Vor der Bischofssynode – Vorrangige Option für die Familie (XXVI)

Die Ehe, ein Sakrament
Die Ehe, ein Sakra­ment

Aus der Hand­rei­chung Vorran­gi­ge Opti­on für die Fami­lie. 100 Fra­gen und 100 Ant­wor­ten im Zusam­men­hang mit der bevor­ste­hen­den Bischofs­syn­ode über die Fami­lie vom 4. bis 25. Okto­ber 2015 im Vati­kan.

51. Fra­ge: Von Natur aus ist der Mensch frei und die Ehe ist ein frei­wil­li­ger Bund. Wie kann dann eine Per­son aus dem Natur­ge­setz her ver­pflich­tet wer­den, Ban­de und Ver­pflich­tun­gen zu ach­ten, die nicht mehr erwünscht sind, wie es die Unauf­lös­lich­keit der Ehe ver­langt?

Ant­wort: Die wah­re Frei­heit der Per­son besteht in der Ver­wirk­li­chung des eige­nen Wesens; dazu müs­sen bestimm­te mora­li­sche Ban­de und Ver­pflich­tun­gen geach­tet und ein­ge­hal­ten wer­den, wie die, die im Natur­recht vor­ge­se­hen sind.
„Cha­rak­te­ri­stisch für die Ehe­ge­mein­schaft ist nicht nur ihre Ein­heit, son­dern auch ihre Unauf­lös­lich­keit. (…) Es ist eine Grund­pflicht der Kir­che, mit Nach­druck — wie es die Väter der Syn­ode getan haben — die Leh­re von der Unauf­lös­lich­keit der Ehe erneut zu beto­nen. (…) Den unschätz­ba­ren Wert der Unauf­lös­lich­keit und der ehe­li­chen Treue zu bezeu­gen, ist eine der wich­tig­sten und drin­gend­sten Pflich­ten der christ­li­chen Ehe­paa­re in unse­rer Zeit“ (hl. Johan­nes Paul II., Fami­lia­ris Con­sor­tio, Nr. 20).
„Dar­über hin­aus ist an den anthro­po­lo­gi­schen Wert der unauf­lös­li­chen Ehe zu erin­nern: Sie ent­zieht die Part­ner der Will­kür und der Tyran­nei der Gefüh­le und Stim­mun­gen. Sie hilft ihnen, per­sön­li­che Schwie­rig­kei­ten durch­zu­ste­hen und leid­vol­le Erfah­run­gen zu über­win­den. Sie schützt vor allem die Kin­der, die am Zer­bre­chen der Ehen am mei­sten zu lei­den haben“ (Kar­di­nal Ger­hard Mül­ler, Die Unauf­lös­lich­keit der Ehe und die Debat­te in Bezug auf die zivil Wie­der­ver­hei­ra­te­ten und die Sakra­men­te, in Aa. Vv., In der Wahr­heit Chri­sti ver­blei­ben: Ehe und Kom­mu­ni­on in der katho­li­schen Kir­che, Ech­ter Ver­lag, Würz­burg, 2014, S. 124).

52. Fra­ge: Die Ehe­schlie­ßung eine Form der frei­wil­li­gen Gemein­schaft zwi­schen frei­en Men­schen. War­um soll­ten die Ehe­part­ner sie dann nicht nach frei­em Wil­len schlie­ßen und wie­der auf­lö­sen kön­nen?

Ant­wort: Der wich­tig­ste Aspekt der Ehe ist nicht der Ver­trag, son­dern die Tat­sa­che, dass sie eine gött­li­che Ein­rich­tung ist, deren Eigen­schaf­ten und Geset­ze von Gott selbst fest­ge­legt wur­den. Eine die­ser Eigen­schaf­ten ist die Unauf­lös­lich­keit. Der Katho­lik ist nur frei, zu hei­ra­ten und sich aus­zu­su­chen, wen er hei­ra­ten möch­te, nicht aber, die Ehe auf­zu­lö­sen.
„Wenn nun aber auch die Ehe ihrem Wesen nach von Gott stammt, so hat doch auch der Wil­le des Men­schen, und zwar in her­vor­ra­gen­der Wei­se, sei­nen Anteil an ihr. Denn die ein­zel­ne Ehe ent­springt, sofern sie die ehe­li­che Ver­bin­dung zwi­schen die­sem Mann und die­ser Frau ist, dem frei­en Jawort der bei­den Braut­leu­te. Die­se freie Wil­lens­ent­schei­dung, durch die jeder Teil das der Ehe eigen­tüm­li­che Recht gibt und nimmt (vgl. CIC, c. 1081 § 2), ist zu einer wah­ren Ehe­schlie­ßung der­art not­wen­dig, daß sie durch kei­ne mensch­li­che Macht ersetzt wer­den kann (vgl. CIC, c. 1081 § 1). Die­se Frei­heit hat jedoch nur das eine zum Gegen­stand, ob die Ehe­schlie­ßen­den wirk­lich eine Ehe ein­ge­hen und ob sie die­sel­be mit die­ser Per­son ein­ge­hen wol­len. Dage­gen ist das Wesen der Ehe der mensch­li­chen Frei­heit voll­stän­dig ent­zo­gen, so daß jeder, nach­dem er ein­mal die Ehe ein­ge­gan­gen hat, unter ihren von Gott stam­men­den Geset­zen und wesent­li­chen Eigen­schaf­ten steht. (…) So wird also die hei­li­ge Gemein­schaft der wah­ren Ehe gleich­zei­tig durch Got­tes und des Men­schen Wil­len begrün­det: Aus Gott ist die Ein­set­zung der Ehe, aus ihm sind ihre Zwecke, ihre Geset­ze, ihre Segens­gü­ter. Von den Men­schen aber stammt mit Got­tes Hil­fe und Gna­de durch edel­mü­ti­ge Hin­ga­be des eige­nen Ich an den andern für die gan­ze Lebens­dau­er die ein­zel­ne Ehe mit den von Gott gesetz­ten Pflich­ten und dem von ihm ver­hei­ße­nen Segen“ (Pius XI., Casti Con­nu­bii, Nr. 6 und 10).

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Anga­ben zur Hand­rei­chung:
Aldo di Cil­lo Pagotto/Robert F. Vasa/Athanasius Schnei­der: Vor­ran­gi­ge Opti­on für die Fami­lie. 100 Fra­gen und 100 Ant­wor­ten im Zusam­men­hang mit der Syn­ode. Vor­wort von Jor­ge A. Kar­di­nal Medi­na, Edi­zio­ni Sup­pli­ca Filia­le, Roma 2015, www. supplicafiliale.org

Die gedruck­te Aus­ga­be in deut­scher Spra­che kann ange­for­dert wer­den bei:
Deut­sche Gesell­schaft zum Schutz von Tra­di­ti­on, Fami­lie und Pri­vat­ei­gen­tum (TFP)
Gla­dio­len­stra­sse 11
60437 Frank­furt am Main
segreteria.supplicafiliale [a] outlook.com
www.tfp-deutschland.org

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Info­Va­ti­ca­na

1 Kommentar

  1. Was Gott ver­bun­den hat, kann der Mensch nicht tren­nen. Als noch genü­gend Glau­ben da war,
    war es für die Men­schen selbst­ver­ständ­lich, dass die Ehe lebens­lang zu sein hat­te. Natür­lich gab
    es auch schwie­ri­ge Situa­tio­nen, die mei­sten durch den Glau­ben und im Glau­ben gelöst wur­den.
    Der moder­ne Mensch ist oft nicht fähig eine lebens­lan­ge Bin­dung ein­zu­ge­hen, oft schon des­halb,
    weil er schon ein vor­ehe­li­ches Leben geführt hat und jeg­li­che Ver­ant­wor­tung ablehnt oder nicht
    kennt. Der klein­ste Streit löst hier gleich die Schei­dung aus.

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