Israels Staatspräsident besucht nach Attentat Kloster in Tabgha — Protest gegen Mauerbau durch das Cremisantal

Israels Staatspräsident Rivlin in Tabgha
Isra­els Staats­prä­si­dent Riv­lin in Tabgha

(Jeru­sa­lem) Isra­els Staats­prä­si­dent Reu­ven Riv­lin besuch­te gestern das Bene­dik­ti­ner­klo­ster Tabgha am See Gene­za­reth, das Mit­te Juni Ziel­schei­be eines Brand­an­schlags jüdi­scher Extre­mi­sten war. Das Klo­ster ist von deut­schen Bene­dik­ti­nern bewohnt und gehört zur Dor­mi­tio-Abtei in Jeru­sa­lem. Beglei­tet wur­de das Staats­ober­haupt vom Latei­ni­schen Patri­ar­chen von Jeru­sa­lem Fouad Twal. Der Patri­arch begrüß­te den Besuch, kri­ti­sier­te aber gleich­zei­tig den Mau­er­bau durch das christ­li­che Cremis­an­tal zwi­schen Bet­le­hem und Jerusalem.

Abt Gre­go­ry Col­lins sprach von einem „ermu­ti­gen­den Zei­chen“ für die Fort­set­zung der Ver­söh­nungs­be­mü­hun­gen. Zum Klo­ster gehört eine Begeg­nungs­stät­te für jüdi­sche und ara­bi­sche Jugend­li­che. Staats­prä­si­dent Riv­lin hat­te noch am Tag nach dem Atten­tat den Abt des Bene­dik­ti­ner­klo­sters tele­fo­nisch kon­tak­tiert, um ihm sein Bedau­ern aus­zu­spre­chen und den Anschlag zu verurteilen.

Staatspräsident bezeichnet Attentat als „Akt der Blasphemie“

Bei sei­nem Besuch in Tabgha sprach Riv­lin von einem „Akt der Blasphemie“.

In den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren häuf­ten sich Angrif­fe gegen christ­li­che Ein­rich­tun­gen, beson­ders Kir­chen und Klö­ster, durch jüdi­sche Extre­mi­sten, die der radi­ka­len Sied­ler­be­we­gung nahe­ste­hen. Wegen des Brand­an­schla­ges auf das Klo­ster in Tabgha wur­de Ankla­ge gegen drei jun­ge jüdi­sche Män­ner erhoben.

Beim Besuch des Staats­prä­si­den­ten am See Gene­za­reth waren auch der Latei­ni­sche Patri­arch von Jeru­sa­lem, Msgr. Fouad Twal, der Kustos der Fran­zis­ka­ner­kusto­die des Hei­li­gen Lan­des, Pater Pier­bat­ti­sta Piz­zabal­la, der Apo­sto­li­sche Nun­ti­us Erz­bi­schof Giu­sep­pe Laz­z­a­rot­to und Ver­tre­ter der deut­schen Bot­schaft anwesend.

Ein Spre­cher des Bene­dik­ti­ner­or­dens sprach von einem Scha­den von 1,6 Mil­lio­nen Euro und for­der­te den Staat Isra­el auf, sich am Wie­der­auf­bau zu beteiligen.

Die Klo­ster­kir­che von Tabgha befin­det sich an der Stel­le, an der Jesus die erste Brot­ver­meh­rung wirkte.

Patriarch protestiert gegen Mauerbau durch das Cremisantal

Salesianerin mit israelischem Soldaten: Mauer mitten durch das christliche Tal von Cremisan
Sale­sia­ne­rin mit israe­li­schem Sol­da­ten: Mau­er mit­ten durch das christ­li­che Tal von Cremisan

Patri­arch Twal kri­ti­sier­te mit schar­fen Wor­ten, daß Isra­el den Mau­er­bau durch das Cremis­an­tal zwi­schen Bet­le­hem und Jeru­sa­lem fort­setzt. Anfang Juli hat­te der Ober­ste Gerichts­hof Isra­els über­ra­schend die Fort­set­zung der Bau­ar­bei­ten gut­ge­hei­ßen. 2004 war der Mau­er­bau vom Inter­na­tio­na­len Gerichts­hof ver­ur­teilt worden.

Das Cremis­an­tal ist ein christ­li­ches Tal zwi­schen den bei­den hei­li­gen Städ­ten und eine grü­ne Lun­ge für das unter gro­ßer Bevöl­ke­rungs­dich­te stöh­nen­de palä­sti­nen­si­sche Umland. Das Tal gehört dem Sale­sia­ner­or­den, der dort 1883 auf den Rui­nen eines byzan­ti­ni­schen Klo­sters aus vor­is­la­mi­scher Zeit ein Män­ner­klo­ster errich­te­te. Bald dar­auf wur­de im Tal auch ein Frau­en­klo­ster gegrün­det. Das Tal ist bekannt wegen des Wein- und Oli­ven­an­baus der Sale­sia­ner. Die­se errich­te­ten dort Schu­len und Werk­stät­ten zur Aus­bil­dung der ara­bi­schen Jugend. Die Ein­rich­tun­gen ste­hen sowohl Chri­sten als auch Mos­lems offen. Von der Land­wirt­schaft im Tal leben die 58 christ­li­chen Fami­li­en von Beit Jala.

Die Mau­er wird nicht nur die bei­den Klö­ster tren­nen, son­dern auch alle Schul- und Aus­bil­dungs­ein­rich­tun­gen. Die Umwe­ge, um auf die ande­re Sei­te der Mau­er zu gelan­gen, sind unzu­mut­bar weit und umständ­lich. Glei­ches gilt für die Chri­sten von Beit Jala, die auf der einen Sei­te der Mau­er woh­nen wer­den, wäh­rend die land­wirt­schaft­li­chen Grün­de auf der ande­ren Sei­te lie­gen wer­den. Schü­ler und Arbei­ter wer­den von den Schu­len und dem Arbeits­platz abge­schnit­ten. Patri­arch Twal sprach von der „Zer­stö­rung einer intak­ten fried­li­chen Gemein­schaft, die älter ist als der Staat Israel“.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Asianews

35 Kommentare

  1. „Älter als der Staat Isra­el“? Das eben ist die Fra­ge, an der sich die Gei­ster schei­den. Der Staat Isra­el ist min­de­stens 3000 Jah­re alt. Kann man in der Bibel nach­le­sen und ist histo­risch und archäo­lo­gisch gesichert.

    • Rich­tig!

      Es ist immer wie­der erstaun­lich, wie Katho­li­ken — ähn­lich den Mus­li­men — igno­rie­ren, was histo­risch wahr ist.

      Der Staat Isra­el wird nicht nur in sei­ner Exi­stenz durch des AT der Hl. Schrift belegt, das an sich auch für Katho­li­ken als Offen­ba­rung gilt (nicht nur für Juden!).

      Die Zer­stö­rung des Staa­tes, wenn auch als Pro­vinz im römi­schen Reich, die aber sehr viel Frei­heit und sehr viel Wohl­wol­len bei den römi­schen Behör­den genoss, und Ver­trei­bung der recht­mä­ßi­gen Bewo­henr des Lan­des, näm­lich der Juden geschah nach dem Jüdi­schen krieg im Jahr 71 n.Chr.

      Ves­pa­si­an und sein Sohn Titus fei­er­ten die­sen „Sieg“. man mer­ke, dass kei­ne 10 Jah­re zuvor die Apo­stel Petrus und Pauls in Rom hin­ge­rich­tet wor­den waren…

      Auf dem Ves­pai­an-Denar wird ab sofort fol­gen­des abgebildet:

      „Iudea cap­ta et devic­ta“ (Judäa gefan­gen und total vernichtet)
      Palm­baum als Wahr­zei­chen Isra­els, eine gebeug­te Frau (Per­so­ni­fi­ka­ti­on Isra­els) und ihr gegen­über ein auf­rech­ter römi­scher Soldat.

      Des­halb hat der Staat Isra­el bei sei­ner Wie­der­auf­er­ste­hung 1848 dar­an ange­knüpft. Auf den neu­en Mün­zen stand folgendes:

      „Isra­el libe­ra­ta (Jis­ra­el lacherut)“
      fro­he Mut­ter mit einem Neugeborenen

      Dass Isra­el die Hei­mat der Juden ist, ist siche­rer, älter und rea­ler als der Anspruch der Sude­ten auf ihre alte Hei­mat (und auch der ist sicher und real).

      Kein Volk, das aus sei­ner Hei­mat ver­trie­ben wird, wird zu Recht ver­trie­ben — auch nicht das Volk der Juden…

      Soviel Gerech­tig­keits­emp­fin­den muss sein.
      Die Palä­sti­nen­ser sind nicht „ver­trie­ben“ wor­den aus Palä­sti­na. Die Ara­ber samt den Palä­sti­nen­sern haben eben auch jeden Kom­pro­miss sei­ner­zeit abge­lehnt, mit­hil­fe der ara­bi­schen Staa­ten einen Angriffs­krieg ange­zet­telt und ver­lo­ren und seit­her gab es kei­nen Freiden.

      Die Ara­ber beab­spru­chen nach wie vor das gesam­te gebiet Palä­sti­nas für sich und geben offen kund, dass sie Isra­el nicht aner­ken­nen und am lieb­sten ins Meer trei­ben würden.
      Wie kön­nen sie da erwar­ten, dass man ihnen ver­traut? (Abge­se­hen vonn­den jahr­zehn­te­lan­gen Ter­ror­an­schlä­gen, die auf Israe­lis und ihre Ein­rich­tun­gen ver­übt werden?)

      • Hal­lo Zeitschnur,

        Als Nicht-Tra­di hät­te ich da ein paar Rückfragen:

        1) Kann es sein, dass für eine jahr­tau­sen­de­al­te Ver­trei­bung die recht­mä­ßi­gen Nach­fah­ren der Ver­trie­be­nen viel­leicht nicht mehr fest­stell­bar sind?
        2) Falls die­ses Fest­stel­lungs­pro­blem lös­bar ist, wäre es dann auch in ande­ren Fäl­len anzu­wen­den, z.B. auch dort, wo kei­ne jahr­tau­sen­de­al­te Schrift­tradi­ti­on herrscht?
        3) Wie sieht es aus, wenn nach der Ver­trei­bung Flücht­lin­ge im Ver­trei­bungs­ge­biet sie­deln? Müss­te man denen dann Asyl gewäh­ren? Wären Sie viel­leicht nach ein paar Jahr­tau­sen­den wie die ursprüng­li­chen Besit­zer zu behandeln?
        4) Ist für das Hei­li­ge Land nicht das­je­ni­ge Volk recht­mä­ßi­ger Besit­zer, das von Gott aus­er­wählt wurde?
        5) Falls Sie 4) zustim­men, müss­ten Sie dann nicht „Isra­el“ völ­ker­recht­lich dem hei­li­gen Stuhl zuschlagen?

    • So alt ist er nicht, um 140 nach Chri­stus sie­del­te Kai­ser Hadri­an die Juden in einem völ­ker­recht­lich ver­bind­li­chen Akt ab. Es ist nach­les­bar beim Pro­phe­ten Eze­chi­el dass das Volk der Juden zur Stra­fe für sei­ne Sün­den unter alle Völ­ker zer­streut wird, und Jesus sagt zu den Jün­gern, dass vom Tem­pel kein Stein auf dem ande­ren blei­ben wird.

  2. Und war­um baut Isra­el da eine Mau­er? Gewiss nicht, weil es hier so „fried­lich“ zugeht! Und war­um heißt der Ober­ste Gerichts­hof den Bau für rechtens?

    Durch Ver­schwei­gen aller Umstän­de einer Situa­ti­on kann man einen Sach­ver­halt total verzerren!

    Auch die geziel­te Dra­stel­lung, die Chri­sten im Hl. Land wür­den nur durch böse Juden ange­grif­fen, ist verzerrt.
    Tat­säch­lich haben die Chri­sten den größ­ten Druck durch palä­sti­nen­si­sche Isla­mi­sten — also ihre angeb­li­chen „Brü­der“.

    Palä­sti­ne­ser ver­üben inzwi­schen auch außer­halb isra­el Anschlä­ge auf Chri­sten, z.B. in Ägyp­ten: https://open-speech.com/threads/576134-Kairo-macht-Pal%C3%A4stinenser‑f%C3%BCr-Anschlag-auf-Christen-verantwortlich-Islamische-Zeitung-%28Abonnement%29

    Wenn Katho­li­ken hier wei­ter­hin auf die Sei­te der Isla­mi­sten set­zen, um ihre Vor­ur­tei­le gegen Isra­el und die Jun­den irgend­wie bestä­tigt sehen zu kön­nen, wer­den sie den Chri­sten im Ori­ent den Todes­stoß versetzen.

    • Um das geraub­te Gut bes­ser ver­tei­di­gen zu kön­nen und um die Urein­woh­ner bes­ser aus dem Land ekeln zu kön­nen ‚und zumin­dest die Chri­sten kön­nen auswandern.

      • Urein­woh­ner?

        Haben Sie mal das AT ange­se­hen? Und die Tat­sa­che, dass Gott nicht nur zer­streut hat, son­dern IMMER auch die Rück­füh­rung bereits vor­her­sa­gen ließ?

        Nein?

        Hei­li­ge Schrift? Irrtumslos? 

        Gefähr­lich, wenn man Schrift­wort ver­dreht und missbraucht. 

        Jaja, der katho­li­sche Antisemitismus…

        Nein?

  3. Als gläu­bi­ger Katho­lik und deut­scher Bun­des­kanz­ler unter­stütz­te Kon­rad Ade­nau­er die Staats­grün­dung Isra­els und die mate­ri­el­le Unter­stüt­zung für den Auf­bau des Lan­des Isra­els. 1967 rei­ste der israe­li­sche Mini­ster­prä­si­dent David Ben Gur­i­on zur Beer­di­gung Kon­rad Ade­nau­ers das erste Mal nach 1945 wie­der nach Deutsch­land: http://www.konrad-adenauer.de/stichworte/aussenpolitik/adenauer-und-david-ben-gurion/ — Die Chri­sten in Isra­el brau­chen den Schutz der israe­li­schen Staats­macht. Es ist so wie Frau Zeit­schnur sagt, dass sich wohl Palä­sti­nen­ser einem Able­ger des IS ange­schlos­sen haben und den Chri­sten mit der Ver­nich­tung dro­hen: http://www.israelnetz.com/sicherheit/detailansicht/aktuell/islamischer-staat-droht-jerusalemer-christen-mit-vernichtung-92652/ — Es gab schon Angrif­fe von ihnen auf Chri­sten. Das mit den jüdi­schen Extre­mi­sten könn­te wohl das klei­ne­re Pro­blem darstellen.

    • Dan­ke für den zwei­ten Link — wenn die Tra­dis auf­wa­chen, wird es ver­mut­lich zu spät sein.
      Bit­te­re Erkennt­nis aus den letz­ten 150 Jahren.
      Sie schla­fen ja heu­te noch ihre Räu­sche des 19. Jh aus…

    • Die brau­chen den Schutz der israe­li­schen Staats­macht , um 1900 gab es unge­fähr noch 600 000 Chri­sten in Palä­sti­na , heu­te sind es noch 40 000 , nach Anga­ben der christ­li­chen Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen CSI und der­glei­chen gin­gen alle wegen der Juden und nicht wegen der Mos­lems. Und der Moder­nist Ade­nau­er hat zusam­men mit den deut­schen Bischö­fen sehr viel inner­kirch­li­che Abbruch­ar­beit gelei­stet! Die Home­page von Radio Vati­kan und der Diö­ze­se Mün­chen müss­te für Sie sehr inter­es­sant sein!

  4. Anti­zio­nis­mus ist Anti­se­mi­tis­mus! Aber in den Tra­di­k­rei­sen zwi­schen Gar­misch, Inns­bruck und Bozen, die ich ken­nen ler­nen durf­te, ist Anti­se­mi­ti­sches nach wie vor so ver­brei­tet, als ob es den Holo­caust nie gege­ben hät­te. So wird immer noch an der Ritu­al­mord­le­gen­de des ANDERL VON RINN und einer ent­spre­chen­den Wall­fahrt fest­ge­hal­ten. Ein Pater der Pius­bru­der­schaft behaup­tet sogar, auch heu­te noch begin­gen Juden Ritualmorde!
    Gera­de wenn wir zu Recht an der JUDENMUSSION und an der alten Kar­frei­tags­für­bit­te fest­hal­ten, müs­sen wir ins sorg­fäl­tig vor Anti­se­mi­tis­mus hüten!

    • Non­sens 1: Anti­zio­nis­mus = Anti­se­mi­tis­mus. Eine blan­ke Unter­stel­lung. Zwei unter­schied­li­che Ebe­nen. a = poli­tisch, b = ras­sisch, reli­gi­ös. An einem Juden­staat in Palä­sti­na hät­te sogar ein gewis­ser A. Hit­ler sei­ne Freu­de gehabt. Er ver­han­del­te ja wegen Mada­gas­kar. Th. Herzl woll­te anfangs sogar nach Ugan­da wandern.
      Non­sens 2: Anti­jü­di­sche Het­ze in Tirol. Wel­che Bele­ge kön­nen Sie vorbringen?
      Die Opti­on, dass es Ritu­al­mor­de gege­ben haben könn­te, schlie­ssen Sie a prio­ri aus? Wie kön­nen Sie das? Ari­el Toaffs The­se vom levan­ti­ni­schen Han­del mit getrock­ne­tem Men­schen­blut als Wun­der­me­di­zin für aber­gläu­bi­sche (?) oder viel­leicht ein­fach nur in Krank­heit ver­zwei­fel­te Euro­pä­er (viel­leicht auch Juden?) gehört für Sie auch ins Reich der Phantasie?
      Die Pro­zess­ak­ten zum Fall des sel. Anderl von Rinn und jenen des selig. Simon von Tri­ent wischen Sie ein­fach vom Tisch. War­um wohl, sind die römi­schen Akten zum Anderl von Rinn (nicht die Brix­ner, heu­te Inns­bruck) wohl plötz­lich ver­schwun­den, nach­dem der dama­li­ge Bischof Ste­cher den Kult ver­bo­ten hat? Man könn­te das Beweis­ver­nich­tung nen­nen, weil nicht sein darf, was nicht ins Bild paßt. Das Bild aller­dings scheint sich im Lau­fe der Zeit zu ändern…
      Nur Nein schrei­en, ist zu wenig, der Gegen­be­weis ist erst zu erbrin­gen. Nur mit Macht­will­kür einen Pro­zeß weg­wi­schen, wie es Bischof Ste­cher getan hat, ist zu billig.

      • Ihre Aus­ein­an­der­le­gun­gen sind Augenwischerei.

        Ich erle­be das­sel­be wie Micha­el Kop­pe unter Tradis.

        Der Anti­zio­nis­mus der Tra­dis ist IMMER gekop­pelt mti Anti­ju­da­is­mus. Auch der Begriff — ob nun „Anti­ju­da­is­mus“ oder „Anti­se­mi­tis­mus“ — hat­te immer einen ras­si­sti­schen Beigeschmack!

        Dafür spre­chen fol­gen­de Beobachtungen:

        1. Auch der christ­li­che Juden­hass war, ver­mischt mit reli­giö­sem Wahn, ras­si­stisch gedacht: 

        Das immer vor­ge­tra­ge­ne Argu­ment, „die“ Juden hät­ten Chri­sti Blut auf sich selbst und ihre Kin­der her­ab­ge­ru­fen und sei­en daher für immer ver­flucht, geht von einer allei­ne bluts­mä­ßig nach­voll­zieh­ba­ren Sip­pen­haft aus. Und das ist nichts wei­ter als blü­ten­rei­ner Rassismus.

        Offen­bar war die Glau­bens­wand­lung in sol­chen heid­ni­schen „Chri­sten“ so dünn oder ober­fläch­lich, dass sie nicht ver­stan­den haben, dass nicht eine Hand­voll Juden für das gan­ze Volk und auch noch für alle Genera­tio­nen die­ses Vol­kes bis in Ewig­keit einen Fluch her­bei­ru­fen konn­ten — was haben sol­che Katho­li­ken eigent­lich für ein Gottesbild!?
        Da ist ja Allah noch menschlicher.…

        Wer weiß — viel­leicht straft Gott ja auch Sie für Unta­ten Ihrer Väter vor 2000 Jah­ren? Nie­mand neh­me hier das Maul zu voll.
        Ich glau­be, dass Gott gerecht ist und das Herz des ein­zel­nen sieht.

        2. Der Juden­hass der Natio­nal­so­zia­li­sten bau­te auf dem gut vor­be­rei­te­ten Fun­da­ment des katho­li­schen Juden­has­ses auf und war nicht nur ras­si­stisch begründet.

        Übri­gens zu Ihrer Info:

        Auch die Nazis lehn­ten den Begriff „Anti­se­mi­tis­mus“ für ihre Ideo­lo­gie ab. 

        Ich darf das belegen:

        „Es ist bekannt, daß z.B. in einer ‚Stel­lungs­nah­me des Ras­sen­po­li­ti­schen Amtes 8der NSDAP) zur Ara­ber­fra­ge‘ (vom 15. Janu­ar 1943) der Aus­druck ‚Anti­se­mi­tis­mus‘ als falsch bezeich­net wur­de. Schon 1942 hat­te das Pro­pa­gan­da­mi­ni­ste­ri­um sei­ne vom bereits genann­ten ‚Insti­tut zum Stu­di­um der Juden­fra­ge‘ gesteu­er­te ‚Anti­se­mi­ti­sche Akti­on‘ in ‚ANti­jü­di­sche Akti­on‘ umbenannt.“

        (in: Bernd Martin/Ernst Schulin (Hg.): Die Juden als Min­der­heit in der Geschich­te, S. 12f)

        3. Zahl­rei­che Bele­ge aus der Geschich­te wei­sen uns nach, dass selbst getauf­te Juden nie recht inte­griert wur­den, weil Juden eben Juden sind, nicht wahr?

        4. Das Juden­tum als Reli­gi­on kennt kei­nen Ritu­al­mord! Wer das behaup­tet, ist ein Ver­leum­der und Lügner!

        Ob ein­zel­ne Per­so­nen, die der jüdi­schen Reli­gi­on ange­hö­ren, ver­strickt waren in ver­bre­che­ri­sche Din­ge, hat damit nichts zu tun!

        Katho­li­ken haben das aber stets so hin­ge­stellt, als gehö­re der Ritu­al­mord an Kin­dern zum Inven­tar jüdi­schen Glau­bens. Dar­auf grif­fen z.B. eben­falls die Nazis zurück und warn­ten die Ari­er, ihre Kin­der vor dem bösen oliv­häut­gen Juden zu schüt­zen, weil der die­sel­ben lüstern miss­brau­che und anschlie­ßend womög­lich auf­fres­se. Die­se schwach­sin­ni­gen Ideen stam­men aus kei­ner Ras­sen­theo­rie, son­dern einem ver­fehl­ten Katholizismus.

        Bis heu­te miss­brau­chen auch kath. Prie­ster klei­ne Jungs, und bis heu­te sind auch immer wie­der Prie­ster in okkul­te Machen­schaf­ten vertsrickt — ist daher das Chri­sten­tum okkultistisch?

      • 5. Für den kirch­li­chen (aber dog­ma­tisch nicht fest­ge­stell­ten) Anti­zio­nis­mus gibt es gar kein ande­res Argu­ment als den Antijudaismus.

        Die Ableh­nung der Katho­li­ken, die Juden dar­in zu unter­stüt­zen, ins Hei­li­ge Land, das aus­drück­lich ihnen für immer von Gott ver­spro­chen wur­de, zurück­zu­keh­ren, nach­dem sie so viel Leid ertra­gen hat­ten, wur­de IMMER mit dem typisch katho­li­schen Anti­ju­da­is­mus begrün­det. Gera­de­zu pro­to­ty­pisch dafür ist die­ses omi­nö­se Gespräch zwi­schen Pius X. und Herzl.

        Und noch was: Mada­gas­kar oder Ugan­da sind nicht die Hei­mat der Juden, die Gott ihnen zuge­wie­sen hatte.
        Oder wie wich­tig ist Ihnen, was Gott wollte?

        6. Der Anderl von Rinn ist ein The­ma für sich. was immer da pas­siert ist, alle Quel­len, auch die Haus­mär­chen der Gebrü­der Grimm (da steht die Legen­de näm­lich auch als Legen­de (!) drin).

        7. Was Sie hin­sicht­lich des Anderl-Kul­tes unter­schla­gen ist, dass bereits um das Jahr 1800 Gegen­be­we­gun­gen gegen­die­sen über­zo­ge­nen Kult, der auf Schall und Rauch beruh­te, ein­setz­ten. Was man sicher weiß, ist, dass ein Kind ums Leben kam, übri­gens der Legen­de nach vom christ­li­chen Paten des Jun­gen an Kauf­leu­te ver­kauft (das ist aber nicht der Rede wert…)

        Die Zwei­fel­haf­tig­keit der Geschich­te ver­an­lass­te bereits 1953 den Inns­brucker Bischof Pau­lus Rusch, den Fest­tag aus dem regio­na­len Kalen­der zu streichen.

        Für Inter­es­sier­te hier noch ein paar wis­sen­schaft­li­che Daten zum The­ma: http://legacy.fordham.edu/halsall/source/rinn.asp

        Und zuletzt ist es ein erschrecken­des Zei­chen, dass Tra­dis allem und jedem glau­ben, das ihren Juden­hass bestärkt.

        Dafür igno­rie­ren sie mit einer gera­de­zu stei­ner­nen Här­te das, was uns das AT und NT zum The­ma überliefert.

        Man stei­gert sich lie­ber in eine Dämo­ni­sie­rung des Chas­si­dis­mus und Tal­mu­des — natür­lich auf unsach­li­che und het­ze­ri­sche Art und wei­se — hin­ein, als dass man sich vom Geist der Lie­be und der Nüch­tern­heit und v.a dem Bewusstein der gro­ßen Gna­de, die Gott uns unver­dient eben doch durch die Juden geschenkt hat.

        Die Rol­len sind längst ver­tauscht worden:

        Der Pha­ri­sä­er ist der Katholik.
        Der Zöll­ner ist der Jude.

        Das himm­li­sche Jeru­sa­lem jeden­falls ist nach der Apo­ka­lyp­se auf die 12 Stäm­me gegründet.

        Was Gott mit sei­nem noch blin­den ersten Bun­des­volk tun wird .… sagen wir es mal klar und deut­lich: geht uns einen Dreck an.

        Er ver­stößt nicht, wen er geliebt hat. Er hat­te ein Volk dem Flei­sche nach erwählt und das gibt er nicht auf.
        Wir sind nicht dem Fleisch nach erwählt (sofern wir aus den Hei­den kommen).
        Wer von uns sich zu weit erhebt oder gar gegen die Juden hetzt, wird fort­ge­schwemmt wie loses Treibholz.
        Daher sag­te Pau­lus dem hoch­mü­ti­gen, juden­feind­li­chen Hei­den auch: „Du aber fürch­te dich!“ 

        Ein Tiro­ler Volk, das einen Rie­sen­auf­stand wegen des Anderl­kul­tes macht, nach­dem man den abge­schafft hat, aber brav den NOM schluckt — pfui: was ist das für ein Glau­be, bitte?!

      • Übri­gens habe ich von „Pro­zess­ak­ten“ des Anderl von Rinn noch nie gehört — das Pikan­te an der Geschich­te — im Gegen­satz zu der von Simon von Tri­ent — scheint doch gera­de zu sein, dass es sie nicht gibt.

        Wenn Sie also so freund­lich wären, die behaup­te­te Exi­stenz von sol­chen Akten ein­deu­tig und nach­voll­zieh­bar nachzuweisen?

        Da der Anderl-Fall schon im 19. Jh sich zu einem förm­li­chen anti­se­mi­ti­schen Wahn aus­wuchs, der mehr­fach sehr wohl auch von katho­li­schen Bischö­fen in Fra­ge gestellt wur­de, im übri­gen aber unzäh­li­ge Gut­ach­ten von Gelehr­ten eben­falls bereits im 19. Jh vor­ge­legt wur­den, dass es kei­ner­lei Hin­wei­se im jüdi­schen Glau­bens­gut gibt, die einen Ritu­al­mord zulie­ßen — im Gegen­teil, der Genuss von Blut einem Juden strikt ver­bo­ten ist — , der Ritu­al­mord-Vor­wurf also eine üble Ver­leum­dung und damit eine schwe­re Sün­de ist, der v.a. durch den auf­ge­heiz­ten christ­li­chen Mob vie­le Juden das Leben geko­stet und kei­nem ein­zi­gen Chri­sten, da das also alles so ist, und als Krö­nung hin­zu­kommt, dass die Nazis die­se Legen­de aus­schlach­te­ten, dass einem schlecht wer­den kann, sogar meh­re­re Stür­mer-Arti­kel dar­über ver­öf­fent­lich­ten und die Kir­che in dort in Juden­stein reno­vier­ten (was sie sonst nie bei Kir­chen taten), war nach Ausch­witz das Maß ein­fach ein­mal voll — viel­leicht soll­ten auch Katho­li­ken den Kopf ange­sichts der Wahr­heit über die Sün­den fana­ti­sier­ter „Chri­sten“ nicht in den Sand stecken…

        Übri­gens essen Chri­sten nicht nur Tier­blut (obwohl das NT das auch den Hei­den­chri­sten ver­bie­tet), son­dern sie selbst wur­den in frühs­christ­li­cher Zeit des Ritu­al­mor­des bezich­tigt, weil dumpf­backi­ge Hei­den nicht ver­stan­den, was man bei einer Mess­fei­er eigent­lich genau fei­ert. Offen­bar wird die Mensch­heit nicht klug.

        Davon unab­hän­gi­ge magi­sche Kul­te um mensch­li­ches Blut ken­nen — außer den Juden, die einen aus­drück­li­chen Ekel davor haben — alle Hei­den­völ­ker. Man kann das auch bei Maxim Gor­ki lesen, wo er in „Mei­ne Uni­ver­si­tä­ten“ beschreibt, wie unter ortho­do­xen Rus­sen Frau­en ihr Monats­blut in Brot ein­bu­ken etc.
        Ob das wohl ortho­do­xe Leh­ren sind? Also!

        Aber bit­te: Wo sind Pro­zess­ak­ten zum Anderl vor den frei erfun­de­nen Behaup­tun­gen des Arz­tes Gua­ri­no­ni belegt?
        Wenn es sie gege­ben haben soll­te, soll­te auch ein­mal von ihnen gespro­chen wor­den sein.

      • @zeitschnur Anderl vom Rinn ist von Papst Bene­dikt glaub­lich XIV . selig gespro­chen, ohne Pro­zess geht das nicht, und wenn Sie quan­ti­ta­ti­ve Viel­schrei­be­rin noch nichts gehört haben, dann sagt das doch gar nichts!

      • @zeitschnur Und weil es in Wiki­pe­dia steht stimmt es, wahr­schein­lich haben Sie selbst dort die­sen Mist hineingeschrieben!

      • @ wickerl

        Sie len­ken ab, weil Sie wis­sen, dass es kei­ne Selig­spre­chung des Anderl gab und gibt… Sie haben kei­ne Bewei­se für Ihre Lügen.

        Die Anderl-Cau­sa ist aus­führ­lich unter­sucht wor­den von Wis­sen­schaft­lern. Z.B. hier: http://www.fresacher.net/uploads/media/Fresacher_Anderl_von_Rinn.pdf

        Mei­ne Hoff­nugn, Sie zu einem ver­nünf­ti­gen, wahr­haf­ti­gen Den­ken anre­gen zu kön­nen, ist aller­dings klei­ner als 0.

    • Stich­wort 1 (nur neben­bei): Unse­re Vor­fah­ren haben ver­sagt, kei­ne Fra­ge. Am Damals kön­nen wir nichts mehr ändern, am heu­te könn­ten wir, tun es aber nicht, sie den Mas­sen­mord an den unge­bo­re­nen Kindern.

      Stich­wort 2: Wie kom­men Sie zur Ver­mu­tung, Gott könn­te auch nur irgend­ei­nen Fin­ger krüm­men für die heu­ti­gen Juden als Juden? Die ein­zi­ge Ver­hei­ßung, die sie haben, ist nur, daß sie als Volk nicht aus­ster­ben wer­den. Der Grund aller­dings scheint ein ganz ande­rer, als Phi­lo­se­mi­ten und Phi­lo­zio­ni­sten meinen.
      Die Juden von heu­te, jene also, die jener Sek­te ange­hö­ren, die von Gott abge­fal­len ist, die Jesus ans Kreuz schla­gen ließ, die im Tal­mud die schänd­lich­sten Din­ge über Chri­stus, Maria und die Jün­ger Jesu behaup­ten (von wegen jüdi­sche For­de­rung nach Ände­rung der Kar­frei­tags­bit­te: es spielt dabei kei­ne Rol­le, ob die­se Tal­mud-Stel­len ver­bind­lich sind oder nicht, für jeman­den sind sie es wohl, sonst stün­den sie nicht bis heu­te drin­nen, ohne jede Absicht, sie zu til­gen), jene die mit der Syn­ode von Jam­nia mit der Kir­che gebro­chen haben, sie haben mit dem aus­er­wähl­ten Volk nichts zu tun. Es gibt nur ein aus­er­wähl­tes Volk, des­sen Geschich­te ist in der Bibel auf­ge­schrie­ben AT + NT. Das aus­er­wähl­te Volk ist das got­tes­fürch­ti­ge und treue Volk. Das kann von den Juden nach Chri­stus ja wohl nie­mand behaup­ten. Der gan­ze Rest ist nur unchrist­li­cher Phi­lo­se­mi­tis­mus, gei­sti­ge Wirr­nis. Die Kir­che hat die Juden nach Mög­lich­keit gegen den Mob aller Zei­ten, auch den nomi­nell christ­li­chen geschützt, aber nicht aus dem Grund, den sich die Phi­lo­se­mi­ten träu­men. Ohne Bekeh­rung kein Heil. An die­sem Ver­dikt kommt nie­mand her­um und dar­an wer­den sich alle fal­schen Phi­lo­se­mi­ten (die Phi­lo­zio­ni­sten ohne­hin) die Zäh­ne aus­bei­sen. „Fal­sche Phi­lo­se­mi­ten“ weil der wirk­li­che Phi­lo­se­mit, der ist, der das Heil auch der Juden will, weil er das Heil jedes Men­schen will, weil er also bekeh­ren und zu Chri­stus füh­ren will.

      Stich­wort 3 @Zeitschnur: Die Akten des Anderl von Rinn befin­den sich in Inns­bruck im Nach­laß von Bischof Ste­cher. Auf welch wun­der­sa­me Wei­se sie dort hin­ge­kom­men sind, könn­te aller­dings wohl nur Ste­cher selbst beant­wor­ten, wäre er nicht gestorben.

      • …die Ver­hei­ßung, die Isra­el hat, ist nach dem Römer­brief, dass sich am Ende ganz Isra­el, das jetzt noch um der Hei­den wil­len ver­blen­det ist, bekeh­ren wird! Es ist ganz ein­deu­tig: Got­tes Mis­si­on mit ihnen ist noch nicht zu Ende, und wie sie sein wird, ist allein Got­tes Part.
        Gott ist kein Ehebrecher!

        Lesen Sie doch ein­fach ein­mal das NT. Das ist irr­tums­lo­ses Wort Got­tes — so hat es nach Tri­ent das Vati­ca­num I noch ein­mal aus­drück­lich bestä­tigt und wer das bezwei­felt, ist im Bann.
        Nir­gends im NT wird eine end­gül­ti­ge Ver­wer­fung des ersten Bun­des­vol­kes dem Fleisch nach behaup­tet — das ist Wahn irre­ge­lei­te­ter Katholiken.
        Sie sind nur für lan­ge Zeit ver­blen­det bzw. zurück­ge­stellt. Aber sie wer­den am Ende glauben.
        Ohne sie gibt es uns nicht. Ihre Prä­senz ist not­wen­dig — für uns.
        Rüh­ren wir sie nicht an. Es steht geschrie­ben, dass der der das tut, mit Got­tes Stra­fe rech­nen muss.
        Viel­leicht ist unse­re Lage u.a. auch des­halb so katastrophal.
        Der Vater im Him­mel erwar­tet den ver­lo­re­nen Sohn zurück und kann lan­ge warten.

        Vie­len Tra­dis ist nicht klar, dass sie längst häre­tisch gewor­den sind — da hilft auch die alte Mes­se nicht. Sie haben die Stirn, dem Schrift­wort zu wider­spre­chen! Woher neh­men Sie die Chuz­pe? Weil ein paar ver­bohr­te Tra­di­tio­na­li­sten­prie­ster oder Bischö­fe das dem irre­ge­lei­te­ten Volk einbläuen?

        Ihre rest­li­chen Theo­rien sind selbst­ge­ba­stel­te Theo­rien irgend­wel­cher Katho­li­ken, wie es so vie­le gibt. Aber wo sind sie dog­ma­tisch verankert?

        Nir­gends.

        Es gibt kei­ne histo­ri­schen Pro­zess­ak­ten zum Anderl. Ich kann es nur wie­der­ho­len: das ist ja der Grund, war­um man den Gedenk­tag schon lan­ge vor dem Kon­zil udn noch unter Pius XII. strich.

        Es gibt nur zwei Tat­sa­chen: das ein Kind vor lan­ger Zeit ums Leben kam und dass sich im Lau­fe der Zeit dar­aus eine anti­jü­di­sche Ritu­al­mord­le­gen­de zusam­men­ba­stel­te, die von dem Arzt Gua­ri­no­ni erfun­den wur­de. Er selbst kann auf­kei­ner­lei histo­ri­sche Quel­len verweisen.

        Es gibt umfang­rei­che Unter­su­chun­gen zu dem Thema.

        Und was in jedem Fall auch ganz sicher geklärt ist, ist die Tat­sa­che, dass Ritu­al­mor­de außer­halb jeder jüdi­schen Vor­stel­lung lie­gen. da nützt auch ein Ali­bi-Jude, der das trotz­dem behaup­tet nichts. David Ber­ger behaup­tet auch, die Tra­dis sei­en zu einer gro­ßen Zahl schwul.

      • Zunächst Dank an Guarinoni.

        Hal­lo Zeitschnur,

        eben weil Gott kein Ehe­bre­cher ist, ist er sei­nem Bunds­volk immer treu geblie­ben. Sehen sie denn nicht die Kon­ti­nui­tät der Kir­che des Alten Testa­ments mit jener des Neu­en Testaments?
        Ver­blen­dung und Abfall um der Hei­den wil­len gab und gibt es aller­orts zu allen Zeiten.
        War­um man nach WK II zu einer Neu­be­wer­tung eines im 16. Jahr­hun­dert abschlie­ßend unter­such­ten Kri­mi­nal­falls kam, müss­te noch bes­ser begrün­det werden.

      • @ arrow

        Sie ver­ste­hen nicht: Gott hat dem Flei­sche nach einen Bund mit Isra­el geschlossen!
        Das heißt, er ist die­sem Volk dem Fleisch nach treu.
        Und so schreibt es ja auch Pau­lus — ich weiß, das wol­len Sie und Ihres­glei­chen ein­fach nicht zur Kennt­nis nehmen.
        Auch dass das Volk Isra­el bis zum Ende der Zei­ten ver­blen­det ist, dies aber zu unse­rem Heil (als Hei­den), schreibt eben­falls Pau­lus — ich weiß, das wol­len Sie und Ihres­glei­chen nicht hören.

        Die Kon­ti­nui­tät des AT zur Kir­che ist damit ja nicht bestritten.
        Wer logisch denkt, wird das sofort verstehen.
        Die Juden sind für eine Zeit zurück­ge­stellt, ihr Bund mit Gott ist im Stand­by-Modus, solan­ge, bis wir die Voll­zahl der Hei­den sich dazu „ein­ge­wur­zelt“ hat. 

        Pau­lus nennt das ein „Myste­ri­um“.

        Das heißt, an kann das, was Gott vor­hat, hier nicht entschlüsseln.

        Aber eines sagt er auch deut­lich: dem Hei­den­chri­sten steht es nicht an, das Maul auf­zu­rei­ßen, denn er wird noch schnel­ler abfal­len, als es ein Jude je könnte! 

        Es war daher immer Leh­re der Kir­che, dass nicht die Juden Chri­stus ans Kreuz gebracht haben, son­dern alle Men­schen — Hei­den nicht anders als Juden.

        Aus­drück­lich bezeugt der Römi­sche Kate­chis­mus, dass am Tod Jesu der jüdi­sche Hohe­rat UND der römi­sche Statt­hal­ter wider bes­se­res Wis­sen betei­ligt waren.

      • Hal­lo Zeitschnur,

        zunächst möch­te ich Sie bit­ten, dass mit „Ihres­glei­chen“ nicht noch­mal zu schrei­ben. Was wis­sen Sie denn von mir?

        Dann möch­te ich Sie dar­auf auf­merk­sam machen, dass Sie schrei­ben, Gott hät­te zwei Bunds­völ­ker, eins im lau­fen­den Pro­gramm und eines im Stand­by. Hier­ge­gen wen­det Spa­e­mann aber ein, dass Gott kein Biga­mist ist. Durch die Kom­mu­ni­on ist das Bunds­volk näm­lich nicht nur geist­lich son­dern auch leib­lich mit Gott verbunden.
        Ihre Behaup­tung, es gäbe noch ein ande­res Volk, dem Gott „dem Flei­sche nach“ treu sei, klingt daher ungeheuerlich.
        Logisch ist also nur die klas­si­sche Ein­schät­zung, wonach es ein wah­res Bunds­volk gibt und ein Volk, das sich für aus­er­wählt hält.
        Zwin­gend logisch ist dies zudem, weil Kon­ver­ti­ten zum Juden­tum in ihrer Theo­rie über­haupt nicht ein­zu­ord­nen wären. Es gibt sie aber offenbar.

  5. Abtrei­bung kann man auch als Ritu­al­mord ansehen,wir soll­ten also ALLE see­ehr klei­ne Bröt­chen backen!!

    • Gemach, gemach — ein Ritu­al­mord ist ein Mord im Rah­men eines reli­giö­sen Rituals.
      Abtrei­bung ist also kein Ritualmord.

      Es ist ein­fach ein gesetz­lich erlaub­ter Mord.
      Man darf aber hier nicht ver­ges­sen, dass fast über­all auf der Welt im heid­ni­schen Den­ken der Vater/Mann das Recht hatte/hat, über Leben und Tod sei­ner Kin­der, teil­wei­se sogar sei­ner Frau­en zu ent­schei­den. Auch im römi­schen Recht hat­te ein Vater das Recht, sei­ne Kin­der zu töten.
      Die Ehren­mor­de, die wir von Tür­ken oder ande­ren Mus­li­men ken­nen, sind ganz gewöhn­li­ches … ja was eigent­lich? Natur­recht? Augen auf! Es sind gera­de nicht die Juden, die hier durch sol­che Greu­el auffallen!

      Das, was wir heu­te haben, ist ein­fach nur das alte heid­ni­sche Recht etwas tech­ni­sier­ter und feiner…

      Ritu­al­mor­de ken­nen vie­le Reli­gio­nen — nur eine über­haupt nicht: das Juden­tum und weil es aus dem Juden­tum kommt auch das Christentum…

      Daher ist ja dem Juden jeder Blut­ge­nuss strikt untersagt!
      (Dem Chri­sten nach dem NT übri­gens auch (Apg. 15, 19 f):

      „19 Dar­um hal­te ich es für rich­tig, den Hei­den, die sich zu Gott bekeh­ren, kei­ne Lasten aufzubürden;
      20 man wei­se sie nur an, Ver­un­rei­ni­gung durch Götzen(opferfleisch) und Unzucht zu mei­den und weder Erstick­tes noch Blut zu essen.“

      Nicht die Juden ver­un­rei­ni­gen sich durch Blut­ge­nuss, son­dern die Chri­sten — sie essen hem­mungs­los Blut­wurst oder halb­ga­res Fleisch, aus dem noch Blut fließt. Pfui!

      Das sind also die Rich­ti­gen, um über die Juden Lügen zu verbreiten…

      Aber auch die­se Blut­fres­se­rei der Chri­sten ist nicht auf Ritua­le, son­dern unge­ord­ne­te Begier­de zurück­zu­füh­ren. Dort dürf­te man auch den hem­mungs­lo­sen Druck, Kin­der abzu­trei­ben, ver­an­kert sehen.

      • „[H]albgares Fleisch, aus dem noch Blut fließt“ wird im Chri­sten­tum ja nicht des­we­gen geges­sen, weil man so unzi­vi­li­siert ist. Ich selbst ken­ne hoch­ge­bil­de­te Frau­en, die auf die Fra­ge, wie ihnen ihr Rin­der­fi­let­steak am besten schmeckt, ant­wor­ten: „Es darf noch „muuh“ machen“. Dabei wird ein erstaun­li­cher tech­ni­scher Auf­wand getrie­ben, dem Fleisch spe­zi­el­le Edel­hol­zaro­men zu ver­set­zen. Auch ken­ne ich etli­che hoch­ge­bil­de­te Frau­en, die aus rohen Brat­wür­sten das Brät verzehren.
        Ein Eth­no­lo­ge wür­de Ihnen also sicher ent­ge­gen­hal­ten, dass gera­de das Tabu des Blut­ge­nus­ses für eine kul­ti­sche Häma­to­pha­gie spre­chen könnte.

      • @ arrow

        Es geht dar­um, dass Chri­sten sich nie um das Ver­bot des Blut­ge­nus­ses geschert haben. NT-Stel­le s.o.

        Dass aus­ge­rech­net sol­che Leu­te, die selbst unge­hor­sam sind, den Juden Absur­di­tä­ten unter­stel­len, ist nur typisch für die Lage.

        Juden ekeln sich vor nichts mehr als vor Blut­ge­nuss, das ist tief ein­ge­gra­ben und steht außer­dem im Gesetz des Mose auch genau so: es ist Gott ein Greu­el, Blut zu essen. Daher ja auch die stren­gen Schächt­re­geln — das gan­ze Blut muss drau­ßen sein aus dem Fleisch.

        Es sind unzäh­li­ge Juden umge­kom­men durch den christ­li­chen Mob. Und das ist nach­weis­bar und unzwei­fel­haft. Die „Ritu­al­mor­de“ sind alle­samt histo­risch nicht nach­weis­bar UND gegen die Tora, den Tal­mud und auch einem Chas­si­den unvor­stell­bar. Klackert es bei Ihnen und ande­ren Ver­fech­tern da nicht mal im Kopf?

        Die Ritu­al­mord-Ver­leum­dung kam für Juden erst im 12. Jh auf. Davor wur­den in der Anti­ke aus­schließ­lich Chri­sten des Ritu­al­mor­des bezichtigt.

        Den anti­jü­di­schen Kathol­ver­fech­tern sol­cher Lügen ist offen­bar nicht bewusst, dass sie — ent­ge­gen aller Kenn­tis­se, die man objek­tiv haben kann — hier eine schwer­ste Ver­leum­dung auf­recht hal­ten, die zu Mord und Tot­schlaf geführt hat. Und sie mer­ken nicht, dass das eine schwe­re Sün­de ist.

        Grau­en­haft die­se Men­ta­li­tät unter Tra­dis, grauenhaft!

  6. Ich den­ke oft, VATICANUM 2 und den nach­kon­zi­lia­ren Glau­bens­ab­fall hat der HERR haupt­säch­lich DESHALB zuge­las­sen, weil bis auf ganz weni­ge Aus­nah­men (mei­ne Gross­el­tern z.B.) die Katho­li­ken im Faschis­mus kom­plett ver­sagt haben, und zwar auf­grund eines kirch­li­chen ANTIJUDAISMUS, der einen nur beschä­men kann! Kann man SO Men­schen für CHRISTUS gewin­nen? Durch Pogro­me? Und nicht ALLES, was sicher sehr frag­wür­di­ge Figu­ren wie Ste­cher gemacht haben, ist schlecht! Und ich habe kei­ne Angst, mich in die­sem Forum immer wie­der zwi­schen alle Stüh­le zu set­zen, das gehört ein­fach zur FREIHEIT EINES CHRISTENMENSCHEN!

    • Und die jüdi­sche Reli­gi­on ist eine geschwi­ster­li­che, obwohl Pau­lus den Juden sag­te, dass sie sich mit ihrer Ableh­nung unse­res Herrn Jesus Chri­stus als des Ewi­gen Lebens für unwür­dig erwei­sen. Wo hat die Kir­che ver­sagt im 3. Reich, sie brach­te den Glau­ben an unse­ren Herrn und Erlö­ser Jesus Chri­stus über die Zeit des mili­tan­ten natio­nal­so­zia­li­sti­schen Athe­is­mus. Dass Gott die Kir­che dafür straft, dass sie sich nicht mehr für jene auf­op­fer­te, denen Pau­lus die Unwür­dig­keit für das ewi­ge Leben atte­stier­te , glau­be ich nicht. Wenn es nach Ihnen geht, müss­te man ja auch den hei­li­gen Ambro­si­us, die­sen Kir­chen­va­ter durch und durch ableh­nen! “ Mit den Juden geht es nicht“.

    • Was beschwe­ren Sie sich denn über die zweit­va­ti­ka­ni­schen Erschei­nun­gen, Sie strot­zen ja selbst davon, mit ihrem von die­sem begrün­de­ten Phi­lo­se­mi­tis­mus. Sol­chen Unsinn hät­te man in der Kir­che unter Pius XII. und den Vor­gän­gern kei­nes­falls erzäh­len können.

  7. Na wenn sie so dumm sind und so einen Besuch emp­fan­gen, die Kir­che schau­felt den palä­sti­nen­si­schen Chri­sten seit Jahr­zehn­ten das Grab, die Abset­zung von Bischof Mixa fiel zeit­lich auch eng zusam­men mit sei­ner ent­setz­ten Äuße­rung über die jüdi­sche Grenz­mau­er in Beth­le­hem. Der phi­lo­se­mi­ti­sche Papst Bene­dikt und er so ger­ne auf israe­li­sche Emp­fän­ge eilen­de Kar­di­nal Marx wirk­ten eng zusammen.

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