei­trag von Hubert Hecker.

In die­sen Wochen erin­nert die Bene­dik­ti­ne­rin­nen­ab­tei St. Hil­de­gar­dis im Rhein­gau dar­an, dass die Hei­li­ge und Kir­chen­leh­re­rin Hil­de­gard vor 850 Jah­ren in Eib­in­gen ihr zwei­tes Frau­en­klo­ster grün­de­te. Gleich­zei­tig schaut man dank­bar zurück auf die Neu­grün­dung und den Neu­bau des der­zei­ti­gen Klo­sters vor 110 Jah­ren. Schließ­lich ist zu ver­wei­sen auf die Auf­he­bung des alten Hil­de­gar­dis-Klo­sters vor 200 Jah­ren. Damals hat­ten geist­li­che und welt­li­che Mäch­te die Säku­la­ri­sa­ti­on des Klo­ster­le­bens betrie­ben. Davon han­delt die fol­gen­de Aus­füh­rung und wie sich eine muti­ge Klo­ster­frau dage­gen wehrte:

In den Jah­ren von 1785 bis 1804 war Frei­frau Phil­ip­pi­na von Gut­ten­berg mit der Lei­tung des damals frei­ad­li­gen Bene­dik­ti­ne­rin­nen-Klo­sters Eib­in­gen bei Rüdes­heim betraut – zunächst fünf Jah­re als Prio­rin, danach 13 Jah­re als Äbtis­sin. Sie war die 31. Nach­fol­ge­rin der hl. Kir­chen­leh­re­rin Hil­de­gard. Ihr Sie­gel­bild zeigt in einem herz­för­mi­gen Blatt­kranz die Rose aus dem Wap­pen der Frei­her­ren von Guttenberg.

Aus alt-adliger katholischer Familie

Die alta­d­li­ge Fami­lie von Gut­ten­berg war mit drei Lini­en im Ober­frän­ki­schen nahe Kulm­bach behei­ma­tet. Schon seit dem 15. Jahr­hun­dert stell­te die katho­li­sche Fami­lie Geist­li­che und Amts­leu­te für die Fürst­bis­tü­mer Bam­berg und Würz­burg sowie das metro­po­li­ta­ne Kur­fürst­bis­tum Mainz. Auch der Vater der spä­te­ren Äbtis­sin war als Kam­mer­herr und Obrist „über ein Regi­ment zu Fuß in der Legi­on Leya­nal“ im kur­fürst­li­chen Dien­ste ange­stellt. Im Okto­ber 1731 ver­mähl­te er sich in zwei­ter Ehe mit der Frei­frau Wil­hel­mi­ne Char­lot­te Phil­ip­pi­ne von Eber­stein, geb. Frei­in von Quern­heim. Die älte­ste Toch­ter Phil­ip­pi­na Aga­tha wur­de 1734 auf dem Stamm­sitz der Mut­ter in Lan­gen­dern­bach / Wester­wald gebo­ren und in der damals neu­ge­bau­ten Barock­kir­che im benach­bar­ten Frick­ho­fen getauft. Sie wuchs mit vier Geschwi­stern am Wohn­sitz der Fami­lie in Mainz auf. 1754 leg­te Phil­ip­pi­na von Gut­ten­berg ihre fei­er­li­che Pro­fess im Hil­de­gar­dis­klo­ster Eib­in­gen ab, das im Gebiet und unter der geist­li­chen Auf­sicht des Kur­für­sten­tums Mainz stand.

Tochterkloster der heiligen Kirchenlehrerin Hildegard

Das Hildegardiskloster Eibingen nach dem Wiederaufbau am Ende des 17. Jahrhunderts
Das Hil­de­gar­dis­klo­ster Eib­in­gen nach dem Wie­der­auf­bau am Ende des 17. Jahrhunderts

Die hei­li­ge Hil­de­gard hat­te Eib­in­gen 1165 als Toch­ter­kon­vent von ihrem Haupt­sitz Ruperts­berg gegrün­det. Nach­dem schwe­di­sche Trup­pen 1632 das Stamm­klo­ster zer­stört hat­ten, ver­blieb Eib­in­gen als das ein­zi­ge Haus der adli­gen Hil­de­gar­dis-Schwe­stern. Nach dem 30jährigen Krieg begann ein Neu­auf­bau des Bene­dik­ti­ne­rin­nen-Klo­sters: Mit dem Neu­bau der Kir­che 1681 wur­de der Drei-Flü­gel­bau der ansehn­li­chen Klo­ster­an­la­ge abge­schlos­sen. Mit­te des 18. Jahr­hun­derts, als Baro­nes­se von Gut­ten­berg ins Klo­ster ein­trat, beschei­nig­te ein Visi­ta­ti­ons­be­richt dem Kon­vent ein „auf­er­bau­li­ches klö­ster­li­ches Leben“. Neben den zwölf Chor­schwe­stern waren ein hal­bes Dut­zend Lai­en­schwe­stern vor­wie­gend mit wirt­schaft­li­chen Tätig­kei­ten betraut. Dane­ben gab das Klo­ster einer Rei­he von Mäg­den und Knech­ten Beschäftigung.

1786 war Frei­frau Phil­ip­pi­na von Gut­ten­berg – alle Pro­fes­sen behiel­ten im Klo­ster ihren Geburts- und Fami­li­en­na­men bei – zur Prio­rin der Abtei bestimmt wor­den. Nach dem Tod der Äbtis­sin nur zwei Jah­re spä­ter muss­te sie in der Vakanz­zeit die Lei­tung der klö­ster­li­chen Fami­lie allein über­neh­men – und das unter äußerst bedrücken­den Zeitumständen.

Bischöfe biederten sich dem zerstörerischen Zeitgeist der Aufklärung an

Über die Orden und Klö­stern hat­ten sich schon seit län­ge­rem bedroh­li­che Wol­ken zusam­men­ge­braut: Von der Auf­klä­rung infi­zier­te Bischö­fe und Geist­li­che pole­mi­sier­ten in diver­sen Schrif­ten etwa seit der Jahr­hun­dert­mit­te gegen die spe­zi­fisch katho­li­schen Glau­bens­for­men: Mies gemacht wur­den Wall­fahr­ten und Pro­zes­sio­nen, fei­er­li­che Got­tes­dien­ste und Andach­ten, Anbe­tung und Gre­go­ria­nik, Mari­en- und Hei­li­gen­ver­eh­rung sowie Treue zu Papst und Tra­di­ti­on. Die Lit­ur­gie und Zere­mo­nien soll­ten der Ratio­na­li­tät des Zeit­gei­stes ange­passt wer­den, der Zöli­bat beschränkt und leich­ter Dis­pen­sen bei kirch­li­chen Vor­schrif­ten gege­ben wer­den. Die Gene­ral­for­mel der auf­ge­klär­ten Kir­chen­re­form lau­te­te: „Auf die ‚äuße­ren Wer­ke’ soll­te weni­ger Gewicht gelegt, dage­gen die ‚inne­re Fröm­mig­keit des Her­zens’ geho­ben wer­den mit dem Ziel, die öffent­li­che Moral und Huma­ni­tät zu ver­bes­sern“ – so eine Kom­mis­si­on zur Vor­be­rei­tung einer Reform-Syn­ode im Bis­tum Mainz von 1789. Man erkennt in die­sen Pro­gram­men eine Anbie­de­rung an den Pro­te­stan­tis­mus einer­seits und eine Anpas­sung an den ratio­na­li­sti­schen Zeit­geist der Auf­klä­rung ander­seits. Die Wort­füh­rer der Auf­klä­rung lehn­ten eine „Cere­mo­ni­al-Reli­gi­on“ strikt ab und woll­ten nur in der mora­lisch-ethi­schen Aus­rich­tung die allei­ni­ge Legi­ti­ma­ti­on für Reli­gi­on sehen. Es ist klar, dass unter die­sen Aspek­ten die Orden als Trä­ger der kern­ka­tho­li­schen Leh­re, Lit­ur­gie und Tra­di­ti­on den auf­ge­klär­ten Kir­chen-Moder­ni­sten ein Dorn im Auge waren.

Anpassung an den Zeitgeist der Aufklärung in Mainz

Friedrich Karl Joseph Freiherr von Erthal, Kurfürstbischof von Mainz, Erzkanzler des Reichs
Fried­rich Karl Joseph Frei­herr von Erthal, Kur­fürst­bi­schof von Mainz, Erz­kanz­ler des Reichs

Im kur­fürst­bis­tüm­li­chen Mainz wirk­ten beson­ders radi­ka­le Auf­klä­rer in die Kir­che hin­ein. Fried­rich Karl Joseph Frei­herr von Erthal war 1774 zum Main­zer Kur­fürst­bi­schof bestimmt wor­den. Er betrieb mit sei­nem Weih­bi­schof Valen­tin Hei­mes im Bis­tum einen auf­ge­klärt-kirch­li­chen Kahl­schlag jose­phi­ni­schen Aus­ma­ßes: 1781 hob der Main­zer Kir­chen­fürst drei reich­be­gü­ter­te Abtei­en per Edikt auf und ent­eig­ne­te die Klö­ster zugun­sten des Main­zer Uni­ver­si­täts­fonds. Die Mön­che und Non­nen der Kart­hau­se zu Mainz sowie von St. Cla­ra und Alt­mün­ster wur­den auf ande­re Orden­häu­ser ver­teilt. Von Erthals Ziel war es aber, das Ordens­we­sen gänz­lich aus­zu­lö­schen, denn er erklär­te, „die Klo­ster­klei­dung nicht mehr sehen zu wollen“.

Von Erthal selbst prä­sen­tier­te sich eben­falls meist in nicht­kirch­li­cher Klei­dung: Auf fürst­li­chen Reprä­sen­ta­ti­ons­bil­dern (sie­he Bild) ließ der Main­zer Kur­fürst alle welt­lich-staat­li­chen Herr­schafts­in­si­gni­en in den Vor­der­grund stel­len: Der Her­me­lin­man­tel soll­te die kur­fürst­li­che Vor­rang­stel­lung des Main­zer Fürst­bi­schofs als Erz­kanz­ler des deut­schen Kai­ser­reichs unter­strei­chen und damit den Anspruch auf Teil­ha­be an der kai­ser­li­chen Reichs­macht. Unter dem Her­me­lin-Umhang trug er den damals übli­chen kur­fürst­li­chen Pur­pur-Man­tel. Zu den Inis­gni­en sei­ner welt­li­chen Herr­schaft gehör­te auch der auf dem Tisch lie­gen­de Kurhut.
Welt­lich-herrscher­li­cher Anspruch kommt in dem Säu­len­an­satz im Bild­hin­ter­grund zum Aus­druck — zusam­men mit dem schwe­ren Bro­kat­vor­hang ein Arran­ge­ment, das seit den Zei­ten Lud­wigs XIV. für welt­li­che Für­sten als Sym­bol abso­lu­ti­sti­scher Herr­schaft galt.
Bei die­sem Herr­schafts­auf­zug wirkt das Schmuck­kreuz auf der Brust des Poten­ta­ten nur mehr als Deko­ra­ti­ons­ele­ment. Dage­gen woll­te der Fürst­bi­schof die spe­zi­fisch kirch­lich-bischöf­li­chen Insi­gni­en wie Mitra und Bischofs­stab offen­sicht­lich nicht auf dem Bild gezeigt haben. Der fürst­li­che Prä­lat zeig­te in sei­nem äuße­ren Auf­zug das auf­klä­re­ri­sche Pro­gramm einer Selbst­sä­ku­la­ri­sie­rung der Kirche.

In sol­chem barock­fürst­li­chen Stil zeig­te sich der Main­zer Poten­tat sowie sei­ne Stell­ver­tre­ter, der Weih­bi­schof und Gene­ral­vi­kar, auch bei kirch­li­chen Dienst­rei­sen – etwa zur Wahl und Bestä­ti­gung einer neu­en Äbtis­sin im Klo­ster Eib­in­gen am 20. Juli 1791: Der bischöf­li­che Rei­se­zug wur­de ange­führt von einem Gar­de­rei­ter, dahin­ter rit­ten oder schrit­ten Sekre­tä­re und Hof-Bedien­ste­te in Gala-Uni­for­men, dann kam der pracht­vol­le Hof-Gala-Wagen, von sechs auf­ge­schmück­ten Pfer­den gezo­gen; den Abschluss bil­de­ten ein oder zwei Rei­se­wa­gen mit Gepäck und Kammerdienerschaft.

Die Kirche ordnet sich dem Aufklärungsprogramm des Staates unter

Aus die­ser Bild­re­prä­sen­ta­ti­on eines Poten­ta­ten in der staat­lich-kirch­li­chen Dop­pel­rol­le als Kur­fürst und Erz­bi­schof lässt sich als Herr­schafts­ver­hält­nis erschlie­ßen, dass die Funk­ti­on der fürst­li­chen Lan­des­herr­schaft ein­deu­tig den bischöf­lich-kirch­li­chen Sta­tus und des­sen Auf­ga­ben domi­nier­te, wenn nicht dar­in auf­ge­ho­ben sein soll­te. Damit ist das Auf­klä­rungs­pro­gramm des Staats­kir­chen­tums ange­deu­tet, das von dem Trie­rer Weih­bi­schof Johann Niko­laus von Hont­heim unter dem Pseud­onym Justi­ni­us Febro­ni­us 1763 in die Welt gesetzt wor­den war. Dem­nach hät­te der Staat die Füh­rungs­rol­le dar­in, durch gei­sti­ge und sitt­li­che Lei­tung „Licht in Ver­stand und Herz“ der Unter­ta­nen zu brin­gen und damit ihrer wah­ren Glück­se­lig­keit als Bestim­mung des Men­schen zuzu­füh­ren. Die Kir­che hät­te sich die­sem staat­lich-auf­ge­klär­ten Volks­bil­dungs­pro­gramm ein­zu­fü­gen und ihren gesam­ten Auf­bau, ihre Inst­u­tio­nen, Lehr­ein­rich­tun­gen sowie Lehr­in­hal­te auf die­sen Zweck zur Huma­ni­sie­rung der Mensch­heit neu aus­zu­rich­ten. Die­ser inner­kirch­li­che Umwand­lungs­pro­zess der Kir­che in eine sitt­li­che Volks­bil­dungs­an­stalt soll­te von der Regie­rung gelenkt und über­wachst, also im Staats­kir­chen­tum ver­wirk­licht wer­den — eben­falls eine pro­te­stan­ti­sche Erfin­dung. Es ist klar, dass alle auto­no­men Orden, aber ins­be­son­de­re die klas­si­schen Bene­dik­ti­ner-Orden in die­sem ratio­na­li­sti­schen und uti­li­ta­ri­sti­schen Reform­pro­gramm als Stör­fak­to­ren ange­se­hen wurden.

Der Main­zer Erz­bi­schof Joseph von Erthal begann 1787 mit einem Umwand­lungs­pro­gramm für die noch bestehen­den Ordens­ein­rich­tun­gen. In jenem Jahr erteil­te er allen Frau­en­klö­stern in sei­nem Erz­bis­tum den Befehl, die klas­si­schen, latei­nisch-gre­go­ria­ni­schen Chor- und Mess­ge­sän­ge abzu­stel­len und in den Kon­vents­mes­sen aus­schließ­lich das neue deut­sche Gesang­buch zu benut­zen. Im näch­sten Jahr ließ er den Bene­dik­ti­ner-Pater, der die geist­li­che Füh­rung des Klo­sters Eib­in­gen inne­hat­te, durch einen Welt­geist­li­chen erset­zen, der unmit­tel­bar unter der Auf­sicht und Füh­rung des Main­zer Gene­ral­vi­ka­ri­ats stand. Schließ­lich ver­wei­ger­te der Main­zer Kir­chen­fürst drei Jah­re lang die Neu­wahl einer Äbtis­sin, um bei dem gezielt ohne eige­ne Füh­rung blei­ben­den Kon­vent leich­ter mit sei­ner erklär­ten Absicht durch­zu­drin­gen, das Ordens­klo­ster auf­zu­he­ben bzw. in ein frei­ad­li­ges Stift umzuwandeln.

Ein nationalkirchlicher Möchtegern-Papst in Mainz

Hieronymus Graf von Colloredo, Fürsterzbischof von Salzburg und Primas Germaniae (1772-1812)
Hie­ro­ny­mus Graf von Col­lo­re­do, Fürst­erz­bi­schof von Salz­burg und Pri­mas Ger­ma­niae (1772–1812)

Schließ­lich war das Wir­ken des Main­zer Fürst­bi­schofs im Zeit­geist der Auf­klä­rung durch ein anti­rö­mi­sches Pro­gramm des Epi­skopa­lis­mus geprägt. Die­se Bestre­bun­gen knüpf­ten an die lan­ge Tra­di­ti­on des natio­nal­kirch­li­chen Gal­li­ka­nis­mus’ in Frank­reich an, nach dem die Bischö­fe der Lan­des­kir­che in ihrer geist­li­chen und juri­sti­schen Macht gegen­über Papst und römi­scher Kurie eben­bür­tig, wenn nicht gewich­ti­ger sein soll­ten. Bei einer Zusam­men­kunft in Bad Ems (1786) stell­ten die Kur­für­sten und Erz­bi­schö­fe von Köln, Mainz und Trier sowie der Salz­bur­ger Frei­mau­rer-Erz­bi­schof und Pri­mas Ger­ma­niae, Graf Col­lo­re­do, einen umstürz­le­ri­schen For­de­rungs­ka­ta­log auf. Nach die­sem anti­rö­mi­schen Pro­gramm soll­te der Sta­tus des Pap­stes auf die Ober­auf­sicht eines Ehren­pri­mas zurück­ge­stuft wer­den, die jewei­li­gen Orts­bi­schö­fen die vol­le geist­li­che Gewalt über alle katho­li­sche Unter­ta­nen und kirch­li­che Per­so­nen in ihrem Bis­tum erhal­ten und die erz­bi­schöf­li­chen Metro­po­li­tan-Kir­chen­für­sten als klei­ne natio­nal­kirch­li­che Papst-Dar­stel­ler die vol­le geist­li­che Juris­dik­ti­on und Dis­pensge­walt erhal­ten. Päpst­lich-kuria­le Ver­fü­gun­gen soll­ten nur bei aus­drück­li­cher Akzep­tanz durch die Orts­bi­schö­fe ver­bind­lich sein – also gene­rell unver­bind­lich. Von Mainz kam der Vor­schlag, den Zöli­bat zur Dis­po­si­ti­on zu stel­len, was aber die ande­ren Erz­bis­tü­mer ablehn­ten. Die Orden soll­ten voll­stän­dig von den in Rom resi­die­ren­den Gene­ral­obe­ren und Gene­ral­ka­pi­tel getrennt wer­den, d. h. voll­stän­dig unter der Gewalt des jewei­li­gen Orts­bi­schofs stehen.

Umwandlung des Klosters in ein säkularisiertes Stift

Mit Datum vom 20. Juli­us 1789 ließ der Main­zer Erz­bi­schof von Erthal der in Vakanz amtie­ren­den Prio­rin vom Klo­ster Eib­in­gen, Phil­ip­pi­na von Gut­ten­berg, fol­gen­des aus­rich­ten: „Da Ihro kur­fürst­li­chen Gna­den geneigt sind, die bei­den Jung­fräu­li­che Klo­ster Eib­in­gen und Schmer­len­bach in ein adli­ges Damen-Stift umzu­ge­stal­ten“, so hät­te sie die bei­den geist­li­che Räte „bey Gele­gen­heit der ihnen gnä­digst auf­ge­tra­ge­nen Visi­ta­ti­on“ in der besag­ten Hin­sicht tat­kräf­tig zu unter­stüt­zen. Die bei­den Räte waren ange­wie­sen, es „auf eine geschick­li­che Art so ein­zu­lei­ten, dass die Con­ven­tua­lin­nen mit die­ser Umge­stal­tung selbst zufrie­den seyn oder gar eigends dazu anste­hen mögen“. Der Main­zer Kir­chen­fürst glaub­te, durch die vor­he­ri­ge Hin­aus­zö­ge­rung der Äbtis­sin-Wahl mit einer amts­schwa­chen Prio­rin leich­tes Spiel zu haben für sei­ne Klo­ster-Säku­la­ri­sie­rung. Damit hat­te er sich aber bei der Klo­ster­vor­ste­he­rin Phil­ip­pi­na von Gut­ten­berg gründ­lich verrechnet.

Geschickte Strategie der Äbtissin

Altes Rathaus von Alzey mit Volkerbrunnen
1789 ließ die Äbtis­sin das Klo­ster­ar­chiv ins Rat­haus von Alzey ver­brin­gen (Altes Rat­haus mit Volkerbrunnen)

Schon dem neu ein­ge­setz­ten Welt­geist­li­chen als Ver­tre­ter und Spi­on der Main­zer Kurie hat­te die Prio­rin jeg­li­che Ein­sicht und Auf­sicht über die Klo­ster­ver­wal­tung ver­be­ten. Ihre ent­schei­den­de Stra­te­gie aber bestand dar­in, dass sie die Schutz­rech­te des Kur­für­sten von der Pfalz in Anspruch nahm und gegen das unrecht­mä­ßi­ge Auf­drin­gen des Main­zer Groß­für­sten aus­spiel­te. Das Klo­ster Eib­in­gen lag zwar im Main­zer Gebiet und unter­stand damit der Juris­dik­ti­on des erz­bi­schöf­li­chen Kur­für­sten, die mei­sten Klo­ster­be­sit­zun­gen aber lagen im Gebiet der Kur­pfalz. Dar­über hin­aus gin­gen Klo­ster und Besit­zun­gen auf eine kur­pfäl­zi­sche Stif­tung zurück und waren im 14. Jahr­hun­dert mit Brief und Sie­gel unter den Schutz der kur­pfäl­zi­schen Für­sten gestellt wor­den. Prio­rin von Gut­ten­berg stell­te in einem Schrei­ben vom 7. Janu­ar 1789 an den Kur­für­sten von der Pfalz die drin­gen­de Bit­te um Schutz gegen Kur-Mainz. Als im Som­mer 1789 eine kur­main­zi­sche Visi­ta­ti­on mit dem Ziel der Säku­la­ri­sie­rung droh­te, ent­schloss sich die Prio­rin, das Archiv des Klo­sters in kur­pfäl­zi­sche Lan­de zu brin­gen – und zwar auf das Rat­haus nach Alzey. Die geist­li­chen Visi­ta­ti­ons­rä­te gerie­ten in „Unges­thüm“, als sie von der Ver­la­ge­rung des Klo­ster­ar­chivs erfuh­ren, da damit den auf­ge­tra­ge­nen Säku­la­ri­sa­ti­ons­plä­nen der doku­men­ta­ri­sche Eck­stein ent­zo­gen war. Trotz­dem ver­such­ten sie mit Dro­hun­gen und Ver­spre­chun­gen jede ein­zel­ne „Klo­ster­fräu­lein“ zur Ein­wil­li­gung zu bear­bei­ten: Bei Umwand­lung des Klo­sters in ein Damen­stift wür­den die Frau­en vom Chor­ge­bet sowie dem Tra­gen der Orden­s­klei­dung dis­pen­siert. „Aber samt­li­che Fräu­lein blie­ben dage­gen stand­haft und auch die Fräu­lein Prio­rin ließ sich nicht bewe­gen, das Archiv wie­der her­bei­schaf­fen zu las­sen“, heißt es in dem Visi­ta­ti­ons­be­richt der Prä­la­ten. Aus einem Brief der Grä­fin Char­lot­te von Eltz weiß man, dass die Stand­haf­tig­keit der Klo­ster­frau­en im Bis­tum Mainz respekt­voll die Run­de mach­te. Noch wäh­rend der Visi­ta­ti­on ging ein Schrei­ben der kur­pfäl­zi­schen Regie­rung in Mainz ein, in dem die Kur­pfalz mit Bezug auf die Stif­tung „ehe­vo­ri­ger Pfalz­gra­fen“ ihre Rech­te als Schutz­herr des Klo­sters Eib­in­gen gel­tend machte.

Im Som­mer 1791 erfolg­te ein erneu­ter Ver­sucht des Main­zer Gene­ral­vi­kars, mit Ver­spre­chun­gen und düste­ren Dro­hun­gen das Klo­ster abzu­wür­gen. Man erreich­te bei einer förm­li­chen und druck­vol­len Befra­gung jedoch nur, dass sich ein Klo­ster­fräu­lein dem Ansin­nen des Erz­bi­schofs unter­warf – „nicht ohne sicht­ba­ren Unwil­len der übri­gen“. In die­ser bedrücken­den Situa­ti­on ent­schloss sich die Prio­rin Phil­ip­pi­na von Gut­ten­berg, auf ein Ange­bot der kur­pfäl­zi­schen Regie­rung ein­zu­ge­hen und den Eib­in­ger Kon­vent in das ehe­ma­li­ge Jesui­ten­kol­leg in Nie­derin­gel­heim zu ver­le­gen. Ende Juni waren die ersten Möbel- und Korn­fuh­ren für die Über­sied­lung gepackt, da end­lich signa­li­sier­te Mainz ein Ein­len­ken mit der „gnä­dig­sten Gestat­tung einer Äbtis­sin­wahl“. Damit waren dann auch die Umwand­lungs­plä­ne vom Tisch. Die Prio­rin nahm von ihren Umzugs­plä­nen Abstand, zumal bei die­sen Absich­ten auch eine Spal­tung des Kon­vents ein­ge­tre­ten war.

Der Mainzer Großfürstbischof muss klein beigeben

Die erste Klostergründung der hl. Hildegard auf dem Rupertsberg; hier der Zustand ui Beginn des 30jährigen Krieges
Die erste Klo­ster­grün­dung der hl. Hil­de­gard auf dem Ruperts­berg; hier der Zustand zu Beginn des 30jährigen Krieges

Kur­fürst von Erthal hat­te den 20. Juli 1791 für die Wahl der neu­en Äbtis­sin von Eib­in­gen ange­setzt. Der Gene­ral­vi­kar Frei­herr von Red­witz lei­te­te den geist­li­chen Wahl­akt im Klo­ster höchst­selbst. Aber nach drei Wahl­ak­ten war von den zehn wahl­be­rech­tig­ten Pro­fes­sen kein Ergeb­nis mit kano­ni­scher Mehr­heit zustan­de gekom­men. Der Zwie­spalt im Kon­vent, der sich bei den Umzugs­plä­nen zum ersten Mal gezeigt hat­te, wirk­te sich nun bei der Wahl aus. Erst unter der dro­hen­den Per­spek­ti­ve, dass damit der Kur­fürst das Recht hät­te, eine Äbtis­sin zu bestim­men, einig­ten sich die Klo­ster­frau­en in einem vier­ten Wahl­gang ein­stim­mig auf die bis­he­ri­ge Prio­rin, Frei­frau Phil­ip­pi­na von Gut­ten­berg, als neue Äbtis­sin. Der Gene­ral­vi­kar über­gab ihr mit dem Äbtis­sin­nen­stab alle Voll­macht „in Spi­ri­tua­li­bis und Tem­po­ra­li­bis“. Nach­dem die „erwähl­te Äbtis­sin des ade­lich-jung­fräu­li­chen Klo­sters zum Berg des hei­li­gen Ruperts und in Eib­in­gen“ – so der offi­zi­el­le Titel — gegen­über dem Erz­bi­schof in Mainz den Treu­eid geschwo­ren hat­te, nahm die Neu­er­wähl­te auf dem Abtei­stuhl das Gelöb­nis der „obedien­tia usque ad mor­tum“ von jeder ein­zel­nen Chor- und Lai­en­schwe­ster entgegen.

Die Revolution der Aufklärung zeigt ihre hässliche Kriegsfratze

Der neu­en Äbtis­sin war es nur wenig län­ger als ein Jahr ver­gönnt, das Klo­ster in ruhi­gen Zeit­läuf­ten zu lei­ten. Am 21. Okto­ber 1792 fiel Mainz in die Hän­de fran­zö­si­scher Revo­lu­ti­ons­trup­pen und schon zwei Tage spä­ter began­nen die Auf­dring­lich­kei­ten und Plün­de­run­gen fran­zö­si­scher Sol­da­ten. Anfang Novem­ber plün­der­te eine Fran­zo­sen-Sol­da­tes­ka das Klo­ster und führ­ten 105 Sack Korn und 600 Zent­ner Heu nach Mainz. Mit der Aus­brei­tung fran­zö­si­scher Sol­da­ten und Ideen auch in kur­pfäl­zi­schem Gebiet wei­ger­ten sich immer mehr Päch­ter von Klo­ster­gü­tern, ihre pflicht­mä­ßi­gen Abga­ben zu lei­sten, bis die preu­ßi­schen Trup­pen die fran­zö­si­sche Rau­bar­mee wie­der zurück­trieb. In die­sen Zei­ten wur­de das Klo­ster Eib­in­gen zum Asyl für deut­sche und fran­zö­si­sche Flücht­lin­ge und sogar für Amts­leu­te aus der Kur­pfalz. Die Haus- und Gut­zer­stö­run­gen durch die Fran­zo­sen wur­den repariert.

Der Sepe­rat­frie­den zwi­schen Preu­ßen und Frank­reich am 5. April 1795 brach­te kaum eine Atem­pau­se im Krieg, denn die links­rhei­ni­schen Gebie­te, auf denen die Klo­ster­gü­ter lagen, waren wei­ter­hin den Drang­sa­lie­run­gen fran­zö­si­scher Stoß­trupps aus­ge­setzt. 1797 ging der Krieg an allen Fron­ten wei­ter und damit die Bedräng­nis­se für das Klo­ster selbst: Seit 1793 hat­te das Klo­ster sich lau­fend an „Fuhr­fron­den“ für Kur­mainz, Fran­zo­sen und Preu­ßen zu betei­li­gen. Man muss­te Wein, Lei­nen und alles ent­behr­li­che Kir­chen­sil­ber lie­fern. Durch­zie­hen­de kai­ser­li­che Trup­pen nah­men die Kühe mit aus dem Stall, trotz­dem wur­den stän­dig neue Kriegs­steu­ern und Kon­tri­bu­tio­nen ver­langt. Am Ende des Jahr­hun­derts war in das ehe­mals rei­che Klo­ster der Hun­ger ein­ge­kehrt: “Wir wür­den gern Ger­sten­brod essen wol­len, wenn wir es nur hät­ten“, heißt es in dem Brief einer Kon­ven­tua­lin. „Wir haben weder Frucht noch Holz noch Mehl noch Geld und nicht ein­mal Kre­dit mehr.“

Habgierige deutsche Fürsten stürzen sich auf die kirchlichen Besitztümer

Mit dem Frie­den von Lune­vil­le am 9. Febru­ar 1801 waren zwar die Kämp­fe zwi­schen Frank­reich und dem Deut­schen Reich zuen­de, aber die Frie­dens­be­din­gun­gen brach­ten neu­es und schlim­me­res Unge­mach über das Klo­ster. Der neue Fran­zo­sen-Füh­rer Napo­le­on hat­te die deut­schen Für­sten als Ersatz für die geraub­ten links­rhei­ni­schen Gebie­te auf die Kir­che ver­wie­sen: Sie soll­ten sich an deren Herr­schaf­ten und Besitz schad­los hal­ten. Die Über­nah­me der poli­ti­schen Herr­schaft in den Fürst­bis­tü­mern, also die poli­ti­sche Herr­schafts­sä­ku­la­ri­sa­ti­on, war nicht wei­ter zu bean­stan­den und sogar för­der­lich für die Kir­che, indem sie von der reichs­kirch­lich-poli­ti­schen Herr­schaft „ent­welt­licht“ wur­de. Im kon­kre­ten Fall muss­te der Main­zer Erz­bi­schof sei­nen Her­me­lin-Man­tel able­gen, damit er sich mit Mitra und Hir­ten­stab bes­ser um die geist­li­chen Belan­ge sei­nes Bis­tums küm­mern konnte.

Dage­gen waren die Ver­mö­gens-Säku­la­ri­sa­tio­nen bei kirch­li­chen Besitz­tü­mern als ent­schä­di­gungs­lo­se Ent­eig­nun­gen und inso­fern als unrecht­mä­ßi­ge Rau­bak­te zu wer­ten. Das gilt umso mehr, als die­se kirch­li­chen Immo­bi­li­en und from­me Stif­tun­gen nicht in den Staats­be­sitz ein­ge­bracht, son­dern dem per­sön­li­chen Eigen­tum des jewei­li­gen Für­sten ein­ver­leibt wur­den – mit der Fol­ge, dass im Her­zog­tum Nas­sau etwa die jähr­li­chen Ein­nah­men aus den her­zog­li­chen Domä­nen höher aus­fie­len als die staat­li­chen Steuereinnahmen.

Fürst Karl Wil­helm von Nas­sau-Usin­gen, resi­die­rend in Wies­ba­den-Biebrich, war­te­te erst gar nicht den Abschluss der Län­der­scha­cher-Ver­hand­lun­gen im Reichs­de­pu­ta­ti­ons­haupt­schluss in Regens­burg ab, son­dern stell­te schon im Herbst 1802 an die Rhein­gau­er Klö­ster Eber­bach, Eib­in­gen, Tief­en­thal, Got­tes­thal und Mari­en­hau­sen Besitz­an­sprü­che, da sie in dem Gebiet geist­li­cher Herr­schaf­ten lagen, deren Über­nah­me ihm signa­li­siert wor­den war. Der nas­saui­sche Fürst ließ auch die öko­no­mi­schen Gege­ben­hei­ten des Klo­sters Eib­in­gen auf­neh­men — mit dem Ergeb­nis, dass die Pas­si­va des Klo­sters die Akti­va um 9.530 Gul­den über­stieg. Des­halb hat­te es der hab­gie­ri­ge Fürst mit der end­gül­ti­gen Über­nah­me von Eib­in­gen auch nicht so eilig wie etwa bei dem benach­bar­ten ertrag­rei­chen Klo­ster Eber­bach, bei dem er sogleich nach Abschluss der Reichs­ver­hand­lun­gen 1803 mit der völ­li­gen Ent­eig­nung und Ver­trei­bung der Mön­che zuschlug. In Eib­in­gen ließ der nas­saui­sche Fürst zunächst alles beim alten – außer dem Ver­bot, Postu­lan­tin­nen als Novi­zen auf­zu­neh­men: Er woll­te das Klo­ster aus­ster­ben lassen.

Die Äbtissin von Guttenberg stirbt vor der endgültigen Klosteraufhebung

Der Äbtis­sin war es in den letz­ten Lebens­jah­ren noch ver­gönnt, in den wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen des Klo­sters eine gewis­se Gesun­dung zu sehen. Im Früh­jahr 1804 stand die Eib­in­ger Kon­vents­vor­ste­he­rin Frei­frau Phil­ip­pi­na von Gut­ten­berg im 70. Lebens­jahr und sah ihrer gol­de­nen Pro­fess­fei­er im Som­mer des glei­chen Jah­res ent­ge­gen. Da erkrank­te sie im März an einer schwe­ren Lun­gen­ent­zün­dung und ent­schlief am 24. März 1804, dem Sams­tag vor Palm­sonn­tag, „ganz sanft und gott­se­lig im Herrn“. Die Begräb­nis­fei­er­lich­kei­ten lei­te­te der abge­setz­te Vor­ste­her der nahen Abtei Eber­bach, Pater Leo­pold von Rüdes­heim, womit der letz­te Abt von Eber­bach die letz­te Äbtis­sin von Eib­in­gen zu Gra­be trug.

Das Einstehen der Klosterfrauen für den kernkatholischen Glauben in der aufgeklärten Abbruchzeit: ein mutmachendes Glaubenszeugnis für den neuen Aufbruch der Kirche

Das heutige Hildesgardiskloster in Eibingen (erbaut von 1900 bis 1904)
Das heu­ti­ge Hil­des­gar­dis­klo­ster in Eib­in­gen (erbaut von 1900 bis 1904)

Am 12. Febru­ar 1814 unter­zeich­ne­te Her­zog Fried­rich August von Nas­sau das end­gül­ti­ge Auf­he­bungs­de­kret, das Zer­stö­rungs­ur­teil für das alt­ehr­wür­di­ge Klo­ster Eib­in­gen. Die nas­saui­sche Regie­rung ließ Klo­ster und Klo­ster­kir­che voll­stän­dig aus­räu­men und an die im glei­chen Jahr wie­der­auf­ge­bau­te Rochus-Kapel­le in Bin­gen ver­kau­fen. Das Rochus-Kirch­lein hat­te schon 1795 das Zer­stö­rungs­schick­sal durch die Kampf­par­tei­en in den Revo­lu­ti­ons­krie­gen erlit­ten. Mit dem Wie­der­auf­bau der Pest-Votiv­kir­che durch die Bin­ge­ner Rochus-Bru­der­schaft und der Wie­der­auf­nah­me der Rochus-Wall­fahr­ten war aber zugleich auch ein Signal gesetzt, das das Ende der auf­ge­klär­ten Selbst­zer­stö­rung der Kir­che ein­läu­te­te und einer neu­en Fröm­mig­keits­kul­tur Platz mach­te, die sogar Goe­the beein­druck­te: Der Dich­ter­fürst beschrieb wohl­wol­lend Pro­zes­sio­nen und Reli­qui­en­ver­eh­rung zum St. Rochus-Fest am 16. August 1814, spä­ter stif­te­te er selbst ein Gemäl­de für die Rochus-Kapelle.

Das Eib­in­ger Hil­de­gar­dis-Klo­ster hat­te also mit sei­nen über­tra­ge­nen Ein­rich­tun­gen pas­siv mit­ge­hol­fen, dass in der Rochus-Ver­eh­rung ein Keim gelegt wur­de für eine neue kern­ka­tho­li­sche Glau­bens­kul­tur, die in der ultra­mon­ta­nen Bewe­gung drei­ßig Jah­re spä­ter zu sicht­ba­rer Brei­te und Blü­te her­an­ge­wach­sen war – etwa in der Hei­lig-Rock-Wall­fahrt von 1844 mit 1,2 Mil­lio­nen katho­li­schen Pil­gern. Neben die­ser pas­si­ven Hil­fe­stel­lung soll­te erst recht die akti­ve Hal­tung des Eib­in­ger Kon­vents unter der Füh­rung der cou­ra­gier­ten Äbtis­sin Phil­ip­pi­na von Gut­ten­berg gewür­digt wer­den, die in ihrem muti­gen Ein­ste­hen für die Kern­wer­te des katho­li­schen Glau­bens schon wäh­rend der kirch­lich-auf­ge­klär­ten Abbruch­zeit zum Ende des 18. Jahr­hun­derts ein mut­ma­chen­des Glau­bens­zeug­nis und Vor­bild für den neu­en Auf­bruch der Kir­che im 19. Jahr­hun­dert gege­ben hatte.

Als spä­te Frucht die­ser Kir­chen­blü­te stif­te­te im Jah­re 1900 Fürst Karl Hein­rich zu Löwen­stein-Wert­heim-Rosen­berg ein neu­es Klo­ster für Eib­in­gen, das bis 1904 ober­halb des alten Klo­ster­an­la­ge gebaut und von Bene­dik­ti­ne­rin­nen der Abtei St. Gabri­el in Prag besie­delt wurde.

Haupt­quel­le für die­sen Arti­kel: Phil­ip­pi­ne von Gut­ten­berg. Die letz­te Äbtis­sin von Eib­in­gen vor der Säku­la­ri­sa­ti­on, von Adel­heid Simon O.S.B., in: Lebens- und Kul­tur-Bil­der aus der Geschich­te des frän­ki­schen Geschlechts von Gut­ten­berg, zusam­men­ge­stellt und her­aus­ge­ge­ben von Wil­helm Engel, in: Ver­öf­fent­li­chun­gen der Gesell­schaft für frän­ki­sche Geschich­te, 12./13. Band, Fer­di­nand Schö­ningh, Würz­burg, 1958

Text: Hubert Hecker
Bild: Katholikenkreis/Wikicommons/AK Ansichts­kar­ten

33 Kommentare

  1. Komisch mir fal­len spon­tan 2 Namen ein: „Kur­fürst und Kanz­ler“ Hel­mut Kohl und sein Adept und Main­zer Erz­bi­schof, der Kir­chen­zer­stö­rer Lehmann.
    Eine pracht­vol­le Män­ner­freund­schaft gegen Rom !

  2. Ein sehr guter und höchst aktu­el­ler Arti­kel. Eine sehr treff­li­che Ana­ly­se des Erthal-Por­träts! Hof­fen wir, dass in Rom bald wie­der Ver­hält­nis­se herr­schen, die einen neu­en Ultra­mon­ta­nis­mus ermöglichen.

  3. Der Phi­lo­soph Robert Spa­e­mann über die rich­ti­ge Fortschritts-Strategie:
    -
    „Dar­um muß jeder fort­schritt­li­che Christ „kon­ser­va­tiv“ und „tra­di­tio­na­li­stisch“ sein.
    Das heißt, er muß 
    die Über­lie­fe­rung — die „tra­di­tio“ — der Apo­stel sorg­fäl­tig bewah­ren („con­ser­va­re“) und wei­ter­ge­ben. „Blei­be bei dem, was du gelernt hast und womit du ver­traut bist“ (2 Tim 3,14), ermahnt der hei­li­ge Pau­lus den Timotheus. 
    (Das Wort „kon­ser­va­tiv“ ist eben­so viel­deu­tig wie das Wort „fort­schritt­lich“. Sei­ne Bedeu­tung hängt davon ab, was jemand bewah­ren will.)

    Wenn jedoch die Kir­che oder der ein­zel­ne Christ sich ent­fernt haben von dem Ursprung ihres Lebens und ihrer Kraft, müs­sen sie einen Schritt zurück tun — auch auf die Gefahr hin, als „rück­schritt­lich“ ver­schrien zu wer­den. „Kehrt um!“ — so beginnt die Pre­digt des Herrn eben­so wie die Johan­nes‘ des Täu­fers. „Keh­re zurück!“ — so spricht Gott immer wie­der zu sei­nem Volk im Alten Bund. „Ich will das Ver­irr­te zurück­brin­gen“, so lau­tet sei­ne Ver­hei­ßung (Ez 34,16). Ech­ter Fort­schritt macht manch­mal Kurs­kor­rek­tu­ren not­wen­dig und unter Umstän­den auch Schrit­te zurück. 
    Alle Refor­men der Kir­che waren immer auch Rück­gang zu den Quellen.“
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  4. Naja, allein die Deu­tung der Beff­chen ist mehr als frag­lich. Sie gehör­ten damals zur Klei­dung der Geist­li­chen unab­hän­gig vom Bekennt­nis dazu. In Frank­reich tru­gen kath. Prie­ster bis weit ins 19. Jh. hin­ein Beff­chen. Säu­len und Bro­kat­vor­hän­ge fin­den sich auch auf Hei­li­gen­bil­dern jener Jahre.
    Also mit etwas weni­ger Ver­ve und Beschrän­kung auf bekann­te Fak­ten hät­te es ein inter­es­san­ter Arti­kel wer­den könnten.

    • Guter Hin­weis! Es wäre inter­es­sant, ob die Bil­der­spra­che der Por­träts von Kir­chen­für­sten jemals ver­glei­chend unter­sucht wor­den ist. Ich ver­mu­te mal, auch in frü­he­ren Jahr­hun­der­ten wird man genug pracht­vol­le Selbst­in­sze­nie­run­gen fin­den, da sich vie­le die­ser Her­ren auch als welt­li­che Herr­scher ver­stan­den haben.

      Ich erin­ne­re mich an ein Bild des Kur­fürst und Dop­pel-Erz­bi­schof Albrecht von Bran­den­burg. Der trug zwar sei­ne zwei Pal­li­en, Mitra und Bischofs­stab. Aber die Gewän­der waren über­aus präch­tig und zeig­ten klar: Hier sieht man einen Kirchen-„Fürst“!

      Es mag von Kar­di­nal Riche­lieu kein Por­trät in solch welt­li­chen Klei­dung gegen, aber „geist­li­cher“ wird er dadurch nicht.

      Und Zwei Klö­ster auf­zu­he­ben, um mit deren Besitz eine Uni­ver­si­tät zu finan­zie­ren, ist mir immer noch lie­ber, als wenn er es, wie man­cher sei­ner Vor­gän­ger, für Schlös­ser oder präch­ti­ge Pfer­de ver­bra­ten hätte.

      „Hof­gar­den“ und ähn­li­ches Para­de­mi­li­tär gab es damals übri­gens auch auf päpst­li­chen „Hof“.

    • Sehr rich­tig. Aber was soll man von einem Arti­kel hal­ten, der mit ver­all­ge­mei­ner­den­den Schelt­wor­ten wie „Im kur­fürst­bis­tüm­li­chen Mainz saßen damals die schlimm­sten Moder­ni­sten.“ auf­war­tet. Das ist doch voll­kom­men unwis­sen­schaft­lich. In kei­nem histo­ri­schen Semi­nar kommt man heu­te mit sol­chen Pau­scha­li­sie­run­gen durch.
      Das Beff­chen wur­de im 17., 18. Jh. in Nord­ita­li­en, Deutsch­land, Frank­reich auch vom katho­li­schem Kle­rus getra­gen. Es war kei­ne „Erfin­dung“ oder kein „Aus­weis­zei­chen“ der Pro­te­stan­ten, nur haben es eben Luthe­ra­ner und Refor­mier­te bis heu­te bei­be­hal­ten. Die caris­si­mi (Schul­brü­der) in Ita­li­en tra­gen es bis heu­te:http://www.pramzanblog.com/2009/01/echi-del-premio-santilario.html

      wei­ters:
      „Der unter dem Her­me­lin getra­ge­ne Pur­pur-Talar wäre – als kirch­li­che Kar­di­nal­s­klei­dung inter­pre­tiert – eine Anma­ßung für den Main­zer Erzbischof: “

      Anma­ßend ist eher die Unkennt­nis des Autors dies­be­züg­lich. Das ist kein Purpur-„Talar“ son­dern ein Über­man­tel (ver­gleich­bar mit dem Man­tel­lo­ne in Rom am päpst­li­chen Hof.) Dar­un­ter trug er den Talar (in schwarz) Auch die Kur­für­sten von Trier und Köln tru­gen ihn in zin­no­ber­rot. Bereits lan­ge bevor man in Rom den Kar­di­nal­spur­pur im 15 Jh. nor­miert hat. Und zur Zeit Erthals unter­schied sich das Rot sei­nes Ornats sehr wohl vom Rot eines Kar­di­na­les, wel­ches damals viel dünk­ler war als das seinige.

      • Geehr­ter Herr Rat­kaj, Sie sind der Ein­zi­ge, den ich fra­gen kann, nach­dem ich schon ver­geb­lich via goog­le ver­sucht hat­te, eine Ant­wort zu fin­den …: In einem kur­zen Ori­gi­nal-Film­frag­ment, auf­ge­nom­men im Rah­men der Fei­er­lich­kei­ten zur Selig­spre­chung Papst Inno­zenz‘ XI. durch Pius XII., fiel mir eine Sze­ne auf, in wel­cher Pius XII. (in Chor­klei­dung[?], also in Rochett und roter, her­me­lin­be­setz­ter Samt-Mozet­ta mit Sto­la, heu­te „geäch­tet“, ich sage sogar: im Grun­de ganz zurecht! denn Pius XII. war ein wür­di­ger Trä­ger […]), in wel­cher also der­sel­be wohl durch den Chor­raum von St. Peter schritt, von Berni­nis Kathe­dra Rich­tung Papst­al­tar; auf den Bän­ken die Kar­di­nä­le, glau­be, in Cap­pa magna. Was ich nun sehr inter­es­sant fand, ein für mich völ­lig unge­wohn­tes Bild — WENN ich das rich­tig beob­ach­tet habe: die Kar­di­nä­le schie­nen ihr Gesicht, sich leicht ver­beu­gend, vom schrei­ten­den Papst abzu­wen­den! Habe ich das rich­tig gese­hen; was hat es damit auf sich, wel­che Bedeu­tung hat­te dies?

      • …zumal der Begriff „Moder­nis­mus“ erst durch Pius X. in die Welt gesetzt wur­de und über­dies so unscharf ist, dass man ihn als Kampf­be­griff jedem über­bra­ten kann, inzwi­schen offen­bar sogar auch noch post­hum über Jahr­hun­der­te hinweg.

        Gab es im Mit­tel­al­ter auch schon Modernisten?

      • GW:
        Sie mei­nen die­se Aufnahmen:
        https://www.youtube.com/watch?v=L2p6MTMXLVM
        Nun, das liegt ein­fach dar­an, daß links und rechts kei­ner der Kar­di­nä­le (nicht in cap­pa magna son­dern hier in Mozzet­ta und dar­un­ter die Man­tel­let­ta) ein Prie-dieu vor sich hat. Sie könn­ten daher gar nicht knien wenn sie sich nicht Rich­tung Bank beu­gen wür­den (bes. die Älte­ren wür­den dies minu­ten­lang nie­mals durch­hal­ten so lan­ge Zeit). Die Platz­ver­hält­nis­se lie­ßen in die­sem Fall nichts ande­res zu als so sich zu halten.
        Ab min 1:10 sehen sie im spa­ni­schen Kra­gen Don Giu­lio Sac­chet­ti, mar­che­se di Castel Roma­no e di bal­dac­chi­no. Ver­stor­ben 2010 in Rom. von 1968 bis 2002 dele­ga­to spe­cia­le der päpst­li­chen Kom­mis­si­on für den Staat der Vati­kan­stadt (in die­sem Amt rang­mä­ßig der höch­ste Laie an der römi­schen Kurie). Er hat eini­ge Jah­re vor sei­nem Tod ein sehr schö­nes Buch über sei­ne Zeit am römi­schen Hof ver­fasst, vie­les was im Zere­mo­ni­ell heu­te ganz im Nebel der Ver­ges­sen­heit gera­ten ist und Nach­ge­bo­re­ne nur aus sol­chen kur­zen Sequen­zen aus YT ken­nen beschreibt er mit­un­ter schön anschau­lich dar­in. Don Giu­lio Sac­chet­ti ist ein sehr eru­dier­ter Mensch gewe­sen, man liest nicht Klatsch oder der­lei dar­in son­dern es ist eine Art Essay über die Kul­tur des römi­schen Hofes ver­wo­ben mit auto­bio­gra­phi­schen Bezü­gen und der Geschich­te sei­ner Fami­lie, wel­che Jahr­hun­der­te dem römi­schen Papst­tum dien­te. Titel: Segre­ti Roma­nI: http://www.lafeltrinelli.it/libri/giulio-sacchetti/segreti-romani/9788880166863
        Übri­gens: Seit­lich von ihm auf der Bank der knien­de Kar­di­nal Cana­li (gest. 1961), auch kurz ab 0.50 zu sehen.

      • @ J.G.Ratkaj:
        Vie­len Dank — ja, exakt das mein­te ich; klar, kei­ne cap­pa magna — hat­te die Sequenz vor Län­ge­rem mal inner­halb der sehr inter­es­san­ten RAI 3‑Doku ‚Pio XII – L’Ul­ti­mo Princi­pe di Dio‘ gese­hen, konn­te mich an die Détails nicht mehr genau erin­nern. Die­ses schein­ba­re Sich-Abwen­den, was also auf ganz bana­le Ursa­che zurück­zu­füh­ren ist, hat­te ich wohl in Zusam­men­hang gebracht mit der alten (auf mich „Nach­ge­bo­re­nen“ natür­lich erst­mal sehr merk­wür­dig wir­ken­den) Regel (jeden­falls, wenn ich nicht auch da einer Fehl­in­for­ma­ti­on auf­sit­ze!?), daß ein Kar­di­nal nur … „ver­deckt“ der Zele­bra­ti­on eines sei­ner Mit­brü­der des Sacro Col­le­gio bei­wohnt, etwa durch einen Vor­hang / ein Git­ter abge­trennt (stimmt das wirk­lich? und was soll­te dadurch zum Aus­druck gebracht wer­den?). – Scha­de, daß ich kein Ita­lie­nisch kann (ver­ste­he immer nur so „ein­zel­ne Brocken“ …); das Buch von Don Sac­chet­ti gibt’s lei­der nicht in Übersetzung …
        … wen ich noch sehr beein­druckend fin­de (mit Augen­klap­pe – muß­te lan­ge recher­chie­ren, um auf sei­nen Namen zu kom­men), ist der Gran Mae­stro del Sacro Ospi­zio e VII princi­pe di Cer­ve­te­ri, Princi­pe Ales­san­dro Ruspoli

        http://i50.tinypic.com/1z69ht2.jpg

        … tja, man kann treff­lich dar­über strei­ten, ob & wie man in den 60ern sehr, sehr behut­sam[!] viel­leicht … mög­li­cher­wei­se hier & da all­zu über­bor­den­des, all­zu zeit­be­dingt-höfisch-hoch­ba­rockes Zere­mo­ni­ell wie­der etwas mehr … ‚auf das Wesent­li­che‘ hät­te brin­gen kön­nen oder sol­len; was aber G.B. Mon­ti­ni da „ver­an­stal­tet“ hat, ein fast schon zor­nig-toben­des Drein- und Kahl­schla­gen, das kann mich nur mit Abscheu und Ent­set­zen erfül­len. Da war, so wirkt es auf mich ‚in foro exter­no‘, doch nicht nur ‚ech­te, tie­fe Lie­be‘ im Spiel, son­dern ganz ande­re Moti­ve (Anbie­dern … Sozia­lis­mus … & die­ses furcht­ba­re Kon­strukt des „Men­schen von heu­te“! als wäre an die­sem irgend­et­was anders als an dem vor 1ooo, vor 1o ooo und selbst vor 1oo ooo Jah­ren; so ein arro­gan­ter Zeit-Chau­vi­nis­mus …), und ein unglaub­li­cher Furor, wie ja auch beim ‚Novus Ordo‘ – paßt alles ins Bild. Wenn ich etwa lesen muß, daß ihn der dama­li­ge Kom­man­dant der Schwei­zer Gar­de nur mit Trä­nen in den Augen so gera­de noch davon abhal­ten konn­te, auch noch die­se Gar­de, die doch beim ‚Sac­co‘ so tap­fer gekämpft hat bis auf den letz­ten Mann, ein­fach per Feder­strich abzu­schaf­fen (um was für ein „Zei­chen zu set­zen“?) … – so han­delt doch nicht einer in tie­fer, in sich ruhen­der Lie­be, aus ech­ter, sou­ve­rä­ner Grö­ße & hei­ter-ent­spann­ter Gelas­sen­heit her­aus; nein, das ist doch nur noch eine, wie ich fin­de, zutiefst unka­tho­li­sche, unrö­mi­sche (schon fast cal­vi­ni­stisch-bil­der­stür­me­ri­sche!?) eifernd-aggres­si­ve Ver­bis­sen­heit … – und was hat’s, im Übri­gen, gebracht?? Die „getrenn­ten Brü­der“ sind ja echt in Heer­scha­ren zurückgekehrt … 

        @ zeit­schnur: Bit­te-bit­te nicht immer „auf uns for­mal-lit­ur­gisch-zere­mo­ni­el­le Mozet­ta-Puri­sten“ so schimp­fen (das schmerzt zutiefst^^), nein, im Ernst … natür­lich, klar, daß immer der Blick auf das …

      • … Wesent­li­che — auf Chri­stus Selbst — gilt (Sie wis­sen ja, daß ich in die­ser Hin­sicht ganz Ihrer Mei­nung bin! ‚Inhal­te, Sein, Wahr­heit, Wirk­lich­keit – und nicht [nur] Schein!‘); und daß es nicht unwahr­schein­lich ist, daß wie­der Zei­ten kom­men wer­den, wo, womög­lich, aus Not nur mit ein­fach­sten oder zer­schlis­sen­sten Para­men­ten buch­stäb­lich „in den Kata­kom­ben, in der Kana­li­sa­ti­on“ das hl. Meß­op­fer wird dar­ge­bracht wer­den müs­sen. – Die­ser ‚Puris­mus‘ (wie auch der b.d. Recht­schrei­bung!) ist bei mir natür­lich auch eine, ich hof­fe, sehr ver­ständ­li­che, deut­li­che und manch­mal gera­de­zu empört-pro­vo­zie­rend-pro­te­stie­ren­de (und nicht bloß ‚aesthe­ti­zi­sti­sche‘) Gegen­re­ak­ti­on nicht nur auf die­sen ent­setz­li­chen ‚hor­ror mis­sae‘ (fast) aller­or­ten (bin nach­ge­ra­de „trau­ma­ti­siert“ dadurch – Erst­kom­mu­ni­on, „Kin­der­mes­sen“, Fir­mung … Sie wis­sen schon, die­se „Lie­der“ zum Bei­spiel … – war wirk­lich schreck­lich; ich glaub, ich soll­te die­ses früh­kind­li­che Ur- & Lebens­trau­ma ein­mal mit psy­cho­the­ra­peu­tisch-pro­fes­sio­nel­ler Hil­fe gründ­lich auf­ar­bei­ten, allei­ne ist das ja kaum zu schaf­fen … [sar­ka­stisch­stes Grin­sen!^^]); also auf die­sen gan­zen grau­en­haf­ten Nie­der­gang jeg­li­cher schö­ner Form und ech­ter Kul­tur (damit ein­her­ge­hend auch von Sit­te, Anstand & Moral!) in allen Berei­chen, ja nicht nur in der Kir­che (jedoch … nein, stimmt nicht ganz! in ‚gewis­sen, sehr erfolg­rei­chen, pseu­do-kon­ser­va­ti­ven & pseu­do-eli­tä­ren Krei­sen‘ scheint, wie­der aus pur­stem Uti­li­ta­ris­mus, Sno­bis­mus & sinn-ent­leer­tem Kar­rie­ris­mus her­aus, rein äußer­li­cher pseu­do-Benimm wie­der ganz hip zu sein!? aber wohl ohne die rech­te inne­re Hal­tung; da wer­den z.B. wie­der Papis Man­schet­ten­knöp­fe her­vor­ge­holt … – aber lei­der eben oft aus den fal­schen Grün­den, viel show & Ober­flä­che, auch Flucht; im Extrem: bloß glit­zern­der Lack über gott­lo­ser Sinn­lo­sig­keit, Hohl­heit, Lee­re, Unbil­dung und Dumm­heit!!). – Aber, das ist es halt … – frü­her pro­te­stier­te man, indem man mit „neon-gel­bem Iro“ rum­lief, und knat­schen­gen „dome­stos-geti­ger­ten Jeans“; heu­te pro­te­stiert & pro­vo­ziert man, indem man — bewußt ein­ge­setzt & wohl­do­siert — in best. Kon­text gera­de wie­der auf eine bestimm­te Form ach­tet (aber wie­der­um nicht in oben genann­tem „Yup­pie-Sin­ne“!). Wenn ich … etwa die „alte“ Ortho­gra­phie benut­ze (aber auch, weil mit der „neu­en“ m.E. rein-gar­nichts gewon­nen ist; viel zu unkon­se­quent … und auch aus fal­schen Moti­ven her­aus künstl. fabri­ziert, erin­nert sehr an die Fabri­ka­te der Bugni­ni-Trup­pe, „Exper­ten“ eben, „Gre­mi­en“!), dann ist das (auch) ein „in die Welt hin­aus­ge­brüll­tes“, dickes ‚Abrenun­tio!‘ gegen all die Anma­ßun­gen des ‚main stream‘ der ‚moder­nen Gesell­schaft in der west­li­chen Wer­te­ge­mein­schaft‘ – viel­leicht tra­gen ein Kar­di­nal Bur­ke oder ein Erz­bi­schof Cor­di­leo­ne auch des­halb wie­der „ohne rot zu wer­den“ die Cap­pa magna, gera­de weil es „in der heu­ti­gen Zeit“ (zumal vor Herrn J.M.B.!) eine unglaub­li­che Pro­vo­ka­ti­on dar­stellt, eben ein Skan­da­lon! Rich­tig so!!

      • @GW:„allzu über­bor­den­des, all­zu zeitbedingt-höfisch-hochbarockes„Zeremoniell wie­der etwas mehr
        Der alte römi­sche Hof und sein Deko­rum war eher spät­mit­tela­ter­lich und rini­sci­men­tal als „hoch­ba­rock“. Auch nicht über­trie­ben „prunk­voll“ oder „prot­zend“ son­dern ela­bo­riert und Ehr­furcht gebie­tend. Jeden­falls sind das Ereig­nis­se, die man nie mehr ver­gisst wenn man das aus der Nähe gese­hen hat. Es hat übri­gens auch die Per­son des Pap­stes in gewis­se Wei­se vor einer zen­tri­sti­schen Papa­la­trie bewahrt, son­den das Ein­ge­bet­te­sein des Pap­stes in Form, Geschich­te und Tra­di­ti­on sym­bo­li­siert, anders als heu­te wo nach den Refor­men der Papst qua­si ganz allein im Mit­tel­punkt steht in kah­ler neu-geschaf­fe­ner Exper­ten-Lit­ur­gie. Bes. in St. Peter wird das offen­bar, die­ser Dom wur­de für etwas ganz ande­res, voll­kom­men ande­res, geschaf­fen als für die­se ste­ri­len, zei­chen­lo­sen Lit­ur­gien v. 1968/1970. Die Künst­lichl­keit und Exper­ten­pro­duk­ti­on des novus ordo wird an kei­nem ande­ren Ort mehr trau­rig erfahr­bar als in St. Peter, des­sen Kon­zept lit­ur­gisch dia­me­tral ein ande­res kul­ti­sches Ver­ständ­nis verfolgt.
        Die mei­sten Römer haben es bedau­ert, daß das alles abro­giert wur­de (es gibt u.a. vie­le Leser­brie­fe und Zei­tungs­ko­lum­nen sei­ner­zeit in der röm. Tages­pres­se). Jeden­falls war es ein ela­bo­rier­tes jahr­hun­der­te­al­tes Zere­mo­ni­ell, wel­ches aber nur zu weni­gen Tagen im Jahr in sei­ner gan­zen Voll­stän­dig­keit zu sehen war.
        Paul VI. hät­te sich an die Adap­tie­rung des eng­li­schen Hofes unter Edward VIII. und Eliza­beth II. ori­en­tie­ren sol­len. Die­se sind behut­sam vor­ge­gan­gen und haben das jahr­hun­der­te­al­te Gerüst gut bewahrt.

      • Ich mein­te natür­lich „rina­sci­men­tal“.
        Das mit den Kar­di­nä­len: Ich weiß nur, daß es sehr sehr sel­ten war, daß ein Kar­di­nal zuge­ge­gen war wenn ein ande­rer die Mes­se gesun­gen hat. Und wenn dann mei­stens, in einem Ora­to­ri­um oder Sei­ten­ka­pel­le vor­zugs­wei­se Platz genom­men hat. (Übri­gens taten das die Päp­ste auch, die ja vor 1870 im stadt­rö­mi­schen Leben und All­tag viel prä­sen­ter waren als heu­te. So hat Pius IX. z.B. Spa­zier­gän­ge oder Aus­rit­te unter­nom­men und oft „unbe­merkt“ der Mes­se in einer stadt­rö­mi­schen Kir­che oder in einer der römi­schen cam­pa­gna beigewohnt.)
        Ich wer­de nach­le­sen. Viel­leicht fin­de ich bei Moro­ni dar­über etwas.

      • @ J.G.Ratkaj

        Vous me par­lez de l’âme, mon Sei­gneur (cet­te adres­se dans le sens plus anci­en, seu­le­ment com­me une expres­si­on sincère de respect – auch dies ein Auf­be­geh­ren gg. den Ver­lust der schö­nen und guten Form)! – Einen schwa­chen Ein­druck davon, wie eine der ‚gro­ßen Papst­mes­sen‘ gewirkt haben muß, kann man, wenn auch auf­grund der gro­ben Bild­qua­li­tät nur ‚wie durch einen Schlei­er‘, bekom­men in dem (wohl fast) voll­stän­di­gen Mit­schnitt der Krö­nungs­mes­se Johan­nes‘ XXIII. auf yt: 

        https://www.youtube.com/watch?v=qTmHIguIKBw

        Da fällt sovie­les auf … – schon der Ein­zug, die Obö­di­enz am ‚Thron der Terz‘ (& vor­her ja schon in der Aula von St. Peter), dann die Reve­renz­er­wei­sung coram Sanc­tis­si­mo (was war dar­an „nicht mehr zeit­ge­mäß“?) … das ‚Sic tran­sit‘ (dto.?) … und der gera­de­zu all­ge­gen­wär­ti­ge Mon­si­gno­re Dan­te, der das alles per­fekt im Griff haben muß­te … – ja, es fällt auf, daß die Atmo­sphä­re damals irgend­wie … ‚inti­mer, fami­liä­rer, mensch­li­cher‘ war; viel­leicht nicht so ‚hoch­ge­ord­net‘ & streng, fast nüch­tern-karg (Cal­vin!), son­dern auch schon mal ein Stocken & „Sich-Knub­beln“ des rie­si­gen Zuges, schon mal ein Hin- & Her­ge­hen & Wogen … – der Applaus, sogar freu­di­ge Pfif­fe, wenn der Papst der Bron­ze­sta­tue des Apo­stel­für­sten sei­ne sym­bo­li­sche Reve­renz erwie­sen; dann die Pro­zes­si­on zum Evan­ge­li­um, mit den ’sie­ben Leuch­tern‘ (vlt. auch ein Bezug zur Apo­ka­lyp­se?), schließ­lich die ‚trom­be d’ar­gen­to‘ zur sehr fei­er­li­chen und ehr­furchts­vol­len gro­ßen Ele­va­ti­on (unter mili­tä­ri­schem Gruß der Gar­den, kniend & mit gezo­ge­nem Degen), wirk­lich unbe­schreib­lich. Dies ein­fach als ’nun end­lich ganz und gar zu über­win­den­den (alt-) römi­schen Tri­um­pha­lis­mus (womögl. noch: nach heid­nisch-kai­serl. Hof­ze­re­mo­ni­ell)‘ her­un­ter­zu­ma­chen, war doch … ein­fach nur zutiefst sakri­le­gisch (um es nicht noch viel deut­li­cher zu sagen!). – Das war bereits form­voll­endet, unüber­biet­bar! Dar­an war NICHTS „zu refor­mie­ren“!!! – Nicht EINE sol­che Mes­se mehr im gan­zen Kir­chen­jahr (oder auch nur in der gesam­ten Regie­rungs­zeit eines Pap­stes) wur­de übrig­ge­las­sen; man hät­te doch wenig­stens die Krö­nungs­mes­se bei­be­hal­ten kön­nen, oder wenig­stens ein­mal im Jahr, pas­sen­der­wei­se, die Mes­se zu Ostern (die ande­ren Mes­sen dann eben ’schlich­ter‘); wenn die end­gül­ti­ge Über­win­dung von Tod & Teu­fel, die glor­rei­che Auf­er­ste­hung unse­res Herrn und Got­tes Jesus Chri­stus, kein Tri­umph ist, dann … – ich weiß nicht, was in die gefah­ren ist … die­se Den­kungs­art[?]. Oder, man hat fast den Ein­druck, die­sen blan­ken Hass auf das Schö­ne, das Fei­er­li­che, das Erha­be­ne (nicht in Wirk­lich­keit tief­sit­zen­de Neu­ro­sen, Kom­ple­xe, Selbst­un­si­cher­heit? G.B.M. …), hin zum Nied­ri­gen, Gewöhn­li­chen, Bana­len und Pri­mi­ti­ven, und dann immer unter die­sem Vor­wand der ‚Krip­pe zu Beth­le­hem‘ usw., als habe Chri­stus Sich auf dem Tabor nicht auch in Sei­ner gan­zen Herr­lich­keit, schon in Sei­nem Sie­ge, gezeigt; als sei die Gehei­me Offen­ba­rung nicht Aus­weis genug, aber das blen­den „die“ ein­fach weg … – „paßt nicht!“

      • Der ver­ehr­te defen­dor hat­te doch letz­tens noch­mal die Wor­te von Mother Ange­li­ca, der Grün­de­rin des kath. Sen­ders EWTN, hier zitiert; ich kopier’s (evtl. aus ande­rer Quel­le / Über­setzg.) noch ein­mal hier­hin, mich ihren Wor­ten de tout cÅ“ur anschließend:

        ‚Ich habe die Nase voll von eurer libe­ra­len Kir­che, … eurem ich-bezo­ge­nen Gebet, eurer erd­haf­ten Spi­ri­tua­li­tät. Ich habe die Nase voll von euren „Auf­brü­chen“, denn das erste, was von einem sol­chen Auf-Bruch zurück­bleibt, ist ein Loch, in das wir alle hineinfallen.

        Ich habe die Nase voll von euren Theo­lo­gen, die nichts ande­res tun, als spal­ten und zer­stö­ren … – Sie wis­sen, wie schreck­lich schweig­sam wir loya­len Katho­li­ken in all die­sen Jah­ren gewe­sen sind … – wir haben eure Ansich­ten über Gott nun drei­ßig Jah­re lang runtergeschluckt: 

        Ihr habt kei­nen Gott, kein Dog­ma, kei­ne Glau­bens­leh­re und kei­ne Auto­ri­tät. Ich empö­re mich über eure Ver­su­che, den Katho­li­zis­mus der Klei­nen, Armen und Älte­ren zu zer­stö­ren. Eure Kate­chis­men sind so ver­wäs­sert, dass sie nichts ande­res mehr besa­gen, als „lie­be dei­nen Näch­sten“. Nein, zuerst muss man Gott lie­ben! – Ihr habt mit­ge­hol­fen, die­ses Land heid­nisch wer­den zu las­sen, weil ihr kei­ne Spi­ri­tua­li­tät besitzt, die anzie­hend ist.‘

      • Schließ­lich noch ein Zitat zu dem (unschö­nen) Stich­wort ‚Cal­vin‘ (s.o.), und zwar aus einem Inter­view mit dem Mon­ti­ni-Ver­trau­ten Jean Guit­ton von 1993:

        “The inten­ti­on of Paul VI with regard to what is com­mon­ly cal­led the Mass, was to reform the Catho­lic lit­ur­gy in such a way that it should almost coin­ci­de with the Pro­te­stant lit­ur­gy – but what is curious is that Paul VI did that to get as clo­se as pos­si­ble to the Pro­te­stant Lord’s sup­per… the­re was with Paul VI an ecu­me­ni­cal inten­ti­on to remo­ve, or at least to cor­rect, or at least to relax, what was too Catho­lic, in the tra­di­tio­nal sen­se, and, I repeat, to get the Catho­lic Mass clo­ser to the Cal­vi­nist Mass.”

        http://tinyurl.com/q7a6wox [Catho­lic Fami­ly News] bzw. ausführlicher: 

        “L’in­ten­ti­on de Paul VI — déclara Guit­ton le 19 décembre 1993 — en ce qui con­cer­ne la lit­ur­gie, ce qu’on appel­le la vul­ga­ri­sa­ti­on de la mes­se, était de réformer la lit­ur­gie catho­li­que de façon à ce qu’el­le coïncide à peu de cho­ses près avec la lit­ur­gie pro­te­stan­te, avec la Cène pro­te­stan­te. […] Je répète que Paul VI a fait tout ce qui était en son pou­voir pour rappro­cher la Mes­se catho­li­que — en igno­rant le con­ci­le de Tren­te — de la Cène pro­te­stan­te. […] Je ne crois pas me trom­per en disant que l’in­ten­ti­on de Paul VI et de la nou­vel­le lit­ur­gie qui por­te son nom est de deman­der aux fidèles une plus gran­de par­ti­ci­pa­ti­on à la Mes­se, et de don­ner une place plus gran­de à l’Écriture, et une place moins gran­de à tout ce qui en elle est — cer­tains disent magi­que — d’au­tres par­lent de Consécration trans­sub­tan­ti­el­le, et qui est la foi catho­li­que. En d’au­tres ter­mes, il y a en Paul VI une inten­ti­on Å“cuménique d’ef­facer — ou au moins de cor­ri­ger, d’atténuer — ce qu’il y a de trop catho­li­que, dans le sens tra­di­ti­on­nel, dans la Mes­se, et de rappro­cher la Mes­se catho­li­que, je le répète, de la Mes­se cal­vi­ni­ste” (cf. cita­ti­on dans Soda­li­ti­um n°39 p.62)

        http://www.sodalitium.eu/index.php?pid=67 [Soda­li­ti­um]

      • Par­don … gera­de erst die Über­set­zung (wie­der-) gefun­den, hat­te die schon mal hier zitiert, vor län­ge­rer Zeit …:

        „Die Absicht Pauls VI. im Hin­blick auf die Lit­ur­gie, im Hin­blick auf das, was man gemein­hin die Mes­se nennt, ist es, die katho­li­sche Lit­ur­gie so zu erneu­ern, daß sie fast mit der pro­te­stan­ti­schen Lit­ur­gie zusam­men­fällt. … Aber ich wie­der­ho­le: Paul VI. hat alles in sei­ner Macht Ste­hen­de getan, um die katho­li­sche Mes­se – über das Kon­zil von Tri­ent hin­weg – dem pro­te­stan­ti­schen Abend­mahl anzu­nä­hern. … Ich glau­be nicht, daß ich mich täu­sche, wenn ich sage, daß die Absicht Pauls VI. und der neu­en Lit­ur­gie, die sei­nen Namen trägt, dar­in besteht, von den Gläu­bi­gen eine grö­ße­re Teil­nah­me an der Mes­se zu ver­lan­gen, dar­in, der hl. Schrift einen grö­ße­ren Platz ein­zu­räu­men, und weni­ger Platz all dem, was es dar­in (wie eini­ge sagen) an Magi­schem, wie ande­re sagen, an sub­stan­ti­el­ler[?], trans­sub­stan­ti­el­ler Kon­se­kra­ti­on gibt, was der katho­li­sche Glau­be ist; anders gesagt, es gibt bei Paul VI. eine öku­me­ni­sche Absicht, all das, was es in der Mes­se an all­zu Katho­li­schem im tra­di­tio­nel­len Sinn gibt, aus­zu­lö­schen, oder wenig­stens zu kor­ri­gie­ren, oder wenig­stens abzu­mil­dern, um die katho­li­sche Mes­se, ich wie­der­ho­le es, der cal­vi­ni­sti­schen ‚Mes­se‘ anzu­nä­hern“ – Jean Guit­ton, ein Freund Pauls VI., in einer Radiodis­kus­si­on vom Dez. 1993 

        http://www.herz-jesu-franziskaner.org/die_neue_messe.html [zu die­sen kann ich wei­ter nichts sagen, also was für eine Grup­pe das nun wie­der ist; Über­set­zung scheint aber eini­ger­ma­ßen in Ord­nung zu sein]

      • „‚inti­mer, fami­liä­rer, mensch­li­cher‘ war;“
        Genau das ist der Unter­schied zu dem Sta­tus seit „Reform“ (eher Abro­ga­ti­on und Neu­schöp­fung). Sie sehen die­se Art ‑man ver­zei­he mir den ja heu­te so sehr von den Neue­rern ver­wen­de­ten Begriff- für wahr „leben­di­ge Lit­ur­gie“ nur noch bei den bischöf­li­chen Lit­ur­gien in den Kir­chen des Ostens. Hier ist das bis heu­te sehr erfahr­bar geblie­ben. Sehen Sie sich mal auf YT die Oster- oder Weih­nachts­lit­ur­gien des Mos­kau­er Patri­ar­chen an. Natür­lich nicht der­art erbau­lich wie die alte Papst­mes­se und eine ande­re Ritu­s­tra­di­ti­on aber das kul­ti­sche Ver­ständ­nis das dahin­ter steckt ist dasselbe.
        Das pau­schal als „Tri­um­pha­lis­mus“ abzu­tun kann nur aus sehr ober­fläch­li­cher Sicht auf die­se durch die Jahr­hun­der­te gewach­se­ne Lit­ur­gie ent­sprin­gen. Die mei­sten aus­län­di­schen Rom­be­su­cher, wel­che im 19 Jh. und frü­hen 20 Jh. Rom besucht haben und Berich­te ver­fass­ten, dar­un­ter vie­le Pro­te­stan­ten aus Eng­land und Skan­di­na­vi­en haben auch nicht pri­mär über „Tri­um­pha­lis­mus“ gewet­tert son­dern waren oft schlicht ergrif­fen und sahen die Zere­mo­nien als gera­de das von mir oben erwähn­te Ein­ge­bet­tet­sein des Pap­stes durch die Jahr­hun­der­te in Form, Kult und Ritus an. Inter­es­san­ter­wei­se war Johan­nes XXIII. jemand, wel­cher beson­ders die Riten sei­nes Amtes sehr lieb­te. Er war auch in der Tat ein gro­ßer Lit­ur­ge. Mit sehr ein­drück­li­chem ars cele­b­ran­di. Die Römer lieb­ten auch sei­nen Gesang der Messe.
        Die Ste­ri­li­tät der Lit­ur­gien in St. Peter seit 1968/70, die­se pro­du­zier­te und kar­ge Lit­ur­gie ist auch nicht „Reform“ des davor­ge­we­se­nen son­den schlicht etwas ganz ande­res (kann auch nicht durch die Ver­wen­dung römi­scher Kaseln, etwas Bro­kat und Spit­ze und manch Thron­ge­stühl aus der flore­ria die­ser alten ela­bo­rier­ten Lit­ur­gie nur annä­hernd gleich kom­men. Nicht ein­mal in Spu­ren) . Der von Ihnen ange­spro­che­ne Enri­co Dan­te hat ja nicht von unge­fähr die­se „Refor­men“ als sehr schmerz­haft wahr­ge­nom­men und gewarnt etwas zu ände­ren. Aber da bestimm­ten längst andere.

      • „Nicht EINE sol­che Mes­se mehr im gan­zen Kir­chen­jahr (oder auch nur in der gesam­ten Regie­rungs­zeit eines Pap­stes) wur­de übrig­ge­las­sen; man hät­te doch wenig­stens die Krö­nungs­mes­se bei­be­hal­ten können, “

        Seit 1870 fand die fei­er­li­che Papst­mes­se nur an den hohen Fei­er­ta­gen mehr statt: Oster­sonn­tag-Pfingssonn­tag-Fron­leich­nam-Christ­tag, manch­mal auch am Auf­fahrts­tag und Mariä Auf­nah­me in den Him­mel. Das Amt zu Grün­don­ners­tag und Hei­lig Abend (die mis­sa lec­ta von Pius XII. ein­mal wäh­rend des Krie­ges in Sankt Peter war die abso­lu­te Aus­nah­me) wur­de vom Papst in der Six­ti­na gesun­gen. (war nicht öffent­lich zugäng­lich, es nah­men das diplo­ma­ti­sche Corps und die Hono­ra­tio­nen des Hofes teil, mehr boten auch nicht die Platz­ver­hält­nis­se). Kar­frei­tag hat erst wie­der Johan­nes XXIII. zele­briert (in San­ta Cro­ce in Geru­sa­lem­me). Unter Pius XII., bes. in spä­te­ren Jah­ren, war es oft so, daß der Papst am Oster­sonn­tag oder Christ­tag oft­mals nicht sel­ber pon­ti­fi­zier­te son­dern „ledig­lich“ von der Log­gia ‑in Chor­klei­dung- den Segen spen­de­te. Also es fand kei­ne Papst­mes­se statt. (Sie wer­den auf YT dies­be­züg­lich eini­ge Sequen­zen fin­den). Das Amt in St. Peter hat in die­sem Fall zumeist der Erz­prie­ster gesun­gen. Pius XII. war dabei nicht anwesend.
        Heu­te wäre, wohl auch dann wenn es tat­säch­lich den Wil­len dazu geben wür­de oder bes­ser gesagt gege­ben hät­te wohl gar nicht mög­lich die alte Papst­mes­se zu zele­brie­ren. Die Kun­di­gen sind längst ver­stor­ben. Es liegt ja auch kaum etwas schrift­li­ches vor. Das blo­ße For­mu­lar der Papst­mes­se (oder die Lek­tü­re von Johan­nes Brink­tri­ne, Die fei­er­li­che Papst­mes­se und die Zere­mo­nien bei Selig- und Hei­lig­spre­chun­gen, Pader­born 1949)
        genügt nicht um die Abläu­fe, Hand­lun­gen zu „cho­reo­gra­phie­ren“. Das Wis­sen wur­de ja von den Zere­mo­niä­ren gleich­sam von Genera­ti­on zu Genera­ti­on wei­ter­ge­ge­ben (das mach­te ja auch die „Leben­dig­keit“ die­ses bes. Ritus aus) . Und die­ses Wis­sen ist mitt­ler­wei­le ganz ver­lo­ren gegangen.

      • Hier ist eine gan­ze Kul­tur unwie­der­bring­lich zer­stört wor­den!!! Es feh­len einem die Wor­te, wenn man sich die­sen Ver­lust mal in sei­ner gan­zen Trag­wei­te bewußt macht; was in Jahr­hun­der­ten (ach was – in zwei Jahr­tau­sen­den, mit z.T. noch viel älte­ren Ele­men­ten!) orga­nisch und har­mo­nisch gewach­sen ist, in weni­gen Jah­ren end­gül­tig zer­schla­gen & ZERSTOERT. Und dann macht die sog. „west­li­che Wer­te­ge­mein­schaft“ so ein Thea­ter zum Bei­spiel mit ihrer UNESCO-Stif­tung ‚Welt­kul­tur­er­be‘ und der­glei­chen; DIE sind doch völ­lig dis­kre­di­tiert, wie über­haupt unser gan­zes „west­li­ches System“ – es hat lan­ge gedau­ert, bis auch mir end­lich die gan­ze Trag­wei­te des dia­bo­li­schen Zynis­mus, der Heu­che­lei und der tie­fen Ver­lo­gen­heit & FALSCHHEIT die­ses „Systems“, sei­ner (im Kern zutiefst anti­christ­li­chen, d.h. anti­ka­tho­li­schen) „Poli­tik“, sei­nes „estab­lish­ments“, sei­ner „pseu­do-Eli­ten“ und vor allem sei­ner unglaub­lich per­fi­de-sub­til-raf­fi­nier­ten Pro­pa­gan­da (in Kon­zils­kir­che und Welt) erst so rich­tig klar wur­de (nach­dem für mich ‚das Böse selbst‘ immer nur, und ja auch ganz zurecht, Natio­nal­so­zia­lis­mus und Kom­mu­nis­mus gewe­sen waren – was sie für mich auch blei­ben; jedoch folgt aus der Bos­heit ande­rer [Syste­me] ja noch lan­ge nicht das Gut­sein des Eige­nen [Systems]; „wir“, „unse­re Zeit“, hat auch nicht den aller­ge­ring­sten Grund, sich in unsäg­lich-wider­wär­ti­ger Arro­ganz, in Anma­ßung und hoch­mü­tig­stem ‚tem­po­ra­lem Chau­vi­nis­mus‘ über frü­he­re Jahr­hun­der­te zu erheben …) …

        … wenn ich’s zulie­ße, könn­te ich mich dar­über in einer Wei­se (jawohl zurecht) echauf­fie­ren, die defi­ni­tiv nicht mehr gesund­heits­för­der­lich wäre … – ein (sehr) klei­ner Trost mögen über yt (letztl. ein Segen, auch wenn locker 95% der „Film­chen“ auf yt der letz­te Schund sind … oder eben rei­ne Pro­pa­gan­da) all­ge­mein zugäng­li­che Auf­nah­men & Mit­schnit­te sein, wie z.B. vom (alten!) ambro­sia­ni­schen Ritus, oder eine wun­der­ba­re arme­nisch-apo­sto­li­sche Lit­ur­gie ‚Sourp Pata­rak‘ in der Ver­to­nung von Yek­ma­li­an (abso­lut wun­der­bar das Sanc­tus bzw. auf Arme­nisch ‚Sourp, sourp‘, ab etwa 53:48); die Mes­se wird zele­briert von einem Bischof unter Anwe­sen­heit (ab dem Gro­ßen Ein­zug, entspr. unse­rem Offer­to­ri­um) des Katho­li­kós-Patri­ar­chen Kare­kin II. Ner­sis­si­an; zu erst das ambro­si­an. Hochamt:

        https://www.youtube.com/watch?v=U6EgF8kXS_k&list=PLC95939A921B99CC7 – Solemn High Ambro­si­an Rite Mass part1/15

        dann das arme­ni­sche Pontifikalamt:

        https://www.youtube.com/watch?v=I_sBYnCJW9s – The Divi­ne Lit­ur­gy of the Arme­ni­an Apo­sto­lic Church 

        https://www.youtube.com/watch?v=2BXAdOLBFLU – Yek­ma­li­an Sourp Sourp

        Was dage­gen von mir abso­lut boy­kot­tiert wird, seit jenem März 2o13, sind sämt­li­che aktu­el­len Über­tra­gun­gen aus Rom, ‚Urbi & Orbi‘, Oster­mes­se &c. …

  5. Die Gut­ten­bergs gehör­ten auch zum Kon­ners­reu­ther Kreis,dem Freun­des­kreis um The­re­se Neumann.
    Dies alles zusam­men erklärt auch die Hetz­jagd um den Dok­tor­ti­tel des Karl-Theo­dor zu Guttenberg.
    Lei­der betei­lig­te sich auch Otto Nor­mal­ver­brau­cher mit Begei­ste­rung an die­ser Aktion.
    Kein Wunder,das die Ver­blö­dung immer wie­der erfolg­reich ist.

    • Was ist denn das für eine Verschwörungstheorie?

      Der „Ölprinz“ ist eini­gen Leu­ten in Mün­chen und Ber­lin gefähr­lich gewor­den, denn er hat­te Cha­ris­ma — Und das ging und geht die­sen Leu­ten weit­ge­hend ab. 

      Die Jubel­hym­nen, die in den Medi­en vor Beginn des Skan­dals auf zu Gut­ten­berg gesun­gen wor­den sind, waren ja eben­falls nicht mehr ganz normal.

      Da kam gera­de Recht, daß die Inter­net-Schüff­ler auf­deck­ten, daß er bei sei­ner Pro­mo­ti­on kräf­tig geschum­melt hat­te, wie eini­ge ande­re, die sich ger­ne als Teil der „Eli­te“ und über dem „Vol­ke“ ste­hend wähnten. 

      Natür­lich wur­de die Kam­pa­gne dann kräf­tig ange­heizt und lief teil­wei­se aus dem Ruder. Doch soll­te man bei den Reak­tio­nen nicht unter­schät­zen, daß es in die­sem Land genug Men­schen gibt, die ihre Dis­ser­ta­ti­on oder son­sti­ges Examen ehr­lich, und manch­mal über Jah­re, erar­bei­tet hat­ten. Die waren ver­ständ­li­cher­wei­se über sol­che Trick­se­rei­en nicht begeistert.

    • Ver­ste­he ich Sie rich­tig: Es ist sehr gut und passt ins The­re­se-Neu­mann-Kolo­rit, mit einem erschli­che­nen Dok­tor­ti­tel Bil­dung zu simu­lie­ren und dabei ertappt, zu lügen?

      • Das ich das hier in einem katho­li­schen Forum erläu­tern muss, ver­wun­dert mich schon.
        Der Kon­ners­reu­ther Kreis befand sich im Wider­stand gegen die Nazio­nal­so­zia­li­sten, Fritz Ger­lich, der zum Katho­li­zis­mus kon­ver­tier­te, starb in Dachau.
        Die Ent­schei­dung zu The­re­se Neu­manns Visio­nen trifft selbst­ver­ständ­lich die Kirche.
        Was ich aber eigent­lich mein­te, ist, dass es mich nicht ver­wun­dert, dass man einen Abkömm­ling einer zutiefst katho­li­schen, alten Adels­fa­mi­lie nicht in der Regie­rung sehen wollte.
        Egal wel­cher Art nun die Ver­feh­lun­gen waren, der Medi­en­hype sprach Bän­de und erin­nert an Tebartz van Elst oder Mixa.
        Um den VW-Die­sel-Schwin­del gibt es kei­nen Hype, obwohl die­ser „Die­sel-Gate“ Mil­li­ar­den kosten wird und dem­zu­fol­ge auch Arbeitsplätze.
        Zum Schluß möch­te ich noch sagen,das ich die­se sub­jek­ti­ven, bis­si­gen bis bös­ar­ti­gen Kom­men­ta­re als unan­ge­mes­sen empfinde.
        Nicht wegen mir, aber wegen der ern­sten und bit­te­ren Zei­ten, die uns erwarten.
        Das scheint vie­len hier immer noch nicht auf­ge­gan­gen zu sein,sonst wür­de ihnen ihre pene­tran­te Recht­ha­be­rei nicht wich­ti­ger sein als eine sach­dien­li­che Auseinandersetzung.

  6. Der Bei­trag belegt, dass es immer schon bei dem Kle­rus Anwand­lun­gen gab, sich dem Zeitgeist
    anzu­bie­dern und anzu­die­nen. Der Zeit­geist der Auf­klä­rung hat schon damals im 18. Jahrhundert
    so man­chen Bischof erfasst, der von die­ser poli­ti­schen Rich­tung beein­druckt war. Die Aufhebung
    so manch kirch­li­cher Besitz­tü­mer und Klö­ster, wur­den wie vor­mals bei Luther, von den Landes-
    her­ren und Für­sten begrüßt und so konn­ten die­se sich am Kir­chen­ei­gen­tum berei­chern. Erfreulich
    ist, dass es zu allen Zei­ten Per­sön­lich­kei­ten gibt, die sich dem all­ge­mei­nen Glau­bens­ver­lust ent-
    gegen­stel­len, wie hier die Äbtis­sin von Gut­ten­berg und ihre Klosterfrauen.

  7. Betref­fend v. Erthal ist die­ser Arti­kel längst über­holt. Sie­he: Bernd Blisch: Fried­rich Carl Joseph von Erthal (1774–1802). Erz­bi­schof — Kur­fürst — Erz­kanz­ler. Stu­di­en zur Kur­main­zer Poli­tik am Aus­gang des alten Rei­ches Frank­furt a. M., 2005 (Auch über Col­lo­re­do und Dal­berg gibt es wich­ti­ge neue­re Wer­ke anhand der Quel­len abseits ultra­mon­ta­ner Pole­mi­ken und urban legends.)In der Rei­he Main­zer Stu­di­en zur Neue­ren Geschich­te sind sehr gute Bän­de gera­de zum Erz­bis­tum Mainz in der letz­ten Epo­che der Reichs­kir­che erschienen.
    Die neue­re For­schung sieht die Reichs­kir­che nicht der­art trist. Die­se ultra­mon­ta­ne Sicht­wei­se ist sehr uni­la­te­ral. Und vie­ler­orts voll­kom­men überholt.
    Die Gewan­dung Erthals in die­sem Por­trät ist eben sehr geist­lich! Die Gewan­dung der Kur­für­sten war denen der hohen Geist­lich­keit nach­ge­ahmt. Sel­bi­ges gilt für den Ornat der Kai­ser im MA und Spätmittelalter.

  8. Einen gro­ssen Dank für die her­vor­ra­gen­de Arbeit von Hubert Hecker. Immer wie­der hat es stand­haf­te treue Katho­li­ken in furcht­ba­ren Zei­ten gege­ben, die sich dem all­ge­mei­nen Welt­ge­tö­se ent­ge­gen­stemm­ten. Wir sehen in den zwei­fel­haf­ten Kir­chen­für­sten — es gibt nichts Neu­es unter der Son­ne. auch inner­halb der Kir­che. Auch wenn da von Rek­ti­fi­zie­rung durch die moder­ne Kir­chen­ge­schich­te und deren Bei­trä­gen berich­tet wird — viel­leicht sieht das wie­der anders aus in 100 Jah­ren. Es braucht nur ein paar neu auf­ge­fun­de­ne, ent­ge­gen­ste­hen­de Doku­men­te — und alles wird wie­der anders.
    Viel­mehr erbau­en mich posi­ti­ve Zeug­nis­se in Lie­be zu Chri­stus und sei­ner Kir­che auf mei­nem Weg zu Gott.
    NB: Welch unge­heu­rer Unter­schied: Äbtis­sin Phil­ip­pi­ne v. Gut­ten­berg — und die von Oba­ma zum Papst­emp­fang ein­ge­la­de­ne Abtreibungsordensfrau!

    • Die Gut­ten­bergs — wenn es die­sel­be Fami­lie ist!? – brach­ten auch einen ‚alt-kon­ser­va­ti­ven‘ Wider­ständ­ler gegen das Hit­ler-Regime hervor: 

      https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Ludwig_Freiherr_von_und_zu_Guttenberg

      Aller­dings auch weni­ger erfreu­li­che … Gege­ben­hei­ten, wie wohl jede Fami­lie, das ist nicht das Schlim­me. Als schlimm emp­fin­de ich jedoch genau die­se Art des ‚pseu­do-Kon­ser­va­tis­mus‘, Ehr­geiz wohl, und ein aus­ge­präg­tes Gefühl ‚für den Schein‘, aber lei­der scheint’s weni­ger ‚für das Sein‘. Dazu eine strikt neo­li­be­ra­le und trans­at­lan­ti­sche Aus­rich­tung. Ech­te Idea­le?? – Genau das aber macht es den Fein­den leicht …

      • Also dazu ken­ne ich die­se Fami­lie zu wenig,um beur­tei­len zu können,was Schein und Sein oder ihre Idea­le sind.
        Aber wenn es einen Medi­en­hype gibt,sollte man hell­hö­rig werden,mehr woll­te ich eigent­lich auch nicht sagen.

      • Stimmt, geehr­te Stel­la, ‚Zurück­hal­tung im Urteil‘, wenn nicht ALLE Hin­ter­grün­de bekannt sind usw., klar. Daß aber mas­siv „gefud­delt“ wur­de, ist doch rechts­kräf­tig fest­ge­stellt; Wiki — mit aus­führ­li­chen Bele­gen — sagt dazu: 

        ‚Eine von der Uni­ver­si­tät Bay­reuth ein­ge­setz­te Unter­su­chungs­kom­mis­si­on kam nach drei­mo­na­ti­ger Prü­fung zu dem Schluss, dass Gut­ten­berg „die Stan­dards guter wis­sen­schaft­li­cher Pra­xis evi­dent grob ver­letzt und hier­bei vor­sätz­lich getäuscht“ habe. Er habe Pla­gia­te über die gan­ze Arbeit ver­teilt ein­ge­baut, die Ori­gi­nal­tex­te umfor­mu­liert, den Satz­bau umge­stellt, Syn­ony­me ver­wen­det und Ein­zel­hei­ten aus­ge­las­sen. Dies set­ze ein „bewuss­tes Vor­ge­hen“ vor­aus, mit dem er sich die Autor­schaft ange­maßt habe.‘

        Und was man noch objek­tiv kri­ti­sie­ren kann & m.E. muß, sind eben öffentl. getä­tig­te Aus­sa­gen, Reden … und eben die Poli­tik, für die auch jener Frei­herr stand (oder auch die der­zei­ti­ge Bot­schaf­te­rin der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land beim Hl. Stuhl); Stich­wort mal nur ‚Bun­des­wehr­re­form‘ und ‚Abschaf­fung der all­gem. Wehr­pflicht‘ … uvm. … – und: es ist doch gera­de die ‚Uni­on‘, die kei­ne Gele­gen­heit aus­läßt, voll­mun­dig von ‚Lei­stungs­trä­gern‘, ‚Lei­stungs­kul­tur‘, ‚Wett­be­werb‘, gar ‚Bil­dungs­re­pu­blik Deutsch­land‘ usw. zu schwa­dro­nie­ren; oK, dann müs­sen sie die­se Maß­stä­be zu aller­erst auch mal an sich selbst anle­gen (las­sen). Das mein‘ ich halt …

  9. Ja,auch in die­sen Fami­li­en wird sich die jün­ge­re Genera­ti­on dem main­stream anzu­pas­sen suchen,am Geist der Zeit kom­men wohl nur weni­ge vorbei.
    Und schwar­ze Scha­fe gibt es in jeder Familie.
    Wer weiß aber,was in frei­mau­re­risch ori­en­tier­ten Fami­li­en so alles los ist,darüber wird aber der Man­tel des Schwei­gens gedeckt.

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