Vor der Bischofssynode – Vorrangige Option für die Familie (XXXII)

Die Ehe, ein Sakrament
Die Ehe, ein Sakra­ment

Aus der Hand­rei­chung Vorran­gi­ge Opti­on für die Fami­lie. 100 Fra­gen und 100 Ant­wor­ten im Zusam­men­hang mit der bevor­ste­hen­den Bischofs­syn­ode über die Fami­lie vom 4. bis 25. Okto­ber 2015 im Vati­kan.

63. Fra­ge: Wie soll man über geschie­de­ne Ehe­leu­te den­ken, die zivil wie­der gehei­ra­tet haben?

Ant­wort: Ehe­leu­te, die nach der Schei­dung jemand ande­ren gehei­ra­tet haben, befin­den sich im objek­ti­ven Stand der Tod­sün­de, die, falls dies öffent­lich bekannt wird, noch durch den Skan­dal erschwert wird. Ihr Bund kann von der Kir­che nicht aner­kannt und auch nicht durch eine trau­ungs­ähn­li­che kirch­li­che Zere­mo­nie bestä­tigt wer­den. Um Ver­ge­bung zu erlan­gen und wie­der in den Schoß der Kir­che auf­ge­nom­men zu wer­den, müs­sen sie ihre Sün­den bereu­en und ihre Situa­ti­on berei­ni­gen.

„Das Ein­ge­hen einer, wenn auch vom Zivil­recht aner­kann­ten, neu­en Ver­bin­dung ver­stärkt den Bruch noch zusätz­lich. Der Ehe­part­ner, der sich wie­der ver­hei­ra­tet hat, befin­det sich dann in einem dau­ern­den, öffent­li­chen Ehe­bruch“ (Kate­chis­mus der Katho­li­schen Kir­che, Nr. 2384).

„Die erfor­der­li­che Ach­tung vor dem Sakra­ment der Ehe, vor den Ehe­leu­ten selbst und deren Ange­hö­ri­gen wie auch gegen­über der Gemein­schaft der Gläu­bi­gen ver­bie­tet es jedem Geist­li­chen, aus wel­chem Grund oder Vor­wand auch immer, sei er auch pasto­ra­ler Natur, für Geschie­de­ne, die sich wie­der­ver­hei­ra­ten, irgend­wel­che lit­ur­gi­schen Hand­lun­gen vor­zu­neh­men. Sie wür­den ja den Ein­druck einer neu­en sakra­men­tal gül­ti­gen Ehe­schlie­ßung erwecken und daher zu Irr­tü­mern hin­sicht­lich der Unauf­lös­lich­keit der gül­tig geschlos­se­nen Ehe füh­ren (Hei­li­ger Johan­nes Paul II., Fami­lia­ris Con­sor­tio, Nr. 84).

64. Fra­ge: Wie sol­len sich zwei geschie­de­ne und wie­der­ver­hei­ra­te­te Per­so­nen ver­hal­ten, die aus schwer­wie­gen­den Grün­den ihr Zusam­men­le­ben nicht unter­bre­chen kön­nen?

Ant­wort: Wo schließ­lich (…) objek­ti­ve Bedin­gun­gen gege­ben sind, die das Zusam­men­le­ben tat­säch­lich irrever­si­bel machen, ermu­tigt die Kir­che jene Gläu­bi­gen, ihre Bezie­hung ent­spre­chend den Anfor­de­run­gen des Geset­zes Got­tes als Freun­de, wie Bru­der und Schwe­ster, zu leben. (…) Damit ein sol­cher Weg mög­lich ist und frucht­bar wird, muss er durch die Hil­fe der Seel­sor­ger und durch geeig­ne­te kirch­li­che Initia­ti­ven unter­stützt wer­den, wobei in jedem Fall zu ver­mei­den ist, die­se Ver­bin­dun­gen zu seg­nen, damit unter den Gläu­bi­gen kei­ne Ver­wir­run­gen in Bezug auf den Wert der Ehe auf­kom­men (Bene­dikt XVI., Sacra­men­tum Cari­ta­tis, Nr. 29).

Selbst in die­sen Fäl­len sind die Per­so­nen selbst­ver­ständ­lich all­ge­mein dazu ver­pflich­tet, Ärger­nis zu ver­mei­den. Die­se Ver­pflich­tung ist hier schwer­wie­gen­der, da in die­sem Fall die Gefahr des Ärger­nis­ses viel grö­ßer ist, „da nicht offen­sicht­lich ist, dass sie nicht more uxorio leben, wäh­rend sie sich nach außen hin in der Situa­ti­on wie­der­ver­hei­ra­te­ter Geschie­de­ner befin­den“ (Kar­di­nal Vel­asio de Pao­lis, In der Wahr­heit Chri­sti ver­blei­ben: Ehe und Kom­mu­ni­on in der katho­li­schen Kir­che, Ech­ter Ver­lag, Würz­burg 2014, S. 145).

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Anga­ben zur Hand­rei­chung:
Aldo di Cil­lo Pagotto/Robert F. Vasa/Athanasius Schnei­der: Vor­ran­gi­ge Opti­on für die Fami­lie. 100 Fra­gen und 100 Ant­wor­ten im Zusam­men­hang mit der Syn­ode. Vor­wort von Jor­ge A. Kar­di­nal Medi­na, Edi­zio­ni Sup­pli­ca Filia­le, Roma 2015, www. supplicafiliale.org

Die gedruck­te Aus­ga­be in deut­scher Spra­che kann ange­for­dert wer­den bei:
Deut­sche Gesell­schaft zum Schutz von Tra­di­ti­on, Fami­lie und Pri­vat­ei­gen­tum (TFP)
Gla­dio­len­stra­sse 11
60437 Frank­furt am Main
segreteria.supplicafiliale [a] outlook.com
www.tfp-deutschland.org

1 Kommentar

  1. Ich seh­ne mich auch nach den theo­lo­gisch stets aus­ge­klü­gel­ten und wei­se for­mu­lier­ten Kate­che­sen eines Papst Bene­dikt zurück: Sie waren eine wirk­li­che Nah­rung für die See­le und vor allem konn­te man sich blind auf sie ver­las­sen, ohne sie irgend­wie hin­ter­fra­gen zu müs­sen. Nicht umsonst hat man ihm vor kur­zem den neun­ten !!! (Ehren-) Dok­tor­ti­tel ver­lie­hen!

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