Vor der Bischofssynode – Vorrangige Option für die Familie (XXXVII)

Die Ehe, ein Sakrament
Die Ehe, ein Sakrament

Aus der Hand­rei­chung Vorran­gi­ge Opti­on für die Fami­lie. 100 Fra­gen und 100 Ant­wor­ten im Zusam­men­hang mit der bevor­ste­hen­den Bischofs­syn­ode über die Fami­lie vom 4. bis 25. Okto­ber 2015 im Vatikan.

73. Fra­ge: Ist eine geschie­de­ne und wie­der­ver­hei­ra­te­te Per­son „exkom­mu­ni­ziert“ und folg­lich aus der Kir­che ausgeschlossen?

Ant­wort: Eine geschie­de­ne und wie­der­ver­hei­ra­te­te Per­son ver­liert nicht ihre Eigen­schaft als Getauf­te® und ist wei­ter­hin Mit­glied der Kir­che, deren Gebo­te  — wie etwa an Sonn- und Fei­er­ta­gen die hei­li­ge Mes­se zu besu­chen — sie unver­än­dert zu befol­gen hat. Die Kir­che lässt sol­che Per­so­nen nicht im Stich, son­dern ermu­tigt sie, am Leben der Kir­che teil­zu­neh­men und die Mit­tel des Heils, die sie bekom­men kann, zu suchen, um sich von ihrer Sün­de zu rei­ni­gen und zur Freund­schaft mit Gott zurückzukehren.

Den­noch soll­te die wie­der­ver­hei­ra­te­te geschie­de­ne Per­son in ihrem kirch­li­chen Leben jedes Ärger­nis ver­mei­den und vor allem nicht den fal­schen Ein­druck erwecken, ihre Situa­ti­on in der Kir­che sei gesetzmäßig.

„Die wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen gehö­ren jedoch trotz ihrer Situa­ti­on wei­ter zur Kir­che, die ihnen mit spe­zi­el­ler Auf­merk­sam­keit nach­geht, in dem Wunsch, dass sie so weit als mög­lich einen christ­li­chen Lebens­stil pfle­gen durch die Teil­nah­me an der hei­li­gen Mes­se, wenn auch ohne Kom­mu­nion­emp­fang, das Hören des Wor­tes Got­tes, die eucha­ri­sti­sche Anbe­tung, das Gebet, (…) hin­ge­bungs­voll geüb­te Näch­sten­lie­be, Wer­ke der Buße und den Ein­satz in der Erzie­hung ihrer Kin­der“ (Papst Bene­dikt XVI., Sacra­men­tum cari­ta­tis, Apo­sto­li­sches Schrei­ben, 22. Febru­ar 2007, Nr. 29).

„Den Chri­sten, die in die­ser Situa­ti­on leben und den Glau­ben bewah­ren und ihre Kin­der christ­lich erzie­hen möch­ten, sol­len die Prie­ster und die gan­ze Gemein­de auf­merk­sa­me Zuwen­dung schen­ken, damit sie sich nicht als von der Kir­che getrennt betrach­ten, an deren Leben sie sich als Getauf­te betei­li­gen kön­nen und sollen.
‚Sie sol­len ermahnt wer­den, das Wort Got­tes zu hören, am hei­li­gen Mess­op­fer teil­zu­neh­men, regel­mä­ßig zu beten, die Gemein­de in ihren Wer­ken der Näch­sten­lie­be und Unter­neh­mun­gen zur För­de­rung der Gerech­tig­keit zu unter­stüt­zen, die Kin­der im christ­li­chen Glu­a­ben zu erzie­hen und den Geist und die Wer­ke der Buße zu pfle­gen, um so von Tag zu Tag die Gna­de Got­tes auf sich her­ab­zu­ru­fen‘ “ (Kate­chis­mus der Katho­li­schen Kir­che, Nr. 1651).

74. Fra­ge: Kann ein öffent­li­cher Sün­der nicht wie­der zur Eucha­ri­stie zuge­las­sen wer­den, wenn er ech­te Reue empfindet?

Ant­wort: Um zur Eucha­ri­stie zuge­las­sen zu wer­den, müs­sen die wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen auch den festen Vor­satz haben, nicht mehr zu sün­di­gen, das heißt, ihr Leben zu ändern. Dazu gehört auch, zum Bei­spiel, aus der Ärger­nis geben­den Situa­ti­on her­aus zu gehen, indem sie die uner­laub­te Ver­bin­dung mit einem ande­ren aufgeben.

Wenn aber wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne das Haus, in dem sie im Ehe­bruch leben, nicht ver­las­sen kön­nen, weil sie zum Bei­spiel für die Erzie­hung der Kin­der sor­gen müs­sen, müs­sen sie sich vor­neh­men, keusch zu leben, das heißt, „unter glei­chem Dach, aber nicht im glei­chen Gemach“.

 

Anga­ben zur Handreichung:
Aldo di Cil­lo Pagotto/Robert F. Vasa/Athanasius Schnei­der: Vor­ran­gi­ge Opti­on für die Fami­lie. 100 Fra­gen und 100 Ant­wor­ten im Zusam­men­hang mit der Syn­ode. Vor­wort von Jor­ge A. Kar­di­nal Medi­na, Edi­zio­ni Sup­pli­ca Filia­le, Roma 2015, www. supplicafiliale.org

Die gedruck­te Aus­ga­be in deut­scher Spra­che kann ange­for­dert wer­den bei:
Deut­sche Gesell­schaft zum Schutz von Tra­di­ti­on, Fami­lie und Pri­vat­ei­gen­tum (TFP)
Gla­dio­len­stra­sse 11
60437 Frank­furt am Main
segreteria.supplicafiliale [a] outlook.com
www.tfp-deutschland.org

1 Kommentar

  1. „Den­noch soll­te die wie­der­ver­hei­ra­te­te geschie­de­ne Per­son in ihrem kirch­li­chen Leben jedes Ärger­nis ver­mei­den und vor allem nicht den fal­schen Ein­druck erwecken, ihre Situa­ti­on in der Kir­che sei gesetzmäßig.“
    Nicht nur wie­der­ver­hei­ra­te­te geschie­de­ne Per­so­nen soll­ten jedes Ärger­nis ver­mei­den auch Bischö­fe, Kar­di­nä­le und der Papst soll­ten kei­ne fal­schen Ein­drücke erwecken.
    „Kann ein öffent­li­cher Sün­der nicht wie­der zur Eucha­ri­stie zuge­las­sen wer­den, wenn er ech­te Reue empfindet?“
    Bes­ser wäre es wenn der geschie­de­ne Katho­lik sich nach der Schei­dung Gedan­ken über sei­nen Gott macht und nicht erst wie­der hei­ra­ten und danach den Him­mel stür­men. Man soll­te mit die­sem Gott kei­ne fal­schen Spiel­chen spie­len. So den­ke ich.
    Per Mari­am ad Christum.

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