Reform des Ehenichtigkeitsverfahrens — Ein weiterer Schritt zur Demolierung der Familie

Ehesakrament versus Ehenichtigkeitsverfahren
Ehe­sa­kra­ment ver­sus Ehe­nich­tig­keits­ver­fah­ren

von Pao­lo Deot­to*

(Rom) Die „Neu­ig­kei­ten“, die Ber­go­glio in Sachen Ehe­nich­tig­keits­er­klä­rung ent­schie­den hat, erschüt­tern nur bedingt, denn letzt­lich pas­sen sie in eine rein mensch­li­che Logik und eine Logik des Mar­ke­ting. Erin­nert sich noch jemand dar­an, daß die Ehe ein Sakra­ment ist?

Die „gute Pres­se“ strickt bereits am gro­ßen Lob für die Ent­schei­dun­gen Ber­go­gli­os in Sachen Ehe­an­nul­lie­rung. Wir soll­ten uns nicht all­zu­sehr dar­über wun­dern. Seit mehr als zwei Jah­ren erle­ben wir den glor­rei­chen Marsch zur Erobe­rung einer welt­wei­ten Zustim­mung, und ohne Zwei­fel wur­de heu­te dabei ein ordent­li­cher Schritt vor­wärts gemacht.

Der Grundsatz Matrimonium gaudet favore iuris ins Gegenteil verkehrt

Natür­lich ist das Argu­ment von einer sol­chen Bedeu­tung, daß es ver­tieft wer­den muß und zwar durch Stim­men, die weit mehr Auto­ri­tät haben als ich. Was jedoch den ersten Mel­dun­gen zu ent­neh­men ist, wirkt wie ein betrüb­li­ches Bild. Es wird von einem Grund­satz abge­gan­gen, der immer für die Fra­ge der kano­ni­schen Ehe­lich­keit galt: Matri­mo­ni­um gau­det favo­re iuris.

Auf geschick­te Wei­se ist man zum Gegen­teil über­ge­gan­gen. Das grund­sätz­li­che (und offi­zi­ell erklär­te) Kri­te­ri­um lau­tet nun: den tau­send Situa­tio­nen ent­ge­gen­kom­men, die den „Gläu­bi­gen“ Qual berei­ten (wobei es mehr als legi­tim erscheint, danach zu fra­gen, gegen­über „wem“ und „was“ die­se Gläu­bi­gen „treu“ sind …)

Die Ver­ein­fa­chung, die Geschwin­dig­keit, und — als Kir­sche auf der Tor­te — die Kosten­lo­sig­keit des Ver­fah­rens schei­nen, als wol­le man den staat­li­chen Geset­zen Kon­kur­renz machen, mit denen eine „schnel­le Schei­dung“ ein­ge­führt, in Ita­li­en durch den „so katho­li­schen“ Mini­ster­prä­si­dent Matteo Ren­zi (Links­de­mo­kra­ten), und die Ehe in einen Witz ver­wan­delt wur­de.

Die Hauptneuerungen — „Marianische“ Etappen

  • Abschaf­fung der zwei­ten Instanz und des dop­pel­ten Urteils
  • Abschaf­fung des Rich­ter­kol­le­gi­ums und Erset­zung durch einen Ein­zel­rich­ter
  • Über­tra­gung der Zustän­dig­keit an den Bischof, in Fäl­len „evi­den­ter“ Nich­tig­keit direkt zu ent­schei­den
  • Ver­ein­fa­chung auch der dis­pen­sa super ratum durch Erfin­dung des „sehr wahr­schein­li­chen“ Zwei­fels, daß de Ehe nicht voll­zo­gen wur­de
  • Erfin­dung neu­er Nich­tig­keits­grün­de

Viel­leicht sind zu die­sem letz­ten Punkt die ersten Medi­en­be­rich­te noch unklar. Jour­na­li­sten nei­gen zu man­geln­der Prä­zi­si­on. Wes­halb die Fra­ge genau zu prü­fen sein wird. Die neu­en Bestim­mun­gen tre­ten am 8. Dezem­ber 2015 in Kraft.

Schein­ba­re maria­ni­sche Etap­pen: am 15. August (Mariä Him­mel­fahrt) wur­de das Motu pro­prio Mit­is Iudex Domi­nus Iesus vom Papst unter­zeich­net, am 8. Sep­tem­ber (Mariä Geburt) bekannt­ge­ge­ben und am 8. Dezem­ber (Mariä Emp­fäng­nis) tritt es in Kraft. Drei Mari­en­fe­ste.

„Niemand wage zu trennen, was Gott vereint hat“

Trotz die­ses Vor­be­halts ist eines offen­sicht­lich: die Bana­li­sie­rung der Ehe und das völ­li­ge Ver­ges­sen eines zen­tra­len Aspek­tes, den offen­bar nie­mand mehr wirk­lich zu inter­es­sie­ren scheint, näm­lich die Tat­sa­che, daß die Ehe ein Sakra­ment ist. Die Spen­der die­ses Sakra­ments sind die Braut­leu­te selbst (der Prie­ster ist nur testis qua­li­fi­ca­tus). Die jahr­tau­sen­de­al­te Weis­heit der Kir­che hat uns immer gelehrt, daß der gegen­sei­ti­ge, freie, bewuß­te Kon­sens und das Feh­len einer wil­lent­li­chen Ableh­nung der bona der Ehe (oder auch nur eines der­sel­ben: bonum fidei, bonum pro­lis, bonum sacra­men­ti) die Ehe gül­tig seinläßt und als sol­che unauf­lös­lich, genau und gera­de wegen ihrer sakra­men­ta­len Natur. „Nie­mand wage zu tren­nen, was Gott ver­eint hat“. Erin­nert sich noch jemand an die­sen Satz?

Die Nich­tig­keits­er­klä­rung eines Ehe­ban­des, das heißt, eines Sakra­ments, ist von so schwer­wie­gen­der Bedeu­tung, daß das zwin­gen­de dop­pel­te Urteil (und die Letzt­ent­schei­dung der Rota Roma­na bei Nicht-Über­ein­stim­mung der bei­den Urtei­le) eine Garan­tie gegen einen mög­li­chen Irr­tum der Rich­ter dar­stell­te.

Rätselhafte neue Nichtigkeitsgründe — Tragödie der Kirche

Wir könn­ten noch wei­ter­ge­hen: Wie bei­spiels­wei­se die „Kür­ze des Zusam­men­le­bens“ ein Nich­tig­keits­grund sein kann, ist ein Rät­sel. Außer man bezieht sich auf die inten­tio con­tra bonum sacra­men­ti, doch in dem Fall wür­de dar­aus eine unnö­ti­ge Wie­der­ho­lung oder eine noch schwer­wie­gen­de­re Unge­nau­ig­keit, denn die Unbe­stän­dig­keit und der Wan­kel­mut sind Teil der mensch­li­chen Natur und wenn man die Ehe ver­tei­di­gen will, sind die­se zu kor­ri­gie­ren und nicht zu einem Nich­tig­keits­grund für ein Sakra­ment zu erhe­ben.

Für den Moment wol­len wir hier inne­hal­ten. Auf den ersten Blick schei­nen die „Neu­ig­kei­ten“ nichts ande­res, als die Tra­gö­die – ich wie­der­ho­le: die Tra­gö­die – der Kir­che wider­zu­spie­geln: das immer weni­ger Kir­che sein und dafür immer mehr Dienst­lei­ste­rin einer nicht näher prä­zi­sier­ten Barm­her­zig­keit, einer Spen­de­rin eines rein irdi­schen „Glücks“.

Flüchtiges Glück einer falschen Barmherzigkeit zum Nulltarif

Die Belei­di­gung Got­tes durch die Redu­zie­rung des Ehe­ban­des zu einem Scherz und der Betrug an den Ehe­leu­ten, denen kei­ne Hil­fe gebo­ten wird, wenn ein Opfer not­wen­dig ist, obwohl die­se Hil­fe durch Genera­tio­nen Paa­re „in der Kri­se“ geret­tet hat, weil der Wil­len vor­han­den war, das hei­li­ge Ehe­band zu ret­ten, das alles ist von einer beson­de­ren Schwe­re.

Die­ses Vor­ge­hen ist bedenk­lich, ent­spricht aber einer per­ver­sen Logik, wenn man das höch­ste Gut, den Glau­ben ver­lo­ren hat. Dann ver­wan­delt man sich von Hütern der Wahr­heit zu Spen­dern eines flüch­ti­gen Glücks, die einer fal­schen Barm­her­zig­keit ent­springt – und das alles mög­lichst zum Null­ta­rif.

Wir wün­schen von Her­zen allen Ehe­leu­ten, die Ehe­schwie­rig­kei­ten durch­le­ben, daß sie gute und eif­ri­ge See­len­hir­ten fin­den, die ihnen wirk­lich hel­fen und sie vor allem und gera­de durch Gebet und Opfer anlei­ten, ihre Ehe zu ret­ten. Denn das ist der Weg zur wah­ren Freu­de und nicht bloß zu einem Dis­count­pro­dukt im Son­der­an­ge­bot mit den besten Emp­feh­lun­gen der Welt … von deren Fürst wir genau wis­sen, wer er ist.

*Pao­lo Deot­to, Chef­re­dak­teur der katho­li­schen Online-Zei­tung Ris­cos­sa Cri­stia­na.

Text: Ris­cos­sa Cri­stia­na
Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL

19 Kommentare

  1. Wenn man bedenkt, dass heut­zu­ta­ge 2/3 aller sog. katho­li­schen Ehen eh‘ ungül­tig geschlos­sen wer­den, weil a) die Part­ner über­haupt nicht dis­po­niert sind, das Sakra­ment der Ehe gül­tig zu emp­fan­gen und das, weil b) die Ehe­vor­be­rei­tung von­sei­ten der Kir­che die rein­ste Far­ce ist, ist es doch mehr recht als bil­lig, dass die­se „Pseu­do­ehen“ wie­der schnell annul­liert wer­den kön­nen.

    Wenn man das nicht möch­te, müss­te man die Mess­lat­te für kirch­li­che Ehe­schlie­ßun­gen viel höher hän­gen und bei einer „prä­ven­ti­ven“ Ehe­pa­sto­ral anfan­gen, die im umfas­sen­den Maße, Gläu­bi­ge von Jugend an, durch eine gut­aus­ge­rich­te­te Kate­che­se dar­auf vor­be­rei­tet, das Sakra­ment der Ehe im Stan­de der hei­lig­ma­chen­den Gna­de zu emp­fan­gen! Ehe­wil­li­ge, die den Glau­ben nicht prak­ti­zie­ren, d.h. nicht regel­mä­ßig zu den Sakra­men­ten gehen, dürf­ten auch nicht kirch­lich getraut wer­den.

    • Zoe @ … heut­zu­ta­ge 2/3 aller Ehen…ungültig geschlos­sen wer­den. Wie kom­men Sie
      auf eine so unmög­li­che Aus­sa­ge ? Woher wol­len Sie das wis­sen ? Als katho­li­scher
      Christ müss­ten Sie wis­sen, dass die Ehe durch die Ehe­part­ner gegen­sei­tig gespen-
      et wird, der Prie­ster ist der Bestä­ti­gen­de durch sei­nen Segen. Außer­dem gibt es auch
      heu­te noch jun­ge Ehe­paa­re die sich des Ehe­ban­des bewusst sind. Eine gute Ehe­vor-
      berei­tung ist noch lan­ge kei­ne Garan­tie für eine gelun­ge­ne Ehe. Hier spiel der Glau­be
      die größ­te Rol­le. Was heu­te fehlt, ist die all­ge­mei­ne Glau­bens­un­ter­wei­sung für das
      Kir­chen­volk.

      • @fredius
        Es mag heu­te wirk­lich noch das ein oder ande­re Ehe­paar geben, das sich der Ernst­haf­tig­keit des Ehe­ban­des bewusst ist, aber das Gros der jun­gen Paa­re schlit­tert heut­zu­ta­ge völ­lig unbe­darft und ohne Kennt­nis über die Unauf­lös­lich­keit der Ehe und vor allem, ohne jeg­li­che reli­giö­se Pra­xis, in den Ehe­bund hin­ein. Die mei­sten schlie­ßen ihn sogar im Zustand der schwe­ren Sün­de, weil sie nicht bereit sind, vor Emp­fang des Ehe­sa­kra­men­tes das Sakra­ment der Buße zu emp­fan­gen. Nach jah­re­lan­ger wil­der Ehe, oft auch mit wech­seln­den Part­nern und einer mun­te­ren Ver­hü­tungs­pra­xis, möch­te man eine fei­er­li­che, kirch­li­che Hoch­zeit in Weiß mit allem pipa­po: Bei der ersten Kri­se rennt man dann wie­der aus­ein­an­der, weil der näch­ste Part­ner bereits vor der Tür war­tet!
        Ich habe oben bereits geschil­dert, wie ich mir eine lang­fri­sti­ge Ehe­vor­be­rei­tung vor­stel­le: Eine fun­dier­te Kate­che­se ab dem Kom­mu­nio­nal­ter,
        evtl. auch in Sonn­tags­schu­len, einen guten Reli­gi­ons­un­ter­richt (mit heu­ti­gen Reli­gi­ons­leh­rern, die kei­ne Kir­che mehr von innen sehen aber unmög­lich!) und vor allem müss­te man Paa­re, die ihren Glau­ben nicht prak­ti­zie­ren, gna­den­los ableh­nen! Da wür­den die Bischö­fe sich aber ganz schön quer stel­len, weil sie auf die­se Wei­se noch mehr pro­te­stie­ren­de Kir­chen­steu­er­zah­ler ver­lie­ren wür­den und das fet­te Gehalt nicht mehr gesi­chert wäre!
        Wie über­all spielt auch hier der Mam­mon die aller größ­te Rol­le!

  2. Alles läuft „nach Plan“. Die­sen hat Papst Fran­zis­kus in einer Video­bot­schaft zu Leh­re und Pasto­ral an die Teil­neh­mer an einem theo­lo­gi­schen Kon­gress in Argen­ti­ni­ens Haupt­stadt Bue­nos Aires noch ein­mal — mit son­der­bar „revo­lu­tio­nä­ren“ Gedan­ken — unter­stri­chen:
    — 
    „Die­se Tren­nung von Theo­lo­gie und Pasto­ral, Glau­be und Leben, zu über­win­den, war einer der wich­tig­sten Bei­trä­ge des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils. Ich füh­le mich ermu­tigt zu sagen, dass es in gewis­ser Wei­se die Theo­lo­gie und die Wei­se, als Christ zu den­ken, revo­lu­tio­niert. Das fort­zu­set­zen ist die Auf­ga­be heu­te. Das nicht zu tun ist im Gegen­teil ein Ver­rat der Bot­schaft Jesu, sie hört auf, eine fro­he Bot­schaft zu sein und wird zu ste­ri­len Wor­ten. Die Leh­re ist kein geschlos­se­nes System, unfä­hig Fra­gen, Zwei­fel und Anfra­gen her­vor­zu­brin­gen.“
    -

     

    • Es geht jetzt ums Gan­ze. Die Umkehr von „Papst“ Ber­go­glio, so ab Anfang März, war offen­bar kei­ne. Er konn­te sich damals die Aus­ein­an­der­set­zung wohl nicht lei­sten, woll­te wohl nur Zeit gewin­nen bis zum Okto­ber.
      War­um hat­te Kar­di­nal Mül­ler vor kur­zem in der „Tages­post“ die deut­schen Bischö­fe vor einem neu­en 1517 gewarnt? Beträ­fe heu­te ein „1517“ nicht zual­ler­erst auch den „Papst“ Ber­go­glio- und zwar als akti­ver Weg­be­rei­ter dahin?

  3. Die Früch­te die­ser fal­schen Barm­her­zig­keit gehen zu Lasten des See­len­heils der Men­schen.
    Aber wer wie die der­zei­ti­ge Hier­ar­chie im Vati­kan Aller­lö­sung pro­pa­giert und allen­falls ein ‚Erlö­schen‚ der See­le deren Wer­ke nicht ‚gott‚gefällig waren, der braucht sich auch nicht an die Leh­re der Kir­che hal­ten.
    Vor unse­ren Augen ent­steht gera­de im Eil­tem­po eine Men­schen­mach­werks­kir­che ( After­kir­che K. Emme­rich), die den Anschein erwecken möch­te, die eine hei­li­ge katho­li­sche und apo­sto­li­sche Kir­che Jesu Chri­sti zu sein.

    Den Belei­di­gun­gen der Mut­ter­got­tes, die in den letz­ten zwei­ein­halb Jah­ren aus dem vati­ka­ni­schen Gäste­haus auf die katho­li­sche Welt nie­der­pras­seln, ist durch den Miß­brauch der drei hohen Mari­en­fe­ste für die Bekannt­ma­chung der Sinn­ent­stel­lung und Ver­ball­hor­nung des Hei­li­gen Sakra­ments der Ehe, eine wei­te­re hin­zu­ge­fügt wor­den.

    Not­aus­rü­stung für Katho­li­ken?

  4. Die­se Ehe­nich­tig­keits­ver­fah­ren sind nichts ande­res als katho­lisch ange­stri­che­ne Schei­dungs­ver­fah­ren. Sie füh­ren in der Kir­che die Schei­dung durch die Hin­ter­tür ein und machen noch from­me Gesich­ter dabei. So sind sie eben.
    Kon­zils­kir­che und die Sakra­men­te das ist ein span­nen­des The­ma. Man soll­te wirk­lich sei­ne Augen und Ohren kei­ne Sekun­de mehr schlie­ßen denn die Geschwin­dig­keit der Ent­wick­lung ist schon bemer­kens­wert. Das Jahr 2017 ist wohl der gro­ße Trei­ber der sie jagt.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

    • Nich­tig­keits­grün­de?
      Da soll­te man ganz genau auf­pas­sen. Das ist sehr wich­tig denn man kann an die­sen Grün­den die sie anfüh­ren sehr gut den Sakra­men­ten zer­stö­ren­den flit­zen­den Iltis in Zeit­lu­pe beob­ach­ten.
      Per Mari­am ad Chri­stum.

  5. Ich den­ke auch, dass die Ehe­vor­be­rei­tung als ver­bind­li­che und auch selek­ti­ve Vor­aus­set­zung mas­siv gestärkt wer­den muss. Ein paar for­ma­le sinn­ent­leer­te — meist „zeit­ge­mäss“ zurecht­ge­schlif­fe­ne — Fra­gen und „Beleh­run­gen“ in locker spa­ssi­ger Atmo­sphä­re rei­chen nie­mals aus. Wie oft muss man mit­an­se­hen wie die kirch­li­che Hoch­zeit zu einer unter­hal­tungs­ähn­li­chen Far­ce wird, wo gar haar­sträu­ben­de „Eigen­krea­tio­nen“ ( z.B. durch „zeit­ge­mä­sse“ Dia­ko­ne ) einem oft gar mit „inter­kon­fes­sio­nel­ler und/oder inter­re­li­giö­ser Berei­che­rung Hap­pe­ning“ gleich­kom­men. So ober­fläch­lich wie die Fei­er, so ober­fläch­lich wohl auch der „katho­li­sche“ Inhalt. Soll­te es so wei­ter­ge­hen, dann wird aus die­ser — mit eini­gen Fra­ge­zei­chen behaf­te­ten — „Erleich­te­rung zur Ehe­nich­tig­keit“ in der Tat eine Fliessband-„Ungültigkeits“-Welle. Wenn gar die nicht weni­gen libe­ral pro­gres­si­ven Bischö­fe ihre Ent­schei­dungs­ge­walt gem. ihrer libe­ra­len Aus­rich­tung aus­üben, dann zei­tigt dies nichts Gutes.

  6. Wann wer­den die Destroy­er im Vati­kan — und mit ihnen der Destroy­er auf dem Stuhl Petri — abge­setzt? Durch Kar­di­nä­le, Bischö­fe? Oder viel­leicht (hof­fent­lich) durch das direk­te Ein­grei­fen des Him­mels? Die Hoff­nung stirbt bekannt­lich zuletzt.

  7. @ zoe, nun mit der glei­chen Argu­men­ta­ti­on kann man auch alle ande­ren Sakra­men­te für Pseu­do­sa­kra­men­te erklä­ren.
    Nur wir­ken Sakra­men­te eben auch aus sich sel­ber, man sag­te frü­her „aus dem Gna­den­schatz der Kir­che wird ergänzt was auf der Sei­te der Men­schen fehlt“.
    Mei­ner Mei­nung nach ist man gera­de dabei, vor lau­ter „Pseu­do­barm­her­zig­keit“ die Sakra­men­te auf­zu­ge­ben.

    • Ein Sakra­ment kann nur sei­ne Wir­kung ent­fal­ten, wenn man es im Zustand der hei­lig­ma­chen­den Gna­de emp­fängt — anson­sten ist der Emp­fang ein Sakri­leg!
      Aus die­sem Grund bin ich auch dafür, dass man das Fir­mal­ter wie­der her­un­ter­setzt, weil a) Jugend­li­che kurz nach dem Emp­fang der Erst­kom­mu­ni­on noch mehr für den Glau­ben zu begei­stern sind als Puber­tä­re und weil b) der Hl. Geist auf die­se Wei­se schon viel frü­her in Sei­ner Voll­kraft wir­ken und vor schwe­ren Sün­den bewah­ren kann!

      • das stimmt so nicht, weil man ja nicht im Stand der hei­lig­ma­chen­den Gna­de beich­tet! aber die Beich­te ist eben­falls ein Sakra­ment!
        Auch die Ster­be­sa­k­arment nur denen spen­den zu wol­len, die sie, weil schon im Stand der hei­lig­ma­chen­den Gan­de sind, nicht nötig haben, schheint mir etwas selt­sam.
        Bei der Eucha­ri­stie stim­me ich ihnen zu, wobei die Eucha­ri­stie den­noch auch Heil­mit­tel gegen läss­li­che Sün­den ist.
        Wei­ter dach­te ich bis­lang immer der 2. Ehe­zweck sei die gegen­sei­ti­ge Hei­li­gung, was rein logisch bedeu­tet, dass man eben vor­her noch nicht hei­lig ist.
        Von daher ist auch das eine merk­wür­di­ge Idee, das Ehe­sa­kra­ment auf die zu beschrän­ken, die den 2. Ehe­zweck schon erreicht haben.
        Natür­lich haben sie mit der Beschrei­bung der mei­sten katho­li­schen Ehe­schlie­ßun­gen (ist halt so schön,.… gehört halt dazu…) schon recht.
        Das Pro­blem ist aber, dass den­noch das Sakra­ment gilt und man dann die Sup­pe halt aus­löf­feln muss, die man sich leicht­fer­tig ein­ge­brockt hat, sprich das tun, was man vor Gott ver­spro­chen hat, und zusam­men­blei­ben, im Ver­trau­en dass wenig­sten der drit­te Im Bund, näm­lich Gott, damals wuss­te, was er tat.

      • @ anonym
        Klar, dass das Sakra­ment der Beich­te dabei außen vor ist: Ohne das Sakra­ment der Ver­söh­nung (oder die Tau­fe) emp­fan­gen zu haben, kann ich auch nicht in den Zustand der hei­lig­ma­chen­den Gna­de ver­setzt wer­den!
        Bei dem Sakra­ment der Kran­ken­sal­bung gilt nach wie vor: Wer in der Lage ist, muss unbe­dingt zum gül­ti­gen Emp­fang des „Ster­be­sa­kra­ments“ vor­her beich­ten, d.h. sich zuerst in den Zustand der hei­lig­ma­chen­den Gna­de ver­set­zen las­sen — die­sen bit­te nicht mit Hei­lig­keit ver­wech­seln! Im Zustand der hei­lig­ma­chen­den Gna­de sind wir noch lan­ge kei­ne Hei­li­ge, wie Sie mei­nen, son­dern auf dem Weg dahin, indem wir unse­re Umkehr­be­reit­schaft zei­gen.
        Die hl. Ber­na­det­te von Lour­des wur­de ein­mal gefragt was ein Sün­der ist. Ihre Ant­wort: „Ein Sün­der, Mon­sieur, ist jemand der die Sün­de liebt.“
        Damit hat sie aus­ge­drückt, dass man erst zum Sün­der wird, wenn man in der Sün­de ver­harrt und nicht bereit ist, sich mit GOTT zu ver­söh­nen — folg­lich also nicht im Zustand der hei­lig­ma­chen­den Gna­de ist.

  8. Aus vie­len eige­nen Beob­ach­tun­gen die ich im Lau­fe vie­ler Jah­re in Fami­lie, Freun­des- und Bekann­ten­kreis machen muss­te, habe ich fest­ge­stellt, dass zu den bereits auch von ZOE genann­ten Grün­den und Ursa­chen, die zum Schei­tern einer Ehe von Beginn an bereits Anlass zur Sor­ge geben, die man­geln­de, oder sogar feh­len­de Lie­be eines der Part­ner zuein­an­der ist. Offen oder ver­bor­gen. War­um dann trotz­dem gehei­ra­tet wird, dafür gibt es hun­der­te Grün­de. Es ist also nicht nur die Qua­li­tät des Glau­bens aus­schlag­ge­bend, son­dern das Ver­ständ­nis was Lie­be zwi­schen zwei Men­schen die sich ewi­ge treue vor G‑tt schwö­ren, in Wahr­heit bedeu­tet. Und dies hat mit dem Ver­ständ­nis der Lie­be wie es in der Bibel steht, wie es Jesus Chri­stus lehr, wenig oder gar nichts zu tun. Für mich ist das in vie­len trau­ri­gen Bei­spie­len die ich beob­ach­tet habe eine trau­ri­ge Gewiss­heit. Wie dem zu begeg­nen wäre, ist die Grund­fra­ge, was jeder ein­zel­ne unter Christ sein sel­ber ver­steht und es auch offen bekennt. Hier herrscht aber der eigent­lich gra­vie­ren­de Man­gel und mich wun­dern daher die extrem hohen Schei­dungs­ra­ten auf der Welt schon lan­ge nicht mehr. Daher stimm­te ich Papst Fran­zis­kus zu, die­sem Schein­chri­sten­tum und vie­len, dem mei­sten Schein­ehen, die den Ver­trau­ens­bruch von Anfang an im Kern ent­hal­ten, den Kampf anzu­sa­gen, auch wenn das auf mas­si­ves Unver­ständ­nis und Ableh­nung stößt. Aber Fran­zis­kus ist weit „katho­li­scher“ als die mei­sten sei­ner Kri­ti­ker. Der Satan ist der Vater der Lüge und die­ser Rauch ist wahr­haf­tig mas­siv in die Kir­che bis zum Erbre­chen ein­ge­drun­gen.

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