Vor der Bischofssynode – Vorrangige Option für die Familie (XXIX)

Die Ehe, ein Sakrament
Die Ehe, ein Sakrament

Aus der Hand­rei­chung Vor­ran­gi­ge Opti­on für die Fami­lie. 100 Fra­gen und 100 Ant­wor­ten im Zusam­men­hang mit der bevor­ste­hen­den Bischofs­syn­ode über die Fami­lie vom 4. bis 25. Okto­ber 2015 im Vatikan.

57. Fra­ge: Könn­te man sich nicht im pasto­ra­len Umgang mit Ehe­bruchs­fäl­len dar­auf eini­gen, ihn zu tole­rie­ren, oder ihn wenig­stens mit Wohl­wol­len zu betrach­ten, indem man den Schwe­re­grad der mora­li­schen Ver­feh­lung abschwächt und ihn als läss­li­che Sün­de ein­stuft, die ohne Reue oder Buße ganz leicht ver­ge­ben wer­den kann?

Ant­wort: Der Ehe­bruch ist objek­tiv eine schwe­re Sün­de und kann als sol­che nur ver­ge­ben wer­den, wenn der Sün­der nicht nur eine auf­rich­ti­ge Reue bekun­det, son­dern auch den Vor­satz zeigt, sich zu ändern, das heißt, sein ehe­bre­che­ri­sches Ver­hal­ten aufzugeben.
„Die Reue ist der Schmerz und der Abscheu der See­le über die began­ge­ne Sün­de mit dem Vor­satz, künf­tig­hin nicht mehr zu sün­di­gen“ (Kate­chis­mus des Kon­zils von Tri­ent, 3. Teil, Kapi­tel V, Nr. 23).
„Es ist also klar, dass jede ehe­ähn­li­che Ver­bin­dung außer­halb des [sakra­men­ta­len] Ehe­bun­des Untreue ein­schließt und des­halb ein Ehe­bruch ist. (…) Die Ver­ge­bung kann nur dem gewährt wer­den, der in wirk­li­cher Reue die sün­di­ge Situa­ti­on ändert. Natür­lich kann der Ehe­bruch ver­ge­ben wer­den; eben­so logisch ist aber, dass die­ser nicht die ein­zi­ge Sün­de sein kann, die ohne Reue ver­ge­ben wird“ (Pérez-Soba, Die Wahr­heit des Ehe­sa­kra­ments, in J.J. Pérez-Soba und S. Kam­pow­ski, Das wah­re Evan­ge­li­um der Fami­lie, Media Maria, Iller­tis­sen 2014, S. 73–74).

58. Fra­ge: Fast alle christ­li­chen Kir­chen dul­den die Ehe­schei­dung. War­um besteht allein die katho­li­sche Kir­che auf ihrer Ablehnung?

Ant­wort: Die Katho­li­sche Kir­che lehnt die Ehe­schei­dung ab, weil eine Ehe der Regel nach unauf­lös­lich ist; das ist kei­ne Kon­ven­ti­on, son­dern im Natur­recht und im gött­li­chen Recht so fest­ge­legt. Die sakra­men­ta­le Ehe ist, wie schon erwähnt, ein Zei­chen des Bun­des zwi­schen Gott und der Mensch­heit und ganz beson­ders der Alli­anz zwi­schen dem Erlö­ser und sei­ner Braut, der Kir­che. Des­halb muss die Ehe aus­schließ­lich und unauf­lös­lich sein, so wie jener Bund und jene Alli­anz es sind. Es ist also kein Zufall, dass die Katho­li­sche Kir­che die ein­zi­ge ist, die eine ech­te und eige­ne Theo­lo­gie der Ehe her­vor­ge­bracht hat.
„Aus einer gül­ti­gen Ehe ent­steht zwi­schen den Ehe­gat­ten ein Band, das sei­ner Natur nach lebens­lang und aus­schließ­lich ist. (…) Das Band der Ehe wird somit von Gott selbst geknüpft, sodass die zwi­schen Getauf­ten geschlos­se­ne und voll­zo­ge­ne Ehe nie auf­ge­löst wer­den kann. Die­ses Band (…) ist fort­an unwi­der­ruf­li­che Wirk­lich­keit und stellt einen durch die Treue Got­tes gewähr­lei­ste­ten Bund her. Es liegt nicht in der Macht der Kir­che, sich gegen die­se Ver­fü­gung der gött­li­chen Weis­heit aus­zu­spre­chen“ (Kate­chis­mus der Katho­li­schen Kir­che, Nr. 1638 und 1640).

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Anga­ben zur Handreichung:
Aldo di Cil­lo Pagotto/Robert F. Vasa/Athanasius Schnei­der: Vor­ran­gi­ge Opti­on für die Fami­lie. 100 Fra­gen und 100 Ant­wor­ten im Zusam­men­hang mit der Syn­ode. Vor­wort von Jor­ge A. Kar­di­nal Medi­na, Edi­zio­ni Sup­pli­ca Filia­le, Roma 2015, www. supplicafiliale.org

Die gedruck­te Aus­ga­be in deut­scher Spra­che kann ange­for­dert wer­den bei:
Deut­sche Gesell­schaft zum Schutz von Tra­di­ti­on, Fami­lie und Pri­vat­ei­gen­tum (TFP)
Gla­dio­len­stra­sse 11
60437 Frank­furt am Main
segreteria.supplicafiliale [a] outlook.com
www.tfp-deutschland.org

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: InfoVaticana

2 Kommentare

  1. Ich möch­te an drei Mär­ty­rer der Kir­che erin­nern, die wegen Ver­tei­di­gung des Ehe­sa­kra­men­tes ihren Kopf las­sen muss­ten: Johan­nes der Täu­fer, der Vor­läu­fer Jesu, St. Kili­an und Gefähr­ten, und nicht zu ver­ges­sen, Sir Tho­mas More mit­samt Eng­land, das der Kir­che in die­ser Ange­le­gen­heit ver­lo­ren ging! Soll­ten die­se „Ehef­a­na­ti­ker“ sich geirrt haben, müss­te man ihre Kano­ni­sa­ti­on wie­der rück­gän­gig machen und sie aus dem Hei­li­gen­ka­len­der streichen.

  2. 8. Sep­tem­ber Fest MARIÄ GEBURT

    Aus KÖNIGLICHEM GESCHLECHT ging MARIA hervor:
    Instän­dig bit­ten wir, dass IHRE FÜRSPRACHE uns helfe!

    Unser Ziel ist HEILIGKEIT ist LIEBE ohne Grenzen:

    MARIA zei­ge uns den WEG zu unse­rem HERRN, lei­te uns den SCHMALEN PFAD zu Sei­nen BERGESHÖHN und lass‘ kei­nen dei­ner Kin­der je ver­lo­ren gehn!
    (aus einem Lied von Br. Roland Faustin)

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